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ganzen Lendenstücken, Hühnern oder Gänsen, von dem jetzt, als von des Kaisers täglicher Kost, erzählt worden ist, gehört ins Fabelreich.

Gericht und Recht.

,^Der Zusammenbrnch der Göttinger Bank vor Ge­richt. Vor der ersten Strafkammer des Landgerichts Hannover begann am Dienstag der Prozeß wegen des Zusammenbruchs der Göttinger Bank gegen zwei Direk- toren nud den Vorsitzenden des Aufsichtsrats dieser Bank. Der Zusammenbrnch, der im Herbst 1911 erfolgte und große Schädigungen fast in der ganzen Provinz Hannover im Gefolge hatte, wird nunmehr mehrere Wo­chen hindurch das Landgericht Hannover beschäftigen, da schon nach dem jetzigen Stand der Prozeßlage die Dauer des Prozesses auf etwa 3 bis 4 Wochen geschätzt wird. Der Hauptangeklagte Direktor Riepenhauseu. der selbst mit einem größeren Aktienbesitz an der Göttinger Bank beteiligt war, ist am 2. Dezember 1872 in Göttingen ge­boren. Der zweite Angeklagte Direktor Reese stammt ebenfalls aus Göttingen und wurde am 11. Februar 1870 geboren. Beide Angeklagte befanden sich längere Zeit in Untersuchungshaft und wurden dann gegen eine Kaution aus der Haft entlassen. Der dritte Angeklagte, Senator Kauffmann, ist erheblich älter. Er wurde am 25. Oktober 1847 in Birnbaum geboren. Alle drei An­geklagte erklären sich für nichtschuldig. Zur Vorgeschichte dieses Prozesses sei bemerkt, daß die Göttinger Bank 1901 als Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 1 Mil­lion gegründet war. Es wurde bald auf 2 Millionen er­höht. Die Bank wollte vor allem die Kreditbedürfnisse des südlichen Teils der Provinz Hannover befriedigen, betrieb aber in umfangreicher Weise Spekulationsge­schäfte. Fm Fahre des Zusammenbruchs der Bank z. B. hatten die Spekulationsgeschäfte die Höhe von 406 Mil- lionnen erreicht. Als nun die Marokkowirren kamen und zu einer Verschlechterung der Börsenlage führten, konnte die Bank die hohen Verluste aus Börsengeschäften nach Berlin und London nicht mehr ausgleicheu, und der Zu- sammenbruch trat ein. Allerdings wirst die Anklage den Angeklagten vor, daß der Zusammenbrnch nicht nur auf die ungünstigen Börsenverhältnisse des Fahres 1911 zu- rückzuführen ist, sondern daß die Verhältnisse der Bank schon seit langer Zeit die denkbar ungünstigsten waren und daß die ausgeworfene Dividende von 7 Proz. nicht mehr einer reellen Berechnung des effektiven Reinge­winnes entsprach. \

Folgen eines Karnevalsscherzes. Zwei Arbeiter in Blenden i. W. hatten auf einem Maskenball eine Bäreu- führergruppe dargestellt. Der eine, der als Bär tanzte, war vom Kopf bis zu den Füßen mit Stroh umwickelt. In vorgerückter Stunde verfiel der Bärenführer im Rausch auf die Idee, das Stroh, mit dem sein Freund umwickelt war, anzuzünöen. Dieser erlitt so starke Brandwunden, daß er bald darauf unter großen Qualen verstarb. Der Anstifter des Unheils wurde nun zu neun Monaten Gefängnis verurteilt.

Vermischtes.

Kaiser Wilhelm I. und das Turnen. Das lebhafte Interesse, das unser Kaiser neuerdings dem deutschen Turnen und feinem Betrieb in den Vereinen der Deut­schen Turnerschaft entgegenbringt, wirkt die Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. und seine Stellung zum Turnen. Euler berichtet darüber im Jahre 1877: Der Kaiser ist ein großer Freund und Gönner des Turnens, wie er das oft bewiesen. Bekannt ist, daß er dem Kronprinzen Turnstunde bei Feddern erteilen ließ. Und auch die Kinder des Kronprinzen erhielten und erhalten noch Turnunterricht, die Söhne sowohl als die Töchter. Der eigentliche Aufschwung des Turnens in Preußen datiert von dem Regierungsantritte des Kaisers. Bereits als Prinzregent hat er öffentlich bei Gelegenheit einer Reise in Ostpreußen dem Turnen das Wort geredet, und seit­dem wiederholt auf die Wichtigkeit dieses Zweiges der Erziehung hingewiesen. Fch erinnere mich auch, auf sei­nem Arbeitstische in Babelsberg den „Preußischen Leit­faden für den Turnunterricht in Volksschulen" liegen gesehen zu haben. Dieses Interesse des Kaisers für das Turnen ist in den Fahren unverändert geblieben, wie ich solches aus eigener Erfahrung und Beobachtung be­zeugen darf. Seit dem Jahre 1861 hat die Königliche Zentral-Turnanstalt das Glück und die Ehre, fast jähr­lich den Kaiser in ihren Räumen zu sehen und ihm in einer Turnvorstellung zu zeigen, was sie zu leisten ver­mag. Nur wenige Male hat der Kaiser diesen Turnvor- stellungen nicht beigewohnt; wichtige Gründe hatten ihn dann verhindert.

Die Untersuchung gegen den Denkmalsschänder Astier scheint eine überraschende Wendung zu nehmen. Bekanntlich behauptete Astier als man ihn bei dem Denkmalsfrevel in der Berliner Siegesallee verhaftete, die deutsche Sprache nicht zu verstehen, sodatz seine Ver­nehmung in französischer Sprache geführt werden mußte. Zum Erstaunen der Gerichtsbehörden schrieb er nun vor einigen Tagen aus item Moabiter Untersuchungsgefäng­nis an seinen in Frankreich wohnenden Schwager einen langen Brief in deutscher Sprache. Wenn dieser auch französische Gedankengänge enthält, so ist er doch, rote der „Tag" hört. in korrektem Deutsch abgefatzt und, was noch erstaunlicher ist, mit deutschen Schriftzeichen ge­schrieben. Man neigt daher jetzt der Ansicht zu, daß der Verhaftete gar nicht der pensionierte französische Marme- Oberstabsarzt Astier ist, sondern sich nur auf irgendeine Weise dessen Papiere angeeignet hat, und auch gar nicht Franzose, sondern Deutscher, und zwar wahr,chemlick M Elsaß-Lothringen ist. Um näheres festzustellen, sind Photographien, Metzkarten, photographische Reproduk­tionen des sraglichen Briefes usw. au die Pariser Po- lizei geschickt worden. _ , «,-^^Ete Telephonverbittdung zwischen Deutschland Island. Die Londoner Blätter kommen wieder Projekt eines besonderen unterseeischen Tele- «Mrabeks zurück und erklären, der britische General- ,^Meister Hobhouse, der kürzlich Deutschland besuchte M mS dort Informationen holte, werde m nächster KA einem holländischen Kabel-ampfer eine Reize um sich persönlich weiter über die Mog- Meck der Ausführung dieses Projektes zu unterrichten. NWttae Vereinbarungen über dieses Kabel würden vier Monaten getroffen werden. Die Aus- Mung des Planes wäre nach der Aeußerung einer un- Persönlichkeit dadurch ermöglicht eme neue Erfindung gemacht wurde, die die Dauerhaftigkeit des elektrischen Stromes über lange Strecken gewährleistet. Mit dieser Erfindung wird man Kabel nach Holland legen und zwar Ende dieses Jahres Die Kosten würden rund 1200 000 Mark betra­un. Für ein Dreiminutengespräch würde eine Gebühr von 8 Mark festgesetzt werden.

schlauer Streich. In München-Gladbach sollte ein Maurer den oberen Teil eines etwas 40 Meter ho­ben Schornsteins erneuern. Der Mann stieg nun. im Junern an Den Steigeisen hinauf und warf bei seiner Arbeit alle Steine, die er abbrach, in den Schornstein. Dadurch versperrte er sich natürlich selbst den Ausgana: außerdem waren durch die herabfallenden Steine meh- rere WLigeisen abgefcMgen woröen. Infolgedessen war

es dem Maurer unmöglich, von dem Schornstein Herun- terzukommen. Die Bemühungen, ihn zu befreien, dauer­ten unter Spannung und Heiterkeit der vielhundertköp- figen Zuschauermenge sechs Stunden lang. Schließlich gelang es der Feuerwehr, die Hindernisse zu beseitigen und neue Steigeisen einzuschlagen, sodaß der Mann be­freit werden konnte.

Ein Reiufall. Der Reisende eines großen Geschäfts­hauses kommt zu einem Kunden und merkt im Laufe der Unterredung mit demselben, daß dieser die Absicht hat, durch eine Bestechung des Reisenden Vorteile für sich zu erlaugeu. Nach der Erledigung eines Geschäftes bietet der Kunde dem Reisenden eine Schachtel Zigarren als „Zeichen der Erkenntlichkeit für die gehabten Bemühun­gen" an. Der Reisende erklärt aber, nur im Dienste sei­ner eigenen Firma zu stehen und nicht in der Lage zn sein, solche teure und wertvolle Geschenke — es waren 50 beste Havanna — von Kunden aunehmeu zu können. Der Kunde machte ihm den Vorschlag, er verkaufe ihm die Schachtel um . ... 20 Pfennige, damit jeder Ver­dacht in der erwähnten Hinsicht unbegründet und ausge­schlossen sei. Der Reisende überlegt sichs einen Altgen­blick. Dann überfliegt ein pfiffiges Schmunzeln seine Züge, und er wendet sich an den Kunden: „20 Pfennige . . . für eine Kiste Havanna. . . der Preis ist wirklich nicht hoch. Wollen Sie so freundlich sein . . . und 25 . . . Kisten an die Adresse unserer Firma gelangen lassen . . . natürlich zu demselben Preis!" Spruchs, machte eine Verbeugung . . . und ließ den Hinters Licht geführten Geschäftsmann stehen.

Was französische Staatsempfänge kosten. Die Emp­fänge der Souveräne in Paris verursachen der Kasse der französischen Republik nicht geringe Ausgaben, deren Höhe die überraschendsten Schwankungen aufweist. So kostete beispielsweise der Besuch des Zaren im Jahre 1902 über zwei Millionen Mark, während für den zwei Jahre später stattfindeuden Besuch des italienischen Kö­nigspaares nur 240 000 Mark verausgabt wurden. Al- fons 13. kostete, als er 1905 nach Paris kam, dem Staats­säckel noch 600 000 Mark, als er im Fahre 1913 wieder- kam, wurden nur noch 160 000 Mark für feinen Empfang ausgegebeu. Für die diesjährigen feierlichen Besuche des Königs von England und des später nach Paris kommenden Königs von Dänemark sind insgesamt 320 000 Mark ansgeworfen worden. Das Geld, was von der ausgesetzten Summe nicht verbraucht wird, fließt wieder in den Staatsschatz zurück. So konnte das Ministerium des Aeutzern nach dem Besuch des Königs von Schweden und) erfolgter Abrechnung an die Kasse des Schatzamts den stolzen Betrag von einem ganzen Centime abführen, was beweist, daß auch in Frankreich der Bureaukratismus sein Recht zu wahren weiß.

Der Schriftsteller. A.: „Was macht denn Ihr Sohn in Berliu?" — B.: „Er schreibt. — A.: „Zum Ver­gnügen oder um Geld?" — B.: „Wenn er an mich schreibt, immer um Geld!"

Huerlas militärische Laufbahn.

Es ist nicht zuletzt Schuld der „gelben" Presse Ame­rikas, wenn man in deutschen Blättern meist völlig verzerrten Vorstellungen von der Persönlichkeit Huertas begegnet. Dieser „alte Indianer", wie er sich selbst gern zu nennen pflegt, ist durchaus nicht auf eine Stufe zu stellen mit Personen, wie etwa dem Rebellengeneral Villa, der seine Laufbahn als notorischer Mörder und Bandit begann. Es ist ja begreiflich, daß die Amerika­ner, die augenblicklich in dem zähen und rücksichtslosen Huerta ihren ärgsten Feind erblicken, ihn als blut­gierigen Tyrannen und Banditenhüuptliug hinzustellen belieben, es ist aber nichts destoweuiaer vollkommen falsch.

Im Gegenteil, Victoriano Huerta hat eine regel­rechte militärische Erziehung, man möchte sagen von der Picke auf, genossen. Er trat als Kadett in die Milt- tärschule von Chapultepec ein, wo er seinen Lehrern und Vorgesetzten bereits durch eine gewisse Verschlagen­heit und rücksichtslose Energie auffiel. Er absolvierte dieses militärische Erziehungsinstitut bis zur letztem Klasse und wurde nach Ablegung der Abschlußprüfung als Leutnant in die mexikanische Armee eingereiht. Hier verlief zunächst sein weiterer militärischer Entwicklungs­gang recht geruhig. In dem für mexikanische Verhält­nisse bereits recht fortgeschrittenen Alter von mehr als 50 Jahren, erreichte er erst den Rang eines General­majors. Sein Name wurde der weiteren Oeffentlichkeit zum ersten Male unter der Präsidentschaft Porfirio Diaz', des eisernen Diktators Mexikos, bekannt. Diaz kannte Huerta als einen außerordentlich energischen und Willensstärken Offizier und beauftragte ihn daher mit der Unterdrückung einer Rebellion im Staate Guer- rero, die Huerta in der Tat unter den erdenklichsten Schwierigkeiten zur höchsten Zufriedenheit des Prä­sidenten niederwarf.

Dann wurde es eine Zeit laug wieder still von Huerta. Es ist heute uoch nicht ganz klar, warum Pvr- firio Diaz den ihm als tüchtig bekannten Offizier bei dem Versuch, die 1910—1911 gegen ihn gerichtete Em­pörung Francisco Maderos im Keime zu ersticken, nicht an exponierter Stelle verwandte. Huerta aber war es, der dann nach dem Siege Maderos den gestürzten Macht­haber nach Veracruz geleitete. Unter der kurzen Prä­sidentschaft Maderos war Huerta allerdings als „Blut­hund" verschrien. Keinem der jeweiligen Machthaber auf dem mexikanischen Präsidentenstuhl gelang es aber, dem gefährlichen Huerta irgend etwas anzuhaben. Seit­dem er selbst, wenn auch keineswegs unangefochten, die Regierung des Landes in Händen hat, Hat er sich den bedrohlichsten Situationen gegenüber dank einer unge­wöhnlichen Kaltblütigkeit und Verschlagenheit, so ge­wachsen gezeigt, daß man wohl begreift, wenn die Union in ihm ihren gefährlichsten Gegner erblickt.

Ein Dampfet auf hoher See verbrannt.

Die Besatzung zum Teil gerettet.

Das geheimnisvolle Dunkel über den Dampfer, der am Momag nach Meldungen aus Halifax von verfchiede- neu anderen Schiffen brennend gesichtet worden war, auf die Anrufe aber keinerlei Antwort gegeben hatte. ist jetzt gelichtet. Es handelt sich um den britischen Dampfer „Columbian", der auf dem Wege nach Neuyork in Brand geraten war und verloren ist. Der Draht meldet über das Unglück folgende Einzelheltein

Neuyork, 6. Mai. Der Dampfer „Franconia" meldet durch Funkspruch über Sable Island: Dreizehn Ueberlebende des britischen Dampfers „Columbian", der auf dem Wege von Antwerpen nach Neuyork nachmittags in Brand geriet, wurden heute vom Cunarddampfer Franconia" ausgenommen. Im Boot befand sich auch die Leiche des OberstewardsMatthews. Ein anderes Boot mit dem ersten und zweiten Offizier sowie siebzehn Mann treibt noch umher. Die „Franconia" wird noch weitersuchen. ।

9-s> Neuyork, 6. Mai. Beamte der Levlanö-Lrme, der der Dampfer „Columbia" gehört, melden, daß das Schiff keine Passagiere an Bord hatte. Die Besatzung bestand aus 60 bis 70 Mann. Die Cunarö-Linte er­

hielt folgendes Funkelttelegramm von der „Franconia*; Wir suchen nach dem vermißten Boot. Die Geretteten leiden an den Folgen der Entbehrungen. Sie erklären, daß sie vierzig Stunden lang in dem Boote umher ge­trieben waren. Das Feuer brach am Sonntag aus. Fast unmittelbar darauf erfolgte eine Explosion, und die knnkentelegraphische« Apparate wurden zerstört. — Nach Aussage der Geretteten hätten sie von ihrem Boote aus mehrere Schiffe gesichtet, doch roar es ihnen nicht mög­lich, diesen Nachricht zu geben. Sie hätten große Leiden ausgestanden und wären vor Erschöpfung völlig zu- sammengebrochen.

Greueltaten epirotischer Landen.

Albanesen in der Kirche gekreuzigt.

Aus Durazzo kommen jeden Tag Hiobspostert über Grausamkeiten gegen die albanische Grenzbevölkerung, die von den aufständischen Epiroten begangen werden. Trotz aller Maßnahmen der albanischen Regierung ist die Bevölkerung den Bauden schutzlos preisgegeben, und die Martern, die die unglücklichen Opfer erleiden müssen, sind furchtbar. Der Draht meldet:

o-* Durazzo, 6. Mai. Der Regierung sitld heute Nachrichten zugegangen, wonach in Harmova Alvanter, die vor den Epiroten nicht gefltichtet waren, gefangen genommen und in das benachbarte Dorf Skodra ge­schleppt wurden. Dort wurden sie in die orthodoxe Kirche gebracht und dann sämtlich gekreuzigt. Die Kirche wurde dann in Brand gesteckt, und als Gendarmen, die zwei Tage später den Ort passierten, die Trümmer durch­suchten, fanden sie die verkohlten Leichen vor.

Die Regierung zur Lesoldungsnovelle.

Die Vorlage in der Kommission einstimmig an­genommen.

Berlin, 6. Mai. Die Budgetkommi fion des Reichstags nahm heute die Beamte,rbesoldttugsttovelle unverändert nach den Beschlüssen der erstem Lesung ein­stimmig an. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes hatte erklärt, daß die Beschlüsse der Kommission für die Regierung nnannehmbar seien. Die Sorge für die Be­amten teile die Regierung mit dem Reichstag, die Kon- seguenzen, die sich aber aus den Beschlüssen der Kom­mission ergeben, seien unübersehbar. Jedenfalls sei es zurzeit unmöglich, sie zu regeln. Die Stellungnahme der verbündeten Regierungen sei durch die Beschlüsse des Bundesrates in ablehnende,« Sinne erfolgt. Auch sei bereits bei der ersten Lesung zum Ausdruck gebracht worden, daß Beschlüsse über die Vorlage hinaus diese gefährden und für die Regierung unannehmbar machen würden. Redner aller Parteien hatten betont, daß sie an den gefaßten Beschlüssen festhalten und daß die Ver­antwortung für die aus der ablehnenden Haltung der Regierung entstehende Erregung in Beamtenkreisen der Regierung zufalle.

*■ neuestes vom Cage»

Ueberreste eines Mammuts gefunden.

s-r- Leipzig, 6. Mai. (B. Z.) Bei den Baggerarbeiten der Leipziger Westend-Baugesellschaft am Ende des pro­jektierten Elster-Saale-Kanals wurde der auderthalb Meter lange Stoßzahn eines Mammuts gefunden.

Todesurteil gegen einen Raubmörder.

Cöln, 6. Mai. Das Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Ernst Tetzlaff aus Danzig, wegen Raubmordes Sinn Tode und den Hausdiener Rangelte wegen Beihilfe am Raube mit Einschluß einer gegen ihn in Magdeburg verhängten Gefängnisstrafe z,r 12 Jahren und einem Monat Zuchthaus. Beide hatten am 25. November die 73 Jahre alte Witwe Caspar in Wiesdorf beraubt, nach­dem sie Tetzlaff getötet hatte.

Konkurs einer Spar- «nd Darlehnskasse.

x> Breslau, 6. Mai. Auf den Antrag von 15 Spar- gläubigern wurde vom Amtsgericht Breslau über das Vermögen des Breslauer Beamten-Spar- und Dar- lehnsvereins der Konkurs eröffnet. Eine Versammlung der Sparer hatte sich am letzten Sonnabend fast ein­stimmig mit einem Verzicht auf 30 Prozent der Sparein­lagen zur Vermeidung des Konkurses einverstanden er­klärt. Nun ist gleichwohl von anderer Seite der Konkurs beantragt worden.

Schmeres Eisenbahttuttglück in Oesterreich.

Wien, 6. Mai. Heute nacht fuhr auf der Station Sokolnitz ein einfahrender Güterzug gegen einen anderen Gttterzug, von welchem einige Wagen gegen einen ge­rade einfahrenden Personenzug stießen. Von diesem entgleisten die Lokomotive, der Dienstwagen und ein Personenwagen. Zwei Reisende wurden schwer und vierzehn leicht verletzt.

Drahtseilattentat gegen ein Auto.

Luxembnrg, 6. Mai. (B. Z.) Als der Automo- bilfahrer Niesch in seine Wohnung zurückkehrte, rannte das Automobil mit aller Gewalt gegen ein zwischen zwei Bäumen quer über die Straße gespanntes Drahtseil. Der Vorderteil des Wagens wurde zertrümmert. Der Führer kam mit leichten Verletzungen davon.

Tragischs Ende eines Jrrftnnkgen.

Paris, 6. Mai. Vor drei Tagen wurde hier ein 21jähriger Feldarbeiter namens Guellette wegen eines geringfügigen Vergehens verhaftet nud, da man Spuren von Geisteskrankheit an ihm zu bemerken glaubte, zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Irrenan­stalt gebracht. Hier erlitt er plötzlich einen Tobsuchts- anfall, stürzte sich auf einen Wärter und biß dieser, ins Ohr. Die anderen Wärter fielen darauf über den Wahn­sinnigen her und mißhandelten ihn derart, daß er bald darauf an den Folgen der Verletzungen starb. Man hat eine strenge Untersuchung eingeleitet.

Ein Ingenieur von einem Arbeiter niedergeschlagen.

Mailand, 6. Mai. (B. Z.) Der technische Leiter des Simplon-Tuunels, Ingenieur Rothpletz, wurde gestern nachmittag von einem italienischen Arbeiter durch einen hinterrücks geführten Beilhieb schwer verwundet. Die Verletzungen des Ingenieurs sind aber nicht lebens­gefährlich. Die Tat scheint ein Racheakt zu sein.

England und die Frisco-Ausstellung.

w> London, 6. Mai. Premierminister Asquith er­klärte gestern einer Abordnung, die eine Beschickung der Panama - Ausstellung befürwortete: Der Entschluß der Regierung, an der Ausstellung offiziell nicht teilznneü- men, enthalte durchaus keine .Kränkung des amerikani­schen Volkes. Die Einladung, daß die britische Flotte bei der Einweihung des PauamakanalS vertreten sein solle, sei viel bedeutsamer als die Teilnahme an der AuS- stellung und werde von der Regier,ma mit großer Herz­lichkeit angenommen.

Racheakt eines Schwarzen.

»•* Algier, 6. Mai. Ein schreckliches Vierbrechen hat sich in der Nähe von Algier ereignet, indem ein 77 Jahre alter Kolonist und sein 17jähriger Enkel in furchtbarer Weise ermordet wurden. Man fand ihre Leichen gräh- lich verstümmelt im Hofe ihres Besitztums liegen. Dt« polizeiliche Untersuchung ergab, daß es sich um den Racheakt eines entlassenen Dieners handelt, dem ma» bereits auf der Srmr ist.