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Gericht und Recht.

Drei Todesurteile. Nach sechstägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht Augsburg wurde der Prozeß ge­gen den Budapester Mädchenmöröer Rumpf zu Ende ge- Wrt. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Mordes an der Kellnerstochter Schwarz in Budapest schuldig und verurteilten ihn zum Tode. Das Schwur­gericht Heilbronn verurteilte nach zweitägiger Verhand­lung den 22jährigen Gatteumörder Gustav Wurst aus Böckingen zum Tode. Wurst hatte in der Nacht zum 21. März seine ihm erst vor wenigen Monaten angetraute R-rau, mit der er ständig in Unfrieden lebte, im Bett mit Kissen erstickt. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht in Amberg (Bayern) wurde die 26jährige Maria Metzner aus Regensburg wegen systematischer Hinmordung ihres 4^jährigen unehelichen Knaben zum Tode verurteilt. Die unmittelbare Todesursache war, das; das Kind an die Wand oder auf den Boden geworfen wurde, wobei eine Quetschung des Gehirns eintrat.

Sieben Jahre Gefängnis für eine oöse Stiefmutter. Die Strafkammer in Duisburg verurteilte die Frau des Bergmanns Süß aus Meerbeck wegen fortgesetzter bru­taler Mißhandlungen zweier Stiefkinder zu sieben Jah­ren Gefängnis.

Vermischtes.

Frankreichs bestes Luftschiff zerstört. Die fran­zösische Armee ging am Sonnabend eines ihrer besten Luftschiffe verlustig. Der LenkballonAdjutant Räau" wurde durch einen Brand anscheinend gänzlich vernich­tet. Der Unfall, bet dem übrigens Personen nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden, ereignete sich um 12 Uhr mittags gelegentlich der Neufüllung des Ballons im Luftschiffpark von Belleville bei Verdun. Durch das Zerreißen einiger Anhängegurte, so wird berichtet, ent­stand ein Feuer, das rasch die Ballonhülle ergriff, die größtenteils verbrannte. Die Gondel und die Motoren erlitten ebenfalls arge Beschädigungen. Die wirkliche Ursache des Unfalles dürfte wohl eine Unvorsichtigkeit gewesen sein. Der LenkballonAdjutant R6au", ein Astra-Luftschiff von 9000 Kubikmeter, wurde 1911 gebaut und führte vor seiner Uebernahme durch die französische Heeresverwaltung eine Fahrt von acht Stunden über Paris durch, während er mit 2150 Meter einen Höhen- rekorö erzielte.

Eine Frau als Schiffskapitä«. Frau Bauding, die Gattin eines Schiffsarztes, ist, wie aus Kopenhagen ge­meldet wird, zum Kapitän eines transatlantischen Damp­fers ernannt worden. Es ist dies das erstemal, daß einer Frau eine derartig verantwortungsvolle Stellung auf einem neuzeitlichen Schiffe anvertraut wurde. .Die neue Schiffskommandantin hat durch die vielen Reisen, die sie in Begleitung ihres Mannes in seiner Eigenschaft als Schiffsarzt unternommen hatte, Geschmack an den nautischen Dingen gefunden. Erst im letzten Jahre be­wies sie ihre Fähigkeit, indem sie die Führung eines Schiffes übernahm, auf dem sie in der Ostsee reiste, als der Kapitän plötzlich erkrankte. Die Mannschaft war an­fangs nicht gerade entzückt, die Befehle einer Frau aus- führen zu müssen. Als Frau Bauding aber bewies, was für eine tüchtige Seehaut sie ist, wurden bald alle ihre ergebenen Bewunderer und ihre Befehle wurden mit der Pünktlichkeit eines Uhrwerkes ausgeführt.

Roosevelts Leidensbericht. Londoner Blätter ver- Wentlichen aus Manaos in Brasilien Einzelheiten über Roosevelts Forschungsreise durch Brasilien, die ein an­schauliches Bild von den Leiden und Entbehrungen widerspiegeln, die der Expräsident mit seinen Begleitern angeblich zu erdulden hatte. Nach diesen Berichten ist Roosevelt krank von der Expedition nach Manaos zu- riickgekehrt. Er leidet an Fieber. In den letzten drei Wochen soll die Nahrung der Expedition nur aus rohen Eiern bestanden haben. Oft bekam die Expedition tage­lang kein Wild zum Schuß. Es war ihr sogar unmög­lich, Fische zu fangen, und einen ganzen Monat lang herrschte der bitterste Mangel an den nötigsten Lebens­mitteln. Endlich gelangten die Reisenden zu einer Kautschukplantage, wo sie wieder mit dem Nötigsten ver­sehen wurden und ihre Vorräte ergänzen konnten. Bis zn diesem Augenblick lebten sie lediglich von Schiffs- zwieback. Sechs der kleinen Boote, die die Expedition mit sich führte, sind in den Wasserfällen und Flußläufen verloren gegangen und die Mitglieder der Expedition mußten sich neue zusammenzimmern. Der Naturforscher Cherrie, der die Expedition Roosevelts begleitete, er­klärte. daß er trotz einer 30jährigen Reiseerfahrung in den Tropen niemals derartige Leiden auszustehen ge­habt habe.

gen sorg, doch gib.

Das Barietee auf dem Ozean. Die modernen Ozeanriesen, die den Verkehr zwischen den deutschen, französischen oder englischen Häfen und Neuyork ver­mitteln, haben längst das Außerordentliche ersonnen, um die sechs- bis achttägige Reife angenehm, abwechslungs­reich und amüsant zu gestalten. Schwimmbäder, Schiffs­orchester, Feste unter Mitwirkung der Passagiere, unter denen es ja fast nie an großen Künstlern fehlt, täglich mehrmals erscheinende Schiffszettungen, die durch den Marconi-Apparat ihre neuesten Nachrichten empfangen, fürstlich eingerichtete Salons, Spielzimmer und vor allem die Diners und Soupers mit ihren zehn und mehr Gän­gen sorgen dafür, daß die Zeit recht rasch vergeht. Und doch gibt es inmitten von all diesem Luxus Stunden von tödlicher Langeweile. Deshalb hat eine ausländische Schtffsgesellschaft auf ihrem neuesten Riesendampfer ein vollständiges Barietee eingerichtet. Die Konkurrenz wird freilich nichtruhig zusehen", und wer weiß, ob Zeit so fern ist, wo man auf den großen Dampfern " Festaufführungen vonParsifal" genießen kann.

.Furchtbare Tat eines Wahnsinnigen. Aus Madrid Wb aemeldet: @tn schreckliches Drama hat n# im von Alicante abgespielt. Dort waren in I ZEe zwei Tobsüchtige gebracht worden, wovon der d? Nr?-^?ugsjacke gesteckt werden mußte. Wahrend ote Wärter auf kurze Kett sich entfernten, warf sich der ^ite Tobsüchtige auf den wehrlos am Boden liegen- Durch die jämmerlichen Hilferufe ^^terksam gemacht, eilten die Wärter herbei und fan- & İ»?Ä,ücklichen blutüberströmt am Boden liegend;

Tobsüchtige hatte ihm mit einem Heuten er sich auf unerklärliche Weise verschafft WL ble .Augen ausgestochen und die Sunge aus dem Halse gerissen. Nur mit Mühe konnte der Wütende über- walttgt werden.

Wenn Chinesen schwören! Vor dem Gerichte in ^'^^l erschien neulich ein chinesischer Matrose, der

Diebftahls angeklagt war. ? Eine chinesischer Dol­metsch war zur Stelle, und auch sämtliche Zeugen waren köhne des himmlischen Reiches. Als der Vorsitzende das Verhör beginnen wollte, stieß er auf unerwarteten Widerstand. Sämtliche Zeugen nämlich weigerten sich, ihre Aussage abzugeben, bevor sie nicht nach chinesischer sutte vereidigt seien. Die chinesische Eidessitte ist nun aber etwas eigentümlich. Die Vereidigung besteht da­rin, daß auf dem Kopfe eines jeden einzelnen Zeugen eine Untertaste zerschlagen wird. Es begreift «ch, daß

tasten nicht zur Stelle hatte, zumal da nicht weniger als 82 Zeugen zu vereidigen waren. Es blieb also dem Vor­sitzenden nichts übrig, als die Verhandlung fo lange zu vertagen, bis das erforderliche Material zur Vereidi­gung der Chinesen zur Stelle geschafft sei. Das wird einen hübschen Kladderadatsch geben, diese Vereidigung!

Die schlauen Ulster-Leute. Da die Waffeneinfuhr in Irland verboten ist, machen die Unionisten von Ulster von den seltsamsten Listen Gebrauch, um dem Gesek ein Schnippchen zu schlagen und sich die Gewehre zu ver­schaffen, die sie für ihre Freiwilligen brauchen. Einen ihrer schlauesten Streiche haben sie wie dieDaily Mail" berichtet der Regierung in diesen Tagen ge­spielt. Ein Polizeiinspektor von Ulster war ob feiner Rangerhöhung so erfreut, daß er seiner Frau das schon längst gewünschte Klavier schenken wollte. Er bestellte das Instrument in England und erhielt ein paar Tage später von der Güterverwaltung der Eisenbahn drei Frachtscheine, aus denen ersichtlich war, daß für ihn drei Klaviere, die in drei verschiedenen Hafenorten einge­troffen waren, auf dem Güterbahnhof lagerten. Der In­spektor wunderte sich nicht wenig über die dreifache Aus­führung seiner Bestellung und begab sich zur Bahn­station, um zum Rechten zu sehen und, wenn es sein müßte, mit einem Donnerwetter dreinzufahren. Auf dem Bahnhof aber wartete seiner eine neue Ueberra- schung: die drei Kisten mit den Klavieren waren bereits einem andern übergeben worden; der andere hatte glaub­haft nachgewiesen, daß der Inspektor ihn mit der Ab­holung der Instrumente beauftragt hätte, und war dann mit den Kisten auf einem Lastauto davongefahren. Der Inspektor, dem die Sache nicht geheuer vorkam, tele­graphierte sofort an die Firma, bei der er sein Klavier bestellt hatte, und erhielt bald darauf die telegraphische Antwort, daß sein Instrument noch gar nicht abgeschick worden sei. Nun schickte er seine Schutzleute auf die Spur der drei geheimnisvollen Kisten und erfuhr durch sie, was er selbst schon geahnt hatte: es hatte jemand, der auf irgendeine Weise erfahren hatte, daß er (der In­spektor) ein Klavier erwartete, unter seiner Adresse auf verschiedenen Wegen sich drei Kisten mit Gewehren schicken lassen. Auf dem Zollamte war, da man die Adresse des Inspektors las, kein Mensch auf den Ge­danken gekommen, in die Kisten hineinzugucken. Alles andere war dann ein Kinderspiel. Natürlich sind die Gewehrespurlos" verschwunden.

Aus tiefstem Herzen! A.:Ihre Frau pflegte früher viel zu singen und Klavier zu spielen. Wie kommt es, daß man sie gar nicht mehr hört?" B.:Sie hat jetzt keine Zeit, da bei uns ein Baby angekommen ist." A.:Welch' ein Segen sind doch Kinder."

In junger Ehe. Gatte:Das Gulasch kann teilt Mensch essen, so verpfeffert ist's!" Frau:Nun, desto besser schmeckt's Bier nachher willst Du nicht heute 'mal wieder in Deine Stammkneipe gehen?" Gatte (besänftigt):Wenn Du erlaubst, recht gern das Gu­lasch schmeckt übrigens vorzüglich!"

Verwöhnt. A.:Weshalb so melancholisch?" B.: Habe auch allen Grund. Denken Sie sich! Im Februar gewinne ich da in der Lotterie 5000 Mark im März mache ich die 20 000 Mark. Und seither? Wie ab­gerissen!^

Roosevelt aus der Zaguarjagd

nar das Wasser

Roosevelt, der in den ersten Berichten über seine süd- amerikanische Forschungsreise hauptsächlich Schilderun­gen von Land und Leuten und zoologischen Beobachtun­gen mitgeteilt hatte, kommt in seinem neuesten Berichte, den derDaily Telegraph" veröffentlicht, zu Jagdaben- teuern, und erzählt unter anderem, wie er mit seinem Sohne Kermit auf die Jaguarjagd gezogen ist. Die ein­geborenen Begleiter hatten frische Jaguarfährten aufge= spürt; morgens um 2 Uhr bei Sternenlicht brach Roost- velt und sein Sohn Kermit, in Begleitung des Ober­sten Rondo« und zweier Eingeborener mit seiner Hunde­meute auf. Sie stiegen in den Sattel, und ihre kleinen Ponies, die an das sumpfige Gebiet, in dem man sich auf- hielt, gewöhnt waren, trugen sie rasch von dannen.

Es ging durch Sumpf, durch Wasserläufe, man scheuchte schlafende Alligatoren auf, Stunde auf Stunde verging, dte ersten Vögel wurden wach, die Affen be­gannen zu schreien, und als die Sonne sich über den Horizont erhoben hatte, war man in der Nähe der Stelle, wo die Jagüarfährten gefunden worden waren. Die beiden Hunde, die schon öfter zur Jaguarjagd mitge- nommen waren, gaben Laut, sie wurden losgekoppelt und sausten mit der Nase am Boden davon. Auch die anderen (ungeübten) Hunde wurden losgelassen und folgten ih­nen lärmend. Die Jagd ging häufig durch Wasser und Sumpf, augenscheinlich hatte der Jaguar das Wasser durchaus nicht gescheut, das Hundegcbell verklang, nach einiger Zeit wurde es wieder lauter, und so nahm Roose- velt an, der Jaguar sei aufgebaumt oder in ein Dickicht gesprungen. Als die Reiter näher kamen, stellte sich heraus, daß die erste Vermutung richtig fei; die Katze saß auf einem Taruman-Baumc und fauchte auf die Hunde herunter. Roosevelt wollte sich auf die Hunde nicht verlassen, es war immer noch möglich, daß der Ja­guar heruntersprang und den Hunden entkam und so entschloß er sich, aus 60 Meter Abstand zu feuern. Ein einziger Schuß seines kleinen Springfielö-Gewehrs, mit dem er in Afrika Löwen und Elefanten getötet hatte, ge­nügte: das Geschoß, eine Sprtzkugel mit Ble,spitze, holte den Jaguar vom Baume herunter. ,

Der Jaguar," so schildert Roosevelt nun,ist der König der südamerikanischen Jagdtiere, er steht auf einer Stufe mit den edelsten Jagdtieren Nordamerikas, und bleibt nur hinter den gewaltigen Bestien der Grotzwcld- jagd in Afrika und Asien zurück. Es war ein erwach­senes Weibchen, das größer und schwerer als ein aus­gewachsener afrikanischer Panther oder Leopard war. Es war groß und kräftig gebaut und machte den Eindruck der Kraft, wie ihn ein Tiger oder Löwe aber kein Leo­pard oder Puma, macht. Uebrigens stellte «chheraus, daß seinFleisch ein guter Braten war, als wir es abends verzehrten, obwohl es nicht so gekocht wurde, wie es ei­gentlich hätte gekocht werden sollen. Ich kostete davon, weil ich wußte, wie gut Pumabraten schmeckt, und es tut mir schon seit langem leid, daß ich in Afrika nicht Löwen­fleisch versucht habe, das sicher gut schmecken muß." .

Am nächsten Tage wurde die Jaguarjagd fortgesetzt, denn auch Kermit Roosevelt sollte zum Schusse auf den Jaguar kommen. Nachdem man lange einer Jaguar- fährte gefolgt war, versuchten die Hunde, die gewaltige Katze zu stellen,- der Jaguar entkam ihnen aber mehr­mals, schließlich bäumte er auf, und so kam Kermit leicht zum Schutz Auch bei ihm genügte eine Kugel, und als man die Jagdbeute betrachtete, stellte sich heraus, daß Kermit mehr Glück gehabt hatte, als sein Vater. Der erlegte Jaguar war ein ganz gewaltiger Bursche der etwa dovvelt so groß wie ein erwachsener männlicher afrikanischer Leopard war. Es stellte sich übrigens her­aus, daß Kermit Roosevelt die Gegend von einem Ja­guar befreit hatte, der dort lange als Landplage gegolten hatte. Er hatte zu den Ueberfchwemmungszeiten die Gewohnheit gehabt, sich in der Nahe von Farmhau,ern aufzuhalten, und hatte dabei eure ganze Anzahl von Kü­hen und iunaeu Stieren aeich lagen.

Hiobsposlen aus Albanien.

Die WienerZeit" veröffentlicht eine Reihe von Meldungen aus Durazzo, wonach aus dem Süden Al- baniens bedrohliche Nachrichten eiulaufen. Die Ereig­nisse wären dort geeignet, evtl. dem neuen I ü r ste «- t u m am Balkan mit eine in S ch l a g e ein Ende z u m a ch e n. Die albanische (Gendarmerie meldet, daß die Epiroten im Süden des Landes sengend und bren­nend vorrücken. Weiter meldet das Blatt, daß gelegeut- lich der Anivesenheit des Herzogs der Abrnzzen in Durazzo dieser ein Handschreiben des Königs von Italien an den Fürsten von Albanien überbrachte. Gerüchte wollen wissen, daß der Besuch des Herzogs mit den jüngsten Wafsengeschenken Italiens an Albanien zu- samlnenbänge.

Italien hat anläßlich der Thronbesteigung des Fürsten Wilhelm von Albanien mehrere Geschütze ge­schenkt und in letzter Zeit erhielt Albanien noch mehrere 1000 Mausergewehre nebst einer großen Menge Munition von Italien zum Geschenk. In diesem Hand­schreiben soll nun der König von Italien den Wunsch aussprechen, daß diese Geschenke z u m N it tz e n A l - b a it i c u s v e r w endet werden. In diesen Geschen­ken müsse der Fürst einen Beweis des Wohlwollens und der Hilfsbereitschaft Italiens erblicken. Der König gibt schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß Fürst Wil­helm den Kampf gegen die aufständischen Epiroten sieg­reich zu Ende führen und dem Lande bald die ersehnte Ruhe beschieden sein werde.

DieWiener Allgemeine Zeitung" meldet zu den Vorgänge« in Albanien offiziös: Die Nachricht über die Erstlirmnng von Kolonia durch die Epiroten und die aus diesem Anlaß vorgefalleueu Massakres haben in Al­banien große Erregung hervorgeruserc. Die albanische Regierung werde nun zweifellos daran gehen, die im Epirus noch befindlichen Bauden mit Waffenge­walt zu vernichteu. Nach den hier vorliegenden Be­richte« hat die Bevölkeruttg Alba«ie«s a« den letzte« Kämpfe« nicht teilgettvmmen.

neuestes vom Gage.

Abreise des Kaiserpaares von Korfu.

»-* Korfu, 4. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin weilten heute vormittag im Museum. Die Abreise der Majestäteu erfolgte heute vormittag nach Verabschiedung von der Königin der Hellenen an Bord derHohen- zollern", welcher die KreuzerBreslau undGoeben" sowie das DepeschenbootSleipner" folgten, nach Porto- fino und Genua.

Tödlicher Autounfall einer Aristokratin.

^ Giistrow i. M., 4. Mai. Alls der Güstrow-Kra- kower Chaussee geriet das Autvnwbtl des Herrn von Thiele-Winkler, in dem sich auch Frau von Mittler auf Hohen-Luchow befand, in einen Nebeniveg und schlug um. Frau von Müller verirnglückte tödlich, Herr von Thiele-Winkler wurde schwer verletzt, ebenso der Chauf­feur. Der Diener konnte sich durch Abspringeu retten.

Das Brandnugliick in Mecklenburg.

o-t Vellahu i. M., 4. Mai. Wie nunmehr feststeht, hat der Brand, dem in der Nacht zum Sonnabend die Riechlingsche Bäckerei zum Opfer fiel, drei Menschen­leben gefordert. Gestern wurde unter den Trümmern die Leiche des Dienstmädchens Clara Brandt gefunden, die bei dem Zusammenbruch des Hauses in den Keller gestürzt war. Die beiden in den Flammen «mgekom- menen Lehrlinge stammten aus dem Waisenhause zu Hamburg. Der Besitzer des Hauses befaud sich bei dem Ausbruch des Feuers in einer Versammlung. Ein vor­übergehender Knecht bemerkte das Feuer und schlug Lärm. Der Geselle und der Knecht des Bäckernwisters sowie feine Tochter hatten sich an der Dachrinne aus dem obersten Stockwerk gerettet. Der Geselle und die Tochter haben schwere Brandwunden erlitten.

Ein Unfall derHansa".

Hambnrg, 4. Mai. Als das LuftschiffHansa" heute vormittag aus der Halle gebracht werden sollte, stieß es infolge des Windes gegen das Hallentor, sodasi die Steuerung beschädigt wurde. Die Reparaturen wer­den einige Tage in Anspruch nehmen.

Anklage gegen einen Warenhausleiter.

oe* Berlin, 4. Mai. (B. Z.) Der Verein gegen das Bestechungswesen hat gegen den bisherigen leitenden Ge­schäftsführer von W. Werthein; Strafarrtrag gestellt. An­geklagt sind auch Einkäufer und sonstige Angestellte sowie Beamte.

Bei einer Gasexplosion getötet.

w= Berlin, 4. Mai. Heute vormittag ereignete sich in einem Hause der Mittelstraße, in dem sich das Hotel Nordstern" befindet, in der im Erdgeschoß gelegenen Vorkosthandlung von O. Schröter eine heftige Gaser- plosion. Als man in den Raum eindrang, fand man den Geschäftsinhaber tot vor. Seine Frau wurde mit schwe­ren Brandwunden in eine Klinik gebracht. Der ent­standene Brand konnte schnell gelöscht werden.

Ein Vttriolattentat im Lnxusznge.

9-$= Petersburg, 4. Mai. (B. Z.) Der in Finanz- kreisen bekannte Direktor der russisch-englischen Bank, Denenson, ist im Luxuszuge das Opfer eines Attentates einer verlassenen Freundin geworden. Beim Halten des Zuges auf einer Station drang eine Dame in das Ab­teil Denensons ein und goß ihm eine Flasche mit Vi­triol ins Gesicht. Er erlitt schwere Verletzungen. Die Aerzte erkläre«, daß er das Augenlicht verlieren wird.

Blutige Ranferei auf einem Stettiner Dampfer.

r-r- Trieft, 4. Mai. (B. Z.) Aus Salvore wird ge­meldet: Matrosen des Stettiner FrachtdantpsersPaula Peter" erschlugen bei einer Rauferei den Schiffskoch, mit dem sie in Streit geraten waren. Zwei Matrosen ivur- den verhaftet.

Flammentod im Automobil.

9-r Neuyork, 4. Mai. Ein furchtbarer Automobilun- fall hat sich gestern in unmittelbarer Nähe von Neuyork ereignet. Eir Stausmamt Willis, seine Frau und ^w^l kleine Kinder machten in -Begleitung des Advokaten Walsh und dessen Frau einen Ausflug im Automobil, das der Advokat Walsh selber lenkte. Als er vor einem Bahnübergang, an dem die Schranke herabgelasien wurde, das Fahrzeug zum Stillstand bringen wollte, versagte unglücklicherweise die Bremse und das Auto stürzte in den Straßengraben. Der Benzinbehälter ex­plodierte und im Nu stand das Autonivbil in hellen Flammen. Während Walsh und Frau Willis sich teilen konnten, fielen Willis, dessen Sohn und Frau Walsh den Flammen zum Opfer. Das Töchterchen Willis erlitt sehr schwere Verletzungen.

Beracruz vor einer Huugersuot.

»-* London, 4. Mai. Aus Veraeruz wird gemeldet, daß die Stadt von einer Hungersnot bedroht ist. Diese Gefahr geht hauptsächlich auf ein Verbot der mexikani­schen Regierllng zurück, die alle diejenigen, welche Prr'- viant zum Verkauf dorthin bringen, hinzurichten droht

Grubenunglück in Australien.

^ Sydney, 4. Mai. (V. Z.) Als zahlreiche Berg­leute beim Schichtwechsel die Grube bet Bondigr ver­ließen, erfolgte aus unbekannten Gründe» eine heftig* Explosion. Sieben Bergleute wurden «f -er Stelle ge­tötet. mehrere andere trugen schwere y«Srtnnw* -avo»