porus unter den Kirchettbeiucher»» eine Panik aus, weil die Kleider einer Frau an einer Kerze Feuer gefangen hatten. Laut schreiend flüchtete das Publikum den Ausgängen zu, wobei zahlreiche Frauen rücksichtslos niedergetreten wurden. Fünf Frauen wurden buchstäblich erdrückt, andere mehr oder weniger schwer verletzt.
Beunruhigende Tätigkeit des Kraters am Vesuv. Aus Neapel wird gemeldet, daß am Vesuv erneut eine äußerst unruhige Tätigkeit des Kraters bemerkbar wird. Man hört seit mehreren Stunden ein gewaltiges unterirdisches Donnern. Der Krater ist bis zum Rande mit glühender Lava gestillt.
Grausame Absichten eines Nebelleugenerals. Ein Telegramm aus Mexiko erklärt, daß einer der Führer der Rebellenarmee, General Guitinez, eine Guillotine in seinem Train mit sich führt, zur Enthauptung aller Offiziere der föderierten Armee, die lebend in feine Hände fallen. General Guitinez erklärte zynisch: Wir haben es bereits mit einem Hammel versucht; die Maschine funktioniert tadellos.
Großer Waldbrand in Mittelfranken. Im Staats- sorst zu Fischbach brach in der Nacht auf Sonntag ein Brand aus, dem bis Sonntag nachmittag 300 Tagwerk Wald sinn Opfer gefallen waren. Zwei Ortschaften schie- nen gefährdet. Ob Touristen umgekommen seien, stehe, wie es heißt, noch nicht fest. Die Löschmannschaft, die in nur geringem Maße zur Stelle war, vermochte nichts auszurichten. Es wurde deshalb Militär requiriert.
Ein deutscher Dampfer an der marokkanischen Küste gestrandet. Der nicht weit von der Stelle, wo der Dampfer „Sansibar" strandete, am Sonnabend nachmittag auf ein Riff aufgelaufene Dampfer ist der deutsche Dampfer „Rhenania". Bergungsdampfer sind aus Gibraltar nach der Strandungsstelle unterwegs.
Während der Aufnahme eines Kinofilms iu Los Angeles iKalifornien) geriet eine Löwin in Wut und sprang auf den Schauspieler Kirby. Sie warf ihn zu Boden und zerfleischte ihn, ehe man sie von dem Unglücklichen losreißen konnte. Der Schauspieler wurde in ein Hospital gebracht. Er verstarb dort bald darauf.
Ssrickt und Recht*
Ein „totsicheres" Gewinnsystem für Monte Carlo will der Kaufmann Charles Fischer ersonnen haben, der wegen Betrugs und Urkundenfälschung vor der Berliner Strafkammer stand. Mit ihm war seine Ehefrau wegen Beihilfe angeklagt. Der offenbar sehr nervöse Mann ist der Sohn eines verstorbenen vermögenden Weinhändlers, und von Jugend auf ein unruhiger, phantastischer Geist gewesen. Er ist in den verschiedensten Berufen tätig gewesen und viel in der Welt herumgekommen. Seine Hauptbeschäftigung scheint jedoch gewesen zu fein, ein System zu fonftrutereu, nach dem man im Roulette unbedrugt gewinnen müsse. Zehn Jahre will er in größter Mühe an diesem System gearbeitet haben. Er ging nach Monte Carlo, und dort blühte ihm angeblich das Glück dermaßen, daß er mit Hilfe seines Systems 90 000 Francs gewonnen haben will. Sonderbarerweise ging aber das Geld bald wieder verloren. In Berlin erinnerte er sich später eines alten Jugendfreundes aus Memel, der sich sehr freute, den guten Fischer und dessen Ehefrau kennen zu lernen, zumal ihm Fischer erzählte, daß er äußerst gut situiert sei: die Eltern seiner Frau hätten in Nordamerika eine große Kakaoplantage, und auch von seiner Mutter habe er noch ein Erbteil zu beanspruchen. Dann kam ein Zeitpunkt, wo Fischer in Geldverlegenheit war, weil das Geld aus Amerika noch nicht eingetroffen sei. Er wandle sich deshalb an seinen Jugendfreund mit der Bitte, ihm auf der Unterlage eines Akzepts die Summe von 3500 Mark zu leihen. Dieser hatte selbst das Geld nicht flüssig, verwies ihn aber an seinen Schwager in Königsberg, und dieser gab auch das Geld hin, wogegen er den Wechsel in Empfang nahm. Mit diesem Geld fuhr Fischer nach Monte Carlo und verspielte nicht nur dieses, sondern noch zwei weitere Summen, die er sich gegen einen wertlosen Scheck von dem Königsberger Herrn schicken ließ. Als er nach Berlin zurückkam, beichtete er dem Jugendfreund, daß er leichtsinnigerweise in Monte Carlo sein ganzes Geld verspielt habe. Der Gerichtshof verurteilte den Ehemann zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft, die Ehefrau aber nur zu 2 Wochen Gefängnis, beschloß auch, sie auf tue Liste der bedingten Begnadigung zu setzen.
Vermischtes.
Die Tragödie des sächsischen Ulanenoberleutnants Paul Mietze, der zuletzt Jnspektionsoffizier und Reitlehrer an der Kriegsschule in Danzig war, beschäftigte das Amtsgericht Danzig in einem Konkurstermin. Wie erinnerlich, erschoß sich der Oberleutnant Anfang März vieles Jahres im Hotel „Danziger Hof" in Danzig. Er hat einen Brief an seinen in Dresden wohnenden Bruder hinterlassen und in diesem Brief altgegeben, daß Ueberschuldung ihn in den Tod treibe. Tatsächlich hatte Mietze, wie in dem Konkurstermin festgestellt wurde, Schulden in Höhe von 140 084 Mark. Darunter waren hohe Beträge, aber auch kleine Beträge fehlten nicht, die er sich von den Kellnern des genannten Hotels geliehen hatte. Mietze entstammte einer wohlhabenden Fabrikan- tenfamilie in Dresden. Als sein Vater 1901 starb, erhielt Mietze das ihm zustehenoe Pflichtteil, feine Mutter zahlte ihm aber noch Beträge darüber aus. Mietze konnte sich aber nicht einschränken, er war auf Reunplätzen eine bekannte Persönlichkeit und hielt sich vier Rennpferde. Er mußte schließlich, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu können, Geld leihen und ist hierbei an Wu- cherer geraten, denen er erhebliche Zinsen zahlen mußte.
dem Briefe, den Mietze kurz vor seinem Tode au uiu^u Bruder schrieb, teilte er mit, daß er bis zu 25 Pr°Att Hmsen gezahlt habe.
deutsche Reichskanzler? Vor einigen her in Trier erfolgten Verurteilung dabB Legen Weinfälschung berichtet und Angeklagte u. a. einen sehr m0^’ '^ Falkenberg" an ein Hotel m« * ^ verkauft habe, wo er 4 ^n auch der Reichskanzler ^n^^eu habe. Das Grand-Hotel in Berchtesgaden flirchtet nun, daß es bei den Lesern in den Verdarbt ae- fÄÄ?ÄIJ“ ?*«'“*" aufehl S tafc Wich her Reichskanzler vor einiger Zeit in ihm ge- oaher her „Franks. Ztg." mit: 1. haß das Hotel überhaupt keinen „Branneberger Falken- berg" führt noch geführt hat; 2. daß der Reichskanzler wahrend fernes Aufenthaltes in Berchtesgaden aus- ichließluh einen 1907er Graacher getrunken hat; 3. daß »/^r Wein nicht 4 bis 5 Mark, sondern nur 2,50 Mark per Flasche kostet.
UMers Tod in Marokko. Die über den Tod der MUltärflieger Herv6 und Rocland ange- stellten Nachforichungen haben ergeben: Das Flugzeug L^einem Gelände zu hart gelandet, wo eine Ein- bni^^?»^^^llung Mit noch nicht völlig unterwor- l^^Stammen in einen Kanins geraten war. Die Aus- N^en flohen zunächst, während die Flieger sich zu ÄÜrs^Ä-^o^h-^ wandten. Aber sechs Mann von den ^u.'.aandischen kehrten ermutigt zurück und griffen den «auptAMg WL Lm Mt^sfliziLr an. Diese vrrteibig.
ten sich tapfer, wurden jedoch bald überwältigt nttd schrecklich verstümmelt. Untersuchungsbeamte fanden bei verschiedenen Stämmen den Revolver Hervös und den Karabiner Roclands sowie einige andere Gegenstände aus dem Besitz der Flieger.
Aus der teuersten Stadt des Kontinents. In den» soeben erschienenen Bericht des Statistischerl Amts der Stadt München für das Jahr 1913 wirb unter Hervorhebung der Tatsache, daß das Baugewerbe und der Grundstücksmarkt das ivirtschaftliche Rückgrat Münchens bilden, ein Tiefstand der Bautätigkeit festgestellt sowie ein anhaltendes starkes Gesamtangebot von Wohnungen, woraus ein ziernlich starkes Abwandern von Einwohnern ohne entsprechender: Ersatz von Zuwan- derern zu entnehmen ist. Die Ursachen dieser Abwanderung sind in der übertriebenen Besteuerung und Teuerung zu finden. München gilt seit längeren» als die teuerste Stadt des Kontinents, wenn nicht Europas, in der man sich in der fortgesetzter» allgemeinen Preissteigerung zu seinem eigenen Nachteil übernommen hat, und das alles in einer Großstadt, die gleichwohl das Wachstum als ihr »virtschaftliches Rückgrat erkenut.
Verhängnisvolle Wirkung einer Zigennerwahrsa- gnng. Bei einer kronamtlichen Toterrschan in London stellte es sich heraus, daß ein 22jähriges Mädchen namens Florence Riches in der Themse den Tod gesucht und ge- fuuden hatte, weil eine Zigeunerin ihr Unglück in der Liebe prophezeite. Allerdings lag diese „Wahrsagung" schon einige Zeit zuriick, doch war in der törichten, jungen Person der Glaube daran so fest gewesen, daß sie jetzt nach einem kleinen Streit mit ihrem Verlobten ihrem Leben ein Ende machte. Der Bräutigam, ein junger .Kaufmann aus Dalston, sagte aus, er sei nahez»» sechs Jahre innig befreundet mit Miß Riches gewesen unö habe ihr vor zwei Jahren de»» Verlobungsr»ng geschenkt. Gleich darauf hatte tönen beiden bei einer Volksfestlich- keit in Chingford ein Zigeunerweib gesagt, sie würde»» nie zusan»»neukolnn»err. Er selber vergaß diese Prophezeiung bald und glaubte dasselbe von seiner Braut, da diese nie wieder von der Sache sprach. Nun war zwischer: den Verlobter» ein unbedeutender Wortwechsel vorgefallen, der» man sicher beim nächsten Zusammensein ausgeglichen hätte. Da erhielt Mr. Worsfold vor wenigen Tagen vor» seiner Braut folgendes Briefchen: „Lkebfter, wir wären sehr glücklich geworden, aber Dr» siehst, daß jene Frau doch recht hatte. Wir werden nie zusarnmen- kommen. Gott hat irns ein paar schöne Jahre des Glücks geschenkt, und nun sind sie zu Eude. Lebe wohl!"
Mesalliancen im russischen Kaiserhause.
Soeben meldet der Draht aus Petersburg wieder die Kunde von einer neuen Mesallianz eines russischen Großfürsten. Man darf wohl ohne Uebertreibung be- harrpte»», daß sein Herrscherhaus so reich an »norganati- schen Ehen, an unebenbürtiger» Liebesbünden ist, wie gerade das russische, selbst die Habsburger müssen hierin hinter den Angehörigen des Hauses Romanow Nitrit elfteren.
Der Großfürst Diruitri, der jetzt zum grüßten Schmerze des Zareu all seiner Würden entsagen will, um die Geliebte seines Herzens hei»nzuführen, hat es nicht schwer, wenn er aus die Geschichte seines Hauses zurückblickt, zahlreiche Vorbilder für fein Tur» heraus- zufinden. Da ist der Großfürst Michael von Rußland, der jüngste Bruder des Zaren, der 1910 mit der geschiedenen Frau des Oberste»» v. Wulffert eine »norgaua- tische Liebesehe einging. Geradezu tragisch mittet das Geschick des Grotzfürster» Nikolai Konstantinowitsch, der vor langen, langen Jahre»» als blutjunger Gardeoffizier ein tolles Leber» führte und sich le»de»»schaftlich in eine Amerikanerin Miß Fanny Lear verliebte, die er mit geradezu unsinnigem Luxus überschüttete, wobei er sich finanziell vollkommer» ruinierte. Um sich zu rangieren, ließ er sich zu einer ungeheuren leichtsinniger» Torheit verleiten, er brach aus Heiligenbildern seiner Mutter Edelsteine aus und ließ sie durch seinen Adjutanten ver- karlferr. Zur Strafe dafür wurde er aller Chargen ver- luftig erklärt und lebenslänglich nach Taschkent im asiatischen Turkestm» verbannt.
In unliebsamer Erinnerung stehen auch die Täter» des Großfürsten Alexei, der im russisch-japanischen Krieg eine traurige Rolle spielte. Er, der zu den besonntesten Lebemännern von Paris und der Rivera gehörte, erlebte kurz vor dem Zusammerlbruch der russischer» Flotte einen furchtbarer» Skandal, als seine Geliebte, die französische Schauspielerin Madame Baletta, in Diamanten strahlend, die Bühne betrat und ausgepfiffen und ausgezischt wurde, weil man annahm, daß ihre Juwelen von dem für die Kriegsschiffe bestimmten Gelde bezahlt worden waren. Alexei heiratete dann in Paris eine Hofdame seiner Mutter, von der er sich später aber wieder trennte. Alexei's Bruder, der Großfürst Paul, ging gleichfalls eine Liebesheirat mit der geschiedenen Offiziersfrau Olga Pistohlkors ein.
So lassen sich die Beispiele noch zahlreich vermehren. Jedenfalls bildet der Schritt des Großfürsten Dimitri, dem in die Verhält,risse des russischer» Kaiserhofes Ein- geweihten keinerlei ueberraschungen.
Eine Salaslrophe in den Lüsten.
Zwei Flugzeuge zusammeugestotzeu und abgestürzt.
'Aus Paris meldet der Draht: Sonntag nachmittag um vier Uhr ereignete sich auf dem Flugfelde von Buc ein Unglücksfall, bei dem zwei Flieger getötet und zwei schwer verletzt wurden. D-e Flieger Deroye, Desille, Coucent Boidot bewarben sich mit ihren Eindeckern um den Schuelligkeitspreis, als plötzlich die Flugzeuge von Derone und Boidot, welche je einen Fluggenoßen an Bord hatten, znsammenstietzen und unter furchtbarer Krachen zu Boden stürzten. Das Benzinreservoir des Eindeckers ^rvyes explodierte und stand im Nu m Flammen Deroye und sein Fluggast d'Albein konnten nur als Leichen geborgen werden. Boidot und sein Fluggast Peladv erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Das Schaufliegen wurde sofort abgebrochen.
Amerika gegen Mexiko.
Huerta hat die Fordernug Amerikas abgelehnt.
Der amerikanisch-mexikanische Konflikt hat sich da- 8 KÄM äw ÄÄ
durch Wasfenaewält dazu zu zwingen. Er werde ant Montag vom Tnareß die Ermäßigung emho en, d e amerikanische Marine und das Heer gegen ^Nexiko anf- znbieten. Amtlich wurde ain Sonnabenö »nctgeteclt, daß, wenn Huerta der an ihn gestellten Aufforderung ulM nachkommt, Tampico, Veracrnz und zwanzig .Reiten der Eisenbahn von veracrnz nach Stadt Mexiko ohne weiteren Notenaustausch von den ^^i^^rasten, dm sich zurzeit in den mexikanischen Gewayern befinden, und denen mitgeteilt worden tit, daß sie sich zu fofvr- tigem Einschreiten bereit halten »ollen, be»etzt werden. Ob es nun nachdem Huerta em Nachgeben abgelehtst hat, zum Aeußersten kommen wird muß immer noch abgewartet werden. Der Draht meldet.
»-* Neuyork, 20. April. Huerta hat die Forderunä der Amerikaner abgelehnt.
»^ Washington, 20. April. Der Sekretär des Präsidenten Wilson erklärt, die Sache sei zu einem Abschluß gelangt und fügt hinzu, Huerta habe keine Fortsetzung der Verhandlungen verlangt. Er habe es glatt abgelehnt, die Fordernng eines bedingungslosen Saluts zn- zugestehen.
x; Washington, 20. April. Das Kriegsschiff „Mississippi" erhielt gestern spät abends Befehl, mit einem Fliegerkorps und 600 Seesoldaten in Begleitung der „Prärie" und „Dixi" sowie einer Torpedvflojtille nach Tampico zu gehen. Wie weiter gemeldet wir6, hat Deutschland zwei Handelsschiffe gechartert, die zur Ausnahme von Fliichttiugeu tlach Mexiko vestimmt sind. Strategen der Armee und Marine sind mit dem Ausarbeiten von Kriegsplänen beschäftigt. Konteradmiral Fletcher ist arrgewiesen worden, Marinesoldaten nach Mexiko-City zu entsenden, wenn dort Hnrufjen aus- brechen sollten. Alle auf der Fahrt nach Mexiko befindlichen Schiffe haben durch Funkspruch deu Befehl erhalten, ihre Fahrt zu beschleuttigeu.
In Washircgton ist man der Ausicht, der Zweck des eigentiimlicheu Vorgehens Huertas sei gewesen, die Verhandlungen über den Salut hitizuziehen, um für Un- terhaudlungen mit den Rebellen Zeit zu gewinneu. Nach zuverlässige»: Meldurtger» sind Abgesandte Huertas unterwegs nach General Billas Heerlager mit Vergletchs- vorschlägen für ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen die Alnerikaner. Daß ein Zusaurmenschlttv der feind- licheil Parteien zu gemeinsa»ner Aktiorr siegen Amerika durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, ist vou Keu- neru »nexikanischer Verhältnisse wiederholt behauptet »vordeu. In diesem Falle hätterr aber die Vereinigten Staaten eine Riesetianfgabe zu bewältigen, vor deren Schwierigkeiten Präsident Wilson bisher erklärlicher- iveise zurückschrak. Es würde sich nicht nur um die Er- oberuug Mexikos harideln — ein für die militärisch wenig vorbereitete Union an sich nur mit dem Aufgebot ungeheurer Mittel durchzuführendes Unterneh- uren —, sonder« auch nach beendetem Kriege um die Herstellung der Ruhe und Ordnung in einem Lande, öas schon jetzt mit fdineilen Schritten der Anarchie zueilk. @tn mexikanischer Krieg ist für die Vereinigten Staaten ein furchtbar gewagtes Abenteuer.
** neuestes oom Cage.
Eine Auszeichnung -er Fürstin Wedel.
Straßbnrg, 20. April. Der Kaiser hat auf Wunsch der Kaiserin der Fürstin Wedel den Lutsen- orden erster Klasse verliehen.
Mordversuch an dem eigenen Mann.
»-r- Berlin, 20. April. Der Schauplatz eines Ehe- dramas war gestern das Haus Ausbacherstraße 12a. Im Verlaufe eines Streites zog die 28jährige Frau des Weinreisenden Merchel einen Revolver und schoß auf ihren Mann, svdatz dieser schwere Verletzungen erlitt. Frau Merchel stellte sich selbst der Polizei. Da Fluchtverdacht nicht vorlag und mit Rücksicht auf ihre zwei Kinder im Alter von 4 und 6 Jahren wurde sie auf freiem Fuße belassen.
Prozeß wegen eines Bankkrachs.
Frankfurt a. O., 20. April. lB. Z.) Vor der hiesigen Strafkammer begann heute früh der Prozeß gegen die früheren Direktoren der Vereinsbank Schumann und Claamanr». Mitangeklagt find der frühere Prokurist Kühner und der Bankbeamte Thomas.
Folgenschwerer Antomobilzusammenstoß.
Kottbus, 20. April. (B. Z.) Auf der Förster- chaussee in der Nähe des Zollhauses stieß der Kraftwagen des Händlers Erdmarru aus Forst mit dem Automobil des Kammerjurrkers Natzmer aus Treben zusammen. Die Fahrzeuge überschlugen sich und die Insassen wurden herausgeschleudert. Frau von Natzmer erlitt einen Bruch des Schlüsselbeines und eine Verstauchung der Wirbelsäule. Fräulein Weidmann aus Bromberg erlitt einen schweren Schädelbruch und einen Unterkiefer- bruch, die Gräfin von Jtzenplitz einen leichten Schädelbruch, während ein Chauffeur eine Gehirnerschütterung davontrug.
Ein Bulletin über Kaiser Franz Josefs Befinden.
w Wien, 20. April. Ein von den behandelnden Aerzten unterzeichnetes Bulletin von gestern abend besagt, daß bei Kaiser Franz Josef am 18. April nach einer seit etwa vierzehn Tagen bestehenden wechselnden Heiserkeit und einem Katarrh der großen Luftwege unter Frösteln und fieberhafter Temperatursteigerung ein Katarrh in den kleinsten Luftröhren des rechten vveren Lungenlappens aufgetreten ist. Der Kaiser verbrachte die Nacht verhältnismäßig gut. Er erhob sich heute zu früher Stunde, um Negierungsgeschäfte zu erledigen.
Mord an den eigenen Eltern.
w> Litte, 20. April. Ein furchtbares Familiendrama ereignete sich gestern in Templemars, indem bei einer Streitigkeit, die aus vollkommen nichtigen Gründen entstand, zwei junge Leute, beide Brüder, ihre Revolver zogen und auf ihre eigenen Eltern schössen. Die Mutter wurde sofort getötet, der Vater konnte mit leichten Verletzungen entfliehen. Die Bevölkerung des Ortes ist über die Untat in großer Aufregung und versuchte die Mörder zu lyuchen, als diese am Abeud verhaftet wurden. Die Polizei mußte die größten Anstrengungen machen, um die beiden vor der Wut der Menge zu schützen. „ ,
Todesfahrt im Ruderboot.
Paris, 20. April. Wie aus Toulou gemeldet wird, fand ein Fischer in einer Bucht ein Boot. in dem sich ein Kästchen mit mehreren Hundertfrankscheinen und Schmucksachen befand. Die Untersuchung ergab, daß das Päckcherc einer Halbweltdame gehört, welche sich am Sonnabend in Begleitung zweier Leutnants der Kolo- ninltruppe und einem jungen Tonloser von Fort Colle- Noire nach Toulon begeben wollten. Die vier Insassen des Bootes sind wahrscheinlich ertrunken.
Montenegriuer als Plünderer in Albanien.
h Mailand, 20. April. (B. Z.) Nach einer Meldung des Corriere della Sera haben sechs montenegrinische Bataillone sengend und plündernd die albanische Grenze überschritten. Der Gouverneur von Skutari hat ihnen tausend Mann internationale Truppen entgegengeschickt.
Grausamkeiten der mexckanischeu Nebelte«.
Madrid, 20. April. Der Dampfer „Montserrat" hat eine Anzahl Spanier, die sich bisher in Mexiko auf- hielten, in Cadiz ans Land gesetzt. Diese befinden sich in einem furchtbaren Zustand seelischer und körperlicher Erschöpfung, der auf die unerhörten Grausamkeiten zurückzuführen ist, .denen sie von feiten der Rebellen in Mexiko ausgesetzt gewesen sind. Sie erzählen, daß viele Spanier, die den Rebellen in die Hände fallen, lebendig begraben wurden oder nach unerhörten Grausamkeiten und Verstümmelungen erschossen rvurden. Sie erklären weiter, daß die Rebellen die Erfolge, die sie bisher er- zielt haben, nun durch den Schrecken, den sie überall um n her verbreiten, erreichten. Selbst die Truppen Huer- tas fürchten einen Nahkampf mit den Rebellen, da sie das Schlimmste befürchten müssen, wenn sie ihren Gegnern lebend in die Hände fallen.