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neu herum. Als aber das Licht ziemlich herunterge- brannt war, schien es ihm geraten, nun wieder die Oberwelt aufzusuchen. Seine Kreidekreuze mußten ja den besten Ariadnefaden ersetzen. Aber plötzlich sah er andere Zeichen, die man früher wohl an den Wänden angebracht hatte: er wußte nicht aus noch ein, tappte hierhin und dorthin, und plötzlich hatte er eine Brand­wunde an der Hand und stand in dunkelster Finster­nis. Wo wollte er wieder Licht herbekommen? Er steckte eine Zeitung in Brand, die aber rasch verflackerte, zün­dete dann die Räuber seiner Schürze an und verbrannte die wenigen Streichhölzer, die er noch besaß. Es half alles nichts, er konnte keinen Ausweg entdecken.

Stunden inn Stunden irrte er nun in dem finsteren Gewirr umher,' eine schreckliche Angst überfiel ihn, wie sie wohl den tief nuten begrabenen Bergmann ergrei­fen mag. Schließlich kam er an einen Schacht, der auf- wärts zu führen schien,' mit blutenden Händen kletterte er hinauf, aber hier war alles sorgfältig mit einer eisernen Platte verschlossen und fein heiseres Gebrüll hallte wohl schauerlich in den Gängen wider, drang aber nicht zur Oberwelt empor. Hungernd und völlig er­mattet, glaubte er, daß sein letztes Stündlein gekom­men sei und daß er hier elend zugrunde gehen, müsse. Mühsam schleppte er sich in dem pechschwarzen Dunkel weiter, und endlich, endlich sah er Licht. Durch einen engen Spalt schimmerte es herunter,' aber hier empor- zuklettern und sich durchzuzwängen, war unmöglich.

So blieb er denn stehen und brüllte eine Viertel­stunde lang aus Leibeskräften, so gut er es noch konnte, bis ihn einige Arbeiter hörten und an einem Seil hinaufzogen. Er war viele Stunden unter der Erde gewesen und kam nun gut zwei Kilometer von seinem Krankenhaus entfernt wieder ans so heiß ersehnte Son­nenlicht zurück.

Gericht und Recht«

Der Rumäne mit den neun Bräuten. „Die Bor­liebe deutscher Frauen für Ausländer hat dem Ange­klagten seine Straftaten ziemlich leicht gemacht", be­merkte der Vorsitzende der 4. Berliner Strafkammer bei der Urteilsverkündung in einem umfangreichen Heiratsschwindelprozetz. Auf der Anklagebauk saß der aus Rumänien stammende angebliche Ingenieur Ge­orges Pvgescu. Dieser hatte zwölf Mädchen im Alter von 35 Jahren und darüber so betört, daß sie nichts sehn­licher gewünscht hatten, als möglichst bald „Madame Pogescn" zu werden. Die Beweisaufnahme entrollte wieder das in den Moabiter Strafkammersälen alltäg­liche Bild von der Leichtgläubigkeit alternder Mädchen, bei denen jede Vernunft verschwindet, wenn sie das Wort „Heirat" hören. Der Angeklagte, der sich als In­genieur oder Fabrikbesitzer ausgab, hatte die betroge­ner! Mädchen fast ausschließlich in einem Gasen am Potsdamer Platz kennen gelernt. Er sprach sie in ge­brochenem Deutsch an, und die Mädchen, die in dem Ausländer irgend einen exotischen Millionär oder Für­sten vermuteten, ließen sich auch gleich in ein Rendez­vous mit dem Angeklagten ein. Als der Rumäne dann das elektrisierende Wort „Heirat" aussprach, ließen sie sich zumeist auch näher mit ihm ein und stellten ihm, wenn er sich in „momentaner Geldverlegenheit" befand, ihr Portemonnaie zur Verfügung. Auf diese Weise bracht es Pogeseu fertig, zu gleicher Zeit neun Bräute zu haben. Mit dem Geld der einen kaufte er für die andere kostbare Blumensträuße, um sie für einen neuen Pump willfähriger zu machen. Bei seinen Schwinde­leien spielte ein angeblich in Glogan geführter Prozeß die Hauptrolle, in dem er sofort die Gebühren für einen Sachverständigen bezablem müsse, andernfalls er den Prozeß verlieren würde. Auf diesen Schwindel fielen die Heiratslustigen hinein und gaben dem Angeklagten Summen bis zu 2000 yz Das Gericht erkannte auf 2% Jahre Gefängnis. Wie der Vorsitzende bemerkte, habe der Angeklagte die Mädchen in der schamlosesten Weise ausgeventet, wobei ihm deren fast unglaubliche Torheit zustatten gekommen sei.

Eine interessante Entschädignngsklage. Nach der „V. Z." strengte ein Realschulprofessor tu Hof (Bayern) eine Entschädignngsklage über 30 000 Mark gegen den Magistrat an, weil seine Tochter bei Behandlung ihrer Hände im städtischen Krankenhause mit Röntgenstrahlen einen Schönheitsfehler erlitten habe. Eine Kranken­schwester soll den Apparat allein bebient haben, dabei seien die Hände der Tochter des Professors verbrannt worden.

Vermisdites.

Falsche Erbschaftsgerüchte. Wir berichteten kürzlich, daß im Harzorte Eisdorf viele kleine Leiste sich der ver­geblichen Hoffnung hingegeben haben, an einer 16 Mil- lwnen Mark betragenden Erbschaft eiiies vor langer Zeit nach Amerika ausgewanderten Eisdorfers namens Reinhardt beteiligt zu sein. Es wurde hinzugefügt, daß der Bürgermeister von Eisdorf vom Auswärtigen Amt m Berlin den Bescheid erhalten habe, daß die viele Mil­lionen betragende Erbschaft eines aus Deutschland aus- gewanderten und kinderlos verstorbenen Reinhardt auf der Bank von London deponiert sei. Die Bewohner Eis- öorfs namens Reinhardt hätten jedoch seinen Anspruch aus das Geld, da sich trotz aller Bemühungen nicht Nachweisen lasse, daß sie mit dem in Amerika verstor- berlen Reinhardt verwandt seien; es sei auch nicht nach- gervlesen, daß Reinhardt, der die Millionen hinterlas- ien habe, mit dem aus Eisdorf ausgewanderten Rein- identisch sei. Auf weitere Erkundigungen hat sich 8t nrfiH^^ daß die Erbschaft überhaupt s)hi?n^ ^ Ä"k> der Bürgermeister von Eisdorf vom derartigen Bescheid in Das Gerücht, das bei vielen Be- Hoffnungen erweckt hat, Arson eines im 18. Jahrhundert in (nicht in A gestorbenen Abenteurers, Fürsten von Sirdhana, der der Ueberlieferung em desertierter französischer Soldat deutscher Abstammung namens Walter Rein­hardt gewesen sein soll. Der Nachlaß des Generals sombre nt Nicht deponiert worden, sondern aus die Witwe und spater auf Nachkommen des Generals in England übergegangen. Alle Ansprüche der vermeint­lichen deutschen Verwandten des Generals sind völlig aussichtslos.

Ein gesegneter Winterschlaf. Seit längerer Zeit hielt zur Unterhaltung der Gäste ein Charlottenburger Re­staurateur in seinem Lokale einen Igel. Vor einigen Monaten verschwand das muntere Tierchen, und schließ- Uch tröstete man sich notgedrungen über den Verlust. Schmerz war schon langst vergessen, da wurde die- Wirtin an einem stillen Vormittag auf gfsa eigentümliches Geräusch im Klavier aufmerffam. darauf das Instrument von der Wand ab- dssuete sich die an der Rückwand des Klaviers gespannte Leinewand und hervor kam seelenvergnügt • - der,verlorene Igel. Er hatte in der Klimperkiste semen Winterschlaf abgehalten, obgleich auf dem Jn-

strument während der ganzen Wintermonate tagaus, tagem bis tief in die Nacht hinein nicht gerade zart gespielt worden war.

Die in Rußland gefangenen deutschen Luftschiffer Berliner, Haase nnd Nicolai haben jetzt auf Ersuchen der deutschen Regierung, zur Beschleunigung ihrer An­gelegenheit einen Dolmetscher und einen russischen An­walt zn bestellen, aus Perm an das deutsche Konsulat in Moskau folgendes Telegramm gerichtet: „Bestellung eines Advokaten auf unsere Kosten ist unmöglich." Die drei Luftschisser stehen auf dem Stanbpuuft, daß die deutsche Regierung ihnen auf Kosten des Reiches einen Verteidiger stellen müsse. Hierzu ist jedoch das deutsche Auswärtige Amt nicht in der Lage, da es keinen Fond hat, um in diesem Fall die durch die Stellung eines Verteidigers erwachsenden Kosten zu begleichen. Die Stellung eitles Verteidigers auf Reichs kosten wäre nur möglich, wenn die drei Luftschiffer völlig vermögenslos wären. Da dies jedoch nicht der Fall ist, kann das Reich die Kosten für die Verteidigung auf Grund der bestehen­den Gesetze nicht übernehmen. Es handelt sich in dem vorliegenden Fall um ein privates sportliches Unter­nehmen dreier bekannter Luftschiffer, die bei Antritt ihrer Luftreise mit einer Landung auf russischem Ge­biete rechneten, denn sie hatten sich reichlich mit russi­schem Geld versehen. Einern Ueberfliegen der russi­schen Grenze stehen aber nicht nur die russischen, son­dern auch die deutschen Vorschriften entgegen. Die deutsche Botschaft iu Petersburg hat jetzt erneut an die drei Berliner Luftschiffer nach Perm telegraphiert, daß sie es im Interesse einer schnellen und günstigen Ab­wicklung der Sache für unbedingt geboten erachte, daß sofort ein geeigneter Anwalt von ihnen bestellt würde.

Ein furchtbares Blutbad in seiner eigenen Familie hat im Dorfe Colugna bei Mailand ein wegen seiner Gewalttätigkeit bekannter Schreiner namens Feruglio allgerichtet. Er überfiel einen Feldhüter, mit dem er seit langem Streit hatte, und wollte ihn töten. Als die Po­lizei in seine Wohnung fam, um ihn zu verhaften, ent­deckte sie unter einem Sack in der Ecke des Zimmers die Leicheu der Frau und des einjährigen Söhnchens des Feruglio. Von hier führten Blutspuren in den oberen Stock,- auf einem Strohsack fand man dort blutbeöeckt und schwerverwuuöet das vierjährige Töchterchen Fe- rnglios und den Mörder selbst, der nach der Tat hatte Selbstmord verüben wollen. Er hat ein Tagebuch ge­führt, das bis zu den letzten Stunden reichte nnd seine Taten mit allen Einzelheiten verzeichnete. In diesen Aufzeichnungen beschuldigte er seine Frau, an seinem Schicksal schuld zu sein. Im Hospital wurden ihm vier Kugeln aus dem Leibe gezogen, doch scheint keine Wunde tödlich zu sein.

Vom Parlament der Tanzlehrer. In den Oster- tagen, da alle Welt der wohlverdienten Ruhe pflegte, waren in Paris etwa 40 Herren und Damen mit hoch­roten Gesichtern angestrengt tätig, die neuesten Tänze einem Kreise der erlesensten Beurteiler vorzuführen. Der Internationale Kongreß der Tanzlehrer wurde ab­gehalten, und aus allen Weltgegenden waren die „Pro­fessoren" der Choreographie herbeigeeilt, spanische Mei­ster des Fandango, venezianische Kenner der Furlana, Wiener Lehrer des Walzers und argentinische Virtuosen des Tango,' ja, England hatte sogar einen „Professor- für Anstand im Tanzsaal" gesandt, der als Vizepräsident des Parlaments wirfte. Das Ergebnis der Aussprache gipfelte darin, daß der Tango endgültig tot sei; in sieben Sprachen wurde ihm das Grablied gesungen, und eine Wiederanfstehnug nur in verschiedenen neuen Formen für möglich gehalten, die vorgeführt wurden. Die Fur­lana, die seit einiger Zeit den Tango als Modetanz ab­lösen möchte, wurde in vier verschiedenen Varianten zur Anschauung gebracht, und dabei errang die Berliner Form den Beifall der Majorität und wurde mit dem ersten Preise ausgezeichnet, während der italienischen Furlana nur eine Anerkennung zuteil ward. Der Zu­kunftstanz, für den die Tanzlehrer begeistert eintraten, ist jedoch -er chinesische Ta-Tav in der Virt, wie er von dem französischen Choreographen und Präsidenten der Pariser Tanzmeister-Akademie vvrgeführt wurde. Dieser feierliche Tanz, der 2400 Jahre alt sein soll, vereinigt in seinen sechs Figuren feierliche Grazie und elegante Beweglichkeit und wurde allgemein zum neuen Mode- tanz proklamiert. Ob aber das Parlament der Tanz­meister gesetzgeberische Kraft für das weite Publikum besitzen wird, muß die Zukunft lehren.

Ein gutes Geschäft! Gauner: So ein unverdientes Glück! Damals vor'm Winter war ich froh, daß sie mich eingesperrt haben .... und jetzt kriege ich extra noch 'ne Entschädigung dafür, weil ich unschuldig die sechs Monat' gesessen hab'!

fe* neuestes vom Cage.

Festnahme eines berüchtigten Einbrechers.

w Berlin, 17. April. Der Kriminalpolizei gelang es, den berüchtigten Einbrecher Hilscher festzunehmen, der in der Nacht zum Ostersonntag mit einem Kom­plizen in die Wohnung eines Arztes m der Blumstraße eingedrungen war und den Arzt, der die Einbrecher überraschte, gewürgt und die Treppe hinuntergeworfen hatte.

Von einem Schutzmann schwer verletzt.

^ Berlin, 17. April. Als heute vormittag zwei Kriminalbeamte das Ehepaar Huve, in dessen Wohnung in der Brunnenstraße ein Aussteigequartier für allerlei lichtscheues Gesinde! sich befindet, auf Veranlag Sittenpolizei festgenommen werden wllte, griff Huve einen Beamten tätlich an, lodaß der «chlttzinann ichliey- lich von seiner Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Huve wurde durch einen Schuß m die rechte Körperhafte schwer verletzt.

Ein Uebungsflug des Z. 2.

^ Weimar, 17. April. Heute vormittag ^9 Uhr landete auf dem Flugplatz das Militärluftschiff Z. 2, das von Gotha aus seine 201. Fahrt unternommen hatte. Es handelte sich um eine Uebiingsiahrt mit Zwischen­landung in Weimar zum Zwecke der Feststellung der Landungsmöglichkeit. Die Landung ging glatt von- statten. Zufälligauf dem Flugplatz anwesendes Militär leistete Hilfe. Nach zwanzig Minuten stieg das Luft­schiff wieder auf und flog nach Gotha zurück.

In die Fremdenlegion verschleppt.

^ Dresden, 17. April. Ein 17jähriger junger Mann aus Zwickau, namens MaxMartin,derSohn eines Stallschweizers, ist, wie sich letzt herausstellt, in die Fremöenleaion verschleppt worden. Nachdem er ein halbes Jahr lang tt Nachricht gegeben hatte, erhielten Sie eitetn Ä «» ™? W«;, worin der Vater gebeten wird, alles zu versuchen, ihn aus inr Fremdenlegion, in die man ihn wider Willen gebracht habe, zu befreien. Dem Vernehmen nach wstl sich der Vater durch Vermittlung der mchsstchen Regierung an das Auswärtige Amt in Berlin wenden.

Zwei Güterzüge verunglückt.

Würzburg, 17. April. Auf der Strecke Reut- lingen-Würzburg ist ein Güterzug auf einen entgleisten

Güterzug aufgefahren und ebenfalls entgleist. Eilt Heizer, der unter der Lokomotive eingeklemmt war, ist tödlich verletzt. Der andere und die beiden Lokomotiv­führer wurden schwer verbrüht. Zwei Zugführer er­litten leichtere Verletzungen. Der Matertalichaden ist bedeutend.

Großes Manko in einer Darlehnskasse.

s^> Schweinfurt, 17. April. (B. Z.) In der Dar- lehnskasse Steinberg-Schweinfurt wurde ein Fehlbetrag von 100 000 Mark festgestellt, für delt der Kassierer zur Rechenschaft gezogen werden soll.

Ein französischer Flieger über deutschem Gebiet.

Metz, 17. April. Gestern nachmittag landete auf deutschem Boden unweit von Reeonville ein französi­scher Doppeldecker mit einem Offizier und einem Be­gleiter. Nachdem der Offizier von den Bewohnern er- fahren hatte, daß er sich auf deutschem Boden befindet, flog er wieder über die Grenze auf französisches Gebiet und landete gleich darauf bei St. Marzell.

Französische Touristen unter Spionageverdacht.

w Colmar, 17. April. Drei französische Touristen, die am Dienstag im Festungsgelände von Neubreisach photographische Aufnahmen gemacht hatten, wurden von einem Wallmeister ungehalten. Die Platten usw. wur­den beschlagnahmt nnd die drei Personen ins Gerichts- gefängnis nach Colmar tiberführt, wo sie sich gegenwär­tig noch befinden.

3toyalistischc Unteroffiziere.

W’ Paris, 17. April. Wie aus Verdun gemeldet wird, riefen mehrere Unteroffiziere in einer für den pensionierten General Mattrot verunstalteten konserva­tiven Wählerversammlung „Es lebe Mattrot, es lebe der König!" Der Gouverneur von Verdun ließ die Na­men der Unteroffiziere feststellen, die bestraft werden sollen.

Hungerstreik der Pariser Krankenwärter.

Paris, 17. April. Die Krankenwärter und Wär­terinnen der hiesigen Hospitäler sind in den Hunger­streik eingetreten, um die ihnen vom Magistrat zuge- standene, von den Krankenhausverwaltungen aber ver­weigerte Entschädigung für Abendessen außerhalb der Hospitäler zu erlangen.

Pichou über den Dreiverband.

London, 17. April. Die heute früh erscheinende „Times" veröffentlicht an erster Stelle einen längeren Artikel über die „Entente Cordiale" aus der Feder des früheren französischen Außenministers Pichon. Dem Artikel zufolge steht Pichon durchaus nicht auf dem Standpunkt, daß ein formelles Bündnis zrvischen den Mächten der Tripleentente notwendig sei. Pichon erklärt u. a.: England, Frankreich und Rußland sind durch viel tiefer liegende Interessen politischer und wirtschaftlicher Natur aneinander geschlossen, als die Mächte des Drei­bundes. Deshalb drängen wir auch durchaus nicht zu einem formellen Bündnis mit England. Dagegen ist nicht zu leugnen, daß die Organisation des Dreibundes, was die Schnelligkeit etwa zn ergreifender Maßnahmen anbelangt, unbestreitbar große Vorteile über den Drei­verband besitzt. Dieser muß also, wenn er mit Erfolg seine pazifistische Rolle im Rate der Völker erfüllen und dem Dreibund eine gleiche Stärke etstgegensetzen will, auf Grund eines ununterbrochenen Meinungsaustau­sches innere Geschlossenheit besitzen.

Schwere Brandkatastrophe in Renyork.

Renyork, 17. April. (B. Z.) Beim Brande eines Wohnhauses sind heute vormittag vierzehn Personell ums Leben gekommen und viele verletzt worden. Ein­zelheiten über die Katastrophe fehlen noch.

Ein großes Handelshans niedergebrannt.

o-y Renyork, 17. April. (B. Z.) Wie ans Mexiko gemeldet wird, ist das große Handelshaus Palaeia de Hiero niedergebrannt. Der Schaden wird auf sieben Millionen Pesos geschätzt. Die Hälfte davon ist durch Versicherung gedeckt, zumeist bei englischen Gesell­schaften. ____________________________________________________

Berliner Getreide- und Viehmarkt.

Die bis znm 15. April sich erstreckende Berichtswoche,

welche wegen des Osterfestes nur die Hälfte der sonst in Betracht kommenden Geschäftstage umfasste, hat für Getreide ein weiteres Abbröckelll der Preise gebracht. Die von der Witterung kräftig geförderte Entivicklung der gut durch den Winter gekommenen Saaten läßt auf eine recht gute Ernte hoffen, und dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch allgemein für alle am Welthandel beteiligten Länder. Namentlich in den Ver­einigten Staaten von Nordamerika wirb der kommende Ertrag an Weizen sehr hoch geschützt. Da ferner in Süd­amerika noch recht erhebliche Vorräte an aller Ware vorhanden sind, so wurde Weizen von dort billiger an­geboten. In Rücklvirkung hiervon gaben auch in Ber­lin die Notiernngen nach, zumal neben der fruchtbaren Witterung auch der verhältnismässig große Umfang der hiesigen Bestünde auf die Stimmung des Marktes ver­stauend wirkte. Eine gewisse Stütze gewährte nach wie vor die Mißernte Argentiniens, die sich recht deutlich in der Minderausfuhr von 1,1 Millionen Tonnen seit dem 1. Januar gegen gleichzeitig 1913 zum Ausdruck bringt. Roggen war auf nahe Termine zienilich gut ge­halten, da die Zufuhren wegen der Feldbestellnug aus dem Jnlaude klein geblieben sind und Nachfrage für den Export wie auch seitens der schwach versorgten Mühlen sich geltend machte. Spätere Sichten stellten sich im Hin­blick auf die erhoffte große Ernte 1 bis 1^ 7Z niedriger. Der Beschluß der russischen Duma bezüglich des Getret- deausfnhrzvlles hat einen merfbaren Einfluß noch nicht ausgeübt. Hafer ist in guter Ware begehrt, besonders auch für Exportzwecke und konnte sich daher für manche Lieferung behaupten, während die Preise für die Herbst­termine bis zu einer Mark verloren. Mais schwächte sich im Einklang mit den matteren amerikanischen Märk­ten etwas ab. Am letzten Tage der Berichtswoche wur­den für Lieferung im Mai nachstehende Preise notiert: Weizen 193,50 Roggen 159,50 ,/z, Hafer 153,00 X Mais 140,75 .//.

Lebendgewichtpreise des städtischen Viehmarktes. Ochsen: vollst, ausgemäst., höchst. Schlachtm. 50—51 JL, junge fletsch., nicht ausgem. und ältere ausgem. 45—48 Mark, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40—43 ./Z Bullen: ausgewachsene, höchst. Schlachtwerts 48—49 ./Z, vollst jüngere 45—47 yz, mäßig genährte jün­gere und gut genährte ältere 40—43 yz Färsen: vollst, ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. - ./z Kühe: vollst, ausgem., höchst Schlachtgew. bis zu 7 Jahren 44—46 ./Z, ältere ausgem. und wenig gut entwickelte jüngere 40 bis 42 X mäßig genährte Kühe und Färsen 85—38 yz, gering genährte Kühe und Färsen — yz Jungvieh: ge­ring genährtes bis 33 yz Kälber: Doppellender feinst. Mast 100—105 yz, feinste Mastkälber 70—72 yz, mittlere Mast- und beste Saugkälber 64—68 X, geringere Mast- und gute Saugkälber 57—62 X geringe Saugkälber 40 bis 50 jZ Schafe: Mastlämmer und jüngere Mastham­mel 47—48 ./Z, ältere Masthammel, geringere Mastläm­mer und gut genährte junge Schafe 42—45 X mäßig ge­nährte Hammel und Schafe 37—41 .^ Schweine: Fett­schweine über 3 Ztr. 47 X vollfleischige 240—300 Pfd. 46 bis 47 X 200—240 Pfd 46 X 160—200 Pfd. 44-46 X unter 160 Pfd. 42—44 X Sauen 42—48 X

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