entartenden Veränderung, so verliert es zum wenigsten seine Fähigkeit, eine Extrarbeit zu leisten. Die Erzählung von gebrochenen Herzen steht nicht nur in Märchen oder Romanen, sondern auch in der medizinischen Literatur, wenn auch mit etwas anderen Worten. Häufig sind Fälle von einer Zerreißung dieses Organs freilich nicht. Es ist sogar ein Beispiel bekannt, daß ein Tier in der Erregung an gebrochenem Herzen gestorben ist. Eine Ueberanstrengung des Herzens kann durch ganz alltägliche Geschehnisse herbeigeführt werden, z. B. wennjemand hinter einer Straßenbahn herläuft und sich völlig außer Atem setzt.
Durch Experimente sind die Zumutungen, die durch eine solche Handlung an den Herzmuskel gestellt werden, genau ermittelt worden. Die Zahl der Herzschläge hatte sich nach dem Lauf von 76 auf 180 in der Minute und der Verbrauch der Energie auf das Doppelte gesteigert. Eiue ähnliche Folge führt das stürmische Hinauflaufen auf Treppen herber. Aber es sind nicht allein diese willkürlichen, fast immer überflüssigen und daher auch ver- meidbaren körperlichen Anstrengungen, die zur Ueberanstrengung des Herzens führen, sondern auch seelische Erregungen, insbesondere ärgerlicher Art. Besonders ist zu bedenken, daß die Wirkung sich nicht auf die Zeit beschränkt, in der die betreffende Stimmung erhalten bleibt, sondern auch in längerer Dauer nachzittert. Daraus läßt sich leicht entnehmen, daß bei häufiger Wiederholung solcher Einflüsse ein chronisches Herzleiden hervorgerufen werden kann.
Ein Hygieniker hat ausgerechnet, daß ein Mensch, der täglich um 10 Uhr, statt erst um Mitternacht zu Bette geht, seinem Herzen eine Arbeitsleistung von fast 150 000 Meterkilogramm im Jahr erspart. Legt er sich außerdem täglich eine halbe Stunde nieder, so bewirkt er eine weitere Entlastung des Herzens um etwa 35 000 Meterkilogramm. Auf eine Verlängerung des Schlafs wird übrigens auch von anderen Berufenen Vertretern der Gesundheitspflege gedrungen, nicht nur mit Rücksicht auf das Herz, sondern insbesondere auch auf die Blutgefäße, deren Abnutzung sich gleichfalls entsprechend vermindert, sodaß die Alterserscheinung der Verkalkung hinausgeschoben wird.
WinenFchcifb Kunst und Literatur«
Zu welcher Zeit soll man essen? Die übliche Verteilung der Mahlzeiten, bei der eine Morgen-, eine Mittag- und eine Abendmahlzeit und dazwischen wohl auch Vormittags- und Nachmittagsmahlzeiten eingenommen werden, ist vollkommen verkehrt — so behauptet Prof. Ber- gonis in Bordeaux, der auch bei uns nicht unbekannt ist. Er beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der Frage, wann man am zweckmäßigsten die Mahlzeiten einnehmen soll, und hat jüngst der Pariser Akademie der Wissenschaften eine Arbeit über „Die Veränderungen des Energieverbrauches im menschlichen Körper im Laufe eines Tages" eingereicht, in der dieser Gegenstand behandelt wird. Prof. BergoE stellt den Kraftumsatz im menschlichen Körper in Form einer Kurve Bar; während einer Strecke, die Ben 24 Stunden des Tages entspricht, hat diese Kurve zweimal ein Maximum und zweimal ein Minimum, und diese ausgezeichneten Punkte der Kraft- umsatzkurve sind es, von denen aus Bergoni6 die zweckmäßigste Zeit für die Mahlzeiten bestimmen will. Es ist von vornherein, so führt er aus, vernünftig, dem Körper zu der Zeit neue Arbeitskraft in Form von Nahrung zuzuftthren, wo die verlorene Kraft am besten ersetzt werden kann. Hierbei muß selbstverständlich die zur Verdauung nötige Zeit berücksichtigt werden,, und so kommt Bergoni6 zu dem Ergebnis, man müsse morgens zwischen 7 und ^8 Uhr eine erste, reichliche Mahlzeit zu sich nehmen und eine zweite zwischen 11 und 1412 Uhr abends,' außerdem erlaubt er ein leichtes Mahl um 4 Uhr nachmittags. Die Einführung einer solchen neuen Zeiteinteilung würde natürlich die ganze Tagesordnung umstoßen,' glücklicherweise sind wir noch weit davon, sie einzuführen, besonders, da ein schweres Bedenken gegen die Richtigkeit der Theorien Bergoniss besteht: es ist höchst wahrscheinlich, daß der Kraftumsatz im menschlichen Körper im Zusammenhänge mit der Nahrungsaufnahme und der Tageseinteilung steht,' ändert man diese nun, so wird sich wahrscheinlich eine andere Kurve ergeben, als die. von Bergoniö bestimmte, und damit wären die Schlüsse, die aus der Betrachtung dieser Kurve gezogen worden sind, natürlich hinfällig.
Vermischtes
en
Ein österreichischer General von einem Soldaten mißhandelt. Am Korso in Fiume spielte sich am Montag eine Aufsehen erregende Szene ab. General Graf Johann Salis Sevis bemerkte beim Spaziergang in der Nähe einen Soldaten, der nicht vorschriftsmäßig angezogen war. Er rief einen Zugführer herbei und beauftragte ihn, den Mann in Bte Kaserne abzuführen. Als der Soldat erfuhr, daß der Offizier diesen Befehl erteilt hatte, stürzte er sich auf ihn und versetzte dem General mit der Faust einen Schlag gegen die Brust, worauf er den Läbel zog, um den General niederzuschlagen. Glück- ucherweise war in diesem Moment der Zugführer zur Stelle, der dem wütenden Mann durch einen Hieb den Säbel aus der Hand schlug. Nun ergriff der Soldat die Flucht, die ihm auch angesichts der Unterstützung durch die Menge gelang. Er lief in die Wohnung seiner Eltern, kleidete sich rasch in Zivil und flüchtete. Als die Organe der Polizei und der Militärbehörde in der Wohnung erschienen, war sie leer. Trotz eifriger Bemühungen ist es den Mann zu ermitteln.
Kriminalbeamte als „Hehler". Drei „geistes- ^^."öer, die zusammen „arbeiteten", wurden ^eie^e?^1^^ unschädlich gemacht, finster Ä2AA Reich, Paul Buksch und Reinhold ?^E in der Nacht zum Sonn- J J ein und stahlen
„ llhqc SRäntcL Älö ihre reiche teilte Kni ständigen Hehler bringen wollten erfuhren sie" daß dieser kurz vorher „alle gewordenwar" ^etst aina einer von ihnen nach der Pfandkammer um einen neuen Abnehmer zu uchen. Er stieß dort auch auf einen Mann der wohl so aussah, als ob er fürsolche Geschäfte zu haben sei. Der Mann zeigte sich dann auch geneigt, die ^a^n zu kaufen. Als der neue „Hehler" bei den wei- unt den Einbrechern in einem Lo- 2lWer Än Hipziger Straße auch noch ein „Päck- Blaue" sehen ließ, war man bald handelseinig Als Lieferungsort wurde ein Hausflur in der Frankfurter Allee vereinbart. Vorsichtig und noch immer nicht ganz rei von. Mißtrauen sandten die Einbrecher einen von lhnen mit einem Fahrrad voraus. Er sollte zusehen, ob lieueu^-a^ ^ ^". Als dieser Kundschafter nun den E l^'l ^ in dem Hause, das er als sein Wohn- T^c^rElchnet hatte, in Hemösärmeln in der Tür eines di^rladens stehen sah, war das Vertrauen vollstän- „ r Radler begab sich nach dem vereinbarten Haus- -iä' dort fuhr alsbald eine Droschke mit den Män- den beiden anderen Einbrechern vor. Diese außerdem noch ein Persianerjackett mit, daß s/^o 800 Nt. wert ist und aus einem anderen Einbruch stammt. So schien alles in bester Hxhnung zu sein, ÄS
sich plötzlich der neue „Hehler" als Krimmalbeamter entpuppte und mit einigen Amtsgenossen, die aus einem Versteck herauskamen, die ganze Bande festnahm. Jetzt wurden die Einbrecher plötzlich wieder „geisteskrank". Bei der Feststellung der Persönlichkeiten nannte sich der eine „König der Industrie und Fürst der Autos", der zweite schrumpfte zu einem gebrechlichen Greise zusammen und der dritte rührte sich überhaupt nicht und blieb stumm.
Ein Mann, der zum Kochen und Kinderwarten verurteilt wurde. Eine entschieden originelle Auffassung von den Pflichten eines Hausvaters bekundete jüngst ein weiser Richter in der Stadt Oklahoma. Es lebte daselbst ein Ire, namens Patrick Keans, mit einer Frau und einer stattlichen Schar blühender Kinder. Wie alle Leute seines Stammes hielt der gute Patrick die Arbeit für ein unbequemes Ding, dem man lieber aus dem Weg gehen solle. Zwar behauptete er vor Gericht, er habe alles Mögliche getan, um sich Arbeit zu verschaffen. Aber sei es nun, daß Faulheit oder wirkliche Beschäftigungs- losigkeit ihn hinderte, Ernährer seiner Familie zu sein, jedenfalls saß der Ire wochenlang, ohne einen Pfennig zu verdienen, im Hause, während Frau und Kinder nach Brot schrien. Aber schwerfällig, wie Iren in diesem Punkte sind, konnte sich Patrick nicht aufraffen, mit Energie sich an irgend eine Arbeit zu machen. Da die Verhältnisse notgedrungen einer Katastrophe zutrieben, beschloß seine wackere Frau, selbst das Schicksal ihrer Familie in die Hand zu nehmen und ihrem faulen Herrn Gemahl eine Beschäftigung zuweisen zu lassen, die ihm vielleicht sympathisch war, wenn er schon nicht arbeiten wollte oder konnte. Kurz entschlossen ging sie aufs Gericht und stellte den Antrag, ihren Mann zu verurteilen, die Hausarbeit zu übernehmen, die Kinder zu pflegen und zu überwachen und zu kochen, da sie selbst sich stark genug fühle, um Arbeit zu finden, mit der sie ihre Familie ernähren könnte. Der Richter aber stand vor diesem sonderbaren Antrag mit einiger Verlegenheit da, da ihm ein solcher in seiner langjährigen gerichtlichen Praxis sicherlich noch ntdjt vorgekommen war. Er über- legte hin und her und kam schließlich zu dem Resultat, Bern Antrag der Frau Keans stattzugeben. So verurteilte er denn den Hausvater, von jetzt ab im Hause die Rolle seiner Frau zu übernehmen und die gesamte Wirtschaft zu führen, wie es einer guten „Hausfrau" gezieme. Zwar war der Ehemann von dieser richterlichen Entscheidung immerhin überrascht, aber, wie es schien, kei- neswegs unangenehm berührt. Als der Richterspruch in der Stadt bekannt wurde, lobte man allerorten die Entschlossenheit der tüchtigen Frau, und viele Geschäftsleute erklärten sich sofort bereit, ihr Brot und Arbeit zu verschaffen. Wie es heißt, hat sich Patrick Keans bereits mit echt irischem Humor in die Rolle der „Mama" hineingefunden.
Studentinnenstreiche in Amerika. Ein eigenartiger Vorgang liegt einer Entschädigungsklage zugrunde, die Fräulein Mabel Rogers, eine junge Studentin der Purdue-Universität von Lafayette im Staate Jndiana, gegen eine Reihe ihrer Kolleginnen anstreugte. Sie verlangt eine Entschädigung von 28 000 X weil sie durch die mutwilligen Streiche von sieben ihrer Mitschülerinnen gesundheitlich geschädigt wurde. Puröue ist die hauptsächlichste Universität des Staates Jndiana und hat über zweitausend männliche und weibliche Studenten. In der Hauptsache wird über Ackerbau und Techuik gelesen. In allen Universitäten Amerikas, wo die Studenten in der Universität selbst ihre Wohnräume haben, ist es ein feststehender Brauch, daß die älteren Studenten oder Studentinnen den jüngeren Semestern und besonders den Neulingen des Nachts auf die Bude rücken, dort allerlei Allotria treiben und ihre Opfer nicht gerade mit zarten Fingern anfassen. Fräulein Rogers behauptet aber, daß sie in ganz brutaler Weise behandelt wurde. Sie sei äußerst schwach und habe häufig den Vorlesungen fernbleiben müssen. An einem Januarabend, so sagte sie, klopfte es an ihrer Tür, und als sie öffnete, wurde sie hinausgezerrt und die Kleider wurden ihr vorn Leibe gezogen. Zuerst steckte man ihr ein Tuch in den Mund, um sie am Schreien zu verhindern. Dann wurden ihr Brust, Rücken, Gesicht und Hals mit roter Tinte bemalt und ihr Rücken wurde schließlich mit Fischleim angepinselt. Durch Nadelstiche wurde sie auf die Knie gebracht, worauf sie dann in ein Wasserfatz gesteckt wurde, wo man sie ließ.
Bäterlicho-Logik. Vater (zu seinem Sohne): „Je- dermann, mein Sohn, muß arbeiten. Arbeit macht zufrieden. Arbeit ist gesund, Arbeit ist unentbehrlich. Außerdem kann man'sich dabei eventuell so viel ersparen, daß man dann nicht mehr zu arbeiten braucht."
Las Hole Kreuz im Kriege.
Erfahrungen aus dem Balkaukriege.
Ueber die Notwendigkeit der sanitären Fürsorge im Kriege macht ein bulgarischer Stabsarzt im Hinblick auf feine Erfahrungen ans dem Balkaukrrege folgende Ausführungen in der Kölnischen Bettung:
„Mich hat dieser Krieg zu der Ueberzeugung geführt, daß die ärztliche Kunst, die sanitäre Fürsorge, zu den Hauptbedingnngen eines siegrerchen Krieges gehört. Der Soldat im Felde muß wohl oft mehr oder weniger hungern und dursten. Das aber druckt thu nicht so nachhaltig nieder. Das nächste Geiattigtzern söhnt ihn damit aus. Er weiß ja, daß das Brot nicht für Wochen, für Monate gebacken wird, nicht immer zur Hand sein kann, denn unüberwindliche Beförderungsstorungen gehören ja mit zum Kriegsleben. Allein Lachen, die notwendig sind, um Verwundete und Kranke zu verrinnen, können unbeschränkt vorbereitet unB zur Hand fein, wenn man nur dafür rechtzeitig lorgt. Nach dem ergebnislosen Novemberangriff aus die Befestigungen von Tschataldscha, der"uns über 10 000 Menschenleben kostete, war kein Wort der Mißbilligung über das so gewagte Unternehmen bei den Mannschaften zu Horeri. Im genteil, die allgemeine Stimmung war die, Ban man nach einiger Zeit der Ruhe und nach Hexanzreherr von frr- toen Grasten schwerer Artillerie, wurde wagen können WmüssenLie Türken nochmals zu Überfällen.
Der Mut dazu fehlte nicht. Als aber die schort vorher ausgebrochene Choleraepidemre raidj um sich griff und die sanitären Einrichtungen nicht mehr zur Aufnahme und Versorgung der zuiammengebrochenen Kran- ken ausreichten als man anftng, in den kotigen Stra- ken de? von den Türken verlassenen Dörfer auf vor llnS sich windende Kranke und in unheimlicher Ruhe offenen veralasten, wie vorwurfsvoll blickenden Sugen l& und über sie lörmlick stolverte da schlug Bte dreist unternehmende St^muna sehr rasch um. Dahin war die felsenfeste Zu- versich der ausdauernden bulgarischen Kämpfer. Wenn nickt Soralosiakett so sahen die Soldaten darin Macht- ?osiakeitdas beschränk e Können ihrer Obrigkeit. Die Gesunden^ waren ergeben wie zum Tode Verurteilte, und noch d2 zu welch abscheulichem Tode. Der Zweck des Krieges, in Frieden besser leben zu können, hörte für sie auf. Gesunde, Bte an den ^emwandzelten eines Cholerahospitals vorübergehen mußten, in besten nächster Umgebung die frischen Grabhügel mehr Platz ein
nahmen, als das ganze Spital, ließen ihre Köpfe W' gen, bekreuzigten sich und gingen von dannen.
Nur zu oft hörte ich aus Soldateltmund diesem niederschlagenden Gefühl in Worten fatalistischer Mutlosigkeit Ausdruck geben. Unvergeßlich für mich ist, wie ein intelligenter Gemeiner bet einer solchen Gelegenheit zu seinen Kameraden in orientalischer Bildersprache sagte: „Den Frieden wird nicht der Danew, sondern die Cholera schließen." Wenn marigelhafte Fürsorge für Verwundete intB Kranke nicht nur den Hilfsbedürftigen verderblich wird, sondern auch auf die Tüchtigkeit, Mut und Manneszucht der gesundeu Soldateu geradezu vernichtend wirkt, so will es mir scheinen, daß diese Seite der Sache den Maßgebenden viel zu wenig am Herzen liegt; sonst würde jede Kriegsverwaltung diesen Dienst mit mehr Sorgfalt behandelt haben und mehr Geld da- ranf verwenden. Denn, während man für die anderen Dienstzweige das Mögliche tut, begnügt man sich bei dem Sanitätsdienst mit dem Notwendigell, indem man für das Fehlende die Barmherzigkeit, das Rote Kreuz, sorgen läßt. Wer für die Verwundeten und Kranken gut sorgt, der hat damit nicht nur der Sache der Menschlichkeit mtö Barmherzigkeit gedient, sondern er hat da- mit dem Krieg zum günstigen Ausgang verholfen."
Folgenschwerer HolelbcanS in Amerika.
Sieben Personen getötet und viele verletzt.
r-^ Nenyork, 15. April. Gestern nacht wurde das Hotel Melvin in Bostorr durch eine Feuersbrunst vollkommen zerstört. Dabei wurden sieben Personen getötet und zwanzig verletzt. Das Feuer brach in der Mitternachtsstunde aus und überraschte etwa dreißig Familien, die im Hotel wohnten. Da die Feuerwehr erst zehn Mi- nuteit nach dem Alarm anrückte, so gewann der Brand sehr schnell an Attsdehrcung. Mehreren Personen, die in den oberen Stockwerken waren, wurden infolge des dichten Quallns in dem Fahrstuhlschacht und auf den Treppen der Ausweg abgeschnitteu. Eine ungeheure Men- scheumenge hatte sich vor dem Hotel angesannuelt und sah hilflos dem immer weiter um sich greifenden Brande zu. Schließlich versuchte eine Frau mit Hilfe mehrerer zu- sammengekuoteter Bettücher sich auf die Straße hinab- zulassen. Das Seil war jedoch zu kurz. Sie sprang aus der Höhe der ersten Etage ab und schlug derart auf den Erdboden auf, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Etwa zwanzig Personen verletzten sich durch Springen aus den Fenstern mehr oder minder schwer.
Nach einer späteren Nachricht sollen bei dem Bra»tde acht Personen getötet ttuB sechzig schwere Verletznngen davongetragen haben. In.einem Zimmer des fünften Stockwerks fand man Bte verkohlten Leichen einer aus Mann, Frau und Kind bestehenden Familie. In einem anderen Zimmer lagen die verbrannten Leichen zweier Frauen.
t* neuestes vom Unge.
Eine neue Schlacht in Mexiko.
Juarez, 15. April. General Villa hat nach neun- tägiger Schlacht die Bundestruppen bei San Petro im Norden von Torreorl geschlagen. Auf beiden Seiten sollen die Verluste je 3000 Mann Betragen.
Vom Besuch des Erzherzogs in München.
ö-s- München, 15. April. König Ludwig holte vormittags 9 Uhr den Erzherzog Franz Ferdinand von der Residenz ab und begab sich mit ihm in Begleitung der beiderseittgell Gefolge in die alte Pinakothek. Hierauf besichtigten der König und der Erzherzog das bayerische Nationalmuseum. Mittags 1 Uhr fand Beim öster- reichtsch-ttngarischen Gesandten zu Ehren des Erzherzogs Frühstttckstafel statt.
Die Fahrt des neuesten Lnftkreuzers.
w Friedrichshafen, 15. April. Das neue Militär- luftschiff Z. 8 ist heute früh 6 Uhr mit der gewöhnlichen Besatzung an Bord aufgestiegen, um über den Schwarzwald nach Baden-Oos zu fliegen. Dort wird es vorläufig bleiben, um seine Probefahrten zu absolvieren, weil die Friedrichshafener Werft für neue Luftschiff- bauten beansprucht wird.
Ein Anivalt ans Abwegen.
»-r- Konstanz, 15. April. (B. Z.) Der Rechtsanwalt Weber hat sich heute der Staatsanwaltschaft unter der Selbstbeschuldigung, in einer Nachlaßsache einen großen Betrag mrterschlagen zu haben, gestellt.
Ein Anto am Chansseestein zerschellt.
»-s- Crefeld, 15. April. (V. Z.) Ein aus Amsterdam kommendes Automobil fuhr heute früh auf der Landstraße gegen einen Stein unB ging dabei in Trümmer. Von den Insassen ist ein Herr gestorben, eine Dame lebensgefährlich verletzt. Der Chauffeur trug ebenfalls schwere Verletzungen davon.
Beim Plätzewechseln im Boote ertrunken.
Dessau, 15. April. Gestern abend kenterte ein mit 4 Personen besetztes Boot auf der Mulde in der Nähe von Dessau, als die Insassen die Plätze wechseln wollten. Zwei junge Burschen und ein Mädchen ertranken, ein anderes Mädchen konnte gerettet werden.
Ein Snffragettenvortrag in Sachsen verboten.
w> Dresden, 15. April. (B. Z.) Die hiesige Polizei hat einen Vortrag, den die englische Suffragettenführerin Miß Pankhurst im Anschluß an einen Vortrag in Wien am Freitag hier halten wollte, verboten, angeblich, weil Miß Pankhurst schon vorbestraft ist.
Der deutsche Chirurgenkongreß.
w> Berlin, 15. April. (B. Z.) Die Deutsche Gesellschaft für Mirurgie eröffnete vormittags in der Hochschule für Musik in Charlottenburg in Gegenwart von über tausend deutschen Chirurgen ihre 43. Hauptversammlung. Den Vorsitz führt Professor Müller-Rostock.
Vom Krankenlager des Königs Gustav.
>-»' Stockholm, 15. April. Ueber das Befinden -es Königs wurde heute vormittag 10^ Uhr folgender Krankheitsbericht ausgegebe«: Der König hat in der Nacht ruhig geschlafen. Temperatur 37, Puls 58. DaS Allgemeinbefinden ist dauernd befriedigend.
Verbrechertrick in einem Kino.
** Paris, 15. April. Wie aus Perpignan gemeldet wird, ist es in einem dortigen K inematographentheater mehreren Verbrechern gelungen, eine Panik hervorzu- rufen. In dem Augenblick, als zwecks Vorführung eines neuen Films das Licht erlosch, riefen sie plötzlich „Hilfe, Hilfe, es brennt!" Im Publikum entstand eine große Panik und alles stürzte dem Ausgange zu. Dabei gelang es den Verbrechern, Portemonnaies, Uhren unB andere Wertgegenstände zu stehlen. In dem allgemeinen Gedränge wurden einigen Frauen nicht unerheblich verletzt.
Ein brennender Dampfer.
w> London, 15. April. Lloyds hat eine Depesche aus Browhead vom Dampfer „Manium" erhalten, aus der hervorgeht, -daß der französische Dampfer „Minnesota" auf dem Wege von London nach Philadelphia am 11. April den kleinen französischen Dampfer „St. Ange" brennend anaetroffen hat. Der „St. Ange" befand sich tx 49,20 nördlicher Breite und 16,50 westlicher Länge. D1« Mannschaft verließ, als Hilfe erschien, das Schiff uns dieses trieb als Wrack auf den Wellen umher. An Bor< der „Minnesota" wurden 21 Mann genommen.