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Die Schulden der “

Ueber 5000 Millionen.

Wie die „Jnf." erfährt, sind nunmehr die jüngsten Erhebungen über den Stand der Schuldenlast der preu­ßischen Provinzialverbände, Landkreise und Stadtge- meinden zum Abschluß gelangt und bereits im statisti­schen Landesamt verarbeitet worden. Wie sich aus dem neuen Zahlenmaterial ergibt, ist gegenüber den letzten Angaben bezüglich der Verschuldung der kommunalen Verbände ein entschiedenes Anschwellen der Schuldenlast um 6,6 Prozent zu verzeichnen. Während nämlich noch 1911 sich die Gesamtschulden der erwähnten Verbände auf 5137 Millionen Mark beliefen, schließen die jüngsten Er­hebungen mit einem Schuldenstatus von 5481 Millionen Mark ab, und zwar verteilen sich diese Schulden auf langfristige Anleihen, Hypotheken- und Grundschulden sowie auf Restkaufgelder.

Zum allergrößten Teile rührt die Verschuldung aus den langfristigen Anleihen her. Auf diese entfällt alleilt von der Gesamtsumme der Schuldenlast 5237 Millionen Mark. Untersucht man, wie sich im Einzelnen die Schul­den aus die Verbände verteilen, so ergibt sich, daß ent­sprechend dem weiter gezogenen Aufgabenkreis die Stadt- gemeinden die stärkste Belastung zu tragen haben. Die Gesamtverschuldung der preußischen Stadtgemeinden be­lauft sich nach bem neuesten Stande auf 4533 Millionen Mark, es folgen die Landkreise mit 612 Millionen Mark, und erst an dritter Stelle die Provinzialverbände mit 336 Millionen Mark. Auch hier wird man gegenüber dem Stande von 1911 ein kräftiges Anwachsen der Gesamt­verschuldung ieststellen können. Bei den Stadtgemeinden beträgt die Steigerung 6,47 Prozent, ö. h. sie ist von 4257 auf 4533 Millionen Mark hinausgeschnellt. Bei den Landkreisen ist die Steigerung auf 7,54 Prozent, von 569 auf 612 Millionen Mark und bei den Provinzialverbän- den auf 7,99 Prozent, von 310 auf 336 Millionen Mark festzulegen.

Auch bei den einzelnen Verbänden tragen die lang­fristigen Anleihen den Hauptanteil der Schuldenlast. Hier führen wiederum die Stadtgemeinden mit 4300 Millionen Mark, während dann im weiten Abstand die Landkreise mit 606 und die Provinzialverbände mit 330 Millionen Mark folgen. Auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet ergibt sich aus diesem Status für die Stadtge­meinden eine Qnote von 235,59 Mark, für die Landkreise von 22,33 Mark und für die Provinzialverbände von 8,79 Mark.

Der Wassengebrauch des Militärs.

Die neu bearbeiteten Vorschriften über den Waffen- gebrauch des Militärs werden vom „Berliner Tageblatt" als ein kleines Ostergeschenk der Regierung bezeichnet. Die Frage, ob in Zukunft ein einheitliches Recht im Reiche bestehen werbe, ist nach dem genannten Blatte zu verneinen. Dasselbe bezweifelt, ob eine generelle Eini­gung deshalb unterblieben sei, weil Bayern, Sachsen und Württemberg das bei ihnen geltende Recht nicht rückwärts revidieren wollten. Nach dem „Tageblatt" werde die Kabinettsorder von 1820 der Form nach preis- gegeben, ihr Geist spuke aber noch in der neuen Vor­schrift.

Im „Berl. Lokalanz." heißt es: Die vielbehandelte Kabinettsorder von 1820 hat in der neuen Vorschrift keine Aufnahme gefunden. Soweit sich aus dem Auszug urteilen läßt, bringt die neue Vorschrift zunächst mehr Klarheit und Einfachheit, als bisher bestand. In der „Voss. Ztg." wird gesagt: Die Streitfrage, die an den Fall Zabern und die Kabinettsorder von 1820 anknüpft, scheint eine durchgreifende Klärung erfahren zu haben dergestalt, daß sich ein Vorgehen des Militärs wie auf dem Schloßplätze von Zabern nicht wiederholen kann. Der militärische Befehlshaber darf keineswegs ohne Re­quisition eingreifen, ivlange eine Zivilbehörde vorhan­den ist und die Möglichkeit hat, ein Ersuchen um mili­tärische Hilfe zu stellen, das heißt, nach diesen neuen Dienstvorschriften hätte Oberst von Reuter in Za.bern nicht eingreifen dürfen. Die Kabinettsorder von 1820 wäre also der Sache nach durch die neuen Anordnungen “^ „Kreuzzeitung" meint, daß die neuen Vorschrif­ten einen Rückschritt gegenüber der bisher giltigen In­struktion bedeuteten, und zwar vom staatlichen Gesichts­punkte. Die „Berliner Morgenpost" und der „Vor­wärts" nehmen Anstoß daran, daß Fragen, die nicht bloß innermilitärisch sind, ohne die Mitwirkung der Volks­vertretung auf dem Wege der Verordnung geregelt werden.

Die Geldpriiser im Zuliuslurm.

Wie sich die Revision des Reichskriegsschatzes vollzieht.

Wie die Zeitungen meldeten, ist kürzlich wieder ein- ural bestimmungsgemäß eine Revision des im Span- dauer Juliusturm lagernden Reichskriegsschatzes vor-

Sauf^enbe» Schein.

Original-Roman von Ludwig Blümcke.

18) (Nachdruck verboten.)

Die Verfolgung des Besitzers von Waldwiese wurde am nächsten Morgen von sämtlichen Forstbeamten, Waldarbeitern und drei Gendarmen mit größtem Eifer fortgesetzt. Auch auf dem Katzenhof erschien der Ober­förster und durchsuchte alle Gebäude und den Keller, so­weit man diesen vorhanden glaubte. Nichts war zu fin- deu, der Täter müßte also schon weiter sein.

Mali glaubte nicht, daß ihn eine der ihm nachge- landten Kugeln getroffen hatte.

Der Kutscher Sommerbrod hatte sich sehr schnell wieder erholt, nachdem Agnes ihm ein Schluck Kognak gereicht. Er beteiligte sich, mit Flinte und Waldmesser ausgerüstet, als der Grimmigste und Interessierteste an der Streise durch Busch und Wald. Brannte er ja doch vor Begierde, sich an dem Riesen, der ihn so unbarm- herzig zu Boden geichleudert, daß ihm der Kopf noch nach acht Tagen brummte, schwer zu rächen.

„ Am Gienzgraben, der das Waldwieser Moor von Buchengehölz trennte, stand dichtes L-chlehdorngebüsch. An diesem schritt Lommerbrod nach vergebUcher Jagd am späten Nach- ^Aag <n recht gereizter Stimmung vorüber und ver­wünschtere neu Herrn, den Hegemeister und dessen Hilfs- lager, daß sie ben Wilddieb überhaupt hatten entwischen ^AN. Da fielen tente Blicke rein zufällig auf einen fast handgroßen Fetzen von graugrünem Lodenstoff, der an den Dornen des Schlehengestrüpps festsaß. „Ha, das ist von Rolands Umhang! rief er, nachdem er das Stück- sben Tuch m die Hand genommen und sich genau ange- sehen, lebhaft aus. „Ein neues Beweisstück! Durch das Dornendickicht lief er ja davon. Und bann wagt so ein Kerl noch, sich unschuldig zu stellen? Man sollte wirklich, als er so redete, meinen der Alte hätte sich versehen."

genommen worden. Es dürfte daher von Interesse feilt, zu hören, in welchen Formen sich die Revision bewegt. Das Gold des Juliusturmes ist unter so scharfer Auf­sicht und so schwer zugänglich, daß es nach menschlichem Ermessen als völlig ausgeschlossen bezeichnet werden kann, daß jemals ein Mensch ungehindert unb mühelos an den Aufbewahrungsort des Reichskriegsschatzes ge­langt. Dennoch aber hält man von Zeit zu Zeit Re­visionen des eisernen Geldbestandes, den das Reich für die ersten Mobilmachungstage benötigt, für unumgäng- lich, da es immerhin nur Menschen sind, denen seine Be­wachung obliegt.

Zehn Meter über dem Hofe der Zitadelle liegt der Raum, in dem das kostbare Gold lagert. Um zu diesem Raum zu gelangen, muß man drei Türen durchschreiten, deren äußere allein 26 Zentner wiegt. Zwei Stockwerke nehmen die Goldschätze des Reichs auf. Es sind im ganzen 750 000 Goldstücke, die in Beuteln abgezählt sind. Diese Beutel werden von eigens gebauten Kisten ausge­nommen, unb zwar befinden sich in jeder Kiste 10 Beu­tel. 9 dieser Beutel enthalten 500 Doppelkronen, der 10. 1000 Kronen. In jeder Kiste sind also mithin 100 000 Mark enthalten. Im ganzen sind 1200 solcher Kisten aufgestapelt, und zwar bilden immer 30 Kisten einen Stapel. Jeder der 40 Stapel birgt demnach drei Millionen Mark in sich.

Es versteht sich von selbst, daß jede der Kisten alle nur erdenklichen Sicherheits- uitb Kontrollvorrichtungen besitzt. So ist jede Kiste sorgsam zugenagelt und zuge­schraubt. Die Nägel- und Schraubenköpfe sind in das Holz versenkt und mit einem Siegel bedeckt. Starke eiserne Bänder umschließen jede Kiste, bei der, wie bei einem Wertbriefe das genaue Gewicht angegeben ist. Niemals kann auch iutr eine einzelne Person in das Innere des Juliusturms gelangen, denn zur Oeffnung jedes Schlosses gehören mehrere Schlüssel, die den ver­schiedensten höheren Beamten anvertraut sind.

Die Revisionen des Kriegsschatzes im Juliusturm werden vom Reichsschatzamt veranlaßt und zwar mehr­mals im Jahre. Zur genauen Prüfung des Bestandes werden meist auch Mitglieder des Reichstages hinzuge- zogen, außerdem ist bestimmungsgemäß der Offizier der Ronde verpflichtet, zur Revision zu erscheinen. Es ist natürlich klar, daß die betreffenden Revisionsbeamten nicht den ganzen Bestand im Einzelnen auf das Ge­naueste nachprüfen können. Selbstverständlich werden nur Stichproben vorgenommen, diese allerdings aber mit der erdenklichsten Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit. Einige Kisten werden geöffnet, das Gewicht der Beutel festgestellt und ihr Inhalt nachgezählt. Bei diesem Maximum von Sicherheitsmaßnahmen klingt es daher auch nicht weiter überraschend, wenn jetzt wieder festge­stellt wurde, daß der Reichskriegsschatz in Höhe von 120 Millionen Mark vollkommen unangetastet vorhanden ist.

Politische Rundschau.

Die fünf größten Wehrbeiträge. Zum Wehrbeitrag haben nach Blättermeldungen zu steuern: Krupp von Bohlen 8,800,000 Mark, Fürst Henckel von Donners- marck 4,200,000 Mark, Kaiser Wilhelm 4,100,000 Mark, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz 3,400,000 Mark, Fürst von Thurn und Taxis 1,500,000 Mark, zusammen 22,000,000 Mark.

Die freien Gewerkschaften politische Vereine. Wie die „Braunschweigische Landeszeitung" erfährt, werden auch die übrigen Polizeiverwaltungen Preußens in aller­nächster Heil dem Vorbild des Berliner Polizeipräsiden­ten folgen und die sozialdemokratischen Gewerkschaften für politische Vereine erklären. Durch dieses behördliche Vorgehen werben die sozialdemokratischen Gewerkschaf­ten zwangsweise ein Fünftel ihrer Mitglieder, das sind alle Personen unter 18 Jahren, verlieren.

Der Ausschuß des deutschen Arbeiterkongresses be­schloß mehrere Eingaben an die Parlamente. Dieselben zielen u. a. ab auf Bewilligung einer größeren Summe für die Zwecke des Kleinwohnungsbaues, und auf Ein­führung der völligen Sonntagsruhe. Gleichzeitig ver­langt der Ausschutz hinsichtlich der Arbeiteninvalidenver- sicherung eine Herabsetzung der Altersgrenze von 70 auf 65 Jahre, Erhöhung der Witwen- und Waisenrente, Er­weiterung der Kinderbeihilfen für invalide Arbeiter so­wie Aufbesserung der Unfallrentner, für die vor dem In­krafttreten der Reichsversicherungsordnung Renten fest­gesetzt wurden.

Brasilia,risches Lob des deutschen Heeres. In Rio be Janeiro hielt dieser Tage der brasilianische Militär- attachee einen Vortrag, in dem er seinen Zuhörern über die deutschen Kaisermanöver, denen er beigewohnt hatte, an Hand einer das Thema veranschaulichenden Munö- verkarte eingehende interessante Schilderungen gab. Er betonte daber den vorzüglichen Eindruck, den er von den Kaisermanövern erhalten habe, und hob die schmeichel­hafte Behandlung und Rücksichtnahme seitens der deut­schen Militärbehörden hervor.

„Jetzt läufst Du nach Waldwiese und siehst Dir sei­nen Umhang genau an. Aber den hat er vielleicht, wenn er den Riß bemerkt haben sollte, schon bei Seite geschafft. Na, wollen sehen."

Agnes kam dem ihr längst widerlichen Kutscher von der Oberförsterei mit bleichen Wangen und vom Wei­nen geröteten Augen entgegen. „Ich wünsche den grü­nen Umhang von Ihrem Vater zu sehen," sagte Sommer­brod in einem höchst ungebührlichen Ton wie ein Mann, der das Recht dazu hat, weil er zur Polizei gehört. „Wer schickt Sie?" fragte Agnes. „Ich komme im Auftrag des Herrn Amtshauptmanns. Bitte, halten Sie mich nicht auf."

Da hing der Umhang über der Stuhllehne, und der Kutscher ritz ihn mit gierigen Händen an sich. Aber — war es denn wirklich der Rolands? Es fehlte ja doch gar nicht nichts daran! Der Kragen besaß keinen Riß und keinen Flecken, sah übrigens auch ein klein wenig dunkler aus als der gefundene Tuchfetzen.

Sommerbrod zeigte diesen nicht, und ließ überhaupt uicht ahnen, was er wollte, sondern entfernte sich ohne eine Wort der Erklärung mit wichtiger Miene gleich wieder.

Unter einer Eiche hinter dem Hof blieb der Schlaue noch einmal stehen, kraute sich in den roten Haaren und sagte zu sich selber nach einigem Ueberlegen: „Der Um­hang, den der junge Herr vom Schloß trägt, ist etwas heller als der Rolands. Der Teufel hol's, wenn Udo und nicht er der Wilddieb ist! Müßtest doch gleich mal feststellen, ob der Umhang vom Junker noch heil ist. Die beiden Leute kann man abends wohl verwechseln, denn sie haben ungefähr die gleiche Länge."

Da Sommerbrod mit dem alten Diener Johann vom Heinrichswalder Schloß gut bekannt war, so hielt es für ihn nicht schwer, heraus zu bekommen, was er wissen wollte. In Udos Umhang befand sich tatsächlich ein Loch, ohne daß jener es wußte. Denn als er in seiner Auf­

Das russische Budget für 1914. Nach der Zusam- menstellung des Finanzausschusses der Duma betragen im russischen Budget die ordentlichen und autzerordent« lichen Ausgaben für das Jahr 1914 insgesamt 3 580 380 693 Rubel, d. h. 329 300 000 Rbl. mehr als im Vorjahre. Die ordentlichen und außerordentlichen Ein­nahmen betragen 3 612 659183 Rubel, d. h. 362 Millio­nen mehr als im Vorjahre. Dies ergibt 32 231090 Rbl. Ueberschutz, der nach dem Wunsche der Budgetkommis- sion für Bahn- und Wegebauten verwendet werben soll.

9-* Der Aufstand in Albanien. Aus Durazzo ein­getroffene Nachrichten zufolge haben die Aufständischen in Koritza die Waffen gestreckt. Die albanische Gen­darmerie ist Herrin der Lage. Sie betrachtet den Aus­stand als völlig unterdrückt.

Kleine fiadiridifen»

ob* Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen statteten am Mittwoch bem Gouverneur in La Plata einen Besuch ab und besichtigten das Naturhistorische Museum und die Universität. Mittwoch abend gab Prinz Heinrich an Bord des „Cap Trafalgar" zu Ehren b® argentinischen Vizepräsidenten ein Bankett, bei welchem herzliche Trinksprüche gewechselt wurden. Da­ran schloß sich ein glänzender Empfang. Am Donners­tag unternimmt Prinz Heinrich an Bord der Jacht des Präsidenten einen Ausflug.

Die Gattin des Ministers von Posadowsky-Wchner gestorben. Im Alter von 73 Jahren ist Mittwoch mor­gen die Gattin des Staatsministers, langjährigen Staatssekretärs des Innern und Mitglieds des Herren­hauses, Grafen von Pvsadowsky-Wehuer, Elise, geborene von Moeller, in Berlin gestorben.

Das neue Zeppelinluftschiff „L Z 24", das künftige Marineluftschiff „L 3", ist, wie aus Friedrichshafen ge­meldet wird, im Gerippe nunmehr vollständig fertigge­stellt. Die Marineabnahmekommission weilt bereits in Friedrichshafen und besichtigt das Luftschiff. Neben die­sem Luftschiff ist auf der Werft das neue Militärluftschiff „L Z 23" fahrbereit, das der Ueberführung nach Leipzig harrt; die Witterung ist aber dafür zurzeit noch zu stürmisch.

Ein Rekordflng Dresden-Berlin. Einen außeror­dentlich schnellen Flug haben am Mittwoch die beiden Flieger Reiterer und Lange auf einer Etrichtaube ge­macht. Sie stiegen um 8 Uhr 31 Min. in Dresden auf und landeten in Johannisthal um 9 Uhr 38 Min. Sie haben die 200 Kilometer lange Strecke in 1 Stunde 7 Min. zurückgelegt und damit eine Stundengeschwindig- keit von 180 Kilometern erreicht.

Von einem Zigeuner erschossen wurde der 11 Jahre alte Sohn des Anstreichermeisters Ostermann in Havtx- beck bei Münster. Die Kugel traf den Knaben in die Schläfe und führte den sofortigen Tod herbei. Aus wel­cher Ursache die Tat erfolgte, ist nicht bekannt. Der Täter entkam.

Ein Bankräuber wurde in Dresden, als er flüchten wollte, festgenommen. Er hatte im Hause der Dresdener Grundrentenbank einer Dame einen Betrag, den sie ein= zahlen wollte, abgenommen. Der Täter ist der Friseur Brandt aus Charlottenburg, der auch in anderen Orten auf Postämtern ähnliche Räubereien begangen haben soll.

Die Gesellschaft für Belohnung von Lebensrettern hat dem Kapitän und dem ersten Offizier und neun Mann der Besatzung des deutschen Dampfers „Seydlitz" Medaillen für Tapferkeit bei der Rettung der Mann­schaft des „Volturno" verliehen. 23 anderen Mitgliedern der Besatzung werden Medaillen in Bremen überreicht werden.

Die Frau des Cottbuser Staatsanwalts Arendt ist am Mittwoch gegen Stellung einer Kaution von 50 000 Mark aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Verfahren nimmt natürlich seinen Fortgang. Bekanm- lich wurde die Frau kürzlich im Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen Schiffmann und Genossen in Ber­lin verhaftet.

Fliegers Tod in Feindesland. Der französische Kriegsminister gibt bekannt, daß ein Fliegerhauptmann und ein Korporal, die am 5. April von Casablanca nach Fez abgeflogen waren, infolge eines Unfalles auf freiem Felde landen mußten. Ihre Leichen wurden am näch­sten Tage im Tale des Ueö Bueareb gefunden. Man nimmt an, daß beide von Herumstrecsenden Eingeborenen getötet worden sind. Von dem Flugzeug wurde keine Spur gefunden.

9b* Aus 1000 Meter Höhe abgestürzt. Mittwoch nachmittag stürzte der belgische Aviatiker Francis Ver- schaeve aus Antwerpen auf dem Flugfelds von St. Job aus einer Höhe von 1000 Metern ab. Der Flieger wurde sofort getötet.

9-* Rückkehr der verbannten Arbeiterführer. Das südafrikanische Ministerkabinett hat den Beschluß ge­faßt, der Rückkehr der Verbanuten Arbeiterführer nichts in den Weg zu legen. Der Zeitpunkt wird davon ab­hängig gemacht, daß vorher die Vorlage über Aufruhr­versammlungen Gesetzeskraft erhält.

regung davon gelaufen und in dem Schlehdornbusch für ein paar Sekunden sitzen geblieben war, da dachte er nicht weiter daran, ob seine Kleidungsstücke Schaden gelitten oder nicht. Auch nachher kam ihm der Gedanke nicht. Deshalb überließ er sie, wie immer, Johann zum Rein­machen und wurde von diesen: erst auf den Schaden aufmerksam gemacht. „Tut uichts," sagte er baun kurz, „das Ding ist mürbe geworden und hat seine Zeit gedient. Fort damit!"

Nach seiner Meinung hatte der Umhang den 9tty schon am Nachmittag im eigenen Jagdrevier bekommen, denn er war einem Rehbock durch Dorn und Dickicht gefolgt. An den Schlehenbusch dachte er überhaupt nicht mehr.--

Sommerbrod machte sich, nachdem er im Schloß auf listige Weise herausgebracht, was er wissen wollte, so­fort ans Werk, noch weiteres Beweismaterial zu sam­meln. Jetzt zweifelte er nämlich nicht mehr daran, daß Junker Udo der Schuldige sei. Hub von seiner Ent­deckung versprach er sich bedeutenden Nutzen. Er wollte es schon durchsetzen, daß ihm ein angemessenes Schweige­geld gezahlt würde. Dem zwar unschuldigen Roland gönnte er allerdings auch eine empfindliche Strafe, nicht nur, weil der ihm seine herkulische Körperkraft so nach­drücklich bewiesen, sondern weil er ihm längst verhaßt war. Mochte der Mann also seinetwegen im Verdacht bleiben und weiter verfolgt werden.

Junker Udo war ein Mensch, der sich bisher in seinem bewegten Leben immer mühelos über Unan­nehmlichkeiten hinwegzusetzen gewußt hatte. Gewissens­bisse kannte er bis dahin kaum dem Namen nach. Aber jetzt lernte er sie ganz genau kennen, und es wollte ihm nicht gelingen, die geheime Angst, die ihn Tag und Nacht verfolgte, zu verscheuchen. Auch der reichliche Ge- nuß von schwerem Wein verschaffte ihm keine anderen Gedanken. IStzrtsetzung folgt.).