Einzelbild herunterladen
 

Stunde Fliegens zu kalkulieren sucht. Die Berechnung ist zwar etwas pessimistisch gehalten und wird den jüng­sten Verbesserungen und Fortschritten der Flugtechnik wohl nicht ganz gerecht, lenkt aber den Blick auf die Fülle der Umstände, die rein finanziell betrachtet, mit jedem Flugmaschinenaufstieg in Wirksamkeit treten. Denn mit der Feststellung, daß eine Flugstunde eine Ausgabe von rund 8 bis 20 Mark für Oel und Essenz mit sich bringt, ist es nicht getan. Die Lebensdauer einer Flugmaschine ist noch immer relativ kurz, das Flugzeug ist aber teuer, und die 15 000 Mark, die ein erstklassiger Zweidecker kostet, müssen amortisiert werden.

Das französische Blatt nimmt die Lebensdauer eines Flugzeuges ziemlich niedrig mit nur 100 wirk­lichen Flugstunden an: damit würde auf jede Stunde Flug rein rechnerisch eine Ausgabe von 150 Mark ent­fallen. Die Motoren sollen durchschnittlich nach 60 Stun­den Flug ausgewechselt werden, was wiederum eine etwas pessimistische Auffassung ist. Nun braucht der Mo­tor keineswegs immer durch einen neuen ersetzt zu wer­den, man kann auch einen bereits gebrauchten einsetzen. Immerhin wird man dafür rund 4000 Mark in Ansatz bringen dürfen, sodatz bei 100 Flugstunden weitere 40 Mark Kosten für die Stunde sich ergeben. Die Instand­haltung der Flugmaschine mit den häufigen Reparatu­ren verschlingt eine sehr große Summe. Sie mag bei be­sonders erfahrenen und geschickten Piloten gewiß ge­ringer sein, aber im Durchschnitt wird man mit 6000 Mark rechnen dürfen, sodatz wiederum 60 Mark Kosten für die Stunde Flug h nzutreten.

Der Flieger ist verhältnismäßig billig geworden, die Riesengagen der Anfangszeit sind dahin, heutzutage kann man ausgezeichnete Piloten für ein Monatsgehalt von 500 Mark haben. Nimmt man an, daß der Pilot 40 Stunden fliegt, so ergibt sich ein Flughonorar von etwas über 12 Mark die Stunde. Alle diese Kosten zusammen bringen die wirklichen Aufwendungen für eine Stunde Flug auf rund 280 Mark. Rechnet man dazu noch die Aufwendungen, die sowohl für die Verzinsung des ris­kierten Kapitals wie für die Unterhaltung der Flugplätze, Schuppen, der Mechaniker usw. notwendig sind, und be­rücksichtigt man schließlich auch noch den Umstand, daß die Unternehmer die Hinterbliebenen verunglückter Flie­ger mit einer Entschädigung abfinöen, so kommen wir auf über 300 Mark in der Stunde. Selbst wenn man annimmt, daß die französische Berechnung zu günstig ist: 200 Mark in der Stunde dürften ein Minimum darsiel- len. Bei einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilome­tern kostet die Zurücklegung eines Kilometers in der Flugmaschine somit rund 20 Mark.

In Frankreich plant man zurzeit die Einführung eines Flugpostdienstes von Paris nach Marseille. Der Flug würde 6 Stunden erfordern, das Flugzeug soll 100 Kilo Briefschaften mitführen. Bei 200 Mark Kosten für die Flugstunde würde dann ein Brief von 25 Gramm Gewicht 30 Pfg. Porto kosten müssen, nur um die Kosten notdürftig zu decken.

Vermischtes.

Eine eigenartige Operation. Im Zoologischen Gar­ten von Frankfurt a. M. befindet sich, zurzeit als ein­ziges Exemplar in Deutschland, ein Ganges-Gavial, ein heiliges Krokodil der Inder. Dieser junge Gavial blieb im November mit der Schnauze in dem Felsengeklüfte seines Behälters hängen und brach den Oberkiefer in der Mitte durch. Da das abgebrochene Vorderteil noch an einer Hauptbrücke hing, hoffte man durch gute Ver- schienungen usw. auf eine Verheilung; diese blieb je­doch aus. Nun hat der Oberstabsarzt a. D. Professor Dr. Marx das Kieferstück abgetrennt und der Zahntech­niker Fritz Fränkel einen hohlgegossenen Alnminium- kiefer aufgesetzt. Man hofft, daß das wertvolle Tier als­bald lernen wird, den künstlichen Kiefer zum Vertilgen seiner Nahrung täglich etwa 15 armlange Weißfische zu gebrauchen; vorerst wird es noch dnrch Stopfen mit Weißfischen am Leben erhalten. Das Kieferstück ist so eingerichtet, daß es zur Reinigung und zur ärztlichen Behandlung leicht abgenommen werden kann. Außer­dem muß damit gerechnet werden, mit der Zeit größere Ersatzkiefer einzubauen, da das Tier heute erst 1H Me­ter lang ist, ausgewachsen aber eine Länge von 4 Metern und darüber erreichen kann.

Durch einenunheimlichen" Fund in nicht geringe Aufregung versetzt wurden dieser Tage die Bewohner eines Hauses in der Marktstratze zu Hannover. Als eine der Hausbewohnerinnen in den Keller ging, fand sie im Eingänge eine große Pappschachtel und daraufliegend eine Damenhandtasche. Wie sich bei Nachfrage im Hause ergab, wußte niemand etwas von den Gegenständen, auch nicht wie sie in den Keller gekommen waren. Gleich wurden allerlei Vermutungen ausgesprochen über den Inhalt der großen Schachtel; wahrscheinlich, so meinte man, berge sie die Leiche eines Kindes, dessen sich eine unnatürliche Mutter auf diese Weise erledigt habe. Und beim Oeffnen der Schachtel schien sich diese Vermutung bestätigen und sich zugleich auch die Todesart des Kin­des ergeben zu sollen, denn o Graus obenauf lag gleich eine stark mit Blut befleckte weiße Frauenschürze! Entsetzen ergriff die weiblichen Hausbewohner und eine große Erregung bemächtigte sich ihrer über diese Ent­deckung; sie wollten nun die blutige Leiche des unglück­lichen kleinen Wurmes gar nicht erst sehen unb schlössen schnell die Schachtel, um schleunigst der Polizei Anzeige von dem unheimlichen Fund zu machen. Ehe es dazu kam, stellte einer der männlichen Hausbewohner aber fest, baß die schreckliche Schachtel indes nur gebrauchte Wasche enthielt. Zugleich erschien auch die Eigentümerin der --achen, ein in einem Schlächterläden als Verkäuferin beschäftigtes junges Mädchen, das die Wäsche ihrer im A^E^S^nden Mutter zum Reinigen bringen wollte !!ü?»^^äEet in Eile in den Kellereingang gestellt hatte, machen^ Enell eine Besorgung in der Nachbarschaft zu

Brandstifter gefaßt? Allem Anschein Er^m^stwlizei gelungen, den Brand- der Lübeck im letzten Jahre durch die Riesenbrande so ichwer schädigte und auf dessen Er-

^ne Belohnungvon 40 500 J! ausgesetzt ist. Es handelt sich um den Arbeiter Jakob Schünemann, ge­boren in Aachen, der am 27. Februar nachts durch Ein­drücken von Fensterscheiben tn die Lübecker Marienkirche emzudringen versuchte. Damals wurde aus verschiedenen Begleitumständen geschlossen, daß Schünemann eine Brandstiftung beabsichtigte. Nachforschungen haben er­geben, daß Schünemann, der auf einem Holzlagerplatze als Arbeiter tätig ist, mit jenem Verdächtigen identisch ist, der seinerzeit bei dem Brande bei Brügmann u. Sohn in einem Benachbarten Holzlagerplatze in einem Versteck aufgefunden wurde. Damals konnte er infolge des Miß­verständnisses eines Schutzmannes entweichen. Arbeiter haben ihn wiedererkannt. Weiter wurde festgestellt, daß Schünemann in Aachen bereits unter der Anklage der Brandstiftung stand. Er wurde aber wegen Mangels rF-^Ewersen freigesprochen, dafür aber wegen Sachbe- scha-igung zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt, ^e Ermittlungen sind noch im Gange. Wegen des Ein- ^uchsversuchs in die Kirche ist er inzwischen zu fünf Monats» Mfängyjs Murteilt WpMn.

Den Gatten erdrosselt? Unter dem Verdacht, am Morgen des 25. Juli 1908 ihren Ehemann, den Glaser- Ludwig Schmidt ermordet zu haben, wurde die Ehefrau Wilhelmine Doertz in Kiel verhaftet. Die umfassenden Ermittelungen haben, wie dieKieler Neuesten Nachrich­ten" melden, ein erdrückendes Beweismaterial ergeben, das die Beschuldigte so in die Enge trieb, daß sie schließ­lich ein umfassendes Geständnis ablegte. Diesem zufolge hat sie am genannten Tage ihren Ehemann, als er im Bette lag, mit einer Schnur, die sie um den .Hals des Schlafenden legte und bann um die Bettstelle schlang, er­würgt und die Leiche dann aufgehängt. Die Mörderin ist dem Untersuchungsrichter zugeführt warben; die An­gelegenheit wurde burd) die Angaben des eigenen Soh­nes des Verhafteten aufgedeckt.

Hartnäckige Selbstmordversuche eines Backfisches. Eine sechzehnjährige Londoner», hatte sich dieser Tage wegen Selbstmordversuches vor dem Polizeirichter des Stadtteils Marylebone zu verantworten. Das Mädchen hält schon seit längerer Zeit seine Eltern in beständiger Aufregung. Bald versuchte die Lebensmüde durch Gift, bald durch Erhängen ihrem Dasein ein Ende zu macheu. Das letzte Mal nahm sie Laudanum und hätte ihren Zweck auch wohl erreicht, wenn nicht ein junger Mann, der Miß Lilian Ahrle auf einem Spaziergang begleitete, sehr energisch der Wirkung des Giftes entgegeugearbeitet haben würde. Er«sah, wie seine Gefährtin ein Flüschchen in der Hand zu verbergen suchte und entriß es ihr. Miß Ahrle hatte aber den giftigen Inhalt schon getrunken und sank gleich darauf zu Boden. Der junge Mann be­sorgte schnell ein Glas lauwarmen Salzwassers und wollte es ihr einflöße», sie aber schlug es ihm aus der Hand. In wenigen Minuten war das Mittel zum zwei- Lenmal beschafft, und nun gelang es beut Retter, der schwächer werdenden Selbst»,ordkandidatin die Flüssig­keit buchstäblich einzugießen. Dem Richter erklärte die junge Lebensoerächterin trotzig, sie werde das nächste Mal einen Revolver nehmen; es solle niemand sie hin­dern, endlich doch ihre Absicht auszuführen.

Der Wegelagerer wider Willen. Von dem verstor­benen Zeitungsgründer und Millionär Edwards erzäh­len die Annales eine hübsche Anekdote. Edwards ver­brachte vor einigen Jahren seine Erholungstage in einer Villa bei Neapel. Als er eines Nachts allein durch enge und winklige Gäßchen seinem Hause zuschritt, wurde er plötzlich von einem verdächtig aussehenden Individuum angestoßen, das dann, ohne sich zu entschuldigen, seinen Weg fortsetzte. Edwards, der in dem Unhöflichen einen Taschendieb vermutete, griff an seine Westentasche und stellte fest, daß seine Uhr nicht da war. Als energischer intb tapferer Mann setzte er sogleich dem anderen nach und nahm ihm nach einem heftigen Kampf, in dem er ihn fast eröosselt hätte, seine Uhr ab. Triumphierend ging er dann nach seiner Behausung, wo er seiner Frau voll Stolz sein Abenteuer erzählte. Die Gattin war aber wenig erbaut von dieser Heldentat, sondern zeigte, nach dem Nachttisch, wo seine Uhr wohlbehalten lag, die er einzustecken vergessen hatte. Edwards hatte einen völlig Unschuldigen beraubt ititö den wackeren Mann übel zugerichtet. Am anderen Morgen fuhr er mit dem Schnellzug nach Paris zurück, und erst als er hinter der französischen Grenze war, schickte er der Polizei von Neapel die Uhr seines Opfers zurück und fügte einige Banknoten bei als Neu- und Schmerzensgeld.

Schutzes Urteil über die Suffragette. Müller: Haste ooch jelesen, wie herzzerbrechend die Suffragette Richard- son ihre Zwangsernährung beschreibt ? Dabei is ihr nämlich als Speiseleitung een Gummischlauch in die Nase jebohrt, bis in den Magen rin. Schnitze: Det is famos! Immer feste! Müller: Nanu, Schultze, so femte ick Dir ja jar nich. Woso denn?" Schultze:Na ja doch! Denn kriegen diese Weiber endlich doch mal die Neese voll und haben die Sache bald im Magen.

Frage und Antwort.Wer waren die ersten Tele­phon-Abonnenten?"Die Welsen und die Ghibellinen! Sie riefen sich fortwährend anHie Wels!",Hte Waib- lingen!" und konnten sich nicht verständigen."

berühmte Spahmacher.

Reminiszenzen zum 1. April.

Der 1. April ist nun einmal nach einem seinem Ur­sprünge nach nicht aufgeklärten Brauche der Tag der Spaßvögel, der Fopper und Lustigmacher, und auch in unserer so ernst und praktisch gewordenen* Zeit ist die alte gute Sitte noch nicht ausgestorben. In früheren Zeiten freilich spielten die Aprilscherze eine ganz andere Rolle im Leben; die Schalksnarren hatten nicht nur ein offizielles Hofamt bei Fürsten und hohen Herren, son­dern trieben ihre derben Posse» überall und ersannen am Narrentag die tollsten Streiche. Von einigen solchen berühmten Spaßmachern plaudert eine französische Zeit­schrift. Im Hause der Mme. de Rambouillet, diesem schöngeistigen Sammelpunkt der französischen Renais­sance, wurden nicht nur zierliche Verse gedrechselt und sentimentale Schwärmereien gesäuselt, sondern man hatte auch Sinn für einen handfesten Spatz, was eines Tages der Marquis von Gramont spüren mußte. Der Marquis war ein besonderer Freund von Champignons, und als er eines Tages bei derangebeteten Clelia" speiste, atz er von seinem Lieblingsgericht so viel, datz er sich vorzeitig zurückziehen mußte. Sein verdorbener Ma­gen hinderte ihn nicht, bald in einen rechtschaffenen Schlaf zu verfalle», und nun ließen ihm die lustigen Pre- ziösen seine Sachen fortnehmen, und die Damen nähten mit ihren zierlichen Fingern Beinkleider und Wams viel enger. Als am Morgen der Marquis erwacht und in seine Kleider fahren will, kommt er nicht hinein: die Beinkleider sind viel zu eng, das Wams viel zu knapp. Ein besorgter Freund tritt bei ihm ein:Wie blaß du aussiehst! Und alles an dir ist gedunsen und ange­schwollen! Bist du krank?"Ja, ich habe gestern zu viel Champignons gegessen," antwortete der Marqu,s in höchster Angst,und jetzt passen nur meine Sachen nicht mehr."Ein sehr bedenklicher Fall. Das ist ein sehr schweres Leiden," meint der andere m, düstern Ton. Der sehr um seine Gesundheit besorgte Marquis denkt bereits an sein nahes Ende, läßt einen Arzt und zugleich auch den Notar und den Geistlichen holen, um mit der Welt abzuschließen. Der Doktor er,cheint in seiner wurbigen Tracht es ist ein Eingeweihter, untersucht ihn um­ständlich und verschreibt dem geangstigten Pa ienten endlich auf Lateinisch ein Rezept, das nichts weü^ be­sagt, als:Nimm eine Schere und trenn' die Nahte wieder auf"

Bisweilen fällt allerdings auch der Forscher in die Grube, die er einem andern gegraben. So ging es ein­mal dem berühmten Schriststeller und Zeichner Henr, Monnier der wegen feiner Aprilscherze bekannt war. Eines Tages sieht er in einem Restaurant am Boulevard einen AK-N und würdig», S, fite der to se n

fpßT out fefimeefen läßt* ^^ wtitft sich öeu $6(Inet beran und flüstert ihm geheimnisvoll zu:Sehen Sie den Mann dort? Nun, das ist der Henker von Ver­sailles"Teufel!" ruft ^er Kellner und erzählt die Ge­schichte sogleich dem Wirt. Der weig, was er zu tun bat und was er seinem Hause schuldig ist. Er tritt an braven Bürger heran und bittet ihn energisch, nie mehr seinen Fuß über die Schwelle seines Restaurants

zu setzen.Man fönute Sie erkennen und das würbe mir schaden."Wieso?" fragt der andere erstaunt.Nun, Sie als der Henker von Versailles . .Was bin ich? Wer hat denn das gesagt?"Der Herr da drüben." Der Bürger betrachtet Monnier mit einem langen Blick.Ja, ich kann nicht leugnen," sagte er dann,dieser Mensch da kennt mich sehr gut, denn ich habe ihm das glühende Eisen auf die Schulter gedrückt, als er nach einem mehr­fachen Mord als Sträfling ins Bagno geschickt wurde." Monnier war keineswegs angenehm überrascht, als er darauf in nicht gerade sanfter Weise hinausbefördert wurde.

Allmählich hat sich eine gewisse Ueberlieferung der Aprilscherze entwickelt; es gibt klassische Späße dieser

Aprilscherze entwickelt; es gibt klassische Späße dieser Art, die sich stets wiederholen. So z. B. das Besteller, verschiedener Lieferanten mit denselben Gegenständen nach einem Ort. Dieser ziemlich schlechte Spaß soll umS Jahr 1840 von einem Pariser Original eingeführt wor­den sein, der sich M. de Saint-Cricq nannte. Sein ganzes Auftreten war darauf berechnet, die Gaffer in Erstaunen zu setzen. Auf dem Boulevard erschien er stets von etnein riesengroßen Lakai begleitet, der auch im Eafee unbe­weglich hinter feinem Stuhle stand. Saint-Cricq bestellte dann zwei Portionen Eis, die er in aller Ruhe in seine Stiefel schüttete. Am 1. April gab er einmal zahlreichen Badeanstalten den Auftrag, ihm um 4 Uhr eiu warmes Bad ins Haus zu liefern. Der Spaßvogel verschloß bann fest feine Wohnungstür und genoß mit Behagen das Schauspiel, das sich zur festgesetzten Stunde vor seinen Fenstern entfaltete. Nacheinander langten die Träger der bestellten Bäder an und wandten sich an den Portier, der sie achselzuckend abwies. Dann ging ein furchtbares Schimpfen los, und schließlich lagen sich die Leute in den Haaren, schütteten den Inhalt ihrer Mannen überein­ander aus und veranstalteten eine regelrechte Schlacht. Den Schaden mußte der Sonderling freilich bezahlen.

«* neuestes oom Cage.

Ein lebensmüder Schüler.

»-^ Berlin, 31. März. lB. Z.) Heute vormittag hat sich auf dem Bahuhof Januowitzbrücke ein zwölfjähriger Schüler von einem Zuge überfahren lassen. Der Knabe war sofort tot. Was ihn in den Tod getrieben hat, ist unbekannt.

Fahrt -es neuesten Zeppelinkreuzers.

** ®t Gallen, 31. März. (B. Z.) Heute früh stieg das neueste Zeppelin-Passagierluftschiff unter Führung des Grafen Zeppelin in Friedrichshafen auf, überflog den Bodensee, Appenzell, das Säntisgebirge entlang, über Bischofszell und den Thurgau.

Deutsche Entschuldigung in der Poljakow-Affäre.

. $* Paris, 31. März. DerFigaro" bestätigt in einer Petersburger Depesche die Tatsache, daß sich die deutsche Regierung bet der russischen wegen des Polja- kow-Zwischenfalles entschuldigt hat. Danach hat die deutsche Regierung dem russischen Botschafter in Berlin eine Note überreicht, in der sie ihr lebhaftes Bedauern über die Verhaftung Poljakows in Cöln ausspricht und erklärt, daß mehrere Beamte der Ortspolizei Bestra­fungen zu erwarten haben werden.

_ Grenzttberschreitung deutscher Soldaten?

** Paris, 31. März. (B. Z.) Wie aus Briey ge­meldet wird, sind gestern nachmittag zwei Soldaten vom 144. deutschen Infanterieregiment in der Gegend von Moyeuvre versehentlich in voller Uniform über die fran­zösische Grenze gekommen. Als sie von Zollwämtern auf ihren Irrtum aufmerksam gemacht wurden, sollen sie im Laufschritt zu ihrem an der Grenze übenden Re­giment zurückgekehrt fein.

Falsche Krankheitsatteste für Matrose».

»a* Paris, 31. März. Wie aus Toulou gemelbet wird, wurde an Bord eines Panzers ein Marinearzt unter der Beschuldigung verhaftet, daß er den Matrosen, die in Urlaub gehen wollten, gegen Bezahlung falsche Krankheitsscheine ausgestellt haben soll.

Eine Bande von Grabschändern verhaftet.

6-£ Parts, 31. März. Die Polizei verhaftete ben Steinmetzen Fournier nnd drei Helfershelfer, die aus den Friedhöfen zahlreiche Gräber erbrochen und aus­geraubt habe». In ihrer Wohnung wurden goldene nnb silberne Kelche und Leuchter gefunden. Die Missetäter sollen auch die Gruft der vor zwei Jahren im Rhein er­trunkenen Schauspielerin Latelme erbrochen und die Schmucksachen geraubt haben. Mehrere Trödler stehen im^ Verdacht, Helfershelfer der Verbrecher gewesen zu

Geräuschlose Zeppeline.

s P^is, 31. März. Der Berliner Korrespondent desEcho öe Parts" hat einefurchtbare Entdeckirng" gemacht. Das Blatt schreibt heute früh an erster Stelle mit fett gedruckten Lettern:Die deutschen Zeppelin- ballorrs fahren geräuschlos." Der Korrespondent erklärt: Eine Persönlichkeit, zu der ich das vollste Vertrauen habe, teilte mir mit, daß sie den Zeppelin v über Berlin habe kreuzen sehen, ohne daß er das geringste Geräusch verursachte. DieHansa" dagegen, die ungefähr zur selben Zeit über Berlin manövrierte, verursachte einen großen Lärm." Das Blatt bemerkt dazu:Es ist selbst­verständlich, daß diese Neuerung einen ungeheuren Fort­schritt in militärischer Hinsicht bedeutet und daß sie den Gefechtswert der Zeppelinballone um ein Beträchtliches erhöht. Denn die Zeppeline waren durch das Geräusch, das sie bisher verursachten, etwa drei Minuten vor ihrem Erscheinen in Hörweite."

Ein Sieg der Legionäre gegen Marokkaner.

w> Tanger, 31. März. Die französischen Truppen haben einen bedeutenden Sieg über die aufständischen Marokkaner davongetragen. In der Nacht zum 29. wurde das Lager von Zrarka von Marokkaner» ange­griffen. Die Franzoseil waren jedoch von dem bevor­stehenden Nachtüberfall rechtzeitig benachrichtigt worden und empfingen die Feinde mit wohlgezieltem Salven- feuer. «Flach einstündigem Kampfe gelang es ihnen, die Marokkaner unter schweren Verlusten zurückznschlagen. Sie ließen etwa 200 Tote und Verwundete auf dem Kampfplätze zurück, während die Franzosen keinerlei Verluste erlitten. Erleichtert wurde ihnen der Sieg durch Artillerie,, die mit Hilfe von Scheinwerfern die Feinde unter wirkungsvolles Feuer nahm.

Torreon noch nicht gefallen.

^^,^euyork, 31. März. Hierher gelangten Privat« ilachrichten zufolge ht der Kampf um die Stadt Torreon noch nicht eiltschieden. In Chihuahua und anderen Orten kommen immer neue Züge mit Verwundeter, an, deren Zahl bereits 1500 betragt. Die Gefechte bei Tor­reon sind bisher die blutigsten während der ganzen Re­volution.

Priniz Heinrich von Preußen in Chile.

o-* Buenos Aires, 31. März. Zu Ehren des Prin­zen und der Prinzessin Heinrich von Preußen veran- staltete der Vizepräsident gestern abend in seiner Woh­nung ein Bankett, zu dem der deutsche Gesandte, das Gefolge und die argentinischen Minister geladen waren Heute früh erfolgte die Abreise des Prinzenvaares nach