-ortigen Logisgeberin H. die Gertrud Abel kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und lebten in leichtsin- niaer Weise zusammen, bis sie fast mittellos dastanden. Dann beschlossen sie, sich das Leben zu nehmen und diese gegenseitige Tötung in Hannover auszuführen. In. Hannover verlebten sie mehrere Nächte in kleineren Hotels, dann hielten sie sich nur noch in Nachtcafees auf. Fn der Nacht zum 7. Februar gingen die beiden in oce Masch und krochen dort durch ein Fenster in eine Laube. Von 3 bis 6 Uhr schliefen sie, dann wurde die Abel auf ihren Wunsch von dem Angeklagten durch einen Schutz ins Herz getötet. Darauf will der Angeklagte ohnmächtig geworden und erst um 8 Uhr morgens wieder erwacht sein. Dann habe er sich auch erschießen wollen, er habe den Revolver angesetzt, aber es habe ihm der Mut gefehlt, abzudrücken. Als er kurz darauf draußen die Stimmen von vorübergehenden Arbeitern gehört hatte, habe er diese gebeten, einen Schutzmann zu holen, der ihn dann verhaftet hat. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Das Gerrcht verurteilte den Angeklagten zu der geringsten zulässigen Strafe von drei Jahren Gefängnis.
Verurteilung eines Frauzoslings in Colmar. Der nationalistische Zeichner Jean Jacques Waltz, genannt Hansi, wurde vom Landgericht Colmar wegen Beleidi- mnm von Offizieren der Colmarer Garnison zu drei Monaten Gefängnis, sowie zur Tragung der gesamten Kosten des Verfahrens verurteilt. Waltz hatte am 15. Januar in einem Colmarer Lokal mit einem Stück Zucker den Stuhl „desinfiziert", auf dem vorher ein Leutnant der Garnison gesessen hatte. Die Strafe wurde mit dem Hinweis darauf gemildert, daß sich der Vorfall zu einer Zeit ereignete, wo unter der Bevölkerung infolge der Zaberner Ereignisse noch allgemeine Erregung herrschte. Weiter wurde als strafmildernd angesehen, daß die Beleidigung in Form eines schlechten Scherzes geschah. Da der Angeklagte bereits zweimal wegen Beleidigung vorbestraft ist, wurde von einer Geldstrafe abgesehen.
Vermischtes.
Ein Nachspiel zum letzten Kaiserpreiswettsingen. Die „Rhein. West. Ztg." teilt mit, daß es Pros. Fleisch in Frankfurt a. M. gewesen sei, der als Preisrichter die Leistungen der Cölner Sänger in einer so auffallend ungünstigen Weise bewertet habe, daß der Berliner Lehrergesangverein den Wanderpreis bekommen mußte. Dazu wird aus Cöln mitgeteilt, daß dieser Vorgang seit einiger Zeit bereits in musikalischen Kreisen Cölns und darüber hinaus lebhaft besprochen und kritisiert war. Es sei Tatsache, daß ein hervorragendes Mitglied der vom Kaiser für die Wettstreite eingesetzter, Kommission einen rheinischen Tonkünstler gelegentlich einer Unterhaltung in Berlin gefragt hat, ob der Cölner Männer-Gesangverein oder dessen Dirigent mit Prof. Fleisch ein Zerwürfnis habe: denn durch die ungünstige Zensur der Leistungen des Cölner Männer-Gesangver- eins durch Professor Fleisch sei diesem der Preis entzogen worden. Das Kommissionsmitglied autorisierte den Tonkünstler ausdrücklich, von dieser Unterredung Gebrauch zu machen, die übrigens in Gegenwart einer dritten Person stattgefunden hat. Die Namen der Beteiligten seien bekannt. Ein kategorisches Dementi, das Frau Prof. Fleisch den obigen Mitteilungen des westfälischen Blattes in der „Köln. Zeitung" entgegengesetzt habe, habe wenig Wert, da es in der Hauptsache besagt, daß Prof. Fleisch auf dem Sterbebette ein derartiges Geständnis nicht gemacht habe. Daß nicht früher in diese unerfreuliche Angelegenheit ein klarer Lichtstrahl gefallen, sei offenbar darauf zurückzuführen, daß man dem Lebenden gegenüber sich zur Diskretion verpflichtet gefühlt habe. Es wäre, dünkt uns, im Gegenteil richtiger gewesen, wenn die Cölner ihre Vorwürfe gegen Prof. Fleisch bei dessen Lebzeiten erhoben hätten, anstatt in falscher Anwendung der „Diskretion" zu warten, bis er sich nicht mehr verteidigen kann.
Zur Verhaftung des bayerischen Landtagsabgeordneten Abresch. Die Vorgeschichte der Entführung Fraulein Ilse v. Harders wird allmählich bekannt. Durch die Darstellungen Prof. Boethlingks und die Aeußerungen des Landtagsabgeordneten von Abresch selbst. Nach den Behauptungen des ersteren trat Abresch im Jahre 1889 ohne jedes Vermögen in die Dienste des Herrn v. Harder, dessen Millionenerbschaft er durch einen Scheinvertrag im Jahre 1890 zum größten Teil übernahm und den Herr v. Harder 20 Jahre später auer- kennen mußte. Der Vertreter des Klägers behauptet, daß Abresch die Liebe Fräulein Ilse v. Harders aus- nütze, um durch sie, da sie eine Gläubigerin ihres Vaters ist, in den Besitz des v. Harderschen Gutes in Argentinien, Huerta Marquez" zu bringen. Dieses Gut stellt einen Wert von fünf Millionen Mark dar. Abresch behauptet, daß er an Harder eine Erbschaft verkauft habe, für die ihm 800 000 Mark gutgefchrteben wurden. Die Erbschaft von Harders habe er durch einen rechtlich gültigen Obtionsvertrag über 500 000 Mark übernommen. Harder habe sich verpflichtet, seine Besitzung für die Schuld von 2^ Millionen Mark an ihn abzutreten.
Der „Rausschmeißer" — ein kaufmännischer Beruf. Die Eigenart vieler Unternehmungen der Großstadt schasst auch eine Fülle sonderbarer Berufe. So trat vor die Schranken des Berliner Kaufmannsgerichts als Kläger ein Hüne von Gestalt, der dem nicht alltäglichen Beruf des „Rausschmeißens" nachging. Gerichtet war die Klage gegen den Inhaber eines Cafeehausunternehmens in der Friedrichstraße, das mehr den Namen eines „Mor- gencafees" als eines Nachtcafees verdiente, denn der „Hauptbetrieb" wickelte sich in diesem Unternehmen in der Zeit von ^6 früh bis um 12 Uhr mittags ab. Während dieser Zeit bestand die Hauptaufgabe des Klägers darin, betrunkene Herren und Damen an die frische Morgenluft zu befördern. Diese Tätigkeit, für die der Hüne freies Essen und Trinken und noch 200 Mark mo- uEH bekam, iah der Letztere als eine kaufmännische Tätigkeit an und klagte als „Handlungsgehilfe" vor dem Kaufmannsgericht. Dieses sprach indessen dem „Raus- schmecher" seine Handlungsgehilfentätigkeit ab und kam zur Abweisung der Klage wegen Unzuständigkeit des angerufenen Gerichts.
Das Spielen mit Schießpulver und Feuerwerkskör- pern ist wieder einmal einigen Knaben verhängnisvoll geworden. In Detmold yatten einige Jungen Feuerwerkskörper zur Explosion gebracht und dann ein Pulverpäckchen angezündet. Als das Päckchen nicht zur Explosion kommen wollte, versuchten zwei Knaben, mit brennenden Streichhölzern es erneut in Brand zu setzen. In diesem Augenblick explodierte das Päckchen. Beide Knaben wurden im Gesicht schwer verbrannt. Die Haare der Augenlider und -Wimpern und ein Teil der Kopfhaare waren wie wegrasiert und zahllose Pulversplitter saßen im Gesicht. Der am schwersten Verletzte, bet dem die Gefahr des Verlustes des einen Auges besteht, hat u^ach^ärztlichem Ausspruch 80—100 derartiger Splitter
Wird Frau Caillaux freigesprochen werden? Die Frage wird an jedem Pariser Cafeehaus-Tisch erörtert, M doch ist es müßig, sie beantworten zu wollen, da *6 Schicksal &r Attmtütertn & t» &n Händen der
zwölf ® esdjwo reiten liegt. Immerhin weiß man schon, in welchen Bahnen sich die Verteidigung durch den bekannten Anwalt Labori bewegen wird: Labort war mit Calmette befreundet; ehe er die Verteidigung der Frau Caillaux übernahm, ging er daher zum „Figaro" und erklärte, er werde das Andenken des Verstorbenen in dem Prozesse nicht schmälern. Das Gleiche äußerte er Caillaux gegenüber. Labori geht also darauf hinaus, in seinem Plaidoyer die Frau des Politikers und Finanzministers verschwinden zu lassen und den Geschworenen nur das in ihrer Ehre gekränkte Weib menschlich nahezubringen, das in höchster Erregung znr Rettung ihres Familienglückes den Revolver ergriff. Gelingt es ihm aber, die menschliche, nicht die politische Seite der Geschworenen zu rühren, dann ist hundert gegen eins zu wetten, daß schon auf gründ früherer Freisprüche in ähnlichen Fällen auch diesmal eine zum Revolver greifende Frau — ohne Rücksicht auf ihre soziale Stellung — straffrei ausgeht.
Die einzige Cousine Franz Liszts im — Ver- forgungshause. Aus Graz wird berichtet: Franz Liszts Mutter war eine geborene Laager, ihr Bruder aber, Langer, war Seifensieder in Wiener-Neustadt. Seine Tochter nun, Anna, geboren am 27. Januar 1824 in Krems, lebt als Anna Heitzenberger, geb. Laager, seit 1854 in Graz. Sie hatte bis in die neunziger Jahre dort eine Schneiderschule, und ist vor kurzem in das städtische Vcrsorgnngshaus gebracht worden. Die Neunzigjährige wurde bisher von ihrer Nichte, der Damen- schneiderin Fritzi Langer in Graz, unterhalten, ist aber pflegebedürftig und manchmal geistesabwesend. Sie mußte deshalb ins Versorgungshaus gebracht werden, da die Damenschneiderin Fritzi Laager (eine Nichte 2. Grades von Franz Liszt), die selbst arm ist, Tag und Nacht arbeiten muß, um sich fortzubringen. Die Mutter dieser Schneiderin, Elisabeth Laager, verehelichte Bauer, wurde von Liszt sehr unterstützt. Anna Heitzenberger, die sich, wie schon erwähnt, im Versorgungshause befindet, ist die einzige noch lebende Cousine Franz Liszts.
Die Spargelzüchter aus Kalifornien. Mit einem „Spargelzüchter aus Kalifornien" und dessen Freund hat ein Amerikaner, der sich auf der Durchreise in Berlin aufhält, trübe Erfahrungen gemacht. In einem Reisebureau Unter den Linden traf der Mann einen Fremden, der ein Gespräch mit ihm anknüpfte und sich ihm als Landsmann O'Brien vorstellte. Man verließ zusammen das Bureau und ging plaudernd die Linden entlang. Da verlor plötzlich vor ihnen ein anderer Herr seine Brieftasche. O'Brien hob sie auf und gab sie sofort dem Verlierer zurück. Dieser dankte in englischer Sprache mit amerikanischem Klang und war hocherfreut, in dem ehrlichen Finder und seinem Begleiter zwei Landslente zu sehen, um so mehr, als er, wie er versicherte, kein Wort Deutsch konnte. Aus Dankbarkeit bot der Verlierer den beiden Herren einen Trunk an, und mau begab sich nach einem Hotel in der Wilhelmstratze. Hier saß man ungefähr eine halbe Stunde in eifrigster Unterhaltung, in der der Verlierer erzählte, dass er Spargelzüchter in Kalifornien sei und zum erstenmal Deutschland bereise. Als die beiden Herren „auf einen Augenblick" weggegangen waren, stutzte der Amerikaner und entdeckte jetzt, daß ihm seine Brieftasche mit acht Eiuhuudert-Dollarnoten, einer Zwanzig-Dollarnote und einem Scheckbuch über 1800 Dollar gestohlen worden war.
Erinnerungen an Kaiser und Könige.
Unter dem Titel: „Fünfzig Jahre meines Lebens, von 1859 bis 1909" hat der Graf de Mauguy soeben in Paris Erinnerungen erscheinen lassen, die man als einen wertvollen Beitrag der Memoirenliteratur begrüßen kann. Graf de Maugny hat, so schreibt die „N. G. C.", nie im Vordergründe großer geschichtlicher Ereignisse gestanden. Aber als Ordonnanzoffizier des Königs Viktor Emanuel H. von Italien und dann, nach seinem Uebertritt in die französische Armee, als Offizier der kaiserlichen Lanzenreiter und später als Diplomat am Quai ö'Orsay und Geschäftsträger war er doch, aus naher Entfernung der Zuschauer wichtiger Vorgänge.
Von dem ersten Herrscher, dem er diente, gibt der Graf de Mauguy eine höchst unterhaltende Schilderung. König Viktor Emanuel II. war in mancher Hinsicht ein Original, vor allem ein geschworener Feind der Etikette.' Am wohlsten fühlte er sich, wenn er als Jäger durch Wald und Feld streifen und mit einen Bauern speisen konnte. Bei den feierlichen Hofd ners, die ihm eine Qual waren, rührte er kein Gericht an und entfaltete nicht einmal feine Serviette, sondern gab, dre 'Hmlde auf teilten Säbel gestützt, nuverkeuubare Zeichen seiner Langeweile. Nach dem Sturze Napoleons III. tat er zu einem Freunde Maugnys die Bemerkung, eines solchen Schicksals müßten alle surften gewärtig sein, und fügte die im Munde eines Königs immerhin merkwürdiges, Worte hinzu, ihn wurde der Verlukt der Krone nicht schmerzen, — denn er wäre Republikaner.
Dem Kaiser Napoleon III. rühmt Maugny angeborene Güte und Freundlichkeit des Wesens nach und sein Urteil stimmt mit dem, das die Geschichte inztvischen gefällt hat, übereilt, wenn er memt, der letzte Kaiser der Franzosen habe häufig lange gezögert, bevor er sicb au einem Entschluß aufrafsen konnte, dann aber mit unbeugsamer Zähigkeit an seinem Willen festgehal-
SSi£ Fosef i von Oesterreich hegte, den Zaren Niko- aus II seinen Neffen, wie einen Sohn liebte, für den deutschen Kai^ ™r geringe Sympathie empfand. Eduard VII. von England wurde
Mauanu früh bekannt Man weiß, daß der König als Prinz von Wales die Freuden der Pariser Boulevards mit vollm ZügL genoß in en vornehmen Klubs hinter den Kulissen der kleinen Theairr uno tu och eleganten Restaurants eifrig verkehrte, und das war
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und er selbst in ernem großen Pariser Btatte regelmamg über auswärtige Politik schrtev, und er beuchtet, ich n damals, also noch vor semer Thronvestetgung. yave König Eduard VII. ihn durch ausfällig scharfe, deutsch seinRiche Monarchen, deren Lebens- wea^llauanv"kreuzte war jedoch Shah Nasr-eddin von Z^ Maugny §M^ der, als er am An- tonn der6^ besuchte, bei einem Fest, h/r m?Ä Mac Mahon, der Präsident der mfnnhw i?ln'ee-Palaste gab, die Frauen der Mini- Annette musterte und mürrischen Tones hie1 fS?n Ö&ß&°fpratf): „Alt, häßlich! Muß geändert werden " dagegen an der jungen., hübschen GrÄtn von D^c^^vveur solches Gefallen fand, daß er sie sich barern ausbat und durchaus nicht einsehen
harmlosen Wunsches verweigerte....
Sie tllslersrage im Unlerhause.
In der Unterhaussitzung am Mittwoch erklärte der Premierminister Asquith, daß er mit dem Kriegsminister Bedauern empfinde, daß der Name des Königs in dieser Weise mit der Affäre der irischen Offiziere verquickt werde. Der Herrscher habe nichts getan, was gegen die fmtftitniioneUen Rechte der Monarchie verstoße. Waffengewalt werde nicht angewendet werden, falls die Provinz Reformen nicht annähwe, die ihr die Regierung anbiete. Keilte Maßnahme militärischer Art, die provokatorischen Charakter trügen, würde die Regierung ergreifen.
Die Erklärungen des Ministers scheinen im Unter- Hause großen Eindruck zu machen und Asquith fährt fort, es sei richtig, daß die Frage der irischen Offiziere Gegenstand der Beratung im Kabinett gewesen sei und daß auch die Frage der Antwort des Generals Gough zur Sprache kam. Mit erhobener Stimme erklärte er weiter, es wäre ganz neu, wenn die Regierung erst mit Offizieren darüber beraten sollte, was sie zu tun und zu lassen habe. Das hieße, die Regierung der Willkür des Heeres und der Flotte unterwerfen. Es bestünde nicht der leiseste Zweifel darüber, wie das Urteil des Volkes über das Verhalten der Regierung darüber ausfallen würde.
Nach dem Ministerpräsidenten sprach der Konservative Bonar Law, der zunächst einen Brief von in Ulster stehenden Offizieren verliest, der ausspricht, daß es ein unerhörtes Mittel sei, Ulster mit Waffengewalt die Home Rute aufzuzwingen. Gibt es etwas Verbrecherisches als die Verquickung der Armee mit Politik'? In der Mehrzahl der Offiziere sei man sich einig darüber, daß die Regierung jetzt kaum etwas anderes sei als ein revolutionäres Komitee von der Art Huertas in Mexiko. Die Regierung habe Vorbereitnngen für einen KrtcgS- zustand getroffen. Sie habe Gutsbesitzern im Ulster gegenüberliegenden Teile voll Wales den Befehl erteilt, sich für alle Eventualitäten bereit zu halten.
w neuestes Dom Cuge
Kommissionsautrag auf Streichung des strengen Arrestes.
w Berlin, 20. März. In der heutigen Sitzung der 27. Kommission des Reichstags zur Beratung der Novelle zum Militärstrasgesetzbuch wurde der in erster Lesung abgelehnte fortschrittliche Antrag betr. Streichung des strengen Arrestes in minderschweren Fällen der unerlaubten Entfernung mit elf Stimmen der Sozialde- mokraten, Fortschrittler und Polen gegen neun Stimmen in zweiter Lesung angenommen.
Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen.
o** Berlin, 26. März. Heute morgen ^7 Uhr erfolgte an der Kreuzung der Prinzen- und Gitschiner- straße zwischen zwei Straßenbahnwagen der Linien 82 und 36 ein schwerer Zusammenstoß, wobei zwölf Fahr- gäste zu Schaden kanten. Sechs von ihnen wurden schwer verletzt in das Krankenhaus am Urban gebracht. Nach ärztlicher Aussage besteht aber bet feinem von ihnen Lebensgefahr. Der Zusammenstoß wird auf das Versagen der Bremse des einen der beiden Wagen zurückgeführt.
Verhaftung eines D-Zug-Diebes.
Berlin, 26. März. (B. Z.) Verhaftet wurde heute hier der 28jährige, aus Zielenzig stammende Maurer Pohl, der besonders in D-Zügen Diebstähle ausführte. Er pflegte die Züge kurz vor der Abfahrt zu besteigen und sie mit seiner Beute dann schleunigst zu verlassen, i M Universität unT „
Früher hatte er Paletotdiebstähle in der id in den Vorzimmern der Aerzte aus-
geführt. ,
Die Lampe in der Hand explodiert.
w- Berlin, 26. März. (B. T.) Als gestern abend der Magistratsgehilfe Wiist aus seiner Wohnung in der Gleimstratze mit einer brennenden Petroleumlampe die Treppe hinuntergehen wollte, explodierte die Lampe. Wüst sowie eine ihm zu Hilfe eilende Frau erlitten schwere Branöwltnden und mußten sofort einem Krankenhause zugeführt werden.
Eifersuchtstat in einem Berliner Vorort.
w> Weißensee, 26. März. (B. Z.) Heilte tracht gab in einem Hause an der Berliner Allee die Frau des Jtl- strumentenmachers Franke auf ihren Mann sechs Re- volverschüsse ab, durch die der Mann schwer verletzt wurde. Sodann versuchte die Frau, sich mit Leuchtgas zu vergiften, wurde aber an ihrem Vorhaben gebindert und festgenommen. Vermutlich hat die Frau die Tat aus Eifersucht begangen.
Das spionierende Kanonenboot.
«-$> Christiania, 26. März. Das vorgestern bet Leka lau der nordwestlichen Küste Norwegens gestrandete russische Kanonenboot ist gestern von drei norwegischen Torpedobooten abgeschleppt worden. Es hat sich herausgestellt, daß die Besatzung des Bootes in der letzten Zeit an der norwegischen Küste Spionage getrieben und Lotungerl vor genommen hat. Der Amtmann von Leka hat den Kommandanten des .Kanonenbootes aufgefordert, die photographischen Platten und Aufzeichnungen herauszugeben, was jedoch abgelehnt wurde. Er hat nunmehr dem Ministerium des Aeußern Bericht über diese Angelegenheit erstattet.
Der Aermelkanal in Aufruhr.
Paris, 26. März. Seit mehreren Tagen herrscht ein furchtbarer Sturm im Aermelkanal und an der französischen Westküste. Wie aus Brest gemeldet wird, ist ein Fischerboot eine Meile von der Küste entfernt, ge- silnken. Die 11 Mann starke Besatzung ertrank bis auf drei Mann, die sich an schwimmenden Balken festhielten, bis man sie nach ftundenlangen Bemühungen aus ihrer Lage befreite. Zwei weitere Fischerboote mit je 4 und 5 Mann Besatzung werden vermißt. Eine schreckliche Ueberfahrt hat der Viermaster „Quevillu" zu bestehen gehabt, der am 4. März aus Neuyork abgefahren war. Sämtliche Masten wurden infolge des Sturmes vernichtet und er konnte sein Ziel nur mit Hilfe von Notmasten erreichen. Mehrere Matrosen wurden von den Wellen über Bord gespüt und ertranken.
Ein Wahufinniger in der Notwehr erschossen.
>* Konstantinopel, 26. März. Der am Bagdsche- Tunnel der Bagdadbahn beschäftigte deutsche Ingenieur Otto Axt hat im Wahnsinn den schweizerischen Ingenieur Rettig, der an der Bohrung des großen Taurus-Tunnels mitarbeitete, überfallen und ist von Rettig in der Notwehr .erschossen worden. Der deutsche Konsul in Adana begab sich an Ort und Stelle, um eine Untersuchung etn- zuleiten.
Prinz Heinrich in Südamerika gelandet.
oe* Rio de Janeiro, 26. März. Der Dampfer „Cap Trafalgar" ist mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen an Borb heute morgen 6 Uhr hier eingetroffen.
Ein Dampfer in die Luft geflogen.
»np Honolulu, 26. März. Der dem Verkehr zwischen den Sanowichsinseln vermittelnde Dampfer „Mani" ist, wie berichtet wird, auf der Höhe von Hearlharbour m die Luft geflogen. Die gesamte, aus zwölf Mann bestehende Besatzung wurde getötet. Der Dampfer hatte Explosivstoffe an Bord. Er war von Honolulu nach Kuai in See gegangen.