Die Korsureise des Kaisers.
3n den bevorstehenden Fürstenbegegnnngen.
Unser Kaiser ist bekanntlich ein Mann der Ordnung. An demselben Tage und zur selben Stunde, wie vor zwei Jahren, tritt er am nächsten Montag die Fahrt nach dem Süden an und genau, wie vor zwei Jahren, unterbricht er sie zunächst in Wien, um einige Nachmittagsstunden des 23. März als Gast seines greisen Freundes und Verbündeten, des Kaisers Franz Josef in Schönbrunn zu verleben. Die Ankunft in Venedig erfolgt Dienstag früh und Mittwoch,' der 25. März wird — ebenfalls genau wie vor zwei Zähren — ein wiederholtes Zusammensein des Kaisers mit den:König von Italien bringen, mittags im königlichen Schlosse, abends an Bord des Kaiserschisfes, auf dem der Kaiser sofort nach seinem Eintreffen in Venedig Wohnung nimmt. Dann allerdings verlängert sich der Aufenthalt in der Lagunenstadt gegenüber dem Programm von1912 um 24 Stunden, denn erst Freitag früh fahrt der Kaiser nach Schloß Miramar, um den Erzherzog Thronfolger Franz Ferdinand zu besuchen. Ein solcher Besuch hat sich, wie man sich erinnert, auch an den letzten Aufenthalt in Venedig angeschlossen, nur daß der Erzherzog damals auf der Insel Brioni weilte. Am Nachmittag des 27. März wird die Hohenzollern ihren Kurs nach Korfu nehmen, wo die Ankunft voraussichtlich Sonnabend abend erfolgen wird. Der Sonntagvormittag dürfte nach den bisherigen Dispositionen noch an Bord verbracht werden; erst nach der Frühstückstafel fahrt der Kaiser nach dem Achilleion. t , , . _ _ ,
Die politische Lage, die dem Oberhaupt des Deutschen Reiches im vorigen Jahre diese Frühjahrsfahrt nach der Insel der Phäaken verwehrt hat — die der Jnse' Korfu unmittelbar gegenüber gelegene Küste gehörte ja damals noch zu den Schauplätzen des Balkan- krieges — gönnt dem Kaiser nunmehr wieder diese „Osterferien" unter dem milden Himmel des ionischen Meeres und ist jetzt auch erheblich freundlicher als sie vor zwei Jahren war. Damals lag ja Italien noch im Kriege mit der Türkei und außerdem war damals ein Mordanschlag auf den König vorausgegangen, der allerdings glücklicherweise sein Ziel verfehlte und nur dazu beitrug, die persönliche Stellung König Viktor Emanuels inmitten seines Volkes zu starken und zu befestigen. Auch das Verhältnis der verbündeten Monarchen und Reiche ist in all der Unruhe der letzten Jahre nur fester und inniger geworden. Die Kraftprobe, die Italien im Tripoliskrieg so glänzend bestanden hat, ist zugleich eine Kraftprobe des Dreibundes gewesen, und auch der hat sich als Grundlage der internationalen Stellung Italiens so hervorragend bewährt, daß fortan auch dort keine Regierung mehr denkbar ist, die einen anderen Kurs steuern konnte oder möchte.
Daß der Kaiser von Korfu aus einen Abstecher nach Athen machen wird, um den Besuch seines Königlichen Schwagers zu erwidern und seine Schwester wieoerzu- sehen, gilt nicht als wahrscheinlich. Wohl aber wird das griechische Königspaar sich mit dem Kaiser auf Korfu selbst begegnen. Und unmöglich ist es auch nicht, daß der neue Staat, der sich inzwischen in unmittelbarer Nähe von Korfu aufgetan hat, das Fürstentum Albanien, dem Kaiser in der Person seines Herrschers seine Aufwartung machen wird. Und es wäre hübsch und sinnvoll, wenn Griechenland und Albanien sich bei dieser Gelegenheit dort auf Korfu die Hände reichten.
Die Erfahrungen mit den Luftschiffen.
Dr. Eckener über neue Möglichkeiten der „Zeppeline".
Dr. Eckener, der bekannte Führer der Zeppeline, hat vor kurzem in einem Vortrag im Luftfahrtverein von Pforzheim bedeutsame neue Mitteilungen Über Erfolge und Möglichkeiten der „Zeppeline" gemacht, die beweisen, daß diese starren Luftschiffe, bet aller vorsichtigen Zurückhaltung, von der sich Dr. Eckener beherrschen ließ, eine gewaltige Kriegswaffe bedeuten. Zwar gab Dr. Eckener der Meinung Ausdruck, daß die militärische Brauchbarkeit der „Zeppeline" eine nur beschränkte sei, ja, daß ein solches Luftschiff nicht einmal vollkommen die Kavallerie ersetzen könne, soöatz sein Hauptwert immer in der Fernaufklärung liegen werde. Aber was der bekannte Aeronaut an Tatsachen von bereits erreichten Erfolgen berichtete, läßt doch die militärische Bedeutung und Verwendungsmöglichkeit der Zeppeline in hellstem Lichte erstrahlen.
So müssen die Leistungen der Zeppeline als Bom- benwerfer als ungewöhnlich großartig bezeichnet werden. Dr. Eckener berichtet z. B., daß es bei den jüngsten Uebungen in Döberitz gelang, mit vier Bombenwürfen aus 1500 Meter Höhe einen ganzen Bahnhof in die Luft zu sprengen. Was das im Falle eines Krieges bedeutet, bedarf nicht erst näherer Erläuterung. Der sichere Beweis ist erbracht, daß es unsere Zeppeline sehr leicht in der Hand haben, die nächtlich beleuchteten Bahnhöfe im Feindesland, die ein sicheres Ziel bieten, mit ein paar
Täuschender Schein.
Original-Roman von Ludwig Blümcke.
2) (Nachdruck verboten.)
„Ich entsinne mich, daß Heinz mir von der ewigen Fehde, in der Sie leben, erzählte. Hieß der Oberförster, der Sie besonders haßte, nicht Weidenbaum?"
„Ganz recht. So heißt er heute noch. — Aber jetzt beginnt es zu regnen. Warten Sie, ich helfe Ihnen Ihre Bagage tragen. Marsch — marsch!"___
„ Der freundliche Gutshof mit seinen weihen, mas- stven Gebäuden, den hohe Tannen, Eschen und ein paar Eichen umgeben, war nun erreicht. Vor dem im ^^enstU gebauten Herrenhaus befand sich eine von ^"chiender Kresse umsponnene Veranda.
Ein hellgekleidetes, schlankes, junges heraneilenden Männern lächelnd ent- "och ihrer Regensurcht. Es war SrriV?;^ goldhaariges Töchterlein. Ihre zrerlrche ,5lgur hob sich nun ein wenig, damit die neu- g^Efigen Blauaugen über das üppige Gerank durch ein Guckloch besten hinwegieheu könnten. Der sich gewandt und elegant bewegende Begleiter ihres mächtig aus- fiC1 ''Hoffentlich ist's Achls Besonderes, etwa ein Jagdgast aus der Stadt," sagie sie dabei zu sich selber, und an Stelle des spöt- ^sAEN 4^^ urplötzlich auf ihr zartes, reizen- des Gesichtchen ein Zug der Besorgnis. „Das sehlte noch gerade! Jetzt mitten m der Plätterei. Herje, wie siehts ch^44^?4^ch"ell huschte sie hinein, um auf alle Falle Plattbrett und Wäsche aus der „guten r» schaffen, die sie wegen der Geräumigkeit für ihre Beschäftigung ausgesucht hatte. Aber da trampelte der Papa schon mit seinen schweren Stiefeln auf dem Flur und nötigte mit durchdringender Stimme seinen Begleiter gerade in den Salon. Nannte er ihn nicht ,6ar Leutnant?"
Bombenwürfen aus dem Luftschiff ganz und gar zu vernichten, ja, die unübertreffliche Zielsicherheit bei den Bombenwürfen aus den „Zeppelinen" hat noch Großartigeres erreicht. Man konnte, wie Wurfversuche über der Elbmündung ergeben haben, aus 100 Meter Höhe kleine rote Bojen innerhalb des genau bestimmten Umkreises von 1 Meter unfehlbar treffen. Das bedeutet nichts anderes als die Möglichkeit, daß ein Zeppelin es vermag, aus geeigneter Höhe Bomben in die Schornsteine von Kriegsschiffen zu werfen und sie unfehlbar zu treffen.
Auch hier liegt die gewaltige Bedeutung dieser Erfolge für den Ausgang eines künftigen Seekrieges geradezu auf der Hand. Die schlimmsten Feinde unserer Zeppeline sieht Dr. Eckener in den Ballon-Abwehr- Kanonen, die nach dem gegenwärtigen Stande ihrer Konstruktionen enorme Höhen mit ausgezeichneter Treffsicherheit erreichen können, während er den Fliegern längst nicht eine solche Gefährlichkeit beimißt. In der größeren Steigfähigkeit des Luftschiffes sieht Dr. Eckener eine bedeutsame Ueberlegenheit desselben, die die einem Zeppelin von einem Flugzeug her drohenden Gefahren leicht vermeiden läßt. Versuche auf dem Mainzersand haben erwiesen, daß ein Zeppelinschiff mehr als doppelt so schnell steigt als ein Flugzeug: Der Zeppelin brauchte, um auf 1000 Meter nur dynamisch und ohne Ballastabgabe zu kommen, 4ü Min., der Flieger Hirth für 500 Meter 5% Min. Dr. Eckener ist der festen Ueberzeugung, daß selbst im Falle des Ueber- fliegens des Luftschiffes durch das Flugzeug der Zeppelin immer das letzte Wort sprechen wird, da es erfahrungsgemäß leichter sei, von der oberen Plattform des Luftschiffes das Flugzeug herunter zu schießen, als daß der Flieger mit seinen unsicheren Bombenwürfen viele Aussicht habe, das Luftschiff zu treffen. Von großer Bedeutung sind die Ausführungen Dr. Eckeners hinsichtlich der Möglichkeiten der Zeppeline im überseeischen Fernverkehr. Ständen nicht politische Gründe im Wege, so wäre der Ausbau internationaler Zeppelin- Luftschifflinien durchaus leicht zu bewerkstelligen. Eine Luftschifflinie von Southampton nach Berlin im Anschluß an die großen Ozeandampfer wäre heute mit 16 Stunden Zeitersparnis durchaus im Bereiche der Mög- lichkeit, dasselbe meint Dr. Eckener von einer Luftschiffverbindung zwischen Marseille nach Alexandrien. Der überseeische Fernverkehr mit Zeppelinen ist jedenfalls iuv Lichte der Ausführungen Dr. Eckeners nur eine Frage der Zeit.
Englands Verpflichtung gegen Arankeich.
Lord Roberts begründet in einem offenen Brief an die Presse die Notwendigkeit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht damit, daß das ganze Expeditionskorps von 162 000 Mann sofort nach Ausbruch des .Krieges nach auswärts gesandt werden müßte, also bevor die Territorialarmee ihre sechsmonatige Ausbildung erhalten hat und damit zur Abwehr eines Einfalles geeignet wäre. Als Gründe, warum mit dieser sofortigen Em- sendung der ganzer: regulären Armee gerechnet werden muß, nennt er Indien, Aegypten und Frankreich! Mit Bezug auf Frankreich schreibt er:
„Im Fall eines europäischen Krieges sind wir auf die Hilfe unserer französischen Freunde angewiesen, um unsere Freunde durch das Msttelmeer befördern und unsere Garnisonen dort und in Aegypten verstärken zu können. Wir hängen weiter von ihrer Hilfe für die Sicherung der fünfzig Prozent unserer Lebensmittel ab, die durch dieses enge Meer kommen. Erfordert eine solche Seehilfe keine Zahlung in Truppen zu Land?"
Das größte ministerielle Blatt, der „Manchester Guardian", antwortet darauf: „Wir bestreiten absolut das Bestehen einer solchen Schuld, und wenn sie bestünde, würden wir es zu unserer wichtigsten Lebensaufgabe machen, ihre Nichtanerkennung zu erzielen. Und selbst wenn wir das nicht erreichten, steht fest, daß unser Expeditionskorps im Kriegsfall nicht rechtzeitig nach dem Festland befördert werden könnte, um den Franzosen oder irgendwem etwas zu nützen."
Interessant an dieser Polemik ist nur der Umstand, daß die Freunde der allgemeinen Dienstpflicht sich durch keine Mißerfolge abschrecken lassen, vielmehr ihre Agitation unermüdlich fortsetzen.
Politifdie Rundschau.
Der Statthalter Graf Wedel stattete Freitag nachmittag dem Reichskanzler einen anöerthalbstündigen Besuch ab. Er gedachte Sonnabend abend Berlin wieder zu verlassen. Vor seiner Abreise aus Straßburg hat eine Abordnung der dortigen Kaiser Wilhelms Universität unter Führung des Rektors dem Statthalter aus Anlaß seines Scheidens eine Adresse überreicht, die den Dank der Universität für das entgegengebrachte Wohlwollen ausspricht.
Jetzt stand der ungebetene Gast vor dem in seiner Verlegenheit bis in die Ohrenzipfelchen errötenden Fräulein, verbeugte sich ehrerbietig und wurde Agnes als Leutnant Rudorp vorgestellt. —
„Aber ich komme sehr störend, wie ich sehe," rief er mit dem 'Ausdruck aufrichtigen Bedauerns in seinem feinen, schönen Gesicht aus. „Das böse Gewitter."
„Ich habe im Augenblick aufgeräumt," stotterte Ag- nes, die noch mehr in Verlegenheit geraten war, als sie den Name:: „Rudorp" gehört. Ahnte sie ja doch sofort, daß es nur der Freund ihres verstorbenen Bruders sein könnte. — Galant öffnete er ihr die Tür zum Nebenzimmer und war ihr mit einem so recht herzlichen, ihr wohltuenden Lachen behilflich, einen großen Korb voll schneeweißen Linnens hinaus zu expedieren. So, nun befand man sich in der „guten Stube", die an Behaglichkeit, trotz aller Einfachheit, nichts zu wünschen übrig stieß. — Ein paar mächtige Geweihe an den Wänden lenkten Erwin Rudorps Aufmerksamkeit gleich in der ersten Minute auf sie, denn er war auch Jäger und verstand ihren Wert zu schätzen. — Nachdem die Tochter vom Hause, die seit der Mutter Tode, ungeachtet ihrer großen Jugend, die Jnnenwirtschaft auf Waldwiese mit Umsicht und viel Verständnis führte, den Leutnant gebeten hatte, auf dem Sofa Platz zu nehmen, wirbelte sie wieder hinaus, um schnell ein wenig Toilette zu machen. In ihrer großen Wirtschaftsschürze kam sie sich gar so gewöhnlich vor, und ihr volles, goldiges, ein wenig ins Rötliche spielende Haar, das sie in einem dicken Zopf auf dem schöngeformten Köpfchen trug, mochte übel in Unordnung geraten sein.
Gerade als sie ihr kleines, im Giebel des Hauses gelegene Stübchen betrat, fuhr wieder ein Blitz von blendender Helle hernieder, dem ein das ganze Gebäude erschütternder Donnerschlag auf der Stelle folgte.
„Herr Gott, das muß eingefchlagen haben!" rief sie erbleichend aus, und für ein paar Minuten war
Die Osterferien des Reichstags werden nach den augenblicklichen Dispositionen am 28. März beginnen. Bis zum 27. März sollen Sitzungen abgehalten werden. Nach Erledigung des Kolonialetats soll das Etatsnotgesetz und der Nachtragetat verabschiedet und die noch nicht beratenen Gewerbenovellen zur ersten Lesung gestellt werden.
Die Statthalterfrage vor der Entscheidung. Das offiziöse Telegraphenbureau hat zwar die Meldung ausgegeben, die Ernennung des Nachfolgers des Grafen von Wedel auf den Posten des Statthalters von Elsaß- Lothringen sei noch nicht erfolgt. In sonst gut unterrichteten Kreisen hält man aber die Ansicht aufrecht, daß an der Ernennung des jetzigen preußischen Ministers des Innern von Dallwitz zum Statthalter nich: mehr zu zweifeln sei. Als Nachfolger für Herrn von Dallwitz im Ministerium des Innern wird mit ziemlicher Bestimmtheit der Oberpräsident von Berlin von Windheim, genannt. Es gilt auch für sicher, daß die Publikation dieser Veränderungen in allernächster Zeit erfolgt.
Schwedens Anschluß an den Dreibund fordert Sven Hedin in einer Verteidigungsbroschüre „Zweite Warnung". Sie wird in diesen Tagen in einer Million Exemplaren in ganz Schweden verteilt. Sven Hedin sieht in der bisherigen Neutralitätspolitik nach allen Seiten eine Gefahr und fordert zum Anschluß der schwedischen, auswärtigen Politik an die Mächte des Dreibundes, hauptsächlich Deutschland, auf.
Ueber die russischen Rüstungen an der österreichischen Grenze hat die Regierung des Zaren eine beruhigende Erklärung in Wien abzugeben für gut befunden. Graf Berchtold — so heißt es — habe sich durch die Aufklärungen des Botschafters befriedigt erklärt und somit sei die brennende und beunruhigende Rüstungsfrage endgültig abgetan.
»-* Die englische Regierung im Kanrpf mit Ulster. In London war am Sonnabend das Gerücht verbreitet, daß zahlreiche Kavallerieoffiziere, die in Irland stehen, ihren Abschied eingereicht hätten, um nicht bei den zu erwartenden Unruhen in Ulster verwendet zu werden. Die Times melden, daß eine Bestätigung des Gerüchts bisher nicht zu erlangen gewesen ist, daß es auch unglaubwürdig erscheint.
Kleine lladiriditen.
Die Wirkung des Generalpardons. Wie verlautet, hat die neue Einschätzung nach dem Generalparöon im Kreis Niederbarnim einen Vermögenszuwachs von 24 Millionen Mark ergeben. Ueber 8 Millionen Mark sind^ als Wirkung des Generalpardons mehr an Vermögen im Kreise Einbeck angegeben worden. Davon entfallen auf die Stadt Einbeck 2 Millionen und auf die Landbevölkerung 6 Millionen Mark.
Das Hochwasser des Rheins und der Maaß hat auch in Holland ernste Folgen gezeigt. Am Freitag durchbrach das Maaß-Wasser in der Nähe von Grave die Uferbefestigung. Truppen aus Nymwegen sind angekommen, um den Bauern beim Dichten des Durchbruches zu helfen.
Stnrmverheernngen auf einem Flugplatz. Auf dem Flugplätze Villacoublay bei Paris richtete ein orkanartiger Sturm große Verheerungen an. Zwei Militärfliegerschuppen brachen zusammen, die darin befindlichen Flugzeuge wurden vernichtet.
Typhuserreger im Leitnngswasser. In der rheinischen Gemeinde Hamborn wurde das Vorhandensein von Typhuserregern im Leitungswasser festgestellt. Man bringt die Verseuchung der Brunnen und Wasserbehälter mit dem Hochwasser zusammen.
Ueber die Katastrophe bei Venedig wird fortwährend Neues berichtet. In den Fluten spielten sich furchtbare Kämpfe ab. Eine große Anzahl Passagiere des Dampfers „Santa Elena" stürzte sich mit voller Kleidung ins Wasser, um den mit dem Tode Ringenden Hilfe zu bringen.
^ Eine schwere Typhnsepidemie ist in der japanischen Hauptstadt ausgebrochen. Bisher sind 600 Krankheitsfälle festgestellt worden. Die Ursache der Epidemie hat noch nicht festgestellt werden können.
Von den zusammengewachsenen Pariser Zwillings- schwestern Madeleine und Suzanne, die durch einen Chirurgen kürzlich getrennt worden sind, ist jetzt die eine gestorben. Sie war schon vor der Operation krank und die Befürchtung, daß ihre Krankheit auch das Leben der andern gefährden könne, hat am meisten dazu beigetragen, daß die Operation unternommen worden ist.
»^ Eine rätselhafte Epidemie ist in dem Tiroler Orte Poccacchio bei Rovereto ausgebrochen. 20 Personen wurden von der Krankheit ergriffen, die sich darin äußert, daß die Erkrankten schwarze Flecken amweisen, und starkes Fieber haben. Vier junge Leute sind bereits gestorben. Es konnte bisher nur festgestellt werden, daß es sich um keine Vergiftungserscheinungen, sondern um eine Infektionskrankheit handelt.
o-* Eine schwedisch-englische Südpolexpedition. In der Gesellschaft für Anthropologie und Geographie wurde
der schöne Gast, vor dem sie sich eben noch genierte, ganz und gar vergessen. Sie schaute nur voll banger Erwartung zum Fenster hinaus, denn es war ihr, als müßten irgendwo im Augenblick die hellen Flammen auflodern. — Und abermals ein Blitz und ein dröhnender Schlag!--Wie eigentümlich leuchtete das Laub der Eichen und Eschen! — Ein ganz ungewöhnliches Grün schien das zu sein, wie von zauberhaftem Licht beschienen. Und nun fegte ein Wirbelwind über den Platz, nahn: Strohhalme, Reisig und Sand mit sich hoch in die Luft, zerzauste wie ein ungebärdiger Gesell die Aeste der starken Bäume, bog die schwanken Wipfel der dunklen Tannen tief hinab und heulte schaurig um das Dach des Hauses. Dicke Regentropfen klatschten an die Fensterscheiben, erst einzeln, dann immer häufiger werdend, schließlich in gießendem Strom.
„Jetzt wird's bald vorüber sein!" atmete Agnes erleichtert auf und trat in dem fast dunklen Zimmer vor den Spiegel, um ihr Haar zu ordnen und sich in aller Geschwindigkeit umzukleiöen. —
Was wollte der Leutnant denn nur? Ach Gott, er dürfte sicher nicht lediglich aus dem Grunde gekommen sein, um dem Vater seines toten Freundes einen Besuch zu machen.
Sollte er nun etwa doch an eine Schuld mahnen wollen, die er Heinz vor dessen Tode als getilgt bezeichnet hatte? —
„Wer könnte es ihm schließlich verdenkenä" spann sie diesen recht unangenehmen Gedanken fort. „Was sagte dir Heinz doch noch von ihm kurz vor feinem Tode? Erwin Rudorp wird Vater niemals mahnen. Ich schulde ihn: tausend Mark. Aber er zerriß den Schuldschein, der Edle. Wenn nur die andern Schulden nicht alle wären, dann würde mir das Sterben leichter! Der arme Vater!
— „Ja, tausend Mark. Soviel war's. Ach, nun wird die ganze traurige Geschichte sicher noch einmal aufgerollt/
(Fortsetzung folgt.)