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herangebracht. Die Schüsse des Maschinengewehres konnten die Pallisade nicht durchschlagen und wurden mit Hohngeschrei beantwortet. Der Postenführer mußte deshalb dauernd auf die einzelne Stelle feuern lassen, sodaß ungefähr nach 900 Patronen diese Stelle endlich durchgeschlagen war. Und als gleichzeitig ein strömen­der Regen einsetzte, der die Vorderlader der Einge­borenen unbrauchbar machte, begannen die Ndia ab- zubauen. Ich ließ jetzt zum Sturm blasen, und es ge­lang, das Dorf um ^2 Uhr zu nehmen.

Die Einnahme hatte gekostet: zwei Mann Tote, einer schwer verwundet, der später starb, und vier leich­ter Verwundete. Bis zum 17. blieb ich in Ndia und ließ Patrouillen zur Verfolgung streifen. Von eingebrachten Weibern hörte ich, daß die Ebas sich nicht unterwerfen wollten, bevor nicht auch die übrigen drei Dörfer Ngok, Belembele und Hodemajok bekämpft worden seien. Auch diese drei Dörfer mußten, so wird weiter berichtet, in ähnlicher Weise genommen werden. Dann erst kamen die Aufständischen der Aufforderung, ,sich zu unterwerfen nach. Zahlreiche Häuptlinge erschienen und boten ihre Unterwerfung an. Als Sühne wurde ihnen aufgegeben, Arbeiten und Verpflegungs-Lieferung, sowie Wieder­aufbau ihrer Dörfer an von der Verwaltung bestimmten Plätzen." _______________________________________________

Gericht und Recht*

Neun Rnssen unter Spionageanklage. Vor dem Er- keuntnissenat des Wiener Landgerichts begann am Montag der für eine Woche anberaumte Prozeß gegen neun russische Spione, die, wie aus der Anklageschrift hervorgeht, zu Beginn des Balkankrieaes, als in Pe­tersburg die geheimen Ziele des Balkanbundes wohl be­kannt und alle Vorbereitungen zur Entfesselung eines europäischen Krieges getroffen waren, von Rußland nach Oesterreich entsandt wurden, um insbesondere die in den östlichen Grenzgebieten getroffenen militärischen Vorbe­reitungen auszuspionieren. Alle neun Angeklagten sind russische Untertanen.

Vermischtes.

Das „Adreßbuch" des Juwelenränbers. Recht ver­hängnisvoll sollte für den Juwelenräuber Paul Haase in Berlin ein in Form eines Adreßbuches angelegtes Notizheft werden. H. war gemeinsam mit einem Spieß- gesellen unter der Maske eines Leitungsrevisors aufge­treten, um in den westlichen Vororten Juwelendieb- stähle auszuführen. Im Laufe kurzer Zeit vermochte er für über 10 000 Mark Wertsachen zusammenzustehlen. Bei einer Durchsuchung der Behausung des Verhafteten fand die Kriminalpolizei ein Notizbuch, in dem zahl­reiche Adressen angeführt waren. Sorgsam hatte Haase die Adressen der reichsten Anwohner der westlichen Nach­barorte und auch aus Berlin W. ausgezeichnet. Bei allen den Adressen, denen der Festgenommene bereits seine „Aufwartung" gemacht hat, war ein entsprechen­des Zeichen vermerkt. H. erklärte bei seinen Verneh­mungen. daß er nur solche Herrschaften aufgesucht habe, bei denen Juwelen zu vermuten sind, und die derartige Verluste auch leichter ertragen könnten. Inzwischen hat die Kriminalpolizei auch den „Mitarbeiter" des Verhaf­teten in der Person des Monteurs Fritz Bachnick aus Neukölln ermittelt. .

Eine Konsulsgattin unter dem Verdacht des Laden- diebstahls verhaftet. Die Gattin des früheren deutschen Konsuls in Boston Reincke wurde in Neuyork unter der Beschuldigung, wertlose Kleinigkeiten sich angeeignet zu haben, verhaftet, doch gegen Bürgschaft entlassen. Es wird angenommen, daß die Dame an Kleptomanie lei­det. Dem Londoner „Daily Chroniele" wird über den aufsehenerregenden Vorfall telegraphiert: In einem Neuyorker Warenhaus wurde eine elegant gekleidete Dame wegen Dtebstahls verhaftet, die sich als „Baronin Dohna-Reincke", Gattin des früheren deutschen Konsuls in Boston, auswies. In ihrem Muff fanden ft& ver­schiedene wertlose Kleinigkeiten, für die sie keine Bezah­lung geleistet hatte. Die Polizei nimmt an, daß es sich hier um einen Fall von Kleptomanie, der jede Verant­wortlichkeit ausschlietzt, handelt. Zunächst wollte die Dame ihren Namen nicot nennen und behauptete, in Texas wohnhaft zu fein. ,

Der verstorbene George Westinghouse. Der Eisen­bahnbetrieb und die Westinghoufe-Bremse sind zwei Dinge, die unlöslich miteinander verbunden sind. Und doch hatte der Erfinder, wie so viele seiner Kollegen, die größte Mühe, seine epochemachende Erfindung zur Gel­tung zu bringen. Er war zwanzig Jahre alt, das sind jetzt nahezu fünfzig Jahre her, als sich bei ihm zuerst der Gedanke einer Luftbremse entwictelte. Keiner der Eisenbahndirektoren der damaligen Zeit wollte sich auch nur die phantastischen Behauptungen des Jünglings anhören, der gänzlich unbekannt war. Es dauerte lange §ett ehe man sich überhaupt zu einer Probe der neuen ache verstand. Ein öffentlicher Versuch wurde unter­nommen, und die Luftbremsen bewiesen das und mehr, was sie versprochen hatten. Jetzt aber zeigte es sich, daß Westinghouse nicht nur ein Erfinder, sondern auch ein kalt überlegender Geschäftsmann war. Anstatt sein Patent an die Eisenbahnen zu verkaufen, gründete er eine Gesellschaft und baute in Pittsburg große Werk­stätten, die seine Erfindung ausnutzten. Die Pitts- burger Werke waren die ersten einer ganzen Reihe ähn­licher Werke, die in den Vereinigten Staaten und Europa entstanden.

Ehrung von Offiziermüttern. Kaiser Franz Josef bat vor einigen Tagen der Gräfin Chotek, der Schwester der Gemahlin des österreichischen Thronfolgers Erzher­zog Franz Ferdinand, der Herzogin von Hohenberg, emen hohen Orden verliehen, weil ihre vier Söhne als OMsiere seinem Heere dienen. Der Kaiser wollte durch öum Ausdruck bringen, daß eine so tüchtige Söhne schenkte, einer Ehrung würdig sei. Diese Anschauung des grersen Monarchen kommt um so deutlicher zum Ausdruck, als er bereits einmal Veranlassung genom- V^'/ine Mutter zu ehren, deren 7 Löhne sämtlich als Offiziere im Heere dienten. Damals erhielt Frau Anna v. Lunzer, die Witwe des verstorbenen General- majorsv.Lunzer.den Elisabethorden 2. Klasse, eine un- gewöhnlich hohe Auszeichnung. Ihre 7 Söhne dienen sämtlich als Offiziere in den verschiedensten Regimen­tern.

Protest gegeu den geschlitzten Rock. Der „Vaterlän­dische Bund französischer Frauen" hat eine geharnischte Kriegserklärung gegen die Ausschreitungen der jüngsten Mode und insonderheit gegen die Mode des geschlitzten Rockes erlassen. Dieser Bund ist eine sehr aristokratische und sehr einflußreiche Körperschaft, und an der Spitze der gedachten Kundgebung stehen die Namen von einer Herzogin, zwei Marquisen, einer Gräfin und einer Vi- komteffe. Die Kriegserklärung des „Vaterländischen Bundes französischer Frauen" hat natürlich großes Auf­sehen erregt und bereits jetzt zahlreiche Zustimmungen hervorgerufen. In der Kanzlei des Bundes laufen un­ausgesetzt Schreiben ein, deren Verfasserinnen sich mit den Zielen des Aufrufes vollkommen einverstanden er-

schof von Paris dieser Tage den Bund zu seinem Vorge­hen öffentlich beglückwünscht und als in dieser Ver­sammlung eine Gräfin in einem Vortrage die gegen­wärtige Mode als entwürdigend bezeichnete, erntete sie stürmischen Beifall.

Ein Meteoraberglaube. Das Auftreten großer Me­teore läßt sich im einzelnen nicht voraussagen. Die Be­obachtung hat nur eine Reihe von größeren Meteor- schwärmen nachgewiesen, die allerdings zu bestimmten Zeiten wiederkehren. Nachdem ihr Zusammenhang mit gewissen Kometen entdeckt worden ist, haben sich auch die Bahnen mancher Meteorschwärme berechnen lassen, so- datz der wahrscheinliche Höhepunkt ihrer Entfaltung vor­ausbestimmt werden kann. Auch diese Erwartung ist reilich nicht selten getäuscht worden, und es läßt sich chon gar nicht sagen, wann es zur Erscheinung von gro­ßen Feuerkugeln kommen wird. Diese treten vielmehr tets überraschend auf. Um so seltsamer ist die Tatsache, daß im rumänischen Volke seit alter Zeit der Glaube besteht, daß in den Tagen vom 14. bis 20. Januar große Meteore niedergehen. Als besonders bevorzugt gilt der 19. Januar. Da die Wissenschaft bisher von Meteor- schwarmen in dieser Jahreszeit keine Kenntnisse gewon­nen hat, so kann auch der rumänische Volksglauben schwerlich auf sicheren und wiederholten Beobachtungen beruhen. Er wird aber feit Jahrhunderten sowohl von den Bauern wie von den Stadtbewohnern unterhalten Man sagt dort, daß sich am 19. Januar der Himmel öffne, und namentlich junge Leute schauen an diesen Tagen eifrig nach einem Himmelszeichen aus, da der Meinung nach ein Wunsch, der im Augenblick seiner Erscheinung geäußert wird, noch im selben Jahre in Erfüllung geht. Dieser Aberglaube findet sich übrigens auch überall im deutschen Volke. Außerdem steht der 17. November in Rumänien in einem ähnlichen Rufe, und zwar mit mehr Recht, weil der November ein Atonal ist, der die Wiederkehr von zwei der größten Meteor­schwärme einschließt. Die Entstehung des rumänischen Aberglaubens, wenn es sich um einen solchen auch hier handelt, ist vielleicht dadurch zu erklären, daß dort ein­mal ein besonders glänzender Feuerball zur Erde ge­gangen ist, der um so mehr Aufmerksamkeit erregte, als der Himmel an den genannten Tagen meist bewölkt zu sein pflegt. Diese Beobachtung, die sich ja zufällig wie­derholt haben mag, ist dann wohl vom Volk verallge­meinert worden.

Der gebildete Pikkolo. (Im Restaurant.) Pikkolo (sieht, wie ein etwas zweifelhafter Gast einen kostbaren Pelz anzieht): „Sein oder nicht sein? Das ist hier die Frage."

Anzüglich. Student: „Die Eule galt schon im klassi­schen Altertum als Symbol der Weisheit und des Stu­diums." — Hausfrau: „Wahrscheinlich, weil sie tags­über schläft und nachts unterwegs ist!"

Eifersuchtstragödie eines Negers

Die furchtbare Tat eines Negers, als deren Motiv Eifersucht und verschmähte Liebe anzusehen ist, hält zur feit die Stadt Neuyork in Aufregung. Die 27jährige rau Luise Oldershaw lebte bis zum Oktober vorigen Jahres mit dem 29jährigen Farbigen Warren Nelson zusammen. Dieser beging ein Attentat auf ein junges Mädchen und wurde deswegen in das Gefängnis Sing- Sing geschickt. Als seine Geliebte von der Haftstrafe er­fuhr, brach sie alle Beziehungen zu dem Neger ab. Wäh­rend dieser im Gefängnis saß, verheiratete sie sich mit Frederick Oldershaw aus Broklyn. Auf irgend eine Weise erfuhr dieser aber von den früheren Beziehungen seiner Frau zu dem Neger und trennte sich dann sofort von ihr. Frau Oldershaw zog in die Wohnung ihrer Schwester, einer Frau König.

Als der Neger aus der Haft entlassen wurde, suchte er sofort wieder die Beziehungen zu seiner früheren Ge­liebten anzuknüpfen, er wurde aber stets abgewiesen. Stets dringlicher wurden seine Bitten, tagtäglich erhielt die Frau flehende Liebesbriefe. Fast kein Tag ging vorüber, an dem der Neger nicht in der Wohnung der Frau König erschien mit der Bitte, Frau Oldershaw sehen oder sprechen zu können. Die Frau aber blieb fest und ungerührt, sein Flehen unerhört. Die ständi­gen Abweisungen und seine immer stürmischere Sehn­sucht nach der Geliebten versetzten den heißblütigen Schwarzen allmählich in rasende Aufregung, von oer das Schlimmste zu befürchten war. In der letzten Zeit hatte er wiederholt Drohungen gegen die Frau ausge- stotzen, sodaß diese kaum noch einen Schritt vor die Türe zu setzen wagte.

An einem der letzten Tage erschien Nelson wieder in der Wohnung der Frau König und drang beim Oeff-

in der Wohnung der Frau König und drang beim Oefs- nen der Tür gewaltsam in den Hausflur ein. In der Wohnung befand sich in diesem Augenblick auch die Tante der beiden Frauen, eine Frau Hach alle drei hielten sich in der Küche auf, wo sie mit Waschenbeschaf- tigt waren. Der Neger stieß Frau König, die ihm die Tür geöffnet hatte, mit furchtbarer Gewalt beiseite und drang in wahnwitziger Wut in die Küche ein. Noch einmal stürmte er auf seine frühere Geliebte ein, doch mit ihm zurückzukehren und wieder mit ihm zusammen zu leben. Die Antwort war nur, daß er mit energischen Worten hinausgewiesen wurde. Nun kannte die Wut des Negers keine Grenzen mehr, und, ohne weiter ein Wort an verlieren, zog er einen Revolver und richtete ihn auf eine ehemalige Geliebte. Ein Schutz krachte, und mit einer furchtbaren Wunde in der rechten Brust sank

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hänanis ein Schutz ins Herz machte ihrem Leben ein Ende Als der Neger seine unglücklichen Opfer zu sei­nen Füßen niedergestreckt sah, kam ihm allmählich seine furch wäre Untat zum Bewußtsein. Mit einem verzwei­gten Stöhnen richtete er die totbringende Waffe gegen ene SchläfegabFeuer und brach leblos zusammen, wobei er nist dem Gesicht auf den Körper seiner Gelieb- wn fiel Frau Hack hatte sich inzwischen geflüchtet, um Hilfe herbei zu holen. Als sie mit der Polizei auf der Rildkläche erschien, fand sie nur noch drei Leichen vor.

zrau Caillanx als Rächerin ihres Galten.

Die Gewitterschwüle der politischen Atmosphäre in seit Wochen über dem ganzen Lande StS eine plötzttche Entladung herbeigeführt, die durch ihren dramatischen Verlauf nicht nur: das^Höchste

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lllCbSrmirtoiaSi^ Gattin des Ministers» erschien gegen 5 Uhr nachmittags im Figaro und ersuchte den ^urKgu-tener, sie bei Calmette zu melden. Der Diener

fragte nach dem Namen, woraus Frau Caillaux er- ividerte: Sagen Sie Herrn Calmette, es ist eine Dame, die ihn kennt, die ihn für einige Augenblicke zu sprechen wünscht. Man führte Frau Caillaux in einen Salon. Nach etwa einer Stunde iibergab sie einem Diener ei- neu versiegelten Briefumschlag mit der Bitte, den Brief Calmette zu überreichen. Als Calmette um 6^ Uhr sein Bureau in Begleitung eines Herrn verließ, überreichte ihm der Diener den Brief. Er öffnete den Brief und entnahm ihm eine Karte, die er seinem Begleiter mit den Worten zeigte: Entschuldigen Sie mich: ich werde die Dame empfangen. Kaum war er ins Arbeitszimmer zurückgekehrt, als sich die Besucherin ihm näherte und auf Calmette fünf Schüsse abfeuerte. Die Redakteure eilten sofort herbei und fanden ihren Direktor in seinem Sessel blutüberströmt liegen. Er stöhnte. Die Täterin stand unbeweglich in einer Ecke des Zimmers. Cal­mette wurde ein Notverband angelegt, worauf er nach einer Privatklinik gebracht wurde.

Man hält es für ziemlich sicher, daß Caillaux seine Demission als Finanzminister geben wird und daß sie auch angenommen werden wird. Der Präsident der Re­publik und die Minister sollten Montag abend an einem Diner auf der italienischen Botschaft teilnehmen, ließen aber in der Mehrzahl sofort absagen. Caillaux erfuhr die Nachricht telephonisch von dem Direktor der Polt- zeipräfektur. Er war aufs tiefste erschüttert, da nichts in dem Benehmen seiner Frau darauf schließen ließ, daß sie sich mit dem Plane trug, einen solchen Anschlag zu verüben. Frau Caillaux wurde abends nach dem Frauengefängnis St. Lazatre gebracht.

Calmette seinen Verletzungen erlegen.

$-* Paris, 17. März. Calmette ist heute morgen !42 Uhr seinen Verletzungen infolge innerer Verblu­tung erlegen. Nach dem Attentat bewahrte Frau Cail­laux völlige Ruhe. Den Redakteuren, die nach der Tat herbeieilten, rief sie zu: Da es keine Gerechtigkeit mehr in Frankreich gibt, konnte der Revolver allein hier Ein­halt tun. Den Polizeibeamten erklärte die Täterin, sie habe Calmette nicht töten, sondern ihm nur eine Lektion erteilen wollen. Sie bereue ihre Tat. Vorher sei sie beim Gerichtspräsidenten Moutvn gewesen, der ihr erklärt habe, es gebe kein Mittel, einem Feldzuge, wie dem des Figaro Einhalt zu gebieten. Sie habe verhindern wollen, daß Calmette ihr gestohlene Briefe veröffentliche. Cail­laux erklärte dem Staatsanwalt, er bedauere die schwere Verletzung Calmettes, doch könne er die Handlungs­weise seiner Frau nicht mißbilligen. Von einem Be­suche beim Gerichtspräsidenten sei seine Frau ganz ver­stört zurückgekehrt. Caillaux hat gestern abend dem Ministerium seine Demission mstgetetlt. — Frau Caillaux hat nach einer späteren Meldung jetzt ihre Fassung verloren, nachdem ihr Mann ihr auf dem Poli­zeikommissartat ivegen der Tat VorwÜrfe gemacht hat. Gestern abend durchzogen etwa hundert Personen die Hauptstraßen mit dem Rufe: „Nieder mit Caillaux, dem Mörder!" Die Polizei uahm mehrere Verhaftungen vor.

Storni und lleberschwemmungen überall.

Cöln, 17. März. In der Nähe von Sptjk an der holländischen Grenze erfolgte ein Dammbruch, wo­durch mehrere Dörfer überschwemmt wurden. Die Ge­fahr weiterer Neberschivemmungen ist wegen der an­dauernden Regengüsse sehr groß. Zahlreiche Bewohner verlassen die überschwemmten Ortschaften und beziehen Notwohnungen in den Nachbarorten.

9-* Karlsruhe, 17. März. (B. Z.) Der seit gestern im ganzen Schwarzwald herrschende rasende Sturm bat in den Wäldern großen Schaden angerichtet. Die Flüsse führen infolge der starken Regenfälle erneut Hochwasser. Weite Stellen des Landes sind überschwemmt. Bei St. Blasien ertrank ein fünfjähriges Kind in dem hoch- gehenden Flusse.

Bern, 17. März. Vom Genfer See bis zum Bodensee wütet mit zunehmender Gewalt ein West­sturm, der gestern nachmittag den Feuerwehroavttton der Landesausstellung in Bern umwarf, wobei drei Ar­beiter schwere Verletzungen erlitten.

** Brüssel, 17. März. Hier treffen Meldungen von schweren Ueberschwemmungen aus den Stromgebieten der Maaß, Schelde und des Rheins ein. Mehrere Städte sind schwer bedroht, verschiedene Dämme bereits durch- gebrochen. Der Dampferverkehr Ostende-Dover und Calais-Dover ist gestört.

fe* Paris, 17. März. Das Sturmwetter, das vor­gestern die französische Küste heimsuchte, wütete gestern über ganz Frankreich. Zahlreiche Telephon- und Tele- graphenlinien sind unterbrochen. Ueber Sedan ging ein Wolkenbruch nieder. Das Wasser drang in die Keller ein und richtete großen Schaden an. Bet Lorient kenterte ein Fischerboot., wobei vier Personen ertranken.

>* Petersburg, 17. März. Wie aus Nowotscherkask gemeldet wird, hat der Sturm im Don-Gebiet große Verheerungen angerichtet. Viele Menschen sind ums Leben gekommen. Eine große Anzahl Einivvhner eines Fischerdorfes, die sich während des Sturmes auf dem Meere befanden, sind nicht wieder zurückgekehrt.

Der „Imperator" im Stnrm.

v^- Hamburg, 17. März. Der Riesendampfer „Im­perator" hat auf seiner ersten diesjährigen Ausreise nach Neuyork mit schwerem Sturm zu kämpfen gehabt. Wie auf drahtlosem Wege hierher gemeldet wird, sind ihm durch die Gewalt des Sturmes vier Boote wegge- rissen worden. Ein Teil der Bugverzierung wurde gleichfalls abgetragen.

» neuestes vom tage.

Ein neuer Kommandant von Metz.

w> Berlin, 17. März. Das Militärwochenblatt mel­det: Freiherr von Gregori, Generalleutnant und Kom­mandant von Metz, ist in Genehmigung seines Abschieds­gesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition ge­stellt worden, von Jngersleben. Generalleutnant und Kommandeur der 18. Feld-Artillerie-Brigade, ist zum Kommandanten von Metz ernannt worden.

Eine Zweimillionenstiftung für Kinder.

»s* Münster, 17. März. (B. Z.) Der am 6. März verstorbene Kommerzienrat Piepmeyer hat laut testa­mentarischer Verfügung eine Stiftung von zwei Mil­lionen Mark gemacht zum Besten schwächlicher und in der Entwicklung zurückgebliebener Kinder.

Erzherzog Franz Ferdinand auf der „Breslau".

*■* Trieft, 17. März. (B. Z.) Gelegentlich einer Fahrt durch den Golf besuchte Erzherzog Franz Ferdi­nand gestern nachmittag den auf der hiesigen Reede vor Anker liegenden deutschen .Kreuzer „Breslau".

Ein Dorf im Kaukasus durch Feuer zerstört.

»e* Odessa, 17. März. Bet heftigem Sturmwetter ist die Ortschaft Respiewo im nördlichen Kaukasus, die. 2500 Einwohner zählt, niedergebrannt. Achtzehn Perso­nen fanden den Tod in den Flammen.

Eine neue Bestechungsaffäre in Japan.

»**> Tokio, 17. März. Hier ist der Leiter des japa­nischen Telegraphenbureaus, der von dem Vertreter des Reuterschen Bureaus. Pooley, 10 000 Yen erhalten haben soll, verhaftet wordßn.