munkelt. Herr Ballin rieb sich bedenklich und bedächtig die gedankenschwere Stirn, sah den Fragesteller eine Zeitlang wie einen an, der vielleicht einen prächtigen Namen heimlich im Gewände verberge, und meinte schließlich, als er sah, daß es nichts damit war, resigniert: „Das weiß ich selber noch nicht. Es ist zu schwer!"
Ja, ja, solch ein Riesentäufling macht einem Kopfschmerzen. Die schönsten Namen passen für ihn nicht, nachdem einmal „Imperator" und „Vaterland" seine Vorgängerinnen geworden sind. Da kann es sich nur noch um Namen handeln, in denen sich jene großen patriotischen Begriffe fortsetzen. Damit allein ist es aber auch nicht getan, denn die Namen sollen auch dem Auslande geläufig sein oder es doch schnell zu werden versprechen: sie müssen der Zunge des Engländers nnd Amerikaners „liegen" und doch so helldeutsch wie möglich aufklingen. Der Imperator — Jmperehter genügt diesen Forderungen so gut wie die Vaterland — Father- land. Für ihren dritten Neubau hatte die Hapag schon mit der „Germania" geliebäugelt: allein es ist nicht zu verkennen, daß dieses Wort stark abgegriffen ist. Die Germania ist wie ihre Schwester Teutonia Liebling aller möglichen Vereine und Gesellschaften, Liebling phanta- sievoller Konditoren, die sie mit Vorliebe auf Prunktorten für patriotische Zwecke darstellen, und wichtigstes Zubehör zu den Gelegenheitsgesängen unserer Barden. Mit der Germania am Bug des größten Weltdampsers wird es also wohl nichts sein.
Nun hat man in Hamburg auch an „Deutschland" gedacht. Allein das klingt nicht viel anders als Vaterland, und außerdem wird es nicht für empfehlenswert gehalten, den Namen eines früheren Schiffes zu wiederholen. Bekanntlich trug bereits ein zu seiner Zeit erlesener Hapagdamxfer diesen Namen, derselbe, der jetzt als Vergnugungsjacht längs der schimmernden Ufer der Ri- viera hinschwimmt. Man erwog ferner den Namen „Bismarck", doch so heißt bereits ein Schiff der Linie, mit Bismarck geht es ebensowenig wie mit Deutschland. In einigen Monaten wird der Taustag des neuen Riesen herankommen, und man hat — wie man sieht — noch immer keinen wirklich befriedigenden Namen für ihn. Etwas Bestechendes hätte es vielleicht, ihn „Nation" zu nennen, denn dieser Name würde sich den früheren begrifflich gut anschließen und ohne weiteres auch im Auslande Heimatrecht erwerben. Aber in den Kreisen der Hamburg-Amerika-Linie hält man diese Bezeichnung für zu allgemein, vermißt in ihr den Beiklang, der erkennen läßt, daß die „deutsche" Nation gemeint ist. Endlich stehen noch Namen wie „Reichsmacht", „Großmacht", „Heimat", „Freiheit" und „Hansa" auf der Vorschlags- lifte, ohne aber mehr durchgedrungen zu sein als die übrigen.
Mittlerweile wird die Frage nach dem Namen brennend. Vielleicht interessiert man sich in der Oeffent- ltchkeit für die Angelegenheit, ja, ich könnte mir sogar denken, daß die Lösung nicht einmal so verwickelt läge, wie es den Anschein hat, und daß sich irgendwo im Lande draußen das Ei des Kolumbus verbärge, bis ein findiges Sonntagskind es aufhöbe und mit selbstverständlicher Grazie vor den ausleuchtenden Augen des Herrn Ballin aufstellte. Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp?
Winensdiaft, Kunst und Literatur«
Zur Frage der Salvarsan-Behandlung. Anläßlich des sechzigsten Geburtstages von Exzellenz Paul Ehrlich haben die hervorragendsten seiner Schüler zu Ehren des großen Forschers eine Festschrift herausgegeben, die unter dem Titel „Paul Ehrlich, eine Darstellung seines wissenschaftlichen Wirkens" im Verlage von Gustav Fischer in Jena erschienen ist. Die Festschrift bringt bemerkenswerte Beiträge zur experimentellen Therapie und den Ehrlichschen Methoden. Von besonderem Interesse für die weitere Oeffentlichkeit dürfte im Hinblick auf die gegenwärtige Polemik gegen das Salvarsan eine Publikation der bekannten japanischen Gelehrten S. Hata und K. Shiga über die „Experimentellen Grundlagen der Salvarsan-Wirkung" sein. In dieser wird u. a. darauf hingewiesen, daß die Giftigkeit des Sal- varsans ungemein steigt, wenn die Lösung der einfachen Wirkung der Luft ausgesetzt ist: schon die Luft, mit der das Neosalvarsan beim Aufsaugen in die Spritze in Berührung kommt, genügt, um die Giftigkeit zu steigern. Des weiteren wird betont, daß Ehrlich von Anfang an gefordert hat, zur Herstellung der Salvarsanlösungen nur chemisch-reines Wasser und Kochsalz zu verwenden. Man dürfe zur Untersuchung der Giftigkeit des Salvar- sans nur frisch destilliertes, bakterienfreies Wasser und chemisch-reines Kochsalz benutzen und müsse möglichst rasch arbeiten, um eine Oxydation zu vermeiden. Dies gelte natürlich auch bei der praktischen Anwendung des Mittels als prinzipiell wichtigste unentbehrliche Bedingung.
Vermischtes*
Heldenmut eines Seekadetten. Vor einiaen Monaten befanden sich englische Marineoffiziere in der Nähe von Madras in Ostindien bei einem fröhlichen Mahl, das sie sich in Gesellschaft einiger Seekadetten auf offenem Felde in einer freien Hütte hergestellt hatten. Zn ihrem schrecken sprang plötzlich ein Tiger in die Hütte und ergriff einen Kadetten und warf ihn auf den Rücken, wie die Wölfe ein Lamm über den Rücken werfen. Knurrend zog er sich mit seiner Beute langsam bis zum Eingang der Hütte zurück, während alle Offiziere vor waren. Nur ein Leutnant, der am Ende d^s Tisches saß, stand langsam auf, um seine Büchse zu durch einen wohlgezielten Schutz den Kadetten Tigers zu retten. Bevor jedoch ^-?utnant einen Schutz abfeuern konnte, hatte sich der ^!ber w gedreht, daß bei Kadett die Bewegungen des hm! ^ä?^Aen konnte. Sprechen durfte er nicht, um nicht den Tiger zu reizen. Aber er hob seinen Arm hPw^nrA winV!^bl^En Dolch in der Hand hatte. Mit dem Dolch wmkte er dem Leutnant ab, keinerlei Bewegung mehr zu machen. Einen Augenblick hielt der Leutnant still und ließ sein Gewehr auf dem Boden stehen. Alle Offiziere verfolgten mit
Wartung, was der Kadett, der sich nicht rühren konnte, vorhatte. Dies alles war das Werk eines Augenblicks' Als sie plötzltch sahen, wie der Kadett blitzschnell seinen Dolch erhob und ihn mit furchtbarer Wucht dem Tiger in bte Seite streß. Der Dolch hatte das Herz getroffen, und in breitem Strome floß dunkelrotes Blut aus der klaffenden Wunde, die der Kadett mit seinem Dolche noch gewaltsam vergrößerte. Der Tiger brüllte noch einmal furchtbar auf, dann stürzte er zusammen, den Kadetten abwerfend, der jetzt wegen seiner Geistesgegenwart und seines Heldenmutes von seinen Offizieren als ein Held gefeiert wurde. Der Dolchstich hatte so gut getroffen, daß der Tiger auf der Stelle verendete.
Die Amerikanerin in — Hosen. Nachdem die Hosen- rockmode bei uns ein überwundenes Problem geworden ist, indem die Frauen selbst sie abgelehnt haben, kommt aus Neuyork die Nachricht, daß die Damen plötzlich wohl Notsmidigkrit Mag: w WM MM Sahen.
Denn man sieht, sogar ohne daß es weiter auffällt, viele Damen in Hosen. Nicht etwa in den Hosenröcken, wie man es bei uns vor etwa vier Jahren erblickte, in weiten, sackartigen Gebilden, die nur durch den Schnitt das Beinkleid ähnelt ließen, nein, in echten unb rechten Männerhosen. Schmal geschnitten, mit einer Lasche an dem Stiefel befestigt, damit der Sitz auch untadelig ist. Mit Taschen an beiden Seiten, in die man die Hände tief versenkt, unb dazu einen sogenannten „Frackrock", eine Jackenart, die tief herunter im Rücken geht, und die eine Weste anf feiner Seide, weiß oder bunt, sehen läßt. Das kleine moderne Hütchen, mit der aufstrebenden Schleife geschmückt, macht sich zu diesem Mannkleiöe . ganz eigenartig. Nicht etwa die im Berufe tonangebenden Frauen haben dieses Hosenkleid eingeführt, weit mehr die Modedamen, deren eigentliche Betütignng es ist, eine neue Art, sich anzuziehen, zu schaffen. Jedenfalls darf das Beinkleid der Dame als Straßen- und
falls darf das Beinkleid der Dame als Straßen- und Besuchsanzug den Anspruch darauf erheben, eine Mode zu sein, die nicht aus Paris gekommen, sondern die man in Amerika geschaffen hat.
Wieviel kosten England bis heute die Suffragetten? Anläßlich der jüngsten großen Opfer, die die brutal-hysterische Zerstörungswut der englischen Wahlweiber wieder gefordert hat, hat sich ein britisches Blatt der Mühe unterzogen, den gesamten, durch die Suffragetten bisher verursachten Materialschaden rechnerisch abzuschätzen.
geradezu zu einem Besorgnis er c statistische Uebersicht rnMaßt le
Das Blatt kommt dabe
regenden Ergebnis. D
diglich den Grotzschaden, also die zerstörten Baulichkeiten, wie Schlösser, öffentliche Anlagen, Eisenbahneinrichtungen und ähnliches, läßt dagegen den sicherlich ebenfalls recht beträchtlichen Schaden autzeracht, der durch Brände und Explosiönchen, Fensterzertrümmerungen und ähnliche belanglose Sachbeschädigungen alltäglicher Natur angerichtet worden ist. Der Großschaden wird insgesamt auf 974 555 348 Mark, also nahezu eine Milliarde, berechnet. Der „Kleinschaden" erfährt, wie gesagt, begreiflicherweise keine Einzelüberprüfung: das englische Blatt meint jedoch, daß er mit einer Million durchaus nicht zu hoch geschätzt sei. Die Berechnung umfaßt ferner noch nicht die letzte Katastrophe — so muß man sie nennen — also die Zerstörung der „Venus" des Ve- lasauez bitreß die rabigte „Hungerstreikerin" Mary Ri- chardson, dagegen ist der durch die Vernichtung der historischen Kirche zu Edinburgh angestiftete Schaden bereits mit einbegriffen. Bewertet man die mit dem Beil zerstörte „Venus" nur mit einer Million, so erhält man für den durch die Suffragetten bisher bewirkten Gesamtschaden eine Summe von mehr als einer Milliarde. Das englische Blatt meint mit Recht, daß man die nationalwirtschaftliche Gefahr nicht unterschätzen dürfe, die in diesen großen Verlusten privaten und namentlich öffent-
ließen Vermögens liege.
Speisen, die anf dem Tisch des Gastes gekocht «erden. Das ist eine neue Sitte, die sich aus den Vereinigten Staaten von Amerika, mit dem Umwege über London, auf dem europäischen Festlanöe einbürgern zu wollen scheint. In einigen Restaurants im Westen der britischen Hauptstadt hat sie bereits Heimatrecht erworben. Dort werden gewisse Gerichte unmittelbar vor den Augen des Gastes, aus dem Tische, an dem er sitzt, durch die gewandten Hände des Kochs gekocht und angerichtet. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Fische und fischartige Speisen, wie Gerichte von Austern, Hummern und Langusten. Diese neue Sitte soll ungeduldigen Leuten die Zeit des Wartens zwischen zwei Gängen ihrer Mahlzeit verkürzen und dem Gast Gelegenheit geben, sich davon zu überzeugen, daß die Etzware, die seinen Gaumen letzen und seinen Magen befriedigen soll, von tadelloser Beschaffenheit und auf appetitliche, kunstgerechte Art zubereitet worden ist.
Aus einem Liebesbrief. Lieber Schorschl! Indem daß ich Dir drauf kommen bin, daß Du auch noch mit einer anderen Köchin gehst, ergreife ich die Feder, und tu Dir mitteilen, daß zwischen uns alles aus is. — Lebewohl, Deine Dich ewig geliebt habende Resi.
Polnische Ausschreitungen in Berlin
Zu wüsten Ausschreitungen und Unruhen kam es Sonntag vormittag in der katholischen Pauluskirche zu Berlin-Moabit. Die Ursache ist darin zu suchen, daß die polnischen Kommunikanten nicht am 25. März mit den Deutschen zur Kommunion gehen wollten, sondern das Verlangen stellten, fchon am Sonntag kommuniziert zu werden. Sonntag morgen fanden sich in der Pauluskirche 40 polnische Kinder mit ihren Eltern ein und wünschten kommuniziert zu werden. Dieses Ansuchen lehnte der Knratus Pater Jakobus ab und forderte, nachdem die Polen polnische Lieder anstimmten und der Aufforderung, diesen Gesang einzustellen, nicht nachkamen, die Kirchenbesucher auf, mit ihren Kindern die Kirche zu verlassen. Hiergegen protestierten die Polen und blieben aus ihren Platzen sitzen. Hierauf bestieg Pater Amandus die Kanzel und verlangte energisch das Verlassen der Kirche, widrigenfalls er Polizei herbeiholen müßte. Die Polen brachen in lebhaften Protestrufe aus und verlangten nach wie vor von dem Pater die Kommunion ihrer Kinder. Inzwischen erschienen acht Kriminalbeamte, die von den Pfarrern herbeigerufen worden waren, und versuchten die Leute gütlichst zum Verlassen der Kirche zu bewegen. Da ihnen dies nicht gelang und die Anzahl der Beamten zu schwach war um mit Gewalt vorzugehen, wurden noch 20 uniformierte Schnßlente herbei^ die in Gemeinschaft mit „den Kriminalbeamten die Leute aus der Krrche Hinausdrang- ten. Die Polizei ging äußerst schonend vor, und es gelang ihr, die in den Seitenstraßen sich ansammelnde Menge ohne Anwendung von Gewalt zu zerstteuen. Für die kommenden Feiertage sind von der Polizei Vorkehrungen getroffen, um etwaigen Unruhen vor-
ater die Kom-
zubeugen.
Anschlüge aus englische flieget.
Bei der Untersuchung über die Todesursache der beiden jüngst abgestürzten englischen Flieger Hauptmann Allen und Leutnant Burroughs hat eine gründliche Prüfung des Flugzeuges folgendes überraichende Resultat gehäbt: Der Zweidecker kippte infolge eines Bruches der Lenkstmrge des Höheusteuers um. Es konnte ßstgWllt werden, daß diese Stange da, wo sie mit dem Steuer verbunden war, angefeilt worden war. Würde dies vor dem Fluge bemerkt worden sein, so wäre die Stanae bestimmt ausgewechselt worden. Der mit der Ueberwachung des Apparates betraute Mechaniker hatte aber nichts bemerkt^ es konnte auch nicht festgestellt werden, wer an der Stange gefeilt hat, man nimmt allerdings an, daß es sich um einen Akt von Sabotage handelt. Es taucht nun das (Verließt auf, daß die ^erltöruna der Lenkstange in verbrecherischer Absicht aescheNn ist Es ist nicht das erste Mal, daß ena- ifSe Stieaer auf bkfe Weise verunglückt sind. So macht beisvie sweise der „Evening Standard" darauf aufmerk- sam daü vor dem Absturz, der am 27. Mai v. I. den Tod des Leutnants slrthur zur Folge hatte, die Ber- üältntlse ähnlich lagen. Der Apparat war raeartert
worden und es gelang niemals, festzustelleu, wer bu Reparatur ausgeführt hatte. Der Kriegsminister Oberst Seely wurde deswegen damals von einem Abgeordne- ten heftig angegriffen. Auch diesmal soll dem Kriegs- minister eine diesbezügliche Frage vorgelegt werden.
Ler Vrkan in Südrutzland,
der, wie wir gemeldet haben, in der Gegend zwischen dem Kaspischen und Asowschen Meere große Verheerungen angerimtet bat und dem rund 1500 Menschen znm Opfer gefallen sind, hat auch in Armenien eigenartige Naturerscheinungen zur Folge gehabt. In Tiflis war am Sonntag seit dem frühen Morgen der Himmel mit schmutzig-gelben Wolken bedeckt und bet starkem Nebel fiel nasser mit Schmutz vermischter Schnee. Der Sturm hatte solche Staubsäulen aufgewirbelt, daß die auf den Bahnhöfen und Bahnlinien angehänften Staubmassen den Bahttverkehr hinderten. Man vermutet, daß auf dem Asowschen Meer zwei Luftströme sich trafen, bei deren Zusammenstoß sich mehrere Wasserhosen bildeten, die das Ufer von Äisk überfluteten. Sechs Ortschaften wurden stark beschädigt. 176 Arbeiter, die beim Bau einer Bahn beschäftigt waren, flüchteten auf einen Zug. Ehe dieser abfahren konnte, nmrbe er von dem andringenden Was. ser untnenwrfen und die Arbeiter von den Fluten mit* gerissen. Der Orkan wütete zehn Stunden lang und als das Wasser zurückgewichen war, bildete der Bahndamm einen Trümmerhaufen von Schienen unb Schwellen. Auf der Lokomotive wurden erstarrte Leichen gefunden. Andere Ortschaften sind gleichfalls mit Trümmern von Wohnhäusern und einer großen Zahl Leichen bedeckt. An einer der heimgesuchten Stellen standen 880 Arbeiter« Säufer mit 1000 Bewohnern am Ufer, und zahlreiche Leichen wurden aufgesunden.
•* neuestes oom Cage«
Besuch des rumänische» Thronfolgerpaares in Berlin,
** Berlin, 16. März. (B. Z.) Das rumänische Thronfolgerpaar wird am 19. März zum Besuche hier eintreffen und im Königl. Schlosse Wohnung nehmen. Zum Empfange werden das Kronprinzenpaar und eine Ehrenkompagnie auf dem Bahnhöfe anwesend sein. Das Thronfolgerpaar beabsichtigt, der am Freitag in Potsdam stattfindenden Kompaniebesichtigung des 1. Garde-Regiments zu Fuß, bei dem der älteste Sohn des Thronfolgerpaares seine miiltärifeßc Ausbildung erhält, beizuwohnen.
Heimkehr der Berliner Liedertafel.
. - ^Berlin, 16. März. (B. Z.) Die Berliner Liedertafel ist heute früh 7 Uhr von ihrer dreiwöchigen, an Triumphen reichen Fahrt nach Aegypten auf dem hiesigen Anhalter Bahnhof wieder eingetroffen, nachdem sie am Sonntag noch in München ein Konzert vor dem Königspaar gegeben hatte. Zum Empfange waren zahlreiche Angehörige der Sänger auf dem Bahnhöfe erschienen.
Eine neue Verhaftung in Kiel.
_ ^ ^'^0. März. iBZ.) Im Zusammenhänge mit den Werftprozessetl im Jahre 1909 ist der frühere Hausvater Bohler verhaftet worden. Es sollen, wie verlautet, noch weitere Berhaftungen bevorstehen.
Rettung aus Seenot.
«8* Bremen, 16. März. Die Rettungsstation Wangeroog der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldet: Am 16. März wurden von dem deutschen Schorrer „Sophie", Kapitän Christian Mohr, gestrandet am Nordstrand, fünf Personen durch das Rettungsboot „Fürst Bismarck" gerettet.
Mutter und Kind überfahren nnd getötet.
a-# Auerbach i. B., 16. März. Gestern sprang in Rodewisch das sechsjährige Töchterchen des Pflegers Engelmann aus der Haustür auf die Straße und lief direkt in ein vorüberfahrendes Auto hitlein. Die Mutter wollte das Kind schnell zurückreißen, wurde aber mit dem Kinde überfahren und getötet.
Folgenschwere Erdrutsche in Baden.
ob* Karlsruhe, 16. März. In dem Dörfchen Borm- bach bei Baden-Baden haben gestern wiederum Erdrutsche stattgefunden, durch die zwei weitere Häuser zerstört wurden. Insgesamt mußten nunmehr elf Häuser, das rst fast die Hälfte der Häuser des ganzen Dorfes, polizeilich geräumt werden. Gestern früh stürzte ein zweistöckiges Haus vollständig in sich zusammen. Von dem Unglück wurden 16 Familien betroffen, die mit Hab und Gut in benachbarte Gemeinden auswandern mußten. Der Gebäudeschaden wird auf ca. 100 000 Mark geschätzt. Ob die Ursache des Bergrutsches auf die Sprengungen im staatlichen Porphyrwerk oder auf die Regengüsse der letzten Tage zurückzuführen sind, wird erst eine Kommission von Sachverständige»l feststellen.
Hochwasser im Donaubecken.
6b* München, 16. März. Aus dem ganzen bayrischen Donaugebiet kommen Hochwassernachrichten. Das Dorf Marie Posching ist überschwemmt. Zwischen Deg- gendorf und Klein-Pinzing stehen viele Ortschaften unter Wasser. Aus der Oberpfalz werden schwere Hochwasserschäden gemeldet.
Eine Mädchenhändlerorganisation aufgedeckt.
»** Petersburg, 16. März. In Orenburg wurde eine weitverzweigte Organisation von Mädchenhändlern entdeckt, die sich über ganz Mittelasien ausdehnt, soweit man den ersten Berichten Glauben schenken darf. Als die Polizei gestern einen des Mädchenhandels dringend verdächtigen Armenier verhaftete, stellte sich heraus, daß dieser Zubringer und Agenten durch die Gouvernements von Smyrna bis Baku unterhielt und mit verschiedenen Häfen durch Vertrauensleute Verbindungen unterhielt.
Krise in der französischen Textilindustrie.
W?' 16: März. Die Konfektionäre in Lille beschlossen infolge der ständischen Ausstandsbestrebungen vom 1. April ab ihre Zuschneider und Arbeiter auszu- sperren. Bon der Maßnahme werden, falls keine Verständigung erfolgt, 6000 Arbeiter betroffen werden,
Tumulte auf einem französischen Sportplatz.
»^ Paris, 16. März. (V. Z.) Auf dem Flugplätze von Juvisy sollte gestern ein Wettflug zwischen mehreren Fliegern stattfinden. Es hatten sich über dreitausend Vertonen als Zuschauer eingefunden. Da zwei von den Konkurrenten nicht zur Stelle waren, suchte man die ungeduldigen Zuschauer zu beruhigen, indem man Schauflüge veranstaltete. Als um 5 Uhr die beiden Flieger noch immer nicht erschienen waren und auch das Wetter schlechter wurde, ließ man den Schluß der Veranstaltung ankündigen. Die Menge durchbrach nunmehr das Geländer und stürmte das Kalsengebäude. Die Kasse war aber vorher bereits in Sicherheit gebracht worden. Es spielten sich wüste Szenen ab, denen erst die Gendarmerie ein Ende machen konnte.
Deutsche Eifenbahuwaggons für Südafrika.
ob* London, 16. März. Daily Chronicle meldet, daß die Hannoversche Waggonfabrik in Linden von der süd- afrikanischen Eisenbahnverwaltung einen Auftrag auf Ltemmw VW 84 MHLüMsasm stillte» öd»