3m Spiegel unserer Bettern.
Was der Engländer am Deutschen lobt und tadelt.
Die immer deutlicher werdende Annäherung zwischen den beiden großen stammverwandten Nationen der Engländer und Deutschen, die nach langen Jahren der Entfremdung so glücklich eingeleitet ist, verleiht einem Aufsatz in der Deutschen Rundschau besonderes Gewicht, in dem der Vertreter der englischen Literatur an der Universität Berlin, Geh. Rat Aloys Brandl, gleichsam ein Soll und Haben des englischen Urteils über Deutschland aufstellt. Der berufene Kenner all der Stimmungen und Gefühle, die sich im britischen Schrifttum ausprägen, der langjährige Erforscher der Geisteswelt des Jnselreiches gibt hier einen inhaltsreichen Ueberblick über das, was John Bull an feinem Better Michel stört und was ihm an ihm imponiert.
Als erster und stärkster Faktor, der sich dem unbefangenen Verständnis deutschen Wesens entgegenstellt, ist da jenes bekannte „Jnselgesühl" zu betrachten, die instinktive Scheu allem Ausländischen gegenüber. Eine gewisse Abneigung herrscht sodann gegen mancherlei deutsche Verhältnisse, die dem gesunden Menschenverstand des Engländers widerstreben, so etwa die Unterwürfigkeit des gemeinen Mannes, die Schneidigkeit der Offiziere u. a. Auch will es dem Engländer nicht einleuchten, daß der deutsche Gymnasiast so viele Stunden seiner Jugend auf der Schulbank verbringen muß und so wenige auf dem Spielplatz und im Freien. Sehr wenig gefällt dann den Briten das, was man über unser Soldatenwesen erzählt. Während in England dem Gemeinen ein großes Maß von Selbstbestimmung eingeprägt wird und die Truppe dem Kommando auf eigenen Antrieb fast zuvorzukommen scheint, hört und sieht der Engländer, daß bei uns der Mann nichts tun darf, als was ihm befohlen ist, und hält ihn daher für eine jedes eigenen Willens beraubte Maschine. Ueberhaupt bemängelt der wohldenkende und weitblickende Engländer, daß wir auf volle Ausprägung von Persönlichkeiten zu wenig Wert legen.
Solchem Tadel steht aber ein desto helleres Lob gegenüber. Alle Schichten und Parteien Englands sind heute von der Ueberzeugung durchdrungen, daß der Deutsche der einzige Mensch in der Welt ist, vor dem sich der Brite ernstlich in acht zu nehmen hat. Die einen ziehen daraus freilich die Folgerung, daß sie gerade deshalb den Deutschen »keinen Zoll breit Boden mehr erlauben können"; doch gibt es viele gescheite Leute, die sagen: »Erst wenn wir uns mit den Deutschen verständigt haben, ist unsere Weltherrschaft gesichert." Vor allem wird die deutsche Arbeitskraft anerkannt, die Tüchtigkeit und Anpassungsfähigkeit des Kaufmanns, dem das vielbewunderte deutsche Schulwesen eine vortreffliche Ausbildung für den Lebenskampf gibt. Selbst unsere politischen Einrichtungen werden im freien England gar nicht ungünstig beurteilt. Aber als unser gewichtigster Schatz gelten den Engländern unsere großen Männer.
Unter den Geisteshelden Deutschlands, die auch bei unseren Vettern jenseits des Kanals warmherzige Verehrung finden, ist Luther der erste deutsche Mann, dessen Ruhm in England durchgedrungen ist. In ihm — ehrt auch der gewöhnliche Londoner oder Edinburger den Sturmbock der Reformation, den Bringer des geistigen Fortschritts. An Friedrich dem Großen bewundert der Engländer nicht so seine Siege, als vielmehr seinen ungebrochenen Mut nach Niederlagen, seine Selbstentsagung und Aufopferung für den Staat. Frischer und wärmer, aber auch geteilter ist die englische Vorstellung von Bismarck. Zwar hat man einiges Grauen vor dem Riesen, der sich in Kanonenstiefeln bei der Kaiserin Friedrich einstellte, hört mit Befremdung, daß er für englische Art, Sprache und Dichtung sehr viel übrig hatte. Aber sobald es sich um die Wertung des ganzen Menschen handelt, so bekommt man in England warme Worte der Bewunderung zu hören.
Weniger haben die deutschen Dichter und Künstler in den Herzen der Engländer wirkliche Wurzeln fassen können. Am meisten Sinn hat der Brite für Goethe, der ihm die hervorragendste und sympathischste Geistesverkörperung unseres Landes und unserer Kultur ist. Es ist kein Zufall, daß ihm ein Londoner G. H. Lewes die Biographie schrieb, die durch ein halbes Jahrhundert als die beste auch in Deutschland galt, und auch heute noch liefert England manch wertvollen Beitrag zur Goethe-Literatur.
ver-
Sie Gefahren bet Fremdenlegion.
Neuer Stoff aus einem alten Kapitel.
Das traurige Kapitel der jungen Deutschen, die in der Fremdenlegion zu Grunde gehen, kann leider andauernd noch um neue Fälle bereichert werden. Es vergeht beinahe keine Woche, in der nicht aus irgendeinem Winkel des Deutschen Reiches Nachrichten über das Verschwinden junger Leute eintreffen, die nachher in ver-
ViU.
Eine Herzensgeschichte von Walter Kabel.
6) (Nachdruck verboten.)
„Beuters, Sie sollten sich auf solche diplomatische Kunststücke lieber nicht einlassen. Seien Sie doch ehrlich! Sie fürchten ja nur, daß der Magnet, der mich hier nach dem Strande zieht, dieselbe Dame in Schwarz sein könnte, für die Sie doch zweifellos ein mehr wie nur oberflächliches Interesse haben. — Stimmts . . .?"
Der Assessor zeigte auch nicht die geringste Verlegenheit. Nur sein Gesicht war plötzlich wieder sehr ernst geworden. Und wie er jetzt an Jarotzki vorbei auf die leuchtenden Streifen schaute, welche die Sonnenstrahlen auf die von einer trägen Dünung leicht bewegte See zeichneten, prägten sich um seinen fein gezeichneten Mund zwei scharfe Falten aus und in die dunklen Augen trat wieder jener Ausdruck müden Entsagens, den der Referendar darin schon so oft beobachtet hatte.
„Es ist gut, daß Sie eben so offen zu mir waren," erwiderte er trübe. Und nach einer Pause: „Sie haben mich noch zur Zeit geweckt."
Etwas unsicher sah Jarotzki ihn daraufhin an. Er verstand diese letztere Aeußerung nicht.
„Verlangen Sie jetzt keine Erklärung von mir" meinte Benters entschuldigend und ging langsam weiter. „Ich würde Ihnen und mir nur die Stimmung verder- ben. Vielleicht nach Tisch, wo die Trägheit und Ruhe- bedürftigkeit des Körpers mich weniger empfänglich für Gemütserregungen macht. Ich wollte Ihnen schon längst einmal einen tieferen Einblick in mein Seelenleben gewähren, damit Sie mich ganz verstehen. Sie Habens ja um mich verdient, waren der einzige, der den . . . hochmütigen Benters nicht mied ..@r lachte bitter auf. „Wenn die Leute nur wüßten, was ich seit Jahren
zwetselten Briefen tyre Angeyvngen davon in Kenmms setzen, daß sie sich für die Fremdenlegion haben anwerben lassen und vergeblich Befreiung ersehnen. Ein Schreiben aus Sitzendorf b. Schwarzburg a. d. Schwarza bietet wieder einmal für das Elend in der Fremdenlegion besonders charakteristische Belegstellen. Der Verfasser, dessen Sohn zu den Unglücklichen gehört, denen das traurige Söldnerlos unter der französischen Trikolore zufiel, gibt folgende Schilderung:
„Mein Sohn, 20 Jahre alt, ging im vorigen Herbst aus Wanderschaft und geriet in Saarbrücken Werbern in die Hände. Er wurde am 28. August mit noch 42 anderen jungen Deutschen — mein Sohn ist Oesterreicher — von Saarbrücken über Metz mit dem Zug nach Nancy befördert, wo die jungen Leute der Militärbehörde übergeben wurden. Von Nancy aus wurden sie sofort nach Marseille transportiert, von dort eingeschifft und nach Oran in Algier gebracht. Dort wurden sie den beiden Fremdenlegions-Regimentern überwiesen. Mein Sohn kam zum 1. Regiment nach Sidi-Bell-Abes in Algerien. Ueber Kost und Behandlung hat er nie geklagt, aber über die furchtbare Hitze und den schweren Dienst. Marschübungen bei großer Hitze über 38 bis 40 Kilometer gehörten zur Tagesordnung, wobei dann die Mannschaften wie Strohhalme hinstürzen und liegen bleiben. Dabei herrschte stets große Wasiernot.
Die Märsche gingen durch Weinberge, über kahle Höhen und in die Wüste. Weitere Gefahren für die Legionäre bringen die vielen Raubtiere und mordlustige Araber. Die Strafen, die sich ein Fremdenlegionär durch Vergehen zuzieht, sind bekanntlich sehr schwer. Am härtesten ist die Strafe, wenn ein desertierter Legionär wieder gefangen wird. Ein Freund meines Sohnes, aus Mühlhausen in Thüringen, erhielt vor einigen Wochen wegen Fahnenflucht 2% Jahre Festung. Sind die Legionäre abgerichtet, so kommen sie gewöhnlich in solche Garnisonorte, wo gefährliche Krankheiten zu Hause sind oder sie werden als junge Schlachtopfer vor den Feind geführt. Gegenwärtig stehen diese jungen Legionäre in Marokko, da dort eine größere Truppenabteilung zu- sammengezogen wurde, die am 3. Dezember gegen die Stadt Daza in Marokko aufgebrochen ist, um diese Stadt den Marokkanern zu nehmen, was wieder viel Blut kosten wird."
Der Verfasser hofft, daß die schlichte Darstellung der Erlebnisse eines Einzelnen die jungen Abenteurer abschrecken und über die Gefahren der Fremdenlegion auf- klären dürfte. Leider hat, wie die bisherigen Erfahrungen lehren, diese Aufklärungsarbeit wenig Erfolg nur gezeitigt. Vor allem bleibt es die Pflicht der deutschen Behörden in den rheinischen und reichsländischen Bezirken, auf die französischen Werber und Schlepper zu achten, die auf deutschem Boden aus dem Menschenschacher ein einträgliches Gewerbe machen.
Politische Rundschau.
Der Termin -er Kaiserreise nach Korfn. Wie die „Jnf." erfährt, ist nunmehr die endgültige Festlegung des Termins für die Ausreise des Kaisers nach Korfu erfolgt, und zwar ist sie auf den 22. März festgesetzt worden. Der Monarch gedenkt die Karwoche und das Osterfest noch auf der griechischen Insel in seinem schönen Besitztum zu verleben. Als Gast des Kaisers wird diesmal auf besondere Einladung Militär-Oberpsarrer und Geh. Konsistorialrat Dr. Goens an der Korsureise teilnehmen, der soeben sein 25jähriges Jubiläum als Militärgeistlicher begehen konnte. Der beim Kaiser in hohem Ansehen stehende und beliebte Militär-Seelsorger wird auch die Leitung des Festgottesdienstes während der Osterfeiertage auf Korfu innehaben.
Der Waffengebranch -es Militärs. In der Zweiten basischen Kammer erklärte der Minister des Innern in Beantwortung einer sozialdemokratischen Interpellation, betreffend Militärgerichtsbarkeit, Waffengebrauch des Militärs und Mitwirkung desselben bei Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung: Der Waffengebrauch des Militärs gründe sich in Baden auf die Militärkonvention von 1870. Er dürfe nur erfolgen auf Anruf der Zivilbehörden. Ein militärisches Einschreiten aus eigenem Recht sei im allgemeinen nur im Falle eines Aufruhrs statthaft, wenn die Zivilbehörden die Hilfe des Militärs nicht mehr erbitten können. Die preußische Militärverwaltung habe sich damit einverstanden erklärt.
Ein Aufruf zur Sammlung. Der freikonservative Landtagsabgeordnete von Karöorff sprach am Sonntag nachmittag in Cöln in einer gutbesuchten, von der Konservativen Vereinigung einberufenen Versammlung über die Sammlung der rechtsstehenden Parteien, wobei er einen Appell an die nationalliberale Partei richtete. Heute tue eine Sammlung der staatserhaltenden Parteien mehr denn je not. Bezüglich der Stellung der konservativen Partei zum Zentrum erklärte Abg. v. Kar- dorfs. das „Märchen vom schwarzblauen Block" sei eine „maßlose politische Brunnenvergiftung".
mit mir herumtrage! Man würde dann milder urteilen!" —
Vor ihnen, kaum zehn Schritte entfernt, stand letzt der Strandkorb, von dessen grauer Rückwand ihnen die mit schwarzer Oelfarbe ausgemalte Zahl 72 entgegen- leuchtete. In großem Bogen wichen sie ihm aus, und der Assessor suchte auch nicht einmal durch einen flüchtigen Blick festzustellen, ob er besetzt war. Schweigend schritt Jarotzki neben ihm her. Er wußte nicht, was er dem Freunde auf diese Aeußerung, die ein so tiefes seelisches Niedergedrücktsein verriet, antworten sollte. Außerdem wurden seine Gedanken auch durch etwas anderes abgelenkt. Zu seiner nicht geringen Enttäuschung bemerkte er, daß Bixens Mama und Tantchen nirgends zu entdecken waren. Nur das blonde Mädelchen selbst saß artig neben einer alten, schlicht gekleideten Frau mit grauem Scheitel und gutmütigem, vertrauenerweckendem Antlitz in einer der zahlreichen Gruben und stellte mit Hilfe von kleinen Holzformen graue Sandkuchen her, die es wie die Figuren eines Schachbrettes nebeneinander aufrechte.
„Was meinen Sie dazu, Benters," begann der Referendar zögernd, „wenn wir einmal versuchen würden, die Bekanntschaft der alten Kinderfrau zu machen? Vielleicht erfahren wir von ihr noch nähere Einzelheiten über den geheimnisvollen Diebstahl, die man bei einer gerichtlichen Vernehmung aus den meist recht ängstlichen und befangenen Leuten nie so recht herausbekommt."
Der Assessor sträubte sich erst etwas, ließ sich dann aber doch herbei, den Referendar zu begleiten, der sich nun vorsichtig näher schlangelte und mit seiner liebenswürdigen Unverfrorenheit auch bald die arglose Frau Müller in ein Gespräch zu ziehen wußte, indem er sich zunächst höchst raffiniert erkundigte, wem das süße, liebe Kind gehöre, und mit diesem „süß und lieb" derart gewandt operierte, daß schon die Eitelkeit allein die in ihren Schützling ganz vernarrte Alte schnell mitteilsam
MMur -es Oe-lanves. Der yannoverfche Provin« ziallandtag hat, wie aus Hannover berichtet wird, beschlossen, sich mit einem Kapital von zwei Millionen Mark an der Hannoverschen Ansiedlungsgesellschaft zu beteiligen, von der die Oeölandkultur in großem Maßstabe betrieben werden soll. Weitere zwei Millionen Mark sind bereits von anderen Korporationen gezeichnet worden; das preußische Landwirtschaftsministerium hat einen Betrag von vier Millionen Mark in Aussicht gestellt.
Ein neues französisches Felöschnellfeuergeschütz. Der „Temps" kündigt die Einführung eines Schnellfeuer- geschützes von 105 Millimeter Kaliber an. Das Geschoß der neuen Kanone wiegt 16 Kilogramm und erreicht eine mittlere Geschwindigkeit von 570 Sekundenmetern. Bei grötztzulässiger Erhöhung beträgt die gesamte Schußweite mindestens 10 Kilometer. Wegen des großen Geschoß- gewichtes wird immer erst das Geschoß selbst und dann erst die Hülse für sich in den Laus eingeführt; die Feuergeschwindigkeit soll darunter nicht leiden. Der Rücklauf wird durch komprimierte Lust erreicht. Das ganze Geschütz ist mit einer Schutzhülle versehen. Es wiegt 3206 Kilogramm, die Protze 2600 Kilogramm.
Der englische Flottennachtragsetat. Der erste Lord der englischen Admiralität, Churchill, brächte am Mon- tam im Unterhause den Nachtragsetat für die Flotte ein, der 50 Millionen Mark beträgt und den Gesamtetat aus 976 000 000 ^ steigert. Die Mehrforöerung wird verursacht durch höhere Kosten der Vorräte für Oel, durch ein neues Programm für Flugzeuge, durch höhere Löhne auf den Werften, durch Beschleunigung und früheren Beginn des Baues von drei Schlachtichiffen und dadurch, daß auf den Privatwerften der Bau der von den Parlamenten bewilligten Schiffe schneller von statten gegangen ist.
Kleine nadiridifen.
Rechtzeitig verhütetes Familiendrama. Die 29 Jahre alte Gattin des Fabrikanten Vogel in Wien versuchte am Montag in einem Anfälle von Geistesstörung sich und ihre drei im Alter von 4 bis 1% Jahren stehenden Kinder durch Leuchtgas zu töten. Nur dem Umstand, daß ihr Gatte vorzeitiger zurückkehrte, ist es zu danken, daß die Tat verhindert und Frau und Kinder gerettet werden konnten.
Keine Erkrankungen bei den 99ern. Gegenüber der Meldung eines Stratzburger Blattes, daß im Infanterieregiment Nr. 99 bei seinem langen Aufenthalt in den unwirtlichen Bergen von Bitsch und Oberhofen eine ganze Menge von Erkrankungen vorgekommen seien, stellen die „Stratzb. N. N." auf Grund einer aus amtlicher Quelle stammenden Nachricht fest, daß die Unterkunftsverhältnisse in Bitsch und Oberhofen denen des Standortes in nichts nachstehen.
Enver Pascha heiratet. Am nächsten Donnerstag wird in Konstantinopel die Hochzeit des türkischen Kriegsministers Enver Pascha mit einer Nichte des Sultans stattfinden.
Kircheubrand in einem Harzort. In der kleinsten der Bergstädte des Oberharzes, in Wildemann, wo erst im September nötigen Jahres eine große Feuersbrunst schweren Schaden anrichtete, hat in der Sonntagnacht wieder ein aroßes Feuer gewütet. Dabei wurde nmer- halb einer Stunde das Gotteshaus mit seinem ganzen reichen baugeschichtlich bemerkenswerten Inhalt vernichtet. Ueber die Ursache des Brandes verlautet noch nichts Gewisses.
Schweres Unwetter in Amerika. In den Oststaaten Amerikas herrschen schwere Stürme und Schneesälle. Viele Telegrapbendrähte und Leitungen für das elektrische Licht sind zerrissen, soöaß zahlreiche Orte völlig dunkel sind. Durch herabhängende Starkstromleitungen wurden Personen getötet. Die Schneemassen drückten viele Dächer ein. Der Bahnverkehr ist höchst unregelmäßig. Die Milchzufuhr Neuyorks ist abgeschnitten.
Schießerei eines wahnsinnigen Soldaten. In der Kaserne des Infanterieregiments Nr. 29 in Wien feuerte Montag abend ein wahnsinnig gewordener Infanterist acht Schüsse in den Kasernenhof ab, ohne jedoch jemand zu treffen. Der Soldat wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes ins Garnisonslazarett gebracht.
Eine eigenartige Huldigung für den Fürsten von Albanien. Wie die Korrespondenz „Wilhelm" erfährt, ist auf Anregung Essaö Paschas der Plan aufgetaucht, dem Fürsten von Albanien gelegentlich seines Einzuges in Durazzo durch den Flug zweier Aviatiker von Neu- wied nach Durazzo eine Huldigung im Luftwege zu bringen.
3m Kampf mit dem Szean.
Eine stürmische Fahrt nach Neuyork.
, Schwerer Sturm, der zeitweise zum Orkan anwuchs, richtete in der Mitte des Februar auf dem Atlantischen Ozean großen Schaden an Schiffen an. Von einem Pas- Wgier des Dampfers „Amerika" der Hamburg-Amerika-
machte. Schließlich nahmen die beiden Freunde sogar neben Bix in der Grube Platz. Und merkwürdigerweise gelang es dem sonst so schwer zugänglichen und wortkargen Assessor überraschend schnell, die anfängliche Scheu des kleinen Mädchens, das sich übrigens auf Befragen wirklich als Beatrix Traut vorstellte, zu überwinden, wobei er sich plötzlich auch als ein wahres Genie im Erfinden von immer neuen Pyramiden entpuppte, die er für Bix aus dem feuchten, am Boden der Grube befindlichen Sande formte. Und ebenso gut verstand er es, auf das kindliche Geplapper der Kleinen einsugeheu, und selten herzlich klang sein Lachen, wenn das Mädelchen jubelnd die Händchen zusammenschlug, sobald ein besonders hoher Turm plötzlich ins Wanken geriet und lautlos in sich zusammenstürzte. — Inzwischen unterhielt Jarotzki sich eifrig mit der Kinderfrau, die ahnungslos dem ganz planmäßig vorgehenden Referen-
Fragen beantwortete und ihm so über vieles Aufschluß gab, was er vorher noch nicht gewußt hatte und für den ihn schon jetzt eifrig beschäftigenden Krimi- nalfall von großem Werte war.
Als Frau Müller dann aufbrechen mußte, um zur Tischzeit zu Hause zu sein, ließen die beiden es sich Nicht nehmen, die-neugewonnene kleine Freundin noch ein Stück zu begleiten. Und stolz schritt Bix zwischen den beiden Herren dahin, von denen jeder eine der kleinen, braungebrannten Händchen hielt und die in fröhlichster Stimmung mit ihr scherzten und die Kleine immer aufs neue zu ihren drolligen Bemerkungen reizten. Und auch der Abschied von Bix war ein überaus herzlicher. Besonders den Assessor schien sie schon recht fest in ihr Herzchen eingeschlossen zu haben. Er mußte ihr ganz fest versprechen, morgen wieder an den Strand zu
(Fortsetzung folg* )