iW«. Lehmann blieb aber verschwunden. Schließlich kam man auf den Gedanken, dem Verschwundenen den schnell fertiggestellten Kündigungsbrief in die Wohnung zu senden. Als der Polizeimachtmeister D. vor der Wohnung des L. anlangte, wurde ihm nicht geöffnet, da die Wirtin des L. gerade Einkäufe zu besorgen hatte,' ein zweiter Versuch war ebenfalls ohne Erfolg. Gegen Abend traf dann der Polizeisergeant Behrendt eirdlich die Wirtin, eine Frau Schwenk, an. Wie diese vor Gericht unter Eid erklärte, habe sie die Empfangnahme des Briefes abgelehnt, da ihr L. schon vor längerer Zeit streng verboten hatte, nicht durch die Post eintreffende Briefe abzunehmen. Er habe schon einmal durch einen derartigen Brief großen Aerger gehabt. Auch das Ersuchen des Polizeibeamten, den Brief auf den Tisch niederlegen zu dürfen, lehnte Frau S. ab. Als der Beamte schließlich bat, den Brief auf dem Korridor auf die Erde legen zu dürfen, lehnte sie auch dies ab mit dem Bemerken, daß dort keine Briese zu liegen hätten.
Tatsächlich konnte der Kündigungsbrief erst am 1. Februar dem L. zugestellt werden. Als dieser dann am 1. Mai wie gewöhnlich zum Dienst erschien, wurde ihm bedeutet, daß er nichts mehr auf dem Amtsbureau zu suchen habe, da ihm rechtzeitig gekündigt worden war, er somit entlassen sei. Er beruhigte sich jedoch mit diesem Bescheid nicht, sondern erhob, als seine Beschwerden abgewiesen wurden, die ordentliche Klage gegen die Gemeinde Treptow, in der er beantragte festzustellen, daß diese verpflichtet sei, vom 1. April 1913 ab das ihm zustehende Gehalt nach Maßgabe der Besoldungsordnung bis zu seiner Pensionierung zu zahlen. Ferner klagte er auf Zahlung des rückständigen Gehaltes in Höhe von 1848 Mark.
Die Zivilkammer kam zu folgendem Urteil: Die beklagte Gemeinde Treptow wird verurteilt, an den Kläger Lehmann 3528 Mark zu zahlen, es wird ferner festgestellt, baß die Gemeinde verpflichtet ist, vom 1. Februar 1914 ab das dem Kläger zustehenöe Gehalt bis zu seiner Pensionierung zu entrichten. Die gesamten Kosten trägt die
Vermischtes.
Durch eine ungewöhnliche List erlangte ein Berliner Untersuchungsgefangener seine Freiheit. Unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Wuchers war Anfang Dezember der 43jährige „Geschäftsvermittler, Agent, Geldverleiher und Kellner" Wilhelm Reicher aus Wilmers- dorf in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. In den letzten Tagen klagte er über heftige Zahnschmerzen. Da er kurz vor der Verhaftung in Behandlung eines Wilmersöorfer Zahnarztes gewesen war, wurde ihm auf seinen Wunsch gestattet, diesen jetzt zur Weiterbehandlung aufzusuchen. Als er sich dorthin begab, wurde er von einem Beamten begleitet. In der Wohnung des Zahnarztes legte Reicher Hut und Mantel ab und bat um die Erlaubnis, die Toilette des Zahnarztes aufsuchen zu dürfen. Dies wurde ihm auch von feinem Begleiter gestattet. Während letzterer nun vor der Tür wartete, verließ der Untersuchungsgefangene die Toilette durch eine zweite Tür, von deren Vorhandensein der Beamte nichts ahnte. Als dieser eine Weile vergeblich gewartet hatte, entdeckte er, daß R. unter Zu- rücklassung seines Hutes und des Ueberziehers geflohen war. Die Nachforschungen ergaben, daß R. sich schnell ein Auto genommen hatte, nach seiner Wohnung gefahren und von dort mit neuem Hut und Mantel sofort wieder in derselben Kraftdroschke öavongefahren war.
Ein menschlicher Chronometer. Eine amüsante Geschichte wird aus London berichtet: Ein Londoner Aö-
es in d
vokat, welcher Hunderte von Malen in seiner Praxis erfahren hatte, wie oft sich die Leute bei den Zeugenaussagen in ihren Zeitangaben irren und widersprechen, wollte sich bei einem wichtigen Prozeß vergewissern, wie ... jlefer Hinsicht mit der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen stehe. Dies war ein Seemann. Es handelte sich um eine Schiffskatastrophe durch Zusammenrennen zweier Fahrzeuge, und der betreffende Zeuge lag noch verwundet im Seemannshospital. „Sagt mtr doch, mein Freund", begann der Advokat, an das Bett des Matrosen tretend, „wie lange Zeit verfloß von dem Augenblicke, daß das Schiff die Landungsbrücke verließ, bis zum Zusammenstoß?" Der Matrose blinzelte mit den Augen, neigte den Kopf auf die Seite und meinte: „Etwa zehn Minuten." — „Mann," sagte der Advokat eindringlich, „wie lange meint Ihr wohl, daß zehn Minuten sind?" — „Nur zehn Minuten/" antwortete der Matrose. — „Ganz recht, wollen aber gleich mal sehen, wie lang es Euch scheint, denn darauf kommt es an. Ich nehme meine Uhr — jetzt fangt an, und wenn Ihr meint, daß zehn Minuten verflossen sind, so ruft Halt!" — „Werd's schon machen." Der Advokat stand, seine goldene Uhr in der Hand, am Bett, während sich der Seemann wieder bequem zurück gelegt hatte. Nachdem einige Minuten verflossen, rief der Advokat: „Halloh, mein Freund, wie stehrs? Soll ich etwa hier den ganzen Tag warten?" Der Matrose sagte kein Wort, grinste nur und ließ den Anwalt warten. „Halt!" sagte der Matrose endlich, „ich meine, jetzt werden's zehn Minuten sein!" — „Unglaublich," schrie der Advokat in starrem Staunen. „Mein Freund, von allen Menschen, lebenden und schon toten, die mir je vorgekommen sind, könnt Ihr die Zeit am genauesten messen! Ihr seid ein menschlicher Chronometer!" Der rechtskundige Mann hatte aber ganz übersehen, daß am anderen Ende des großen Krankensaales eine große Uhr hing, der er den Rücken zukehrte, und die der Matrose genau sehen konnte. Der kluge Advokat soll ein wenig geistreiches Gesicht gemacht haben, als die Sache sich bei der Hauptverhandlung herausstellte.
Der Schatz im Blinddarm. Ein in Kairo wohnen- ^f'Araliener wurde kürzlich wegen einer Blinddarm- operiert. Zu seinem nicht geringen Erstau- Arzt in dem entfernten Teil zwei kleine ein französisches 20 Francs-Stück. Ar Juskmrft über den seltsamen Fund befragt, erklärte der Patient, daß er den Louisdor vor einiger Zeit in einer Lotterie gewonnen habe. Besorgt, daß seine Lunde davon erfAren uL ihn ,,anÄ habe er das Geld in Sicherheit bringen wollen, und es für am zweckmäßigsten gehalten, es zu verschlucken — Hoffentlich reicht der sorgsam geborgene Schatz zur Bezahlung der Operatronskosten aus.
Mäuse als Luftschiffpassagiere. Ein eigenartiges Erlebnis hatte, wie die „Daily Mail" berichtet vor kurzem der englische Offiziersflieger Leutnant Fletcher. Er >atte mit seinem Zweidecker den 800 Kilometer langen
zem der englrsche Ossiziersslt hatte mit seinem Zweidecker ______________
Weg von Montrose nach dem Aerodrom Adlershot zurückgelegt und war glücklich gelandet, als er plötzlich eine Maus bemerkte, welche, wahnsinnig vor Angst, über den einen der Flügel wegsprang und im äußersten Winkel des Schuppens Zuflucht suchte. Als einige Augenblicke später ein Mechaniker den Aeroplan untersuchen wollte, bemerkte er ein Mäusenest, das in einem Winkel des unteren Flügels aus Wergabfällen gebaut war. Fünf oder sechs junge Mäuschen saßen darin und drängten sich fröstelnd aneinander. Wie sich herausstellte, hatten die unternehmenden Nagetiere die vierzehn Tage, die der Zweidecker untätig im Muppen gestanden hatte.
dazu benützt, um in ihm eine Familie zu gründen. AIS ich ihr schönes Heim dann so plötzlich und unvermutet n die Lust erhob, mag ihr Schrecken nicht gering gewe- ien sein. Sicher aber waren die Mäuse von Adlershot die ersten ihrer Art, die als „blinde Passagiere" eine Luftreise mitmachten.
Ueber eine Brandkatastrophe auf einem amerikanischen Unterseeboot wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben: Auf dem amerikanischen Unterseeboot „G 1", das auf der Reede von Newport vor Anker gegangen war, brach jüngst eine Brandkatastrophe aus, die leicht zu verhängnisvollen Folgen hätte führen können. Die Mannschaften saßen gerade beim Abendessen in ihren Kojen, als dichte Rauchwolken hinein- schossen. Wie man sofort feststellte, war in einem der Bunker aus unaufgeklärten Gründen ein Feuerherd entstanden, von dem aus sich Rauch und Flammen ihren Weg bahnten. In einem Augenblick war vieles von der inneren Einrichtung des Unterseebootes durch das Feuer vernichtet. Die Mannschaften des „G 1" zeigten sich aber als wackere Seeleute, die nicht nur in ihrem eigentlichen Element, im Wasser, ihren Btann standen, sondern auch kaltblütig dem verheerenden Feuer Trotz boten. Sogleich, als der Kommandant des Bootes die schwere Gefahr erkannt hatte, ließ er das Alarmsignal geben, und schon war die brave Besatzung drauf und dran, wahre Wasserfluten in die Flammen zu schlendern. Ein Teil der Mannschaft suchte mit den eigenen Hängematten das Feuer zu ersticken. Dank dem energischen Vorgehen jeden einzelnen Offiziers und Mannes konnte nach verhältnismäßig kurzer Zeit die schwere Gefahr von dem Unterseeboot abgewendet werden. Wenn das Feuer auch viele wertvolle Gegenstände der inneren Einrichtung vernichtet hat, so sind doch durch das mutige Verhalten der Besatzung die Feuerschäden nicht derart geworden, daß das Boot für den Augenblick der amerikanischen Marine verloren wäre.
Eine Weltreise von Pol zu Pol. Eine Reise um die Erde auf dem Wege über die beiden Pole ist der neueste Plan, den der amerikanische Polarforscher Peary unternehmungslustigen Forschern unterbreitet. Vielen Leuten wird dieser Plan phantastisch anmuten, aber kein Geringerer als Sir Ernest Shackleton hat sich dafür ausgesprochen, daß dieser so abenteuerlich klingende Reiseplan durchaus ausführbar ist, vorausgesetzt, daß er mit den erforderlichen Mitteln ausgerüstet wird. „Ich möchte selbst die Reise gern machen, wenn ich die nötige Zeit und das nötige Kleingeld zur Verfügung Hütte," erklärte Shackleton kürzlich dem Berichterstatter einer Londoner Zeitung. „Es versteht sich, daß die Sache ihre Schwierigkeiten hat, vor allen Dingen der Teil der Reise, der über die Eisfelder des Polarmeeres führt. Aber unmöglich ist die Sache nicht! Unmöglich ist überhaupt ein Wort, das für den Polarforscher nicht existiert, sofern er nicht gerade durch eine senkrecht abfallende Wand seine Schritte gehemmt sieht. Eine besondere Ausrüstung und Männer von großer physischer Kraft und Widerstandsfähigkeit sind allerdings für die Ausführung des Planes stillschweigende Voraussetzungen. Auf der Südpolreise könnte man am besten die Route nehmen, die ich auf meiner nächsten antarktischen Expedition einzu- schlagen gedenke, und was die Nordpolfahrt anbetrifft, so würde man meines Erachtens am besten den Weg von Nordsibirien nach Nordkanada oder Grönland wählen."
Ein sehr höflicher Brief. „Sie verzeihen, mein Herr daß ich es wage, Sie zu ersuchen, mir gütigst zu erlauben, daß ich mir die Freiheit nehme, Sie hierdurch zu sagen, ob Sie die Gewogenheit haben wollen, mir zu vergönnen, daß ich mich erkühne, Sie zu bitten, mir das Glück zu gewähren, daß ich mich Ihnen italjen darf, um Ihnen freundlich zu sagen, daß ich nichts sehnlicher wünsche, als imstande zu sein, Ihnen zu zeigen, wie sehr es mich freut, daß das Schicksal mir so günstig war, den Augenblick herbeizuführen, der mir das Vergnügen zuteil werden läßt. Sie zu versichern, daß es mir unmöglich sei, durch briefliche Worte die Gefühle auszudrücken, die mein Herz bei dem Gedanken ergriffen, daß Ihre Güte mich berechtigt, die Hoffnung zu hegen, daß Sie überzeugt sind, wie tief ich es empfinde, welch ein Vorzug es ist, daß ich die Ehre haben darf, mich in dem Gefühle der lebhaften Hochachtung zu nennen Ihren in Demut ersterbenden, gehorsamsten Diener."
Ballgespräch. Herr: „Was Sie für weiche Händchen haben, Fräulein Dora,' was müssen Sie erst für ein weiches Gemüt haben."
Kleiner Irrtum. Tante: „Ein recht dreister, junger Herr, der drüben am Fenster sitzt... er wirft mir fortwährend Küsse zu!" — Nichte: „Ach wo, Tante,' der ißt Kirschen und schleudert die Kerne hier herüber!"
Ein deutscher Dampfer in Seenot
Von einem schweren Unfall, über dessen Art und Umfang aber man noch gar keine Gewißheit hat, scheint in dem für die Schiffahrt stets gefahrenreichen Meerbusen von Biscaya dem großen deutschen Frachtdampfer der Hamburger „Hansa-Dampfer-Linte" „Wildenfels" zugestoßen zu sein. Telegramme melden aus London: Der Vertreter von Lloyds in Kap Lizard meldet, daß von dem deutschen Dampfer „Trautenfels" ein drahtloses Telegramm eingegangen sei, demzufolge der deut- fche Dampfer „W i l d e n f e l s", der nach Kalkutta unterwegs ist, Notsignale aussendet. Der Dampfer „Wildenfels" befindet sich im Meerbusen von Biscaya, nördlich vom Kap Finistere. Eine wettere Depesche der Lloydstation am Kap Lizard lautete: Ein Funkentelegramm meldet, daß der Dampfer „Wildenfels" jetzt keine Hilfe mehr braucht. Die überlebende Mann- s ch a f t s e i g e r e t t e t. Auf eine Anfrage, welche Bedeutung die Worte „überlebende Mannschaft" hätten, könnte Lloyds keine Auskunft geben.
Welcher Art der in Rede stehende Unfall der „Wil- denfels" ist, kann man aus den vorstehenden Meldungen nicht ersehen. Möglicherweise kann es sich um einen durch Sturm verursachten schweren Schiffbruch handeln — bekanntlich wird der südwestliche Teil von Europa gegenwärtig von heftigen Stürmen heimgesucht — es kann aber auch, und daraus laßt dte Wendung schließen „überlebende Mannschaft gerettet", an Bord ein Explosionsunglück oder umfangreicher Maschinenschaden vor- gekommen sein, der die Absendung von Notsignalen und Rufen nach ärztlicher Hilfe veranlaßte. Jedenfalls aber war bei der Direktion der „Hansa" außer ziemlich unverständlichen, offenbar verstümmelten drahtlosen Meldungen bis Montag abend Näheres über den der „Wildenfels" zugestoßenen schweren Unfall noch nicht bekannt geworden. Insbesondere besteht völlige Ungewißheit darüber, ob die „Wildenfels" etwa als verloren gelten mU^a§ verunglückte Schiff von 5500 Reg.-Tons Rauminhalt hatte eine Besatzung von 60 Momn, jedoch keine Passagiere, und befand sich auf dem Wege nach Cal- cuttas. Mit seinem nach Bombay bestimmten Schwesterschiff „Trautenfels" hatte es erst am 20. d. M. Dover verlassen, es muß sich also «utihmzur Zeit des Unfalls ungefähr in derselben Position befunden haben, da das letztere ja auch zuerst die Notsignale der „Wtlden- fels" auMns und sie dann rveitergab.
Eine Kunde vom „Wildenfels".
oe* Bremen, 24. Februar. Bei der Deutschen Dampf« schiffahrts-Gesellschaft „Hansa" ist von Bord des Dampfers „Wildenfels" folgendes drahtloses Telegramm eingelaufen: „Dampfer „Ekliptika" aus Kopenhagen im Sturm bei 47 Grad Nord und 6 Grad West gesunken. Gerettet ein Passagier, 2. Maschinist, ein Küchenjunge, fünf Matrosen, drei Heizer. Der Kapitän ist tot. gez. Probst." Die bisherigen Meldungen über den Dampfer „Wildenfels" beruhen danach anscheinend auf einem Irrtum. Es scheint sich vielmehr um den dänischen Dampfer „Ekliptika" zu handeln, dem der Dampfer „Wilden- fels" zu Hilfe eilte.
Mexikanische firiegsmiitet
Das Dynamit als Bundesgenosse der Rebellen.
Am Sonnabend wurde, wie aus Veracruz gemeldet wird, ein Militärzug, auf dem sich eine nach Zalapa bestimmte Kompagnie Infanterie befand, von den Rebellen in der Nähe der Station Lima der Interozeanischen Eisenbahnlinie in die Luft gesprengt. Die Explosion war fürchterlich. Der ganze Zug wurde ausetnanderge- rissen. 55 Offiziere und Soldaten und ein englischer Lokomotivführer wurden getötet. Ein nachfolgender Per- sonenzug, auf den die Rebellen feuerten, entkam, indem er schleunigst znrückfnhr.
Zum Schutze für die Deutschen in Mexiko sind zur Verstärkung der bisher getroffenen Sicherheitsmaßnahmen auf Requisition des Gesandten v. Hintze 2 Maschinengewehre mit 1 Unteroffizier und 3 Mann vom Kreuzer „Dresden" in Zivil dorthin abgegangen. Der deutsche Kreuzer ist hierbei dem Vorgang anderer Nationen gefolgt.
Rücktritt Huertas?
w Frankfurt a. M., 24. Februar. Der „Franks. Ztg."wird aus Mexiko gemeldet: In unterrichteten Krei. sen wird angenommen, daß Huerta noch vor den Wahlen die im Juli stattfinden, zurücktreten und durch Lopez ersetzt werden wird.
Der gescheiteste Panzerkreuzer.
Zum Unfall des „Waldeck-Ronsseau."
o-* Toulon, 24. Februar. Ueber das gemeldete Scheitern des französischen Panzerkreuzers „Walöeck- Rousseau" werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Unfall ereignete sich bereits Sonntag abend gegen 9% Uhr zu einer Zeit, als ein heftiges Unwetter wütete. Der Kapitän ließ vorsichtshalber den zweiten Anker fallen. Trotzdem gelang es nicht, des Sturmes Herr zu werden. Der Wind trieb das Schiff mit unwiderstehlicher Gewalt der Küste zu. Vergebens ließ der Kapitän Gegendampf geben. Unglücklicherweise funktionierte ans noch unaufgeklärten Gründen der Kondensator nicht, so- datz nichts weiter übrig blieb, als das Schiff längsseitig zu steuern, um ein völliges Scheitern zu verhindern. Die beiden zur Hilfeleistung abgegangenen Schleppdampfer find gestern abend an Ort und Stelle eingetroffen und haben die Flottmachnngsarbeiten sofort begonnen, ohne jedoch bisher den Kreuzer aus seiner Lage befreien zu können.
w neuestes vom Cage,
Vom Stiefvater erschlagen.
o-* Berlin, 24. Februar. (B. Z.) Gestern wurde der 29 Jahre alte Bursche Rotzdeutscher in Zossen von seinem Stiefvater, den er bedroht hatte, mit der Faust erschlagen.
Die Diebesfahrt im Anto.
** Berlin, 24. Februar. (B. Z.) Drei Männer, die bei einem Einbruch in einem Konfektionsgeschäft reiche Beute gemacht hatten, bestiegen ein Auto mit der Weisung, nach Berlin zu fahren. Der Chauffeur, dem die Männer verdächtig vorkamen, fuhr sie zum nächsten Schutzmannsposten, der die Einbrecher verhaftete.
Unglück im Grubenschacht.
»-♦> Dortmund, 24. Februar. Auf der Zeche Viktoria bei Kupferdeneh hat sich heute morgen bei Beginn der Schicht durch verbotswidrige Benutzung eines Förder- Haspels ein schweres Unglück ereignet. Beim Einfahren in einen blinden Schacht wurden sechs Bergleute, die sich auf dem Fördergestell befanden, teils schwer, teils leicht verletzt. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, datz der Arbeiter, der die Maschine bediente, diese nicht in der Gewalt hatte.
Vergiftung durch verdorbene Speisen.
ios* Hamburg, 24. Februar. (B. Z.) Heute früh wurde die aus sechs Personen bestehende Familie des Milchhändlers Lüöders in ihrer Wohnung besinnungslos aufgefunden. Eine Tochter war bereits gestorben. Der Mann, die Frau, und die zweite Tochter wurden in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Der Zustand der übrigen Familienmitglieder ist weniger gefährlich. Wahrscheinlich liegt Vergiftung durch verdorbene Speisen vor.
Seine Geliebte mit dem Beil erschlagen.
®-* Harbnrg, 24. Februar. In der vergangenen Nacht hat der aus Möhren stammende Josef Schwarzer seiner bei ihm wohnenden Geliebten mit dem Beil den Schädel zertrümmert. Schwarzer ist geflüchtet.
Die „Sachsen" über Helgoland.
o-* Helgoland, 24. Februar. Das Zeppelin-Luftschiff „Sachsen^ erschien heute früh ü5 Uhr bei dichtem Nebel aus südlicher Richtung kommend über Helgoland, kreuzte über der Insel und der unterhalb der Düne liegenden Flotte und verschwand dann wieder seewärts im Nebel. Um %9 Uhr landete das Luftschiff wieder glatt vor der Halle in Fuhlsbüttel.
Folgen des Grubenarbeiter streiks in Frankreich.
w St. Etienne, 24. Februar. Der durch den Ausbruch des Grubenarbeiterstreiks hervorgerufene Kohlen- mangel hat insofern unangenehme Folgen gehabt, als 800 Arbeiter die Arbeit einstweilen einstellen mußten. Diese arbeiten in den Eisen- und Stahlgießereien von St. Etienne. Aus dem Saar-Gebiet werden 6000 Tonnen Kohlen erwartet. Nach ihrem Eintreffen soll die Arbeit in normalem Umfange wieder ausgenommen werden. Auch in den Stahlwerken von Ehambon sind 500 Arbeiter wegen Kohlenmangels zum Feiern verurteilt. In den umliegenden Jndustriebezirken werden ähnliche Betriebsstörungen in aller Kürze erwartet.
Brand großer Naphtabehälter.
»^ Baku, 24. Februar. Der Brand der Naphtha- behälter in den Bakuwerken dauert fort. Bisher sind achtzehn Reservoirs von den Flammen ergriffen. Der Schaden wird auf über eine Million Mark geschätzt.
Die verbannten südafrikanische« Arbeiterführer.
os* London, 24. Februar. Heute erfolgt in England die Landung der deportierten südafrikanischen Arbeiter- führer. Der Dampfer „Umgeni", der sie an Bord hat, fuhr gestern beim St. Catharina Point an der Insel Wight vorüber und wird heute in den frühen Morgenstunden beim Gravesand erwartet. Die Londoner Arbeiterschaft bereitet einen festlichen Empfang der Ber- banntrn vor.