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Zlokleubewegung in Den Parlamenten.

Es wird weiter gebaut.

Nachdem die Budgetkommission des deutschen Reichstages sich mit dem Marineetat befaßt hat, und bei dieser Gelegenheit authentische Erklärungen seitens der Rgeierung zur Marinefrage wie zur Weltlage gegeben worden waren, hat sich nunmehr auch das englische Par­lament mit dem Ausbau unserer Marine beschäftigt. Im Unterhause fragte der Unionist Hall an, ob seit 1912 bei den deutschen Marinebauten eine Verlang- samung oder Verminderung eingetreten sei, die die ver­hältnismäßig große Verminderung in den britischen Marinebauten rechtfertige, die Churchill versprochen habe, als er die Marinevoranschläge für 1912 einbrachte. Weiter fragte der Redner, ob das deutsche Bauprogramm Über das Maß dessen zugenommen habe, mit dem die Admiralität bei Aufstellung der erwähnten Voranschläge gerechnet habe. Ohne sich auf irgendwelche politischen und marinetechnischen Ausführungen einzulassen, gab Churchill dahin Antwort, daß eine Verlangsamung oder Verminderung bei den deutschen Marmebauten nicht stattgefunden habe und schloß noch einige Ziffern aus dem deutschen Marinebauprogramm an, womit die An­

gelegenheit erledigt war. . t t

Wenn es auch nur eine kurze Episode aus der Un­terhausdebatte war, so zeigt sich doch darin die in Eng­land herrschende Stimmung gegenüber unseren Flotten- Bauten, denn die Frage ist ersichtlich den, um keine weitere Herabsetzung i); tenvermehrung eintreten zu lass« nig sagen, wenn Herr Asquiti nung parlamentarischer ®ewer_. „ , Bürde der Rüstungsausgaben stöhnt und das wahre Heil in einer gemeinsamen Aktion der Völker erblickt. Herr Asquith weiß sehr wohl, daß dieser Fall kaum je­mals, wenigstens in absehbarer Zeit, eintreten wird, denn keine Nation will den Anfang machen, und die eng­lische Regierung selbst hat ja stets erklärt, daß sie an dem Zwei-Mächte-Standard unbedingt festhalten müsse.

Marinefragen beschäftigten auch in diesen Tagen die französische Kammer, wo man eingehend die Verteidi­gung der atlantischen Küsten erörterte. Bemerkenswert war dabei, daß der Minister eine Konzentration der französischen Seestrettkräfte im Mittelmeer als eine stra­tegische Notwendigkeit hervorhob, woraus hervorgeht, daß man auf die Unterstützung Englands in der Nord­see hofft, respektive dem britischen Freunde dort das Feld überlassen will, während das Hauptgewicht in ei­nem Seekriege seitens Frankreich auf Operationen tm Mittelmeer gelegt würde. Der Marineminister trat da­her für Verteidigung durch Unterseeboote ein, und im Zusammenhang damit für die Errichtung einer Anzahl von Stützpunkten für diese Boote unter Deckung artil­leristischer Anlagen. Ein entsprechendes Gesetz werde demnächst zur Begutachtung durch den obersten Kriegs­

Bauten, denn die Frage ist ersichtlich nur gestellt wor­den, um keine weitere Herabsetzung der engnschen Flot- tenvermehrung eintreten zu lassen. Da will es auch we­nig sagen, wenn Herr Asquith gegenüber einer Abord­nung parlamentarischer Gewerkschaftler über die schwere Bürde der Rüstungsausgaben stöhnt mT

rat dem Parlamente zugehen.

Herr Asquith kann daraus ersehen, daß die sran- zösischen Freunde mit Marinerüstungen gleichfalls nicht einhalten, und er darf sich dann nicht wundern, wenn wir in Deutschland nicht müßig die Hände in den Schoß legen. ___________

Sorgenvolle Tage für Gallien.

Finauzfieber und Heeresepidemien in Frankreich.

Die Einkreisungspolitik, die Delcassee mit dem Kö­nig Eduard ersann, trägt bittere Früchte für Frankreich. Das wachsende Budget der Republik beginnt das hoch­gespannte Selbstgefühl, der französischen Nation zu dämpfen, das bisher auf die Unerschöpflichkeit des fran- Sen Reichtums pochte. Die Versuche, das Einkom- mergesetz noch vor den Kammerwahlen unter Dach und Fach zu bringen, können als gescheitert angesehen werden, und somit stehen die Franzosen vor einem Wahlkampfe, der in seiner Heftigkeit alle früheren Strei­tigkeiten mit dem Stimmzettel überbieten dürfte. Der Senat, der jetzt Farbe bekennen soll, sucht vergeblich nach einem Auswege aus der Klemme der verhaßten Einkommensteuer. Man möchte sich mit Erhöhungen der jetzt geltenden Steuern helfen, doch die Regierung erklärt, daß sie darauf nicht eingehen könne.

In der Kammer, woselbst die Erörterung des Haus­haltsgesetzes für 1914 begonnen hat, wurde festgestellt, daß die französischen Staatsausgaben in den letzten zehn Jahren um rund 1500 Millionen Franken angewachsen sind. Von diesen 1^ Milliarden fallen auf Heeres­rüstungen 553 Millionen, auf Zuwendungen für soziale Fürsorge 234 Millionen, die Verteuerung aller Lebens­verhältnisse veranlaßte einen Mehraufwand von 297 Millionen und so fort. Die Deckung dieser Mehraus­gaben erfolgte bisher jährlich in der Weise, daß die Klassen der Besitzenden in Gestalt von Erhöhungen der direkten Steuern mit 600 Millionen, die nicht besitzenden Klassen für 300 Millionen herangezogen werden, wäh­rend die übrigen 600 Millionen von den unmittelbaren Staatssteuern und den Staatsmonopolen verlangt wor­

Die Dame im Schleier.

Spionage-Roman von Matthias Blank.

41) (Nachdruck verboten.)

»Aber irgend etwas muß doch geschehen sein?"

„Sie ist irgendwo am Wege stehen geblieben. Ich habe nicht zurückgeschaut." Und plötzlich hob er den Kopf; in seinen Augen starrte eine fast wahnsinnige Angst. „Wenn ich aber doch ungerecht gewesen wäre? Wenn ich sie schuldlos angeklagt hätte?"

„Würde sie sich dann nicht verteidigt haben?" lau­tete die Gegenantwort von Berta von Marberg.

„Ich weiß es ja nicht. Vielleicht ist sie zu stolz ge­wesen. Jetzt, da ich mitleidslos ein Schuldig über sie gesprochen habe, jetzt erst nagen da plötzlich Zweifel in mir, die fast mein Gehirn aussaugen."

„Hat sich dadurch eine der Tatsachen geändert?"

„Das nicht! Aber mir war es, als wäre nichts in ihren Augen gewesen als nur Freude, als sie auf mich »ukam. Und dann hatte ich das Gefühl, als hätte ich selbst diese Freude gemordet. Ich kann es nicht anders erklären."

Die Beiden waren nicht mehr lange allein, als von Marberg mit Michael Purgstaller in das Zimmer trat.

von Marberg begrüßte Hatzfeld sofort: „Das ist ausgezeichnet, daß ich Dich hier antreffe. Ich habe eben mit Herrn Purgstaller über Deine Angelegenheit ge­sprochen. Dieser aber stimmt ganz mit meinem Urteil über ein."

Michael Purgstaller strich sich mit dem Handrücken über das glattrasierte Kinn: „Ganz gewiß! Ich hatte Ihnen ja schon einmal erzählt, wie sehr ich mich für solche Sachen interessiere. Als mir also Herr von Mar­berg die Geschichte berichtete, war es mein erstes Wort: englische Agenten haben die Erfindung gestohlen."

J^ßßÄ tat SES achtete niemand darauf, wie sehr

den sind. Nun kommen aber die Postbeamten und ver­langen unverzügliche Erhöhung ihrer Bezüge zu dem­selben Zeitpunkt, an dem sie den Offizieren gewährt werden, und andere Beamtenklassen werden nachfolgen. Dazu sollen dann noch die gewaltigen Mehrausgaben für das Heer treten. Vom Geldausgeben sind die Fran­zosen noch nie besondere Freunde gewesen, und des­halb werden sie jetzt vom Finanzfieber geschüttelt.

Die Urheber der wieder eingeführten dreijährigen Dienstzeit erfahren in der Kammer heftige Angriffe, weil sie die Zusammenziehung von Truppen überstürzt haben. Die gesundheitlichen Zustände in den Garniso­nen des Ostens, namentlich unfern der deutschen Grenze, wo die Soldaten förmlich zusammengepfercht werden, verschlimmern sich in der bedenklichsten Weise. Selbst wenn die Berichte übertrieben sein sollten, so steht doch fest, daß die Baracken für die Truppen sich in einem ganz unzulänglichen Zustande befinden, und daß an den Neubau ausreichender und guter Kasernen nicht früher zu denken ist, als bis die Mitteln von den Kam­mern bewilligt sind. Die Sorgen liegen hart auf den Schultern der französischen Staatsmänner, und man sinnt und sinnt, wie man sie am besten los wird, ohne doch zu einem Ziele zu kommen.

Kurze Reichslagsseffon.

Im Vergleich zu den letztjährigen bis in den Juni hinein ausgedehnten Tagungen des Reichstages wird die Session diesmal nur kurz sein. Man nimmt in par­lamentarischen Kreisen an, daß der Reichstag schon Mitte Mai, also etwa vierzehn Tage vor Pfingsten, in Sie großen Ferien gehen wird. Das läßt sich auch leicht er­reichen, denn die einzige große Aufgabe des Jahres ist der Etat, den man unbedingt noch bis Ostern rechtzeitig fertig stellen will. Dann bleiben bis Mitte Mai noch drei Wochen, die überreich genügen, um die verschiede­nen kleinen Vorlagen zum Abschluß zu bringen. Denn wenn sie auch zum Teil für gewisse Kreise von weittra­gender Bedeutung sind, wie das Sonntagsruhegesetz, die Einschränkung des Hausierhandels, die Frage des Ko- lonialgerichtshofs, das Luftverkehrsgesetz usw., so wer­den sie doch keine zeitraubenden parlamentarischen Kämpfe entfesseln. Andere strittige Gegenstände aber, wie die Anträge auf Regelung der Machtbefugnisse des Militärs, das Petroleummonopol, das in Aussicht ste­hende Kaligesetz usw., haben keinerlei Aussicht, noch vor der großen Sommerpause erledigt zu werden.

Politische Rundschau.

Die Korfureise des Kaisers scheint in der Tat aufge­geben zu sein. Nach den auf dem königlichen Schloß in Bad Homburg in Angriff genommenen Renovierungs- arbeiten darf es als feststehend gelten, daß das Kaiser­paar Ende März zum Aufenthalt in Bad Homburg ein- trifft. Von hier aus wird das Kaiserpaar zu mehrtägi­gem Aufenthalt nach Wiesbaden zu den Testspielen übersiedeln, um dann auf Schloß Wilhelmshöhe Aufent­halt zu nehmen.

Der Stichwahltermin in Jerichow ist nunmehr amt­lich auf Freitag den 20. Februar angesetzt worden. Die nationalliberale Partei wird sich in besonderen Wahl­aufrufen an alle Liberalen wenden und diese zur Stimm­abgabe für den konservativen Kandidaten auffordern. Der „Kreuzzeitung" zufolge haben auch die Führer der Fortschrittlichen Volkspartei in beiden Streifen bestimmt versichert, daß die Fortschrittliche Volkspartei gar nicht daran dächte, in der Stichwahl für den Sozialdemokraten einzutreten.

Eine bemerkenswerte Bekanntmachung zur Wehr- steuererklärung veröffentlicht der Lanörat des hannover- schen Kreises Jsenhagen: „Die oberflächliche Durchsicht der Wehrsteuererklärungen hat ergeben, daß in diesem Jahre annähernd das Doppelte des bisher überhaupt besteuerten Kapitalvermögens deklariert worden ist. Ueber drei Millionen Mark waren bisher im Kreise Jsenhagen der Besteuerung entgangen. Es besteht der dringende Verdacht, daß noch erheblich mehr Kapitalver­mögen vorhanden ist." Gleichzeitig wird darauf hinge- wiesen, daß bis zur Beendigung der diesjährigen Ver­anlagung berichtigende Angaben hinsichtlich der Höhe des vorhandenen Vermögens entgegengenommen wer- beu. Später bekannt werdende Steuerhinterziehungen fallen aber unter die erheblich verschärften Strasbestim- mungen und werden unnachsichtlich verfolgt werden.

Die Gefährdung der Jugend durch unsittliche Li­teratur. Der Gesetzentwurf gegen die Gefährdung der Jugend durch Zurschaustellen von Schriften, Abbildun­gen und Darstellungen, die im Bundesrat zur Annahme gelangt ist, bringt die nötigen Ergänzungen von Be­stimmungen der Gewerbeordnung, die von allen bürger­lichen Parteien als dringend nötig erkannt sind. Gegen­wärtig sind nur Schriften und Bildwerke, die in sittlicher oder religiöser Beziehung Aergernis erregen, vom Feil- bieten oder Vertrieb im Umherziehen ausgeschlossen,

die rechte Hand die Stuhllehne umkrampft hielt, wäh­rend sich Hatzfeld erhoben hatte. Nur Berta von Mar­berg war es nicht entgangen; sie allein kannte die Wahr­heit.

Mit einem versuchten Lächeln, das aber nur die Mundwinkel etwas verzerrte, antwortete Hatzfeld: „Ich glaube nicht daran. Ein Zufall war es, gegen den man wehrlos ist."

„Kein Zufall!" wiederholte Purgstaller. „Haben Sie sich die englische Patenterwerbung genau ange­sehen?"

„Doch!"

„Aber dann mußten Sie doch gleichfalls entdeckt haben, daß darin ein Zeichenfehler übernommen war, den Sie selbst erst nachträglich bemerkt und korrigiert hatten."

Robert Haßfeld wußte es; und trotzdem antwortete er: „Davon weiß ich nichts. Für mich ist ja die Sache nun vorbei. Das muß jeder Erfinder riskieren, daß ihm irgendeiner zuvorkommen kann."

„Im ehrlichen Wettkampfe, gewiß. Aber in einen offenkundigen Verrat muß er sich nicht fügen."

Purgstaller fand in von Marberg eine lebhafte Unterstützung: „Selbstverständlich! Das ist der Kern der Sache. Dir ist es genau so wie mir ergangen. Es ist nur zu befürchten, daß Dich bet mir das Schicksal er­reichte, daß es also meine Wohnung ist, in der sich ein englischer Spion heimisch macht."

Hatzfeld wutzte es; aber trotzdem schwieg er. Er wollte keinen Stein wider sie aufheben. „Davon bin ich nicht zu überzeugen."

„Lächerlich! Es ist ja nur noch die einzige Frage, die in Betracht kommen kann: Wer ist dieser Spion?"

Purgstaller antwortete: „Ich habe Ihnen mein Ur­teil schon verraten. Ich vermisse darauf nur eine Er­klärung von Ihrer Seste."

«Dann muß ich Ihnen sagen, Baß Ihre Andeutung

während dem Verkauf der Erzeugnisse der SchundlUs- ratur in Läden und ihrer Ausstellung in Schaufenstern nichts entgegensteht. Dementsprechend sind Ergänzun­gen vorgeschlagen, durch die eine Ausstellung solcher Erzeugnisse in Schaufenstern und Läden verboten wird.

Gegen den Rückgang der Geburten. Im Reichstage ist von sämtlichen bürgerlichen Parteien ein Initiativ­antrag eingebracht worden, in dem eine gesetzliche Re­gelung des Verkehrs mit Mitteln zur Verminderung der Geburten gefordert wird.

Einigkeit der Großmächte in der Jnselfrage. Einer Meldung aus Paris zufolge haben die Großmächte be- chlossen, im Falle, daß die Türkei oder Griechenland >en Wünschen der europäischen Kabinette in der Insel- rage nicht Folge leisten, geeignete Maßregeln zu bera- en, die dem Willen der Mächte Geltung zu verschaffen n der Lage sind. — Der Wille der Mächte hat leider bei der Ordnung auf dem Balkan schon zu oft versagt.

Präsident Wilson leidet von neuem an einer so hef­tigen Erkältung, daß er auf den Rat seines Arztes sein Erscheinen bei einem Empfang abgesagt hat, den Frei­tag abend seine Verehrer in New-Jersey verunstalten wollten.

Kleine fladiricfiten.

Die Kaiserjacht „Hohenzollern" hat am Donnerstag nach dreimonatiger Liegezeit die Kaiserliche Werft in Kiel verlassen. Das Schiff nahm nach einer durchgreifen­den Ueberholung, besonders der Maschinenteile, eine Er­probungsfahrt vor. Es ist das letzte Mal, daß die „Hohenzollern" für den Kaiserdienst des Sommers her­gerichtet worden ist, da bekanntlich 1914 das Ersatzschiff in Dienst tritt.

Prinz Moritz zu Schaumburg-Lippe, der in Karls­bad zur Kur weilt, ist an Blinddarmentzündung er­krankt. Er wurde im Krankenhaus zu Komotau operiert. Die Operation ist günstig verlaufen.

Eine strittige Frage wegen des Generalpardons. Eine größere Steuerhinterziehung ist in Neustadt a. H. festgestellt worden. Der kürzlich verstorbene Rentier Wolf hat ein Vermögen von 1% Millionen hinterlassen, aber die Steuer hierfür nicht in dieser Höhe veranlagt. Die Erben sollen nun auf 20 Jahre zurück die Steuer entrichten. Sie wollen für sich den Generalpardon in Anspruch nehmen. Die Entscheidung der Behörden da­rüber steht noch aus.

Verbot des „Simplizissimus". Zufolge Veranlassung des bayrischen Ministers des Innern verbot die Polizei in München Auslage und Verkauf der letzten Karneval­nummer des „Simplizissimus" wegen ihres in sittlicher und religiöser Beziehung ärgerniserregenöen Inhaltes.

Minderabsatz an Nürnberger Bier. Im Jahre 1913 hat in Nürnberg der Bierkonsum um 62 000 Hektoliter abgenommen. Die schlechte Lage des Baugewerbes und die Antialkoholbewegung werden als die Hauptursache bezeichnet.

In der Spindel zerstückelt. In den Walzwerken der Friedrich Kruppschen Alfred Friedrich-Hütte in Rhein­hausen geriet der mit Reparaturen beschäftigte Schlosser Oskar Heidtmann in eine Spindel und wurde mehrere Male herumgeschleudert. Als man die Maschine still­legte, fand man den Verunglückten tot vor. Kopf, Arme und Beine waren vollständig vom Rumpf getrennt worden.

ahren, die fi ststellung kö winziger 93e

Alphons Bertillo«, der Direktor des gerichtlichen Erkennungsdienstes und Anthropologe, ist in Paris ge­storben. Bertillon ist der bekannte Schöpfer eines äu­ßerst genauen Menschenmessunasverfahrens zwecks Er­mittlung von Verbrechern. Sein Meßverfahren, die so­genannte Bertillonage, besteht in der Feststellung kör­perlicher Merkmale, die keiner oder nur winziger Ver­änderung unterworfen sind, wie Mtttelfingerlänge, Ohr­höhe, Kopf-, Futzlänge usw. Das Bertillonsche Verfah­ren ist bei der Kriminalpolizei der meisten Kulturstaaten eingeführt.

Drei Schulkinder vom Zuge überfahren und getötet. Freitag nachmittag wurden bei der französischen Stadt Troyes drei Mädchen von 11 bis 12 Jahren auf dem Wege zi " ' ------ -------- "

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nr Schule beim Ueberschreiten der Gleise von Nngiermaschine erfaßt und überfahren. Alle drei wurden getötet.

Ein kanadisches Panama. Die kanadischen Parla­mentskommission stellte fest, daß bei dem Bau der trans- kontinentalen Bahnen 160 Millionen Mark verschleudert worden seien. Die Londoner „Times" meldet, daß diese Summe bei dem Bau zwecklos ausgegeben worden sei. Die elf Firmen, an welche die Arbeiten vergeben wor­den seien, hätten sich allein durch Weitervergebung eines Teiles der Arbeiten einen Gewinn von 35,2 Millionen gesichert.

Doppelmord in einer französischen Villa. In Melun wurde ein französischer Fabrikant L6on und seine Frau in ihrer Villa ermordet aufgefunden. Die beiden Let- Zen waren von zahlreichen Revolverkugeln durchbohrt. Alle Türen der Villa waren erbrochen.

ebenso töricht ist wie das beharrliche Leugnen meines Nefsen. Was, glaubt Ihr mir, welchen ungeheuerlicher Gedanken Herr Purgstaller ausgeheckt hat?"

Diese Frage galt Berta von Marberg und Rover! Hatzfeld.

„Wie soll ich das denn erraten können?"

Hatzfeld beschränkte sich darauf, nur die Schulterr hochzuziehen.

„Natürlich! So etwas kann auch niemand ver­muten. Er forderte von mir auch die Angaben über alle geladenen Damen, da nach seinem Urteil eher eine Spionin, denn ein Spion in Betracht kommen kann. Ist das nicht absurd?"

Die Blicke von Haßfeld und Berta von Marbergs waren sich flüchtig begegnet; sie hatten einander ver­standen und das schon erraten, was Purgstaller als Neuheit verkünden sollte.

Hatzfeld antwortete: „Ich leugne überhaupt die Idee eines Spions. Wenigstens in meiner Sache."

Purgstaller antwortete: „Schon aus Gerechtigkeits­gefühl müßten Sie mir auch die Damen nennen, da Sic doch nicht vor einer Preisgabe der männlichen Gela­denen zurückschrecken."

„Hierin hat Herr Purgstaller recht!" unterstützte ihi Berta von Marberg.

„Es waren eben die Frauen der verheirateten Gäsü mitgekommen."

„Und sonst?" drängte Purgstaller, der herauszu hören vermeinte, daß dieser dabei über etwas hinweg zukommen suchte. „Und sonst? Wer sollte sonst noA zu gegen gewesen sein? Niemand?"

Da klang die Stimme Berta von MarbergS da zwischen: „Es war doch noch die Baronin von Thedei geladen, die auch anwesend war."

„Ach was! Das käme ja fast so heraus, alS foUi die Baronin so ungeheuerlich verdächtigt werd«."

(Fortsetzung folgte