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Hersfelder Tageblatt

für den Kreis Hersfeld

Willst

Amtlicher Anzeiger

Vrzugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be-

zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei BvlSlvIUvl Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittag».

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 39. (erstes Blatt)

Sonntag, den 15. Februar

1914.

Bus der Heimat.

3ur Neubebauung der

Herrfelder Rathausplatzes schreibt die ZeitschriftHessenland" in ihrer letzten Nummer folgendes:

Dem Projekt liegt die Absicht zugrunde,das alte vielgerühmte Kleinod Hersfelds in ähnlicher, den heutigen Verkehrsverhältnissen und Anforderungen an gesunde Wohn- und Geschäftsräume Rechnung tragender Bauweise nach Möglichkeit wieder herzu­stellen". Der Neubau, der die städtische Sparkasse auf­nehmen soll, erzielt den reizvollen Durchblick nach der kleinen Eingangshalle der Stadtkirche, wie ihn die alte Häusergruppe bot, und auch die Höhenver- Hältnisse des Neubaus sind wie die Gruppierung der Giebel dem alten Motiv entsprechend beibehalten worden. So muß denn die neue Ansicht auf den ersten Blick ungemein bestechend wirken. Anders wird jedoch der Eindruck, wenn wir diesen Neubau im Detail betrachten. Hier tritt sofort in die Er­scheinung, wie ungemein unruhig diese Fassade mit ihren Erkern undGiebeln wirken muß. Sie wird unwillkürlich den Blick des Beschauers von der Hauptsache, dem Renaissance­bau des nur durch seinen geschnörkelten Giebel wirkenden Rathauses, ablenken und so dieses z u r N e b e n s a ch e herabdrücken.

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine gediegene Platz­wirkung zu erzielen. Entweder, man baut die alten Giebel, falls diese erhalten geblieben sind, wieder auf, oder man errichtet, ohne Rücksicht auf den Stil des Rathauses, einen gediegenen, soliden Neubau m,i t einfacher, ruhig wirkender Fassade. Die an Denkmälern der Vergangenheit so überreiche alte Lullusstadt Hersfeld muß vor anderen Städten darauf bedacht sein, über der Schönheit ihrer alten Plätze zu wachen. Das jetzige Projekt aber, so überzeugend es nach derneuen Ansicht" auch wirken mag, wird früher oder später öieKritikheraus- f o r d e r n. Vielleicht gibt man, solange es noch Zeit ist, an maßgebender Stelle unserer Anregung Gehör und prüft sie auf ihre Berechtigung hin. Unserm Dafürhalten nach würde die Veranstaltung eines kleinen Wettbewerbes am leichtesten zur Herbeiführung einer befriedigenden Lösung führen.

Aburteilung in einer anderen Sache dem hiesigen Schöffengericht vorgeführt war, wurde heute nach­mittag wieder nach Cassel zurücktransportiert. Mit dem gleichen Transport ging auch der wegen Brand­stiftung verhaftete Johs. G l e b e sowie der gestern am Bahnhof verhaftete Mann nach Cassel, um im dortigen Gefängnis untergebracht zu werden.

-h- Niederaula, 12. Februar. Vor dem hiesigen Schöffengericht kam heute folgende Angelegen­heit zur Entscheidung. Eine Anzahl Einwohner von Reimboldshausen und Kemmerode hatten ihre Ziegen nach Reimboldshausen zu dem von der Körungs- kommission gutgeheißenen Bock gebracht, jedoch unter der Bedingung, daß die Ziegen später nach Allendorf

§ Hersfeld, 14. Februar. Am 26., 27. und 28. Mai feiert das Garde-Schützen Batallion zu Berlin-Lichterfelde sein hundertjähriges B e - st e h e n. Das Festprogramm ist folgendes: Dienstag den 26. Mai von 8 Uhr vormittags Meldung der Teilnehmer auf dem Jubiläumsbüro in der Kaserne, 12 Uhr Mittags Begrüßung der Ehemaligen durch den Herrn Kommandeur von Gelieu auf demKasernen- hofe, anschließend sportliche Vorführungen durch Aktive des Batallions, 6 Uhr Nachmittags Festspiel des Batallions, 8 Uhr Abends großer Festkommers aller Ehemaligen und Aktiven, veranstaltet von dem Verein ehemaliger Garde-Schützen Berlin in einem großen Saale in Berlin. Mittwoch den 27. Mai, Haupttag, Versammlung und Aufstellung auf dem Kasernenhofe (die Stunde steht noch nicht fest). Ankunft Seiner Majestät und Abnahme der Parade. Nachmittags und Abends bleiben für Zirkus, Theater, Ausflüge usw. Donnerstag den 28. Mai. Von 9 Uhr vormittags ab Preisschießen der Ehemaligen und Aktiven auf den Ständen -es Batallions im Grunewald (Konzert), 6 Uhr nachmittags Preisverteilung. Für den Parade- tag tunlrchst dunkler Rock, weiße oder schwarze Binde, Zylinder, Beamte in Uniform, Orden in Original.

ehemaligen Garde-Schützen wollen sich bis zum 1. März zu der Feier melden.

):( Hersfeld, 14. Februar. Es scheint bei vielen Bewohnern des Werratales noch unbekannt zu sein, daß dre Hers selb er Kreisbahn auch im WrnterSonntagsfahrkarten ausgibt. Wir möchten deshalb nochmals ganz besonders darauf Hinweisen, daß die Kreisbahn das ganze Jahr über Sonntagskarten von allen Stationen nach Hersfeld ausgibt. Die Bewohner des Werratales haben daher die beste Gelegenheit für wenig Geld die Kreisstadt Hersfeld an Sonntagen besuchen zu können, um hier ihre Einkäufe zu erledigen.

§ Hersfeld, 14. Februar. Morgen abend um 8U Uhr hält Herr Lehrer Lohrmann im hiesigen Burschenheim (AugusteViktoriahaus)einenVor- trag über das Jahr 1813, zu dem hiermit alle hiesigen Meister freundlichst eingeladen werden.

):( Hersfeld, 14. Februar. Der Arbeiter Ber­ti n s k i, der wegen seines bekannten schweren Ein­bruches im Casseler Landgerichtsgesängnis als Unter­suchungsgefangener untergebracht ist und wegen

erfolgen würde. Abg. Dr. v. Campe (Natl.) meinte Dr. Roesicke werde die Verquickung des Bundes mit den Konservativen nicht aus der Welt schaffen. Die Nationalliberalen würden gern Fühlung mit dem Freisinn, dem Zentrum und den Konservativen suchen. Abg. Dr. Steputat (Litauer) erklärte den Polen, daß die Litauer stets auf Seiten der Regie­rung stehen würden im Kampf gegen die Polen. Diese hätten ihre Macht gegenüber den Litauern seit altersher mißbraucht. Abg. Jmbusch (Ztr.) forderte die Besetzung der Stellen in den Versicherungsämtern mit Männern von praktischem Wissen. Die General­debatte wurde hierauf geschlossen. In einer nunmehr einsetzenden Geschäftsordnungsdebatte erhielt Aog. gebracht werden müßten,'wenn dort der vorn Kreis I cr

aekaufte Bock unter Gebracht fei Die Stationieruna I auyführte, Freiherr von Zedlitz fit als Verteidiger b0ieÄ wurdL X%ÄM Nrm-

im Dezember v bekannt aeaeben trotzdem aber I W^ * begrünbctc Abg. Dr. schmedding (3tr.) einen aeaen b eieniaen welche ihre Zieae schon früber nach Antrag, der um einen Gesetzentwurf bittet, wonach Reimboldshausen ^bracht die Fürsorge für die gemeingefährlichen Geistes-

hatten jedoch Berufung eingelegt und wurden sämtlich

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wuroen oer Staatskasse ftimnnmßeu über Entlassung und Unterbringung von

1 u ' Geisteskranken in Irrenanstalten unzureichend seien,

-ck- Gerstungen, 13. Februar. Gestern Nachmittag Auch in der Fürsorge sei eine Aenderung gegen 6 Uhr ereignete sich auf der hiesigen Station stehenden Zustandes nicht vonnöten. Das H^ ein Maschinenzusammenstoß, der leicht schlimmere tagte sich auf Sonnabend 11 Uhr. Fortsetzung. Schluß Folgen hätte haben können. Zwei Lokomotiven fuhren 3/45 Uhr. derart gegeneinander, daß die beiden auf der einen ----------------------------------------------------- Maschine befindlichen Eisenbahnbeamten teils schwerere, RöilifrhöF Dorf rhclrtf!

teils leichtere Verletzungen davontrugen. Die Ver- kJ'GUUkAvGY nviUlolUy»

Atzten, welche in Gerstungen stationiert sind, wurden Das Haus beschäftigte sich am Freitag zunächst in ihre Wohnungen verbracht. Beide Maschinen haben mit einigen kurzen Anfragen. Auf eine Anfrage des Defekte erlitten. Abg. Frhr. o. Richthofeu (nt.), ob von der Aufhebung

Fulda, 13. Februar. Vor dem Schwurgericht in des amerikanischen Verbots der Waffenausfuhr nach Hanau hat sich am nächsten Dienstag ein Mitglied Mexiko Schädigungen deutscher Interessen, besonders der Zigeunerfamilie Ebender zu verantworten, die sich des Lebens dort wohnender Deutschen zu erwarten seinerzeit in einem Walde bei Fulda herumtrieb, wo seien, erwiderte Unterstaatssekretar Zimmermann, der auf einem Dienstgang befindliche Förster Romanus daß dre Vereinigten Staaten die Aufhebung des niedergeschossen wurde. Der eigentliche Mörder ist Waffenausfuhrverbots amtlich mitgeteilt und dabei noch nicht ergriffen. Der Zigeuner, der jetzt vor das der Ansicht Ausdruck gegeben hatten, daß niemand Schwurgericht kommt, heißt Ernst Ebender und hat außerhalb Mexikos imstande fei, die Angelegenheiten mit seinen beiden Brüdern Wilhelm und Hermann des Landes zu ordnen. Die amerikanische Regierung kurz vor der Ermordung des Försters auf einen tvolle ihre Staatsangehörigen lediglich m dieselbe Gendarmeriewachtmeister aus Fulda und einen Land- ya9c versetzen, wie die andere Lander, die nach Mexiko Wirt aus Kämmerzell geschossen, und ist deshalb des ^m verkaufen konnten. Den Schutz ihrer Staats- Mordversuchs angeklagt. Gegenwärtig verbüßt er in angehorigen hat die deutsche Regierung sofort in die Butzbach eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren, die ihm ^and genommen, auch zwei Kriegsschiffe nach Mexiko das Schwurgericht Mainz zuerkannt hat. geianbt. Innern des Landes ist es nach Lage

m . . . . der Dinge nicht möglich, Schutz zu gewahren. Selbst-

Biedenkopf, 12. Februar. Bei einer in der Nähe verständlich wird die mexikanische Regierung nach von Bromskirchen abgehaltenen Jagd wurden acht völkerrechtlichen Grundsätzen für den entstandenen Hirsche erlegt. Vor einigen Tagen bemerkte man Schaden aufzukommen haben. Auf eine Anfrage dort übrigens einmal ein Rudel Hirsche von ungefähr des Abg. Colshorn (Welse) erwiderte Ministerial- 40 Stück, ein Ereignis, das viele Leute auf die direktor Dr. Caspar, daß es allgemeine Regel nicht Beine brächte. I sei, daß bei der Versicherung von Kindern in Land-

Göttingen, 12. Febr. Im benachbarten Kalischacht krankenkassen der Nachweis eines bestimmten Ver- Reyershausen ist der Arbeiter Aue in ein Getriebe mögens oder die Erlegung emer Sicherheit gefordert gekommen und hat beide Beine gebrochen. Schwer | ^-^^r ^^ das Haus die Einzelberatung

verletzt mußte er in die Göttinger Klinik gebracht | As Etats für das Reichsamt des Innern fort und werden stimmte über bte Resolutionen zum Reichsver-

______:----------------------------------------- sicherungsamt ab, die angenommen wurden. Die

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des be- aus ver-

Denkschrift über die Rücklagen der Berufsgenossen- rlDQCOrunClCDnQUS. schaften überwies das Haus einer Kommission von

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bei ^schaftsordnungskmnmiffwn, das Urteil gegen Beleihung von Jndustriewerken von den eingehenden

den Redakteur Alb. Wachs, $ er b a § Haus eme Affen- Kapitalien durch das Versicherungsamt und die An-

komödre genannt hatte, ^mBorwarts zu verosfent- I stellung zahlreicher Militäranwärter. Ministerial- li^en. Wachs war zu fed)G^äugms ver- direktor Dr. Caspar bezeichnete die Beleihung von ^'"worden Jndustriewerken als unzulässig. Die Anstellung von

ebenfalls die Urteilsveröffentlichung, damit das Ber- I MMtäranwärtern sei gesetzlich dadurch geregelt, daß halten des Hauses gegen die llbgg. Borchard und I ejn Drittel der Angestellten daraus bestehen müsse. Lemert der Vergeßenheit entrissen werbe. Der An- Jedoch solle man tüchtige Leute auch nicht abweisen, trag fand einstimmige Annahme. In der fortgesetzten rocnn öas Drittel schon erreicht sei. - Abg. v. Winter- Beratung des Etats des Ministeriums des Innern feldt-Menkin (kons.) betonte, daß die öffentlich-recht- erklarte Abg. Freiherr v. Zedlitz ÜretfJ, daß seine I n$eu Versicherungen sehr gut zu einer Ausgestaltung Freunde gern dem nationalliberalen Aufruf zur ge- öcr Lebensversicherung dienen könne. Letztere sei meinsamen Bekämpfung der Sozialdemokratie folgen öie 6eftc Gelegenheit zu sparen. Staatssekretär werben, er wies aber daraus hin, daß die Fortschritt- Dr. Delbrück wies die Auffassung zurück, daß die liche Volkspartei dies erschwere. Sie liefere Mandate Aufsichtsbehörden die öffentlichrechtlichen oder die an die Sozialdemokratie aus und schon Bismark habe privaten Versicherungen einseitig unterstützten. Die Ite eine Vorfrucht der Sozialdemokratie genannt. - energische Propagierung der Volksversicherungen sei Abg. Dr. Roestcke (kons.) wollte namens seiner Freunde eine wichtige Aufgabe. Die Bemühungen, beide jetzt unter allen Umständen da» Recht auf persönliche bestehenden nationalen Versicherungen zu vereinigen, Arbeitsfreiheit gesichert sehen. Dem Bund der Land- seien noch ohne Erfolg geblieben, jedoch sei eine solche Wirte sei Boykott vorgeworfen worden,aber trotz der I Einigung doch zu erhoffen. E/ner Aenderung des ??wHansabunöe eingesetzten Kommission habe man gegenwärtigen Zustandes, daß dem Aufsichtsamte ns heute noch Nichts vorbringen können. Unrichtig ! au(b die öffentlich-rechtlichen Unternehmungen, die ei es, daß der Bund der ^.andwirte die Basis der üBer die Grenzen eines Bundesstaates betrieben Konservativen sei. Wenn diese sich gerne auf die werden, unterstellt werden, könne er nicht zustimmen, ^anöwirte stutzten, w taten sie dasselbe wie die I Nach weiterer kurzer Debatte vertagte sich das HauS Nationalliberalen mit dem Bauernbund. In vielen I auf Sonnabend

Dingen könnten die Parteien zusammengehen, doch I------------------------

nicht in der Art, daß die Konservativen immer nach- I Wetterausfichten für Sonntag den 15. Februar,

gäben. Bei der heutigen politischen Lage sei es I Zunächst aufklärend, später erneut Trübung und geradezu unverantwortlich, wenn keine Verständigung I Niederschläge, mild, südwestliche Winde.