Einzelbild herunterladen
 
  

Einkäufern usw. enthielten. Die Listen enthielten auch charakteristische Fingerzeige für die Behandlung der einzelnen Angestellten, wie z. B.zecht gern",nimmt, wo er kann",ist aus Magdeburg",ist nahbar",treue Seele" usw. Den Angestellten sollen in der Regel 5 Prozent, 7^ Prozent und 10 Prozent des Umsatzes in Aussicht gestellt worden sein, den die Lackfabrik Thurm u. Beschke mit den Firmen der bestochenen Angestellten erzielen würde. Die bestochenen Angestellten sollen bei der Buchführung wie Provisionsvertreter behandelt wor­den sein. Nach der Behauptung des genannten Ver­eins sollen die Konten im Mai und Dezember abge-

schlössen worden sein, worauf die Schmiergelder den Be­treffenden in eingeschriebenen Briefen zngestellt wur­den. Aus beschlagnahmten Büchern der Firma soll her- vorgehen, daß sich der Betrag der Schmiergelder in der Zeit von 1909 bis 1913 auf 135 000 JL belief, die sich auf rund 200 Angestellte verteilten. Manche Angestellte sehr großer Fabriken sollen für ihren Anteil bis zu 7000 erhalten haben. Zu den bestochenen Angestell­ten sollen auch solche gehören, die in staatlichen Betrie­ben beschäftigt sind. U. a. wird behauptet, daß ein Werk­meister einer kaiserlichen Werft in Frage komme, auf dessen Veranlassung hin dann der Lackverbrauch der Werft beträchtlich gestiegen sei.

Die Firma erklärt, daß sie nie Vestechungsgelder ausgegeben habe. Die angezogenen Ausgaben der Firma verteilten sich auf einen Zeitraum von fünf Jah­ren und charakterisierten sich als Repräsentationsgelder, Reisespesen usw. Nach der Beweisaufnahme erhielt ein Werkmeister der Kaiserlichen Werft in Kiel von Mai 1907 bis Mai 1913 insgesamt 5100 Provision von der beklagten Firma bezahlt, außerdem Geschenke. Ein Werkmeister der Kaiserlichen Werft in Danzig wurde gleichfalls geschmiert. Als dieser die Firma wieder um ein Darlehen anging, erhielt er dies nicht, weil der Umsatz nicht groß genug sei. Einen Mißerfolg bei einer Submission 1911 führte die angeklagte Firma auf das Verhalten des Werkmeisters zurück. Auch von anderen Werkmeistern wurde nachgewiesen, daß sie von der Firma 3 Prozent Provision und Geschenke erhielten. Ein Werkmeister der Eisenbahndirektion in Berlir hielt in den Jahren 1907/10 Provisionen in Höhe

Berlin er-

yiecr in oen yagren iyu//iu Provisionen in Höhe von 5 bis 10 Prozent, dazu die üblichen Geschenke in Zi­garren und Konfekt. Der Nachfolger dieses Werkmeisters sollte nach einem Vermerk in den Büchern der Firma nicht besucht werden, da dieser schon andere Firmen verdächtigt habe.

Vermischtes.

Zur Unterbringung des Massenmörders Wagner ins Irrenhaus. Professor Dr. Gaupp an der Universi­tät Tübingen, dem der Massenmörder Wagner aus De- gerloch zur Beobachtung seines Geisteszustandes über- wiesen worden war, gibt nunmehr einen Auszug aus seinem Gutachten bekannt, in dem es u. a. heißt: Wag­ner ist seit 1901 geisteskrank. Von dieser Geisteskrank­heit Hatte vor den Mordtaten niemand die geringste Ahnung. Das Wenige, was von Wagners Schriften schon vor den Mordtaten bekannt geworden war, enthält nichts, was auf seine geistige Erkrankung hätte Hinwei­sen können. Die Schriften mit auffälligem Inhalt sandte er erst nach der Tötung seiner Familie und unmittelbar vor der Brandlegung in Mühlhausen an einige Perso­nen. Als diese in deren Hände kamen, waren sämtliche Gewalttaten Wagners schon geschehen. Es lag also au­ßer dem Bereich jeder Möglichkeit, Wagner vor dem Vollbringen seiner Tat unschädlich zu machen. Würden mir Wagners Schriften vor einem halben Jahre vorge­legt worden sein, so Hätte ich der Behörde umgehend mtt- aeieilt, daß zweifellos von diesem geisteskranken Manne schwere Gewalttaten zu befürchten sind. Wagner wird, da er unheilbar krank ist, die Irrenanstalt nie wieder verlassen. Außerdem darf zur Beruhigung der Bevöl­kerung darauf hingewiesen werden, daß der Kranke in­folge des Verlustes seines linken Unterarmes und der völligen Lähmung von drei Fingern seiner rechten Hand ein fast wehrloser Mann geworden ist.

Der Flug um die Welt. Der von der San Fran- cisco-Ausstellung ausgeschriebene Millionenpreis für den Flug um die Welt hat die Frage auftauchen lassen, ob der geplante Flug nur für Flugmaschinen oder auch für Luftschiffe offen sein solle. Bisher hat noch kein Luft­schiff auch nur annähernd eine solche Entfernung zurück­gelegt, wie sie für dre Etappen des Fluges um die Welt erforderlich wären. Graf Zeppelin äußerte sich auf eine Anfrage dahin, daß die Zeppelinluftschiffe für eine Welt- umschiffung oder nur für einen Flug nach San Fran- cisco zunächst noch nicht befähigt sind. Da andere Luft­schiffe für die Teilnahme an diesem Fluge nicht in Be­tracht kommen, so dürfte damit das Problem wohl dahin entschieden sein, daß sich an dem geplanten Weltflug nur Flugmaschinen beteiligen werden.

DieApachen des Westens" nannte sich eine Bande von Einbrechern, die seit einiger Zeit den Westen der Stadt Berlin und die angrenzenden Vororte wie Schöne­berg, Charlottenburg und Friedenau unsicher machte. Die Gesellschaft bestand aus jungen Burschen aus den verschiedensten Kreisen. Wenn sie auch keine festen Satzungen hatten, so galt doch der Grundsatz, daß nie­mandordentliches" Mitglied wurde, der sich noch nicht bewährt hatte. Die Neulinge mußten erst zusehen und lernen, erhielten aber auch dafür schon einen geringen Anteil von der Beute. Erst praftische Leistungen gaben chnen die Anwartschaft auf die aktive Mitgliedschaft. Diese wurde bestätigt durch die Ueberreichung eines blauweitzroten Bündchens, das die Mitglieder im Knopf­loch trugen. Die jungen Einbrecher, die es besonders auf Schaufenster und Schaukästen abgesehen hatten, aber au^^rötzere Ladeneinbrüche nicht verschmähten und mit Vorliebe Goldwaren, Pelze und Wäsche stahlen, trafen

R der ersten Zeit in einem bekannten Cafee im Westen der etabt. Hier kamen sie aber dem Wirt bald uuhelmuch vor und er verbat sich ihren weiteren Be- such. Diese Gaste verlegten nun ihre Zusammenkünfte m verschiedene andere Cafees. Kriminalbeamten fetzten mit ihren Beobachtungen ebenfalls in den Cafees ein und griffen endlich zu, als sie sich Gewißheit verschafft hatten. Einen Teil der Einbrecher brachten sie gleich hinter Schloß und Riegel,- die anderen fanden sie in den Behausungen ihrer Geliebten. In dem einen Ver­hafteten erkannte man den mißratenen Sohn eines Rechtsanwalts und ein anderer entpuppte sich als ein Bankbeamter. Die ganze Bande wurde nach Moabit gebracht. Eine Reihe von Einbrüchen ist ihr schon nach­gewiesen worden.

Den Saft aus dem Fletsche gestohlen. Die Gäste ei­nes Luxemburger Restaurants beklagten sich in letzter Zeit andauernd darüber, daß die Fleischspeisen zu trocken und saftlos seien. Dem Restaurateur schienen die Klagen unbegreiflich, da er stets nur bestes Fleisch einkaufte. Als er der Sache nachging, stellte er fest, daß fein Koch und dessen Gehilfen dem täglich in großen Quantitäten gelieferten Fleisch seine Säfte entzogen, um diese als Fleischertrakt abzusetzen. Der Restaurateur hat Strafan- trag gestellt.

Ein verlockendes Angebot. Man schreibt derFrkf. ata." aus St atmest; IN unsere Stadt war vor kur­

zem die Stelle eines Totengräbers und Friebhofwärters ausgeschrieben. Ein wie begehrter Posten das ist, geht schon aus der Tatsache hervor, daß sich 75 Bewerber aus allen Schichten der Bevölkerung meldeten. Da gab es denn auch recht interessant abgefatzte Bewerbungen. Ei­ner z. B. bemerkte ausdrücklich, daß er furchtlos sei, was ihm seine Frau bestätigen könne. Den Vogel cwgeschos- sen hat aber ein anderer, der in seinem Gesuch an den Stadtrat diesen eindringlich bittet, doch seine Stimme auf ihn zu vereinigen, er verspreche dafür, alle Stadt­räte umsonst zn beerdigen und noch einen Meter tiefer als die gewöhnlichen Menschen. Der Stadtrat ging je­doch merkwürdigerweise auf das verlockende Angebot nicht ein und wählte einen anderen.

Stammbaum-Sehnsucht. Eine Klage, welche in die­sen Tagen bei einem amerikanischen Gerichte eingereicht wurde, gibt Aufschluß darüber, was es sich amerikanische Millionäre kosten lassen, wenn sie mit ihren Ahnen oder gar mit einem Stammbaum prunfen wollen. Fräulein Marion Egbert, deren Fach die Nachforschung in alten Kirchenbüchern ist, erhielt vor 4 Jahren von einem der reichsten Männer im Staate Vermont, Herr Percival W. Element, den Auftrag, ihm einen Stammbaum zu ver­schaffen. Es wurde ausgemacht, daß Frl. Egbert für je sechs Wochen Arbeit 500 Dollar ausbezahlt bekommen sollte und außerdem 20 Dollar Spesen für jede Woche. Sie begann ihre Arbeit am 1. April 1910 und setzte sie bis zum 24. Juli 1913 ununterbrochen fort. Dann wurde sie entlassen, nachdem man ihr alles in allem nur 1500 Dollar bezahlt Hatte. Herr Element ist ein hervorragender Eisenbahnmagnat. Vor einigen Jahren war viel die Rede von ihm, weil er beim Abschluß von gewissen Eisenbahnunterhandlungeu einen Scheck auf 20 Millioneu Kronen, der auf seinen Namen lautete, ausstellte.

Eineschwarze Liste" für Ehemänner. In Amerika brechen jetzt für Ehemänner und solche, die es werden wollen, böse Zeiten herein. Nicht nur, daß viele Staaten gesetzliche Vorschriften erlassen haben, die dem Ehekandi­daten vor Eingehung der Ehe die gründlichste ärztliche Untersuchung zur Pflicht mache», nein, man gedenkt jetzt sogar schon, Hilfsmittel des sozialen Kampfes in den Dienst der eugenischen und rassehygienischen Bewegung zu stellen. In der Tat beansprucht diese Idee zu viel Originalität, als daß sie wo anders als in Amerika hätte ausgeheckt werden können. Dieschwarze Liste", das wohlbekannte Boykottierungsmittel, hat ein findiger Kopf aus Chikago als ausgezeichnetes Instrument zur Abwehr des Eheanöranges vorgeschlagen. Danach sollen alle diejenigen, die aus irgend einem Grunde ihre Na­men auf der schwarzen Liste prangen sehen, zum Ab­schluß der Ehe keine behördliche Erlaubnis erhalten. Darob große Empörung unter der jugendlichen Männer­welt der Vereinigten Staaten. Und ganz mit Recht, denn so ein armer amerikanischer Ehekandidat hat jetzt, bevor er die Erwählte seines Herzens zum Traualtar führen kann, mehr Prüfungen, Proben und Examina abzulegen, wie ein deutscher Student der Philologie. Nicht übel ist auch die Begründung, die man der etwai­gen Einführung derschwarzen Liste" gegen Ehemänner mit auf den Weg zu geben gedenkt. Ein Richter aus Chikago stellte dabei die mehr kühne als richtige Behaup­tung auf, daß die Hälfte aller verhafteten Knaben und Mädchen in der Stadt von geschiedenen Eltern stammten. Also haben höchst wahrscheinlich auch alle diejenigen, die das Pech hatten, geschieden zu sein, die erfreuliche Aus- sicht, auf die schwarze Liste zu kommen.

Die Sicherheit des Kaisers bei Aulofahrles.

Ein solcher Unfall, wie der soeben erfolgte Zusam­menstoß eines kaiserlichen Kraftwagens mit einem an­deren in Wannsee bei Berlin fordert erneut zur Be­trachtung heraus, ob denn eigentlich für die Sicherheit des Monarchen auf seinen Automobilfahrten und Reisen genügend Vorsorge getroffen sei. Man darf diese Frage beruhigt in vollem Umfange bejahen, umsomehr als ein Unfall wie der letzte nur zu noch größerer Sorgfalt anspornen wird, wenn diese überhaupt noch möglich ist. Aber auch ohnehin ist die Leitung des kaiserlichen Anto- mobildienstes ständig bemüht, für die Erhöhung der kaiserlichen Sicherheit auf seinen zahllosen Fahrten im Kraftwagen Sorge zu tragen.

Es ist selbstverständlich, daß der Bau der kaiser­lichen Automobile mit besonderer Sorgfalt überwacht wird, und daß alle Neuerungen, die zur Erhöhung der Betriebssicherheit eines Automobiles dienen, bei den Wagen des Kaisers zur Anwendung gelangen. Außer­dem besteht eine Reihe umfassender Maßnahmen, die jeden Tag von neuem mit größter Gewissenhaftigkeit durchgefüyrt werden. Zunächst werden die Automobile des Kaisers täglich einer genauen Prüfung unterzogen. Jeder Kraftwagen, der benutzt werden soll, wird bis ins Einzelnste untersucht, und es wird festgestellt, ob die Motoren und anderen Maschinenteile völlig sicher arbeiten. Auch das Material des Wagens wird dauernd einer fachmännischen Prüfung unterzogen. Wichtig ist vor allem, daß an das Wagenpersonal der kaiserlichen Automobile die denkbar höchsten Anforderungen gestellt werden. Nur solche Wagenführer werden in den kaiser­lichen Automobildienst eingestellt, die völlig nüchtern sind und bewiesen haben, daß sie den schwierigsten Situationen gewachsen sind. In dieser Hinsicht ist für die Sicherheit des Kaisers in keiner Weise zu fürchten.

Zur weiteren Sicherung besteht jedoch noch die Vor­schrift, daß auf schlechteren Chausseen, auf denen ein Gleiten oder Springen des Wagens möglich wäre, und auf Wegen, auf denen sich viele Kurven befinden, ein langsames Tempo innegehalten wird, sodatz ein Schleu­dern des Wagens, besonders beim Nehmen der Kurven, ausgeschlossen ist. Auch werden Straßen, diefür Auto­mobile schwer befahrbar sind, so weit als möglich ver­mieden. Auch durch die ständige Neuanschaffung der besten und zuverlässigsten Typen des deutschen Automo­bilbaues wird die Sicherheit des Monarchen auf se neu Automobilfaürten in größtem Umfange gewährleistet. Die glänzende Entwickelung des deutschen Automobil- baues und -Wesens ist ja Nicht, zuletzt dem lebhaften Interesse des Kaiser, das er diesem Zwerge der Tech­nik seit etwa 11 Jahren entgegengebracht hat,. zu ver­danken. Das erste Automobil, das der Kau er rur seinen versönlichen Bedarf fauste, war ein 28 1'8 Mercedes- Wagen, der mit Spiritus getrieben wurde. Die heutige umfangreiche Verwendung des Autos im kaiserlichen Dienst geht jedoch erst auf die Einführung des Benzin- Automobils zurück, das der Kaiser im Juni des Jahres 1906 ankaufte. Es war ein Fiat-Wagen, der über die damals bedeutende Anzahl von 60 PS verfügte.

>-» neuestes oom Gage.

Der Kaiser beim Kanzler.

** Berlin, 13. Februar. Der Kau er stattete heute vormittag dem Reichskanzler einen längeren Besuch ab.

Die Berliner Feuerwehr vor dem Kaiser.

w> Berlin, 13. Februar. lB. Z.) Heute vormittag 11 Uhr wohnte der Kaiser im Lustgarten einer Vorfüh­rung der Berliner Feuerwehr bei. Es waren u. a. noch erschienen der Berliner Polizeipräsident von Jagow, Oberbürgermeister Wermuth, General von Kessel sowie

höhere Offiziere der technischen Regimenter und Batatl. tone. Die Kaiserin schaute von einem Fenster aus den Vorführungen zu. Nach Schluß der Uebung drückte der Kaiser den Mannschaften, die sich im Viereck aufgestellt hatten, seine hohe Zufriedenheit über das Gesehene aus.

Zwei Fälle vou schwarzen Pocken in Berlin.

Berlin, 13. Februar. (B. Z.) Bei zwei Per- sonen, welche unter Pockenverdacht in das Birchow- Krankenhaus eingeliefert wurden, sind tatsächlich die schwarzen Pocken festgestellt worden. Allerdings handelt es sich nur in einem Falle um eine schwere Erkrankung.

Unterstützung notleidender Berliner Einwohner,

o-* Berlin, 13. Februar. Die Berliner Stadtver- orduetenversammlung hat gestern einen Beschluß von prinzipieller sozialpolitischer Bedeutung gefaßt. Sie kam überein, 800 000 Mark zur Bewilligung von Dar- lehn an Einwohner zur Verfügung zu stellen, die durch die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse in vorüber­gehende Stellage geraten sind. Die Tribünen des Saales waren bei der Beratung bis auf den letzten Platz gefüllt, sodatz sie schließlich gesperrt werden mußten.

Der Tod im Dienst.

&* Cottbus, 13. Februar. Beim Raugiereu wurde gestern der Raugierer Reichelt überfahren und auf der stelle getötet. Einige Stunden später fiel der Hilfs- schafsner Kossick beim Besteigen eines BremshäuschenS herab, kam unter die Räder und wurde ebenfalls ge­tötet. Beide Verunglückte waren verheiratet.

Diebstahl beim Luftschifferbataillon.

6-*- Düsseldorf, 13. Februar. Eine Kassette, in der sich 1200 Mark befauden, ist aus dem Wachlokal der hier in Garnison liegenden Kompagnie des dritten Luftschif- ferbatatllons gestohlen worden. Man versichert, daß es sich auf keinen Fall um Spionage handeln könne. Die in Frage kommenden Wachmannschaften wurden vor­läufig festgenommen. Sie beftretten von dem Diebstahl irgend etwas zn wissen.

1500 Kilo Saccharin vernichtet.

o-* Bregenz, 13. Februar. (B. Z.) In Fcldkirch wurden 1500 Kilogramm Saccharin im Werte von über 50 000 Kronen vernichtet. Der Posten war Der Prinz zn Wied in Wien.

»-»> Wien, 13. Februar. Der Prinz zu Wied ist heute morgen hier eingetroffen. Er hat als Gast des Kaisers int Hotel Jmperial Wohnung genommen. Die Blätter begrüßen den Prinzen und wünschen ihm für die vor ihm liegende schwere Aufgabe volle Erfüllung.

Die verseuchten französischen Garnisonen.

»-* Paris, 13. Februar. Mehreren Blättern zufolge hat der Gesundheitszustand der Truppen, namentlich in den Garnisonen an der Ostgrenze, eine Verschlimmerung erfahren. In Nancy, Toul und Lunevtlle befinden sich gegenwärtig 1425 Kranke. Die Regierung hat zur He­bung des Gesundheitszustandes in der Armee beschlos­sen, die Kasernen besser einzurichten und wärmere Klei­dung für die Soldaten zu beschaffen. Weiter sollen zahl­reichere ^Beurlaubungen erfolgen und schwache Solda­ten ausgemustert werden. Die Leute aus den Antil­len, die nach Algerien verschifft wurden, weil sie das Klima in Südfraickreich nicht ertragen konnten, ertragen nun auch das Klima in Algerien nicht.

Eine neue Untat der mexikanischen Rebellen.

Neuyork, 13. Februar. Nach einer Meldung aus Mexiko haben die Aufständischen bei Los Canoas einen Personenzug in die Luft gesprengt. Fünfzig Mann Bundestruppen und eine große Anzahl Reisende wurden getötet. Im Falle eines entscheidenden Sieges der Aufständischen bet Torreon werden in der Haupt­stadt Unruhen befürchtet. Die europäischen Kolonien treffen Verteidigungsmatznahinen. In Veracruz wurde gestern abend gegen einen Wagen, in dem der ameri­kanische Leutnant Cook saß, ein Schuß abgegeben. Der Offizier wurde nur leicht verletzt.

Schmugglern abgenommen worden.

Ein Dampfer in Seenot.

Neuyork, 13. Februar. lB. Z.) Auf dem At­lantischen Ozean herrscht seit einigen Tagen heftiger Sturm. Ein unbekannter Dampfer ist in der Nähe von Provincetown an der Küste von Massachusetts gestran­det. Er kann von den Rettungbooten nicht erreicht werden.

Berliner Getreide- und Viehmarkt.

Überschuß dür

Die Preisschwankungen am Getreiöemarkte hielten sich in der bis zum 11. Februar reichenden Berichtswoche wiederum in mäßigen Grenzen. In allen heimischen Getreidearten besteht reger Export weiter. Weizen hat außerdem eine gute Stütze in der festen Veranlagung des internationalen Marktes. Argentiniens Export­überschuß dürfte tatsächlich nicht über die bisherigen niedrigsten Schätzungen hinausgehen, und Nordamerika benutzt die geringe Leistungsfähigkeit Südamerikas, um mit den Preiskorderungen in die Höhe zu gehen. Es hat damit um so eher Erfolg, als das Angebot Rußlands nach wie vor ziemlich klein bleibt. In Deutschland sind die Weizenablieferungen Schlesiens umfangreicher ge­worden, jedoch wird seitens der Exporteure vielfach über mangelhafte Beschaffenheit der von dort stammenden Ware geklagt. Die Weizennotierungen sind unter dem Einfluß des Auslandes und des Ausfuhrgeschäfts um % bis 1 Mark gestiegen. Roggen wird im Zusammen­hang mit dem schon Wochen währenden prächtigen AuS- druschwetter reichlich aus dem Jnlande angeboten, an­derseits nimmt aber auch das Ausfuhrgeschäft seinen Fortgang, und es scheint, als wenn darin kaum eine Aenderung eintreten wird, falls auch durch Annahme des russischen Getreideeinfuhrzolles unsere östliche Grenze für den Getreideexport so gut wie gesperrt werden sollte. Die Preise verloren unter dem Druck vermehrten An­gebots etwa ?4 .# Auch Hafer wird aus der großen inländischen Ernte dem Markte reichlich zugeführt und konnte seinen Preisstand trotz regen Exports nicht voll behaupten. Mais neigte zur Schwäche auf die immer noch guten Ernteaussichten Argentiniens für diese Frucht. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 199,50, Roggen 160,25, Hafer 155,50, Mais 141,50.

Preise des städtische« Schlachtvieh-Marktes. Ochsen: vollfl., ausgemäst., höchst. Schlachtw. 8690 X junge fletsch-, nicht ausgem. und ältere ausgem. 8287 X mä­ßig genährte junge und gut genährte ältere 7783 .1 Bullen: ausgewachsene, höchst. Schlachtw. 8488 X voll- fleisch. jüngere 8084 X mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 7983 .^ Färsen: vollfl., ausgem. Färsen höchst. Schlachtwertes 7778 .# Kühe: vollfl., ausgem. höchst. Schlachtw. bis zu 7 Jahren 7579 X ältere ausgem. und wenig gut entwickelte jüngere 69 bis 75 X mäßig genährte Kühe und Färsen 6466 X gering genährte Kühe und Färsen bis 70 X Jungvieh: gering genährtes 7882 ^ Kälber: Doppellender feinst. Mast 136 -151 X feinste Mastkälber 112-117 X mitt- lere Mast- und beste Saugkälber 100108 X geringere Mast- und gute Saugkälber 91102 X geringe Saug­kälber 7187 ^. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 8894 X ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 8086 X mäßig genährte Hammel und Schafe 6781 ^ Schweine: Fettschweine über 3 Ztr. 6264 X vollfleischige 240 bis 300 Pfd. 61-63 X 200240 Pfd. 6062 X 160200 Pfö. 5860 X unt. 160 Pfd. 5860 X Gauen 60-61 X