„Sie Wirkungen der Ignoranz".
Ein französisches Urteil über Neu-Kamerun.
Unter der Ueberschrift »Die Wirkungen der Ignoranz" veröffentlicht Paul Adam, der Sohn der Frau Juliette Adam, der Freundin und Beraterin Gambet- tas, im Pariser „Figaro" einen ausführlichen, mit vielem statistischen Material belegten Artikel, in welchem er den Nachweis zu führen sucht, daß jenes Gebiet am Kongo, das Frankreich im sogenannten Marokkovertrag an Deutschland abgetreten hat und das wir seither mit dem Namen Neu-Kamerun zu bezeichnen pflegen, eine der reichsten, aussichtsvollsten Gegenden Afrikas vor- stelle und es geradezu ein Verrat des damaligen Kabinetts Caillaux gewesen sei, dieses an Schätzen über und unter der Erde beispiellos gesegnete Land an Deutschland zu überlassen. Gewiß verfolgt der Aufsatz, wie schon die Stelle, an der er erschienen ist, verrat, in erster Linie den Zweck, Herrn Caillaux, gegen den der „Figaro" zur Zeit einen so heftigen Feldzug fuhrt, an- zugreifen und in der öffentlichen Meinung herabzu- setzen. Aber Paul Adam ist immerhin, trotz seiner chauvinistischen Gesinnung, ein ernster Schriftsteller und seine Auslassungen beweisen die für uns nur erfreuliche Tatsache, daß man sich in Frankreich immer mehr zu der Einsicht bekehrt, mit dem Marokko-Vertrage keineswegs auf deutsche Kosten ein so glänzendes Geschäft gemacht zu haben, wie man anfangs glaubte.
Nach der Schilderung Paul Adams ist Neu-Kamerun ein wahres Paradies und er wirft dem französischen Kabinett, das es so leichten Herzens an Deutschland abtrat, vor, nicht auf die Stimmen französischer Offiziere gehört zu haben, die es schon vor Jahren als solches erkannten und der Aufmerksamkeit der Regierung empfahlen. Landschaftlich von unvergleichlicher üppiger Schönheit, besitzt das Gebiet, nach der Beschreibung Paul Adams, einen industriellen Reichtum, der es in absehbarer Zeit zu einem der Mittelpunkte der afrikanischen Produktion machen wird. Dabei ist es von einer Bevölkerung bewohnt, die gutartig und durchaus nicht ganz unkultiviert ist. „Hinter Banja," so schreibt Paul Adam, „verschwindet die Tse-Fliege. Das heißt, mit anderen Worten, daß wir den Deutschen den bewohnbarsten und fruchtbarsten Teil gegeben und für uns den schlechtesten behalten haben." Und er fährt fort: „Im Tal der Nana, eines Nebenflusses der Sangha, erblickt man reizende Hügel, fließende Gewässer, Antilopen- herden. Mehr im Norden und gegen Osten dieser Strecke sind die Niederlassungen der Lakka, Sara und M'bais ebenso schön wie die in unserem nigerischen Sudan. Jede besteht aus mehreren geräumigen Hütten, die eine für den Stall, die andere für das Getreide, diese für die Küche, jene für den Harem und eine andere noch für den gemeinschaftlichen Wohnraum. Man trinkt dort ein Hirsenbier, das sehr nahrhaft ist, man lebt von Wild, dessen es eine Unmenge gibt. Der Anbau von Hirse, die Pferdezucht entwickeln sich auf das günstigste, die großen Rinder mit Auerochsenhörnern bilden prachtvolle Herden, die Bienen bereiten überall Honig."
Paul Adam vergleicht das Land geradezu mit einer der reichsten und fruchtbarsten französischen Provinzen, dem Dauphins, und erhebt gegen das damalige Kabinett die Anklage, auch nicht einmal die strategischen Nachteile berücksichtigt zu haben, welche für Frankreich aus der Abtretung entständen. In die Enge gedrängt durch die deutsche Regierung, der es zweimal nicht Wort gehalten hatte, habe das Kabinett die Ignoranz des Parlaments benutzt, um dessen Zustimmung zu einem Vertrage zu erlangen, der an Deutschland sichere und unschätzbare hohe Werte gegen einen zweifelhaften Gewinn auslieferte.
Die Truppenübungen vor dem Kaiser im Zahre 1914.
Aller Voraussicht nach wird der Kaiser auch in diesem Jahre die gewohnte Reise nach seinem griechischen Besitztum, dem Achilleion auf Korfu unternehmen. Sollte dies der Fall sein, so dürfte seine endgültige Rückkehr zu Ende des Monats April erwartet werden, da bereits am 2. Mai die erste Truppenbesichtigung vor dem obersten Kriegsherrn stattfindet. An diesem Tage besichtigt der Kaiser auf dem Truppenübungsplatz Dö- beritz die Bataillone des 1. Garöeregiments zu Fuß und des Lehr-Jnfanteriebataillons. Daran schließt sich am 25. Mai ebenfalls auf dem Döberitzer Nebungsplatz eine größere Uebung der 2. Garde-Jnfanteriebrigade. Am 28. Mai wird der Kaiser die alljährliche Frühjahrsparade über die in Potsdam garnisonierenden Regimenter abnehmen, am Tage darauf findet die große Frühjahrsparade auf dem Tempelhofer Felde statt.
Der Monat Juni wird für den Kaiser mit umfangreichen Regimentsbesichtigungen ausgefüllt sein, und zwar sind es vorzüglich die Truppen der Garde-Kavallerie, die in diesem Monat Gelegenheit haben werden, sich vor ihrem kaiserlichen Herrn über ihre militärische Tüchtigkeit auszuweisen. Als Besichtigungstage sind
Die Same im Schleier.
Spionage-Roman von Matthias Blank.
38) (Nachdruck verboten.)
Das klang wie ein Hilfeschrei. Die Augen von Berta von Marberg starrten weit offen.
Tonlos streifte ihre Frage an Haßfelds Ohr: „Und sie ist seitdem mit ihrer Mama verreist?"
Nur ein Nicken war die Antwort.
„Wohin?"
„Ich weiß es nicht."
Berta von Marberg wußte, daß sie nun diese Liebe, die sich ihren Hoffnungen entgegengestellt hatte, vernichten konnte, zerstören, daß ein Haß daraus werden mußte. Durfte sie es? Oder mußte sie es nicht? Mußte sie es nicht um der Wahrheit willen? Langsam begann sie zu sprechen, und mit leiser Stimme: „Ich will nicht anklagen! Aber von Zufällen muß ich Dir erzählen. Du weißt doch, warum Papa in Pension gehen mußte? Er hat ja schon so oft davon gesprochen. Er sucht ja seitdem überall Spione. An jenem Abende, an dem die Aufzeichnungen aus seinem Arbeitszimmer ähnlich wie bei Deinem verraten wurden, war Gesellschaft bei uns. Neu ist Dir ja das nicht mehr. Auch has nicht, daß die Baronin von Theden unter den Gästen war. Aber das weißt Du nicht! In seinem Arbeitszimmer hatte der Papa der Baronin einen Antrag gemacht, den sie mit ihrer liebenswürdigen, gewandten Art ablehnte. Sie war die einzige, die für kurze Zeit allein in dem Zimmer war, aus dem die Aufzeichnungen der neuen Gewehrmodelle geholt wurden. Papa war iü grenzenloser Leidenschaft in den Liebesbanden der Baronin. Diefe aber war in den nächsten Tagen verreist. Damit Papa sie vergessen sollte. In dieser Zeit war in England der Verrat geschehen, Lurch den Papa seinen Abschied netten mußte. Ich
nach den bisherigen Bestimmungen festgesetzt ver 9. und 10. Juni, der 12. und 13. Juni. Wie bisher werden diese Besichtigungen in Döberitz abgehalten werden. An sie anschließend erfolgt am 13. Juni eine größere Uebung der Gardekavalleriedivision ebenda. Am 2. September folgt die alljährliche Berliner Herbstparade. Den Abschluß der militärischen Uebungen vor dem Kaiser bilden wie alljährlich die großen Herbstübungen und die mit ihnen zusammenhängenden militärischen Veranstaltungen.
Es werden die zwei üblichen Kaiserparaden kurz vor dem Kaisermanöver stattfinden, und zwar am Sonnabend den 5. September die Kaiserparaöe über das 7. Armeekorps und Dienstag den 8. September über das 8. Armeekorps bei Coblenz. Die Kaisermanöver selbst fallen, wie bereits bekannt gemacht worden ist, in die Zeit vom 14. bis zum 18. September, da der Kaiser mit Rücksicht auf die Ernteverhältnisse die Kaisermanöver in die 2. Hälfte des September verlegt hat. Das diesjährige Kaisermanöver erfordert darum ein größeres Interesse, weil es der ganzen Anlage nach sich als Truppenübung größten Stiles darstellen wird, zu der zum ersten Mal bedeutend mehr Truppenverbände herangezogen werden, als man es sonst bei den Kaisermanövern gewohnt ist.
Die weitere Behandlung des Vehrbeitrags.
Nachdem nun, wenigstens zum größten Teile, die Vermögenseinschätzungen zum Wehrbeitrag abgegeben worden sind, dürfte es gewiß von hohem Interesse sein, zu erfahren, wie die weitere Behandlung des Wehrbeitrages sich gestaltet. Der Wehrbeitrag gibt allen denen, die sich mit ihm von Amtswegen zu befassen haben, harte Arbeit zu leisten auf. Die Beamten haben alle Hände voll zu tun, um auch nur die Prüfung der einlaufenden Bermögensanzeigen mit der erforderlichen Genauigkeit und Schnelligkeit zu prüfen. Es ist auch nicht die Veranlagung allein, die besondere Schwierigkeiten hervor- ruft, sondern die Arbeit wird noch vermehrt durch das Rechtsmittelverfahren. Und selbst damit hört der Wehrbeitrag noch nicht auf, den sich mit ihm befassenden Beamten noch weitere Arbeit in Hülle und Fülle zu schaffen. Dazu trägt nicht am wenigsten bei die Verteilung der Ratenzahlung auf mehrere Jahre, hinzukommen weiter die verschiedensten Anträge auf Stundung. Auch alle ein etwaiges Strafverfahren herausfordernde Fragen geben Anlaß zu erhöhter Arbeit wie nicht minder die Sammlung und Sichtung des Materials für die nach drei Jahren wieder erfolgende Veranlagung zur Zu- wachssteuer. Mit dem bisherigen Stande des Beamtenpersonals ist und wird diese Mehrarbeit nicht zu leisten sein. Daher sieht man sich schon heute genötigt, dieser Sachlage durch entsprechende Erhöhung der Beamtenzahl Rechnung zu tragen.
Politische Rundschau.
Antrittsrede des Grafen von Roedern im reichslän- dischen Parlament. Der neue Staatssekretär Graf von Roedern stellte sich Dienstag nachmittag dem elsatz-loth- ringischett Landtage bei dessen Eröffnung mit einer Ansprache vor, in dem er u. a. sagte: Die allgemeinen Richtlinien der Politik bestimmt der Herr Statthalter, und ich betrachte es als eine besonders göttliche Fügung für mich, daß mir diese Richtlinien vorgezeichnet sind und vorgezeichnet werden von Seiner Exzellenz dem Statthalter Grafen von Wedel. Seine Jntensionen sind Ihnen allen bekannt. Nach diesen Jntensionen habe ich mich zu richten und werde es freudigen Herzens tun. Wir werden uns bald kennen lernen bet anderer Gelegenheit, in der Erörterung allgemeiner Fragen, im Kampfe der Meinungen, der uns gegenseitig zu größerer Klärung wichtiger prinzipieller Fragen führen soll. Für diesen Kampf der Meinungen erlauben Sie mir heute einem Wunsche und eines Versprechens Ausdruck zu geben: Er möge stets getragen sein von der Ueberzeugung, daß auch der Andere stets das Beste des Reiches und dieses Landes, wenn auch vielleicht auf verschiedenen Wegen, erstrebt.
Die Reichstagsersatzwahl in Jerichom. Bei der Reichstagsersatzwahl für den Bezirk Magdeburg 3 (Jeri- chow 1 und Jerichow 2), die am Dienstag stattfand, erhielt Gutsbesitzer Schiele (kons.) 11773 Stimmen, Expedient Haupt (Soz.) 11663 und Fleischermeister Kabelt (Volksp.) 6559 Stimmen. Es ist somit Stichwahl zwischen Schiele und Haupt erforderlich. Bei der letzten Wahl erhielt der Sozialdemokrat 11992 Stimmen, der Konservative 9870 und der Fortschrittler 8291 Stimmen. In der Stichwahl erhielt der bisherige Mandatsinhaber Haupt (Soz.) 15 263 und der Konservative 15 256 Stimmen. Bemerkenswert bei der jetzigen Wahl ist die starke Zunahme der konservativen Stimmen, denen eine ebenso starke Abnahme der freisinnigen Stimmen gegen- übersteht.
will nicht anklagen. Aber seltsamerweise hat sich das gleiche wiederholt, wie damals. Diesmal wurdest Du das Opfer. Glaubst Du dabei an einen Zufall?"
Da schlug Robert Haßfeld beide Hände vor das Gesicht und stöhnte in einem wilden Wehlaut auf. Also betrogen! Heuchelei war ihre Liebe gewesen, um ihn um seine Ehre, seine Erfindung und seine Arbeit zu betrügen! Deshalb die Reise! Deshalb keine Nachricht! Er war blind gewesen wie sein Onkel. Schloß sich nicht Glied an Glied? Zuerst hatte die Baronin Herrn von Marberg betrogen! Sie hatte diesen zu einer Leidenschaft zu betören gewußt. Und so war er in die Schlingen von Mia von Theden gefallen, nachdem er bet der Fahrt im Speisewagen von seiner Erfindung ausge- plaudert hatte.
War nun jener Gedanke in der Baronin von Theden entstanden, oder in der Tochter? Was änderte das für ihn?
Berta von Marberg versuchte seine Hand zu fassen.
„Robert! Daran darf man doch nicht so zusammen- brechen! Glaubst Du, daß wir Frauen vor solchen Enttäuschungen mehr gesichert sind? Robert! So fasse Dich! Papa kommt!"
Es waren Schritte zu hören. Da sprang Robert Hatzfeld auf. Aber sein Gesicht war so blaß wie das Papier, das auf dem Tische lag, auf dem die Mitteilung des Patentamtes stand.
Siebzehntes Kapitel.
Es war am Tage nach dem Besuche bei von Marberg. Mia von Theden stand eben am Spiegel und probierte einen neuen Frühjahrshut. Um ein leichtes Geflecht aus schwarzem Roßhaar, das ihr goldenes Blond noch leuchtender erscheinen ließ, rankte sich eine Fülle roter Rosenknospen.
Sie wiegte ihre graziöse Gestalt, als fände sie selbst Wohlgelalltzn an der Zierlichkeit einer jeden Bewegung,
Hur Einigung -er Aerzte und Krankenkasse«. Bei den am Dienstag geführten Besprechungen zwischen den Vertretern der Aerzte und der Krankenkassen im Reichsamt des Innern wurde über die Fassung der Ausfüh- rungsbesttmmungen zum Berliner Abkommen vom 23. Dezember 1913 eine Einigung erzielt.
Eine Thronrede des Königs von England. Das englische Parlament ist am Dienstag von König Georg mit einer Thronrede eröffnet worden. In dieser sagte der König: „Meine Beziehungen zu den fremden Mäch- ten sind andauernd freundschaftlich. Es gereicht mir zum großen Vergnügen, in naher Zukunft imstande zu fein, mit der Königin den Präsidenten der französischen Republik zu besuchen und auf diese Weise Gelegenheit zu erhalten, für die herzlichen Beziehungen, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, Zeugnis abzulegen."
Stnrmszenen im japanischen Parlament. Der japanischen Regierung ist in der Parlamentssitzung am Dienstag ein unerwarteter Erfolg zuteil geworden: Das von der Opposition in der Kammer eingebrachte Mißtrauensvotum wurde mit 205 gegen 163 Stimmen abge- lehnt. Während der Debatte kam es zwischen Mitgliedern der Regierungs- und Mitgliedern der Oppositionspartei zu einem Handgemenge. Ein Abgeordneter, der letzteren Partei angehörig, mußte bewußtlos hinausgetragen werden.
Kleine Oadiridifen.
Zu aufregenden Szenen kam es Dienstag abend in einem Hause der Berliner Straße zu Tempelhof bei Berlin. Ein dort wohnender Schlosser erlitt Wutanfälle. Er warf sämtliche erreichbaren Gegenstände aus der Wohnung auf den Hof u. a. eine brennende Lampe. Der Hausbesitzer rief die Polizei zu Hilfe. Als die Beamten herbeikamen, verbarrikadierte sich der Tobsüchtige in seiner Wohnung und drohte jedem, der ihm auf den Leib rücke, mit einem Beil zu erschlagen. Schließlich rief mau die Feuerwehr herbei, die mit einem Schlauch vorging und nach einer kräftigen Douche die Fesselung des rabiaten Tobsüchtigen ermöglichte.
Die Stadt Magdeburg als Erbin. Der verstorbene Stadtrat Sombart in Magdeburg hat sein Vermögen, das 800 000 Mark beträgt, der Stadt Magdeburg vermacht. Die Nutznießung verbleibt zunächst der Witwe Sombart bis zu ihrem Tode.
Ein Könrgstiger im Zigarrengeschäft. Dienstag mittag brach aus der Menagerie Hagenbeck, die auf einem freien Platz der Brüsseler Vorstadt Jxelles sich befand, ein Königstiger aus. Es entstand eine Panik. Der Tiger drang in ein Zigarrengeschäft, wo die Inhaberin gerade hinter dem Ladentisch beschäftigt war. Sie schloß sich in ein Hinterzimmer ein, und kurze Zeit darauf wurde der Tiger von den nachstürmenden Wärtern gefangen genommen und in einen bereitgehaltenen Käsig gesperrt.
Im Bette verbrannt. Die zwölfjährige Tochter des Bergmanns Wandzik in Birkenhain bei Beuthen verbrannte im Bett. Das dreijährige Brüderchen hatte beim Spielen mit Streichhölzern das Bett angezündet.
Verhaftung eines Mädchenhändlers. In Lodz wurde eine Lasterhöhle entdeckt, in die deutsche Bonnen und Gouvernanten gelockt wurden und dann, nachdem man ihnen Gewalt angetan hatte, an das Ausland verkauft wurden. Der Besitzer des Hauses wurde verhaftet, ebenso der mehrfache Millionär Weichmann, der den ganzen Mädchenhandel leitete. Das Gericht lehnte es ab, Weichmann gegen die angebotene Kaution von 1 Million Mark auf freiem Fuß zu lassen, weil Fluchtverdacht vorlag.
Eine neue Stiftung Carnegies. Carnegie hat seine zehn Millionen Dollars betragende Friedensstiftung durch eine Stiftung von zwei Millionen ergänzt, um die Sache des Friedens durch die Kirchen der verschiedenen Bekenntnisse zu fördern. Ein Teil der Zinsen soll der Frieöensliga der deutsch-englischen Geistlichen zugewendet werden.
Ueber 6000 Meter im Flugzeug. Der argentinische Flieger Newberg hat auf einem Moraneindecker mit 6275 Metern Höhe einen neuen Weltrekord aufgestellt.
Durch die Explosion einer Dynamitniederlage in einer Zinufabrik in Espuelitas im Staate Bolivia sind mehrere Personen getötet und eine weitere Anzahl verletzt worden. Auch in der Stadt wurde beträchtlicher Schaden angerichtet.
Dom tünftigen dürften von Albanien.
Schon seit etwa vier Wochen arbeitet man in Du- razzv mit Fleiß und Eifer daran, das Gebäude, das dem ersten Fürsten von Albanien in der Hauptstadt seines Landes als Palast dienen soll, in wohnlichen Stand zu setzen, und es wird versichert, wie die „N. G. C." von unterrichteter Seite hört, daß es bei Ankunft des Fürsten fix und fertig und vom Keller bis zum Dachgeschoß i mit durchaus modernem Komfort eingerichtet sein wird, um auf den neuen Landesherr» und seine Gemahlin 1 einen möglichst freundlichen Eindruck hervorzubringen.
an ihrer Jugend, an ihrem Lachen, an dem Blitzen der weißen Zähne zwischen den Lippen von dem Rot reifer Erdbeeren.
Die Sonne lachte! Sie aber würde Robert Hatzfeld finden, damit sie gemeinsam eine Fahrt auf dem Wann- see machten, um dabei von ihrer jungen Liebe und den tausend Frühlingshoffuuugen zu plaudern.
Die Baronin von Theden war schon vor ein paar Stunden ausgefahren, sodatz Mia sich ungestört wußte.
Da war aber ein jähes Erschrecken über ihr Gesicht gehuscht, als sie eben die Baronin in das Zimmer eintreten sah, das sie selbst verlassen wollte.
„Mama! Bist Du schon wieder zurück?"
„Ja! Es ist gut, daß ich Dich noch vor Deinem Ausgehen angetroffen hatte. Wir werden für ein paar Tage nach Meran fahren."
Da hatte die Hand Mia von Thebens unwillkürlich nach dem Herzen gegriffen, um das laute Pochen still zu bringen.
„Nach — nach Meran?"
Die Baronin von Theben hob den Kopf und ihre graugrünen Augen glitten über öie Gestalt ihrer Tochter: „Du scheinst nicht erfreut zu sein? Ich dachte diese Reise als eine Ueberraschung für Dich."
„Ich — ich bin ja sehr — sehr erfreut und fehr überrascht. Aber wir fahren doch heute noch nicht?"
„Gewiß! Wir benutzten den Südexpreß mit Schlafwagen. Was wir für eine Woche nötig haben, das wird in einer Stunde gepackt sein!"
Und Mia von Theden konnte nicht mehr fort. In ihren Gedanken suchte sie unablässig Robert Hatzfeld, der wohl in steter Unruhe auf- und abirren mochte, die Blicke immer in die Ferne gerichtet, aus der sie sonst zu kommen pflegte. Sie Hatte ihm keine Nachricht mehr schicken können, da sie nicht mehr allein war.
I . (Fortsetzung folgt.)