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erneute russisch-österreichische Spannung

Die Heimkehr -es O-Ysseus.

Die balkanischen Neugruppierungen vollziehen sich unter einem starken Drucke Rußlands, dessen Diplomatie die Niederringung des österreichischen Einflusses im eu­ropäischen Orient mit Zähigkeit verfolgt. Nach einer zeitweiligen Ueberbrückung der russisch-österreichischen Gegensätze, infolge des persönlichen Eingreifens des friedliebenden Kaisers Franz Josef bricht in Petersburg und Moskau wieder der verhaltene Zorn aus, weil die Ergebnisse der Balkankriege den allslavischen Erwartun­gen nicht entsprechen und mit einem Defizit des Slaven- tums abgeschlossen haben. Die Schuld mißt man an der Newa dem Wiener Kabinett bei, das die serbischen und montenegrinischen Forderungen unterdrückte und durch die energische Förderung des neuen Albanesenstaates die serbischen Brüder Rußlands für immer von der Adria abschneiden will. Die erneute russisch-österreichische Ver­stimmung zeigt sich besonders in der Gespanntheit der diplomatischen Beziehungen.

Kaum hatte der neu ernannte rususche Botschafter, Herr von Schebeko, in Wien sein Beglaubigungsschrei­ben überreicht, als er schon wieder nach Petersburg ab- reiste und seither nicht mehr in die Hauptstadt zurück- kehrte. Noch bemerkenswerter ist es, daß der gleichfalls neu ernannte österreichisch-ungarische Botschafter am russischen Hofe, Graf Friedrich Schapary, seit Wochen auf die Bewilligung eines Empfanges beim Zaren war­tet, um sein Beglaubigungsschreiben überreichen zu kön­nen. Das ist natürlich um so auffallender, weil bekannt geworden ist, daß Kaiser Nikolaus den rumänischen Ge­sandten Diamanöy zur Ueberreichung seiner Ausweis­papiere empfing und ihn mit großer Auszeichnung be­handelte. Das alles spricht für die Absicht, daß die amt­lichen russischen Kreise den persönlichen diplomatischen Verkehr mit dem Wiener Kabinett auf das notwendigste zu beschränken suchen. Die laufenden Angelegenheiten der russischen Botschaft in Wien werden schon seit August vorigen Jahres durch den Geschäftsträger, den ersten Botschaftsrat Fürsten Kudatschew, versehen.

Das Experiment der russischen Militärkonvention mit den Balkaniern ist verunglückt, und nun gilt es, etwas Brauchbares an dessen Stelle zu setzen. Noch bis zum 31. Dezember 1920 sollten die serbisch-bulgamichen Bündnis- und Militärverträge in Kraft bleiben, die un­ter russischem Patronat abgeschlossen wurden, und jetzt steht es so, daß das grollende Bulgarien nur auf den Augenblick wartet, um mit den Türken im Bunde die Serben und Griechen niederzuwerfen. Nur mit Mühe und Not gelingt es den Mächten, die bulgarisch-türki­schen Stürmer im Zaume zu halten.

König Ferdinand zürnt den Russen, weil sie Bul­garien beim Zusammenbruche gänzlich im Stiche ließen. Entrüstet wenden sich umgekehrt die Panslawisten gegen die politische Richtung, die in Bulgarien die Vorherr­schaft anstrebt. Mit einem Wort: Die ganze Richtung der Bulgaren, die mit den Türken gehen wollen, patzt den Russen nicht. Eine Wiedererstarkung der Türkei soll von russischer Seite unter allen Umständen verhindert werden, wie auch die Befehdung der deutschen Militar- miffion in Konstantinopel bewies. Man behauptet in Petersburg, daß die gegenwärtige antirussische Agitation in Bulgarien künstlich gemacht sei und daß sie keine tie­fen Wurzeln in Bulgarien schlagen könne. Da heißt es doch wohl: Abwarten! In Wirklichkeit besteht heute in Bulgarien nicht nur eine antirussische, sondern sogar eine ausgesprochene antislavische Volksbewegung. Die Bul-

ausgesprochene antislavische Volksbewegung garen richten ihre Blicke dauernd rmch Wiev

um.cn nujicu lyiv ouui vuucmv nuu, wtClt, das ihnen die Revision des Bukarester Friedens verschassen wollte. Venizelos traut dem König Ferdinand nimmer und pries jetzt bei seiner Abreise aus Petersburg den unerschütter­lichen guten Willen Rußlands gegenüber Griechenland. Die Hellenen erwarten von den Russen Hülfe in der Not, wenn es Kawalla zu verteidigen gelten wird. Ge­spannt harrt man in Athen der Botschaften, die bei der Heimkehr des Odysseus verkündet werden sollen.

Ein deutsches Flugzeug für Kriegszwecke.

Der deutsche Flugzeugbau hat wiederum eine Kon­struktion hervorgebracht, die berufen scheint, in einem künftigen Kriege eine wichtige Rolle zu.spielen. Es han­delt sich dabei um den Knnbel-Einöecker, dem man mit Recht die Bezeichnung einerdurchsichtigen Flugma­schine" zuteil werden lassen kann. Das Flugzeug, das seine Leistungsfähigkeit schon in vielen Aufstiegen bewie­sen hat, besitzt eine Gesamtlänge von 8,50 Metern, eine Spannweite von 12,50 Metern und eine Flächentiefe von 2,50 Metern. Die Steuerung des Apparates ist die üb­liche Militärsteuerung. Das Rumpfgerippe aus Eschen­holz ist völlig mit dünnen, dreifach verleimten Holz be= kleidet, das durch Anstrich wasserdicht gemacht ist und Festigkeit und Haltbarkeit gewährleistet.

Die Besonderheit des Knubel-Eindeckers, die ihn geradezu für militärische Zwecke prädestiniert erscheinen läßt, liegt in seiner eigenartigen Flächenbespannung mit völlig durchsichtigem Aeroid. Sowie dasdurchsichtige

Die Dame im Schleier.

Spionage-Roman von Matthias Blank.

34) (Nachdruck verboten.)

Von Marberg war wieder entzückt über die Art der Baronin, über die elegante Gestalt, über ihre liebens­würdigen Worte, und erhielt dabei vor Erregung einen roten Kopf. Robert Hatzfeld widersprach nicht, denn er iah in der Baronin von Theden die Frau, die allein sein eigenes Glück erfüllen konnte. So kam es, daß von Marberg mit seinen enthusiastischen Lobsprüchen allein blieb, da selbst seine Tochter, wenn auch mit zusammen- gekniffenen Lippen, nur zuhörte.

Diese Veränderung beachtete Robert Hatzfeld des­halb nicht so sehr, da er seine ganze Aufmerksamkeit der Vollendung feiner Patentniederschrift zuwandte.

Am nächsten Vormittag hatte er schon die Korrektur vollendet, sodatz nur noch die Begleitschreiben gemacht werden mutzten.

Am Abend war er mit ziemlicher Verstörtheit bei Tisch erschienen: sein Blick war unruhig, und sein Be­nehmen war dabei von einer nervösen Art, die deutlich fühlen lietz, dah er etwas Unliebsames, das alle seine Gedanken beschäftigte, erlebt haben mußte.

Die Teller hatte er zurückgeschoben, ohne irgend et­was zu sich genommen zu haben, von Marberg achtete nicht darauf. Aber den schwarzen, großen Augen in dem hageren Gesicht von Berta von Marberg war es nicht entgangen: dabei flackerte in ihnen ein Leuchten auf. Und als Hatzfeld wieder einen Teller zurückgestellt hatte, wandte sie sich mit halblauter Stimme an ihn, in einer Weise, die die Frage nur für ihn und nicht für von Marberg bestimmt sein ließ:Was fehlt Dir? Hast Du etwas Unangenehmes erlebt?"

Halb zerstreut, mit den Gedanken sichtlich abwesend, antwortete er:Nichts! Was soll man auch erleben?"

Hast Du vergessen, daß Du mir früher, noch zu

Flugzeug" im Fluge begriffen ist, vermag es bald, sich für den Beschauer unsichtbar zu machen, da ja dre Trag­flächen völlig durchsichtig sind und nur noch die festen Bestandteile des Rumpfs allenfalls sich gegen den Him­mel abzeichnen. Ist dies schon ein gewaltiger Vorzug der neuen Konstruktion, so ist es doch nicht ihr alleiniger. Die Aeroidbespannung der Tragflächen erlaubt stets eine genaue Kontrolle der Flügelkonstruktion hinsichtlich etwaiger Brüche und Schäden, ohne daß man wie bisher die Bespannung zu lösen braucht. Auch die schnelle und leichte Reparaturfähigkeit des Apparates infolge des auf­geklebten Bespannungsmaterials verdient hervorgehoben zu werden. _ _

Da das Aeroid infolge seiner außerordentlichen Glätte und völligen Luftundurchlässigkeit nur geringen Luftwiderstand erzeugt, so entwickelt der Knubel-Ein- decker eine sehr zufriedenstellende Schnelligkeit. Auch die Wasserdichte der Aeroidbespannung gewährt manchen Vorteil, so kann der Apparat ruhig ohne Schäden bet Wind und Wetter im Freien stehen bleiben. Man braucht auch nicht zu fürchten, daß wegen des zelluloidartigen Materials die Feuersgefahr beimdurchsichtigen Flug­zeug" erhöht ist. Versuche haben ergeben, daß etwaige Flammen nicht die Oberfläche der Bespannung angrei­fen, sondern nur am Rande fressen und leicht ausgelöscht werden können. So wird man dem Knubel-Emdecker un­schwer eine große Zukunft vorhersagen dürfen.

Politische Rundschau#

Der Kanzler bleibt. Die halbamtlicheLeipziger Zeitung" glaubt feststellen zu können, daß dem Reichs­kanzler Dr. v. Bethmann Hollweg die Absicht fernliege, als Statthalter nach dem Elsaß zu gehen. Das genannte Blatt teilt mit, daß der Reichskanzler sich überhaupt nicht mit Rücktrittsgedanken trage. Weder die inneren Ver­hältnisse, noch die auswärtige Politik könnten ihm den Gedanken nahelegen, sich von seinem Amte zurückzuzie- hen. In Kreisen, die in der Lage sind, Beobachtungen zu macheu, wird hervorgehoben, daß der Reichskanzler sich des vollen Vertrauens des Kaisers erfreue. Die Pro­pheten, die ihm nur eine bestimmte Frist für seine amt­liche Wirksamkeit gesetzt hätten, würden sehen, daß diese Frist vorübergehen wurde, ohne daß ihre Voraussage sich bewahrheitet habe.

Ueber die Frage des Geburtenrückganges bringt der fortschrittliche Reichstagsabgeordnete Dr. Naumann in derHilfe" einen aus statistische Angaben gestützten Artikel, der zu recht pessimistischen Ergebnissen kommt. Er zeigt, daß auch auf dem Lande seit 1906 ein Sinken der Geburtenzahl eintritt; es handle sich um einen sehr gleichmäßigen, von den Städten kommenden Niedergang, dem die Landorte eine Zeitlang in guter Zähigkeit sich entzogen, der nun aber auch ländliche Erscheinung zu werden beginne. Die kinderärmsten Bezirke sind neben Berlin und Potsdam Wiesbaden und Hannover: in Hannover sind vielfach auch die Landorte kinderarm. Naumann schließt:Ueber vorübergehende Schwankun­gen kann man sich leicht trösten, hier aber liegen gar ; keine Schwankungen vor uns: ein ganzes Volk wird fast ohne Ausnahmen von der Unlust am Nachwuchs ergriffen."

Erfolgreiche Strafexpedition in Kamerun. Die Strafexpedition gegen den Häuptling Gabola von Ngu- ku, in dessen Dorf am 12. Oktober Oberleutnant v. Ra- ven getötet und Bezirksrichter Seger verwundet wor­den sind, ist nach einer aus Kamerun eingegangenen drahtlichen Meldung des Gouvernements nunmehr be­endet. Der Häuptling ist geflohen. Die Macht des un­botmäßigen Häuptlings, dessen die französische Regie­rung nicht hatte Herr werden können, ist vollständig ge­brochen. Die Mörder des Oberleutnants v. Raven sind gefallen. Alle ausständigen Häuptlinge haben um Frie­den gebeten.

Der Kampf gegen den Alkohol in Rußland. Der russische Reichsrat nahm bei der Beratung des Gesetz­entwurfs über die Regelung des Verkaufs von geistigen Getränken einen Artikel an, der Müttern und großjäh­rigen weiblichen Familienoberhäuptern Stimmrecht in den Versammlungen von Landgemeinden verleiht, in denen über das Verbot des Verkaufs geistiger Getränke bestimmt wird.

Die Türkei und Krupp. Der PariserMatin" be­stätigt die Nachricht desTemps", daß die Pforte gegen­wärtig mit Krupp wegen eines Anleihegeschäfts in Höhe von etwa 50 Millionen Mark unterhandle, wogegen sich die Türkei verpflichten würde, alle weiteren militäri­schen Bestellungen in Zukunft nur bei dieser deutschen Firma zu machen. DasEcho de Paris" will erfahren haben, daß die Türkei sogar wegen einer Anleihe von 200 Millionen Francs gegenwärtig in Berlin unter­handle, von der die Firma Krupp einen Teil zu über­nehmen hätte.

Rumänisch-griechische Trinksprüche. Bei dem zu Ehren des griechischen Kronprinzen in Bukarest gegebe­nen Galadiner brächte König Carol einen Trinkspruch aus, in dem er die innige Freundschaft zwischen Rumä-

Onkel Dieters Zeit, alle Deine kleinen Sorgen anver- trautest? Jetzt aber ist es Dir von der Stirn abzulesen, daß Dich etwas quält."

Einen Augenblick schien er unentschlossen zu sein: dann aber zwang er sich zu einem Lachen, das aber nicht sorglos klang:Das freut mich, daß Du Dich für mich sorgst. Aber mir ist wirklich nichts begegnet."

Da Berta von Marberg auf diese Weise sein Ver­trauen nicht erzwingen konnte, so schwieg sie.

In ziemlicher Wortkargheit verlief der Abend.

Hatzfeld ging auf sein Zimmer.

Und er hatte doch die Wahrheit gesagt: nichts war ihm begegnet, auch Mia von Theden nicht, die an dem verabredeten Rendezvous nicht erschienen war. Zwei Stunden hatte Robert Hatzfeld dort gewartet. Immer hatte er geglaubt, sie müßte sich aus irgendeinem Grunde verspätet, oder die Zeit falsch verstanden haben. Wenn er schon auf hundert Schritte fortgegangen war, war er doch wieder zurückgekehrt, da die Hoffnung nicht still wer­den wollte.

Nun grübelte er nur darüber nach. Weshalb war sie nicht gekommen? Aus irgendeinem Zufall? Oder weil sie krank war? Ruhelos war er in seinem Zimmer auf- und niedergegangen, wobei er schließlich die Unge­wißheit mit einer solchen Unerträglichfeit fühlte, daß er trotz der späten Stunde noch das Haus verließ.

Er wußte nicht, daß er dabei von Berta von Mar- berg beobachtet worden war, die sich um diese Stunoe eben an das Fensterkreuz ihres Zimmers gelehnt hatte und auf die nächtlich stille Straße blickte. Sie erkannte ihn, den die Unruhe fortgetrieben hatte. Ihre Augen folgten seiner Gestalt, bis diese in die nächste Straßen­kreuzung einbog. Und sie wntzte, daß dies die Richtung war, die zur Rauchstraße führte. Ihre Lippen zuckten, und die Finger krampften sich zusammen zu Fäusten. Sie wußte ja auch, wen er liebte, und wer ihr die letzte Hoffnung entrissen hatte! Mia von Theden! Sie hatte

nien und Griechenland betonte. «nv bett « Mit »M wärmsten Wünschen für das Glück des Königs der Hel­lenen und feines Landes schloß. Der Kronprinz von Griechenland erwiderte mit einem Toast, in dem er ber- vorüob, daß die Intervention Rumäniens und der Bu­karester Friedensvertrag die Gemeinsamkeit der Inter­essen der beiden Länder am besten in Erscheinung habe treten lassen. Der Kronprinz schloß mit dem Wunsche, daß sich die Interessengemeinschaft für die Zukunft noch verstärken möge.

Kleine Radiriditeiu

Berlin bleibt bei 100 Prozent. Die berühmten 106 Prozent Kommunalzuschlag zur Einkommensteuer, die in Berlin seit Jahrzehnten trotz der gesteigerten Aus­gaben beibehalten wurden, werden auch für das Etats­jahr 1914/15 bestehen bleiben. o _

Acht Millionen Mark zn Kanalisationszwecken. Tue Stadtkollegien von Hannover bewilligten am Donners­tag eine Anleihe von acht Millionen Mark zur Durch­führung der Kanalisation für die nördlichen Vororte der Stadt. Die Anleihe soll mit % Prozent amortisiert

werden.

Abermals ein Opfer des Flugsports. Der Flieger Reals, der Donnerstag nachmittag auf einem Doppel­decker auf dem Flugplatz bet Paris Flugversuche machte, ist aus 200 Meter Höhe abgestürzt. Die Leiche des Fliegers war schrecklich verstümmelt. , ~

DerTambour von Lebonraet" gestorben. Der aus dem Feldzug 1870/71 alsTambour von Lebourget" be­kannte Friedrich Bümser in Essen ist Donnerstag nach­mittag an einer Lungenentzündung im Alter von 67 ^^De/EchÄschntz für die Olympischen Spiele gilt als gesichert. Zwei Dritel des Zentrums dürften, wie die Rundschau schreibt, für die Bewilligung stimmen.

Der Münchener Magistrat erließ einen Aufruf, in dem insbesondere die wohlhabenden Klassen aufgeforden werden, der dringenden Not der Arbeitslosigkeit dadurch abzuhelfen, daß alle sich durch milde Gaben an einer allgemeinen Hilfsaktion beteiligen. Die 100 000 Mark, die der Magistrat bewilligen konnte, reichten bei weitem nicht aus. Alsbald sind 8500 Mark gespendet worden.

Selbstmord im Schnellzuge. In der Nahe von Ro­manshorn hat am Donnerstag ein Reisender namens Neuhauser aus München im Schnellzuge Zürich-Mün­chen Selbstmord verübt, in dem er sich eine Kugel in den Kopf schoß. Es besteht keine Hoffnung, den Schwer­verletzten am Leben zu erhalten.

Ueber einen Zmischenfall in Luneville, der sich an­läßlich des Aufenthalts der beiden deutschen Offizier­flieger ereignete, wird aus Paris gemeldet: Die Offi­ziere waren, um das Protokoll zu unterzeichnen, beim General Bärin im Hotel des Platzkommandeurs, als sie in dem zum Vorzimmer des Generals führenden Gang plötzlich auf zwei uniformierte und bewaffnete deutsche Ulanen stießen, die fahnenflüchtig geworden waren. Die beiden Ulanen gerieten beim unvermuteten Anblick der deutschen Offiziere in große Verlegenheft, drückten sich an die Wand, wandten den Kopf weg und machten sich so klein, wie möglich. Die deutschen Offi­ziere warfen ihnen nur einen Blick der tiefsten Ver­achtung zu und setzten wortlos ihren Weg fort. ,

Bon der Dreschmaschine skalpiert. Das 14jährige Schulmädchen Kienbig in Coswig (Anhalt) geriet in der Niedermühle mit den Haaren in die Transmissions- welle einer Dreschmaschine. Dem Mädchen wurde die Kopfhaut abgerissen. Es starb nach kurzer Zeit.

Explosion eines Sinbenofens. Offenbar durch eine in die Kohlen geratene Sprengpatrone hervorgerufem- ereignete sich in der Wohnung eines Artilleriesergeanten in der Kohlenstraße zu Breslau eine Explosion. Beim Einschütten neuen Brennmaterials in einen Stubenofen stürzte dieser plötzlich mit lautem Krach ein und begrub die Frau und deren elf Monate altes Kind, das in der Wiege lag, unter seinen Trümmern. Rasch herbeige- eilte Nachbarn befreiten die Verschütteten, die schwere Brandwunden am ganzen Oberkörper erlitten hatten,

zu unterzeichnen, Platzkommandeurs, es Generals führe

i, als

und löschten den Brand.

Der Flug über den Montblanc, den der Schweizer Flieger Parmelin am Donnerstag zu unternehmen ge­dachte, mußte wegen dichten Nebels verschoben werden.

Ein neuer Plan zur Ueberfliegnng des Ozeans. Der junge amerikanische Millionär Wannemaker kündigte an, daß er den Atlantischen Ozean in einem eigens zu diesem Zwecke erbauten Luftschiff zu überfliegen ge­denke. Der Neuyorker Aeroklub nimmt die Ankündi­gung durchaus ernst. Wannemaker hat sich erboten, alle Kosten des Experiments selbst zu tragen.

bnkel Sams Lirchgehsonnlag.

Ein neuer amerikanischer Rekord.

Die amerikanischen Vorkämpfer des Gedankens, unter Ausschaltung allerveralteten Vorurteile" den ge­samten Apparat modernster Reklamekunst in den Dienst

ja die beiden gesehen. Gab es aber wirklich für sie keine Hoffnung mehr?

Seine Verstimmung? Seine Erregung? Seine Flucht jetzt in der Nacht?

Es mußte zwischen ihm und Mia von Theden etwas vorgefallen sein! Aber durfte ihre Hoffnung nicht steigen, wenn zwischen ihm und der anderen ein Spalt immer weiter klaffte? Wenn die beiden voneinander gerissen würden, bedeutete das für sie nicht ein Aufflammen neuer Glücksmöglichkeiten? Konnte sie ihn nicht doch j noch gewinnen, wenn er die andere erst verloren hatte? Würde er nicht eher daran denken, was er damals ver­sprochen und vergessen hatte?

Die Sehnsucht zu der anderen hatte ihn nun tu die Nacht hinausgejagt. Berta von Marberg haßte die an­dere, die die Jugend besaß. Wenn sie die Macht hätte, jene Liebe zu zerstören!

Unterdessen war Robert Hatzfeld nach der Rauch- stratze gekommen. Aber die Fenster waren alle vervuu- kelt. Was war geschehen? Morgen! Morgen, dann mutz sie kommen! Dann aber würde er hören, wie töricht alle seine grübelnden Sorgen gewesen waren!

Am nächsten Vormittage reichte Hatzfeld feine Pa­tentanmeldung bei dem Kaiserlichen Reichsyatentamte persönlich ein. Er hatte sich anmelden lassen. Dabei war ihm die Zusicherung gegeben worden, datz seine Angele­genheit in kürzester Zeit Erledigung sinden würde. Die Prüfungskommission des Kriegsministeriums, die seine Erfindung auf die praktische Verwendbarkeit hin erprobt hatte, hatte fein Ersuchen unterstützt.

Mittags hatte er davon gesprochen.

von Marberg nickte dazu:Dann bist Du ja ge­borgen. Da können Dir Spione keinen Federstrich mehr abjagen."

(Fortsetzung folgt)