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ttnB, MB der Mercedes mit der normalen Tourenzahl von 1450 Umdrehungen in der Minute lief. Die Ma- schine ging wie ein Uhrwerk. Die Temperatur war mor­gens erträglich und in den Mittagsstunden, als die Sonne senkrecht über mir stand, sogar angenehm. Die von dem Motor nach hinten schlagende Hitze schützte mich auch während der Abendstunden, sodatz ich über starken Frost nicht klagen konnte. Zu meiner Ernährung hatte ich Fleischsuppe und Milch mit Kognak sowie einige Ta­feln Schokolade mitgenommen, die mir auch gute Dienste erwiesen.

Das Unangenehme an der Fahrt war die tödliche Langeweile, die mich nach den ersten Stunden packte. Das Wetter war so ruhig, daß ich die Steuerungen nur hin und wieder zu betätigen brauchte. Ein leichter Nebel hinderte jede Fernsicht und machte es mir so unmöglich, wenigstens von Zeit zu Zeit etwas Neues zu seyen. Lei­der hatte ich keine Lektüre bei mir, denn ich hatte wäh­rend der ewigen Rundfahrt über dem Platze ganz gut lesen können. So vertrieb ich mir denn die Zeit, so gut oder vielmehr so schlecht es eben gehen wollte. Das Hereinbrechen der Dunkelheit war mir sehr willkommen, da ich nunmehr aufmerksam die Orientierungslichter be­obachten mußte und so aus der stumpfen Langeweile herausgerissen wurde. Ich fand mit im Dunkeln sehr gut zurecht, da ich schon einmal acht Stunden während der Nacht geflogen bin.

Körperlich hat mich der Flug fast gar nicht ange­strengt. Nachdem ich nach der Landung eine gewisse Steifheit der Glieder, hervorgerufen durch das Sitzen, überwunden hatte, fühlte ich mich durchaus wohl und feierte mit meinen Freunden den errungenen Rekord noch in angemessener Weise." Die Untersuchung Langers nach dem langen Fluge hat übrigens gezeigt, daß der Puls vollkommen normal und die Herztätigkeit nur we- nig beeinträchtigt worden war.

Gericht und Recht»

I« den Zivilklagen der Zaberner Einwohner gegen den Militärfiskus auf Schadenersatz ist den meisten Klägern von der Zaberner Gemeindebehörde das Ar­menrecht zugestanden worden. Der frühere Beschluß der Zaberner Stadtverwaltung, die Kosten der Zivilklagen auf die Stadtkasse zu übernehmen, war bekanntlich von der Aufsichtsbehörde beanstandet worden. Die Kläger verlangen Ersatz für entgangenen Tagelohn, Schmer­zensgeld zum Teil und Rückerstattung der Kosten für die ärztliche Behandlung. Die Prozesse finden anfangs März in Zabern statt.

Der Ueberfall auf den Geldbriefträger Hoffmann in Berlin, den im Dezember 1912 der Kellner Rost mit zwei Komplizen verübte, führte am Mittwoch zu einem zweiten gerichtlichen Nachspiel und zur Verurteilung des Rost zu vier Jahren Zuchthaus. Als der Angeklagte den auf sechs Jahre Zuchthaus gehenden Antrag des Staatsanwaltes vernahm, versuchte er eine dramatische Szene. Er warf dem Staatsanwalt Frechheit vor, ließ sich zu Boden gleiten und schrie fortgesetzt:Mutter, hilf mir!" Während der Gerichtshof im Beratungis- zimmer weilte, versuchte Rost eine Ansprache an das Publikum zu halten, wurde aber durch den Gertchts- biener daran gehindert.

Vermischtes.

410 000 Mark für die Schneebeseitigung in Berlin. Der außergewöhnlich starke Schneefall, der am 30. De­zember in Berlin eintrat und während des ganzen Tages bis in die Nacht hinein anhielt, hat rund 410 000 Mark Kosten für die Beseitigung verursacht. Nach dem Be­richt, den der Direktor des städtischen Straßenreinigungs- wesens in der Sitzung der Deputierten erstattete, betrug die durchschnittliche Schneehöhe etwa 31 Zentimeter, das bedeutet, auf die Berliner Straßenfläche berechnet, eine Schneemenge von rund 3,5 Millionen Kubikmeter. Da­von sind im ganzen 376 723 Kubikmeter abgefahren wor­den. Die Abfuhr kostete unter ausgiebiger Benutzung der Kanalisation und der öffentlichen Wasserläuse zum Schnee-Einwurf 310 500 Mark, d. t für den Kubikmeter 82 Pfennige. Unter Hinzurechnung der Löhne für die eingestellten Hilfsmannschaften und der Bespannungs­kosten für die Schneepflüge betragen die Gesamtkosten die angegebene Summe von 410 000 Mark.

Der Teufelaustreiber. Daß Oberschlesien noch immer das klassische Land des Aberglaubens ist, beweist eine Verhaftung, die dieser Tage in Zabrze vorgenommen wurde. In einem dortigen Hause hatte sich vor einiger Zeit ein Fremder eingemietet, der keinen Namen an= gab, sondern erklärte, er sei derHeilige Geist". Ein andermal wieder erklärte er, er sei der polnische Papst und wieder ein andermal, er sei ein französischer Abbä. Er hielt daher in seinem möblierten Zimmer einen Gottesdienst" ab, doch bestand seine Spezialität darin, daß erTeufel austrieb". Er hatte einen ungeheuren Zuspruch von denen, die bekanntlich niemals alle wer­den, zumal er zu volkstümlichen Preisen arbeitete. Er nahm für dasAustreiben des Teufels" nur fünf Mark pro Stück. Dem sauberenHeiligen" wurde aber bald das Handwerk gelegt, als ein katholisches Pfarramt von dem Unfug erfuhr und die Polizei benachrichtigte. Die Verhaftung gestaltet sich aber außerordentlich schwierig, da zu den abergläubischen Anhängern des Mannes auch die Inhaber der Wohnung gehörten, die ihn auf alle mögliche Weise zu schützen suchten. Als die Polizei er­schien, kniete der Mann nieder und ließ sich von dem gläubigen Volke die Hände küssen, nachdem er das ganze Haus gesegnet hatte. Die Polizei küßte ihm aber nicht die Hände, sondern ersuchte ihn, zur Wache zu folgen, was der Mann auch ruhig tat. Es stellte sich auf der Polizei heraus, daß der Betrüger der Tischlergeselle Johann Ltszynski ist, der wegen Stellungslosigkeit zu- letzt in Brieg Latrinenwärter gewesen ist.

Der zweite Riesendampfer der Hamburg-Amerika- Linie, der 55 000 Tons große DampferVaterland", der denImperator" noch um 5000 Tons übertrifft, wird om 16. April auf der Fahrt von seiner Hamburger Bau­werft Blohm & Votz auf der Reede vor Altenbruch ein­treffen und dort bis in den Monat Juni hinein Liege­platz nehmen. Der Dampfer wird in dieser Zeit von der Altenbrucher Reede aus seine Probefahrten seewärts ausführen und sich dann für seine erste Ausfahrt aus­rüsten, die für die erste Hälfte Juni vorgesehen ist. Von da ab werden dann während des Sommers beide Rie­sen der Hamburg-Amerika-Linte,Imperator" und Vaterland", ihre jeweilige dreitägige Liegezeit zwischen zwischen Ankunft von und Wiederausfahrt nach Neu- york auf der Altenbrucher Reede mit Neuausrüstungen verbringen. Im Frühherbst hofft man, den Amerika- Hafen in Curhaven so weit fertiggestellt zu haben, daß dann dort die großen Dampfer ihre Liegeplätze ein­nehmen können.

Der Trost des Fremdeulegionärs. Ein Fremden- legionär hatte sich in Paris vor dem Strafgericht zu verantworten. Der Legionär, ein gewisser Leon Thibon, dient seit vierzehn Jahren in der Fremdenlegion, steht also dicht vor der Pensionsberechtigung, die bei der Fremdenlegion nach fünfzehnjähriger Dienstzeit eintritt. Er aaste mm MtzlM lm mMäxuntauglich erklärt

und erregte sich über diesen Vorfall derartig, daß er vor einem Polizeibeamten den Vorgang für ungerecht er­klärte und den Ruf:Es lebe die Anarchie!" ausstieß. Er wurde deswegen zu einem Monat Gefängnis ver­urteilt. Als er herauskam, wiederholte er die Mani­festation und rief diesmal:Es lebe der König!" Außer­dem schrieb er einen Drohbrief an den Kriegsminister. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Tagen Gefängnis, erklärte aber, daß Thibon zum Trost die Möglichkeit ge­geben werden sollte, seinen Dienst bis zur Pensionsve- rechttgung fortzusetzen.

Fußwanderung einer Frau quer durch Afrika. Eine Reise zu Fuß quer durch Afrika hat jetzt eine Dame, M. Benham, ausgeführt. Sie verließ Mitte Oktober 1912 England, landete in Forcados am Nigerdelta und er­reichte mit der Bahn Kano in Nordnigerien, wo ihre große Fußwanderung begann. Ueber Bautschi und Jola betrat sie, wiePetermanns Mitteilungen" schrei­ben, die Nordostecke von Kamerun und wanderte über Garua, Ngaundere Carnot und Nola nach Mongoromba am Ubangi. Wegen Unwegsamkett der Urwälder fuhr sie in einem Boote nach Jrebu am Kongo, von wo ein Abstecher nach dem Tumbasee gemacht wurde, und weiter mit dem Dampfer nach Stanleyville. Hier begann die Fußwanderung von neuem und führte über Awakubi nach Uganda durch die Nordwestküste von Deutsch-Ost­afrika nach dem Kiwusee und nach Besichtigung der Vul­kane nach dem Nordende des Tanganjika, der tm Dam­pfer bis Bismarckburg gekreuzt wurde. Ueber Aber- corn gelangte M. Benham nun auf der Stevensonstratze nach dem Njassa, den sie bis Fort Johnston kreuzte, und weiter zu Fuß nach Zamba, Hantyre und Mlanje, von wo sie zu Schiff nach Chinde, dem Hafen an der Sam­besimündung, gelaugte. Ihre Wanderung, die sie nur von einem schwarzen Koch und sieben Trägern begleitet, ausgeführt hat, nahm gerade ein Jahr in Anspruch. M. Benham war gänzlich waffenlos und hat unterwegs nur einige Streitigkeiten mit ihren Waffenträgern ge­habt, ein Zeichen für die Sicherheit, die staatliche Auto­rität auch in diesen, vom Verkehr abseits liegenden Ge­bieten geschaffen hat.

Ist eine Badewanne ein Luxusgegenstaud? Für unsere heutigen Kulturbegriffe ist es ungemein charak­teristisch, daß eine derartige Frage überhaupt aufge­worfen und, wie es jetzt geschehen ist, vor Gericht ernst­haft geprüft werden kann. Allerdings nicht in Deutsch­land, sondern in Paris, wo bekanntermaßen die Rein­lichkeit etwas zu wünschen übrig läßt und ein Bade­zimmer durchaus nicht als notwendiges Zubehör jeder herrschaftlichen Wohnung angesehen wird. Ein jugend­licher Verschwender, dessen Name nichts zur Sache tut, war von seiner Familie unter Kuratel gestellt worden. Er hatte eine Junggesellenwohnung inne, die jährlich 2000 Franken kostete, und in dieser Wohnung ließ er nun, zum Preise von 700 Franken, eine Badewanne mit Ofen aufstellen. Als es aber ans Bezahlen ging, weigerte sich sein Vormund, die 700 Franken heraus- zurücken, indem er erklärte, eine Badewanne sei ein überflüssiger Gegenstand und der Handwerker, der sie geliefert, hätte wissen müssen, daß nur ein Verschwen­der imstande wäre, sich einen derartigen Luxus zu gönnen. Verständigerweise gelangte das Gericht zu ei­ner anderen Auffassung. Es entschied, daß eine Bade­wanne ein sehr nützliches, sogar notwendiges Möbel ser, und sprach dem biederen Handwerker seine 700 Fr. samt den Kosten einstimmig zu.....

zurücken, indem er

Opfer ihrer Vertrauensseligkeit.

In den Händen eines Hochstaplers.

. Recht lehrreich ist die Schilderung der Vertrauens- ielrgkeit, welche, demSchwäb. Merkur" zufolge, jene Stuttgarter Dame und ihre Tochter dem Hochstapler Wolfs aus Thamm entgegenbrachten, der jetzt in San Remo als Mörder verhaftet worden ist. Wir lesen in dem Stuttgarter Blatt:

Die Mutter ist infolge der Nachricht vollständig ge­brochen. Ihre Tochter besuchte bis vor einiger Zeit das Stuttgarter Konservatorium, um sich für Musik aus- zubilden. Während ihres Aufenthaltes im elterlichen Hause machte sie die Bekanntschaft eines eleganten jungen Mannes, der sich den Doppelnamen Lonfield-Wolff aus Santarosa in Kalifornien zulegte und angeblich seit etwa 1^ Jahren an der Technischen Hochschule in Stuttgart studierte. Persönlich von vornehmem Auftreten er verkehrte stets nur in den feinsten Lokalen und benützte bei jeder Gelegenheit Autos und scheinbar pekuniär gut gestellt, gelang es ihm um so mehr, das Vertrauen der jungen Dame zu erlange« und sich dann auch bei deren Mutter einzuführen, als alle, die mit ihm von der Hochschule oder sonstwoher bekannt waren, stets nur die besten Schilderungen von ihm gaben. Schließlich fiel es auch nicht sehr auf, als er eines Tages von der Mutter nach langem Widerstreben die Einwilligung zu einer in England (!) erfolgenden Trauung erhielt.

Zu Beginn dieses Jahres erzählte nun Lonafield- Wolff seiner Frau und deren Mutter, daß er mit seinem Vater in Berlin zusammentreffen wolle. Mutter. Toch­ter und Longfield-Wolff reisten dann am 19. Januar nach Berlin ab, um den dort angeblich eintreffenden Va­ter Longfields zu treffen. Da. sich der Vater indessen nach drei Tagen immer noch nicht zeigte, schöpfte die Mutter der jungen Frau Verdacht und gab dem auch Ausdruck. Longfield wußte rasch eine Ausrede: er gab an, er habe von seinem Vater den Auftrag, bei etwaigem Nichteintreffen nach San Remo zu fahren, wo er eine Erbschaft antreten solle. Unter allerhand falschen An­gaben wußte er es so einzurichten, daß er mit der jungen Frau zuerst von Berlin nach Stuttgart wegfuhr,- die Mutter des Mädchens sollte nachkommen. Diese, die be­reits mit dem nächsten Zuge nach Stuttgart zurückkehrte, traf aber das Paar nicht mehr an, da es bereits wieder abgefahren war. Ueber ihren Aufenthalt erfuhr die Mutter nicht das Geringste, bis sie von Nachbarn und Bekannten des jungen Paares darauf aufmerksam ge­macht wurde, daß sie aus San Remo Ansichtskarten von den beiden erhalten haben. Schon damals lastete es schwer auf der Mutter, die mit ihrer Tochter stets aufs innigste zusammenbing, von ihr kein, gar kein Le­benszeichen zu erhalten. Als auf alle Briefe und Karten keine Antwort kam, versuchte sie es mit eingeschriebenen Mitteilungen, die jedoch erfolglos blieben, als ob sie nie geschrieben worden wären. Auch ein in ihrer Angst an das Hotel Viktoria in San Remo gerichteter Brief mit der Bitte, ihn nur der jungen Frau persönlich aus- zufolgen, hatte keinen Erfolg, sodatz man den Verdacht schöpfen konnte, es werden alle an die junge Frau ge­richteten Briefe von dem Ehemann unterschlagen.

In der letzten Woche des Januar richtete nun die geängstigte Mutter ein Schreiben an den Bürgermeister von San Remo, in dem sie diesen bat, auf das im Hotel Viktoria wohnende Paar ein Auge zu haben und die Tochter von Longfield-Wolff, der wahrscheinlich ein Hochstapler sei, zu befreien. In diesem Briefe machte die Mutter der jungen Frau, auch darauf aufmerksam, daß der Entführer im Besitze einer geladenen Browning­pistole sei. Diese Feststellung ist von Wichtigkeit, weil es in den ersten Nachrichten hieß, die junge Frau sei im Besitze einer solchen Waffe gewesen, während sie tat­

sächlich, nach den Angaben der Mutter, mit einer solchen Waffe gar nicht umzugehen wußte. Wären die Be­hörden in San Remo auf die Nachricht der Mutter des Mädchens sofort vorgegangen, so wäre vielleicht manche- nicht geschehen. Die schwergebeugte Mutter der jungen Frau erfuhr hier von dem Borfall erst durch die Zei­tungsnachrichten, da bis jetzt noch jede Nachricht von amtlicher Seite fehlt. Nach den bisher eingegangenen Nachrichten bezw. Blättermeldungen erscheint die An- nähme gerechtfertigt, daß Longfield-Wolff die junge hübsche Frau nur als Mittel zur Erreichung seiner Ziele benutzte, die vielleicht darin bestanden, sich in den Besitz des Geldes zu setzen, das der ermordete, wie man wußte, vermögliche Sigall vermutlich bei sich führte.

Daß Wolfs nichts anderes in San Remo geplant hatte, ist inzwischen bereits bekannt geworden. Er hatte es ursprünglich bet der gemeinsamen Wagenfahrt auf einen Diebstahl abgesehen und hat den Mord erst voll­führt, als der Diebstahl entdeckt wurde.

neuestes vom Cage.

Der Kaiser beim Kanzler.

»-»> Berlin, 5. Februar. Der Kaiser stattete heute vormittag dem Kanzler einen Besuch ab.

Neuer Generalstabschef tm elften KorpS.

»*#> Berlin, 5. Februar. Das Militärwochenblatt meldet: von Ziethen, Oberst und Chef des Generalstabes des 11. Armeekorps in Cassel zum Kommandeur der 80. Kavallerie-Brigade in Straßburg ernannt, von Sauber- zweig, bisher Kommandeur des Grenadier-Regiments Prinz Carl von Preußen in Frankfurt a. O. unter Ver­leihung des Charakters als Brigade-Kommandeur zum Chef des Generalstabes des 11. Armeekorps ernannt.

Die große landwirtschaftliche Woche in Berlin.

o*»- Berlin, 5. Februar. Die heutige Tagung des Preußischen Laudes-Oekonomie-Kollegtums eröffnete der Vorsitzende Graf von Schwertn-Lüwitz mit einem dreifachen Kaiserhoch. Landwirtschaftsminister von Schorlemer erklärte, die verhältnismäßig gute Ernte und die Vermehrung des Viehbestandes, die eine Her­abminderung der Fleischpreise zur Folge gehabt hat, sei der deutschen Wirtschaftspolitik zu danken. Sie legten der preußischen Landwirtschaft die Pflicht auf, die Vieh- produktion unvermindert fortzusetzen.

Unfall im Berliner Straßenverkehr.

»s* Berlin, 5. Februar. (B. Z.) Auf dem KönigS- platze ist heute vormittag das Automobil des General­direktors Bergmann mit einem Schlachterauto zusam­mengestoßen. Der Chauffeur und der Mitfahrer deS letzteren wurden erheblich verletzt. Das Auto des Di­rektors wurde ebenfalls beschädigt, doch blieben dieser und sein Chauffeur unverletzt.

Ein Elfjähriger von einem Kameraden erstochen.

Essen, 5. Februar. (B. Z.) Beim Futzballwett- K gerieten zwei Knaben in einen Wortwechsel, in n Verlaufe ein dreizehnjähriger Knabe seinen elf­jährigen Kameraden mit einem Taschenmesser erstach.

Fern heben und Grubeukatastrophe.

®s* Wien, 5. Februar. Der Leiter der Latdacher Erdbebenwarte, Prof. Belar, gibt eine Erklärung, in der es heißn Es unterliegt keinem Zweifel, daß die in den jüngsten Tagen aufgetretene Grubenkatastrophe auf ZecheAchenbach" bet Dortmund und die Einstürze bet Beuthen in Oberschlesien und auf ZecheFürst Leopold" bet Torsten durch die seit einer Woche in ganz Europa herrschende Bodenunruhe und durch die Fernbebenaus- läufer vom 30. Januar ausgelöst worden sind. Unsere Warte hat am 30. Januar vormittags das früh mor- gens erfolgte katastrophale Fernbeben angezeigt. DaS Grubenunglück auf ZecheAchenbach" wäre leicht ver­hütet worden, wenn an diesem Tage, wo unsere Warn­rufe noch rechtzeitig laut wurden, die Vorsichtsmaß­regeln verdoppelt worden wären.

Epidemien in den französischen Garnisonen.

es* Paris, 5. Februar. Nach einer Meldung auS Le Mans ist in der dortigen Garnison eine heftige Schar­lachepidemie ausgebrochen. Etwa 200 Soldaten liegen im Militärhospital, das durch Baracken vergrößert wor- den ist. Auch in Tours sollen hundert Soldaten an Ty­phus und Masern erkrankt sein.

Beabsichtigter Flug über den Montblanc.

»e* Mailand, 5. Februar. (B. Z.) Heute vormittag 11 Uhr beabsichtigt der schweizerische Flieger Parmeltn mit einem Eindecker von Genf über den Montblanc nach Turin zu fliegen.

Die deutsch-englische Verständigung.

r-s- London, 5. Februar. Daily Chronicle schreibt: Die Erklärungen, die gestern in der Budgetkommission des Deutschen Reichstages vom Staatssekretär des Aus­wärtigen von Jagow und Großadmiral von Ttrpitz ab­gegeben wurden, bestätigen den Eindruck von einer stän­digen Besserung in «den englisch-deutschen Beziehungen. Die Worte sprechen von einem großen Fortschritt gegen­über der Spannung, die vor dem Abschluß der Marokko- krise bestand, und die Besserung wird um so haltbarer fein, als sie allmählich entstand und mehr auf geschäft­licher, als auf gefühlsmäßiger Grundlage aufgebaut ist.

Abermals ein Schiffsbrand.

o-$> London, 5. Februar. Die Blätter melden aus Sydney: Hier ist aus Neuseeland die Nachricht von dem Brande des SchiffesMoa" auf der Fahrt von Wel­lington nach Port Vanganat eingetroffen. Das Schiff hatte eine Ladung Benzin und Petroleum an Bord. Das Feuer entstand wahrscheinlich durch eine Explosion, bei der ein Mann getötet wurde. Im Nu stand das ganze Schiff vom Bug bis zum Heck in hellen Flammen. Nachdem die Boote verbrannt waren, suchte sich die Be- fatzung dadurch zu retten, daß sie mit Rettungsgürteln angetan über Bord sprang. Der DampferArapawa" kam zu Hilfe. Doch konnte er wegen der großen Hitze nur bis auf hundert Meter an das brennende Schiff heran. Die Lage war dadurch besonders gefährlich, daß auch derArapawa" Benzin und Petroleum an Bord hatte. Es gelang aber, die Mannschaft derMoa" in den Rettungsbooten derArapawa" zu bergen. Die Moa" ging gleich darauf unter.

Millionenverlust an Baumwolle.

«*> London, 5. Februar. Die Times melden aus Houston (Texas): In den Printon-Docks der Süd-Pa- zifik-Bahn sind 60 000 Ballen Baumwolle durch ein Feuer vernichtet worden. Der Schaden wird auf vier bis fünf Millionen geschätzt.

Eine verunglückte Meisterschwimmerin.

o»* London, 5. Februar. (B. Z.) Als die Meister- schwimmerin Anette Kellermann in Hamilton auf den Bermuda-Jnseln in einem Varietee zu einem Schau­schwimmen auftrat, brach plötzlich der Glasbehälter, in dem sie ihre Tauchübungen vollführte, zusammen. Die Schwimmerin wurde durch Schnittwunden schwer ver­letzt.

Bandei und Verkehr«

** Berlin, 5. Februar. Die Reichsbank ermfljMph heute den Diskont von 4^ auf 4 % und den Lomoar? Zinsfuß von 5% auf 5 %.

Dresden, 5. Februar. Die Sächsische Bank ermäßig, den Diskont auf 4 und den Lombardsatz auf 6 *.