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Hersselder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

ImMr Wlatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittag».

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 30.

Bus der Heimat

):( Hersfeld, 4. Februar. In der heutigen Sitzung fDß nach Gießen führen. Die sehr täuschend nachge-

des Kreistages bewilligte derselbe einstimmig

einen Betrag von 6000 Mark zur Herstellung eines Gutachtens betreffs Anschluß des Kreises Hersfeld an das Kraftwerk derEdertal- sperre und eines Projekts zur Herstellung eines Stromverteilungsnetzes. Ueber einen Antrag einer Anzahl Ortseinwohner von Friedewald über Herstellung einer Verbindungsbahn zwischen der Grubenbahn der Gewerkschaft Herfa und der Hersfelder Kreisbahn beschloß der Kreistag auf Vor­schlag des Kreisausschusses zur Tagesordnung über- zugehen, da eine Rentabilität dieses Projekts gänz­lich ausgeschlossen wäre. An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Döring in Sieglos wurde Herr Bürgermeister Rössing in Kerspenhausen zum MitglieddesKreisausschussesgewählt.

):( Hersfeld, 4. Febr. Den Kirchenältesten Will und Riedasch in Rohrbach sowie A rn ö t zu Asbach wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

-h- Hersfeld, 4. Febr. Man schreibt uns: Bei der jetzigen schönen Mittagssonneist von den Imkern ein Reinigungs-Ausflug der Bienen sehr erwünscht, da zu lang anhaltende Kälte vielfach die Ruhr herbei- führt. Sollte der Besitzer der Bienen den Stand so haben, daß die Sonne nicht in den Kasten bezw. Korb dringen kann oder eine vorgestellte Blende oder Vor­satzkästchen dieses nicht gestattet, so ist sofort Hilfe zu bringen. Man entferne den Schutz, nehme ein dünnes Stückchen und stoße von hinten die vor dem Ausgang des Kastens liegenden Bienen zum Loch hinaus, die andern befördere man hinten unter den Rahmen durch heraus. Auf diese Art wird das Volk nicht zu sehr aufgeregt und suchen nur die das Freie, welche ihre Not verrichten oder den Kasten vom Schmutz säubern wollen.

Caffel, 3. Februar. Prinz Joachim, der zur Dienstleistung im hiesigen Husarenregiment nach Caffel versetzt ist, tief heute abend um 7 Uhr 56 Min. mit dem fahrplanmäßigen Zuge aus der Reichshauptstadt hier ein. Der Prinz, in Husarenuniform, nahm am Steuer Platz und lenkte das Automobil nach dem Residenzschloß am Königsplatz, wo er Wohnung nahm.

Caffel, 3. Februar. Nachdem das Projekt der allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin, ge­meinsam mit der Stadt Caffel, unter Einbeziehung der beiden Elektrizitätswerke und mit einem Kapitals­aufwand von 6 Millionen Mark eine mitteldeutsche Elektrizitätsgesellschast zu errichten, endgültig fehl- geschlagen ist, beschloß der Magistrat, aus städtischen Mitteln in Höhe von 1 500 000 Mark das neue Elek- trizitätswerk so auszubauen, daß es fast unabhängig von den staatlichen Kraftwerken an der Edertalsperre im Quellgebiet der Weser ist und zahlreiche Ge­meinden in 19 Kreisen der Provinzen Hessen-Nassau, Hannover, Westfalen, Sachsen und Fürstentum Waldeck mit Strom versorgen kann.

Caffel, 3. Februar. Auf der Wache der Krieger- Lanitätskolonne wurde gestern abend ein 48jährrger Handlungsgehilfe verbunden, der am 6. Januar aus r®®1 ®efängnt§ entlassen und dem durch Nächtigen o Hände und Füße erfroren waren. Der iübrrUein§roCTtC ""rde dem Landkrankenhause zuge-

$tt Göttingen fuhr ein Schiebe- £ h^b aus dem Gleise stehenden Post- karren auf. Der Karren wurde zur Seite geschleudert, ?ubel der -berpostschaffner Gerstung aus Caffel einen so heftigen «toß erlitt daß er schwer verletzt wurde. Der Vorfall ereignete sich gegen 1/22 Uhr frühmorgens. Gerstung, der im Fahrdienst beschäftig ist, war mit dem Nachtpersonenzuge nach Göttingen gefahren. Der Verunglückte wurde in die Göttinger Klinik gebracht, wo sich eine Verletzung der Lunge herausstellte. Dort ist Gerstung nach einigen Stunden verstorben.

Fritzlar, 3. Februar. Dem Kanonier, der, wie be­richtet wurde, hier entlief und 5 Nächte in einem Strohdiemen zubrachte, hat eins der erfrorenen Beine abgenommen werden muffen und auch das andere Bein wird nicht wieder gesund werden. Der arme Mensch ist, auch wenn er mit dem Leben davonkommt, zeitlebens ein Krüppel. Am Sonntag abend er­eignete sich in der Kaserne ein schrecklicher Unglücks- sall, indem ein junger Unteroffizier aus dem Fenster M den Hof stürzte und sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zuzog. Es wird bezweifelt, daß er mit dem Leben davon kommen wird.

Donnerstag, den 5. Februar

Fnlda, 3. Februar. Nach dem letzten Viehmarkt sind hier falsche 100-Markscheine im Umlauf und 4

Stück schon angehalten. Die Spur der Verausgabung

machten Scheine sind als falsch dadurch erkannt worden, als sie in der unteren Partie des Adlers an den Fängen einen bildlichen Mangel aufweisen. Auch voriges Jahr wurde ebenfalls nach einem Viehmarkt falsches Papiergeld hier in Umlauf gesetzt.

Hedemunden a. Werra, 3. Febr. Heute nachmittag 4V2 Uhr standen vier Hinterhäuser und Scheunen in hellen Flammen. Das Feuer entstand auf dem An­wesen des Schlossermeisters Friedrich Heberling und verbreitete sich schnell über die Nachbargebäude der Landwirte Wilhelm Gerstenberg, Ströwer und Fritz Gerstenberg. Dank dem energischen Eingreifen der beidenOrtsfeuerwehren'von Hedemünden und Oberode blieben sämtliche Wohnhäuser verschont. Das Feuer fand reichliche Nahrung an den aufgespeicherten Wintervorräten: Stroh, Heu und Korn. Die Ent­stehungsursache ist noch unbekannt.

Gr.-Ropperhausen, 3. Febr. Der hiesige fast 70 Jahre alte Einwohner G. N. kehrte die vorige Woche von einem Familienbesuch seiner Verwandten abends

spät allein nach Hause; er erreichte aber seine Wohnung nicht und fiel einige Meter davon entfernt, infolge der Glätte, so unglücklich, daß er bewußtlos liegen blieb. Erst Morgens gegen 5 Uhr wurde der Nachbar L. durch sein jammervolles Stöhnen vom Schlafe ge­weckt und brächte den halb erstarrten alten Mann mit Hilfe seiner Angehörigen nach Hause. Herr Sanitätsrat Dr. Henkel aus Frielendorf stellte einen Armbruch und innere Verletzungen fest und ordnete die Ueberführung in die Klinik nach Marburg an, wo N. schwer krank darniederliegt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

dung kämen. Abg. Althoff (natl.) bemerkte, daß an dem Unglück weder die Verwaltung noch die Beamten oder Arbeiter schuld seien. Abg. H«e (Soz.) forderte Beseitigung des Akkordsystems, das ein Mordsystem sei. Die vielen Strafen seien schuld, daß die Arbeiter die Sicherheitsvorschriften nicht so befolgen können, wie es notwendig sei. Oberberghauptmann v. Velseu worden. Es ist auf der Hemfurther Seite nur ein I ^^^Ee, daß die Regierung dau^nd bemüht sei, sich Durchlaß geöffnet, durch welches der ganze Ederstrom ^.^.^"^^rhutung die technr^schen Fortichritte zu unter mächtigem Brausen und Toben hindurchfließt. ^^. zu Aachen. Abg. ^A"der (freikons.) gab dem Der See ist etwa bis Bornhagen am Fuße des Wal- ^rsji^LJpr8fL^ deckerSchloßberges angestaut. Die einsame Feldscheune ^n Arbetter berufiich aus klaren. Aasten. Sie taten och Qcit * sie ist fchott Vöüiü I ^ ^ur politifc^. ®ctöoc ftber betn fcf)iüerett -Berufe

Wasser umgeben. Die Stauung geht jetzt nur langsam ^r '^ergarbetter täte Ruhe "^r politischen Umtrieben vorwärts, da nach der langanhaltenden Frostperiode ^E- Abg.Brl^t tZtr.)nahm sich der Sstherheitsmänner die Eder kein Hochwasser führt. Im oberen Flußlauf geschützt

liegt jedoch auf dem Berge noch viel Schnee, dessen

Tauwasser bei dem jetzt einsetzenden warmen Wetter Abgg. Korfanttz lPole) un d Hasenclev" i n a t b),

der Eder zugeführt wird und eine Schwellung des uAusttchrungen urchts mehr Neues brachten.

Flusses veranlassen wird. Zurzeit ist der Stausee I ^ aur -^ttwoch 11 Uhr. Justtz-

vollständig zugefroren; auch der Oberlauf der Eder ^^ar. 4 uyr._________________________________

ist mit Eis bedeckt. An der zerstörten Bericher Brücke kann der Fluß auf der Eisdecke überschritten werden.

Berich und Bringhausen sind fast völlig verschwunden. Die Bringhäuser Brücke wird frühestens erst in einer Woche gesprengt. Die Arbeiten werden wie bei der Bericher Brücke wieder von Pionieren aus Münden ausgeführt, was ein abermaliges Absperren der Rand- , v

SÄj'" ^ °" Sprengungen notwendig UUg Ausdruck ^ t _ stützte. Auf der Tagesordnung standen zunächst Hanau. 3. Februar. Am Frertag wurde rn Hetten- I kurze Anfragen. Abg. Gotheiu sFortschr.) fragte nach Hausen auf einer Treppe der Sattler P. J. Müller dem neuen Mittel zur Bekämpfung der Maul- und tot aufgefunden. Wie aus verschiedenen Umstärrden, I Klauenseuche. Ministerialdirektor Dr. v. Joucquieres z. B. aus dem Auffinden einer blutbesudelten Axt erwiderte, daß sich ein abschließendes Urteil darüber hervorgeht, scheint an dem Manne ein Verbrechen be- noch nicht abgeben lasse. Zu Erwägungen über den gangen worden zu sein. Die Untersuchung ist | Ankauf des Mittels habe ein Anlaß bisher nicht vor­gelegen. Auf die Anfrage der Fortschrittler nach einem Gesetz zur Beseitigung der schweren Schäden, die der Grundkredit durch übermäßige Erstreckung der Fristen für die Wirkung der Mretzessionen 1124 B.G.B.) erleidet, teilte Ministerialdirektor Del- brück mit, daß ein solcher Entwurf dem Bundesrate vorgelegt werde. Das Haus setzte nunmehr die Einzel- x beratung des Etats des Innern fest. Beim Kapitel

Offenheim, 3. Februar. Einer Operation unter-Förderung der Hochseefischerei 500 M0 Mk." wünschten zog sich dieser Tage eine Frau aus Liebe zu ihrem die Abgg. Sdjwabad) (nl.), v. Böhlendorff-Kölpiu und zwei Jahre alten Kinde, das pch mit kochendem Kaffee I Tr. Struve lFortschr.) eine Erhöhung der Summe, derart verbrühte, daß an seinem Aufkommen gezweifelt Ministerialdirektor Dr. v. Joucquieres erklärte, daß werden mußte. Der Arzt entnahm dieser Frau eine I der Fonds grundsätzlich nur zur Förderung der See- etwa einen Quadratdezimeter große Fläche Haut, um fischerei verwendet werden könne, daß dagegen die diese dem Kinde an der verbrannten Stelle einzusetzen. | Heilung der Unwetterschäden Sache der Einzel- regierungen sei. Ob im nächsten Etat die Summe er­höht werden könne, hänge von den allgemeinen Ver­hältnissen des Etats ab. Nach weiterer kurzer Er­örterung wurde der Titel bewilligt. Beim Kapitel Seemannsheime wünscht Abg. Meyer«Herford (nl.) weiteren Ausbau der Heime, die ein Hort des Deutsch­tums im Auslande seien. Das Kapitel wurde be­willigt, ebenso eine Reihe weiterer Kapitel Mittwoch: Vereinsgesetzantrag.

Wal-eck, 2. Febr. Nachdem es der Firma Holz­mann gelungen ist, ihre noch im Sperrsee befindliche eiserne Eisenbahnbrücke zu bergen, ist am Mittwoch mit dem Stauen an der Edertalsperre begonnen

eingeleitet.

Northeim, 3. Februar. Gestern zwischen 7 und 10 Uhr abends hat sich ein bisher unbekannter Mann auf dem Gleise NortheimSalzderhelden totfahren lassen. Nach Besichtigung durch die zuständige Orts­polizeibehörde Hohnstedt ist die Leiche daselbst ge­borgen worden.

Abgeordnetenhaus

Auf der Tagesordnung stand am Dienstag zu­nächst die Zentrums-Jnterpellation über das Gruben­unglück auf Zeche Achenbach, in der die Staatsregierung ersucht wurde, Auskunft zu geben über die Maß­nahmen, die zur Verhütung ähnlicher Unfälle ge­troffen werden sollen. Abg. Jmbosch iZtr.) begründet die Interpellation. Vielfach herrsche in den Gruben

die Interpellation. Vielfach herrsche in den Gruben Meist heiter, vielfach Nebel, keine Temperatur eine Jagd nach Kohlen um jeden Preis, bei der die I Linderung, Nachtfrost, ruhig.

1014.

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nötigen Sicherheitsmaßnahmen außeracht gelassen würden. Namentlich im Ruhrbergbau seien Tausende von Arbeitern mit der Behandlung von Schlagwetter­gruben nicht vertraut,' es sei deshalb dringend Auf­klärung notwendig. Den ausländischen Arbeitern gingen nicht nur die technischen Vorkenntnisse, sondern auch die Kenntnis der deutschen Vorschriften ab. Zur Verhütung der Unfälle sei ein Hand in Hand arbeiten der Sicherheitsbeamten mit den Verwaltungen not­wendig. Handelsminister Dr. Sydow gab dem Ge- fühl des Dankes der staatlichen und privaten Berg­verwaltungen für die Anteilnahme des Hauses Ausdruck. Er schilderte eingehend den durch die Untersuchung festgestellten Tatbestand, der lediglich ergeben habe, daß die Katastrophe elementarer Gewalt zuzuschreiben sei. Die Ermittelungen würden jedoch fortgesetzt. Alle bisherigen technischen Verbesserungen hätten jedoch noch keine Verminderung der Unfälle herbei­führen können. Die Bergarbeiter ständen den Ver- suchen vielfach ablehnend gegenüber. Immerhin sei die Zahl der Explosionen zurückgegangen. Die Re- gierunghabe denSicherheitsmännern dauerndaenügen- des Entgegenkommen gezeigt, doch habe das Interesse der Bergarbeiter an den Sicherheitsmännern nach­gelassen. Die Institution habe vielfach versagt. Die Leute fühlten sich zu sehr als Angehörige der Ar- beiterorganisation. Abg. Schulze-Pelkum skons.) erklärt namens seiner politischen Freunde, daß er das Ver­trauen zur Regierung hätte, daß sie die Ermittelungen mit Nachdruck fortsetzen und alles zur Milderung der Gefahren tun werde. Abg. Traub lFortschr.) gab dem Wunsche Ausdruck, daß man aus dem Vorfall die Lehre ziehen möchte, daß die Unfallverhütungsvor­schriften nach der menschlichen Seite hin in Anwen-

Das Haus vertagte sich auf Mittwoch 11 Uhr. Justiz etat. Schluß 4 Uhr.

Deutscher Reichstag

Im Reichstage gedachte am Dienstag Präsident Dr. Kaempf des verstorbenen Abg. Preuß (Ztr.) und des Schiffsunglücks, bei dem 19 Seeleute den Tod fanden. Sodann erwähnte der Präsident die Vol-