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MNer SaWSnge.

Ein Wort zu den Personalveränderungen.

Eben erst ist die Kunde gekommen, daß neue Männer in der StratzSurger Regierung ihren Einzug halten werden, und schon ist die Mitteilung gefolgt, daß Oberst v. Reuter vom 99. Infanterieregiment zum 12. Grenadier-Regiment in Frankfurt a. O. versetzt worden ist, wie auch Leutnant v. Forstner die Garnison von Zabern nicht mehr zu Gesicht bekommen wird, da ferne Versetzung in das 14. Infanterieregiment zu Bromberg gleichzeitig erfolgt ist. t m

Diese Maßnahme ist erfolgt, nachdem der Reichs­kanzler dem Kaiser abermals Bortrag gehalten hat, und es liegt auf der Hand, daß die erfolgten Maßnahmen auf der einen Seite zur Beruhigung der Gemüter dienen sollen, daß man andererseits aber auch einen gewissen Ausgleich hat schaffen wollen, indem nicht nur in den leitenden Zivilstellen Veränderungen eintreten, sondern auch das Militär davon betroffen wird. Es soll nicht nur der Eindruck erweckt werden, als wenn lediglich der Zivilverwaltung die Schuld an den vorgekommenen Un­stimmigkeiten beigemessen wird, sondern man will damit dartun, daß auch militärischerseits Verstöße vorgekom­men sind.

Die Maßnahmen hat man in Formen eingekleidet, die für die davon Betroffenen nichts Verletzendes haben, die scheidenden Mitglieder der Straßburger Regierung erhielten hohe Ordensauszeichnungen und Oberst von Reuter wird Kommandeur eines alten ruhmreichen Re­gimentes, an dessen Spitze, wie gemeldet, einst sein Vater den Heldentod im Kriege gegen Frankreich gefunden hat. Auch die Versetzung des vielgenannten Leutnants v. Forstner wird man wohl fast allenthalben unter­schreiben, denn hierin liegt keineswegs ein Rückweichen vor der Volksstimmung, sondern das Bemühen, weitere Konflikte zu vermeiden. Ebenso wäre es verfehlt, in der Ernennung der neuen Männer die Absicht zu er­sehen, unbedingt eine schärfere Tonart in Elsatz-Lothrin­gen einzufithren. Der neue Staatssekretär von Roedern gilt als einer der tüchtigsten Verwaltungsbeamten, eine zielsichere und durchaus selbständige Persönlichkeit, da­bei jedoch von liebenswürdigem und entgegenkommen­dem Wesen. Auch in politischer Hinsicht bekennt er sich zu gemäßigten Anschauungen. Der neue Unterstaats­sekretär von Stein ist bayrischer Herkunft und eine im Reichsdienste bewährte Kraft.

Der Kaiser hat Gelegenheit genommen, mit öen bei­den genannten Herren, als sie sich meldeten, sich ein­gehend zu besprechen, die eineinhalbstündige Audienz fand im Schloßgarten statt, übrigens an derselben Stelle, an der feiner Zeit der Kaiser die bekannte Unterredung mit dem Fürsten Bülow am Tage seines Rücktrittes hatte. Es wäre erfreulich, wenn man in beiden Män­nern wirklich geeignete Persönlichkeiten für die unge- mein schwierigen Aufgaben gefunden hätte, die in den Reichslanden der Lösung harren. Jedenfalls aber zeigen die in der letzten Zeit verfügten Maßnahmen samt und sonders an, daß man in Berlin keineswegs eine Gewaltpolitik wünscht, sondern von dem ernsten Be­streben geleitet ist, wieder bessere Verhältnisse in Elsaß- Lothringen herbeizuführen.

Das deutsche Heer als Vorbild für Vulgarleu.

Zum zweiten Mal seit der vom König Konstantin gehaltenen Rede in Berlin, sieht sich Frankreich ge­zwungen, seine in alle Welt hinausposaunte Ansicht von der unbedingten Ueberlegenheit der französischen mili­tärischen Erziehung zu revidieren. Aus Bulgarien kommt die für französische Ohren überaus schmerzliche Nachricht, daß man sich dort endgültig von der fran­zösischen Ausbildung losgesagt und dafür die deutsche angenommen habe. Offiziere, die zur Vollendung ihrer militärischen Studien ins Ausland geschickt werden, sol­len von jetzt ab ausschließlich nach Deutschland gesandt werden. Dasselbe hier gesagte gilt auch in Zukunft für Rußland, auch von dort wird man sich fernerhin keine Belehrung mehr holen.

Wenn man die Tagespresse der in Frage kommen­den Länder gerade von vor einem Jahr jetzt in die Hand nimmt, so kann man ermessen, welche schmerz­lichen Enttäuschungen bei unsern beiden Nachbarn die­ser Entschluß Bulgariens hervorgebracht haben wird. Als Bulgarien seine Siege von Kirk-Kilisse und von Lüle Burgas feierte, da reklamierte Frankreich in bekannter Bescheidenheit einen großen Teil der Siegeslorbeeren für sich. Der französische Geist, der französische Plan und nicht zuletzt die französischen Waffen hatten die im deutschen Geist erzogene türkische Armee, die mit deut­schen Waffen ausgerüstet war, zu Boden geworfen. Wie es damit tatsächlich stand, ist genügend bekannt.

Wenn auch zugegeben werden muß, daß in der bul­garischen Armee viel französischer Geist steckte, so hatten die Truppen die im ersten Feldzug bewiesene Disziplin keinesfalls aus der französischen Schule entnommen, und

Die Dame im Schleier.

Spionage-Roman von Matthias Blank.

81) (Nachdruck verboten.)

Purgstaller schwieg einen Augenblick, als wollte er über das, was er gehört hatte, erst nachdenken; dann lachte er:Das ist zu spaßhaft. So was kann man in Zeitungsgeschichten lesen, aber glauben wird es doch kein Mensch. Diese Dame muß doch mit der englischen Re­gierung verkehren."

Dies geschieht durch eine Mittelsperson, durch einen von England bezahlten Agenten."

Dann muß sie der kennen."

"icht! Sie taucht plötzlich und unbekannt auf, laßt sich als Dame im Schleier anmelden und entfernt sich als solche wieder." So erzählte Arthur Greve immer lebhafter, je mehr Michael Purgstaller zweifelte und machte schließlich das Geständnis, daß er selbst schon ver­sucht hatte, jene Dame im Schleier zu verfolgen.

Dann müssen Sie doch den Agenten kennen?"

. Bei dieser Frage fühlte Arthur Greve, daß er vielleicht doch zu weit gegangen war; aber er wollte nicht mehr zurück. Und er erklärte daraus:Ja! Diesen habe ich entdeckt, aber die Dame im Schleier nicht. Da- bel ist gar kein Zweifel, daß diese Zutritt in die besten Kreise hat, vielleicht einen Namen trägt, der nur leise und mit größter Achtung genannt wird, und deshalb doch die gefährlichste englische Agentin ist."

Englische? Woher wissen Sie das?"

Wieder hatte Arthur Greve zu viel verraten; aber einem so unbeholfenen Kleinstädter war er doch noch überlegen:Ich habe so meine geheime Quellen. Ich g^e es uuch nicht auf, bis ich weiß, wer die Dame im . Schleier ist. Damit will ich mehr Geld verdienen als als bisher."

Bei einem solchen Versuche möchte ich einmal da­

wäs die Behauptung andetkifft, daß die französischen Waffen sich den deutschen gegenüber überlegen gezeigt hätten, so ist darauf hinzuweisen, daß nach bulgarischen Quellen die Artillerie mit 75 Prozent Krupp-Kanonen und nur mit 25 Prozent Schneider-Kanonen ausgerüstet gewesen ist, zudem verfeuerten auch die Schneider-Ge­schütze zum großen Teil deutsche Munition. Der Beweis ist somit gänzlich hinfällig.

Politische Rundschau,

Die Beränderungeu im Reichslaude. In den Ber­liner politischen Kreisen deutet man die Art und Weise, wie der Personenwechsel in Elsaß-Lothringen sich voll­zieht, als die Bekundung der Absicht, eine gewisse Scho­nung und Milde walten zu lassen, um zunächst einmal festzustellen, welche Elemente im Lande die Oberhand haben. An dem Entschlüsse, nötigenfalls mit voller Strenge und Festigkeit vorzugehen, ändert das indessen nichts.

Der Etat der Reichsversicherungsanstalt für Auge« stellte wird in diesem Jahre eine bedeutende Mehrein­nahme zu verzeichnen haben. Die Beiträge zur Abkür­zung der Wartezeit waren mit 50 000 Mark veranschlagt, sie werden sich jedoch auf den zwanzigfachen Betrag von 1 Million Mark belaufen.

Bayern für verschärften Schutz der Arbeitsmilligen. Wie dieNeue Bayerische Ztg." erfährt, erklärte sich nach einer Umfrage der Reichsregterung die bayerische Staats­regierung für eine Aenderung des Strafgesetzbuches in der Frage des Schutzes der Arbeitswilligen.

Ein badischer Minister über den Grotzblock. In der Montag-Sitzung der Zweiten Basischen Kammer führte der Minister des Innern v. Bodman aus, er verkenne nicht die Gefahr, die in einem weiteren Anwachsen des Zentrums liegen könne, er halte aber den Weg, den der Grotzblock gehe, nicht für den rechten und allein nröglichen. Auf das Ersuchen eines Zentrumsabgeord­neten um Auskunft, inwiefern denn das starke An­schwellen des Zentrums ein Gefahr bedeuten könne, er­klärte der Minister darin eine Gefahr zu erblicken, datz das Zentrum den Wählern es zu einer Gewissenspflicht mache, daß die Katholiken Zentrumsabgeordnete wählen müßten. Eine Zurückhaltung der Geistlichen sei erfor­derlich.

Eine Rede Krupps. In den Kruppschen Mittei­lungen wird die Rede wiedergegeben, die Dr. Krupp von Bohlen und Hallbach bei der Kaisersgeburtstagsfeier der Beamten hielt. Bemerkenswert sind folgende Stel­len:Ich möchte nicht unterlassen, gerade hier in un­serem Kreise auszusprechen, daß die Firma Krupp ihren Stolz darin suchen und sehen wird, das zu sein und zu bleiben, was sie bisher gewesen ist, nicht aus so gemein­hin bezeichneterProfitgier" des Unternehmers, nein, aus dem Gefühl vollbewußter, wenn auch nicht immer leicht getragener Verantwortung ergab sich für mich wie für die mir zur Seite stehende Werkleitung die Richt­linien auch für die künftige Leitung des Werkes. Was meiner Frau und mir durch die bestehende Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung zu eigen gegeben ist, das be­trachten wir als ein anvertrautes Gut, das unter Ge­sichtspunkten des Gemeinwohls zu verwalten unsere höchste Ehrenpflicht ist. Mein Ehrgeiz geht dahin, daß wir gegenüber den mancherlei Zukunftsfragen und -Sorgen fest auf dem uns zugewiesenen Platz stehen, daß wir insbesondere das uns anvertraute Werk in seiner Größe dem deutschen Volks- und Wirtschaftsleben er­halten, erhalten aber auch in voller Freiheit und unbe­dingter Unabhängigkeit."

Manöver gegen die deutsche Waffenindnstrie. In Bukarester Kreisen hört man, daß verschiedene rumänische Politiker und höhere Offiziere aus Berlin erst vor kur­zer Zeit unter Kreuzband den amtlichen stenographischen Bericht über die Reichstagssitzung vom 26. April 1913 zugesanöt erhalten haben, in der Liebknecht seine be­kannte Rede gegen die Firma Krupp gehalten hat. Man schließt aus dem späten Zeitpunkt der Uebersendung des Berichts an jene einflußreichen Personen, daß es sich dabei um ein Manöver der ausländischen Konkurrenz gegen die deutsche Waffeninöustrie handelt.

Kleine Hadiriditeiu ,

Ein fehlgegangener Torpedo ist von dänischen Fi­schern in der Ostsee aufgefunden worden. Das Torpedo­bootV 186" ist von Kiel nach Kopenhagen abgegangen, um das bei der dortigen Staatswerft in Aufbewahrung gegebene Geschoß abzuholen. Die Fischer erhalten eine gute Belohnung.

Ein neuer Parseval für England. Die englische Re­gierung bestellte bei der Luftfahrzeug-Gesellschaft in Bit- terfeld einen fünften Parseval, der als Wasserluftschisi gebaut wird. Die Gondel erhält einen schiffskielartigen Querschnitt, wird mit Deck versehen und völlig geschlos­sen, um schwimmfähig zu sein. Eine Ausrüstung mit leichten Geschützen ist vorgesehen.

bei sein. Das würde ich mir Geld kosten lassen. Ein­mal diese Dame im Schleier zu sehen! Da könnte man zu Hause erzählen. Das wäre schon etwas mehr, als von Verbrecherkellern berichten, in die jeder hinein kann."

Ja, das ist eine schwierige Sache!"

Aber Sie haben doch die Absicht, die Dame uttt dem Schleier zu entlarven. So sagten Sie!"

Gewiß! Weil es Geld tragen muß."

Dabei könnte ich doch auch helfen! Nur damit ich dabei bin. Ich zahle, was Sie verlangen."

Und es wurde dann nach langem Zureden, und nachdem Purgstaller noch eine siebente Flasche hatte bringen lassen, verabredet, daß Arthur Greve ihn einmal mitnehmen werde, wofür Purgstaller ein paar blaue Lappen versprach, wenn er dabei wirklich diese geheim­nisvolle Dame mit dem Schleier sehen könnte.

Vierzehntes Kapitel.

Frank Burnett hielt die Photographien in der Hand und prüfte aufmerksam deren Exaktheit in der Durch­führung. Dabei erklärte er der Dame, die mit dem schwarzen, doppelt gelegten Schleier ihr Gesicht so ver­hüllt hatte, daß kein Zug mit Bestimmtheit zu erkennen gewesen wäre:Die Aufnahmen sind ausnahmslos vor­züglich gelungen. Jede Zeichnung ist bis in die unbe­deutendsten Einzelheiten vorzüglich, und bei den be­schriebenen Blättern ist jedes Wort zu lesen. Wie war Ihnen dies wiederum gelungen?"

Mir standen kaum drei bis vier Minuten zur Ver­fügung. Für so kurze Zeit konnte ich unbeobachtet in das Arbeitszimmer des Erfinders kommen. Ich hatte mir aber schon für ähnliche Gelegenheiten, nicht nur für diese, einen Photographischen Apparat besorgt der mit einem Filmstreifen gefüllt ist, und den ich bequem in meiner Handtasche unterbringen kann. Die Zeit war

Niederschlagung »es Verfahrens mw N* WiM von Degerloch? Der Tagesordnung für die am Mitt­woch beginnende Schwurgerichtsperiode in Heilbronn ist eine amtliche Bemerkung angehängt, wonach die Ent­scheidung über den Fall des Lehrers Wagner aus Deger­loch noch vor Beginn der Sitzungen erfolgen soll. Da­raus läßt sich, wie der Korrespondent der Frank. Zta. von unterrichteter Seite erfährt, der Schluß ziehen, daß ein Antrag auf Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Wagner nicht erfolgen wird.

Vom eigenen Bruder fahrlässig getötet. Der Matro- enartillerist Schelle, in Wilhelmshaven erschoß aus Ber- ehen mit einem Jagdgewehr, mit dem er Schteßversuche m der Wohnung seiner Eltern unternahm, seine sechs- ährige Schwester. Das Kind, das ins linke Auge ge­troffen wurde, sank sofort tot zu Boden. Der unglück­liche Schütze meldete sich sogleich seiner Behörde.

Den Friedensstifter erstochen. Zwei Brüder in Em- den, die seit längerer Zeit in Unfrieden lebten, gerieten wieder hart aneinander. Ein mit ihnen zusammen woh- nender Arbeitskollege Djuren wollte schlichten, wurde dabei aber von einem der Brüder erstochen.

Zwei »anzöstsche Militärflieger abgestürzt. Nach ei- ner MeldrMg aus Bourges stürzte Montag nachmittag auf dem Flugfelde von Avord der Leutnant Delvert, der den Hauptmann Niquet als Fluggast an Bord seines Zweideckers hatte, aus beträchtlicher Höhe ab. Beide Of­fiziere waren auf der Stelle tot.

Masfenverhaftung verbrecherischer russischer Beam­ten. Kürzlich wurde in Rostow a. Don aus dem Wege von der Bahn zur Staatsbank ein Leüerbeutel mit 100 000 Rubeln geraubt. Die Untersuchung hat jetzt die überraschende Tatsache ergeben, daß dieser Raub von Postbeamten ausgeführt worden ist. Ueber 30 Postbe­amte wurden schon verhaftet und täglich werden neue Verhaftungen vorgenommen. Die Untersuchung richtet sich auch gegen die Polizei, deren Beamte den Räubern Vorschub geleistet haben sollen.

Eisenbahnunfall des Zuges der Königin von Bul­garien. Blättermeldungen zufolge fuhr der Ortent-Ex- pretzzug, in dem sich auch die Königin Eleonore von Bul­garien auf der Rückreise nach Sofia befand, in der Nähe von Semlin in einen entgegenkommenden Güterzug. Beide Lokomotiven wurden fast vollständig zertrümmert. Verluste an Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen, ebensowenig ist jemand von den Reisenden verletzt worden.

Gericht und Recht,

Wegen des Verrats militärischer Geheimnisse, Dieb- stahls und Bestechung hat das Kriegsgericht der 1. Ma­rineinspektion in Kiel den Funkentelegraphistenmaaten Michelsen zu 3 Jahren 7 Monaten Zuchthaus, Aus­stoßung aus der Marine, Degradation und Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes verurteilt. >

Der Ranbmordversnch eines Zwanzigjährigen. Der Musketier Hans Himpel vom Infanterieregiment Nr. 75 in Bremen stand dieser Tage vor dem Kriegsgericht. Himpel hatte Wethnachtsurlaub und versuchte am 27. Dezember in dem Bäckerladen von Jhmel zu Lehe einen Raubmord an der 75jährigen Frau Büsing, um die Ladenkasse auszurauben. Da die Versuche, die Frau Büsing aus dem Laden zu entfernen, mißglückten, warf er sie zur Erde und würgte sie, wurde aber durch das Eintreten des Jhmels in seiner Tat gestört. Der Ver­treter der Anklage sieht in der Tat einen versuchten Mord mit Ueberlegung in Verbindung mit versuchtem Raub. Dem Anträge des Anklägers entsprechend ver­urteilte das Gericht den Angeklagten zu zehn Jahre« Zuchthaus, Ausstoßung aus dem Heere, Averkennurrg der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren und Stellung unter Polizeiaufsicht.

Sie Tragödie der Zeugin.

Die Vossische Zeitung wendet sich anläßlich eines tragischen Falles, der sich vor dem Schwurgericht in Amberg ereignet hat, gegen dieunnötige Bloßstellung" der Zeugen und fordert, daßdie überflüssige und schäd­liche Inquisition nach früheren Vorstrafen eingeschränkt werde". Das Blatt schreibt u. a.:

Vor dem Schwurgericht in Amberg soll ein Mäd- chen als Zeugin vernommen werden. Es werden die üblichen Generalfragen gestellt. Auch nach etwaigen Verfehlungen wird geforscht. Die Zeugin, die Kassie- rerin ist, bittet, sie nicht unglücklich zu machen. Sie ist verlobt, sie hat eine gute Stellung. Wenn man erfährt, M sie einmal in jugendlichem Leichtsinn einen kleinen Diebstahl verübt und dafür gebüßt hat, was soll aus chr werden? Sie wird der Schande preisgegeben; Ver^ öwecflung ist chr Los. In Amberg hat der Vorsitzende die Bitte der Zeugin nicht erfüllt, ihr Flehen nicht er- und also hat sie sich im Gerichtssaal die Puls- adern ausgeschnitten und liegt lebensgefährlich darnieder.

ist eine Tragödie. War sie unvermeidlich? Daß Nch eine Zeugin die Adern öffnet, ist nicht alltäglich.

ausreichend genug, alle wünschenswerten Aufnahmen zu Vergrößerungen haben Siezur Prüfung."

Ich bewundere Sie immer mehr. Ich habe selbst schon davon gehört, daß durch eine militärische Prü- fungskomuttssion sehr erfolgreiche Versuche mtt einem muen Geschützsystem vorgenommen worden sein sollen. Wie lange ist noch Zeit, um dem Deutschen zuvorzu- kommen?"

-In zwei bis vier Tagen dürfte Robert Hatzfeld seine Patentschriften einreichen; von militärischer Seite c auf eine baldige Erledigung gedrungen werden, sodaß m etwa zehn bis vierzehn Tagen eine Patenter­teilung in Aussicht stehen dürfte."

^Knapp! Es wäre also dringende Eile geboten!" .Dame im Schleier lehnte sich zurück:Aber es ^e meine Ansicht hören wollen, so auch gleich den Weg weisen. In einem Tage sind die Aufnahmen in London; in einem weiteren Tage und von den Zeichnungen zwei Kopien zu fertigen, uud der Text der Erklärungen ist in das Englische zu übertragen, natürlich in einer Bearbeitung, die keine Uebersetzung ist, sondern eine scheinbar selbständige Aus­führung, sodaß an eine Duplizität der Fälle geglaubt werden muß. Ein Exemplar wird sofort der englischen Patentbehörde vorgelegt, ein zweites der deutschen mit einem amtlichen Schreiben, daß hierfür das Patentrecht in England fchon eingetragen, aber noch für die ganze Welt gesichert werden soll. Daraufhin wird Robert Haß- feld ein Patent nicht mehr zugesichert erhalten, da seine Erfindung bereits von einer anderen Nation gemacht, patentiert und für die ganze Welt gesichert wurde."

(Fortsetzung folgt.)