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Die neue elsüMe siegiening.

Ordeusauszeichnungen für die scheidenden Mäuuer.

Die Entscheidung über die Neubesetzung der elsaß- lothringischen Regierungsstellen ist in der Hauptsache am Sonnabend gefallen. Sie dürfte das Ergebnis des Vor- trags gewesen sein, den der Kanzler am Sonnabend oelm Kaiser gehalten hatte. Amtlich wurde am Sonnabend spät nachts über den vollzogenen Wechsel in den Re­gierungsstellen gemeldet: , t

Wie schon bekannt, hat sich der Statthalter m El- saß-^othringen Graf von Wedel auf Wunsch des Kaisers bereit erklärt, nocl) einige Monate auf seinem Posten zu bleiben. Dem Staatssekretär.Freiherrn Zm von Bulach ist die nachgesuchte Dlenstentlassung unter Ver­leihung der Krone zum Roten Adleroroen 1. Klasse er­teilt, auch ist er vom Kaiser auf Vorschlag des Bundes­rats in die Erste Kammer des elsatz-lothringrschen Land­tags berufen worden. Ferner hat der Kauer bei Geneh­migung ihrer Abschiedsgesuche dem Unterstaatsselretar Dr. Petri den Königlichen Kronenorden 1. Klasse und dem Unterstaatssekretar Mandel den Stern zum Ro­ter: Adlerorden 2. Klasse verliehen. Der Unterstaatsiekre- tär K o e h l e r wird in seinem Amte verbleiben. Zum S t a a t s s e k r e t ä r für Elsaß-Lothrmgen ist der Ober­präsidialrat Graf v. Roedern in Potsdam ernannt. Er wird auch die Leitung der Abteilung des Innern im elsatz-lothringtschen Ministerium übernehmen. Zum Leiter der Abteilung für Landwirt,chaft und öffentliche Arbeiten, die bisher vom Staatssekretär geleitet wurde, ist der zum Unterstaatssekretär ernannte bisherige Vor­tragende Rat im Reichsamt des Innern Geheimer Ober­regierungsrat Freiherr von Stein ausersehen. Die Entscheidung über den Nachfolger des Unterstaatssekre- türs Dr. Petri ist noch vorbehalten."

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Die neuen Männer.

Oberpräsidialrat Graf von Rööern in Pots- dam ist am 27. Juli 1870 als Sohn des Oberstlculrlants Graf von Rööern in Marburg geboren. Nach Vollen­dung seiner Studien war er zuerst Regwrungsaijeisor beim Landratsamt in Freienwalde und dann beim Oberpräsidium in Posen beschäftigt. 1903 zum Httssar- beiter in die Abteilung des Etats- und Kafsenweserts im Finanzministerium berufen, wurde er 1905 zum Ver­walter des Landratsamtes des Kreises Niederbarnun und im selben Jahre noch zum Landrat des Kreises er­nannt. Seit 1911 ist er Oberpräsidialrat iruPotsöam. — Der neue elsaß-lothringische Unterstaatssekretar Frei­he r r v o n S t e i n, am 28. Februar 1867 tn Wirrzburg geboren, begann seine Laufbahn im bayerischen Staats­dienst, wo er zunächst als Regierungsassessor in Würz- burg tätig war. Dann trat er im Jahre 1903 als Hilfs­arbeiter beim Reichsamt des Innern ein und wurde während dieses Kommissoriums zum Bezirksamtmann befördert. Im Mai 1905 erfolgte dann seine Ernennung zum Geheimen Regierungsrat und Vortragenden Rat im Reichsamt des Innern.

hohe Geldprämien auf die Ergreifung

von Werbern der Fremdenlegion.

Der „deutsche Schutzverband gegen die Fremden­legion" hat nunmehr einen weiteren energischen Schritt zur Unterdrückung des Werberunfugs auf deutschem Boden getan. Es sollen auf die Ergreifung solcher für die Fremdenlegion tätigen Werber, welcher Nationalitat sie auch seien, hohe Geldprämien ausgesetzt werden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß damit der Anti- Fremdenlegionsbewegung ein mächtiger Anreiz gebo­ten wird, und man darf sich von diesem Bekäinpfungs- mittel viel Erfolg versprechen. Mit umsomehr Berech- als man damit dem Uebel an die Wurzel geht, sie die Fremdenlegion, die schon so vieles deut­sches Blut verschlungen hat, nicht über eine so ausge­breitete, ausgezeichnet funktionierende Werbertätigkeit auf deutschem Gebiet, so würde ihr Besitzstand an deut­schem Rekrutenmaterial wohl um ein Beträchtliches ge­ringer sein.

Der Schutzverband erkennt ganz richtig, daß min­destens ebenso viel wie die Abenteuerlust deutscher Jun­gen und die Sehnsucht, ein neues Leben unter veränder­ten Verhältnissen zu beginnen, die französischen Wer­ber der Legion ihre Opfer treiben. Der Schutzverband will sich auch nicht nur mit der Aussetzung von Prämien auf die Ergreifung solcher Werber begnügen, sondern er will auch erfreulicherweise den deutschen Konsulaten in aller Welt Geldmittel zur Verfügung stellen, um ge­gebenenfalls Deutsche aus fremden Legionsötensten be­freien zu können, oder Werber abzufassen.

Wenn man zusehen muß, wie sich die Unverschämt­heit der Werber selbst an unreife Gymnasiasten heran- wagt, so wird man den Bestrebungen des deutschen Schutzverbandes nur laute Anerkennung und weiteste Verbreitung wünschen müssen. Uebrigens hat sich vor kurzem auch in Berlin eine Ortsgruppe des Verbandes konstituiert, um in der Reichshauptstadt die Kampfbe­wegung zu zentralisieren.

Die Dame im Schleier.

Spionage-Roman von Matthias Blank.

80) (Nachdruck verboten.)

Es war ihm dabei doch nicht möglich gewesen, die Gedanken an seine Vergangenheit, die mit der Baronin von Theben, wie sie Robert Hatzfeld genannt hatte, so eng verknüpft war, ganz zu vertreiben.

Es hatte keine Schwierigkeiten bedeutet, sich Arthur Greve zu nähern: er wußte, in welchem Klub dieser verkehrte, in einem Hause in der Giesbergstratze, in dem mehrmals in der Woche Trente-et-quarante gespielt wurde, wobei sehr beträchtliche Summen in Umlauf kamen.

Arthur Greve beteiligte sich dabei, wobei es natür­lich in seiner Absicht gelegen war, irgend etwas zu er­lauschen, was ihm von Wert sein könnte: er spielte deshalb immer nur mit großer Vorsicht, riskierte nie viel und war mit kleinen Gewinnen schon zufrieden.

Das aber hatte Michael Purgstaller gefühlt, daß Arthur Greve von allen möglichst geschnitten wurde, daß er anscheinend nur zu den Geduldeten gehörte, schon des­halb, da er schließlich zu fürchten war. Deshalb ließ sich dieser auch sofort verleiten, als Purgstaller, der durch Hans von Perutz eingeführt worden war, sich ihm nä­herte, diesen scheinbaren Zutraulichkeiten zu glauben.

Als dann gegen drei Ufjr morgens die letzten den Klub verließen, hatte Purgstaller mit Arthur Greve die gleiche Wegrichtung eingeschlagen.

Einige fünfzig Schritte waren sie gegangen, als Purgstaller in einer geheuchelten Vertrauensseligkeit, die etwas Provinzmäßiges verriet, erklärte: „Wenn man einen so guten Gewinn mitträgt, wie es mir heute mög­lich war, da hat man wahrhaftig noch gar keine Lust, schon heimzukehren. Ich müßte doch sehr gern ein paar Flaschen guten Weins die Hälse brechen. Mgchw Sie Nicht »M*

Politische Rundschau.

Die Reisedispositionen des Kaisers. Wie die Blät­ter aus Wiesbaden melden, verlautet dort, der Kaiser werde nach den bisherigen Reisedispositionen in der Steifen Maiwoche im Wiesbadener Schlosse für eine oche Aufenthalt nehmen. Die Kaiserin wird entweder von Homburg oder von Braunschweig aus dem Kaiser nach Wiesbaden folgen.

Wechsel im Oberpräsidium von Brandenburg. Zum Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg wurde der Regierungspräsident von der Schulenburg in Potsdam ernannt. Sein Nachfolger im Präsidium der Potsdamer Regierung wird der Geheime Oberregierungsrat und Vortragende Rat im Landwirtschaftsministerium, Frhr. v. Falkenhaufen.

Die Reichstagsersatzmahl in Borna (Sachsen), die durch die Mandatsniederlegung des freikonservativen Abg. v. Liebert notwendig geworden ist, ist auf den 17. März festgesetzt worden. An demselben Tagr findet die Ersatzwahl in Samter-Birnbaum statt.

Der Reichskasie übermiesene Schmiergelder. Rund 30 000 ^. Geldgeschenke unbekannter Geber sind im ver­gangenen Jahre der Reichskasse zugeführt worden. In bey Hauptsache handelt es sich hierbei um sogenannte „Schmiergelder", die den staatlichen Behörden und ihren Beamten von Lieferanten als Dank für irgend einen Vorteil zugesandt, aber nicht angenommen wurden. Oft werden auch Gebrauchsgegenstände der mannigfachsten Art übermittelt. Der aus dem Verkauf erzielte Erlös wird ebenfalls der Reichskasse überwiesen. Gelingt es, einen solchen „Schmierer" zur Anzeige zu bringen, so erfolgt schwere Strafe wegen Beleidigung und Verlei­tung zum Treubruch.

Deutsche Jnstrnktiousoffiziere für Argentinie«. Wie bekannt wird, folgen die beiden zur Disposition gestell­ten Offiziere, Major Freiherr von Gaaern und Ritt­meister Ritter v. Pfistermeister, einem durch Vermitte­lung des deutschen Generalstabs an sie ergangenen Ruf nach Argentinien. Sie treten mit höherem Rang auf drei Jahre in den Generalstab der argentinischen Armee ein und werden als Lehrer an der Kriegsakademie in Buenos-Aires Verwendung finden.

Türkische Kriegsrüstungeu? In türkischen politi­schen Kreisen nimmt die Erregung gegen England we­gen des Vorschlags in der Juselfrage täglich zu. Die Jungtürken geben ihrer Mißstimmung gegen England offen Ausdruck. In diesen Kreisen verlangt man ein energisches Vorgehen der Türkei und man ist auch be­reit, eventuell die größten Opfer für die Wahrnehmung der türkischen Interessen zu bringen. Inzwischen wer­den Vorbereitungen für einen neuen Feldzug mit der größten Energie fortgesetzt. Die Truppen werden neu uniformiert, die Waffendepots gefüllt. Enver Pascha hat an sämtliche Korpskommandanten einen Zirkularbefebl erlassen, in dem sie aufgefordert werden, den Mann­schaften die kritische Situation vor Augen zu halten und ihnen die treueste Pflichterfüllung ans Herz zu legen.

Mißstimmung unter den türkischen Offizieren. Es ist nicht zu leugnen, daß unter den durch die Maßregeln Enver Paschas betroffenen türkischen Offizieren eine ge­wisse Erregung herrscht. Kennzeichnend dafür sind die Vorsichtsmaßregeln, mit denen man augenblicklich Enver Paschas Person umgibt. Es ist nur nach Erfüllung ei­ner Unzahl Formalitäten möglich, im Kriegsministerium Zutritt zu erhalten, oder gar eine Audienz bei Enver Pascha zu bekommen. Bis an die Zähne bewaffnete Patrouillen durchziehen fortwährend das Kriegsmini- sterium.

Kleine Hadiridifen»

Der Verkauf des Scherlsche« Verlags. Ueber den Abschluß der schon seit Jahr und Tag schwebenden Ver­handlungen über den Verkauf des August Scherlschen Verlags in Berlin berichtet die „Tägl. Rundschau": Der Verlag ist übergegangen an ein selbständiges Konsor­tium von Kapitalisten. August Scherl wird die Leitung des Unternehmens niederlegen. An seine Stelle tritt Geh. Regierungsrat a. D. v. Krüger, der auch einen größeren Teil des Kapitals übernommen hat.

Der Nachlaß Bebels. Namens der Erben des Ab­geordneten August Bebel läßt Oberrichter Otto Lang- Zürich in der deutschen Presse die Meldung verbreiten, daß der Nachlaß Bebels nicht 995000 X sondern 305 000 Mark betrage.

Essen — die viertgrötzte Stadt Preußens. Die Stadt­verordneten von Essen (Ruhr) genehmigten die Einge­meindung der drei Vororte Borbeck, Bredeney und Altenessen. Essens Einwohnerzahl steigt von 320 000 auf 446 000, sodaß Essen dadurch die viertgrötzte preu­ßische Stadt wird.

Die Haussuchungen in Dresden. Wie aus Dresden gemeldet wird, haben die Aufsehen erregenden Haus­suchungen in den 23 Dresdener Zigarettenfabriken er­geben, daß etwa zwei Drittel davon sich des unlauteren

„Warum nicht?"

„Auf meine Rechnung! Aber das erkläre ich sofort: Sie müssen mich führen, denn ich weiß von Berlin nichts. Es soll so ein Winkel sein, wo man ganz ungestört ist."

Daraufhin führte ihn Arthur Greve in eine Wein­stube in der Martin-Luther-Straße, die in der Nähe des Eispalastes gelegen war. Dort saßen sie dann in einer künstlichen Laube, in der sie gänzlich ungestört waren.

In seiner animierten Stimmung, die Purgstaller erkennen ließ, geizte er nicht, obgleich er dem Weine sehr vorsichtig Bescheid tat, aber Arthur Greve doch stets zum Trinken aufforderte. So erreichte er sehr bald, was seine Absicht gewesen war.

Der gute, schwere Wein hatte Arthur Greve die Zunge gelöst: er war ein Bramarbas, der am liebsten von sich redete, und dies in einer Weise tat, bei. der er stets der Held war.

Und Michael Purgstaller glaubte ihm und bewun­derte ihn, was Arthur Greve nur desto geschwätziger machte. Sein Puppengesicht mit dem glatten Teint war erhitzt.

Purgstaller hatte noch eine Flasche kommen lassen, trotzdem bereits fünf leere auf dem Tische standen.

„Solche Sachen erlebt man nur in Berlin," erklärte Purgstaller im Gespräch. „Das ist alles nröglich! Alles! Will einer mit Verbrechern zusammenkommen, um zu sehen, wie diese leben, so kann -er es."

„Oh," prahlte Arthur Greve sofort. „Ich weiß da eine Kellerkneipe im Osten. Das sollten Sie erst mal sehen."

„Da müssen Sie mich auch mal hinführen. Ich in­teressiere mich nur für solche Sachen. Wie es in den verschiedenen Klubs zugeht, das habe ich schon erlebt. Wenn man natürlich draußen in irgendeiner kleinen Stadt lebt, macht man sich begreiflicherweise meistens falsche Vorstellungen."

«Das kann ich mir denken. Und worüber regt man

WetteberverveS WkRs W HJe* Fegt« SM schwebt jetzt die Voruntersuchung. UeSör Sie rathetest Ergebnisse der Haussuchungen, namentlich soweit sie die Geheimoündelei betreffen, ist bisher nichts bekannt ge­worden.

Raubüberfall im Eise«bah«zttg. Am Sonntag würbe in dem früh 1^ Uhr von Bingerbrück nach Saarbrücken abgehenden Zuge kurz vor Oberstein die Notbremse ge­zogen. In einem Abteil 2. Klasse fand man dann einen Herrn mit Schußwunden im Kopfe und im Herzen. Dieser gab an, bald nach Abgang des Zuges von Binger- brück von einem Manne überfallen, seiner Brieftasche mit 270 Mark beraubt und dann ohnmächtig geworden zu sein. Der Ueberfallene hat seine Personalien noch nicht angeben können.

Dreister Ueberfall auf einen Perso«euz«g. Bei der Station Masti der Kaschau-Oderberger Bahn versuchten zwei Banditen einen frechen Ueberfall auf einen Per- sonenzug. Die beiden brachten durch Haltesignale den Zug zum Stehen und sprangen auf den Postwagen, um sich der Geldsummen zu bemächtigen. Der Beamte setzte sich energisch zur Wehr, wurde jedoch durch einen Schuß schwer verletzt. Inzwischen eilte das Zugpersonal her­bei, um die Raubgesellen festzunehmen. Einer erschoß sich, während der zweite verhaftet wurde.

Zum Gedächtnis des elfhundertjährige« Todestages Kaiser Karls des Großen, ihres Schutzpatrons, hatte die Stadt Aachen am Sonntag festlichen Schmuck angelegt. Die Feier begann mit einem PontifikalaMt im Mün­ster. Darauf bewegte sich ein gewaltiger Festzug, an welchem etwa hundertzwanzig Vereine mit über fünf­tausend Personen teilnahmen, durch die Straßen der Altstadt zum Rathaus, wo die vereinigten Männerae- sangvereine am Standbilde Karls des Großen eine Hymne vortrugen. Im Krönungssaal des Rathauses hielt Stadt-Archivar Huyskens die Festrede. Abends fanden im Kurhause Festspiele statt.

Projekt eines Unterseetuuuels -wische« Dänemark nn- Schweden. Wie verlautet, sind zwei skandinavische Ingenieure bei der schwedischen Regierung um die Kon­zession für den Bau eines unterseeischen Tunnels, der Dänemark mit Schweden verbinden soll, eingekommen. Der Tunnel soll von Vigerslep, einem Vorort Kopen­hagens, ausgehen und in Malmö in Schweden enden. Die Kosten für den Bau des Tunnels werden auf 100 Millionen dänische Kronen berechnet.

Die Ueberschwemumngen in Brasilien. Die Mel­dungen aus dem Ueberschwemmungsaebiet in der Pro­vinz Paclo lauten katastrophal. Die Ortschaft Nacvolag ist vollständig verschwunden. Auch eine Reihe anderer Ortschaften ist zerstört. Die Fluten führen viele Leichen mit sich. Der angerichtete Schaden geht in die Dcil- lionen.

Szene« beim Untergänge der Monroe.

Eine Tragödie auf dem Meere.

Neuyorker Zeitungen veröffentlichen erschütternde Einzelheiten, die die Passagiere des an der virginischen Küste gesunkenen amerikanischen Dampfers „Monroe" erzählen. Einige von ihnen sind dem Tode durch un­glaubliche Zufälle entgangen. Ein Heizer z. B. befand sich in dem Augenblick im Maschinenraum, als der Rumpf des Dampfers „Nantucket" über seinem Haupte erschien. Da die Maschinen des „Nantucket" rückwärts arbeiteten, entstand in dem durchgeschlagenen Rumpf des „Monroe" ein so weiter Raum, daß er ins Waller springen konnte und sich so rettete. — In einem Ret­tungsboote spielten sich furchtbare Szene« ab. Ein Neger war vor Entsetzen wahnsinnig geworden und klammerte sich an ein junges Mädchen fest und versuchte fchlühMh mit diesem ins Wasser zu springen. Mit einem Hammer wurde auf den Wahnsinnigen solange eingeschlagen, bis er besinnungslos zu Boden fiel und sein Opfer losließ. Ein anderer Neger schnitt sich auf dem Deck des sinken­den „Monroe" mit einem Taschenmesser den Hals durch. Eine bekannte Schauspielerin namens Havelanö wurde wahnsinnig und mußte ins Hospttal gebracht werden. Im allgemeinen werden die wachhabenden Offiziere -es „Nantucket" für die Katastrophe verantwortlich gemacht. Nach den Berichten der Ueberlebenden und der Offiziere des „Monroe" erwiderte der „Nantucket" nicht auf die Signale des „Monroe". Außerdem ist es erwiesen, daß der „Nantucket" den vor ihm fahrenden „Monroe" zu überholen versuchte. Die Schnelligkeit, die er dabei ent­wickelte, widerspricht sämtlichen Gebräuchen, die die Dampfer sonst bei so dichtem Nebel anzuwenden pflegen. Die Zahl der Toten wird auf etwa 40 angegeben, jedoch dürfte sich die Zahl noch erhöhen, da die in den Hospi- talern untergebrachten Ueberlebenden infolge völliger Erschöpfung nicht am Leben zu erhalten fein werden.

Die Katastrophe eines deutsche« Seglers.

Der Hamburger Viermaster „Hera", der mit einer Atratlaöung von Pisagua kam, lief um Mitternacht bei Portscathe an der englischen Küste auf Felsen auf. Ein Boot wurde zu Wasser gelassen, schlug aber um. Acht

sich jetzt am meisten auf?"

„Natürlich über den Spion Laux. Daran will nie­mand glauben. Das ist doch nur eine übertriebene Ge­schichte. Was sollen denn die Spione wollen? Diese sind doch sicher zwecklos?"

„Zwecklos? Das denken Sie sich! Sie dürfen über­zeugt sein, -aß solche Spione auch in Berlin arbeiten."

Michael Purgstaller schüttelte hartnäckig den Kopf: „Das glaube ich nicht. Diese müßten doch gleich auf­fallen."

„Wenn ich Ihnen aber sage, daß gerade ich Ihnen in der Sache Aufschluß geben kann, wie kein zweiter?" „ Abermals war ein Kopfnicken die Antwort, daS Arthur Greve, dem der Wein schon in den Kopf gestiegen war, nur um so erregter machte.

„Ich könnte Ihnen manches beweisen."

lachte Purgstaller: „Haha! Sie werden mir Ge- Ißtßten erzählen! So einen Spion wird man doch bald erkannt haben."

„Das sagen Sie, weil Sie von irgendeinem Neste kommen und die Verhältnisse nicht verstehen. Wissen Sie, wer in Berlin der gefährlichste Spion ist, der nicht nur in Berlin, sondern in noch manchen Städten gleich­zeitig arbeitet? Dieser eine Spion hat schon soviel ver­raten, daß er allein zu fürchten ist."

„Nein! Wer soll das sein? Sie werden doch nicht behaupten, -aß Sie es wissen? Da könnten Sie sich ja ein Vermögen verdienen."

„Und doch weiß ich es."

„Warum rühren Sie sich denn nicht?"

„Weil ich noch nicht alles weiß. Das steht fest, MB es ein Weib ist, das die Dame im Schleier genannt wird und fast alle letzten Enthüllungen verraten hat," „Ein Weib?"

„Ja! Das steht fest! Aber das Gesicht, M8 hinter dem Schleier verborgen ist, hat noch niemand gesehen."

(Fortsetzung folgt.)