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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Melier Wlatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

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Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 38.

Dienstag, den 3. Februar

1914.

Aus der Heimat.

Februar.

Der kürzeste Monat des Jahres, der Februar, hat begonnen. Er verdankt seinen Namen der römischen Reinigungsgöttin Februa und war bei den alten Römern der letzte Monat des Jahres. Da mit ihm das Jahr schloß, so war er den unterirdisch waltenden, unbekannten göttlichen Mächten geweiht, vor denen man Furcht hegte. Die alten Deutschen pflegten den Jahresschluß im Februar durch große Zechgelage zu feiern, wobei der Meth aus mächtigen Hörnern getrunken wurde. Daraus wird vielfach der altdeutsche Name des MonatsHornung" abgeleitet. Wahrscheinlicher ist aber eine andere Deutung, nach welcher der Name Hornung von Hor, das heißt Kot, Schmutz, herkommt, weil sich ausgangs des Winters viel Schmutz auf den Verkehrswegen anzusammeln pflegt, und als Schmutzmonat ist auch der Februar von altersher berüchtigt. Des Faschings wegen heißt

er

obiger beider Berufe, in denen eine kürzere Lehrzeit I habe leider das finanzielle Ergebnis der Forstver- vereinbart ist, zurückgewiesen. Das Putzmacherge- waltung nicht günstig gestaltet. Präsident Graf werbe wird hiervon nicht betroffen, in diesem beträgt Schwerin-Löwitz gab bekannt, daß nach einer Meldung die Lehrzeit nach wie vor zwei Jahre. auf ZecheAchenbach" 5060 Arbeiter gerettet sind.

):( Hersfeld, 2. Februar. Am Sonnabend hielt Tot seien 22, verletzt 19 und vermißt 5. (Bewegung.) der Landwirtschaftliche Kreisverein im Z,^i1t^Act^s-rtim^^ die Forstver-

Hotel zum Stern eine sehr gut besuchte Versammlung ^S^® Ertragnisse in diesem Jahre höher ab. Nach Eröffnung derselben durch den Vorsitzenden, Grunde haben.

Herrn Landrat von Grunelius, welcher die An- Riehl, (Ztr.) wünschte, die Forstverwaltung solle wesenden zu der ersten Versammlung in diesem Jahre "icht "«nötige

willkommen hieß und dem Wunsche Ausdruck gab, ^A?"'Ä^ten machen. K^

daß dieses Jahr dem Landwirtschaftlichen Kreisverein .^A?^^ro (Natl.), Brandhuber (Ztr ),

einen weiteren Zuwachs an Mitgliedern bringen ^«hr^0 f^ müntr^

möae erbielt Herr Professor Helmkamvi aus Weil- I Antrag Dr. Windland («tl.) wünschte im Interesse ÄÄ ÄnÄ » jSÄÄ"Äg ^^^^^

von Dauerweiden. Der Herr Redner führte in !!^?^lchmaßlg der Fachpresse zur Verfügung zu einem anderhalbstündigen Vortrage eingehend Ü^llenoder- aber ^» besonderes Zentralblatt der aus, welche Gesichtspunkte bei Anlage von Dauer- ^Ä^waltung zu schaffen. ^

' - - besonders forderte, es solle möglichst vorsichtig vorgegangen

- - - - werden bei der Einschränkung von Waldweiden. Abg.

Dr. Wendland (Ntl.) sprach sich gegen die Ablösung fübrlicker Weise die Anlaae der' Sckuübütten und I öc8 Losholzes aus. Beiden Wünschen sagte Ober- Myrucyer ^er,e ore ANtage oer L-cyutzyulten, uno [anöforftmci|tcr ö. Freyer Berücksichtigung zu. Abg.

; | Frhr. Wolff-Metternich (Ztr.) erbat eine schnellere

Beförderung der Oberförster, während sich Abg. Wall-

weiden zu berücksichtigen wären, b^«»^» «vu» die Bodenbeschaffenheit, Düngung und Ansaat betreffe. Ferner schilderte Herr Professor Helmkampf in aus-

auch Faschings-, Narren- oder Schellenmonat. In 1

rz alten Zeiten hatten die Februartage allerdings Tränken, sowie die richtige Ausnutzung der Weide- einen ernsteren Charakter. Bei den alten Römern Plätze. Der Vortrag wurde mit großem Beifall auf- wurde im Februar als dem letzten Monate des Jahres genommen und führte zu einer recht regen Aussprache. Has Fest der Luperkalien mit Sühnopfern gefeiert. Bei dieser Gelegenheit bemerkte der Vorsitzende, Herr Etwas Ernstes waren ursprünglich auch die Landrat von Gruneltus, daß es durchaus falsch wäre, Wintertod-Austreibungen der alten Germanen, die wenn man glaube, daß der landwirtschaftliche Kreis- später freilich auch hier in einen Ulkrummel aus- verein nur die Interessen der großen Landwirte im arteten. Ein volkstümliches Datum ist der 2. Februar: Auge habe, während die kleineren weniger berück- Mariä Lichtmeß. sichtigt würden. Der Vorstand habe immer nur das

Und ein Lichtlein wird ihm leuchten Interesse der Hebung unserer gesamten Landwirtschaft

Bis zum Totenschrein: im Auge, wovon jeder, der die Vereinsversammlungen

Und ein Lichtlein wird ihm leuchten regelmäßigbesuchenwürde, sich überzeugen könne.Mit

Durch die Fegefeuerpein- Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten fand die

Und ein Lichtlein wird ihm leuchten i Versammlung ihr Ende.

In den Himmel ein.

ganz

baum (Hosp. b. d. Kons.) der Waldarbeiter annahm. Er beklagte besonders, daß man den Waldarbeitern Schwierigkeiten mache, die dem christlich-nationalen Waldarbeiterverbande angehören. Der Landwirt- schaftsminister stand jeder Organisation, besonders

einer sozialdemokratischen, ablehnend gegenüber. Ein Entlassungsgrund würde die Mitgliedschaft aber erst dann, wenn dadurch Unzufriedenheit oder Belästigungen der Arbeiter entständen. Dem Abg. Hafer (Soz.) erwiderte Abg. Meyer (kons.), daß er überall für die Schaffung von Arbeiterwohnungen eintrete. Die Sozialdemokraten sollten aber selbst einmal den Mit "diesem verbeistunasvollen Verscken wird I N Hersfeld, 2. Februar. DieZahlöerFrem-! Anfang machen, denn sie besäßen 20 Millionen Mark wieRosegg^ B ^n die im Äonat Januar hier übernachteten, be- auf den Bankem

Meßopfer gebeten. In manchen Gegenden ist der 2. 6 I

Februar auch noch ein besonderer Tag der Dienst- -n- Asbach, 2. Februar. Die Arbeiten und Liefe- I m^^i?^,!^ ^^^e flten. (Lebh.

boten: das Gesinde zieht ab und macht vor dem An- rungen für unser neu zu erbauendes Wasserwerk ÄÄÄÄ S2XhX

zuge bei der neuen Herrschaft erst noch einmal Leben- und der ca. 120 Hausanschlusse wurden der Firma s^r Antrag Wenölandtz^^

schön. Man spricht darum in Süddeutschland von der W. K. Rosenberg tn Hersfeld übertragen. Den Hoch- N^tmetster Freyer ausgeiprochen hatte,. abgelehnt.

Kälberweil", wobei man an Kälbern oder Kalb- behalter bauen die Herren Sertz und Henkel in Dn Forstetat, wurde genehmigt. Nächste Sitzung,

austreiben, also jedenfalls an sehr Fideles, denken Asbach. I ^'enslag. uajuiB d uyr.

soll. Recht angenehm ist der Februar wegen seiner ,

Kürze allen denen, die ein festes Gehalt beziehen, denn der Erste bringt ihnen frühe "

schon lange ersehnte klingende Mr

Kassel, 1. Februar. Das Tageblatt schreibt: Ueber

Karsermanöver 1914 erfahren wir an amtlicher | Dpnnrhor VoiHKeitfin

ft ± . Stelle folgendes: Die Kaisermanöver für das 11. Ar- L^UllUJKl IV^IUlöiUy.

lange ersehnte klingende Münze. meekorps sind Allerhöchst befohlen. Als Zeitpunkt Das Haus führte am Sonnabend die allgemeine

--------- sind die Tage vom 14. bis 17. bezw. bis 19. September Besprechung des Etats des Innern zu Ende. Abg.

* (Schlafwagen dritter Klasse.) In der bekanntgegeben. Das Gelände ist noch unbekannt. Bafferman« (natl.) sprach Worte der Teilnahme an Budgetkommission des Reichstages äußerte sich Minister Die Nachricht einer hiesigen Zeitung, daß an eine dem Grubenunglück. Eine Beschränkung derKoalitions- y. Breitenbach über die Schlafwagen dritter Klasse. Parade über das 11. Armeekorps bei Waldau nickt | freiheit wäre ein schwerer politischer Fehler. Einer Die bisherigen Typs in den nordischen Ländern zu denken sei, ist vollkommen falsch-das hiesige Land- Regelung der Frage im konservativen Sinne könne würden bei uns nicht befriedigen. Ob sich überhaupt ratsamt ist von zuständiger Seite angewiesen worden, die Einrichtung bewähren würde, sei zweifelhaft. Es bis zum 14. August einschließlich den Brückenbau über ' ....... * ' ' " " " ugang zum Waldauer Exerzierplatz

Selche Truppen des 11. Armeekorps

er als sonst die oft

/ I er nicht zustimmen. Zu wünschen sei eine Ausge- über I staltung des wirtschaftlichen Ausschusses. Die Wirt- . . J I schaftspolitik sei zu billigen. Staatssekretär Dr. rmeekorps Delbrück gab nähere Mitteilungen über die Gruben-

handle sich bei uns ja nicht um so große Entfernungen die Fulda als wie in Schweden und Rußland. Um die Einstellung zu vollenden. , . _________ ________________________________

von Schlafwagen dritter Klasse könnte es sich erst vor Seiner Majestät defilieren werden, steht noch katastrophe auf Zeche Achenbach und erörterte sodann dann handeln, wenn unser Schlafwagenverkehr so nicht fest; als wahrscheinlich darf aber gelten, daß die Zusammensetzung des Wirtschaftlichen Ausschusses, wüchse, daß man vollständige Schlafwagenzüge ein- hiesige Garnison durch auswärtige Regimenter er- Unablässig habe er (Redner) sich mit der Frage be- führen könnte. Bei unseren Schlafwagen sei die heblich verstärkt wird. Der Zeitpunkt dieser Parade schäftigt, ob es nicht möglich sei, ihm eine andere Verwaltung nun allgemein zur Einführung der ist noch nicht bekannt, da hierüber der Kaiser die Ent- Organisation zu geben. Als Ergebnis dieser Unter­elektrischen Beleuchtung übergegangen. Die Fort- scheidung erst später treffen wird. Am Kaisermanöver suchung sei er zur Verneinung gekommen. Es müsse schritte in technischer Beziehung sind auf diesem Ge- 1914 nimmt das gesamte 11. Armeekorps teil- auch vermieden werden, seinen vorbereitenden Beratungen biete so groß, daß alle neuen Wagen von vornherein das gesamte 18. Armeekorps ist zum Kaisermanöver amtliche Form zu geben, was auf die Errichtung eines für elektrische Beleuchtung eingerichtet werden. Aus 1914 befohlen - die Truppen dieses Armeekorps werden Zollparlamenteshinauslaufe und in die Kompetenzen Klagen über den Speisewagenbetrieb, die ein Kom- wieder auf dem Großen Sand bei Mainz vor dem des Reichstages eingriffe. Der Ausschuß solle lediglich Missionsmitglied vorbrachte, erwiderte der Minister, Kaiser defilieren - auch hierfür ist der Zeitpunkt noch die Regierung beraten. Er (Redner) werde alles tun, "'bnn auch ab und zu Klagen laut würden, so sei unbestimmt. um den Ausschuß leistungsfähig zu erhalten. Abg.

man doch im allgemeinen mit dem Speisewagenbetrieb Roth, 30. Januar. Vor einigen Tagen fiel hier ^entojff E

« °^' roCr6Cn mU6tC' ®°rt "' §Ä"rS feSSfi Kind gestorben. sei, eine junkerlicheUeberhebung. PräsidentDr.Kaempf

Sachsenhausen, 1. Februar. Beim Behauen von rügte diesen Ausdruck. Abg. Graf von Westarp (kons.)

Steinen drang hier einem jungen Menschen etn forderte ein entschiedenes Einschreiten gegen die Splitter ins Auge welches auslief. Einem andern Animierbankiers und besprach die Notwendigkeit von , jungen Arbeiter durchschlug ein Basaltsplitter den MaßnahmengegendasStreikpostenstehen. Beschwerden Hersfeld, 2. Februar. (Lehrzeit der weib- Hals und verletzte ihn erheblich. aus Kreisen des Mittelstandes und der Industrie be-

lichen Handwerker.) Bisher war für dieweib- ---------------:---7 7--------------- weisen die Unzulänglichkeit des jetzigen Zustandes,

ltchen Handwerker in den Berufen der Damenkleider- flhößOraneißnhaUS. Abg. Spiegel (Soz.) sprach von einem krassen Terro-

macher und der Friseure tn verschiedenen Bezirken, twyvviuj rismus der Unternehmer, während Abg. Dr. Faß-

namentlich auchim BezirkderHandwerkskammerCassel, Das Preußische Abgeordnetenhaus begann am bender (Ztr.) ein Gesetz zur Bekämpfung des Waffen- eine nur zweijährige Minöestlehrzeit vorgeschrieben. Sonnabend die Beratung des Forstetats. Vor Ein- Handels wünschte. Unterstaatssekretär Dr. Richter Zufolge eines Erlasses des Ministers für Handel und tritt in die Tagesordnung beschloß das Haus, den teilte mit, daß ein solcher Entwurf ausgearbeitet Gewerbe vom 18. Juli 1911 galt diese Vorschrift nur von dem Grubenunglück auf ZecheAchenbach" bei werde. Darauf bezeichnete Abg. Dr. Boehme (Bbd.) als ein Provisorium, indem die Vorschriften zur Re- Dortmund Betroffenen telegraphisch das Beileid aus- die Aeußerungen der Konservativen über die Not- gelung des Lehrlingswesens stets für das Handwerk zudrücken. Beim Forstetat legte Abg. Meyer (kons.) wendigkeit innerer Kolonisation als nicht ernst zu als solches Gültigkeit haben, ohne Rücksicht darauf, ob besonderen Wert auf Schaffung guter und geräumiger neunten. Die Konservativen reden nur dann von dasselbe von männlichen oder weiblichen Personen Wohnungen der im Forstdienst Beschäftigten. Abg. preußischer Tradition, wenn sie ihnen angenehm sei. ausgeübt wird. Nunmehr hat diese Uebergangszeit Lüders (freik.) bemerkte ebenfalls, daß dem schwierigen Nach weiterer kurzer Erörterung schloß die allgemeine am 1. Oktober 1913 ihr Ende gefunden und hat von und gefahrvollen Försterberufe das größte Wohlwollen Aussprache. Das Gehalt des Staatssekretärs wurde da die Lehrzeitmindestens drei Jahre zu betragen. Vom entgegengebracht werde. Abg. Ehlers (Fortschr.) wies bewilligt und das Haus vertagte sich auf Dienstag: ^. Januar dieses Jahres ab werden Lehrverträge I auf die schlechte Konjunktur im Holzhandel hin. Das 1 Fortsetzung der Etatsberatung.

s d l ährig - Fr eiwillige können am 1. April zur Ableistung ihres Militärjahres inner­halb des Bereichs des 11. Armeekorps nur bei den Neglmentern 94 in Jena, 82 in Göttingen, 167 in Capel und beim 11. Jäger-Bataillon in Marburg erntreten. Die «fingen Truppenteile des 11. Armee­korps dürfen Aprrl-EtNfährige nicht annehmen.