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-M tratet einer Lokomotive begraben. Nach einer Meldung aus Barcelona stürzte infolge Entgleisens eine Lokomotive auf eine Gruppe von Arbeitern. Zwei Arbeiter wurden sofrt getötet und furchtbar verstüm­melt, neun andere haben Verletzungen davongetragen.

»-^ Masienstreik auf einem schlesischen Werk. Auf. den Linke-Hoffmann-Werken in Breslau ist ein Streik ausgebrochen. Am Sonnabend vormittag streikten über tausend Mann. Der Ausstand ist in der Maschinenbau­abteilung ausgebrochen und hat sich dann auf die Wag- Sonabteilung ausgedehnt. Die Streikenden setzen sich tn er Hauptsache aus Verstemmern und Nietern zusammen.

os* Pegoud mit dem großen Preis gekrönt. Wie der Draht aus Paris meldet, hat die Akademie des Sports dem durch seine Sturzflüge berühmt gewordenen Flieger Pegoud den großen Preis von 100 000 Francs zuer­kannt.

ob* Feindliche Nachbargemeinden. Wie der Draht aus Rom meldet, kam es zwischen zwei in den Abruzzen gelegenen Gemeinden bei Aquila zu einem heftigen Streit. Polizei, die schließlich einschreiten mußte, wurde von der Bevölkerung beider Gemeinden angegriffen. Sechs Gendarmen und ein Kommissar wurden schwer verletzt. Auch eine Anzahl Bauern erlitten Verletzungen.

Schweres Grubenunglück bei Sorlmand.

Auf der Zeche Achenbach in Brambauer bei Dort­mund ereignete sich Freitag nachmittag kurz vor Schicht­wechsel in der dritten Sohle ein größeres Unglück, dessen Umfang aus der ersten Meldung sich noch nicht ttber- sehen ließ. Bis 9 Uhr abends waren sechs Tote und zehn Schwerverletzte geborgen. Das Unglück entstand durch eine Schlagwetterexplosion, die gegen 6% Uhr erfolgte. Von den Nachbarzechen wurden Hilsmann- schaften angeforöert. Die technische Beamtenschaft fuhr sofort in den Schacht ein. Man befürchtet, daß 60 Berg­leute den Tod gefunden haben. Es kommen drei Re­viere in Frage, die schon bei der schweren Schlagwetter­explosion von 1912 mitbetroffen waren. Ueber das Un­glück gingen bisher noch folgende Nachrichten ein:

Die Explosion ereignete sich im Revier sechs des Steigers Kühl. In der Grube befinden sich noch 60 bis 80 Mann, über deren Schicksal nichts bekannt ist. Man befürchtet das Schlimmste. Es befinden sich nach den allerdings noch ungenauen Angaben hundert Bergleute in dem von der Explosion betroffenen Revier. Es ist bisher noch nicht gelungen, bis zur eigentlichen Unfall- stelle vorzudringen. Aus diesem Grunde läßt sich über das Schicksal der eingeschlossenen Bergleute noch nichts sagen. Man kann jedoch annehmen, daß mit einer gro­ßen Zahl von Toten und Verwundeten zu rechnen ist.

Am Ort der Katastrophe.

Im Dezember 1912 hatte eine Explosion schlagender Wetter auf der Zeche Minister Achenbach fünfzig Tote gefordert und Freitag abend lief wiederum die Kunde von dem neuen Unglück auf derselben Zeche durch die Straßen. Krankenwagen und Automobile bahnen sich einen Weg durch die Menschenmenge, die das Zechentor umlagert. Rauchgeschwärzte Männer, die Rettungsab- teilungen, den Sauerstoffapparat auf den Schultern, eilen zum Schacht oder bringen in langsamem Schritt die Toten getragen. Diese werden in einem großen Raume aufgebahrt. Sie sind schwarz verbrannt, aber nur vereinzelt verstümmelt. Die schwersten Brandwun­den haben die Arbeiter von Flöz 19 (Flötz 19 und 21 kommen in Betracht) aufzuweisen, und von dieser Stelle ist auch nach Meinung der Erfahrenen die verhängnis­volle Explosion entstanden. Schrill hallt die Signal­glocke durch, die Nacht,- sie gibt das Zeichen, daß neue Opfer zu Tage gefördert sind. Gegen Mitternacht wird es stiller auf der Zeche. Nur wenige Angehörige bleiben im Totenraum und versuchen, die Verbrannten zu re­kognoszieren. Ein Grubenbrand ist zum Glück in allem Unglück nicht ausgebrochen, doch ist eine Arbeitsstelle zu Bruche gegangen und es ist nicht ausgeschlossen, daß sich unter den Kohlenmassen weitere Tote befinden.

Die Opfer.

ob* Nach Mitteilung der Zeche Minister Achenbach sind bis jetzt 18 Leichen geborgen worden, während sich noch vier oder fünf Leichen in der Grube befinden. In die Krankenhäuser wurden nach Auskunft des Arztes zehn Verletzte eingeliefert, von denen einer in der Nacht zum Sonnabend gestorben ist. Bei dreien sind die Ver­letzungen so schwer, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Eine endgültige Mitteilung läßt sich bisher nicht geben, da der Betriebsführer, der die letzte Feststellung trifft, sich noch in der Grube befindet. Nach amtlicher Feststellung sind bisher 19 Leichen geborgen worden. Drei Bergleute werden vermißt und dürften unter den Trümmern in der Grube liegen. Das Unglück hat ins­gesamt 25 Opfer gefordert. Die Revierbeamten sind in der Grube tätig und haben diese als fahrbar erklärt.

Gericht und Recht,

vierten

. Ein Soldat wegen Raubmordes zum Tode verur- teilt. Der Schiffer Josef Straspiewisz von der

Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 61 wurde vom Kriegsgericht der 35. Division in Thorn wegen Raubmordes in zwei Fällen zweimal zum Tode, wegen Fahnenflucht, Straßenraubes, mehrerer Einbruchsdieb- stähle und anderer Dtebstähle zu acht Jahren Zuchthaus, Entfernung aus dem Heere und Stellung unter Polizei­aufsicht verurteilt.

Gerichtliches Nachspiel eines Eisenbahnunglücks. Die Strafkammer in Posen verurteilte den Bahnhossvorste- Gloger aus Bentschen, durch dessen Schuld am 1. Oktober v. I. auf der Strecke Dopiewo-Bentschen ein D- einen Bahnmeisterwagen aufgefahren ist, wo- M vie Frcm eines Bahnbeamten getötet wurde, zu drei Gefängnis; der Oberassistent Weber, den Gefängnis ^ Verschulden trifft, erhielt einen Monat

Vermischtes.

Märchttt oder Mädchenhandel. Ein Einwohner von Denöerwtndeke in der belgischen Provinz Ostflandern, der vor etwa 23 Jahren nach Amerika ausgewandert War unü von dort aus seine Familie regelmäßig unter- stützt hatte, kehrte vor einigen Wochen nach seiner bel- gtschen Hermat zurück und veranlaßte durch die präch­tige Schilderung des Lebens in Amerika seine vor kur­zem verheiratete Tochter und zwei Schwestern ihres Mannes, mit ihm die Reise über den großen Teich an- zutreten. Unterwegs auf hoher See wurden, so erzählen belgische Blätter, die drei Frauen von einem Segelschiff übernommen und nach Chile befördert, wo sie in Emp­fang genommen und zwangsweise in ein öffentliches Haus gebracht wurden. Es gelang einer der beiden Frauen, zu entweichen und nach Denderwindeke zu telegraphieren, daß der Vater sie für eine bedeutende Geldsumme verkauft habe. Die belgischen Gerichts­behörden haben die Untersuchung über diese mysteriöse Geschichte bereits eingeleitet.

Soldaten als Provistonsreisende. Man weiß, daß die Engländer zum Anwerben von Soldaten die ori­

ginellsten Mittel aluvendert, daß z. B. seit kurzem große Inserate in den Zeitungen das Interesse der jungen Leute für den bunten Rock zu fördern suchen. Es scheint jedoch, als ob das militärische Anwerbegeschäft auf die­sem Wege die wünschenswerte Anzahl Ersatzmannschaf­ten nicht zusammenbringt, und so hat man sich denn zu einer weiteren geschäftsmäßigen Methode entschlossen. Jeder Soldat, der auf Urlaub geht, erhält jetzt ein hal­bes Dutzend besonderer, mit Marken versehener Post­karten. Sämtliche Karten tragen die Adresse des Werbe- offiziers des Distriktes, in dem der Urlauber sich auf- zuhalten gedenkt. Begegnet ihm nun irgendein Freund und Zechgenosse, der Interesse an militärischen Dingen und etwas unentschiedene Freude am roten Rocke äußert, so trägt der Soldat dessen Namen und Wohnung auf einer der Karten ein und wirft sie in den nächsten Briefkasten. Die Werber besorgen dann mit Druckschrif­ten, Trinkeinladung und Ueberredung das übrige. Ge­lingt der Fang, so geht die Karte mit einem ent­sprechenden Vermerke an die Regimentskanzlei des Ab­senders weiter, und beim nächsten Solde wird dem Sol­daten eine Vermittlungsgebühr gutgeschrieben. Auf diese Weise sind alle Mannschaften am Werbegeschäft interessiert.

Ein 85jähriger Mörder. Aus Neuyork wird ge­schrieben: Vor kurzem spielte sich hier eine erschütternde Verhandlung ab, die selbst die ergrautesten Krimina­listen und gegen sentimentale Gefühlsregungen gefeiten Richter außerordentlich ergriff. Auf der Anklagebank saß ein zitternder 85jährtger Greis in schneeweißem Haar. William Eberwein, der im Bürgerkrieg sich rühmlich hervorgetan hat, bekannte sich schuldig, seine 70jährige Gattin Elisabeth erschlagen zu haben. So sehr man auch die Tat verabscheuen mag, so hat sie der Greis, wie auf Grund der abgeschlossenen Verhandlung sich deutlich ergab, dennoch nicht aus unedlen Motiven begangen. Er erschlug sie, wie er sagte, um sie von ihrem furchtbaren Leiden zu erlösen. Seine Gattin litt seit 7 Jahren an Schwindelanfällen, zu denen noch vor einiger Zeit ein unheilbares Krebsleiden hinzutrat. Die furchtbaren Schmerzen ließen der unglücklichen Frau kaum Ruhe, und sie verfiel fast dauernd in Bewußt­losigkeit. Bei Bewußtsein wiederholten sich meist die Schwindelanfälle, wobei sie oft auf den Boden hinschlug und sich Verletzungen zufttgte. Die kranke, furchtbar leidende Frau verlor allmählich jedes Vertrauen zu Aerzten und Hospitälern und kannte nur noch einen Wunsch, zu sterben. Sie bat ihren Gatten, allem ein Ende zu machen und sie von ihrem Elend zu erlösen. Eberwein weigerte sich zunächst, da er ihr Ansinnen für schwere Sünde hielt, aber die Greisin ließ nicht nach mit Bitten, und eines Tages schlug er chr mit einem Brett den Kopf ein. Der von den Aerzten als geistig gesund befundene Eberwein wurde zu langjähriger Ein­zelhaft im Zuchthaus verurteilt. Allgemein hat man tiefes Mitgefühl mit dem unglücklichen Greis und selbst die Gerichtsbeamten bitten für ihn um milde Be­handlung.

Entgleiste Festredner. Ein paar lustige ^Entglei­sungen von Festrednern werden erzählt: Ein wenig boshaft endete der Damentoast eines Herrn, der im Eifer seiner Rede schloß:Die Frau, ja die Frau be­darf keines Lobes: sie spricht für sich selbst." Mit kühnen Bildern schloß ein anderer Held der Rede seinen Da­mentoast, als er sagte:Sie ist so süß, daß vor ihren Augen der Honig errötet und der Sirup beschämt bei­seite steht." Peinlicher war die Entgleisung eines Hoch­zeitsredners, der dem taubstummen Brautpaar mit Emphaseunaussprechliches Glück" wünschte. Dagegen hatte ein anderer Festredner mehr Recht, als er es ahnte, daß er in aller Harmlosigkeit bet einem Ehren- bankett für einen Lustspieldichter sein Glas erhob:Der Gesundheit unseres verehrten. Verfassers! Möge er so lange leben, daß er so alt wird, wie seine Witze." Der verehrte Lustspieldichter soll mit einem sehr gezwunge­nen Lächeln quittiert haben....

Wie die südafrikanischen Arbeiterführer abgeschoben wurden. Ueber die Deportierung der südafrikanischen Arbeiterführer wird noch bekannt, daß, um sie sicher zu machen, ihnen bei der Besteigung des Zuges in Johan­nesburg gesagt wurde, man wolle sie nach dem Basuto- land bringen, bis die Unruhen vorbei seien. Die Türen zu den Eisenbahnwagen waren fest verschlossen und die Fenster mit Brettern vernagelt. Man kann sich das Erstaunen der Arbeiterführer vorstellen, als der Zug endlich hielt und sie sich in Durban befanden. Auf das Schiff gebracht, wurde ihnen endlich mitgeteilt, daß sie geraöewegs nach England importiert werden würden, ohne unterwegs anzuhalten. Die zwangsweise Abge­schobenen hatten nichts weiter bet sich als eine Hand­tasche. Die Behörde ließ je ein Tag- und ein Nachthemd und ein paar Strümpfe bringen und der Kapitän er­hielt für jeden von ihnen drei Pfund Sterling mit der Anweisung, ihnen das Geld bet Ankunft in England auszuhändigen. Darauf ging der Dampfer in See, hielt aber zwei Meilen von der Grenze, um einen Rechts­anwalt an Bord zu nehmen, welchem die Deportierten Vollmachten zur Erledigung ihrer persönlichen Ange­legenheiten in Südafrika geben konnten. Nachdem dies geschehen war, wurde ihnen noch 1^ Stunden Zeit ge­geben, um an ihre Familie zu schreiben, worauf das Schiff seine Reise nach England ohne weiteren Aufent­halt fortsetzte.

Humor des Auslandes.Die Musik meiner Tochter," sagt der stolze Vater,kostet uns einen Haufen Geld." Wirklich," entgegnete ein Besucher,hat Sie ein Nachbar verklagt?" Barbier (ein langsamer Bursche): Entschuldigen Sie, Herr, aber Ihr Haar wird schon et­was grau." Kunde:Wundert mich gar nicht. Bedenken Sie doch die Zeit, die ich schon hier sitze." Ich hörte den alten Geizkragen Skinflint gestern abend mit einem Droschkenkutscher handeln."Handeln? Ja, das ist ein alter Trick von ihm, um genau herauszufinden, wieviel er spart, wenn er zu Fuß nach Hause geht." Ethel: Jack stellte sich wie verrückt an über meine Figur und meinen Teint." Maud:Und ist er noch in der Anstalt?"

Richtige Antwort. Zwei Damen steigen in den Straßenbahnwagen. Dicker Herr:Warum stehst Du denn nicht auf und läßt eine von den Damen sitzen?" Kleiner Junge:Warum stehen Sie denn nicht auf und lassen beide sitzen?"

tritt? moderne Seleklivjagd.

In der russischen Hauptstadt traf vor einiger Zeit einer der bekanntesten Detektive Amerikas, Mr. Mac Cormick, ein. Er befindet sich auf der Jagd nach einem Liebespaar, das gegen den Willen der Eltern aus dem elterlichen Hause entflohen ist und sich nun verborgen hält. Mac Cormick ist beauftragt, den Aufenthaltsort dieses Liebespärchens, aus dem inzwischen ein Ehepaar geworden sein soll, auszukundschaften und den beider­seitigen Eltern sofort Mitteilung zu machen.

Wie Cormick aber lächelnd erzählte, scheinen die beiden jungen Leute an Detektivscharfsinn den alten be­währten Spürhund Cormick noch zu übertreffen. Einige Tricks der beiden Liebesleute sind allerdings recht kind­lich und können, wie der Detektiv erzählte, einen so er­

fahrenen Kundschafter nicht hinter das Licht führen. AVer dennoch gibt er zu. daß er schon in mehreren Städten, in denen er ihnen dicht auf den Fersen war, durch einen ebenso kühnen wie gewagten Schachzug von ihnen dü­piert wurde, wenn er gerade schon glaubte, sie fest zu haben. Einstweilen bleibt Cormick nichts übrig, als den Eltern über die Mißerfolge seiner Detektivfahrt zu ka­beln oder ihnen mitzuteilen, wo er überall ihre Spuren entdeckt habe.

Die Eltern des jungen Mädchens, eine millionen- reiche Familie Neuyorks mit dem urdeutschen Namen Schmidt, wollen nämlich, selbst wenn die beiden jungen Leute schon die Ehe eingegangen sein sollten, ein Zu­sammenwohnen ebenso gern vereiteln, wie die Eltern des jungen Mannes, die steinreichen Rentiers Allan. Der junge fOtann, Allan junior, war nämlich bisher ein Taugenichts, den der Vater zuerst ans Arbeiten ge­wöhnen will, bevor er ihm gestattet, eine Ehe einzu- gehen und einen eigenen Hausstand zu führen. Die Eltern des jungen Mädchens stimmen darin mit dem alten Herrn Allan natürlich überein, und so haben beide den Detektiv auf die Fährte der Flüchtigen gehetzt.

In London fand er zum erstenmal ihre Spur, und zwar in einem Hotel, wo ein Herr Fred Allan mit Ge­mahlin abgestiegen war. Cormick stellte bald fest, daß es nicht der flüchtige Allan war, sondern daß dieser an­scheinend ein anderes Pärchen gemietet hatte, sich unter diesem Namen einzulogieren, um Verfolger zu täuschen. In Paris fand er des weiteren ihre Spur, die von da über Holland nach Hamburg und zuletzt nach Peters­burg führte, von wo sich das Pärchen anscheinend nach Japan begeben will. Mr. Cormick jagt ihnen weiter nach und hofft, daß er ihren Borsprung bald einholen wird.

Leber einenZwischenfall" in Metz.

bei der Kaisersgeburtstagsfeier hatte dieFrkf. Ztg." eine Notiz veröffentlicht, wonach sich Offiziere Ausschrei­tungen gegenüber vier Lothringern hätten zuschulden kommen lassen. Zu dieser Meldung gibt das General­kommando des 16. Armeekorps folgende Richtigstellung:

Die vier Lothringer erregten im Vorderzimmer des Lokals den Unmut der dort anwesenden Offiziere, Unter­offiziere und Mannschaften, weil sie ihre französisch ge­formten Mützen auf dem Kopf behielten und sich laut tn französischer Sprache unterhielten. Dieses Benehmen mußte gerade am Geburtstag Seiner Majestät als eine Herausforderung angesehen werden, und der höflichen Aufforderung eines Offiziers, das Lokal zu verlassen, weil es in allen Teilen von dem Bataillon für den Abend gemietet sei, wurde nicht nachgekommen. Der so­dann herbeigeeilte Bataillonskommandeur hat nicht, wie angegeben, dem einen dieser Leute die Mütze vom Kopf geschleudert, sondern sie ihm abgenommen, weil er der Aufforderung, die Mütze abzunehmen, nicht nachkam. Auch von einer Ohrfeige durch den Bataillonskomman­deur ist keine Rede. Darauf sind die Leute in durchaus ruhiger Form aus dem Lokal herausgebracht und der Polizei zugeführt worden.

Die Unrichtigkeit der Schilderung des Vorfalls durch dieFrankfurter Zeitung" beweist ferner der Umstand, daß schon eine schriftliche Erklärung der vier beteiligten Lothringer vorliegt, in der sie bedauern, die Feierlichkeit gestört zu haben, und ausdrücklich erklären, daß ihnen Beleidigungen ferngelegen haben. Die vier Leute haben sich außerdem bereit erklärt, mündlich bei dem Batail­lonskommandeur um Entschuldigung zu bitten.

SoppellebeneinerSlaalsanwastschastsgastin.

Wegen Betrugsverdachts verhaftet.

ob* Aus Cottbus meldet ein Berliner Mittagsblatt: Im Zusammenhang mit der Untersuchung gegen den in Moabit inhaftierten Berliner Grundstücksspekulanten Leo Schiffmann ist die Gattin des Staatsanwalts am Cottbuser Landgericht Frau Heöwta Ahrens verhaftet worden, und zwar unter dem Verdacht des Betruges, der Urkundenfälschung und des Meineios. Sie wurde nach dem Untersuchungsgefängnis in Moabit überführt. Gleichzeitig sind in Berlin bei mehreren Rechtsanwälten, Aerzten und Bankiers große Haussuchungen vorgeuom- men worden. Auch in der Wohnung des Staatsanwalts in Cottbus und später auch in dessen Dienstzinrmer sind umfangreiche Haussuchungen vorgenommen worden, bei denen man große Pakete von Briefschaften beschlagnahm­te. Wie sich herausstellt, hat Frau Ahrens ein Doppel­leben geführt, indem sie gleichzeitig mit Ahrens verhei­ratet war und unter dem Namen eines Fräulein Frau« kel als Prokvristin der Firma Schiffmann fungierte. Nach der Flucht Schiffmanns aus Berlin verschwand auch sie spurlos. Erst jetzt ist es gelungen, ihre Personalien zu ermitteln.

Sie Katastrophe an der nirglnischen Küste.

47 Personen umgekommen.

ob* Ueber die Schiffskatastrophe in der Nähe von Norfolk (Virginien) werden jetzt Einzelheiten gemeldet. Danach erfolgte der Zusammenstoß des Passagier­dampfersMonroe" mit dem LastdampferNantucket" beim Morgengrauen des Freitags, als alle Passagiere zu Bett lagen. DerMonroe" wurde in der Mitte des Rumpfes getroffen. Die unter Wasser liegenden Ka­binen füllten sich sofort mit Wasser, sodaß das Schiff innerhalb 10 Minuten sank. DerNantucket" erlitt gleichfalls schweren Schaden, konnte jedoch sogleich Ret­tungsboote aussetzen. Der Schnelligkeit und Geschick- lichkeit seiner Mannschaft gelang es, 31 Passagiere und 37 Matrosen desMonroe" zu retten. Der Kapitän und sämtliche Offiziere wurden ebenfalls lebend ge­borgen. Der zweite Mechaniker kam in den Fluten um. Beide Schiffe sandten sofort drahtlose HilferufeSOS" nach allen Richtungen ans, die auch von mehreren Schif­fen beantwortet wurden. Ehe jedoch Hilfe kam, war derMonroe" mit 44 Personen gesunken. Der Dampfer Hamilton" kam als erster Hilfsdampfer an der Unfall­stelle an, allerdings viel zu spät, um noch erfolgreich eingreifen zu können. Er ist bei dem schwer beschädig­tenNantucket" geblieben. Zwei später ankommenoe Schlepper begaben sich auf die Suche nach den Rettungs­booten des Monroe". Man weiß jedoch nicht, ob dieser überhaupt Boote ausgesetzt hat. Um 1,30 Uhr nach­mittags kam derNantucket" in Norfolk an. Er hatte, 85 Personen von den 88 Geretteten an Bord, da die drei übrigen, zwei Passagiere und ein Matrose, unter­wegs an den erlittenen Verletzungen starben. Im gan­zen werden 47 Personen teils als tot, teils als vermißt gemeldet. Nach dem Bericht der Matrosen desNan­tucket" fand der Zusammenstoß um zwei Uhr morgens statt, und zwar bet äußerst dichtem Nebel. Der Ret­tungsdienst wurde sofort organisiert und man richtete die Scheinwerfer desNantucket" auf den sinkenden Monroe." Die Nachricht von dem Unglück hat die al­lergrößte Erregung Hervorgerufen und die Bureaus der Gesellschaft in Neuyork wurden den ganzen Tag über von einer ängstlich harrenden Menge, Freunden und Verwandten der Passagiere desMonroe", belagert.