Sie griechische Wie In Berlin.
Das politische Ergebnis.
Der griechische Ministerpräsident Benizelos hat in Berlin, so hört die „N. G. C." von maßgeblicher Seite, einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen. Wenn man das politische Ergebnis seines Besuches feststellen will, muß man zunächst berücksichtigen, daß Herr Veni- zelos aus Paris kam, wo ihm die Unterbringung einer Anleihe von 500 Millionen, wenn auch noch nicht bindend, zugesagt worden war, und daß er sich, mit dem Umweg über Wien, auf der Fahrt nach St. Petersburg befand. Man hat auch in Berlin keinen Augenblick lang daran gedacht, die Anwesenheit des Herrn Vent- zelos etwa zu dem Versuche zu benutzen, den Kurs der griechischen Politik aus dem Fahrwasser des Zweibundes, in dem sie sich gegenwärtig befindet, in das des Dreibundes hinüberzulenken. Aber man hat mit Befriedigung aus dem Munde des Herrn Benizelos die Versicherung entgegengenommen, daß die griechische Regierung auf ein gutes Verhältnis zu Deutschland ein sehr hohes Gewicht legt und den lebhaften Wunsch hegt, daß die Beziehungen Griechenlands zum deutschen Reiche sich so herzlich wie möglich gestalten mögen.
Ebenso erfreulich war die von Herrn Benizelos in Berlin abgegebene Versicherung, daß Griechenland gute Nachbarschaft mit Albanien halten und alles vermeiden wolle, was, von seiner Seite, dem neuen Staatswesen Schwierigkeiten bereiten könnte. Daß Herr Benizelos nach Potsdam gefahren ist, um diese Versicherung auch dem Prinzen Wilhelm zu Wied persönlich auszuspre- chen, konnte ebenfalls nur erfreulich wirken. Denn wenn die deutsche Regierung auch die Annahme der Krone von Albanien durch den Prinzen zu Wied als dessen reine Privatangelegenheit ansieht und ihr vollkommen neutral gegenübersteht, so hat sie selbstverständlich, wie jede andere Großmacht, ein Interesse an der Konsolidierung der Verhältnisse auf dem Balkan.
Des weiteren hat Herr Benizelos für eine Reihe von deutschen kaufmännischen Unternehmungen, die u. a. im Zusammenhänge mit Hafenbauten in neuen, aber auch in alten Teilen Griechenlands stehen, die wohlwollende Unterstützung und Förderung durch die griechische Regierung zugesagt. Auch mit der Berliner Hochfinanz hat Herr Benizelos Fühlung genommen und die prinzipielle Zusage erbeten und erhalten, daß der Berliner Geldmarkt sich künftig gegebenenfalls angemessenen griechischen Wünschen nicht verschließen wird.
Allerlei Lahnsragen.
Biergleisige Bahnstrecken und Reform der Fahrkartensteuer.
In der Budgetkommission des Reichstages teilte der preußische Eisenbahnminister von Breitenbach bei der Beratung des Reichseisenbahnetats mit, daß die Verwaltung endgültig beschlossen habe, die Hauptbahn Basel- Straßburg viergleisig auszubauen. Auch in Preußen zieht man jetzt den drei- und viergleisigen Ausbau, wo nicht unüberwindliche Schwierigkeiten vorliegen, den Entlastungsbahnen vor. Er ist unvergleichlich leistungs- Ser. Der viergleisige Ausbau macht die Bahn auf estens 80 Jahre leistungsfähig, während der Bau einer zweigleisigen Entlastungsbahn nur für 20 Jahre ausreichen würde. Ueberdies könnte der bestehenden Bahn, abgesehen vom Gütertransit, gar kein Verkehr entzogen werden. Auch die finanzielle Wirkung spricht für den viergleisigen Ausbau.
Zu einer Reform der Fahrkartensteuer werde er, so erklärte der Minister, nicht die Initiative ergreifen. Es könne sich ja dabei nur um eine Ermäßigung der Sätze für die oberen Klassen handeln, um dadurch ihre Benutzung zu heben. Der Verkehr in der ersten Klasse ist jetzt noch geringer, als vor der Einführung der Steuer, er ist fast nur noch Auslandverkehr. Ein Zentrums- mitglieö hielt die Veränderung der Fahrkartensteuer für undurchführbar und auch für unnötig, da das Publikum sich vollständig mit ihr abgefunden habe.
Die Vulllow-Werle-
Ein Musterbeispiel für die geringe Leistungsfähigkeit des russischen Geschützbaues.
Ueber die Putilow-Werke, die augenblicklich in Verbindung mit dem Namen Krupp in aller Munde sind, wrrd der Korrespondenz „Heer und Politik" von militärischer Seite geschrieben:
Die Putilow-Werke stellen die größte industrielle Unternehmung Rußlands dar. Aber ihre Größe steht in keinem Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit, die von einem solchen Riesenunternehmen, das beansprucht, in feinem Lande als erstes zu gelten, gefordert werden muß.
W in eingeweihten Kreisen schon lange ein offenes Geheimnis, daß die Putilow-Werke bei jeder größeren Aufgabe, die ihnen von Seiten des russischen Staates
Die Dame im Schleier.
Spionage-Roman von Matthias Blank.
29) (Nachdruck verboten)
Als sie fort waren, versicherte von Marberg mit sehr großer Lebhaftigkeit immer wieder: „Ein bewun- dernswertes Weib! Sie kann liebenswürdig sein, wie zn einem erklärten Liebhaber, aber im gleichen Auaen- blick wiederum so kalt, als erhielte man nach einem heißen Bade eine eisige Dusche. Deshalb zappelt man doch nur um so sicherer in ihrem Netz. Wenn sie einen nur drinn behalten wollte!"
„Ich weiß es nicht!" war Hatzfelds Antwort. „Jedenfalls glaube ich, daß die Tochter mehr Schönheit besitzt."
„Ach was! Darauf allein kommt es nicht an! Ein Weib muß in erster Linie interessant sein! Das ist der bestechendste Reiz! Pikanterie! Etwas Prickelndes, Moussierendes! Sekt ist der Trunk, der den Gaumen reizt."
Berta von Marberg hatte an diesen Auseinandersetzungen nicht teilgenommen,- sie hatte das Zimmer verlassen, ohne irgendein Urteil zu geben, obgleich sie sich sonst an allen Meinungsverschiedenheiten zu beteiligen pflegte.
Als Robert Hatzfeld dann wieder in sein Arbeitszimmer gegangen und dort das Gasglühlicht angezündet hatte, um sich wiederum seinen Arbeiten zuzuwenden, da war es ihm im ersten Augenblick erschienen, als hätte er seine Zeitungen und Notizen in anderer Reihenfolge zurückgelassen.
Vielleicht täuschte er sich. Und er achtete nicht mehr weiter darauf und fetzte sich an seinen Schreibtisch.
zufiel, mehr und mehr versagten. Es war nicht nur finanzielle Schwäche, die dieses technische Unvermögen in erster Linie verschuldete, wie man jetzt wohl glauben machen möchte, sondern es war einzig und allein der noch recht geringe Stand der russischen Geschützkonstruktion, die nicht aus Eigenem schaffen, sondern sich nur au entlehnte westeuropäische Vorbilder halten konnte oder gar rein ausländisches Material für die Heeresarmte- rung heranziehen mußte.
Die Putilow-Werke bilden ein Musterbeispiel für die geringe Leistungsfähigkeit des russischen Geschützbaues. Diese Erkenntnis wirkt in Rußland um so peinlicher, als die Putilow-Werke aus privaten Anfängen heraus zu staatlicher Bedeutung emporwuchsen. Um die Leistungsfähigkeit zu heben, zog man bestes ausländisches Arbeitermaterial heran, meist aus England verwendete man englische Patente zur Erzeugung russischer Geschütze. Hier war es vor allem die Firma Vickers & Söhne, die mit den Putilow-Werken gemeinsam zu arbeiten begannen und für die großen Ansprüche der russischen Marineverwaltung in Zaryzin eine Fabrik für schwere Schiffsartillerie errichteten.
Politische Rundschau.
Des Kaisers Dank. Der „Reichsanz." veröffentlicht einen an den Reichskanzler gerichteten Erlaß des Kaisers, in dem es heißt: Es ist mir ein herzliches Bedürfnis, allen denen, welche mich an meinem Wburtstage durch freundliche Glück- und Segenswünsche erfreuten, meinen wärmsten Dank zu sagen. Mit großer Befriedigung habe ich bei dieser Gelegenheit wiederum erfahren dürfen, wie warme Gefühle der Treue und Anhänglichkeit mir aus Stadt und Land entgegengebracht werden. In den Kundgebungen ist vielfach auch das vergangene Jahr mit seinen mannigfachen Gedenktagen und Jubelfeiern erwähnt worden. Zu meiner Freude habe ich zum Teil persönlich Zeuge der nationalen Begeisterung sein dürfen, womit an jenen Tagen die Heldentaten der Väter und die glücklich errungene Einigung der deutschen Stämme von alt und ung in Nord und Süd des Vaterlandes gepriesen wurden. Das deutsche Volk ließ es aber dabei nicht bewenden. In Einnftitiakeit mit den Fürsten zeigte es zugleich, daß es entschlossen ist, gleich den Vätern zum Schutze des Vaterlandes und zur Erhaltung seiner Wehrkraft jedes erforderliche Opfer darzu- bringen, um die schwer erkämpfte Stellung unter den Kulturvölkern der Erde auch zu behaupten.
Begnadigungen zum Geburtstag des Kaisers. Der Kaiser hat aus Anlaß seines diesjährigen Geburtstages eine Anzahl Begnadigungen ausgesprochen. Ein Teil bezieht sich auf völlige Begnadigung von in Strafhaft gewesenen Verurteilten. In anderen Fällen wandelte der Kaiser Gefängnisstrafen in Festungshaft oder Geldstrafen um. Der „Kreuzzeitung" zufolge betrug die Zahl der Begnadigten insgesamt 32.
Ueber den Geburtenrückgang kam es in der Freitagssitzung der Gewerbeordnungskommission des Reichstages, wo die Bestimmungen über den Hausierhandel und die Wanderlager beraten wurden, zu einer lebhaften Debatte bei Besprechung eines Initiativantrages des Zentrums, der einen vollständigen Gesetzentwurf betreffend den Verkehr mit Mitteln zur Verhütung der Ernp- fängnis oder Beseitigung der Schwangerschaft enthält. Der Bundesrat soll ine Ermächtigung erhalten, den Verkehr mit diesen Mitteln zu beschränken oder zu unter- sagen. In der Besprechung wurden lebhafte Klagen über den Geburtenrückgang laut. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes legt die Notwendigkeit und Pflicht eines gesetzlichen Vorgehens dar. Es wäre geradezu eine Sünde, wollte man länger untätig zusehen. Ein Vertreter des Ministeriums des Innern stellt sich auf den gleichen Standpunkt. Das Zweikindersystem sei der Selbstmord einer Nation. Die Anpreisung gewisser Mittel sei in Deutschland ein öffentlicher Skandal geworden. Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt.
Der brannschweigische Landtag wurde Freitag mittag mit einer Thronrede eröffnet, in der der Herzog erklärt: Schon in den wenigen Monaten, die fett memem Regierungsantritt verflossen sind, habe ich mich davon überzeugen dürfen, daß die mir und der Herzogin, meiner Gemahlin, bei unserm Einzug in wärmster Weise entgegengebrachten Gesinnungen der Liebe und des Vertrauens nicht mit dem festlichen Empfange verklungen sind, daß sie vielmehr dauernd im Herzen des braun- schweigischen Volkes wurzeln. Das erfüllt mein landes- väterliches Herz mit hoher Freude.
Der neue Kurs in den Reichslanden. In wohl informierten Berliner politischen Kreisen wird versichert daß die elsatz-lothringische Frage mit dem jetzigen Wechsel in der Regierung der Reichslande keineswegs abgetan sei. Man dürfe sich vielmehr darauf gefaßt machen, daß die neue Regierung sofort Maßnahmen in die Wege leiten werde, die eine Sicherung gegen den Mißbrauch der Pressefreiheit und des Vereinsrechts in Elsatz-
Dreizehntes Kapitel.
Michael Purgstaller war nicht untätig gebliebener hatte es verstanden, durch seine Gewandtheit alles von dem General-von Marberg zu erfahren, was dieser selbst gewußt hatte. Aber die Kombinationsgabe Purg- stallers konnte das Bindeglied dennoch nicht finden, das zu einer Lösung hätte führen können. Unter den Namen der Offiziere und Beamten, die bei der letzten Einladung anwesend waren, konnte sich der des Spions nicht befinden. Aber dabei bestand nach allen Ergebnissen gar kein Zweifel, daß eben bei jener Einladung die wertvollen Aufzeichnungen verschwunden waren.
Doch Purgstaller gehörte nicht zu denen, die ein Eisen im Feuer schmieden. Er hatte gleichzeitig nach allen Seiten hin Verbindungen angeknüpft und dabei eine Bekanntschaft aufgegriffen, die für ihn von großer Wichtigkeit war. Unter den Namen, die nach den mutmaßlichen Ergebnissen der Behörde als verdächtig gelten konnten, hatte sich Hans von Perutz befunden, ein Lebemann, der in allen Spielerkreisen heimisch war und viel unter Offizieren verkehrte.
Durch ihn hatte Purgstaller Zutritt in verschiedene geschlossene Gesellschaften erlangt und dessen Vertrauen durch seine ruhige Art zu spielen gewonnen. Dabei hatte es Purgstaller durch seine Gewandtheit verstanden, das Gespräch auf die mutmaßliche Tätigkeit fremder Spione in Deutschland zu lenken, aber so, daß es eigentlich Hans von Perutz schien, der darüber plaudern wollte. Aus seinen Reden konnte Purgstaller entnehmen, daß Hans von Perutz damit gar nichts zu tun hatte, daß er zu jenen Existenzen gehörte, die von Wetten und vom Spiel leben, die bereits in der Jugend das elterliche Vermögen durchgebracht haben und dann dieses Nichtstun nicht mehr entbehren können.
Dabei erklärte er noch: „Natürlich wird gemunkelt. Ich hege auch gar keinen Zweifel, daß Arthur Greve
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Lothringen zu gewährleisten aeeignet fiftö. Aü« in mu derer Hinsicht dürften Maßnahmen getroffen werden. ölt der deutschfeindlichen Agitation im Reichslande einen Riegel vorschieben.
Gerüchte über eine« bulgarisch-türkischen Geb« vertrag. In Athen will man bestimmt wissen, daß Montag in Sofia ein Geheimvertrag zwischen der Türkei und Bulgarien unterzeichnet wurde, wodurch diese der Türkei Thrazien abtreten soll gegen militärische Hilfe der Türkei zur Eroberung Mazedoniens für Bulgarien.
Der Präsident der französische« Patriotenliga und ehemalige Deputierte Paul Deroulede, ist in Nizza gestorben. Deroulede war der Mann nach dem Herzen etwa des „Matin", für den es nur ein Ziel gab: Revanche. Rache an Deutschland, Rache für 1870/71 auf jeden Fall, um jeden Preis, Kampf für diesen Gedanken mit jedem Mittel.
Anf eine Anfrage über die französische Luftschiffahrt erklärte der Kriegsminister im französischen Senat: Frankreich besitze gegenwärtig 600 Flugzeuge, Deutschland nur 500. Man wisse jedoch nicht, ob Deutschland gepanzerte Flugzeuge besitze. Frankreich besitze ein olches Flugzeug und habe weitere unter Vorbehalt be- tellt. 577 Flugzeuge seien gekauft und geliefert worden. 100 müßten noch nachgeliefert werden. Ferner erklärte der Kriegsminister, er glaube, daß der Besitz von lenkbaren Luftschiffen binnen kurzer Zeit unbedingt notwendig sein werde.
Kleine Rachrldifeiu
Ein großer Militärbefreiungsschwinbek wurde in Teschen (Böhmen) entdeckt. Eine Reihe von Unteroffizieren, die in den Karrzleien beschäftigt waren, hatten junge Leute, die für das Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 31 bestimmt waren, vom Militärdienst befreit, nachdem die Heerespflichtigen sich durch entsprechende Summen, einige ratenweise, losgekauft hatten. Die schuldigen Beamten wurden bereits zum größten Teil verhaftet. Die Sache erregt doppelt großes Aufsehen, weil hier aktive Militärs allein als Schuldige in Betracht kommen.
Die Tat einer Irrsinnige«. Eine aus der Irrenanstalt entlassene Arbeitersfrau in Cuxhaven versuchte ihren achtzehnjährigen Sohn durch Betlhiebe zu erschla- &Der schwerverletzte junge Mensch konnte seine er noch überwältigen. Diese wurde wieder in die Irrenanstalt zurückgebracht.
Unfall im Zirkus Busch. Im Zirkus Busch zu Berlin stürzte Freitag abend eine Säulenkulisse herab und riß drei Tänzerinnen mit sich. Während zwei derselben mit dem bloßen Schrecken davonkamen, erlitt die dritte Hautabschürfungen und Quetschungen.
Ein schwerer Eisenbahnunfall hat sich bei Hof in Bayern ereignet. Als am Freitag mittag ein Zug beim Schotterwerk in Köditz eine Weiche passierte, entgleisten die Lokomotive und der Tender. ine nach rechts uul- schlugen, während die beiden nächsten Personenwagen nach links umfielen und aus den gefrorenen Teich stürzten. Während der LokomotivführerFechtzeitig absprmgen konnte, wurde der Heizer schwer ^verletzt. Außerdem wurden 15 Verletzte, darunter mehrere Schwerverletzte, nach Hof gedacht.
Ueber die heldenmütige Tat zweier Eisenbahn- beamte« wird aus Lüdenscheid berichtet: In einer Lokomotive platzte das Siederohr. Der Dampf und das heiße Wasser verbrühten den Lokomotivführer und den Heizer, die aber trotz der schrecklichen Vewundungen auf ihren Posten ausharrten und die Maschine zum Stehen brachten. Die Verunglückten wurden ins Krankenhaus gebracht, wo der Lokomotivführer bald seinen schweren Verletzungen erlag. , , „
Folgenschwere Explosion eines SchweitzapparateS. In Aubstadt bei Würzburg ereignete sich ein schweres Unglück. Der autogene Schweißapparat des Schmiedemeisters Wagenbrenner explodierte auf dis jetzt noch unaufgeklärte Weise plötzlich. Wagenbrenner und sein Gehilfe Fuchs erlitten so schwere Verletzungen, daß beide alsbald starben.
20 Zigeuner nach dem Genuß von vergiftetem Fleisch gestorben. Die Bewohner eines Dorfes in der Nähe von Beccerea (Spanien) hatten, um sich der ihr Dorf bedrohende Wölfe zu entledigen, eine Kuh vergiftet und sie als Köder auf freiem Feld liegen lassen. Ein Trupp von Zigeunern fand die Kuh und verzehrte das Fleisch. 20 Zigeuner starben infolge der Vergiftung, 20 sind leoens- gefährlich erkrankt. ~
Ein holländisches Unterseeboot gesunken. Freitag nacht ist in Blissingen das dort gebaute Unterseeboot 5 ^iten. Ein Mann ertrank, sechs andere konnten sich ) eine Luke retten.
Beabsichtigter Flug über den Montblanc. Der schweizerische Flieger Zlgenor Parmelin will mit einem Monoplan den Montblanc von Genf aus überfliegen und in Turin landen. Der Aufstieg soll Anfang nächster Woche stattfinden.
solche Geschäfte macht. Natürlich gibt sich kein Mensch Mühe, ihm etwas zu beweisen."
«Arthur Greve? Diesen kenne ich doch gar nicht."
„Ein sogenannter schöner Mann: daß in ihm jeder einen Agenten sucht, beweist nur, daß er unter diesen nicht der klügste ist. Ich irre mich gewiß nicht, daß ihm keine außergewöhnlichen Enthüllungen zu verdanken sein werden."
„Er leidet wohl an persönlicher Eitelkeit?" forscht* Purgstaller.
Da lachte Hans von Perutz: „Sie beweisen eine gute Menschenkenntnis, wenn Sie nach meinen wenigen Andeutungen schon soviel erraten haben."
Das bisherige Resultat von Purgstallers Nachforschungen war immerhin ein bemerkenswertes,- davon hatte er sich allerdings überzeugen müssen, daß Arthur Greve nicht unter den Gästen des ehemaligen Generals von Marberg gewesen war und in diesem Falle also auch keine Rolle gespielt haben konnte.
Immerhin bedeutete dieser Arthur Greve schließlich eme Zwischenstation, wenn ihn Purgstaller für feine Zwecke zu benutzen verstand. Das war also sein nächstes Ziel.
Er gab sich vollends dieser schwierigen Aufgabe hin, da er dadurch seine Gedanken am ehesten von jener anderen Frage ablenken konnte, die in ihm nicht stille werden wollte. Wer war die Baronin von Theben? Daß diese die ehemalige Schauspielerin Ellen Wesely und die spätere Gräfin Lersbach gewesen war, daran zweifelte er nicht. Aber wie sie die Baronin von Theben geworden war? Weil diese Vergangenheit in seinem Leben ausgelöscht sein sollte, weil er nicht auf Fragen hören wollte, die vielleicht nur alte Wunden aufrtffen, so glaubte er, dies am ehesten zu können, wenn er sein«. Gedanken gewaltsam in eine Aufgabe zwängte, von bei sie nicht abtrren konnten.
(Fortsetzung folgt.)