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Die Millionenttüterschkeise des Notars Dr. Decker. Der frühere Notar Dr. Becker in Hamburg, der, wie seinerzeit gemeldet, nach Unterschlagungen in Höhe von etwa anderthalb Millionen Mark von dort geflüchtet war und später in Leipzig verhaftet wurde, ist zur Beob­achtung seines Geisteszustandes in die Irrenanstalt Friedrichsberg übergeführt worden.

Ueberschwemmungen in Brasilien. Telegramme aus dem Staate Bahia melden, daß die Städte Cannavteras, San Felix, Cachosira und viele andere Ortschaften über­schwemmt sind, da die Flüsse Hochwasser führen. Die Häuser seien unterwühlt, die Verbindungen unterbro­chen. Zweitausend Menschen würden vermißt. Der Sach- schaden sei überaus groß.

Heue Forschungen über Den Scheintod.

Hin und wieder geht durch die Presse die Meldung von einem Fall jenes seltsamen Zustandes, den man mit „Scheintod" bezeichnet und der dann immer in der Latenwelt mit einer gewissen Aufregung öernommen wird. In jüngster Zeit haben sich wieder bedeutende Aerzte mit der Untersuchung und Erklärung dieser merkwürdigen medizinischen Erscheinung beschäftigt und einiges Licht in das bisherige Dunkel zu bringen ver­mocht. Besonders bemerkenswert sind die Darlegungen des Wiener Gerichtsarztes Professor Dr. Fritz Reuter, der sich vor kurzem eingehend über die verschiedenen Formen des Scheintodes, über dessen Nachweis und über die sicheren Leichenerscheinungen in einem Bor­trage verbreitete.

„Scheintod" ist jeder Zustand, bei dessen Vorliegen meist zwar dem äußeren Anschein nach die Atem- und Herztätigkeit in völligem Stillstand begriffen scheint, bei dem jedoch gewisse Zellen wie die Flimmerzellen, die Muskelzellen usw. sich die Fähigkeit bewahrt haben, auf Reize von außen her zu reagieren. Es liegen also in solchem Falle noch gewisse Aeußerungen von Lebens­erscheinungen vor. Nun ist allerdings schon längst be­kannt, daß Fälle vorgekommen sind, wo auch noch nach dem Eintritt des Todes das Herz eine Zeitlang weiter schlägt. Diese Erscheinung bedingt jedoch durchaus nicht den Zustand des Scheintodes, ist jedenfalls kein absolut gültiges Symptom für ein Vorliegen desselben. Ueberhaupt sind die Bedingungen, die den Scheintod hervorrufen können, durchaus verschieden voneinander.

Die ärztliche Wissenschaft unterscheidet Fälle, die aus Grund von Erstickungen, Schüdelverletzungen, Erfrieren, Vergiftungen, Narkose, Hysterie, Hitzschlag usw. auf­treten. Auch hat man häufig solche Fälle bei Neuge­borenen beobachten können. Gerade in Laienkreisen wird häufig mit einer gewissen Unruhe darauf hinge­wiesen, daß die Unterscheidung zwischen wirklichem Tod und Scheintod äußerst schwierig sich gestalte, weil sehr häufig die Grenzen außerordentlich verwischt seien. Demgegenüber kann die ärztliche Wissenschaft die be­ruhigende Erklärung abgeben, daß sie im Besitze man­nigfacher Methoden sei, die einen Irrtum absolut aus- schlietzen. Eiues der bekanntesten dieser Verfahren ist die Untersuchung des Augenhintergrunöes auf etwaige Ver­änderungen hin. Neuerdings verwendet man mit Er- olg die Elektrizität zur Feststellung des Scheintodes, indem man die elektrische Erregbarkeit der Muskeln prüft. Außerdem hat jeder Arzt sichere Anhaltspunkte in gewissen Symptomen, die mit absoluter Gewißheit auf, den wirklichen Tod deuten. Es kommt noch hinzu, daß in allen Kulturstaaten die Bestimmung besteht, daß eine Bestattung nicht vor Ablauf von 48 Stunden vor- zunehmen fei.

In Zusammenfafsung aller seiner Darlegungen weist Professor Reuter mit Recht darauf hin. daß, von ganz außergewöhnlichen Umständen abgesehen, die Angst lebendig begraben zu werden, bet dem heutigen Stande der ärztlichen Wissenschaft in keiner Weife eine Berechtigung hat.

6ericht und Recht.

Verurteilung eines Arztes. Das Schwurgericht in Essen verurteilte am Donnerstag nach neuntägiger Ver­handlung den praktischen Arzt Dr. Leuwer aus Gelsen- kirchen wegen Verbrechens gegen das keimende Leben Mio gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus. Der Staatsanwalt hatte 2^ Jahre Zuchthaus beantragt. Von vier Mitangeklagten jungen Mädchen wurde eines zu zwei Monaten Gefängnis ver­urteilt, die übrigen mangels Beweisen freigesprochen.

Die Tragödie einer Zeugin hat, sich vor dem Schwur­gericht Amberg zugetragen. Eine etwa 25jährige Kassie­rerin aus Nürnberg sollte als Zeugin in einer Ver- Handlung vernommen werden und dabei wurde, obwohl das Mädchen darauf hinwies, daß ihre Verlobung zurück­gehen und sie ihre geschäftliche Stellung verlieren würde, bekannt, daß sie vor langen Jahren eine kleine Vor­strafe wegen eines in jugendlicher Unüberlegtheit began- genen Diebstahls erlitten hatte. Als diese Vorstrafe ver­lesen war, versuchte sich das Mädchen die Pulsader zu durchs-Pileiden und brächte sich eine tiefe Schnittwunde am Handgelenk bei. Sie mußte ins Krankenhaus ge- bracht werden.

Vermischtes«

Eine Antwort König Ludwigs. Vor König Ludwig erschien in München eine Abordnung von Damen, um den König zu bitten, das Protektorat über Asyle für kranke Tiere zu übernehmen, die im ganzen Reich ge­gründet werden sollen. Der König hörte die Damen an, erkundigte sich, wieviel Geld für diesen Zweck bereits gesammelt sei und antwortete dann: „Kranke Tiere, meine hochverehrten Damen, tötet man, kranken Mön­chen aber hift man. Verwenden Sie Ihr Geld lieber ur die armen, kranken und erwerbsunfähigen Men-

denen Sie nützen, den kranken Katzen, Hunden und Pferden aber nicht. Folgen Sie, meine Damen, und Sie werben ein wohltätiges Werk tun. Ich bitte Sie, meine Worte zu beherzigen." Mit diesem Geleitspruch waren die Damen entlassen.

Lir^a« «ud Memel Wie seit vielen Jahren, so ha- ben auch in diesem Jahre die Offizierkorps von Lindau und Memel an Karers Geburtstag sich poetische Grütze zugesandt. Das Offizierkorps des bayerischen 20. In­fanterie-Regiments in Lindau sandte an das Offizier­korps des 3. Bataillons des preußischen Infanterie-Regi­ments in Memel folgenden Drahtgruß:

„Klar ist die Luft, die Wolken sind verflogen, Die einstens sich gezeigt in Ost und West,- Das Schwert, es ruht geborgen in der Scheide, Doch es ist scharf, und Hieb und Stich sind fest. Wenn erst einmal in Fährden und in Nöten Es heiter in der Morgensonne blinkt, Wenn's deutsche Schwert zum Schutz der deutschen

Lande

Wild niedersausend seine Weisen fingt

Da Heißt's dann nicht: Hie Norden oder Süden! Nein: Hie das deutsche Volk vom Fels zmn Meer! Und jubelnd braust der Schlachtruf: „Hoch,der Kaiser!" Wie heut der Festruf durch das deutsche Heer."

Hierauf traf im Laufe des Nachmittags in Lindau fcügeuftg Festgrutz von den Menmer Kameraden ew:

„Ein froher Jubelruf braust heut durchs Land, §och schlägt das Herz in deutscher Brust, rneut umschließt uns heut das Bruderband, Der Macht der Eninigkeit bewutzt.

Ihr Brüder dort im Bayernreiche, Habt für des Reiches Glanz und Ehr Mit festem Mark, wie deutsche Eiche, Geschwungen treu den deutschen Speer. Es war ein Wettstreit deutscher Krieger, Zu wilder Kampflust angefacht. Zum Lohn erstand dem ein'gen Sieger Des deutschen Reiches hehre Pracht. Dem Kaiser woll'n wir heut geloben: In Treue fest zu stehen auch, Wenn wilde Stürme uns umtoben,

Der Macht

Wie's war von je der Deutschen Brauch."

Eine boshafte Testamentsbestimmnng. Aus Olden­burg wird geschrieben: Wird da neulich in unserer groß­herzoglichen Residenz eine alte Dame zu Grabe ge­tragen, die bei ihren Verwandten sich einer nicht ge­ringen Unbeliebtheit erfreute, da sie zwar reich war, aber von ihrem Reichtum nicht den ihren ärmeren Ver­wandten geeignet erscheinenden Gebrauch machte. D. h.: sie ließ sich weder ahountpen, noch dachte sie daran, je­mandem etwas zu schenken. Infolgedessen hatten sich ihre Familien in weitestem Umkreise von ihr zurück­gezogen und nahmen auch keine weitere Notiz von ihrem Ableben. Ja, man gab der unbeliebten Tante nicht einmal das letzte Geleit. Man sagte sich ganz richtig, daß die einer Toten dargebrachte Huldigung auf das von ihr errichtete Testament doch keinen Einfluß mehr haben könnte. Es kam aber anders. Während auf dem Friedhof der Sarg in die Gruft gesenkt wurde, sah man einen älteren Herrn mit einer scharfen Brille auf der Nase unter den wenigen Leidtragenden umhergehen und sich den Namen jedes einzelnen gewissenhaft no­tieren. Als dann ein paar Tage später auf dem Amts­gericht die Testamentseröffnung erfolgte, gab es eine kleine Ueberraschung. Die bei ihren Lebzeiten so zurück­haltende Tante hatte für jeden, der ihrer Leiche folgen würde, testamentarisch ein Legat von 1000 Mark aus­geworfen. Jetzt fing die versammelte Familie wirklich an, zu trauern.

Nachtzüge mit Scheinwerfern. Die Eisenbahnver­waltungen haben ein erklärliches Interesse daran, den Reisenden während der Fahrt möglichst viele Annehm­lichkeiten zu bieten. Bequeme Speise- und Schlafwagen, rollende Salons sind nichts Neues mehr, auch nicht die sogenannten Aussichtswagen, die auf landschaftlich be­sonders anziehenden Linien eingestellt werden. Doch scheint das Publikum, wenigstens das amerikanische, noch nicht befriedigt zu sein. Die Amerikaner nämlich emp­finden das Bedürfnis, auch nachts die Aussicht durch die Wagenfenster zu genießen. Wie die „Welt der Tech­nik" mitteilt, werden jetzt auf der Chicago-Milwaukee und St.-Paul-Eisenbahn die Nachtzüge mit je einem Scheinwerfer ausgerüstet. Dieser ist auf der Plattform des letzten Wagens aufgestellt und horizontal wie verti­kal drehbar. Durch ihn wird mit Hilfe einer Lichtquelle von 4% Millionen Kerzen die nächtlich durchfahrene Ge­gend auf Meilen hin erleuchtet. Da die Bahn auf mehr als 100 Meilen am Ufer der Mississippi entlang führt, wird die Flußlandschaft mit den auf dem Flusse verkeh­renden Schiffen durch den Scheinwerfer grell beleuchtet. Es soll höchst eigenartig wirken, wenn hell beleuchtete Ausschnitte der Landschaft in plastischer Schönheit aus dem Dunkel der Nacht auftauchen.

Russische Zensur in London. Der russische General­konsul hat den Londoner Grafschaftsrat veranlaßt, sein Veto gegen die Aufführung eines kinematographischen Films einzulegen, der den Prozeß gegen den des Ritual­mordes verdächtigen Beilitz in Kiew zum Vorwurf hat. Trotz diesem Veto wurde der Film aber tu zwei Hallen gezeigt. Der russische Generalkonsul äußerte einem Preßvertreter gegenüber, bevor er von der Unwirksam­keit seines Schrittes gehört hatte, seine große Befrieöi- a über „die weise und taktvolle Entscheidung" der

schen Behörde. England sei das Verbot der Entente schuldig,- denn die Aufführung hätte in Rußland die „besten Leute" beleidigt. Darauf aufmerksam gemacht, daß der Film in Neuyork in nicht weniger als vier Theatern gezeigt werde und zwar ohne ein Wort amt­lichen Protestes, meinte der Generalkonsul, mit den Vereinigten Staaten habe eben Rußland heute keinen Vertrag und sie könnten zulassen, was ihnen beliebe.

Der überfütterte Leichenzug. Aus Petersburg wird gemeldet: In einem Dorfe hatte sich ein Seminarist er­

Hängt, weil ihm die Geldmittel zur Fortsetzung seines Studiums fehlten. Die Bauern protestierten gegen eine Beerdigung des Selbstmörders nach christlichem Brauch. Um jeder Eventualität vorzubeugen, begleiteten ö"r Ortsvorsteher und einige Gendarmen den Leichenzug zum Friedhof. Unterwegs überfiel ein großer Haufe von Bauern den Zug, verprügelte die Polizetmannschaft und nahm die Leiche aus dem Sarge, die auf die Landstraße geworfen wurde. Später war die Leiche verschwunden. Polizei- und Gerichtsbehörden, die von dem Borfall ver­ständigt wurden, sind eingetroffen, um strenge Untersu­chung einzuleiten.

Die Heirat einer Choristin mit einem indischen Für­sten. Aus London wird geschrieben: Vor kurzer Zeit sand hier eine seltsame Trauung statt. Die Choristin Dolly Pornell, die am „Hicks-Theater" beschäftigt war, hat sich mit dem indischen Fürsten Nasir Ali Kan verhei­ratet und ist dadurch eine der reichsten Frauen der Welt geworden, da der Fürst über ein Vermögen von mehre­ren hundert Millionen Dollars verfügen soll. Er hat ihr als Hochzeitsgeschenk ein Brillantendiadem für 1 500 000 Mark dargebracht. Der Fürst ist 26 Jahre alt und hält sich seit 2 Jahren in London auf. Er sah hier seine jetzige Gattin im Theater und verliebte sich sofort unsterblich in sie. Seine Gattin ist jetzt 18 Jahre alt und hat natürlich von der Bühne ihren Abschied genommen, da sie nur noch einige Monate in London bleiben will, um dann ihren Gattin in sein Wunderland Indien zu begleiten. Der Fürst hat ihr ein Palais in London ge­kauft, in dem sie sich aufhalten werden, wenn sie aus einige Monate nach England kommen.

Im Restaurant. Vegetarier: „Sie wollen solch gro- Mitleid mit den Tieren haben, und doch essen Sie Fleisch!?" — Herr Wurschtmaier: „Ja mei', lieber waar's mir freili'. wenn die Schweinsyax'n auf die Bäum'

ßes

wachsen taten!"

i» neuestes Dom Cuge.

Abreise des rumänischen Thronfolgers.

ob* Berlin, 30. Januar. (B. Z.) Der rumamsche Thronfolger ist gestern abend nach Bukarest zurückge- kehrt.

Zugzusammeustotz auf dem Stettiner Bahnhof.

^ Stettin, 30. Januar. (Amtliche Meldung). Heute früh 3,32 Uhr ist der auf dem Zentralgüterbahnhof aus­fahrende Güterzug 7575 auf den Zug 7532 aufgefahren. Beide Gleise waren über vier Stunden gesperrt. Dann wurde der Betrieb eingleisig wieder ausgenommen. Ent­gleist sind eine Lokomotive und elf Wagen. Leicht ver­letzt wurden zehn Personen. Die Ursache des Zusammen- stptzes ist noch unaufgeklärt.

Verzweiflungstat einer Mutter.

o*» Gera, 30. Januar. Gestern abend schnitt die Frau des hiesigen Einwohners F., der anscheinend nicht in genügendem Matze für seine Familie sorgte, ihrem Kinde und dann sich selbst die Pulsadern auf. Beide

konnten noch lebend in das städtische Krankenhaus ge­bracht werden. Ob sie wiederhergestellt werden, ist noch nicht abzufest

Stuoente« als anonyme Briefschreiber.

en.

»-» Bonn, 30. Januar. (B. Z.) Hier wurden zwei Studenten verhaftet, welche an den Rektor der Universi­tät und elf andere Personen anonyme Briefe mit den schwersten Beleidigungen gesandt hatten.

Ein französisches Unterseeboot angerannt.

os* Paris, 30. Januar. Wie aus Rochefort gemeldet wird, ist gestern nachmittag ein englischer Dampfer gegen das französische Unterseeboot „Mvutgolster" gerannt, das sehr schwer beschädigt witrbe. Stach längeren Be­mühungen gelang es, das Unterseeboot in den Hafen zu schleppen.

Frankreichs Steuerreform.

o-$. Paris, 30. Januar. Die Steuerreformkommission der Kammer lehnte den Antrag, in dem die Regierung aufgefordert wird, den Kapitalsteuerentwurf zurückzu- stelleu und das Gleichgewicht im Budget durch Erhöhung der^bestehenden Steuer herbeizuführen, mit großer Mehr-

Besuch des englischen Königspaares in Paris.

o-» Paris, 30. Januar. Wie der „Figaro" zu melden in der Lage ist, werden der König und die Königin von England in der zweiten Hälfte des Aprtl dem Präsiden­ten Poincaree einen offiziellen Besuch abstatten. Das genaue Programm der Festlichkeiten unb die Dauer des Aufenthaltes stehen noch nicht fest.

Masscnvergiftungen in einer französischen Kaserne.

o-» Paris, 30. Januar. Wie aus Arras gemeldet wird, sind in der 11. Kompagnie des 33. Infanterie­regimentes zahlreiche Erkrankungen nach dem Genuß verdorbenen Fleisches vorgekommen. 25 Soldaten mußten in bedenklichem Zustande ins Lazarett geschafft werden.

Postranb in Rußland.

o-» Rostow a. Don, 30. Januar. (B. Z.) Bei der Beförderung der Post vom Bahnhöfe zum Postamt sind hier 100 200 Rubel gestohlen worden. Der die Post be­gleitende Beamte wurde verhaftet.

In den Händen von Erpressern.

o-^ London, 30. Januar. (B. Z.) Der seit etwa acht Tagen vermißte Bankier Cläre aus Spvkane im Staate Washington ist, wie sich jetzt herausgestellt hat, durch eine Bande entführt worden, die ein Lösegeld von 300 000 Mark verlangt. Falls das Geld nicht innerhalb von zwei Wochen eingeht, würde Cläre getötet werden. Die Frau des Entführten ist bereit, die Summe zu zahlen.

Eine englische Bark verbrannt.

ob» London, 30. Januar. Daily Chroniele meldet aus Queenstown (Neuseeland): Die Liverpooler Bark „Battle Abbey" ist auf der Fahrt von Nerocastle (Neu- Süöwales) nach Vancouver durch Feuer zerstört wor­den. Der Kapitän, seine Frau, seine beiden Kinder und die vierzehn Mann starke Besatzung verließen in Be­fürchtung einer Explosion das Schiff, dessen Eisentetle schon rotglühend geworden waren, und irrten, nachdem zwei Rettungsboote zertrümmert worden waren, in dem einzigen übrig gebliebenen Boote drei Tage und zwei Nächte bei schwerem Sturme auf dem Meere umher, bis sie von einem anderen Schiffe ausgenommen wurden.

Ein verunglückter amerikanischer Expretzzug.

o-» London, 30. Januar. Daily Chroniele meldet aus Philadelphia: Bei Johnstown (Pennsylvania) ist gestern ein Pullmann-Expreß mit einem Güterzuge zu­sammengestoßen. Drei Personen wurden getötet und drei andere schwer verletzt. Mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen.

Wilsons Telegramm an den Kaiser.

os» Washington, 30. Januar. Auf das drahtlose Telegramm des Deutschen Kaisers an den Präsidenten Wilson antwortete dieser. Ich bin erfreut, Ew. Majestät huldvolle Grüße zu empfangen, die durch die neue trans­atlantische Funkenstation Eilwese übersandt sind. Ich beglückwünsche Ew. Mai. zu dem neuen Gliede einer engen Verbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland.

Berliner Getreide- und Viehmarkt.

In der ersten Hälfte der mit dem 28. Januar abge­schlossenen Berichtswoche wirkte der Frost noch befesti­gend auf die Getreidemärkte, da bei dem teilwetsen Feh­len einer Schneedecke Befürchtungen hinsichtlich der Wintersaaten laut geworden waren. Dieser Grund ist mit Eintritt der müderen Witterung in Wegfall gekom­men, gleichwohl haben sich aber die Getrewepreise im allgemeinen behaupten können, die Weizennotierungen zetgensogar eine Erhöhung um 1 Bis 1% ^. Am Ber­liner Markte machte sich im Zusammenhang mit höheren Pariser Preisen wieder stärkerer Begehr für die Ausfuhr geltend, und hierdurch wurde die Wirkung oemehrten Angebots aus der Provinz Sachsen vollstänoig wett ge­macht. Auch Roggen wurde fortgesetzt für das Ausland gekauft und konnte sich deshalb auf seinem Pretsstande trotz etwas reichlicher Ablieferungen der Landwirtschaft behaupten. Immerhin ist hervorzuheven, daß man tn Handelskreisen mit schnellerer Zunahme des Augebots aus dem Jnlande gerechnet hatte. Hafer wird in mitt­leren Sorten dem Markte mehr als genügend zugeführt, hauptsächlich sind ganz feine Qualitäten für die Ausfuhr und zu sehr niedrigen Preisen geringe Sorten gefragt. Die Preise für Futtergerste und für Mais zeigten bei ruhigem Verkehr eher die Neigung zur Abschwächung. Am letzten Tage der Berichtswoche stellten sich die No­tierungen für Mai, wie folgt: Weizen 199,75, Roggen 162,25, Hafer 156,75, Mais 141,25.

Preise des städtische« Schlachtvieh-Marktes. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes 86 bis 91 X junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 82—87 X mäßig genährte junge und gut genährte ältere 75—81 X Bullen: ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes 84—88 X vollfleischige jüngere 76—82 X mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 75—79 Mark. Färsen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 78—81 .^( Kühe: vollfleischige, ausge­mästete höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 77—81 Mark, ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere 76—78 X mäßig genährte Kühe und Färsen 68—70 X gering genährte Kühe und Färsen bis 72 X Jungvieh: gering genährtes 76—78 .F Kälber: Doppel- lender feinster Mast 136-146 X feinste Mastkälber 107 bis 112 X mittlere Mast- und beste Saugkälber 97—105 Mark, geringere Mast- und gute Saugkälber 88—96 X geringe Saugkälber 67—82 X. Schafe: Mastlämmer und längere Masthammel 88—94 X, ältere Masthammel, ge­ringere Maftlämmer und gut genährte junge Schafe 78—86 X mäßig genährte Hammel und Schafe 67—79 X Schweine: Fettschweine über 3 Zentner — X vollst.

----- . — - — " Pfund 61-68 X

Schweine: Fettschweine über 3 Zentner

240—300 Pfund 62—64 X 200—240 Pfu— _

160—200 Pfund 60—62 X unter 160 Pfund 58-60 X

Sauen 60 X