Mbrung: im übrigen müssen die Bewerberinnen unverheiratet oder Wttwen sein und dürfen im allgemeinen das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben. Verheiratung löst später das Angestelltenverhältnis ohne weiteres.
An Besoldung erhalten die etatsmätzig angestellten Beamtinnen 1300 bis 1800 Mark jährlich, wobei das Gehalt in Stufen von drei zu drei Jahren wächst, und dazu einen Wohnungsgeldzuschuß, der je nach den Tarifklassen 200 bis 570 Mark jährlich beträgt. Die Einberufung erfolgt in der Reihenfolge der Eintragung in die Bewerberinnenliste zunächst zur Verwendung als Aushelferin gegen Gewährung der bestimmungsmäßigen Tagesvergütung. Nach der Ausbildungszeit beziehen die Anwärterinnen Tagegelder, die mit 2,75 JL beginnen und von Jahr zu Jahr bis 3,80 ,F. für den Tag steigen. Bis zu der etatsmäßigen Anstellung haben die Post- und Telegraphengehilfinnen gegenwärtig neun bis zehn Jahre zu warten. Nach mindestens zehnjähriger Dienstzeit erwerben die Beamtinnen Pensionsberechtigung.
Der nächstjährige Zuwachs an etatsmäßigen Stellen wird die Anstellungsaussichten der Gehilfinnen, besonders im Fernsprechdienst, entschieden günstig beein- flussen.___________________________________________________________
Gericht und Recht«
Zn lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Das Schwurgericht in Zweibrücken verurteilte den 31jährigen Fabrikarbeiter Sieges aus Ludwigshafen, der das 12» jährige Mädchen Kelchner aus Ludwigshafen in seine Wohnung lockte, sich an dem Kinde verging und es aus Furcht vor einer Entdeckung erwürgte und die Leiche zerstückelte, zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Der Lehrling als „Flieger". Eine völlige Flieger- geschichte wurde vor dem Berliner Kaufmannsgericht verhandelt. Der „Held" öes Erlebnisses ist ein junger Mann von 16 Jahren, der seit zwei Jahren in einer Mäntelfabrik Ven Kaufmannsstand erlernt. Sein Lehr- chef fand allerdings, daß der Junge ein richtiger Win- dikus war und für alle möglichen Torheiten mehr Interesse an den Tag legte, als für die Erlernung des kaufmännischen Berufs. Fritz hegte auch in der Tat über seine Zukunft ganz andere Pläne, er wollte nämlich Flieger werden. Er hatte sich als Flugschüler angemeldet und versuchte es, sich auf einem Schülerapparat in die Lüfte zu erheben. Sobald er im Geschäft „Schluß" gemacht hatte, ging's hinaus nach Johannisthal, dem Orte seiner Zukunftsträume. Um feindlichen Angriffen zu begegnen, hatte sich Fritz auch einen Revolver gekauft, den er in's Geschäft mitbrachte. Aber die hochfliegenden Pläne des sechzehnjährigen Jünglings wurden zu Wasser. Mit der Aviatik wollte es doch nicht so fix geben, wie es sich Fritz gedacht hatte, und als er einmal mit dem Revolver spielte, ging die Waffe unversehens los nnö eine Kugel durchbohrte die Hand. Jetzt erfuhr auch der Lehrchef von all den Heldentaten seines Lehrlings, und Fritz „flog" nun wirklich, wenn auch anders, als er es sich gedacht hatte. In der Verhandlung trat der gänzlich geknickte „Flieger" im Beistand ferner Mutter auf, die mit großer Beredsamkeit die Tugenden ihres „Jun- a»m" ittth Me Hntitnenhen heS Pehrfierrn in8 recht? Picht
vte tritt QTDpCx ^oCTCvfcintrctt ute xußctivCn tyrcy ,/xliiri5 gen" und die Untugenden des Lehrherrn ins rechte Licht zu rücken sich bemühte. Auf Zureden erklärte sich schließlich der Lehrchef bereit, den Kläger auslernen zu lassen. Das Richterkollegium gab der Mutter den dringenden Rat, die Zügel bei ihrem Sohne straffer zu ziehen, damit er nicht, was sonst bei seinen erwiesenen losen Streichen zu befürchten sei, auf die schiefe Ebene gerate.
Vermischtes.
Befw
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Ueber die Höhe der Einschätzungen nach dem Wehr- Leitragsgesetz sind Mitteilungen veröffentlicht worden, wonach es voraussichtlich nicht nötig sein würde, die dritte Wehrbeitragsquote in ihrem vollen Betrage zu erheben. Wie der „Berl. Lok.-Anz." von zuständiger Stelle erfährt, ist diesen Mitteilungen jede Bedeutung cbzuwre- chen. Zurzeit läßt sich auch noch nicht annähernd übersehen, in welcher Höhe die Wehrbeitrage durch die Selbst- einschätzung eingehen werden. Die Nachrichten dürsten dadurch entstanden sein, daß in manchen Bezirken zayl- reiche Steuerpflichtigen ihr Vermögen jetzt höher angegeben Haben als früher und in einigen Fällen ganz überraschende Abweichungen in den Steuererklärungen konstatiert werden können.
Zabern an Kaisersgeburtstag. Der Geburtstag des Kaisers wurde in Zabern besonders festlich degangen. Am Vormittag fanden Schulfeiern und Festgottesdrenst statt. Die Feier im Gymnasium war ausnehmend gut ' ' rcht. Im Bahnhofshotel fand eine Feier statt, an der
Personen teilnaymen. Den Trink,pruch aus den Kaiser brächte Landgerichtspräsident Fürst aus, der auch im Namen der versammelten Behörden und Beamten der Stadt Zabern ein Huldigungstelegramm an den Kaiser naA Berlin sandte. Die Stadt trug rerchen Flaggenschmuck. *
Was ein Polizeihund z« leisten vermag zeigt folgendes Vorkommnis, das sich in dem Vororte Wahren bei Leipzig zutrug: Als man am Donnerstag in einer Wahrener einer Streiterei polizeiliche Hrlse herbeirufen wollte, fand man die Fernsprechleitung von der Fabrik nach dem Postamr böswillig durchschnitten vor. An der Stelle, wo der Lettungsdraht durchtrennt war, entdeckte man anscheinend noch frische Fußspuren. Das Polizeiamt wurde um Zusendung emes Polrzet- hundes ersucht. Dieser nahm unter Führung emes Kriminalbeamten an den hinterlassenen Spuren Witterung, verfolgte die Spur nach dem Garten und von dort aus weiter über den Fabrikhof nach einem Keller. Von hier aus führte der Hund den Beamten nach dem Ma- schtnenhause nebenan, wo er schließlich den Maschinisten durch Anbellen stellte. Der Hund verfolgte die Spur ein zweitesmal mit derselben Sicherhert wre beim ersten Male. Man nahm infolgedessen den Maschinisten ms Verhör, der nach kurzer Zeit auch zugab, die Lertung zerschnitten zu haben. _ _
160 abgebrochene Nadeln im Körper. In einer der letzten Sitzungen der Gesellschaft für innere Medizm und Kinderheilkunde in Wien wurde ein intereyanter Fall gezeigt. Es handelte sich um Röntgenbilder von den unteren Extremisten eines Morphinisten, in chen etwa 160. meist abgebrochene Jniektionsnadeln stecken. Dieser Patient ist seit 21 Jahren Morphinist und hat bisher zahllose Injektionen, meist in den rechten Oberschenkel, vorgenommen. . Da er die Funktionen manchmal sehr titto machte, sind ihm wiederholt Nadeln Lgebrochen und im Oberschenkel stecken geblieben ohne ihm jemals Beschwerden zu verursachen. Es finden sich ^UTÄ von Rittern der Ehrenlegion.^ Der große Ordenssegen, der sich stets nach der Jahreswende in den ersten Januartagen über die Politiker, Beamten und Bürger der französischen Republik ergießt, ist vorüber. Bei dieser Gelegenheit sucht das „Journal zu berechnen, wieviel Ritter die. Ehrenlegion besitzt.
Heute wahrscheinlich über 50 C des Jahres 1913 zählte man
Franzosen, die das r
r oce ^grauegiyH ^^- . " Mf Hjente . . . Als was dienen UV-
) uvci uu 000, denn vor Toresschluß ■ als Büfettiergeyttse oiernc ^ berufen sind,
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stammen dabei dem Zivtlstande und 25,958 dem Heer und der Marine. Unter den Offizieren der Ehrenlegion verzeichnete man 2638 Zivilisten und 4075 Angehörige der bewaffneten Macht: für die Kommandeure der Ehrenlegion lauten die entsprechenden Zahlen 326 und 816, jür die Großoffiziere 57 und 172, Vas Grotzkreuz der Ehrenlegion aber besitzen 17 Zivilpersonen und 27 Angehörige ves militärischen Standes.
Die Film-Stadt. Der einzige Ort der Welt, in welchem nur Film-Schauspieler wohnen, ist wohl Universal City unweit Los Angeles in Kalifornien. Dort ist in einer abwechselungsreichen Landschaft ein Städtchen entstanden, in welchem alles, was verfilmt werden soll, unter den besten Verhältnissen „gemimt" werden kann. Das Wetter ist fast durchweg klar und warm, das Gelände eignet sich für alle erdenklichen Darstellungen und die Darsteller haben keine Störungen irgendwelcher Art zu befürchten. Der Ort hat außerdem ein gut ausgestatletes Hospital, was sich als eine unbedingte Notwendigkeit erwiesen hat, denn es hat dort bei manchen, gefährliche Lagen bedingenden Verfilmungen schon viele Knochen-
brüche gegeben.
Woher stammen die 101 Salutschüsse? Die Frage, woher die 101 Salutschüsse zum Geburtstag des Kaisers stammen, ist schon oft gestellt worden, ohne daß bisher eine zutreffende Antwort erfolgte. Bet Ehrenbezeu- ' ~ ' schliffen herrschen überhaupt die unge- Bei Geburten der Kronprinzen wer-
gungen und Salut' ---------------
raden Zahlen vor. Bei Geburten der Kronprinzen werden gleicherweise 101 Salutschüsse gefeuert, bei Prinzessinnen 21 usw. Also überall sehen wir die ungerade Zahl. Trotzdem ist es auffällig, daß auch diese runde Zahl von 100 Schüssen, und zwar gerade um eine Zahl überschritten wird. Eitle Erklärung führt den Ursprung auf Kaiser Maximilan zurück. In Augsburg befahl der Rat beim Einzug des Kaisers Maximiliatl ein militärisches Salutschießen von 100 Schutz. Der Offizier, der die Schüsse zu zählen hatte, war aber etwas angeheitert und wußte nicht genau, ob es erst 99 oder schon 100 Schüsse waren. Er ließ also noch einen Schuß abgeben. Die Bürger von Augsburg hatten genau mitgezählt und glaubten, daß der Offizier dem Kaiser Maximilian zu Ehren 101 Schüsse gefeuert hatte. Die Bürger von Nürnberg, deren Vertreter in Augsburg anwesend waren, wollten nun nicht hinter Augsburg zurückstehen und feuerten auch 101 Schutz. Die anderen Städte mußten es auch tun, sodatz die Anzahl von 101 Schüssen bestehen blieb. Die Prinzen und die anderen regierenden Fürsten haben auch auf Salutschüsse ein Anrecht, iu den meisten Fällen auf 21 Schüsse. Bei militärischen Beerdigungen werden bekanntlich drei Ehrensalven abgegeben. Auch bei der Kriegsmarine finden wir dre ungleiche Anzahl von Salutschüssen, und zwar wird ihr Ursprung hier auf den Aberglauben der Seeleute zurückgeführt, die in ungeraden Zahlen Glückszahlen sehen.
Rentable Arbeit. Wir lesen in der „Frkf. Ztg. : Hätte es der Automobilfabrikant Henry Ford von Detroit, Michigan, auf eine durchschlagende Reklame für seine Fabrikate abgesehen gehabt, so wäre kein besseres Mittel zu denken gewesen, als die soeben gemachte Ankündigung, seine Arbeiterschaft solle von jetzt,ab am triebsgewinn Anteil haben, und seiner Schätzung nach werde damit der Mindestlohn des germgsten Tagelöhners fünf Dollars pro Tag (bisher die Hälfte) ausmachen. Sein Name ist jetzt vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean auf Aller Lippen. Unter grotzen Ueber- schriften preisen die Zeitungen seine Tat, die Geistlichen predigen über ihn, man gründet nach ihm benannte Vereine und bald wird wohl auch eine Zigarre den Namen „Ford" tragen. Herr Ford, ein „self made man beschäftigt 30 000 Mann: wenn er aber alle, die in den letzten Tagen in seinen Werken Beschäftigung gesucht haben, hätte anstellen wollen oder sönnen-, so würde er wohl die fünffache Zahl von Leuten auf der Zahlltite haben. Sobald sich nämlich die Kunde von der sozialen Gesinnung des Autosabrikarrten verbreitet hatte, strömten ganze Arbeiterheere nach Detroit. Daß er mit seiner Ankündigung Reklame beabsichtigt hat, ist durchaus nicht anzunehmen, denn er ist -‘^ *- ™—
der immer neues Geld au‘„ .
seine Familie leben in der einfm Farm, obwohl sein Einkommen jäi
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gensweinlich nicht der Mann, tszuhäufen trachtet. Er und
1 ' chsten Weise auf einer ,vu,... uvwuut IV,„ .........Ehrlich in die Millionen geht. 'Gegen Kapitalsanlagen in anderen Betrieben als in seiner Fabrik hat er eine große Abneigung, weil er, wie er einmal einem Freunde erklärte, niiyt wußte, was er mit dem neuen Gelde, das die Anlagen brachten, tun solle. Aus diesem Grunde hat er sein ganzes Vermögen in bar in den Banken von Detroit deponiert, etwa 15 Millionen Dollars. Da eine einzige Bank nicht ohne weiteres eine Million oder mehr an Depositen zuiuck- zahlen könnte, haben diese Institute eine Vereinbarung getroffen, soliöarisch zu handeln, falls Herr Ford einmal sein Geld, das ohne Kündigung abgehoben werden kann, aus einer Bank ziehen sollte. Die Automobilwerke bringen etwa 20 000 000 Dollars, Betriebsgewinn pro Jahr, wovon den Arbeitern jetzt die Hälfte zustehen soll. Wie Moden entstehen.. In Abes,inten kannte vor 20 Jahren weder Männlein noch Weiblein einen Hut als Kopfbedeckung: heute Nagen Männer ^ die gleichen großen, grauen italienischen Filzyute. -vas eine »Voloe der siegreichen Schlacht bei Adua. Als am 1 Mä?z 1896 die Wesstnier sich wie die alles hin- wegfegende Flut auf den italienischen Feind stürzten, da fielen als Beute u. a. 3000 Bersaglierihüte in ihre Hände. Kaiser Menelik, der vor wenigen Wochen verschieden ist, war der erste, der sich so einen Hut als Siegestrophäe auf das Haupt fetzte: ferne.stegesberamch- ten Krieaer folgten dem Beispiel, unD seit damals ist äas '§>ütetraaen in Abessinien — natürlich nur unter den Amharen dem herrschenden Stamme, aus dem die Staatsbeauüen oder Soldaten Abessintens hervorgehen __ allaemein geworden. Geschickte griechische Kaufleute erkannten, was nottat, kauften eine Unmenge alter italienischer Bersaalierihüte in Italien um einen Spott- »rM uÄ - ™* KÄÄ U lange Zeit am Hofe Meneliks gelebt Hat, füngst ru der Wiener Urania erzählte — um teures Geld in Abes-
'''(Gemütlich. Richter tsum Angeklagten): ,.Aliv rtiu- men Sie die Tat ein?" Angeklagter: „Wozu woll n wir uns lange 'rumstreiten, wir wollen uns einigen ".wenn Sie mir die Untersuchungshaft anrechnen, geb ich s^zu — sonst streite ich und lasse alle Zeugen vornehmen.
Ein Kuilurbiid aus »utzland.
Ueber Me Trunksucht des russischen Volkes schreibt im Anblick aus die »«^1®» ^ »Äi der “SÄ SchrMtelle^ in öe? Nowose Wremja"? „Unter den Revolverschüssen trunkener Leute, die friedliche Bürger ins Grab senden,
^UeiMsrat endlich zur Beratung des lange zurück; cieichritten Es mußte so kommen — kaum haue ore ner SS wäre eines ^Ä^Ä » ÄMÄ ”Ä« «?
gelage in einem
lungen, von denen das Gerücht sprach, zu sich gekommett, als ein anderer Garbeofstzier nach vierstündigem Trinkgelage in einem vorstädtischen Restaurant zwei Zigeuner tötete und eine junge Zigeunerin schwer verwundete.
Die Reichsratsmitglieder sollten über diese sozusagen gestrigen Geschehnisse nachdenken. Sie strömen gleichzeitig Alkohol und dampfendes, wahnwitzig vergossenes Menschenblut aus. Gerade diese Gelage sprechen am beredtsten von der Trunksucht. Wenn sogar Gardeoffiziere, die Nachkommen seit Generationen guterzogener Ahnen, unter dem Einfluß des Alkohols bis zu ungeheuerlichen und schmachvollen Verbrechen gelangen, was kann man denn dann vom einfachen Volke verlangen, das im Laufe vieler Generationen mit Schnaps getränkt wird? . . . Wieviel sind allein in Petersburg während des letzten Jahres ungeheuerliche Restaurattonsskandale von trunkenen Offizieren inszeniert worden. Ist es normal, sagen Sie bitte, wenn ein geachteter Stabsosfizier (von der Marine) durch den ge- ivaltigen Saal eines Restaurants mit gezücktem Dolch äuft und schreit, es sei ihm bestimmt, heute einen Men- chen zu erdolchen? Ist es normal, daß ein junger Of- izier in einer Droschke hinter einer unbekannten Dame agt, die sich später als Tochter eines Generals erweist, um ihr mit dem gezogenen Säbel über den Hut zu hauen? Ist es normal, daß ein Jüngling von Offizier aus guter Familie plötzlich beginnt, seinen Revolver in eine Schar von Zigeunern zu entladen? usw. usw.
Es ist klar, daß neben solchen Skandalen, die in das Gebiet des Kriminellen fallen, eine Anzahl anderer weniger schwerer Skandale verborgen bleibt, daß sie nicht in die Oeffentlichkeit gelangen. Wenn es aber so wenig gut mit den Spitzen der Gesellschaft bestellt ist, wo jid) Kultur bildet, wo die Vorbilder des menschlichen Be-
gut mit
Kultur bildet, wo die Vorbilder des menschlichen — nehmens gegeben werden — was soll man denn dann von jenen Schichten verlangen, die an die Barbarei grenzen? Es ist ein entschiedener Umschwung notwendig — und das Signal zu ihm muß die Staatlichkeit geben, die die etwaigen Traditionen wahrt. . . *
Eine Variser Sensation.
Ankauf russischer Geschützfabriken durch Krupp?
os* Paris, 28. Januar. Eine aufsehenerregende Meldung bringt das „Echo de Paris" aus Petersburg, wonach sich dort mit Hartnäckigkeit das Gerücht erhält, daß die russische Geschttzfabrik von Putiloff in Petersburg von der deutschen Waffenfabrik Krupp aufgekauft worden sei. „Sollte sich," so bemerkt das Blatt, „diese Nachricht bestätigen, so würde sie große Erregung in ganz Frankreich hervorrufen. Bekanntlich läßt die russische Regierung ihre Feldgeschütze nach französischem Modell herstellen. Zum Teil wurde das russische Kriegsmaterial tn Der Fabrik Putiloff mit Hilfe der französischen Fabrik Crenzot konstruiert."
Das „Journal" bemerkt folgendes: „Wir können nicht an die Richtigkeit dieser Nachricht glauben. Es erscheint uns unmöglich, daß Rußland seine Geschützfabriken in die Hände von Krupp liefert, der auf diese Weise die Pläne und Fabrikationsgeheimnisse eines großen Teils französischen Kriegsmaterials in seinen Besitz bringen würde." ______________________________
«-» neuestes vom tage.
Der Tod im Mühlengetriebe.
te» Berga, 28. Januar. Im benachbarten Letzendorf verunglückte der Atühlenbefitzer Bürger beim Abetsen eines Wasserrades seiner Mühle tödlich, indem sich das Rad plötzlich in Bewegung setzte, wobei dem Marine der Brustkorb eingedrückt wurde. Der Tod des in den besten Jahren stehenden Mannes trat sofort ein.
Ein Vater unter Anklage des Sohnesmordes.
»e* Paris, 28. Januar. (B. Z.) Gestern wurde der Vater des erschossenen Komikers Fragson zum ersten Male vernommen. Er erfuhr dabei zuerst vom Tode seines Sohnes, den er nur schwer verletzt glaubte. Er erklärte, er habe sich selbst das Leben nehmen wollen. Seine zitternden Hände hätten aber dem Lauf des Revolvers eine andere Richtung gegeben, und so habe er den eigenen Sohn getroffen.
Anfsehenerregeude Spionageaffäre.
Belgrad, 28. Januar. Unter dem Verdacht der Spionage wurde gestern früh, wie hiesige Blätter melden, die in der Belgrader Gesellschaft gut bekannte junge Bildhauerin Helene Dimitrijewitsch von der Polizei verhaftet. Die junge Dame war vor sieben Jahren als Studentin der bildenden Künste nach Belgrad gekommen und hat es verstanden, sich in den vornehmsten Kreisen Belgrads Eingang zu verschaffen. Während ihres langen Aufenthaltes in Belgrad Hat sie im Interesse oer Wiener Polizei gearbeitet, der sie ihre Berichte durch Vermittlung geheimer Detektive, die die junge Dame als elegante Kavaliere aufsuchten, lieferte. Die Untersuchung hat bereits schwer belastendes Material zutage gefördert. Die Verhaftung hat im ganzen Lande Sensation hervor-
gerufen.
Französische Konzessionen in Palästina.
Jernsalem, 28. Januar. Das französische Bankhaus Perrier hat eine auf 50 Jahre lautende Konzession zum Bau einer Trambahn von Jerusalem nach Bethlehem erhalten, ferner die Installation zur elekrtischen Beleuchtung und zur Anlage einer Wasserleitung.
Die Opfer der japanischen Erdbeben.
London, 28. Januar. Die Times meldet aus Tokio vom 27. Januar: Die Polizei von Kaguschima hat festgestellt, daß bei den letzten Erdbeben und den vulkanischen Ausbrüchen 33 Personen ums Leben gekommen sind. Auf der Insel Sakuraschrma sind 18 Leichen geborgen worden.
Die Jacht Vanderbilts gestrandet.
Nenyork, 28. Januar. Wie aus New Orleans gemeldet wird, ist die Dampfjacht Vanderbilts, „Varrior", bei Kap Arguatra an der Küste von Columbien gestrandet. Unter den Gästen an Bord der Jacht befindet sich der Herzog und die Herzogin von Manchester. Der Dampfer „Frutera" eilte zur Hilfe herbei. Nach späteren Meldung aus Panama hat der Dampfe Passagiere der Jacht übernommen und sie an Brr Dampfers „Almirante" gebracht. Die Lage der Jacht soll nicht gefährlich sein.
Todessturz von einem siebenstöckigen Hause.
Brooklyn, 28. Januar. lB. Z.) Vom Dache eines siebenstöckigen Hauses wollte sich hier eine Blusennäherin herabstürzen. Ein anderes junges Mädchen versuchte die Selbstmörderin festzuhalten. Es kam auf dem Dache zu einem verzweifelten Kampfe. Die Selbstmörderin stürzte --bließlich herab, während die Retterin am Haken eines Schornsteins hängen blieb. Die Selbstmörderin fiel zuerst zwei Stockwerke herab, schleppte sich dann aber zum Rande eines anderen Daches und stürzte dann in die
einer
apfer alle
Bord des
Der Personenzug im Ueberschmemmungsgebiet.
San Francisco, 28. Januar. (B. Z.) Der vermißte Personenzug ist wieder aufgefunden worden. Er befand sich in dem Überschwemmungsgebiet von Santa Barbara im Wasser. Die Passagiere waren in kritischer Lage und konnten nur mit Booten geborgen werden.