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keineschtffahrt um ihren Erwerb gekommen. Die Pa­riser Polizei wurde von einer Abordnung dieser Not­leidenden verständigt, daß der Hunger sie zu Verbrechen treiben müsse. Darauf veranstalteten mehrere Poltzei­kommissare t:

kommissare in ihren Bezirken Sammlungen, um für den ' ‘ ~ ‘ * eute zu sorgen.

dringendsten Bedarf der armen . , „ , . „ In den Pariser Hospitälern müssen, da alle verfügbaren Räume weit über die normale Aufnahmefähigkeit besetzt sind, Neuankommenöe auf Tragbahren gebettet werden. Viele Patienten, bet denen der Genesungsprozetz kaum begonnen hat, müssen gegen den ärztlichen Wunsch aus der Pflege entlassen werden, um nur Platz für neu ein­gelieferte Kranke zu schaffen. Die Verwaltung der Pa­riser Hospitäler gesteht ihre Hilflosigkeit offen zu, ob­wohl ihre Jahreseinnahmen höher sind als die für den gleichen Zweck in irgendeiner Stadt der Welt zur Ber-

fügung stehenden.

Infolge der Vereisung der Telegraphendrähte ist der telegraphische Verkehr auf der ganzen K r i m h a l b - insel gestört. Der bereits drei Tage wütende Schnee­sturm hemmt die Arbeiten zur Wiederherstellung des telegraphischen Dienstes.

Vermifdites

Bahnhofes

Die Geschichte eines Raubüberfalles. Der Kasseu-

bote Birkhof der Firma Alexander Coppel in Hilden (Rheinland) war im August vorigen Jahres angeblich auf dem Bahnhof überfallen und um 20 000 Mark be­raubt worden. Das Gericht schenkte dem Kafsenbvten keinen Glauben und verurteilte ihn zu 1^ Jahren Ge­fängnis. Im Gefängnis hat jetzt Birkhof ein Geständ­nis abgelegt. Danach hätte er im Einverständnis und mit Hilfe des Metzgermeisters Strohn gehandelt. Er habe die Geldbeutel auf dem Abort des Bahnhofes Strohn in dessen Metzgerkorb geworfen und Strohn habe ihm den Pfeffer gegeben, mit dem er sich bestreute. Auf Grund dieses Geständnisses hat die Polizei den Metzgermeister Strohn verhaftet, der erklärte, von dem Gelde nur 500 Mark behalten zu haben, das andere Geld habe er dem Metzgermeister Hermann gegeben, damit er es dem Strohn im Gefängnis bringe. Hermann ist aber seit drei Wochen flüchtig. , ~ _

Einen Kampf mit Einbrechern hatte ein Schlächter­meister aus der Ackerstratze in Berlin zu. bestehen. Der Meister hörte in der Nachbarwohnung ein verdächtiges Geräusch. Obgleich er wußte, daß die Wohnungsinhabe­rin ausgegangen war, rief er ihren Namen..Nicht we­nig überrascht war er, als daraufhin ein fremder Mensch aus deren Wohnung kam und ihn dreist fragte, was er wünsche,- seine Frau sei ausgegangen. Sofort packte er den Burschen beim Kragen. Der Dieb setzte aber der Festnahme heftigen Widerstand entgegen. Im Kampfe gelangten beide auf die Straße, wo em Komplize den Einbrecher zu befreien suchte. Aber auch die beiden konn­ten gegen den Fleischermeister nichts ausrichten. Erst als ein dritter Spießgeselle dazwischentrat, gelang, es dem Dieb, aus seinem Ueberzieher zu schlüpfen und dre Flucht zu egreifen. In dem Ueberzieher befanden sich schon verschiedene Wertgegenstände aus der Nachbarwohnung.

Die Bermögensverhältnisse der Prinzessin Lnise. Die Vereinbarung zwischen der belgischen Regierung und der Prinzessin Luise ist jetzt rechtsgültig abgeschlos­sen worden. Prinzessin Luise erhalt, ebenso wie die Prinzessin Stephanie, zu den nach den Testamentsbe­stimmungen empfangenen 6 Millionen noch 51L Millio­nen als Abfindung für die Liegenschaften und die WerA die der König an die verschiedenen Stiftungen vermacht hat und die vom Staate in Anspruch genommen wurden. Von diesen 5% Millionen zahlt die Regierung 4)4 Mil­lionen direkt an die Vertreter der Gläubiger, die ihre Forderungen entsprechend ermäßigten. Der Prinzessin bleiben alsdann noch 1 Million, und manhegtambel- gischen Königshof den sehnlichsten Wunsch, daß sie sich mit öen Zinsen daraus und dem ihr vom früheren Gat­ten zufließenden recht erheblichen Jahresgelöe einrichten möge, damit die unerfreulichen Privatangelegenheiten dieser belgischen Königstochter endlich aufhoren möch^n, die belgische Regierung weiterhin zu beschäftigen. Der Prinzessin steht noch immer die ihr wiederholt vom Kö­nig angebotene „standesgemäße Residenz in Belgien zur Verfügung, wenn sie sich entschließen wollte, sich von ihrer Umgebung zu trennen. Solange dies nicht ge­schieht, ist allerdings zu befürchten, daß die frühere Wirt­schaft sich fortsetzt, im Hinblick auf die zukünftige Erb­schaft von der greisen Tante der Prinzessin, der Kaiserin Charlotte. Man will versuchen, Mittel und Wege zu finden, um dem entgegenzuwirken. o .

Der zweimal entfernte Blinddarm. Großes Auf­sehen erregt in Amerika das Bekanntwerden einer gro­tesken Blinddarmoperation, deren Opfer der Präsident eines der größten industriellen Unternehmen geworden ist. Vor einigen Tagen erkrankte dieser in seinem Hause in Douglas auf Long Island. Der Hausarzt diagnostizierte nach eingehender Untersuchung einen ty­pischen Fall von Blinddarmentzündung. „Das ist ja ganz unmöglich. Mein Blinddarm ist ja schonl vor drei Jahren herausgenommen worden," sagte der Indu­strielle. Die Operation, die zwei der bekanntesten Aerzte ausgeführt hatten, hatte dem Patienten die Kleinigkeit von 7000 Mark Honorar gekostet. Der Lausarzt ließ sich durch diese Versicherung aber nicht Beeinflussen, und als der Zustand des Patienten sich verschlimmerte, wurde er auf Öse nächste Klinik geschickt, wo ihm der Blinddarm am nächsten Tage herausgenommen wurde. Nachdem sich der Kranke von der Operation erholt hatte wurde hm sein Blinddarm gezeigt. Er war natürlich höchst entrüstet, und will jetzt Klage gegen die beiden Aerzte auf Rückerstattung der 7000 Mark und Schadensersatz

^ ^ Zwe? Millionen Ehescheidungen im freien Amerika.

In den letzten 53 Jahren sind in den Vereinigten Staa­ten von Amerika nach der statistischen Berechnung eines Arztes, des Dr. Francis Moodu, nicht weniger als zwei Millionen Ehen durch gerichtlichen Spruch geschieden worden. Im vergangenen Jahre betrug die Zahl der Ehescheidungen 110 000, und wenn man bedenkt, daß es in der ganzen Union nur achtzehn Millionen verhei­ratete Frauen gibt, so ist die Ziffer in der Tat recht an­sehnlich und geeignet, ernsthafte Bedenken hervorzu- rufen. Die schnelle und leichte Weise, auf die man jen­seits des Ozeans eheliche fesseln lösen kann, hat zur kolae daß etwa anderthalb Millionen amerikanischer minderjähriger Kinder beiden Eltern oder eines von ihnen, ihres Vaters oder ihrer Mutter beruabt sind. Und mit diese Tatsache steht es in bedauernswertem

ttÄ»

llt ^Sie^wttl^ihren^Manu^^verk'aufen. Eigentlich ist es erstaunlich, baß man im praktischen Dollarlande den Ge­danken des Geldverdienens nicht schon langst bei der Lösung unhaltbarer Eheverhältnisse zur Anwendung gebracht hat. Was gäbe es Einfacheres, als seinen Mann zu „verkaufen", statt sich von ihm nach mühseligem und kostspieligen Prozeßverfahren scheiden zu lassen? Aber bekanntlich ist ja das Ei des Columbus auch nicht so schnell gefunden worden. Der Ruhm, den überaus> prak»

Tat umgesetzt zu haben, gebührt MrS. Grace ManS- fielb ans Cincinnati. Vor kurzem erschien in den Blät­tern der Stadt ein in auffälligen Lettern gedrucktes In­serat folgenden Inhalts: „An die heiratslustigen Mäd­chen unserer Stadt! Ich habe mich entschlossen, die Ehe mit meinem Manne aufzulösen, da das Verhält­nis zwischen uns beiden unhaltbar geworden ist. Da ich aber einen Scheidungsprozeß wegen der vielen da­mit verbundenen Unzuträglichketten in Uebereinstim­mung mit meinem Manne nicht wünsche, so bin ich be­reit, ihn einer anderen Frau, die für ihn Interesse hat, zu dem günstigen Preise von 1000 Dollars abzu- treten. Mein Mann ist 42 Jahre alt, und hat ein jähr-

m nächsten

Vwv will yu4i|4iHvn ^^vejv wo jlwv ^v« treten. Mein Mann ist 42 Jahre alt, und ha liches Einkommen von 4500 Dollars." A

Tage brachten die Zeitungen in Annoncenform eine

Entgegnung einer Dame, die anscheinend eine starke

Männerhasserin ist. In Erwiderung auf das Angebot der Mrs. Mansfield stellte sie die kühne Behauptung auf, kein Mann sei mehr als höchstens 50 Dollars wert, eine These, die die gesamte Männerwelt von Cincinnati in Heller Empörung zu einem flammenden Proteste ver­anlaßt hat. Da diese Angelegenheit ein paar Tage lang die ganze Stadt in Atem hielt und sozusagen in zwei feindliche Lager schied, schickten die führenden Blatter ihre Berichterstatter zu dem Gatten der Mrs. Mans- field, um ihn als den Hauptbeteiligten über seine maß­gebende Meinung zu befragen. Dieser würdige Mann stellte dabei einen Tarif auf, der mit zunehmendem

Alter eine progressive Steigerung des Wertes eines Mannes aufwies. Nach seiner Anschauung ist ein Ehe­mann im Alter von 25 bis 30 Jahren 500 Dollars wert, von 30 bis 45 Jahren 1000 Dollars, von 45 bis 50 Jahren 2000 Dollars. Danach dürften wohl am wert­vollsten diejenigen Männer sein, deren letztes Stünd- letn bald geschlagen hat, natürlich in der Voraussetzung, daß sie anständig versichert sind.

Wie es im Kriege geht! In Athen hat Henry Bor­deaux eine hübsche Geschichte vom Griechenkönig Kon­stantin erfahren, die im letzten Balkankriege spielt. In einem Briefe an das „Echo de Paris" teilt er sie etwa folgendermaßen mit: Der König kehrt im Automobil in sein Hauptquartier zurück. Unterwegs trifft er ei­nen einsamen Soldaten, der mühsam vorwärts hinkt.

Er hält an und fragt: „Wohin des Weges?" — In die

Stadt Majestät, man hat mich nach Hause geschickt. —

Warum? — Ich bin im Kriege gegen die Türken ver­wundet worden, meine Wunde schien geheilt, und so zog ich wieder ins Feld. Die Wunde ist jetzt wieder auf­gebrochen, und ich bin nun ins Krankenhaus zurückge­schickt worden. — Steig in meinen Wagen. — O, nein, Majestät. — Rasch, steig ein! — Ich kann nicht. — Ich befehle es! — Unmöglich, Majestät. — Aber warum? Heraus mit Deinem Grunde! — Ja ... ich habe (h nennt der Invalide Insekten, wie sie auf dem Balkc zumal im Feldlager, nicht selten sind.) — Steig ein:

— Rasch, steig ein! ! — Unmöglich, M

ier

an, die

zumal im Fei habe ich auch!

Wie der siebenjährige Krieg anfing. Im Königreich Sachsen wirkte ein Rektor H., der, so oft er die Geschichte des siebenjährigen Krieges seinen Schülern vorzutragen hatte, regelmäßig mit folgender Einleitung begann: „Kinder, ihr wißt doch, daß ich aus Rossen stamme. Dort war mein seliger Vater Torschreiber und Äkziseaeinneh- mer. Nun denkt euch einmal, an einem schönen August­morgen des Jahres 1756 war er nach seiner Gewohn­heit frühzeitig aufgestanben und ging eben mit der Pfeife im Munde vor das Haus, um die Fensterläden aufzu- machen. Da kam plötzlich ein preußischer Husar heran­gesprengt. Fast wäre meinem Vater vor Schreck die Pfeife aus dem Munde gefallen, doch faßte er sich und fragte: „Um Vergebung, ist Er nicht ein preußischer Hu­sar?" — „Jawohl!" antwortete der Mann. — „Aber um des Himmels willen, rief mein Vater, was hat er denn hier bei uns in Sachsen zu tun?" — „Wißt Ihr denn noch nicht, antwortete ihm der Husar kurz,

______________einen Augenblick und blickt auf seine Schüler. Ein Freudenstrahl ging dann über sein Gesicht, wenn sich endlich einer der Knaben zu der Frage ermannte: „Aber Herr Rektor, woher konnte denn der Husar damals schon wissen, daß der Krieg sieben Jahre daueren würde?"

heute der siebenjährige Krieg schweigt -er alte Rektor einen

an

Oberschlesischer Humor. Die in Kattowitz erscheinende und von Professor Knötel herausgegebene Monatsschrift „Oberschlesien" bringt in ihrem Januarheft einige Pro­ben oberschlesischen Humors. U. a. lesen wir da tolgende Briefadresien: „An das Wohlliebliche Amtsgericht" „An das Ober Vormonds Gericht", „An Konigl. ^Schöpfen Gericht," „An das Königl. Gerichtsaebäude< Das Kgl. Amtsgericht in N. bekam einmal folgende Zuschrift aus Laband: „Auf die Anfrage, ob meine Schwiegermutter Frau . 7 noch lebt, teile ich dem Nachlatzaericbt mit: Sie lebt noch! ja sie lebt!" Besonders nett ist folgendes Geschichtchen: Der König von Württemberg, der bei Carlsruhe (Oberschlesien) Güter hat, führt einen Prozeß gegen den Bauer Krzistetzko. Im Flur des Gerichtes steht ein Mann mit Pelz und Pudelmütze, der den Ter­minausgang liest. Der Gerichtsdiener ruft auf: „König von Württemberg kontra Krzistetzko!" Der Mann, der den Ausgang liest, geht nach dem Aufruf auf den Ge­richtsdiener zu. Worauf ihn der Gerichtsdiener mit wür­diger Amtsmiene fragt: „Sind Sre der König von Würt­temberg oder sind Sie der Krzistetzko?"

Gefährlicher Realismus. Der berühmte Mime zum Reaisteur: „Jawohl, Herr Regisseur, ich muß darauf be­stehen, daß bei der Bankettszene wirkliches Essen serviert wird" Der Regisseur: „Sehr schön, wenn Sie darauf bestehen, werden wir Ihnen aber auch in der L-terbe- szene wirkliches Gift geben."

Zu Achtes 100. Todestage

am 27. Januar 1914.

Der 27. Januar dieses Jahres ist für die deutsche Natiön nicht nur ein Tag der Freude, daß ihr Herrscher das Licht her Welt erblickte, sondern auch ein Tag na­tionalen Gedenkens. Hundert Jahre werden an diesem Taae verstrichen sein, seit Johann Gottlieb Fichte, der erste fSS der Berliner Universität, die Augen zum ewigen Schlummer schloß. Teutschland ver­dankt diesem genialen edlen Manne unendlich viel, und noch heute lassen sich die Nachwirkungen Fichte icher Lehren im staatlichen Leben überall feststellen. Man hat seine Phttosoph e eine Philosophie des Idealismus ge­nannt aber nicht nur eines Idealismus, der frei ist von jeden praktischen Rücksichten, sondern seine Lehre stellt sich dar als ein kraftvoller Idealismus der Tat.

Wirklich war Fichte ein Tatenmensch, ein Mann, bei dem^Denken und ^Handeln in ganz einzigartiger Weise zusammenschmolz) der niemals, auch nicht vor den letzten strengsten Konsequenzen seiner Denkarbeit zu- rückschreckte. Dabei atmete sein j

ganzes Wesen den Adel einer^boüen aeläut'erten'Sittlichkeit, und nur so erklärt es sich auch! warum Fichte einen unwiderstehlichen Zau­ber als Denker wie als Mensch, besonders auf die ^>u- aend auszustörmen vermochte. Dabei blieb seine Pht- kosophie Le tote Buchweishn sondern Fickte fühlte sich »rUeber der Nation in jenen denkwürdigen Tagen, M%ÄlÄ^ m fehur t^ten 6Me

ÖÄM wir feines berufen, in herrlichen flammenden

Worten reiten.

die deutsche Jugend auf ihre Mission vor-rtvs So entstanden seine gewaltigen „Reden an die «bah™" m» he*» großen Korsen mehr als eine „ Der tiefinnere Wert dieser ans Herz greifenden Reden sie den Deutschen wieder den landes und der Vaterlandsliebe

deutsche Nation^, die dem gro verlorene Schlacht eintrugen. ' machtvollen, der Nation liegt vor allem darin, da ethischen Wert des Vaterl------- erkennen lehrte.

Bildeten die deutschen Stämme zur Zeit, als Fichte in der Aula der Berliner Universität die deutschen Jüng»

leben waren, >as staatliche

linge so überwältigend zu begeistern wußte, daß sie zu Tausenden als Freiwillige sich dem Vaterlands weihten, noch keine geographisch-politische Einheit, so fühlten doch alle im Nachhall der Fichteschen Worte, daß ein geistiges Band sie alle einte, daß Fichte die Summe zog aus den Än Befruchtungen und Anregungen, die von und Schiller, Kant und Leffing gen " sie gewissermaßen als erster praktisch in o, Leben zu übertragen suchte. Fichtes Lehre war nicht nur eine philosophisch-idealistische, sondern im Kern auch eine staatsmännische. Die großen Gedanken der Stein-Har- denberg'schen Gesetzesreformen, die Selbstverwaltung, die Befreiung des Bauernstandes, was sind sie anderes als in die Tat umgesetzte Nutzanwendungen Fichtescher Lehren. Und wenn wir uns heute noch der Segnungen dieser Einrichtungen erfreuen, so müssen wir vor allem Fichte dafür dankbar sein, an dessen Namen sich die größten und stolzesten Erinnerungen des deutschen Vol­kes knüpfen.

Eine furchtbare Aamilientragödle

Sechs Personen durch Leuchtgas vergiftet.

ji. i^vu ^vyu -puui, ne 49 Jahre alte

Aus Breslau übermittelt der Draht die Kunde von einer entsetzlichen Familientragödie, der nicht weniger als sechs Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Mel­dung lautet: In der Nacht zum Sonntag hat der tm ersten Stock eines Hauses der Weißgerberstraße wohn­hafte 48jährige Dachdeckermeister Merz sich selbst, seinen 17jähr gen Sohn Reinhold, seinen 3jährigen Sohn Paul, seine 14jährige Tochter Mathilde, seine 49 Jahre alte Schwe ter, verwitwete Frau Heider, die ihm die Wirt­schaft führte, und deren 20jährtge Nichte, die Näherm Ferenz, durch Leuchtgas vergiftet. Merz war Witwer. Er hatte abends den Gasautomaten im Vorraum der Wohnung und die Verbindungstüren der drei Wohn­zimmer geöffnet und sich dann schlafen gelegt. Am Sonn­tag vormittag entdeckte man die sechs Leichen, deren Tod schon vor fünf bis sechs Stunden eingetreten war. DaS Motiv ist unbekannt.

Die Tat eines Eifersüchtigen.

Hamburg, 26. Januar. In der vergangenen Nacht erschoß der Schiffsheizer Chriswph in der Wohnung seiner von lhm getrennt lebenden Frau den Kaufmann Gause, der Frau Christoph in ihre Wohnung begleitet hatte, nachdem Gause angeblich zwei Revolverschüsse auf Christoph abgefeuert hatte. Christoph wurde schlver ver­letzt ins Krankenhaus gebracht. Frau Christoph, die be­hauptet, sie habe geschossen, nachdem ihr Mann den Kauf­mann Gause erschossen habe, wurde verhaftet.

Ueber eine andere Eifersuchtstat meldet der Draht:

Paris, 26. Januar. (B. Z.) Als gestern abend der Schauspieler Paul Guide in Gesellschaft seiner Ge­liebten nach Hause fahren wollte, gab diese in dem Augenblick, als Guide eine Droschke besteigen wollte, mehrere Revolverschüsse auf ihn ab und ergriff dann die Flucht. Die Täterin wurde eingeholt und festge« nommen. Der Schauspieler wurde schwer verletzt.

A» neuestes vom Lage.

Griechischer Besuch in Berlin.

** Berlin, 26. Januar. Der griechische Minister­präsident Venizelos ist heute morgen 8,10 Uhr mit dem Nordexpreßzuge auf dem Bahnhof Fricdrtchstratze ein. getroffen. Sinn Empfange waren der griechische Gesandte und das Gesandschaftspersonal erschienen.

Aus der Fremdenlegion entlasten.

Berlin, 26. Januar. Wie der „B. Z." mitgeteilt wird, wird der flüchtige Bankdirektor Stock aus Zeulen» roda in nächster Zeit aus der Fremdenlegion entlasten werden. Er wird nach Deutschland zurückkehren und dann seine ihm zudiktierte Gefängnisstrafe abfitzen.

Reiche Einbrecherbeute.

o-»- Berlin, 26. Januar. (B. Z.) In vergangener Nacht wurden bet einem Einbruch in das Passagekauf­haus in der Friedrichstraße Schmucksachen im Werte von 30 000 Mark gestohlen.

Der Prozeß Knittel vor dem Reichsgericht.

fc* Leipzig, 26. Januar. (B. Z.) Der Prozeß gegen den AMsrichter Knittel aus Rybnik wegen Beleidigung seiner Vorgesetzten vom Bezirkskommando gelangt heute vor dem Reichsgericht zur Verhandlung.

Unfall tm Kaltschacht.

»e* Heringen, 26. Januar. Auf Schacht Heiligenrobe 2 ereignete sich ein schweres Unglück. Ein auf der Grube beschäftigter Häuer aus Tiefenort war in Gegenwart anderer Arbeiter bet Gestetnssprengungen tätig. Beim Anlegen der Zündschnur wurde der Mann wahrschein­lich durch einen zu früh losgegangenen Sprengschuß so schwer verletzt, daß er bald darauf gestorben ist. Er hin­terläßt eine Witwe mit vier Kindern.

Taufe im Hause Krupp.

Esten, 25. Januar. Auf Villa Hügel fand gestern die Taufe des jüngsten Sohnes der Familie Krupp von Bohlen-Halbach statt in Anwesenheit des Prinzen Ada!« bert, des dritten Sohnes des Kaisers, der die Patenschaft übernommen hatte. _

Die Anklage gegen den Massenmörder Wagner.

e* Stuttgart, 26. Januar. Die Boruntersuchuyg ge­gen den Lehrer Wagner aus Degerloch ist abgeschlos­sen und vor dem Schwurgericht in Heilbronn Termin zur Hauptverhandlung angesetzt. Die Anklage lautet auf 15 vollendete Morde in Degerloch und Mühlhausen und 10 versuchte Morde in Mühlhausen sowie 9 Verbrechen ' vorsätzlichen Brandstiftung.

Keine türkischen Mobilisierungen.

Konstantinopel, 26. Januar. In offiziellen Krei­sen werden die Meldungen, wonach der Kriegsminister den Befehl erteilt habe, die Mobilisierung von zwölf Reservejahrgängen vorzunehmen, kategorisch demen­tiert. Ein offizielles Communique setzt den Gerüchten ein formelles Dementi entgegen und bemerkt, die kom­petenten Kreise beurteilen die auswärtige Lage mit vollem Vertrauen auf die Erhaltung des für die wirt­schaftliche Entwicklung des Landes und die Durchfüh­rung der notwendigen Reformen so nötigen Friedens.

Vom Londoner Kohlenarbeiterstreik.

London, 26. Januar. Im Kohlenarbeiterstreik herrscht weder bei den Arbeitgebern noch bei den Arbeit­nehmern Einmütigkeit. Verschiedene Kohlenfirmen sind bereit, die Lohnforderungen zu bewilligen, aber der Ar­beitgeberverband verweigert seine Zustimmung. Eme große Anzahl der Arbeiter der Firma Cornwall, die die Lohnforderungen bewill gte, hat sich bereit erklärt die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Streikführer emvfahien gestern in zwei Versammlungen, die Zugeständntste an- zunehmen, aber die Versammlungen entschieden st« M'

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