Englands ziatienpollllk.
Am Donnerstag hat, wie gemeldet, der englische Kabinettsrat stattgefunden, in dem die Entscheidung über das neue Flottenbudget fallen sollte. Nach der einen Lesart soll die Angelegnheit noch nicht endgültig geregelt worden sein, andererseits verlautet, daß eine VerstanR- gung erzielt worden wäre. Das letztere mag das richtigere sein, wahrscheinlich handelt es sich bet der erst erwähnten, aus offiziöser Quelle stammenden Meldung nur darum, daß noch einige untergeordnete Punkte der Lösung harren, während in der Haiwtsache eine Einigung erfolgt ist. Jedenfalls können die Differenzen entgegen den ursprünglichen Nachrichten keine /o weitgehende gewesen sein, denn man sah nach Schluß des Ministerrates ostentativ Lord Churchill mit dem Schatzsekretar George zusammen ganz gemütlich nach dem Aü- miralitätsgebäude gehen, wo sie nochmals eingehend konferierten.
Es heißt denn auch, daß ein Ausweg gefunden sei. der auf der einen Seite dem Plane Churchills gerecht werde, andererseits aber auch dem Standpunkt Lloyd Georges entgegenzukommen suche und für diesen keine Niederlage bedeute. Zu einem Bruche soll es daher nicht gekommen sein, nachdem Churchill in längerer Rede seinen Standpunkt für die Ergänzung des gegenwärtigen Flottenprogramms dargelegt hatte, wobei er sich einer gewissen Mäßigkeit befleißigte und schließlich die Zustimmung aller seiner Ministerkollegen fand. Zu einer längeren Debatte soll es nur über die Festlegung und Interpretation der Formel der 60 % Ueberlegenheit gekommen sein. Schließlich sei eine Verständigung dahin erzielt worden, in das Flottenbudget ein Minimum von 50 Millionen Pfund einznstellen, was man in den Streb, sen der Admiralität für eine ausreichende BMK^H8lt.
Ein derartiger Ausgang ließ sich mst^^emlicher Ge-
wißheit voraussehen, da wohl niemmH-Aglaubt hat, daß England lediglich mit Rücksicht. o^fbie Finanzen seine Flottenpolitik ansgebtz^Mirde. Die Aufbringung der Kosten mag^ tlpH^o schwierig sein, England bedarf zu '^Wotzmachtstellung einer starken Flotte. Auf jede Verstärkung einer anderen Kriegsflotte antwortet England sofort mit entsprechender Vermehrung, um unter allen Umständen sein Uebergewicht zur See zu wahren. Mag ja nicht alles bewilligt worden sein, was Herr Churchill gefordert hat, es wird doch immer noch genug sein, und man wird ja bald weiteres darüber hören.
" ‘ " „Franks. Ztg." aus London gemeldet
jetzt allgemein an, daß die Admira- n Etat um mindestens drei Millionen
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Wie übrigens der
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wird, nimmt man
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Pfund ohne parlamentarische Ermächtigung überschritten hat, sodaß die Ausgaben für das laufende Jahr über eine Milliarde Mark betragen dürften. Der neue Flotten- etat wird mindestens die gleiche Summe erfordern.
Seichsregienwg und SigatettenmonopoL
Zu der Frage der Schaffung eines Reichs-Zigaret- tenmonopols, die jetzt aus Anlaß des Dresdener Haussuchungen und des Vorgehens gegen den amerikanischen Tabaktrust in den Vordergrund aktuellen Interesses gerückt ist, erfährt die „Ins." folgende Einzelheiten:
Man hat vielfach, so besonders in den Kreisen der beteiligten Tabakinteressenten, in dem Vorgehen gegen die Dresdener Zigarettenfabriken ein nahes Bevorstchen eines Reichszigarettenmonopols erblicken wollen. Davon sind wir jedoch noch wenigstens für den Augenblick ziemlich weit entfernt. Alles, was die Reichsregierung bisher in der Trustfrage, die auch sie für eine schwere Bedrohung des deutschen Wirtschaftslebens hält, getan hat, erlebet sich in einer amtlichen Untersuchung über den Stand der Beziehungen des englisch-amerikanischen Tabaktrusts zur deutschen Zigarettenindustrie unter Heranziehung von Sachverständigen. Daß natürlich nun, Halbem die Beziehungen des Trusts zu deutschen Firmen in ihrem ganzen nnheilvollen Umfang aufgedeckt worden sind, die Enquete der Reichsregierung eine Fort- Ietzung sowohl in größerem Maße als auch mit tunlich- ter Beschleunigung finden wird, liegt aus der Hand. Ob ich jedoch die Ergebnisse aller dieser Untersuchungen zu ►er Forderung eines Zigarettenmonopols für das Reich verdichten werden, steht noch dahin. Darüber ist sich aber die Reichsregierung in Uebereinstimmung mit den beteiligten Kreisen vollkommen im Klaren, daß diesem Vordringen amerikanischen Trustwesens ober Besser gesagt Unwesens durchaus symptomische Bedeutung zu- kommt.
Die ersten Anzeichen einer Trustentwicklung aus deutschem Boden tauchten mit dem Vorgehen der „Standard Oil Conwany" aus, der man ganz wie heute mit einem Monopol zu wehren suchte. Wie konnte überhaupt eine solche Entwicklung bet uns einen geeigneten Nährboden finden? Diese Frage beantwortet sich nur aus den systematischen und zugleich ungeheuer geschickten Geschäftspraktiken der amerikanischen Finanzleute, denen man in Deutschland noch nicht gewachsen war. Um in
Die Dame im Schleier.
Spionage-Roman von Matthias Blank.
23) (Nachdruck verboten.)
„Du bist allein? Ist Onkel nicht zu Hause?"
„Nein!"
„Hm! Dann entschuldige mich!"
„Gewiß!"
Dabei lag seine Hand auf der Türklinke, als wollte er sich wieder entfernen. Dann empfand sie, daß dies ein Augenblick war, in dem sie mit ihm allein sein konnte, und sie dachte an jenes kurze Aufflackern ihrer Wünsche in dem Vorsätze: Kämpfen. Und sie sagte noch: „Bin ich allein Dir eine Last? Oder ist es Dir unangenehm, mir Gesellschaft leisten zu müssen?"
„Durchaus nicht, im Gegenteil. Ich dachte, ich würde Dich stören."
„Stören?"
„Hast Du nicht gelesen?"
Er wies dabei auf das Buch, das sie auf den Tisch neben sich gelegt hatte.
„Nein! Ich wollte es; aber ich werde gewiß ebenso gern plaudern, wenn Du für mich Zeit hast!"
„Und wenn ich es nicht hätte, so würbe ich für Dich immer noch Zeit gewinnen."
„Ist das nicht nur eine Höflichkeitsphrase?"
Robert Hatzfeld hatte sich Berta von Marberg gegen- übergesetzt.
„Weshalb bist Du immer voll Bedenken und Mißtrauen? Warum soll es gerade eine Redensart sein?"
„Ich will ja gerne daran glauben, daß Du in diesem Augenblick von einer solchen Einpfindung überzeugt bist. Wie aber wirst Du in einer Stunde darüber denken?"
„Du hast es wohl darauf abgesehen, alle Unhöflich, betten wider das Männergeschlecht über mich auszuschüt- tot. W MMM W Dir ein Leid zugefügt?"
Europa festen Ru6 fasten zu können, gründete »er Trust im Jahre 1902 in London die „British American Tobacco Co.^, die vor allem in Deutschland arbenen sollte. Dan ihr dies mit ausgezeichnetem Erfolg gelingen sollte, beweist die Tatsache, daß bald einige der bekanntesten und angesehensten Zigarettenfirmen Deutschlands völlig unter der Herrschaft des Trusts standen und mit »einem Kapital arbeiteten. Zuerst war es die Georg A. Jas- matzi A. G., der sehr bald Firmen vom Rufe der Fabriken Josetti, Sulima, Delta, Adler und zuletzt die Firma Batschari in Baden-Baden folgten. Ob ein Zigaretten- monopol kommt oder nicht, jedenfalls ist das erfreulich energische Vorgehen der Reichsregierung mit Freuden zu begrüßen, da hier eine wirtschaftliche Gefahr von unabsehbarer Tragweite droht.
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VreWmmen zur Zabern-Znlerpellatlon.
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Zu der Reichstagssitzung vom Freitag schreibt die „Bert. Morgenpost": Wieder war ein großer Tag. Das äußere Bild der Sitzmlg gemahnte an die großen Sitzungen vom 3. u. 4. Dezember. Es hat sich aber doch bestätigt, was alte Politiker vorausgesagt haben, daß alle Wiederholungen die Gefahr der Abschwächung in sich bergen. Die „Bost. Ztg." äußert: Alles muß einmal ein Ende haben, auch die Verhandlungen über Zabern. Der Schlußakt war notwendig. Die Ausemandersetzungen am Freitag ließen sich nicht vermeiden, aber bet allen bürgerlichen Parteien fand das Wort des Reichskanzlers Anklang: Nun sei die Zeit gekonnnen^M^smev-M der Wunde zu wühlen, sondern sie zu heMmDer Reichstag hat in der reichsländischen Bevölkerung die Ueberzeugung befestsirtz. Mß sie, wenn ihr Recht verletzt wird, bei ^Ll^BEsvertretnng auf Schutz rechnen dürfe. Jem Hat die Regierung ihre Schuldigkeit zu tun und durch weise Maßregeln zur Benchigung der Gemüter beizu- tragen. In der „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Die Ausführungen des Reichskanzlers waren im allgemeinen geschickt und glücklich. Die „Kreuzzei nng" findet, daß die wirkungsvolle Rede des Kanzlers einen guten Eindruck machte, da sie ben nationalen Gesichtspunkt mit starker Betonung in den Vordergrund rückte.
Politische Rundschau
Konservative und Prentzeubund. Die „Konservative Korrespondenz" brächte eine Veröffentlichung zum Ersten Prenßentag, in der festgestellt wird, daß es sich nicht um eine parteimäßig konservative Veranstaltung handele. Es heißt dann weiter: Es ist zu bedauern, daß auf dem Ersten Prenßentag durch mißverständliche Ausdrucksweise ober durch falsche Auslegung der Anschein erweckt worden ist, als ob über ein berechtigtes preutzr- sches Selbstgefühl und die gerechtfertigte Betonung preußischer Grundsätze hinaus eine Verletzung oder Geringschätzung anderer Stämme beabsichtigt gewesen wäre. Jedenfalls würde das unserer konservativen Anschauung nicht entsprechen.
Eine Szene aus der letzten Reichstagssitzung. In der bewegten Reichstagssitzung am Freitag wurde ein Vorgang viel bemerkt. Auf Veranlassung von Regierungsseite wurden dem Präsidenten Kaempf die beleidigenden Auslassungen des Abg. Frank über den Kronprinzen, von dem er sagte, er siehe in intimer Freundschaft mit Gesetzesverächtern und Staasstreichhetzern, im ' ' ' * ‘ " aber
Stenogramm vorgelegt. Der Präsident lehnte es aber ab, dem Redner daraufhin eine offizielle Rüge zu erteilen. Dieses Verhalten veranlaßte den Reichskanzler dann zu der scharfen Zurückweisung der Auslassungen des sozialdemokratischen Wortführers.
Rußland und die deutsche Militärmission. In Berliner diplomatischen Kreisen will man wissen, die vorzeitige Veröffentlichung der Veränderung in der Stellung des Leiters der deutschen Militärmission in Konstantinopel sei auf die russische Botschaft am Goldenen Horn zurückzuführen, die auf dem Umwege über Herrn von Jswolski die betreffende Mitteilung in den „Ma- tin" lancierte.
er-
Neue französische Rüstungskredite. Der Kriegs-, Marine- und Finanzminister haben ein neues Projekt ausgearbeitet, das erhebliche Kredite für die nationale Verteidigung vorsieht. Diese Kredite belaufen sich für das Kriegsdepartement auf 754 Millionen und für das Marinedepartement auf 135^ Millionen Franken. Diese Rüstungskredite sind in erster Linie zur Verbesserung in der Bewaffnung und der Ausrüstung namentlich der Artillerie an den befestigten Plätzen, sowie zur Errichtung von Truppenübungsplätzen usw. bestimmt.
Kleine nadirichfen
Die Söhne des deutschen Kronprinzen, Prinz Hu- bertus und Prinz Friedrich, die an Keuchhusten erkrankt sind, wurden am Freitagnachmittag in das Potsdamer Staotschlotz übergeführt. Die Kaiserin begab sich vormittags in das Schloß, um die Vorbereitungen zur Unterbringung der erkrankten Kinder zu beaufsichtigen.
„Welches?"
Ein vergrämtes Lächeln spielte dabei über die schmalen Lippen. So fragte er! Er hatte also alles vergessen sönnen und ahnte nicht, wie wehe ihr jedes Wort von ihm tun mußte.
„Du!"
Die Wahrheit hatte sie gesagt; aber ihre Stimme hatte sie zu einem Tone gezwungen, der scherzend klingen sollte.
„Ich? Na erlaube!"
Und sie sprach im gleichen Scherze: „Gewiß! Du warst der erste, der mir untreu wurde. Willst Du es vielleicht leugnen? Weißt Du noch, wie Du mir in Onkel Dieters Garten aus Gänseblumen einen Brautkranz gabst?"
„Ja! Lang ist das her! Aber schön war es doch, rvas wir als Kinder spielten!"
Spiel! So nannte er das, woran sie geglaubt hatte.
„Natürlich habe ich nichts vergessen," sprach er weiter. „Du warst ja stets meine Vertraute gervesen, mehr doch, als wenn ich eine Schwester besessen hätte."
Eine Schwester! Immer mehr versanken ihre Wünsche.
„Hatte ich Dir damals nicht schon von meinen großen Ideen erzählt?"
„Ja!" Sie hatte mit leiser Stimme geantwortet und dachte dabei an sein Versprechen, sie selbst dann für sich zu holen.
„Jetzt natürlich würbest Du Dich sehr widersetzen, wenn Du wieder von meinen Luftschlössern hören müßtest. Damals waren wir eben immer noch Kinder, wenn auch große Kinder."
Kinder! Wie seine Worte schmerzten! Und doch war sie froh um jedes Wort, damit alle törichten Gedarrten ausgelöscht würden.
„Du irrst! Wenn ich Dir damals wie eine Schwe- M Mx, so tw# ich Dir Mt wje eine Mutter sein."
Ermor-uug einer Deutsche« in Schanghai. Die ®®» tin des deutschen Fleischermeisters Richard Neumann wurde in ihrer Wohnung in Schanghai ermordet aufge* funden. Der Mord, der in früher Morgenstunde begangen worden ist, veranlaßte große Aufregung in Schanghai. Die Frau ist schrecklich verstümmelt. Der Wert der gestohlenen Juwelen und des entwendeten Geldes wird auf annähernd 4000 Pfund geschätzt.
Missetat neidischer Kinder. Aus Lemans im französischen Departement Sarthe wird gemeldet: Ein vierjähriger und ein dreijähriger Knabe haben aus Eifer- sucht darüber, daß dem achtzehn Monate alten Schwesterchen von der Mutter mehr Leckerbissen zugesteckt wurden, das Kind mit glühender Kohle überschüttet. Als die Mutter heimkehrte, fand sie das Kind in hoffnungslosem
^Zwei Polizisten von ihren Arrestanten niederge, schössen. In Kattowitz (Oberschlesien) wurden am Freitag zwei Polizeibeamte, die in einer Herberge zwei Russen festgenommen hatten und sich mit ihnen auf dem Wege zur Wache befanden, mit der Waffe angegriffen. Die beiden Russen zogen plötzlich ihre Revolver und gaben mehrere Schüsse auf die Beamten ab. Beide Polizisten stürzten mit schweren Kopfverletzungen auf die Straße nieder und mußten nach dem Krankenhaus gebracht werden. Die Russen sind über die nahe Grenze entkommen. „ ,
Ein Kind von einem Wiesel lebensgefährlich verletzt.
In Vourbon - Lancy entkam ein für zahm gehaltenes Wiesel aus seinem Käfig, sprang auf ein allein in der Stube in seiner Wiege liegendes anderthalbjähriges schlafendes Kind und biß ihm die Kehle durch. Das fürchterliche Geschrei des Kindes rief Nachbarn herbei, die die verschlossene Tür gewaltsam sprengten und das schwerverwundete Kind von dem gierig sein Blut saugenden kleinen Raubtier befreien konnten.
Von einer abstürzenden Lokomotive zermalmt. In der Nähe von Esch bei Luxemburg stürzte eine entgleiste Lokomotive von einer sechs Meter hohen Brücke herab und zermalmte einen unter der Brücke beschäftigten Arbeiter.
Auf der Drahtseilbahn bei Paris ereignete sich' ein Unfall, der babnrch verursacht wurde, daß während des Betriebes der Bahn ein Drahtseil ritz. Der Wagen sauste bergab unb traf auf zwei andere Wagen der Drahtseilbahn, die er mit sich ritz und mit rasender Schnelligkeit den Berg hinuntersauste. Endlich gelang es den Schaffnern, die Wagen aufzuhalten. Unterwegs wurde einem Autoomnibus, der die Bahn kreuzte, das Hinterteil zertrümmert. Dreizehn Personen wurden verletzt.
Ein neuer Bonaparte. Wie der Draht aus Brüssel meldet, hat die Prinzessin Viktor Napoleon, geborene Prinzessin Klementine von Belgien. Freitag morgen einem Knaben das Leben geschenkt. Prinz Viktor Napoleon, der im 52. Lebensjahre steht, ist das Haupt der konservativen Bonapartisten. Er hat seine Gemahlin erst zum Altar führen können, als König Leopold, der dieser Ehe sich widersetzte, die Augen schloß. Jetzt ist den Bo- napartlsten der ersehnte Erbe geboren worden.
Ein wahnsinniger Bauer als Menschenfresser. Ein ganz ungewöhnlicher Fall von Geisteskrankheit wird aus dem russischen Dorfe Delinkowo gemeldet. Ein Bauer, der von einem tollen Hunde gebissen worden war, wurde plötzlich wahnsinnig und tötete seine Frau. Darauf zerstückelte er den Körper und hatte, obwohl er sich dabei selbst tödlich verletzte, noch die Kraft, Teile des Leichnams zu braten und zu verzehren.
Ein Unterseeboot in Gefahr. Freitag nachmittag wurde auf der Reede von Toulon das Unterseeboot „Coulomb" von einem Transportdampfer getroffen und leicht beschädigt. Es konnte mit eigener Kraft das Arsenal erreichen.
w> Die Kälte am Rhein. Trotzdem die oberen 9te= benflüsse des Rheins zugefroren sind, bringt der Strom, wie aus Coblenz gemeldet wird, seC Freitag wieder viel Treibeis. Die Kälte betrug Sonnabend früh auf den Höhen des Westerwaldes 16 Grad R. Da die Felder ohne Schnee sind, ist die Wintersaat vernichtet.
9-£ Ein verunglückter Luxuszug. Der Luxuszug Paris-Calais ist gestern im Bahnhöfe von Marqmse mit einem Güterzuge zusammengestoßen, der gerade rangierte. Ein Schaffner wurde getötet, mehrere Reisende erlitten Verletzungen.
^ Verhaftung von Autobanditen. Der Neuyorker Polizei ist es gelungen, eine Automobildiebesbande zu verhaften, die in der letzten Zeit den Schrecken aller Automobilbesitzer bildete. Sie verstanden es in geschickter Weise, die Garagen aufzubrechen und die Automobile durch Lackieren völlig unkenntlich zu machen. Der Wert der in den letzten Jahren gestohlenen Automobile wird auf über 7 Millionen Dollars geschätzt.
®-£ Mord an einem französischen Generalkonsul. Der französische Generalkonsul und diplomatische Geschäftsträger de Valdrome in Tanger wurde Freitag abend von seinem Koch ermorbet. Der Generalkonsul hatte einige Gäste zum Abendessen eingeladen. Da sich sein
„Nun aber ist's genug! Du bist doch nicht älter wie ich."
„Nein! Also Deine beratende Freundin. Gefällt Dir das besser?"
„Etwas."
^,Aber immerhin noch nicht so gut, daß Du zu ihr jenes Vertrauen haben könntest, das sie einst besessen hatte."
„Hm! Zwischen dem Einst und dem Heute ist doch ein Unterschied."
„Welcher?"
Dabei hatte sie den Kopf in den Nacken zurttckge- worfen.
„Damals gab es keine Geheimnisse! Damals war alles in uns Traum und Illusion!"
„Und jetzt?" forschte sie.
„Jetzt strebt jedes nach Erfüllung."
„Ich begreife nur nicht, weshalb deshalb ein Vertrauen wie damals ausgeschlossen sein muß."
„Weil unsere Wünsche jetzt zugleich unsere Geheimnisse sind."
„Ah! Nun verstehe ich Dich. Zum Beispiel: Deine Liebe. Damals roerren Deine Hoffnungen darüber ein unbestimmtes Phantom; jetzt ist es eine bestimmte Persönlichkeit, und dabei zugleich Dein Geheimnis. Du brauchst gar nicht zu antworten, denn Du könntest in die Verlegenheit kommen, lügen zu müssen. Das will ich Dir ersparen."
• »Ich hätte gar keine Ursache, zu lügen."
„Wie soll ich das verstehen? Daß ich recht habe?" Ein sekundenlanges Besinnen; dann folgte ein entschlossenes: „Ja!"
Die Hände von Berta von Marberg umspannten die Stuhllehnen und preßten sie fest: „Du liebst also eine — eine hier in Berlin?"
„Ja!"
MÄsktzung folgt.)