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zeilich untersagt worden war. Um nun straffrei auszu- gehen, verleitete sie die vier Frauen zu falschen eidlichen Aussagen dahingehend, daß nicht sie, sondern ein aus­wärtiger Bilderhändler die Gesuche angefertigt habe. Die vier zum Meineid verleiteten Frauen, die der ge­richtliche Sachverständige als geistig zurückgeblieben be­zeichnete, wurden fretgesprochen, die Anstifterin indessen zu einer Zuchthausstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Ein verurteilter Vater mit 21 Kindern. Beträcht­liches Aufsehen erregte vor einigen Monaten in Herrn­hut die Verhaftung eines 81 Jahre alten früheren Ge­richtssekretärs F., der unter dem Verdacht stand, große Summen unterschlagen zu haben. Am Dienstag hatte er sich vor dem Bautzener Landgericht wegen Veruntreu­ung von 76 000 .ä zu verantworten. Er sollte das Ver­mögen eines geistig nicht ganz normalen Privatmannes verwalten, hat es aber zum allergrößten Teil für seine 21 Kinder verwendet, während er selbst sehr mäßig lebte. Sein Vergehen kam ans Tageslicht, als sein Schwieger­sohn die ihm versprochene Mitgift nicht erhalten konnte und Anzeige erstattete. F. wurde zu drei Jahren Ge­fängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt; zwei Monate Untersuchungshaft werden ihm angerechnet.

Wissenschaft, Kunft und Literatur.

Der neue Sudermann. Hermann Sudermann ist den Berlinern untreu geworden. Ueber sein neues, fünfaktiges Drama „Die Lobgesänge des Claudian" hat er die Hamburger zu Gericht sitzen lassen, und diese ha­ben im Deutschen Schauspielhause, wie aus Hamburg gemeldet wird, die bis Mitternacht währende Aufführung des Werkes respektvoll, ohne Widerspruch, aber auch ohne laute Zustimmung, und erst am Schluß durch leb­hafteren Beifall den Verfasser und einzelne Darsteller ehrend, .ausgenommen. Die Tragödie führt in die späteste Verfallszeit des Römerreichs: im Vordergrund der Geschehnisse steht Stilicho, Reichsverweser des kna­benhaften Kaisers Honorins. Den kraftvollen Stilicho möchte der Sänger Claudianus als Erlöser und neuen Herrn des Reiches sehen. Aber Stilicho schließt sich den Anschlägen des höfischen Dichters nicht an; und als die­ser in dem Glauben, Stilicho richte das Reich zu Grunde, ihn verräterisch töten lassen will, stoßt Wn Stilicho von sich weg, und Claudianus zieht in die Verbannung. Bald kann er sich rächen: die heimlichen Feinde Stilichos am Hofe haben dort seine Stellung untergraben und suchen Claudianus' Hilfe, um den verhaßten Reichsver- weser zu stürzen. Der verbitterte Dichter schließt sich ihnen an. Aber als er in einer Kapelle bei Ravenna der flüchtige Stilicho trügerisch in den Tod gelockt werden soll, da warnt Claudianus in einer unerwarteten Auf­wallung den Verlorenen,' er wird getötet und auch an Stilicho erfüllt sich jetzt das Schicksal.

Vermischtes

„Freifrau v. Podiebrad". Fürst Philipp Ernst zu Hohenlohe - Schillingsfürst, der gegenwärtige 60jährige älteste Sohn des dritten Kanzlers des Deutschen Reiches, hat sich vor einigen Wochen, wie erinnerlich, mit einer bürgerlichen Dame vermählt, nachdem seine erste Ge­mahlin, die Fürstin Chariclee, geb. Prinzessin Upsilanti, ihm am 22. Juni 1912 durch den Tod entrissen wurde. Es handelt sich um eine etwa 28jährige Bühnenkünst­lerin Fräulein Rica Grada, die früher dem Münchener Schauspielhaus angehörte. „Grada" war aber nur ihr Bühnenname. Sie stammt aus gucem Hause und ist die Tochter eines Klavierfabrikanten. Fürst Hohenlohe be­findet sich augenblicklich mit seiner Gemahlin auf Reisen. Er wird seinen Wohnsitz mit ihr auf dem Schlosse Po- diebrad in Böhmen nehmen, und es heißt, daß dem Fräu­lein Grada demnächst von einem thüringischen Hofe Der mit dem Hause Hohenlohe verwandt ist, Name und Titel einer „Freifrau v. Podiebrad" verliehen werden wird.

Eine Warnung für „Bastler". Aus Grone (Süöhan- nover) wird geschrcebeii Seit über vier Jahren arbeitet der jetzt 20 Jahre alte Sohn des 3 immer meiste r§ Wil­lig an Flugzeugkonstruktionen. Ohne jegliche Vorkennt- nisse der Flug- und Konstruktionstechnik wollte er einen neuen Typ von Flugzeugen konstruieren. Er hat auch mehrere flugzeugähnliche Apparate fertiggestellt, seine Flugzeuge haben aber niemals den Erdboden verlassen. Jetzt ist nun der junge Erfinder schwer erkrankt, und es mußte ihm der rechte Fuß abgenommen werden. In­folgedessen kann er nun nicht mehr daran denken, jemals Flieger oder Flugzeugkonstrukteur zu werden und hat seine im wahrsten Sinne des Wortes „hochfliegenden" c endgültig aufgeben müssen. Ein Vermögen

Pläne nun endgültig aufgeben müssen ist nutzlos verpulvert worden. In eine

_________ ._______ en. In einer Fachzeitung für Flugzeugwesen werden die von ihm konstruierten Flug- zeuge mit dem großen Flugzeugschuppen für ganze 3000 Mark zum Verkauf ausgeboten. Allein der Motor des letzten Flugzeuges hat über 4000 Mark gekostet. Und trotz des ausgebotenen Spottpreises will sich nicht einmal jemand finden, der die Apparate usw. kaufen will.

Der Riesenhafen für die „Jmperator"-Klasse. Der Riesenhafen, der in Cuxhafen durch Erweiterung des bisherigen Neuen Hafens auf eine Wasserfläche von 42 Hektar mit einem Kostenaufwand von 12 Millionen Mark gebaut wird, geht seiner Vollendung entgegen. Der Ha­fen ist dazu bestimmt, die Riesendampfer der Hamburg- Amerika-Linie, die 50 000- bezw. 55 000-Tons-Damvfer der „Jmperator"-Klasse, die größten Dampfer der Welt, aufzunehmen, von denen bisher der „Imperator" als erster dieser Schiffsriesen in Fahrt steht. Im Juni d. J. wird als zweiter Riesendampfer „Vaterland" in Dienst gestellt. Die am westlichen Hafenkopfe der 290 Meter breiten Hafeneinfahrt errichtete Landungsanlage ist 400 Meter lang und damit die größte Landungsanlage der Welt. Sie ist bereits so weit fertiggestellt, daß der „Im­perator" mit der Wiederaufnahme seiner Fahrten im März b. J. dort erstmalig anlegen kann. Im Hafen selbst, der in diesen Tagen die amtliche Bezeichnung „Amerika-Hafen" erhalten hat, ist der 700 Meter lange Südkai, der den Namen „Imperator-Kai" erhalten hat, als Liegeplatz für den jeweilig 3—4tügigen Aufenthalt zwischen Ankunft und Wiederausfahrt der Riesenöam- pfer bestimmt. Der Gesamthafen wird im Spätsommer dreses Jahres dem vollen Betrieb übergeben werden.

Mutter und Tochter als „Erbschafts"-SchWind-

lerinnen. Zwei gefährliche Gaunerinnen konnten in Berlin endlich festgenommen werden. Es handelt sich um eine Frau Emilie Mehnert und deren 19jährige Tochter Anna. Beide arbeiteten zusammen mit einem ganz neuen Trick. Sie suchten Leute mittleren Standes auf und erzählten ihnen, daß ihr Mann bezw. öer Vater gestorben sei und sie jetzt augenblicklich mittellos da- ständen. Sie würden zwar in allernächster Zeit eine Erbschaft ausgezahlt erhalten, doch wüßten sie nicht, wie sie sich bis dahin „redlich" durchs Leben schlagen könnten. In vielen Fällen wurden sie von den Mitleidigen aus­genommen und beherbergt. Nun war ihr ganzes Sin­nen darauf gerichtet, auszukundschaften, wo die Leute ihr Geld und ihre Wertsachen aufbewahrten; dann nah­men sie die erste Gelegenheit wahr, und stahlen, was sie nur an Geld und Geldeswert zusammenraffen konnten. Lo mosb fit von einem Opfer zum anderen, Jetzt er­

wischte die Polizei die beiden, als sie abends eine Woh­nung in der Amendestraße in Reinickendorf aufsuchen wollten. Beide wurden festgenommen und sofort einge­liefert. Ihr „Arbeitsfeld" war hauptsächlich der Norden und die nördlichen Vororte. Aber auch im Westen machten sie einmal reiche Beute. Sie hatten dort Zu­tritt in die Wohnung eines Schriftstellers erhalten. Während dieser verreist war, stahlen sie eine Schmetter­lingssammlung im Werte von 10 000 Mark.

Französische Neujahrsmünsche — Ende Januar! Aus Neustadt a. d. H. schreibt man dem „Frkf. General- anz.": Ein interessantes Licht auf die Zustände der fran­zösischen Post wirft die Tatsache, daß jetzt allmählich die Ende Dezember aufgegebenen Neujahrs-Glückwunsch- karten nach Deutschland gelangen. Während die deutsche Post dank ihrer mustergiltigen Organisation und dank der Pflichttreue ihrer Beamtenschaft auch den stärksten Neujahrsandrang mit höchstens einigen Stunden Ver­spätung bewältigt, wirft man in Frankreich unsere Drucksachen einfach so lange auf den Haufen, bis man Zeit findet, sie nach und nach zu befördern. Die Brief­marken tragen dann als Aufgabestempel nur eine Stum­mer, weil man sich offenbar nach 16 Tagen Verzögeruug scheut, das Einlieferungsdatum aufzustempeln.

Trostlose Lage mexikanischer Flüchtlinge. Aus Neu- york kommen Berichte über den jammervollen Zilstano, in dem sich gegen 4000 Männer, Frauen und Kinder befinden, die bet der allgemeinen Flucht der Regierungs- truppen aus Mexiko auf amerikanisches Gebiet geflüch­tet sind. Die Flüchtlinge sind jetzt auf dem Weg durch das unwirtliche Texas nach dem Platz, den die Regie­rung der VeretnigtenStaaten ihnen als vorläufigen Auf­enthalt angewiesen hat. Bei ihrer Flucht haben sie nur das Notwendigste zusammenraffen können und nur Ge­genstände mitgenommen, die sie wenig behindern. Trotz der tatkräftigen Unterstützung durch die amerikanischen Soldaten ist ihre Not sehr groß. Die Flüchtlinge wer­den im Fort Bliß untergebracht und vorläufig als Kriegsgefangene behandelt. Der Weg, den sie zu Fuß zurücklegen müssen, beträgt ungefähr 100 Kilometer; die übrige Strecke werden sie mit der Bahn befördert. Ge­neral Mercado, der besiegte Führer der Negierungstrup- pen, befindet sich unter einer Abteilung zerlumpter Sol­daten, ebenso fünf andere höhere Offiziere. Viele Ver­wundete blieben unterwegs liegen, wo sie elend umka- men. Wasser ist in dem wüstenartigen Teil von Texas sehr selten.

Der Rehbock im Wurstkessel. Zahm gemacht durch die bittere Kälte und den Hunger, machte vor ein paar Tagen, so wird aus Dieichenbach im Odenwald erzählt, ein Rehbock in der nach dem Garten bezw. freien Felde zu gelegenen Küche unseres Mitbürgers J. B. einen Besuch. Der mit der Mutter und Schwester im Hause anwesende Sohn, ein junger Bursche von zirka 15 Jah­ren, wollte das Tier ergreifen. Im Nu sprang dasselbe in die Höhe und auf den Deckel des glücklicherweise gerade unbenutzten Waschkessels. .Der Deckel kippte und plötzlich lag der Bock im Kessel. Hier packte ihn nun der junge Mann, der ein saftiges Stück Wildbret wohl nicht verachten mochte. Die Aengstlichkeit der Mutter wurde jedoch dem Tiere zur Rettung. „Ach du lieber Gott, he machtn jo tot, he macht« jo tot, me summen alle drei ins Zuchthusr rief sie außer sich, und im Hin­blick auf diese böse Aussicht schenkte man dem Tiere als­bald wieder die Freiheit.

Schneidermeister und Heldenvater. Am Stadttheater in Zwickau war vor kurzem das Fach der Heldenväter neu zu besetzen. Das erfuhr die kluge Gattin eines Schneidermeisters, der in einem Nachbarort die Nadel schwingt, und flugs griff sie zur Feder und richtete an Theaterdirektor Grelle in Zwickau diesen Brief, den das „Zwickauer Tageblatt" der Oeffentlichkeit übermittelt: „Sehr geehrter Herr Grelle! Sie werden Verzein das ich Ihre kostbare Zeit in Anspruch nehme, ich hatte mir schohn lange vorgenommen, einmal an Sie zu Schreiben, und es ist eine kleine List die ich damit gebrauche, da es mein Mann nicht Wissen tarf, was ich angestellt habe, ich möchte gern haben das mein Mann zum Theater gehn soll, aber wen ich davon anfauge spricht er allemal (da bin ich schon zu Alt) nu ja er ist 58 Jahr, nun ja ich teufe gerade die Alten Rollen wollen gemacht sein, und das er im diesenfall groß ist kan Ihnen gewiss Herr Buchtrukereibesitzer Berger oder Herr Apoterer Meeres am Markt bestädigen und so verschiedene andere, es kan ja vorleufig nur zur Aushilfe sein damit er fern beruf nich gleich aufgeben braucht. Und bein Theater da komt schnell mal was terkwäre da ist's manchmal gut wen Ersatz vorhanden ist. Sie könten uns doch da einmal besuchen wenn Sie mal nach hier komen, ich klaube sicher wen Sie wieder mal hier Spielen und sein Name ist als Gast auf Zettel das Sie volles Haus haben. Aber ich bitte Sie mich ja nicht zu verraten, sonst köntes mir schlimm gehn, ich möchte nur das er nicht so viel Schneidern braucht wir sein Arme Leute aber sehr ge­achtet, doch nun will ich Schließen in der Hoffnung das mein Schreiben nicht in Papirkorb feld und tarfen mir auch nicht wieder Schreiben aber ich bitte sich die Sache zu überlegen. Grüßt mit aller Hochachtung Frau Sollten Sie aber gesonnen sein mein Mann um eine Vorstellung zu bitten, so Schreiben Sie: (folgt genaue Adresse!) sollten Sie aber nach hier komen so weis ich von diesen Brief nichts." Wenn die wackere Frau auch ihr Ziel nicht erreichen wird, ihren Mann auf den weltbedeutenden Brettern von Zwickau mimen zu sehen, so hat sich doch ihr Wunsch erfüllt, daß der Brief „nicht in Papirkorb feld" .... Das wäre auch jammerschade gewesen.

Aus dem Eheleben. Frau: „Was, Du willst heute einmal die Vorstellung unseres Dilettantentheaters be­suchen?" — Gatte: „Ja, .... ich habe zufällig Deine Rolle gelesen! Habe gesehen, daß Du Heb, freundlich und herzlich zu sein hast, und bin neugierig, wie Du das zusammenbringst!"

Das Mnengeschoh des Zukuvslslriexes.

Die persönliche Tapferkeit jedes einzelnen kann im Kriege nicht mehr solche Triumphe feiern wie im Mit­telalter oder auch noch in den Kriegen des 19. Jahrhun­derts. An Stelle dessen ist mehr eine Art von Gesamt- tapferkeit getreten, die man auch mit dem Wort Man­neszucht oder soldatische Moral bezeichnen kann. So wenigstens stellt sich eine amerikanische Zeitschrift die Umwandlung des Kriegswesens vor, obgleich gerade in einem Lande, das fast ausschließlich eine Seemacht dar- stellt, die Bravour des einzelnen wohl etwas höher bewertet werden sollte. Ueberhaupt sind solche Erwä­gungen ziemlich müßiger Natur und würden erst dann eine stärkere Berechtigung haben, wenn wirklich dre Mittel zum Massenmord im Kriege eine so überwie­gende Rolle spielen würden, daß dagegen dre Intelli­genz der Truppenführung machtlos wäre. Schließlich hat man ja auch schon an automatische Soldaten gedacht.

Zu den Neuheiten, die wenigstens einen weiteren Schritt auf einem so erfreulichen Wege bedeuten könn­ten, gehört eine Erfindung, die ein norwegischer In­genieur Aasen gemacht und mit der Bezeichnung einer Minengranate belegt bat. Dies Geschoß würde eine

Artillerie ohne Bedienung fein, nach Art der tm See­krieg gebräuchlichen Sperrminen. Dre einzelne Granate soll mit allem Zubehör nur 9 Pfund wiegen und 400 Einzelgeschossen enthalten, die von einer winzigen Menge eines außerordentlich kräftigen Sprengstoffes in Bewegung gesetzt werden. Das Ganze ist ein eiserner Zylinder mit einer kesselförmigen Spitze. Der Mecha­nismus kann nur durch einen elektrischen Strom betä- tigt werden, der durch ein biegsames Kabel zugeführt wird. Die elektrische Zündung wirkt zunächst auf eine kleine Pnlverladung, und diese wirft die Granate aus der Erde heraus, in der sie locker verborgen ist. Am un­teren Ende ist sie an einer Kette befestigt, deren anderes Ende im Boden bleibt.

Die Explosion der Granate erfolgt in dem Augen­blick, in dem die Kette sich strafst. Die erreichte Höhe wird dann ungefähr ein Nieter über dem Boden be­tragen, und wenn nun die 400 kleinen Geschosse in wa- gerechter Richtung parallel zum Boden über eine Fläche von fast 1000 Quadratmetern ausgestreut werden, so kann man sich die Wirkung vorstellen, wenn die Ex­plosion inmitten einer marschierenden Truppe erfolgt. Die Versuche sollen ergeben haben, daß ein Einzelge- schoß dieser Granate noch auf 100 Meter unbedingt tödlich wirkt, und in einem Abstand von 12 Metern ein 10 Zentimeter dickes Brett durchschlägt.

Das Geschoß würde demnach ein Mittelding zwi­schen einer Mine, einem Explvstonsgeschvtz und einem Schrapnellgeschoß sein. Als besondere Vorteile werden hervorgehoben, daß diese Mine völlig unsichtbar ver­legt werden kann, daß sie immer in der gleichen Höhe explodiert, daß die Ausschleuöerung der Geschosse durch­weg in der wirksamsten Richtung erfolgt und daß üb­rigens auch eine vorzeitige Explosion unmöglich ist. Die Granate kann sogar aus kurzer Entfernung mit Gewehrfeuer beschossen werden, ohne zu explodieren. Auch läßt sich der Zünder leicht herausnehmen, also auch erst im letzten Moment einsetzen. Auch diese Erfindung wirb, selbst wenn sie das Versprochene leistet, keine all­zu große Umwälzung im Kriegswesen hervorbringen, da sie doch wohl mehr oder ausschließlich für Bertetdi- gungsstellungen, insbesondere tm Belagerungskrieg zu verwenden sein wird.

*• fieueifes vorn Lage.

Die Ausreise des Prinzen zu Wied.

teer Berlin, 22. Januar. (B. Z.) Der Prinz zu Wied wird am 28. Januar von Potsdam nach Triest abreisen und sich von dort auf dem Seewege, wahrschein­lich an Bord eines deutschen Kriegsschiffes, nach Durazzo begeben.

Großfeuer in den Borsig-Werken.

««- Berlin, 22. Januar. (B. Z.) Heute nacht gegen 2 Uhr entstand in einem Teil der mechanischen Werk­stätten der Borsig-Maschinenfabrik Feuer, das einen Teil des Werkes vernichtete.

Prinz Carol preußischer Oberleutnant.

teer Potsdam, 22. Januar. (B. Z.) Heute mittag wurde Prinz Carol von Rumänien bet Der dritten Kom­pagnie des 1. Garde-Regiments als Oberleutnant ein- gestellt. Anwesend war auch Kronprinz Ferdinand von Rumänien.

Deuische Torpedoboote für Griechenland.

te-r Kiel. 22. Januar. Die auf der Vulkan-Werft in Stettin für die gikdjtulje Marme erbauten 6 Torpedo­boote haben heute vormittag nach mehrtägigem Aufent­halt im hiesigen Hafen die Ausreise nach den griechischen Gewässern angetreten. Die Kommandanten der Torpedo­boote sind gestern nachmittag von dem Generalinspekteur der Marine, dem Prinzen Heinrich von Preußen, em­pfangen worden.

Seine eigene Frau totgeprügelt.

te-r Dortmund, 22. Januar. Der Invalide Wilhelm Zywitz hat in der vergangenen Nacht seine Ehefrau Der­artig geprügelt, daß sie an den Folgen der Verletzungen heute gestorben ist. Der Unmensch wurde verhaftet.

Explosion in einer französischen Pulverfabrik.

teer Paris, 22. Januar. In der staatlichen Pulver- fabrik zu Nicaut bei Tours explodierte ein großer Vor­rat an Pulver. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß die Gebäude völlig zertrümmert wurden. Fünf Ar- beiter, die sich gerade im Trockenraum aufhielten, wur. den schwer verletzt. Die Ursache der Katastrophe ist auf das Entweichen von Aetheroämpfen zurückzuführen, die in Verbindung mit der Luft ein starkes Explosionsgas, gemisch herveisührten. Der angerichtete Schaden ist außerordentlich groß.

Wintersnot in Frankreich.

teer Paris, 22. Januar. Infolge der Schneestürme sind einige Dörfer bei Beziers in Südfrankreich seit fast einer Woche von der Außenwelt abgeichnitten. Die Bür­germeister teilten dem Präfekten telegraphisch mit, daß die Lebensmittel der Einwohner erschöpft seien und daß die Dörfer aus ihrer bedrohlichen Lage befreit werden müssen.

Die Baronin Baughan in Gefahr.

teer Nizza, 22. Januar. Bei einem Aufstieg, welchen die Baronin Baughan, einstige Gemahlin des verstorbe­nen Königs Leopold von Belgien, und eines ihrer Kinder gestern nachmittag mit dem Wasserflugzeug des Aviati­kers Maiton unternahm, verlor der Apparat das Gleich­gewicht, da einer der beiden Schwimmer des Flugzeuges von einer starken Welle weggerissen war, und sank lnS Meer. Es gelang aber, die Baronin und ihr Kind so­wie den Flugzeugführer mit Motorbooten zu retten.

Ein Schnellzug in Spanien entgleist.

te-r Toledo, 22. Januar. Der Expreßzug von Anda­lusien ist infolge eines Erdrutsches entgleist. Sieben Per­sonen wurden verletzt.

Massenerkrankungen an Trichinose.

te-r Madrid, 22. Januar. In Algar bei Mureia sind sechzig Fälle von Trichinose vorgekommen. Eine Frau ist gestorben, mehrere andere Personen liegen hoffnungs­los darnieder.

Ein Deutscher im türkischen Generalstab.

te-r Konstantinopel, 22. Januar. Hier lief das Ge­rücht, daß Oberst Bronsart von Schellendorf, der bisher die dritte Division des ersten Armeekorps in Konstanti­nopel befehligte, zum zweiten Chef des Großen General­stabes ernannt worden sei.

Eine Niederlage der mexikanischen Rebellen.

t-r Nenyork, 22. Januar. Nach einem Telegramm aus Mexiko gibt der Kriegsminister bekannt, daß die Rebellen bei dem Versuche, Cuernavaca zu nehmen, von den Regierungstruppen geschlagen worden seien. Sie hätten 2000 Mann verloren.

Bandei und Verkehr»

tee* Berlin, 22. Januar. Die Reichsbank setzte heute den Diskont von 6 auf 4)4 % und den Lombardzins­fuß von 6 auf 5% % fest. In der Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank führte Präsident Havenstein aus: Die Ansprtiche an die Reichsbank seien Mitte Dezember bis Ende Dezember vorigen Jahres sehr groß gewesen, größer, als jemals in den Vorfahren. Die Rückflüsse nach diesem Termin hätten sich aber normal ge­staltet und die Privatguthaben hätten stark zugenommen.