edls stamme, willigte ein,
zubieten, da die Preise für seine Verhältnisse zu hoch waren. Schließlich erstand er um einen billigen Preis drei verpackte Films, die, wie er glaubte, noch nicht benutzt worden waren. Daheim bemerkte er jedoch, daß die Papierunchüllung eines Filmpakets offenbar in seiner Tasche aufgerissen und die Filmrolle infolgedessen unbrauchbar geworden war oder schon benutzt worden sein mußte.
Der Schüler wandte sich hierauf an seinen «Professor mit der Bitte, den Film im Laboratorium der Anstalt, die er befiidjte, entwickeln zu dürfen. Der Professor, dem der Schüler gleichzeitig mitgeteilt hatte, daß oer Film aus dem Nachlasse Redls stamme, willigte ein, stellte aber die Bedingung, bei der Entwicklung des Films anwesend sein zu können, da er wohl erotische Bilder darin vermutete. Als der Schüler mut tags darauf im Beisein des Professors den Film entwickelte, stellte sich heraus, daß er die photographische Vervielfältigung eines Dokumentes war, dessen Bedeutung durch die Uuterschrift des Thronfolgers gekennzeichnet war. Es war ein nur für zwei Personen, den Präger Korpskommandanten und den Präger Generalstabschef, bestimmter Reservatbefehl von außerordentlicher und weittragender Wichtigkeit. „
Dem Professor war es auf den ersten Blick klar, daß ■ er ein Beweisstück für Redls hochverräterische Tätigkeit entdeckt hatte. Offenbar hatte Redl die Filmrolle, wie oft vorher, zur Versendung vorbereitet. Den Film hatte er nach der photographischen Aufnahme wieder sorgfältig eingerollt und die Papierumhüllung verklebt, fodaß es den Anschein erwecken mußte, als ob der Film noch nicht benutzt worden war. In diesem Zustanoe konnte er trotz seines bedeutungsvollen Inhaltes leicht und unauffällig verschickt werden. Nur die Entdeckung der Redlichen Tätigkeit hatte dies verhindert, während der militärischen Untersuchungskommission die anscheinend unbenutzten Rollen nicht verdächtig wurden, sodatz sie samt dem Geheimnisse, das sie bargen, versteigert wurden."
Nachdem der Professor den Fund der Militärbehörde übergeben und diese sofort eine Untersuchung über den Sachverhalt angestellt hatte, wurden die Filmrollen an das Kriegsministerium übersandt.
Vermischtes*
Die Riesenschlange als Verbrecherwerkzeng. Auf eine in Verbrecherkreisen etwas ungewöhnliche Wetze, mit Hilfe einer Riesenschlauge, wollten sich zwei, internationale Hotel- und Juwecendieve in den Besitz von Brillanten im Werte von einer halben Million Mark setzen. Bevor ihnen ihr seit zwei Jahren vorbereiteter Coup gelang, wurden sie in der Nacht zum Freitag von der Münchener Polizei in einem der ersten Hotels verhaftet. Ueber den aufsehenerregenden Fall erfahren die „Münch. Nr. Nachr." folgende Einzelheiten: Seit etwa drei Wochen hielt sich ein sehr reiches englisches Ehepaar in München auf. Bald nach ihrer Ankunft stieg in dem gleichen vornehmen Hotel ein Herr aus Skandinavien ab, der einen sehr distinguierten Eindruck machte. Man hielt ihn für einen Grandseigneur, da er gewandt aus- trat und mit einem Apparat an Gepäckstücken reiste, wie ihn sonst nie reisende Hochstapler benutzen. Er hatte allein dreißig Paar Schuhe bei sich und feine Hanoe strotzten geradezu von Brillanten. Der Fremde machte sich bei der ersten besten Gelegenheit an das englische Ehepaar heran, mit dem er in sehr freundschaftlicher Weise verkehrte. Er hielt sich sehr sehr viel im Vestibül auf und dort besuchte ihn auch einmal sein Freund, der sich unter dem Namen Frankly aus Petersburg in einem benachbarten Hotel eingemietet hatte. Dieser Freund des Skandinaviers fiel dem Engländer auf, der sich erinnerte, daß dieser Herr ihn seit zwei Jahren in sehr auffälliger Weise aus seinen Resten verfolgte. Da er außerdem Anhaltspunkte dafür hatte, daß der Skandinavier ihn zu erpressen versuchte, teilte er seine Beobachtungen der Polizei mit, die noch in der Nacht den Skandinavier unter großen Stcherhestsvorkehrungen verhaftete. Auch sein Freund Frankly ist nicht mehr ms Hotel zurückgekehrt,- man hat ihn auch m Pollzeige- wahrsam genommen. Der Skandinavier hatte versucht, seine Zwecke mit Hilfe einer Riesenschlange zu erreichen, die dann im Bade vorgefunden wurde. Als bekannt wurde, daß ein so gefährliches Tier im Hotel sei, entstand in dem Hotel eine kleine Panik. , Man „telepho- nierte dem Tierpark Hellabrunn, der einige Wärter av- ordnete, die das Tier mit Leichtigkeit emfmgen. Die Schlange, eine sogenannte Tigerschlange, ist, ausgewachsen und gut genährt, leicht imstande, eine Antilope zu zerdrücken. Giftzähne besitzt sie nicht. Das nier, das man im Bade vorgefunden hat, war allerdings derart heruntergekommen, daß es nur als Schreckmittel hatte verwendet werden können. Die Schlange hat sicherlich seit Wochen keinerlei Nahrung mehr bekommen und ist o abgemagert, daß es sehr fraglich erscheint, ob sieauch bei guter Pflege im Tierpark wird am Leben erhalten werden können. _ t
Fliegerabenteuer in Johanntsthal. Auf dem Flugplatz Johanntsthal hatte am Montag der Flieger Bal- lod rÄt seiner Jeannin-Stahltaube mehrere Aufstiege gemacht und bei Einbruch der Dunkelheit landete er, drosselte aber den Motor so stark ab, dan er stehen blieb. Um nicht den schweren Eindecker über das Feld schieben zu müssen, stieg Balloö aus dem Sitz und warf den Motor wieder an. Da aber der Gashebel auf Halbgas stand, setzte sich der Flugapparat mit großer Geschwindigkeit in Bewegung. Der Flieger hatte.gerade noch Zeit, sich auf die Seite zu werfen, um nicht von der Schraube getroffen zu werden, als das Flugzeug mit großer Geschwindigkeit davonfauste. Nach zehn Minuten blieb der Apparat in einem Graben stecken. Nun schwang sich Ballod in den Führersitz und konnte so das Flugzeug unversehrt in den Schuppen bringen.
Ein kaum glaubliches Unternehmen. Eine Transportgesellschaft für Nachtschwärmer — dieses eigenartige Geschäftsunternehmen hat sich in Brüssel in Gestalt einer Gesellschaft aufgetan, die sich die löbliche Aufgabe stellt, verspätete marode Bummler zu sammeln und nach Hame zu transportieren. Zu diesem Zweck machen die Angestellten der Gesellschaft um Mitternacht die Runde durch die Restaurants und Kneipen und bieten den Personen, die aern nach Hause gehen möchten, aber nicht mehr das rechte Vertrauen haben, diese Absicht ohne fremde Unter- sttzung ausführen zu können, ihre Dienste an. Die Taxen für die Heimbeförderung sind die folgenden: Summarisches Verfahren: 65 Pfg., sorgsamere, individuelle Behandlung 90 Pfg., Transport in einem Tragsessel 1,2a Mark, Transport per Schubkarren oder Handwagen mit Zugabe einer Decke 1,50 Jl, Beförderung im Hundesuhr
werk 2
Nr. 15 368 der Fremdenlegion. Aus Elz bei Lim- burg wird geschrieben: Nach einem Briefe an seinen hier lebenden Bruder befindet sich der ca. 21 Jahre alte Wilhelm Röddinger seit dem 8. November in der Fremdenlegion. In Mars-la-Tour, wo er auf seiner Wander-
^elm Rödd
sMt^:ir§af,Hte 'tt“^&Hf'der"Polizeswache und nach drei Tagen war sein Schicksalin Verdun besiegelt. Mit v« LWvüstL» trgnzösifchen Schnelligkeit, mit wel-
cher die Opfer über Marseille nach Oran gebracht werden, gelangte er zum 1. Regiment und wurde unter Nr. 15 363 in die Reihen desselben eingestellt. Wie er schreibt, muß er Anfang Februar mit nach Marokko und befindet sich in großer Not. Besonders um Geld bittet er, um seine Magenbedürfnisse befriedigen zu können, und bereut es sehr, sich einfangen und beschwätzen haben zu lassen. Für unsere tatendurstigen und romantisch veranlagten jungen Leute mag dieses wieder eine Warnung sein. Aber sie hören ja nicht darauf.
er.
Körper
In der Selbsthypnose gestorben. Von einem höchst seltsamen Fall der Selbsthypnose, der sogar ein Menschenleben forderte, wird aus Petersburg geschrieben: Hier war ein junger Polizeioffizier von einem der Tollwut verdächtigen Hunde gebissen worden, ohne daß der Biß die geringsten Folgen hatte. Der Hund wurde erschossen, untersucht, der junge Offizier desgleichen untersucht, es zeigten sich jedoch keinerlei Symptome. Ueber ein halbes Jahr verging, der Offizier blieb gesund, konnte aber ein gewisses Gefühl der Angst, daß die Tollwut sich dennoch eines Tages äußern würde, nicht unterdrücken. Die Freunde des jungen Mannes, die von seiner Furcht wußten, neckten ihn des öfteren. Eine Zeitlang ließ er sich die Neckereien ruhig gefallen, dann aber wurde er plötzlich ärgerlich und nervös, und verbat sich auf das entschiedenste jeden Angriff in dieser Hin- sichst Natürlich konnte es der eine und der andere nicht lassen, immer wieder auf das Thema zurückzukommen, und der Offizier wurde schließlich so nervös, daß er sich von jeder Geselligkeit zurückzog. Es gab in Petersburg kaum noch einen Arzt, den er nicht ausgesucht hätte, alle stellten fest, daß die Erkrankung lediglich auf Einbildung beruhe. Zur Ablenkung wurde der eingebildete Kranke in ein Sanatorium geschickt. Hier schien sich sein Zustand auch zu bessern. Da, bei dem Anblicke eines Hundes, brach die „Krankheit" wieder aus, der Mann wurde rasend, konnte schließlich nur noch mit aller Mühe gebändigt werden, alle Zeichen der Tollwut stellten sich ein, er biß, er kratzte, und wenige Tage später starb “ Wie die Untersuchung ergab, fanden sich in dem Kör, des Dahingegangenen auch nicht die leisesten Anzeichen einer wirklichen Erkrankung, und die hervorragendsten Aerzte sind zu der Meinung gelangt, daß der junge Offizier an einer Art von Selbsthypnose gestorben sei.
Große Not in Spanien. Andauernder Schneefall und große Kälte im Hochland, stellenweise bis 20 Grad, verursachen in ganz Spanien äußerste Not und viele Unglücksfälle. In Madrid, wo tiefer Schnee liegt, herrschen infolge völligen Versagens der städtischen Dienste unerträgliche Zustände. Der Wagenverkehr ist vollständig unterbrochen und allein am Sonntag wurden neben Hunderten leichterer Fälle über dreißig schwere Verletzungen stürzender Fußgänger verzeichnet. Infolge der unzulänglichen Armenpflege erreicht die Sterblichkeit in den unbemittelten Klassen eine unheimliche Höhe.
Dünne Kleider «vd Teuerung. Einen merkwürdigen Zusammenhang zwischen Mode und Nationalökonomie, zwischen Fraueneitelkeit und Nahrungsmit- telteuerung hat ein amerikanischer Gelehrter festgestellt. In einem Vortrage äußerte sich der Professor für Chemie an der Universität Pennsylvania, Dr. A. E. Taylor über den Einfluß der jetzt modernen dünnen Kleider auf die Ernährung und die Verteuerung der Lebenshaltung. „Der neue Stil der Mode," so erklärte er, „veranlaßte die Frauen, weniger und dünnere Kleider zu tragen. Infolge davon verlangt ihr Körper eine größere Erwärmung, als sie durch normale Ernährung hervorgebracht wird. Um also eine größere Menge von Calorien zu erzielen, müssen die Frauen mehr essen; dadurch wird das Leben teurer, und diese Steigerung der Nahrungszusuhr beträgt nach meiner Schätzung wenigstens 10 Prozent mehr, als bei gewöhnlicher Ernährung." — Na, na! Die Teuerung hat ganz andere
Ursachen.
Versuche das Lebensalter auf 5000 Jahre zu verlagern. Das „Lebenselixier", das der berühmte amerikanische Nobelpreisträger Carrel erfinden will, hat schon von jeher die Aerzte und Alchimisten beschäftigt. Der berühmteste unter ihnen ist Cagliostro, der ein Rezept ausgearbeite: hat, wie man 5000 Jahre alt werden kann. Etwas bescheidener war der berühmte Zeitgenosse Casanovas, der Graf von St.-Ger- main, der selbst behauptet hat, tausend Jahre alt k^ den zu können, in Wirklichkeit erreichte er e.n A' er von fast 100 Jahren. Alle seine Freunde, darunter auch ein deutscher Herzog, haben ein sehr hohes Alter erreicht, und, wie sie erklären, nur mit Hufe des, „Lebenselixier" des geheimnisvollen Grafen. Cagliostro telbst hat dagegen teine Beweise von der Tauglichkeit seines Elixiers gegeben. Trotzdem wird es interessieren, wie man es anfangen muß, um nach Cagliostro 5000 Jahre alt zu werden Man muß sich zu Beginn eines jeden 50. Jahres im Mai zur Zeit des Vollmondes in ein Zimmer einschließen, nichts genießen als eine leichte Suppe und zarte Kräuter und dazu im Mai gefallenes Regenwasser trinken. Jede Mahlzeit muß mit einer Flüssigkeit anfangen und mit einer Brotkruste enden. Am 17. Tage muß man zu Ader lassen und dann gewisse weiße Tropfen, sechs des Morgens und sechs des Abends und jeden nächsten Tag immer zwei mehr, zu sich nehmen. Am 32. Tage in der Morgendämmerung muß man wieder zu Ader lassen. Am folgenden Tage muß man sich zu Bett legen und darin bis zur Beendigung der Kur bleiben. Am 33. Tage wird der erste Gran des „Urstoffes" genossen, und man verliert das Bewußtsein. Es erfolgen Zuckungen und ein heftiger Schweiß bricht aus. Ist man wieder zu sich gekommen, so erhält man eine aus einem Pfund Nindfleuch ohne Fett, aber mit Kräutern hergestellte Kr^ftbrühe. Am folgenden Tage nimmt man wieder einen Gran „Urfton zu sich Darauf erfolgt Fieber und Jrrereden. Haut, Zähne undHaare fallen ab und aus. Am 35. Tage nimmt man wieder ein laues Bad und am 36. Tage den dritten und letzten Gran „Urstoff" in einem Glaie alwn Weines. Während eines darauf folgenden tiefen Glases wachsen Haut, Haare und Zähne wieder nach. Berm Erwachen nimmt man ein aronurtisches BaD. am 08. Tage ein Salpeterbad, am 39. zehn Tropfen von Lag» liostros Balsam in zwei Löffeln roten Wemes. Am 40. Tage ist die physische Wiedergeburt beendet, man lebt weitere fünfzig Jahre, macht dann wieder dieielbe
äs zur Be
Kur usw.________ -
Amtliches Hanüweclkzevg in China.
Als Hilfsmittel, die ärztliche Kunst zu erlernen, dient in Mina, wie Dr. Borttsch in seinem Buch „Chinesische Patienten und ihre Aerzte" schreibt, zunächst eme »^oge Anzahl von Büchern, teils gedruckt und meist ur- W Ursprungs teils geschrieben und jeweils von AeNleckt zu Geschlecht überliefert. Ferner ist, nament- Uch für chirurgische Aerzte eine hölzerne Gliederpuppe feär wichtig,- an ihr erlernt man nam- ff 61''ÄS Bunttw, das d-w, das Ma»el. Sterten Diese Prozedur dient zum Teil zum Erkennen d'es^ Wohnsitzes einer Krankheit, zum Teil zur Heilung und soll vom Kaiser Huana-Ti < etwa 2700 vor Christus) erfunden worden sein. Die Puppe tragt 367 Zeichen, je in einem kleinen Geviert oder Kreis, wo
mit der ganze Leib der Puppe überskit ist, und jedem Zeichen entspricht irgend ein inneres Organ,- manchmal ist die Puppe selbst mit Stadeln versehen, und solch ein Modell sieht dann aus, wie das Bild eines bepfeilten Märtyrers.
Bei der Akupunktur nun sticht der Arzt dem Patienten, entsprechend dem auf der Puppe angegebenen Ort, da oder dort eine kalte oder rotglühende Nadel ins Fleisch urrd in die Organe,- und gar oft scheuen sich die Aerzte nicht, in ihrer barbarischen Unkenntnis die Nadel in die Ohren, Augen und Eingeweide zu senken. Die Folgen kann mau sich denken! — Diese Nadeln sehen in der Regel wie unsere Nähnadeln aus, nur sind sie länger und gröber, manche sogar bis zu zwei Fuß lang; die Aerzte unterscheiden neun verschiedene Arten: pfcilförmige, stumpfe, spitze, speerförmige, schwertförmige, runde, haardünne, lange und große. Hin und wieder wird die Nadel Tage lang im Fleisch stecken gelassen, was jedenfalls nicht ohne Wirkung bleibt. Es ist wohl von ähnlichem Erfolg begleitet, wie wenn eine dieser Nadeln abbricht, was nicht selten geschieht. und da der chinesische Arzt sie selbst nicht mehr herausziehen kann, so kommen die Armen zum Missionsarzt, wenn einer zu erreichen ist.
Die Chirurgen besitzen meist ein wenig imponierendes Instrumentarium, das sie sich aus gewöhnlichem Handwerkszeug zusammengestellt haben, so die eben erwähnten Nadeln zum Glühendmachen und Einstechen,- etliche spitze Messer, um Abszesse oder gar schlimmere Sachen, wie Darmbrüche, Wasserbrüche, Geschwülste, aufzuschneiden,' eine Beißzange, um Zähne zu ziehen oder — abzubrechen,' ein Pflastermesser, um Salben zu streichen,- vielleicht auch noch etliche spitze Haken, Klammern und Spritzen.
w neuestes vom Lage.
Die Wer im Lager.
w> Stratzvnrg, 20. Januar. Wie der „Elsässer" aus guter Quelle erfährt, nnro das Infanterieregiment Nr. 99, das auf die TruppenUbungsptutze Bitsch und Hage- nau verteilt ist, bis zum Oktober dieses Jahres dort verbleiben. Darauf wird das Regiment nach Straßburg tn Garnison kommen. Ueber die Verlegung eines anderen Regiments nach Zabern schweben noch Verhandlungen.
In türkischen Dienste«.
o-* Chemnttz, 20. Januar. Der bekannte Herrenreiter Kirsten vorn 21. sächsischen Ulanenregiment, der kürzlich zum Major ernannt worden ist, ist mit Genehmigung des Kaisers und des Königs von Sachsen als Mitglied der deutschen Militärmission in Konstantinopel berufen. Durch Jrade des Sultans ist Kirsten zum Oberstleutnant befördert und ihm das Kommando des ersten türkischen Kavallerieregiments übertragen worden. Anfangs Februar wird der Majorate Ausreise nach Konstantinopel antreten.
Berlins Beitrag für die Olympischen Spiele.
Berlin, 20. Januar. (B. Z.) Der Magistrat hat beschlossen, für die Veranstaltung der Olympischen Spiele im Jahre 1916 in Berlin 50 000 Mark zu bewilligen. Der Beitrag ist nicht davon abhängig gemacht worden, daß das Reich und die Vororte keinen Beitrag leisten. Der Magistrat hat lediglich der bestimmten Er- wartung Ausdruck gegeben, daß alle beteiligten Faktoren die Veranstaltung der Olympischen Spiele unterstützen werden.
Der Nestor der deutschen Dichter t.
Hamburg, 20. Januar. In Groß-Flottbeck ist gestern der Nestor der deutschen Dichter, Heinrich Zeise, tm 92. Lebensjahre gestorben. Zeise sehnte bereits Jett längerer Zeit den Tod herbei, da er in den letzten Jahren taubstumm gcroorden war, zu der zuletzt noch Erblrn- dung getreten war. , .
Kassenerfolge des „Parsisal" in Paris.
^ Paris, 20. Januar. Der „Excelsior" veröffentlicht eine interessante Statistik, nach der die Pariser Große Oper für die ersten Parsifalaufführungen nicht weniger als 222 876 Franken eingenommen hat Damit hat „Parsisal" den Rekord für alle Einnahmeziffern bei Operri in Paris bei weitem geschlagen.
Entsendnng ren Kriegsschissen nach Albanien?
r-> v ,s, ‘_c. Januar. Der Petit Parisien will wissen, dc ß d.e tbl..elfe auf Anraten der internationalen Kentrollstatton nie Enliendung von Kriegsschiffen an die albaniühe Küste ins Auge fassen.
Li ve-.rr' re auf der Untergrundbahn.
Paris, 20. Januar. Als gei ein abend ein Zug ’r । wien Untergrundbahn in die Station Odeon einlief, stürzte sich ein junges Paar unter die Räder und wurde vollständig zermacmt. Wie aus den bei den Leichen Vorgefundenen Briesen tMvorgeht, handelt es sich um einen eben eingezogenen Soldaten namens Mrg- non und um die Krankenpflegerin Pasteur.. Beide haben Selbstmord begangen, weil die Eltern sich einer ehelichen Verbindung widersetzten.
Eine (Gastwirtin vom eigenen Sohn erschösse«.
tot Prag, 20. Januar. (B. Z.) In Karolinenthal wurde die Gastwirtin Schamal von ihrem Sohne, einem Kaffeehausbesitzer, durch zwei Gewehrschüsse getötet, weil sie ihm einen geforderten Geldbetrag nicht gegeben hatte.
Strenge Erlasse Enver Paschas.
Konstantinopel, 20. Januar. Zwei von den hiesigen Zeitungen veröffentlichte Erlcyse des Kriegsministers fordern von den muselmanischen und chrtst- lichen Soldaten strenge Erfüllung ihrer religiösen Pflichten und verbieten den Offizieren bei Strafe der Entlassung oder Stellung zur Disposition, an öffentlichen Orten zu trinken.
Auf einer Suche «ach dem gesunkene« A 7.
m London, 20. Januar. Die Bemühungen, das gesunkene Unterseeboot A 7 aufzufinden, wurden gestern in der Whitesandbat wiederholt, aber ohne Erfolg, obwohl 16 Schisse 10 Sstmden lang suchten. Kurz vor
tz der Suche stießen die Kabeltaucher auf ein Hindernis. Zerno^ smv an oer Stelle zurückgeblieben, um den Tauchern ein Weitersuchen zu ermöglichen. — Die Presse erhebt heftige Vorwürfe gegen die britische Admiralität, weil sie noch immer diese Serie von Unterseebooten in Dienst behalte. Man erinnert an die Ausführungen eines deutschen Blattes, daß diese Unterseeboote mit schwimmenden Särgen zu vergleichen seien, ein Ausdruck, der vollauf gerechtfertigt sei.
Drei Aufseher von Verbrechern erschossen.
x Neuyork, 20. Januar. tB. Z.) In dem Zuchthause Mac Alester im Staate Oklahoma versuchten drei Gefangene, welche sich Gewehre verschafft hatten, aus- zubrechen. Sie erschossen drei Aufseher und einen zufällig anwesenden Richter. Schließlich konnten die Verbrecher niedergeschossen werden._______________ _
Bandei und Verkehr«
Die vorläufigen Ergebnisse der Vieh- und Obst- baumzählung vom 1. Dezember werden jetzt in der „Statistischen Korr." für den preußischen Staat veröffentlicht. Es wurden danach gezählt im Staat 8 475 514 viehhal- tende Haushaltungen, 3 216 257 Pferde, 12 257 403 stück Rindvieh, 3 819 88.0 Schafe, 18 014 338 Schweine, 2169 833 Ziegen, 106 970 868 Obstbäume.