vederraschmgen am Goldenen Horn
Die Jungtürken am Ruder.
Am Goldenen Horn haben die Ueberraschungen begonnen und sind sicherlich noch lange nicht zu Ende. Mit einigen gewaltigen Federstrichen hat der Kriegsminister Enver Bey eine beispiellose Verjüngung des Offizierkorps durchgeführt, unbekümmert darum, daß er sich dadurch einige hundert jäh verabschiedeter Generale und Offiziere zu Todfeinden machte. Mit harten Worten, rote sie seit des Großen Friedrich und Napoleons Tagen kaum irgendwo gehört worden sind, Hat er der Armee ihren kläglichen Zusammenbruch vorgehalten und ihr die Schuld an dem Verlust der besten Provinzen aufgeladen. Zugleich verkündet er aber den Anfang eines energischen Wiederaufbaues und die durch die Verjüngung ersparten Mittel werden schon, ehe sie wirklich erspart sind, zur Erhöhung der momentanen Schlagferttgkeit des türkischen Reichs verwendet.
Daß dieser selbe Mann zugleich in der Frage der deutschen Militärmission einen kläglichen Rückzug vor den Drohungen Rußlands und dem finanziellen Drucke Frankreichs angetreten haben sollte, könnte als ein psychologisches Stätfel erscheinen. Aber doch nur, wenn man ganz oberflächlich zusieht, so oberflächlich, wie es wieder einmal ein Teil der Berliner Presse tut, wenn sie mit lautem Geschrei ankündigt, daß das Deutsche Reich wieder einmal bis auf die Knochen blamiert set. In Wirklichkeit ist es sonnenklar, daß Enver Bey eben Zeit und Luft haben muß für die Erreichung seiner politischen Ziele, und daß er diesem höheren und für ihn höchsten Zwecke gewisse Opfer zu bringen sich entschlossen hat, Opfer, die neuerdings auch uns, und natürlich nicht ganz angenehm berührten, aber doch ent- fernknicht in dem Maße, wie jene Blätter es darstellen.
Die deutsche Diplomatie hat von allem Anfang an den Standpunkt vertreten, daß der Einspruch Rußlands gegen die Stellung des ersten türkischen Armeekorps unter das Kommando eines deutschen Generals lediglich zwischen der Türkei und Rußland zum Austrag kommen müsse, wobei sich allerdings von selbst verstand, daß nachträglich zu prüfen sein würde, ob die deutschen Vollmachten der Mission noch der Verantwortlichkeit entsprächen, die ihr auferlegt ist. Und dabei kam allerdings nicht nur das persönliche Empfinden der beteiligten Offiziere, sondern indirekt auch die Ehre des Reiches und seiner Waffen in Frage. Haben wir es doch schon einmal erlebt, daß wir für Mißerfolge in Anspruch genommen wurden, für die unsere Offiziere in Wahrheit nicht die leiseste Verantwortung traf.
Ist dem so. dann muß natürlich erwartet und verlangt werden, daß General v. Liman und seine Mitarbeiter nicht einen Tag länger in der Türkei bleiben, als wie dieser Gefahrpunkt vorüber ist. Aber darüber ist ein endgültiges Urteil von hier aus wirklich noch nicht möglich. Noch weiß man nicht, ob der zum türkischen Marschall und gleichzeitig zum preußischen General der Kavallerie beförderte Herr v. Liman wirklich zum Generalinspekteur des türkischen Heeres ernannt ist oder nicht. Aber auch wenn auf diese Etiket- tierung verzichtet werden sollte, so ist es immer noch sehr wohl denkbar, daß ihm ein weiter, einflußreicher und verantwortungsvoller Wirkungskreis gesichert ist.
Vom politischen Standpunkt aus wird man füglich sagen können, daß ein allzu starkes Engagement des Reichs für die angebrochene jungtürkische Aera nicht wünschenswert ist. Die Türkei hat wenig oder gar nichts mehr zu verlieren und kann also ein Babanque-Spiel riskieren. Ob dieses Spiel aber noch zu gewinnen ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls wird sich Enver Bey mit einer Lösung der Jnselfrage, wie sie Griechenland verlangt und anscheinend die Großmächte vorschlagen, nicht zufrieden geben. Er hält, wie auch die auffallende und sachlich kaum zu rechtfertigende Verzögerung des formellen Friedensschlusses mit Serbien eist, die Periode der türkischen Zugeständnisse offe für abgeschlossen und wird versuchen, auch den W Europas zu überwinden, wie es ihn in der Adri
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bar 1114. uvyi |U,4 VI |V»1 4441V WUV VV4|UU/4Uf U44U, VUI -CV14 len Europas zu überwinden, wie es ihn in der Adrianopelfrage überwunden hat. Aber es ist fraglich, ob es ihm gelingt, die Türkei zu einer letzten großen Kraft- anstrengung hinzureitzen, und es ist mehr als fraglich, ob ihr in Anbetracht der tatsächlichen Stärkeverhältnisse ein Erfolg beschieden sein kann.
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Die fünf größten Wehrbeiträge.
Der Stand der Einschätzungen zum Wehrbeitrag ist immerhin so weit gediehen, daß sich seine Ausgestaltung im Einzelnen bereits gut überblicken läßt. Von besonderem Interesse ist es dabei, festzustellen, welche Persönlichkeiten anteilsweise am stärksten mit Wehrbet- träaen beteiligt sind. Es ergibt sich dabei, daß allem die fünf größten Wehrbeiträge die stattliche Höhe von 20 Millionen Mark erreichen. Diese Summe verteilt sich im Einzelnen folgendermaßen:
Ein Millionär hat drei Millionen zu entrichten, drei zahlen je 4 Millionen und einer 5 Millionen an ein-
Die Dame im Schleier.
Spionage-Roman von Matthias Blank.
19) K (Nachdruck verbotet»)
„Ich hatte es doch versprochen."
„Und mich hat es glücklich gemacht."
„Zürnen Sie mir nicht, daß ich gestern so häßlich war?"
„Häßlich? Warum?"
„Es war nicht schön, was ich alles gesagt hatte."
„Davon weiß ich nichts. Ich weiß nur, daß ich bei Ihnen sein darf, daß Sie mir eine gnädige Herrin waren, als ich Ihnen verraten, was mich hierhergetrieben hatte."
Und langsam schlenderten sie durch die stillen Anlagen des Tiergartens. Da und dort begegnete ihnen eine Spreewälderin mit den breiten, spitzen Hauben und den Schleifen, die Kinder an die Sonne führte, oder auch ein junges Paar.
. .^^„^Eiden plauderten von tausend Dingen, von Zu- kunststräumen, von Berlin, von schönen Bildern und guten Büchern. Dabei huschte hinter ihnen unsichtbar der Liebesgott, der den Pfeil schon aus dem Köcher genommen und im Bogen zum Schutz angelegt hatte.
Sie waren über den großen Stern gekommen und schlugen die Wegrichtung ein, die zu den Zelten führt.
„Ich freute mich, daß Sie gestern abend gleich gegangen sind."
„Warum?"
-Weil ich fühlte, daß Sie — Sie wirklich nur meinetwegen gekommen waren."
Die bleichen Wangen wiesen dabei ein flüchtig auf- steigendeS Rot.
Er suchte den Blick ihrer blauen Augen: „Und sonst? Sagte Ihnen mein Benehmen sonst nichts?"
„Ich weiß nicht, was Sie meinen."
Dabei wagte sie es aber nicht, ihn anzusehen; die Blicke huschtM über den sonnenbeschienenen Kiesboden.
maligem Wehrbeitrag. Den höchsten Beitrag überhaupt hat Frau Bertha Krupp von Bohlen und Salbach an das Reich abzuführen. Nämlich, da ihr Vermögen aus 284 000 000 Mark und ihr jährliches Einkommen auf 18 Millionen Mark einzuschätzen ist, so beläuft sich ihr Beitrag auf fünf Millionen. Unter denen, die vier Millionen entrichten werden, ist an erster Stelle der deutsche Kaiser hervorzuheben. Er steht mit der Höhe seines Beitrags an der Spitze aller von den sonstigen deutschen Bundesfürsten zu leistenden Wehrbet- träge. Ihm gleich stehen auf Grund ihres annäherungsweise auch auf gleichem Stand sich haltenden Vermögens und Einkommens der Fürst Guido Henckel von Don- nersmarck und der Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe- Oehringen, Herzog von Ujest. Sehr groß wird sich auch der Beitrag des Fürsten von Pleß und des Freiherr» Max von Goldschmiüt-Rothschilö gestalten.
Man ist übrigens in finanzwissenschaftlichen Kreisen vielfach der Ansicht, daß bei Gelegenheit der Veranlagung zum Wehrbeitrag in vorzüglicher Weise zum ersten Mal eine genaue Feststellung des Nationalreich- tums des deutschen Volkes sich ermöglichen lassen wird.
Die Kriegerverelne und die Vorgänge in Zabern.
Der Vorstand des Preußischen Landes-Kriegerver- bandes veröffentlicht in der „Parole", dem Blatte des Deutschen Kriegerbundes, eine Erklärung zu den Vorgängen in Zabern. Es wird darin betont, daß es nicht Sache der Kriegervcreine sei, die politischen und staatsrechtlichen Seiten dieser Vorkommnisse zu besprechen. Ueber die militärische Bedeutung des Falles wird folgendes ausgeführt:
Das feste Gefüge der Armee ist die Grundlage sür Ruhe und Sicherheit des Bürgers im Innern und für den Frieden nach außen. Die Armee ist daher die vornehmste Einrichtung im Staate, ihr Ansehen muß aufrecht erhalten werden, wenn der Staat bestehen soll. Wird ihre Ehre böswillig oder leichtfertig angetastet, so erheischt die Pflicht, mit den Mitteln einzuschreiten, die durst) die Befehle des obersten Kriegsherrn vorgeschrieben sind. . . . Jeder alte Soldat weiß, daß in der Armee nur ein Wille gelten darf, der Wille des Kaisers. Ohne dieses vornehmste Gebot kann die Armee nicht das sein, was sie zum Heile des Volkes sein muß, das scharfe Schwert in der Hand dessen, der über Krieg und Frieden zu entscheiden hat, in der Hand Seiner Majestät des Kaisers und Königs.
Unbedingte Königstreue hat von jeher unsere Armee beseelt und soll sie für immer erfüllen. Die alten Soldaten in den Kriegervereinen wissen, daß der Allerhöchste Kriegsherr und die Armee zusammengehören, und daß die Heeresgewalt in der Hand des Kaisers bleiben muß. Der Parteien Haß und Gunst darf nicht bei ihr Einkehr halten. Die in den deutschen Herzen tief wurzelnde Königstreue und monarchische Gesinnung bürgen dafür, daß dies gelte für alle Zeiten!
Politische Rundschau.
Die neuen Besoldungsnovellen werden dem vreu- ßischen Landtage voraussichtlich schon Anfang Februar zugehen können. Zu gleicher Zeit wird auch dem Reichstage die angekündigte Novelle zur Besoldungsordnung vorgelegt werden.
Die reichsländische Erste Kammer nahm am Montag nach Besprechung der Zabern-Jnterpellation mit 33 gegen 3 Stimmen eine Resolution an, in der es heißt: Die Erste Kammer beklagt auf das tiefste die Vorkommnisse in Zabern, welche geeignet sind, ein völlig falsches Bild der elsaß-lothringischen Bevölkerung und ganz besonders des Verhältnisses zwischen Militär und der Landesbevölkerung hervorzurufen. Sie ist der Ansicht, daß die bedauerlichen Vorgänge vermieden worden waren, wenn das unwürdige, die Bevölkerung verletzende und herausfordernde Benehmen eines jungen Offiziers seitens seiner Vorgesetzten sofort die entsprechende Remedur erhalten und letztere bekannt gegeben worden wäre. Sie ist ferner der Ansicht, daß der militärische Befehlshaber schwere Ueberschreitungen seiner Befugnisse sich hat zuschulden kommen lassen. Sie ist endlich der Ansicht, daß gegen die Wiederholung solcher Vorgänge eine sichere Garantie gegeben werden muß.
Zu der Ordensverleihung an Oberst von Renter schreibt die „Tgl. Rdsch.", indem sie sich gegen das „B. T." wendet, das darin eine besonders auffällige Auszeichnung erblickt: Oberst von Reuter hat ein Patent seines Dienstgrades vom 19. November 1912, und er besaß bisher als höchsten preußischen Orden den Kronen- orden dritter Klasse. Nachdem Oberst von Reuter sich mithin im zweiten Jahr seines Dienstgrades befindet, mußte ihm mit den Regimentskommandeuren vom gleichaltrigen Patent die nächsthöhere Stufe in der preußischen Ordensskala verliehen werden, die eben der Rote Adlerorden dritter Klaste mit der Schleife ist. Mit irgendwelchen Vorgängen in der Affäre von Zabern hat
„Verriet das nicht meine Liebe, die damals schon begonnen hatte, als Sie mir das erstemal begegnet waren? Ich dachte die ganzen Tage nur an Sie! Lassen Sie mich nun davon sprechen! Wir sind allein. Nienrand kann es sonst erlauschen. Und nur Ihnen gilt die Liebe, die mit dem Frühling gekommen ist. Mta! Darf, darf ich Dich so nennen?"
Und er hatte ihre Hand erhäscht. Er konnte es sehen, wie hastig sie atmete; er fühlte es an der Hand, die er festhielt, wie ihre Pulse flogen.
„Ich kann nicht viele Worte finden, auch keine überschwenglichen Redensarten. Es liegt wohl etwas daran, wenn man sagt, das Glück sei stumm. Ich kann die Glückseligkeit nicht schildern, die ich in mir trage, weil ich von der Hoffnung erfüllt bin, daß ich lieben darf und daß ein klein wenig Liebe in Deinem Herzen auch mir gehört. Bin ich töricht, bin ich ein Phantast, weil ich daran glaube?"
Sie schüttelte den Kopf, mit brennenden, heißen Wangen, wagte ihn dabei aber immer noch nicht anzusehen.
„So ist mein Glaube erfüllt! Sieh mich an, daß ich in Deinen Augen sehen kann, ob in diesen auch das Glück ist!"
Langsam hob sie den Kopf.
Die Blicke kreuzten sich.
„Du, Mia!"
Ganz zögernd klang ihre Stimme: „Ich weiß ja gar nicht, wie ich — Dich nennen soll."
„Robert! Bob! Wie Du willst! Nur das laß mich hören, daß Du mich liebst."
„So wie Du mich, Bob!"
Bei diesem Geständnisse war eine ausgelassene Fröh- lcchkeit über ihn gekommen; er hätte ja laut jubeln mögen, damit alle von seinem Glück hören sollten.
„Weißt Du auch, was nun geschehen muß?"
„Was?" Und ihre Augen schauten ihn forschend an.
„Nun müssen wir in den Zelten Einkehr halten, wie
diese OrdenSäüszetchnung gar nichts zu tun, sie steht m.t ihr weder nach der einen noch nach der anderen Seite hin in einem ursächlichen Zusammenhang.
Die Besprechung der Zabern-Jnterpellation im Reichstage ist für den nächsten Donnerstag in Aussicht genommen. — Die Zivilklagen gegen den Oberst von Reuter wegen widerrechtlicher Freiheitsberaubung usw. sollen, wie verlautet, bereits in der nächsten oder übernächsten Woche vor dem Zaberner Landgericht verhandelt werden.
Die Zahl der Invalide« aus de« Kriege« vor 1870 ist noch verhältnismäßig groß; sie beträgt 3359. dazu kommen noch 190 Offiziere. Das durchschnittliche Lebensalter dieser Invaliden steht zwischen 67 und 76 Jahren. Die Zahl der Invaliden aus dem Kriege von 1870/71 beträgt an Feldwebeln und Wachtmeistern 508, an Sergeanten und Unteroffizieren 2304 und an Gefreiten und Gemeinen 19 970, insgesamt 22 782 und an Offizieren 2115. Das durchschnittliche Lebensalter steht zwischen 68 und 74 Jahren.
Der frühere französtschL Kriegsminister General Picqvart ist am Montag infolge eines Sturzes vom Pferde gestorben. Picquart, 1854 in Straßburg geboren, ist vor allem durch sein öffentliches Eintreten für Drey- fus bekannt geworden. Seine Parteinahme in dem Prozeß verwickelte ihn in eine Untersuchung, und er wurde zur Disposition gestellt. Erst nach dem Urteil des Kassationshofes wurde er durch besonderen Beschluß der Kammer militärisch rehabilitiert und zum General befördert. Der Verstorbene war am Dienstag voriger Woche beim Reiten auf gefrorener Erde mit dem Pferde gestürzt und hatte sich dabei eine Verletzung am oberen Teile des Kopfes zugezogen, die jetzt den Tod herbeigeführt hat.
Das Kommando -es erste» türkische« Armeekorps in Konstantinopel, das ursprünglich dem Führer der deutschen Militärmission, General v. Liman, zugedacht war, ist nun dem Oberstleutnant im Generalstab Nuri Bei übertragen worden. Enver Pascha ist durch die Verleihung des Großkordons des Meöschidiö-Ordens eine neue und bemerkenswerte Auszeichnung zuteil geworden. Die in Konstantinopel und den türkischen Küstengebieten veranstaltete Sammlung zum Ausbau und der Reorganisation der türkischen Flotte hat bereit? beträchtliche Summen ergeben.
Kleine Rachrichten.
Unterstützung der olnmpischen Spiele d«rch die Stadt Berlin. Die Stadt Berlin will für die Olympiade 1916 einen angemessenen Beitrag zur Verfügung stellen, und der Staöwerordnete:m.rsammlung wird bereits in nächster Zeit eine Vorlage des 3A gistrats zugehen. Der Beitrag soll aber von oer Vo.a«.->,etzung abhängig gemacht werden, daß die Vororte, d. s 8.eich und alle übrigen in Frage kommenden Fartoren ihrerseits" auch einen Olympiabeitrag bewilligen.
Von einem Dreizehnjährigen totgeschlagen. Der 13- jährige Sohn des Arbeiters Tetzlaff aus Gr.-Lesewitz bei Marienburg überfiel auf der Chaussee ein neunjähriges Mädchen und schlug es dann mit einem Knüppel nieder. Als es noch Lebenszeichen von sich gab, holte er eine Brechstange und schlug so lange, bis das Kind tot war. Tetzlaff wurde festgenommen. Er leugnete zwar anfangs, mußte die Tat aber doch zugeben.
Verhaftung eines Eisenbahnattentäters. Im Sommer vorigen Jahres wurden mehrere Attentate auf Et- senbahnzüge verübt, die Beunruhigung im Publikum hervorriefen. Jetzt ist es gelungen, den Täter der beiden gefährlichsten Attentate, von denen eins im Bereich der Eisenbahndirektion Hannover und das andere in dem der Direktion Halle a. d. S. verübt wurde, in der Person des 53 Jahre alten Tischlers Maschinako aus Neukölln zu ermitteln. Der Genannte befindet sich seit längerer Zeit in Halle. Die gegen ihn geführte Unter» suchung hat jetzt ihren Abschluß damit gefunden, daß der gefährliche Verbrecher für geisteskrank erklärt wurde.
Hinrichtung auf Samoa. Der an dem Händler W. Lehners auf Samoa im vorigen Jahre verübte Mord hat jetzt, wie aus Apia gemeldet wird, seine Sühne gefunden. Die drei verurteilten Chinesen wurden durch den Strang hingerichtet.
Der Film im Dienste des Hochverrats.
Die ftaatsgefährliche Tätigkeit des österreichischen Generalstabsobersten Redl, dessen Spionagedienste für Rußland und dessen Selbstmord noch in frischem Gedächtnis sind, wird aufs neue durch ienen Vorfall klar, der in diesen Tagen in Prag gespielt hat und jetzt bekannt wird. Die „Bohemia" erzählt ihn folgendermaßen:
Als der Nachlaß Redls versteigert und es bekannt wurde, daß auch eine Reihe wertvoller photographischer Apparate auf diese Weise käuflich seien, wollte ein Präger Mittelschüler die Gelegenheit benützen und einen derartigen Apparat billig erstehen. Er nahm deshalb an der Versteigerung teil, bemühte sich aber vergebens mit»
es ein richtiges Liebespaar tut. Alle, die der Frühling zu- sammengeführt hat, wie auch uns, trinken dort den Kaffee."
Und Mia von Theöen widersprach nicht.
Da saßen sie denn im Garten unter einem weiß- blauen Leinendache, an einem kleinen Tischchen; von irgendwoher klangen die Weisen eines sentimentalen Liedes. Der Kellner mit der fliegenden weißen Serviette hatte ihnen den Kaffee gebracht. Von einer Kuchenplatte hatte Mia von Theden ein Herz aus Butterblätterteig nehmen müssen.
Er hielt immer ihre linke Hand.
Und als sie einmal lachend sagte: „Aber ich brauche meine Hand nun selbst," antwortete er darauf: „Und ich muß immer etwas von Dir haben, damit ich weiß daß Tu wirklich mir gehörst. Du wirst mit der einen Hand auskommen müssen."
So schnell verstrich die Zett, daß die beiden erschraken, als die äonne im Westen zwischen den Baumstämmen tm Abendrot durchleuchtete.
„So spät!"
„Und so schön," war seine Entgegnung.
„Mama wird schelten!"
Du! Das wird die erste Prüfung unserer jungen iebe sem! Ist Deine Liebe groß genug, daß Du memetwillen diese Schelte ertragen wirst?"
„Ja! Mehr noch!"
„Du, du?" Dabei drohte er, mit einem Lächeln, mit dem Finger: „Flunkerst Du jetzt nicht ein klein bißchen?"
Wahrend dieses Gespräches schritten sie schon durch die Wege des Tiergartens, den sie vollständig durchqueren mußten, um nach der Rauchstratze zu gelangen.
„Nem! Alles würde ich tun! Glaubst Du, ich würde mutlos sein?"
„Nein! Ich habe ja selbst schon gesehen, wie tapfer Du sein kannst."
(Fortsetzung folgt.)