Einzelbild herunterladen
 

tündiger Beratung verkündet der Obmann der Ge- chworenen den Wahrspruch. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofes verkündet der Vorsitzende. Landgerichts- lirektor Dr. Heldtmann, sodann das eingangs mitge- eilte Urteil. Bor dem Gerichtsgebäude harrte eine große Menschenmenge des Urteils und nahm die Todesstrafe gegen den Angeklagten mit großer Befriedigung auf.

Strafbefehl wegen rnhcstöreuden Niesens. Ein in­teressanter Prozeß hat sich dieser Tage vor dem Schöffen­gericht in Bunzlau abgespielt. Einem dortigen Bürger war von der Polizeiverwaltung ein Strafbefehl zuge­stellt worden, weil er in der Nacht zum 29. November o. J. auf dem Marktplatze zu laut geniest hatte. Er er­hob Widerspruch. Der Verteidiger wies das Gericht da­rauf hin, daß es nicht Sache der Polizei sein könne, das Niesen der Einwohner unter Kontrolle zu stellen. Das sei nicht angängig, derartig gegen einen Bürger vorzu- gehen. Das Gericht erkannte auf Freisprechung.

Vier Monate Gefängnis wegen KindesmitzhanS- lung. Das Schöffengericht in Berlin verhandelte gegen die Portierfrau Clara Türk wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges und einer das Leben gefährdenden Behandlung. Die Angeklagte brächte einen jetzt fünfjährigen Knaben mit in die Ehe. Schon vor ihrer Verheiratung soll die Angeklagte das Kind sehr schlecht behandelt haben. Als die grausame Mutter dann geheiratet hatte, wurde der Knabe bei jeder Gelegenheit mit einem Ausklopfer, mit Pantoffeln, einmal auch mit einem Schlüssel mißhandelt. Manchmal erhielt das Kind tagsüber nichts zu essen, sodaß die Nachbarn sich seiner erbarmen mußten; sie nahmen bet solchen Gelegenheiten auch wahr, daß der Kleine Striemen und blaue Flecken am Körper aufwies. Eine als Zeugin vernommene Nachbarin erzählte vor Gericht unter Tränen, das Kind habe eines Tages, weil es sich verunreinigt hatte, solange nackend in einer Ecke stehen müssen, bis es vor Müdig­keit und Hunger umfiel. Schließlich zeigte eine der Augenzeuginnen die Sache der Polizei an, worauf das Kind abgeholt und in einem Waisenhause untergebracht wurde. Der Gerichtshof verurteilte die Angeklagte, dem Anträge des Amtsanwalts entsprechend, wegen ihrer an den Tag gelegten Roheit zu vier Monaten Gefängnis.

Giftmord durch Batterien.

Aus der Praxis moderner Verbrecher.

Der Sensationsprozeß, der sich in diesen Tagen vor den Frankfurter Geschworenen abspielte, und dem die unheimlichen verbrecherischen Taten des Giftmischers Hopf zugrunde lagen, lenkt die allgemeine Aufmerksam­keit auf eines der gefährlichsten Gebiete des modernen Verbrechens. Giftmorde an sich sind freilich nichts Neu­es; man kann sogar sagen, daß diese Untaten in der neueren Zeit im Verhältnis zum Altertum und zum Mittelalter ganz erheblich zuruckgegangen sind. Denn heute steht die Justiz derartigen Verbrechen nicht mehr wie in früheren Zeiten hilflos gegenüber; dank ven Fortschritten der Physik, der Chemie und Medizin ver­mag der Kriminalist den verbrecherischen Schleichwegen der Giftmischer fast ausnahmslos erfolgreich nachzu- spüren und ihnen ihre Untaten wissenschaftlich unum­stößlich nachzuweisen.

Es ist aber auch eine alte Erfahrung, daß auch das Verbrechertum mit den Fortschritten der Wissenschaft Schritt zu halten und sich deren Methoden nutzbar zu machen sucht. Der Giftmörder unserer Tage kennt die furchtbare Wirkung gewisser Krankheitsstoffe, insbe­sondere der Erreger von gefährlichen Infektionskrank­heiten, und er arbeitet heute an Stelle anorganischer Gifte mit Reinkulturen von Bakterien. Beachtenswert ist dabei der Umstand, daß die Phantasie der Roman­schriftsteller solche Verbrechen vorausgeahnt hat, bevor diese selbst nachweislich verübt worden sind.

Viel Staub aufgewirbelt hat vor verhältnismäßig ganz kurzer Zeit, in den Jahren 1910 und 1911 der Giftmordprozetz Panschenko-Buturlin. Der Mediziner Dr. Panschenko wurde beschuldigt, dem jungen Butur- lin, einem reichen Erben, Präparate beigebracht zu haben, die Buturlins Tod bewirkt haben sollen. In dem Sinne legte auch Panschenko ein Geständnis ab; in dem Prozeß konnte aber nicht einwandfrei nachge­wiesen werden, an welchem Gift Buturlin gestorben ist. Soweit man nach den sich widersprechenden Gut­achten der Sachverständigen in dem Prozeß schließen kann, scheint Buturlin an Cholera zugrunde gegangen zu sein, manche Symptome sprachen jedenfalls dafür. Es konnte freilich nicht mit absoluter Sicherheit nachge­wiesen werden, ob Panschenko wirklich mit Bakterien- stiften Metiers bat.

Ein ähnlicher Fall wie der jetzt in Frankfurt am Main zur Aburteilung stehende hat sich vor vier Jah­ren in den Vereinigten Staaten ereignet. In Kansas City im Staate Missourie hatte ein Dr. Hyde den On­kel seiner Frau, den Obersten Swope, mit Strychnin vergiftet, um sich in den Besitz des enormen Ver­mögens von Swope zu setzen, das 25 Millionen Dollars betrug. Hyde hatte geradezu Massenvergtftungsver- suche angestellt, um zu seinem Ziele zu gelangen. Er war auf den furchtbaren Gedanken verfallen, das Trmk- wasser der Familie mit Typhusbazillen zu verseuchen. Auf diese Weise sollten außer dem Obersten und dessen Neffen noch weitere acht Familienmitglieder beseitigt werden. Die Anklage nahm ferner an, daß Hyde auch den Vetter eines anderen Millionärs namens Hun- ton vergiftet habe. Ferner sollte erwiesen sein, daß er wiederholt versucht habe, auch seiner Frau Gift beizu- bringen. Der Giftmörder wurde am 17. Mai 1910 vom Schwurgericht in Kansas City zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die Geschworenen hatten, sechzig Stunden lang beraten, ehe sie sich auf „schuldig" einigten.

Daß in Amerika derlei Untaten gang und gäbe sind, das zeigen die umfassenden Maßregeln, die ergriffen werden, damit die Justiz von der Verbrechern, die mit allen Künsten der modernen Wissenschaft arbeiten, nicht etwa gar überholt wird. So ist im letzten Jahre in Chicago die Gründung eines Instituts in die Wege ge­leitet worden, an dem Männer der Wissenschaft die Möglichkeit finden, den Kampf gegen das moderne Ver­brechen erfolgreich aufzunehmen. Denn nach der über­einstimmenden Aussage aller Autoritäten der Chicagoer Gerichtsbehörden haben sich die Methoden der Mör­der in den letzten Jahren derart verfeinert, kompliziert und vervollkommnet, daß mit dem bisher üblichen System der Totenschau viele Verbrechen sich der Ent­deckung und damit der Verfolgung entziehen.

Vermischtes.

Ueber die Postkarten, Sie dem Leutnant Freiherr» v. Forstner zugegangen und ausgehändigt worden sind, erzählt die in Stuttgart erscheinende „Süddeutsche Zei­tung: „Wir stellen fest, daß unter den von der Postver- wattung in Zabern ursprünglich als beleidigend zurück- gehaltenen Sendungen sich die Ansichtskarte eines Ober- postasststenten in Dresden, der in Straßburg gedient hat, befindet. Die mit voller Namensunterschrift versehene fäßt auf der Rückseite ein den Anforderungen ster Aesthetik nicht ganz genügendes aber vollkom- LLruiloies vairwUMes Bild und auf der Border­

feste ein von dem Oberpostassistenten verfaßtes warm­herziges patriotisches Gedicht. Diese Karte wurde zu­nächst beanstandet. Anstandslos ausgetragen wurden dagegen Briessendungen mit Aufschriften wie den fol­genden: „An den Lausbuben von Forstner" — „An den Leutnant sein wollenden (nur der richtigen Adresse wegen) von Forstner" — „an das 7-Monatskind Leut­nant von Forstner" — An Leutnant von Forstner alias Bettsch..." — An den f.....Idioten und Schuft Leutnant von Forstner (Zwitter)" uff.

Das Verurögensverzeichnis auf dem Taschentuch. Vor einigen Tagen starb in der Steinstraße zu Berlin ein anscheinend in den dürftigsten Verhältnissen lebendes Fräulein E. Sie erhielt öffentliche Unterstützungen und auch Hausbewohner nahmen sich ihrer an. Als nun die E. vor einiger Zeit ein Krankenhaus aufsuchte, übergab sie einer Bekannten ein wohlverschnürtes Paket zur Auf­bewahrung. Die E. starb, und als darauf das Paket geöffnet wurde, kam außer wertvollen Schmucksachen ein Taschentuch zum Vorschein, auf dem eine genaue Auf­stellung ihres Vermögens verzeichnet war. Es stellte sich heraus, daß die Verstorbene ein Sparkassenbuch und ein Bankguthaben im Gesamtbetrage von 30 000 Mark besaß. Die Wohnung der E. wurde gerichtlich verschlos­sen. Die Hinterlassenschaft dürfte sich durch nachträglichen Abzug der hinterzogenen Steuern und der gewährten Unterstützungen wesentlich verringern.

Ein schlagfertiger Monteur. Ein Mitarbeiter erzählt im „Tägl. Korr." folgendes Erlebnis, das nicht nur scherzhaft ist: Ich war bei einer Dame in Berlin W. zur üblichen Besuchszeit. Wir unterhielten uns: doch mitten drin stand sie auf und meinte: „Behalten Sie bitte Platz! Ich habe nämlich im Nebenzimmer den Monteur we­gen der elektrischen Beleuchtung; und da will ich 'mal nachsehen, wie weit der mir seinem Helfer ist." Und sie verschwand im Nebenzimmer. Die Tür stand halb offen; ich hörte jedes Wort. Zuerst einen Schrei, dann die Töne höchster Angst: „Aber, Marie, Sie haben ja hier das ganze Silberzeug offen liegen lassen! So was schließt man doch weg, wenn man Arbeiter im Hause hat!" Dies alles so laut, daß es natürlich der Monteur und sein Lehrling ebensogut hörte, wie td) es hören mußte. Ich dachte flüchtig, jetzt komme es zu einer fürchterlichen Szene. Aber der Monteur war schlagfertig; in unver­fälschtem Berlinisch ertönte es herein: „Karle, jeh man raus und kiek nach de Flurgarderobe! Dort hab ick meine Weste und meinen Rock hinjehangen. Aus de Weste nimmste Uhr und Kette un aus de linke Rocktasche de Jeldbeerse und det trägste allens zu meiner Ollen. Wa arbeeten bei fremde Leite! Wa missen vorsichtig sind!" Der Mann hatte Humor!

Der unfehlbare Kassierer. Die Szene, die der Pariser Korrespondent der „Gazetta di Benezia" er­zählt und die sich vor nicht allzu langer Zeit in der Seinestadt abgespielt haben soll, führt in den Kassen- raum des Rothschildschen Bankhauses in Paris. Es herrscht die weihevolle Stille, die man immer an sol­chem Orte trifft; mit lässiger Gebärde und verblüffender Sicherheit zählt der Hauptkassierer den harrenden Klien­ten die Tausendfranksscheine auf das marmorne Zahl­brett. Der Zufall will, daß einer der Rothschilds durch den Kassenraum kommt; die Zigarre zwischen den Lip­pen bleibt er einen Augenblick ein paar Schritte von dem Hauptkassierer entfernt stehen und beobachtet mit nachdenklichem Interesse die fabelhafte Fingerfertigkeit, mit der der Kassierer die Scheine zählt. Da tritt plötz­lich ein Herr, ein Bündel Tausendfranksscheine noch in der Hand, an den Schalter: „Herr Kassierer, Sie haben sich um 1000 Franks geirrt!" „Ausgeschlossen!" erklärt der Kassierer und wirft einen nervösen Blick auf den hinter ihm stehenden Chef. „Doch, Sie haben sich ge­irrt, Sie haben mir statt zehntausend Franks elftausenö gegeben." „Unmöglich!" wiederholt sichtlich nervös der Kassierer. Der Fremde streckte ihm den Tausendfranks- schein entgegen: „Doch, dies war zuviel." Der Kas­sierer streckt schon die Hand aus, da mischt sich der Ba­ron ein und erklärt kalt: „Der Kassierer von Rothschild kann sich nicht irren!" und weist den Schein zurück. Der Fremde zuckt die Achseln und steckt den Schein ein, und eine Minute später herrscht wieder die gleiche geschäf­tige Stille....

Eine dem Tode geweihte Garnison. Aus Mexiko berichten amerikanische Korrespondenten ihren Blättern grauenvolle Einzelheiten über den das Land verwüsten­den Rebellenkrieg. In ihren Erzählungen besinden sich aber neben den langen Berichten über fürchterliche Grausamkeiten und Verwüstungen der Bundestruppen und der Rebellen doch auch einzelne Stimmungsbilder, die von gewaltigen Kämpfen und heroischen Taten Kunde geben. Ergreifend ist die Schilderung des mör­derischen Ringens um den Besitz der Stadt Ojinaga. Mit verzweifeltem Heldenmut und kühnster Todesver­achtung verteidigten die Bundestruppen die von den Rebellen hart bedrängte Stadt. Jeder einzelne Mann der Besatzung wußte, daß er unwiderruflich dem Tode geweiht sei, wenn die Stadt in die Hände des Gegners fiele. Drei Tage lang beschoß die Artillerie der In­surgenten mit mörderischer Wirkung die Stadt. Die Verteidiger, die furchtbar unter dem sich einstellenden Nahrungsmangel zu leiden hatten, hatten sich mit zäher Energie in den Gebäuden der Stadt eingenistet und beschossen von dort aus mit Erfolg die Rebellen- truvven. Unter der Besatzung befanden stch 11 Generäle, für die dieser Kampf einen Kampf auf Leben und Tod bedeutete, da bet einem Sieg der Rebellen ihr Kopf nach einem Schwur der Rebellenführer verloren war. Die heldenmütige Verteidigung der Stadt bereitete den Re­bellen nicht wenige Ueberraschung, da sie mit ihrem Sturmangriff leichtes Spiel zu haben glaubten. Ge­neral Orega, der Oberstkommandierende bet der Be­lagerung von Ojinaga, geriet über diesen unerwarteten verzweifelten Widerstand in eine solche Erbitterung und Wut, daß er die Stadt mitsamt allem, was darinnen war, vom Erdboden zu vertilgen schwur. Aus diesem furchtbaren Schwur zog aber die tapfere Besatzung die richtigen Folgerungen und bewies dem feindlichen Füh. rer, daß es mit Schwüren nicht so leicht getan sei. Wie mehrfach schon im mexikanischen Kreige zeichneten sich auch bet der Verteidigung der Stadt mexikanische Frauen rühmlichst aus. ,

Der Treffpunkt. Die Gattin, beim Spaziergang: „Entsinnst Du Dich noch, wie wir uns hier an diesem Denkmal trafen, ehe wir heirateten?: Der Gatte: „O ja; und da steht auch richtig schon wieder so ein Narr."

Sie englische» Anlekseebool-Latastrophe»

Sie größte« -er Welt.

Im Laufe weniger Wochen ist die englische Marine, besonders ihre Unterseebootsflottille, von zwei überaus schweren Unglücksfällen hetmgefucht worden. Diese neuerlichen Unterseebootskata,trophen rechtfertigen in jeder Hinsicht die oft gehörte Behauptung, daß die eng­lischen Unterseebootskatastrophen die größten und chwer- sten der Welt seien. Gerade die Unfälle der jüngsten «eit lassen doch starke Bedenken aufkommen, ob hier nur blindes Walten des Zufalls herrschte oder ob nicht viel­mehr diese tragischen Katastrophen erheblichen Mangeln des Svstems ihre Entstehung verdanken.

Man uröchte fast zu der letzteren Ansicht neigen, wenn man die lange traurige Liste der Unfälle, an denen englische Unterseeboote zu Grunde gingen, überblickt. In fachmännischen Kreisen gilt es vielfach als feststehend, daß zwar einige der Katastrophen auf unglückliche äu­ßere Umstände zurückzuführen sind, daß aber im All­gemeinen die Hauptschuld an dem verfehlten Bau- und Maschinenanlage-System zu suchen sei. Die überhaupt erste Katastrophe, die jemals der neuen Waffe zustieß, ereignete sich im Jahre 1903, und betraf auch ein eng­lisches Unterseeboot, und zwar das Boot -A L". Es war eine Gasexplosion, welche sieben Menschen das Le­ben kostete, ohne daß allerdings das Boot selbst sank. Aber schon im nächsten Jahre, am 18. März 1904 ivar dasselbe Unterseeboot die Ursache für mehrere Todes­opfer. Das Unterseeboot wurde von einem Postdampser zum Sinken gebracht, wobei 11 Menschen umkamen.

Am 16. Februar des nächsten Jahres ereignete sich wiederum auf einem englischen Unterseeboot „a 5" eine Gasexplosion, die 14 Opfer hatte, sechs Menschen wur­den nämlich getötet und acht schwer verwundet. Die englische Marine wurde noch im selben Jahre von ei­ner anderen Unterseebootskatastrophe betroffen. Am 8. Juni 1905 sank das Unterseeboot „A 8" im Hafen von Plymouth, wobei 15 Menschen ihr Leben verloren. Das Jahr 1907 brächte wieder der englischen Marine durch eine Gasolinexplosion auf dem Unterseeboot „c 8" am 13. Juli einen Verlust von einem Offizier und zwei Matrosen. Das Jahr 1908 war der englischen Marine günstig. Im Jahre 1909 sank das englische Unterseeboot „C 11 in der Nordsee und verursachte den Tod von 13 Mann der Besatzung. Nachdem 2 Jahre lang die englische Marine keinerlei Unterseebootskatastrophen aufzuweisen hatte folgten nun in wenigen Monaten wiederum zrvet Unglücksfälle aufeinander.

Die Zahl der Todesopfer in der englischen Untersee­bootsflottille beträgt 110 Mann, wenn die Besatzung des „A 7" nicht gerettet werden kann. Damit steht England bei weitem an der Spitze aller Völker, die Unterseeboote bauen, denn Frankreich hatte trotz der schweren Kata­strophe des Unterseeboots „Pluviose" am 26. Mai 1910, das 27 Opfer forderte, bisher nur insgesamt 56 Todes­fälle durch Unterseebootsunglücke zu beklagen, Japan 16, Italien 13 und Deutschland 3 Opfer bet der Kata­strophe des Unterseebootes „U 3".

Deutsches Beileid für England.

o-* Berlin, 19. Januar. Großadmiral von Tirpitz richtete aus Anlaß der Katastrophe des Unterseebootes A 7 an den ersten Lord der Admiralität Winston Chur­chill ein Beileidstelegramm, auf das Churchill herzlich dankt. — Die Versuche, das gesunkene Unterseeboot auf« zufinden, sind gestern fortgesetzt worden.

** neuestes Dom Cage«

Tragödie auf dem Eise.

Neumied, 19. Januar. Auf dem Weiher bei Gladbach brachen gestern die 12 und 13 Jahre alten Söhne des Schmiedemeisters Fink in Gladbach beim Schlittschuhlaufen ein und ertranken. Ein zur Hilfe her- beigeeilter junger Mann namens Schlemmer brach eben­falls ein und ertrank.

Bergmannstod in der Erzgrube.

»-* Siegen, 19. Januar. Auf der Erzgrube Friedrich stürzten gewaltige Gesteinsmassen ab. Drei Bergleute wurden sofort getötet.

Auto am Baum zerschellt.

Ein

^ Berlin, 19. Januar. Ein verhängnisvolles Autounglück ereignete sich gestern abend gegen 9 Uhr in der Neuen Krug-Allee bet Treptow. Das Automobil des Kaufmanns Martin Benedic wurde bet einer Bie­gung gegen einen Baum geschleudert und vollständig zertrümmert. Die im Wagen befindliche Frau des Chauffeurs, Marie Kerber, wurde so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt werden muß. Der 10« jährige Sohn erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, die beiden anderen 8 und 6 Jahre alten Kinder kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Chauffeur blieb unverletzt.

Ueber ein anderes Automobilunglück meldet der Draht:

»*»• Berlin, 19. Januar. In der letzten Nacht nah­men sechs junge Burichen, die von einem Bockbierfest in Johannisthat yeimtehrten, ein Automobil zur Fahrt nach Berlin. Unterwegs hängten sich noch einige andere junge Leute an die Trittbretter des Autos. In der Krug-Allee fuhr der Chauffeur auf einen vor ihm fahren­den Wagen auf. Das Auto wurde schwer beschädigt, die Insassen sämtlich verletzt. Sechs von ihnen so schwer, daß sie sofort ins Krankenhaus gefahren werden mußten.

Großfeuer in einer sächsischen Stadt.

»e* Mittweida, 19. Januar. (B. Z.) Gestern abend gegen 10 Uhr brach am Markt ein Großfeuer aus, das in kurzer Zeit zwölf Häuser vernichtete. 32 Familien sind obdachlos. Mehrere Kinder und alte Frauen schwebten in Lebensgefahr und konnten erst im Augenblick der höchsten Not gerettet werden. Ein alter Mann erlitt bei der Rettung einen Beckenbruch.

Bon einem herzogliche» Auto überfahren.

w> Flensburg, 19. Januar. (B. Z.) Ein Automobil des Herzogs Friedrich von Glücksburg, das vom Herzog selbst geführt wurde, Überfuhr heute das fünf Jahre alte Kind des Cafetiers Hauffenmeier in Eckernförde, das im letzten Augenblick über die Straße in die Räder des Autos gelaufen war. Das Kind war sofort tot. Der Herzog begab sich nach dem Unfall in die Wohnung des Cafetiers.

Luise vo« Belgte« und ihre Gläubiger.

Paris, 19. Januar. (B. Z.) Der „Excelsior" meldet, daß tatsächlich die Gläubiger der Prinzessin Luise von Belgien einen Vertrag unterzeichnet haben, dem­zufolge sie sich unter bestimmten Bedingungen in eine Summe von 4^ Millionen Franken teilen werden, die der Prinzessin aus der letzten Erbschaft zugefallen sind.

Brand eines französischen Militärlagers.

»-* Parts, 19. Januar. Nach einer Blättermeldung brannten in Cerieux die Militärbaracken nieder, in denen das 31. Jägerbataillon und das 128. Infanterie- Regiment untergebracht waren. Die Mannschaften konnten nur ihre Ausrüstungsstücke und das Bettzeug retten.

Ausschreitungen im portugiesischen Streikgebiet.

w Lissabon, 19. Januar. Die ausständigen Eisen­bahner haben durch Aufreißen der Gleise drei Eisenbahn- züge zum Entgleisen gebracht. Mehrere Mannschaften der republikanischen Garde wurden verletzt. Bei Mafra kam es zwischen Aufständischen und Soldaten zu einem Zusammenstoß. Bei Oporto verhaftete die Polizei 84 Straßenräuber, welche die Eisenbahngleise beschädigt hatten.

Die Koste« des Belagerungszustandes in SüdafrU«.

»s* Kapstadt, 19. Januar. Die Kosten der Mobilt- sation werden auf drei bis fünf Millionen Mark ge­schätzt. Die Regierung wird das Parlament, da- aus den 30. Januar zusammenberufen ist, ersuchen, die ge­troffenen Maßnahmen gutzuheißen.