Der Gistmordprozetz hopf
Geständuiffe des Angeklagten.
Am vierten Verhandlungstage tm Giftmordprozeß Hopf sagte die dritte, jetzt geschiedene Frau Hopfs aus, daß nach ihrer Meinung ihr Mann ihr schon im Juli Gift gereicht habe. Am 21. Juli habe ihr dann Hops Typhusbazillen in Hackfleisch gegeben. Mitte Februar reichte ihr Hopf ein vergiftetes Glas Sekt, nach dessen Genuß sie fast eine Woche krank war und schließlich ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Hopf hatte seine Frau mit 80 000 Mark versichert. Er besaß im Novem- ver etwa 20 000 Mark, die er von seiner Mutter geerbt hatte und die bis zum Frühjahr 1913 völlig aufgebraucht waren. Die Versicherung verfiel dann, da Hopf am 14. April verhaftet wurde. Ein Beisitzer brächte ein Schreiben des Angeklagten an das Wiener Institut von» 1. August zur Verlesung. Darin beschwert sich Hopf, daß die Kulturell nicht wirksam gewesen seien und verlangt frische Kulturen. Bors, (zur Zeugin): Sie sind doch der Aufnahme in die Lebensversicherung untersucht i den? — Zeugin: Jawohl, sehr genau. Als mein Mann den Arzt fragte, ob ich gesund sei, sagte dieser: Bravo, ich gratuliere zu dieser gesunden Frau. Weiter bekundete die Zeugin, daß der Angeklagte ihr einmal Milch in das Schlafzimmer gebracht und darauf gedrungen habe, daß sie diese gleich trinke. Sie tat das aber nicht, sondern ließ die Milch stehen, worauf Hopf, was er sonst nie tat, die Milch nach der Küche brächte. Die Zeugin hat einen Teil der Milch weggenommen und in das Glas Wasser nachgefüllt. Später hat sie dann gesehen,
vor
wor-
daß ihr Mann
das Glas ganz sauber ausgewaschen hatte.
Sie sei nun mit der Milch zu Dr. Rosenbaum gegangen und habe gebeten, diese zu untersuchen. Dr. Rosenbaum sei sehr ärgerlich gewesen und habe zu ihr gesagt, sie käme schon wieder mit ihrer fixen Idee, daß ihr Mann ihr Gift gebe. In dem Tee wäre nichts gewesen, tu dem Ausgebrochenen wäre nichts gewesen, und nun komme sie wieder mit der Milch. Er wolle aber trotzdem die Milch nochmals untersuchen. Er tat das auch, fano aber nichts und sagte dann, ich solle ihm versprechen, solche Ideen fahren zu lassen. Bors. (zum. Angeklagten): Im November schrieben Sie an das Wiener Institut, Sie hätten Cholerabazillen gehabt, die aber nicht virulent gewesen wären,
selbst auf Menschen hätte» sie nicht reagiert.
Sie forderten Bazillen von Cholera und schriebe»!, es würden sich wohl solche vom Kriegsschauplatz auf den» Balkan besorgen lassen. — Angekl.: Jawohl. — Eitt Beisitzer: Haben Sie Ihrer Frau auch Cholerabazuten gegeben? — Angekl.: Jawohl! »Bewegung.) — Bors.: Haben Sie diese' Bakterien einmal oder mehrere Male gegeben? — Angekl.: Mehrere Male! (Erneute große Bewegung.) Die Zeugin bekundete dann weiter: AG sie wieder gesund gewesen sei, habe sie in Gesellschaft ihres Mannes eine Flasche Sekt getrunken. Es sei ihr aufgefallen, daß der Sekt wie parfümiert schmecke, und sie habe das auch ihrem Mann gesagt. Der habe sie aus- aelacht und zu ihr gesagt, sie sehe überall Gespenster. Gleich darauf sei ihr Mann aufgestanden und habe sich auf die Chaiselongue gelegt. — Bors.: Hat der Angeklagte nicht auch von dem Sekt getrunken? — Zeugin: Nein, ich habe ihn ganz allein getrunken. Ich dachte nun, daß es meinem Mann sehr schlecht wäre, da er Weste und Oberhemd aufgeknöpft hatte, und brächte ihm Wasser, und da sah ich, daß in feiner Westentasche ein Fläschchen steckte. Ich machte es auf und auf dem Stöpsel stand ein „A". — Bors.: Was sollte das bedeuten? — Angekl.: Arsenik. (Große Bewegung.) — Ich fragte nun, was in dem Fläschchen sei, der Zlnaeklagte antwortete aber wie geistesabwesend, die Bilder drehten sich. Auf wiederholtes Drängen sagte mir dann der Angeklagte, in dem Fläschchen sei Bromkalt. Eine Viertelstunde später wurde mir ganz schlecht, ich wurde wie blind, und ich weiß nicht, wie ich in das Schlafzimmer gekommen bin. Ich bin darauf längere Zeit krank ge- lbesen. Am 23. Februar brächte Hopf
zwei Kuchen mit Schlagsahne
nach Hause, einen weißen und einen gelben. Ich aß de»l gelben und nach dem Genuß des Kuchens wurde mir sofort wieder schlecht. Es wurde zum Arzt geschickt. Der Arzt stellte eine ganz geringfügige Vergiftung^ durch Schlagsahne fest. Hopf war um diese Zeit sehr oesorgt um mich, da ich nicht schlafen tonute, gab er mir Opium, und um das Erbrechen zu stillen, tat er etwas in das Opium hinein. Am 15. März erkrankte ich dann von neuem sehr heftig, nachdem ich kurz vorher Tee getrunken hatte. Auf Befragen durch den Vorsitzenden erklärte die Zeugin noch, daß sie heute noch Beschwerden spure, die sie früher nie gekannt hatte. Bors.: Sie haben dieser Frau also , „
Typhus- und Cholerabakterien und Arsenik gegeben?
Angekl.: Jawohl. — Bors.: Sie haben diese Frau also nur geheiratet, um sie umzubrmgen? — Angetl.. Ich habe sie nicht deshalb geheiratet. — Borst: Sie haben sie aber umbringen wollen. — Angekl.. DaS kann ich nicht bestreiten. (Bewegung.) Der nächste Zeuge ist der Versicherungsbeamte Baersgen von der Baseler Le- bensversicherungsaesellschaft, der bestätigt, daß Hopf im April 1912 eine Lebensversicherung abschließen wollte. Die nächste Zeugin ist Schwester Olga Schlieper. Diese hat Frau Wally Hopf gepflegt und n»acht im großen und ganzen die Angaben wie Frau Hopf selbst. Darauf wurde die Verhandlung auf Freitag vertagt.
Vermifdites
Der Kronprinz im Generalstab. Regelmäßig um die zehnte Vormittagsstunde fährt der Kronprinz vor dem Gebäude des Großen Generalstabs am Berliner Königsplatz vor, um seine tägliche Tätigkeit aufzuneh- mem Da er im Laufe seines neuen Kommandos im Generalstabe mit sämtlichen Abteilungen in Fühlung treten wird, ließ er sich sämtliche Abteilungschefs vor-
treten wird, ließ er sich sämtliche Abteilungschefs stellen. Bereits während feines Kommandos in Danzig- Langfuhr als Kommandeur des 1. Letbhufaren-Regi- ments ist der Kronprinz durch den kommandierenden General des 17. Armeekorps General der Kavallerie v. Mackensen für seine jetzige Tätigkeit im Generalstab, besonders vorgebildet worden, indem ihm unter per»ün- licher Leitung des kommandierenden Generals praktisch und theoretisch größere Aufgaben gestellt wurden, die er als Befehlshaber kombinierter Truppenkörper der Garnison Danzig-Langfuhr zu lösen hatte. Wie verlautet, wird der Kronprinz bei den diesjährigen großen Herbstmanövern mit Verwendung im Generalstabe finden.
Ein Elsässer über Oberst von Reuter. Bon Interesse ist, daß ein Elsässer, der unter Oberst v. Reuter gedient hat, diesen in einem Brief an die „Straßburger Post" energisch gegen den Borwurf, den Elsaffern nicht günstig gesmnnt zu fein, in Schutz nimmt. Er schreibt: „9$ habe bei Herrn Oberst v. Reuter, früheren Hauptmann der 12. Kompagnie des Infanterie - Regiments Nr. 71 in Erfurt gedient. Oberst v. Reuter ist kein El- sasterhasser, das weiß ich aus meiner Dienstzeit. Ich habe Herrn Oberst v. Reuter immer mit Verehrung betrachtet, denn er hatte eine gute Meinung von den
nsierhasser, das weiß ich ?abe Herrn Oberst v. R
Elsässern und behandelte uns stets mit Rücksicht und Milde. Schimpfnamen für einen Elsässer duldete er nicht bei einem unserer Vorgesetzten. Ich denke heute noch mit Freuden an meine Dienstzeit und ehre meinen früheren Hauptmann,- denn die Behandlung war gut."
Westfalens gröbster Wirt. Ein lustiges Stückchen, das die vielgepriesene „Findigkeit der Post" treffend charakterisiert, hat sich unlängst in Wattenscheid ereignet. Am 30. Dezember schickten einige lustige Brüder in Bres- lau eine Karte an den „gröbsten Wirt in Westfalen" ab. Das Kärtchen wurde ohne jede Verzögerung prompt — bei dem „swatten Küzer" abgegeben, der sich ob der amtlich bescheinigten Grobheit keineswegs beleidigt fühlte. Auf der Textseite der ulkigen und rätselhaften Postkarte stand nun folgende Widmung: „Nun, Kärtchen, zieh vom Oderstrand — Getrost hin zum WestfaleNland, — Bist einfach auch nur adressiert — du an Westfalens gröbsten Wirt! — der ist bekannt ja weit und breit, — der S . tte dort in W . . . scheid — Umsonst ist nicht tm deutschen Land — die Findigkeit der Post bekannt,- — dem S . tten und der Kxiegerschar — Ein froh Glückauf im neuen
Jahr!
Ein Bild von den Streikkämpfen in Britisck-Süd- afrika. Die Belagerung des Föderationsgebäudes in Johannesburg, des Sitzes der Arbeiterorganisationen, die sich nachgerade zu einer Komödie auszuwachsen schien, hat ein unerwartet schnelles Ende gefunden. Die Regierung entschloß sich am Donnerstag zu energischem Einschreiten und ließ aus dem Arsenal der Miliz einen Sievenpfünder auf den Platz vor dem Gebäude ausfahren. Ein starkes Polizeiaufgebot sowie eine Abteilung Burghers in Stärke von annähernd 1000 Mann faßten neben dem Geschütz Posto. Dann sandte der Kommandierende der Streitkraft eine Aufforderung an die Arbeiterführer, das Gebäude innerhalb 15 Minuten zu übergeben. Mittlerweile richteten die Artillerist das Geschütz und machten es schußbereit. Als die A beiterführer sahen, daß bitterer Ernst gemacht würde, räumten sie unter Protest das Gebäude, das sofort von der Polizei in Besitz genommen wurde. Das stramme Vorgehen der Regierung hat überall den besten Eindruck gemacht. Andererseits wird befürchtet, daß die Arbeiter sich durch einen Anschlag auf das Regierungs- gebäude und die Minen für die Niederlage rächen
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werden.
Ueber das Lebensalter der unverheirateten Frau will ein amerikanischer Schriftsteller Ph. Morris Feststellungen gemacht haben, die der Unverheirateten gewiß recht günstig und tröstlich erscheinen werden. Er bewertet die Dauer ihres Lebens höher als diejenige der verheirateten Mitschwester und findet seine Begründung in folgendem: Das ruhige und gleichmäßige Leben der unverheirateten Frauen, argumentiert er, die Tatsache, daß sie um Kinder keine Sorgen haben, daß kein Mann ihnen das Altern unmöglich macht, daß sie nicht mehr sich anstrengen müssen, um zu gefallen, und daß sie dennoch glauben, die Welt stehe ihnen offen, läßt die Frauen, die das Joch der Ehe nicht auf sich genommen haben, ungleich höhere Lebensjahre erreichen als diejenigen, die sich verheirateten.
Schwierig. Am Schluß einer stürmischen Vereinssitzung bleibt als letztes und einziges Mitglied der Herr Tiftler übrig. „Eigentlich," sagt er, „möcht' ich am allerliebsten jetzt auch austreten, wenn ich nur wüßte, wen wir dann zum Vorstand wählen sollen!"
Hus dem Reiche der Technik«
Die größte Güterzuglokomotive. In München wurde dem König und den Vertretern der Presse eine neue Schiebelokvrnotive für steigungsreiche Strecken vorgeführt, die wohl die größte und leistungsfähigste europäische Güterzug-Tenöerlokomotive sein wird; sie kann auf einer Strecke mit 1 : 50 Steigung die gleiche Belastung, und auf einer Strecke mit 1 : 40 Steigung eine um 100 Tonnen größere Last befördern, als die bisher verwendeten zwei Schiebernaschine»», sodatz künftig auch bei den schwersten Zügen nur noch eine Schiebelokomotive nötig ist; dadurch werden die Ausgaben für den Schiebe- dienst jährlich mindestens um 100 000 ^ verringert. Die neue Maschine, System Maltet, hat folgende Größen- verhältnisse: Die Länge, von Puffer zu Puffer gemessen, beträgt 17,55 Meter, sie hat acht Achsen, die zu je vieren zusammengekuppelt sind; das Dienstgewicht beträgt 122 500 Kilogramm, die Zugkraft 18 250 Kilogramm. Die feuerberührte Heizfläche ist 285 Quadratmeter, die Rostfläche 4,25 Quadratmeter,- der Kessel faßt 8350 Liter Wasser, der Kohlenbehälter 4 Tonnen Kohlen und der Wasserbehälter 11 Kubikmeter Wasser. Die Hinteren vier Achsen der Lokomotive sind im Hauptrahmen, die vorderen vier in einem drehbaren Rahmen gelagert, um beim Befahren von, Krümmungen den seitlich gleitenden Kei- sel wieder in seine Mittellage zurückzufuhren. Die Lokomotive ist mit Handbremse, selbsttätiger und nicht islbit- tätiger Westinghousebremse, mit zwei Sandkasten, allen zur Bedienung und zur laufenden Instandhaltung erforderlicher: Geräten und Werkzeugen ausgestattet. Das Führerhaus der Lokomotive ist sehr geräumig und vollständig geschlossen, damit die Bedienungsmannschaft bei der Rückwärtsfahrt gegen Wmd und Wetter geichützt ist. Die neuen Lokomotiven, deren jede 123 000 ^ kostet, sind von der Lokomotivfabrik J. A. Maffei in München nach dem Bauprogramm und den sonstigen Vorschriften der Verkehrsverwaltung ausgeführt worden.
fe» neuestes vom Cage«
^s^BerUn*^w"'"ar^ Heme mittag 12 Uhr emv- fing der Kaiser den Statthalter der Reichslande Grasen von Wedel.
Herzog Ernst August in Berlin.
Berlin, 16. Januar. Heute vormittag 10,49 ist Ker^oa Ernst August von Braunschweig anläßlich der Investitur des hohen Ordens vom Schwarzen Adler zum offiziellen^Besuche am htesigeri Hofe auf dem Potsdamer Bahnhof eingetroffen. Zum ^
der Kaiser, der Kronprinz und die königlichen Prinzen, her Koinmandeur des Ziethen-Husaren-Regiments u. a. Auf Äm Bahnhöfe stand eine Ehrenkoinpanie des Au- austa-RealMients. Nach Abschreiten der Front erfolgte W Fahrt nach beÄ Schlosse, wo der Herzog von 5er Kaiserin empfangen wurde.
Leipzig, Yt Sanitär. Das Militärluftschiff Z. 6 ist heute früh 2.45 Uhr unter Führung von Ha»»ptmann Martins aufgestiegen. Es ist eine 16stündige Abnahine- fahrt beabsichtigt. Die Abnahmekommission befindet sich an Tte%rist zur Abgabe der Berulögenserklärung.
^ Dresden, 16. Januar. (B. Z.) Gegenüber einem nnHntmmberalen Antrag in der zweiter: Karnmer betreffend weitere Verlängerung der Frist zur Abgabe der Bermöaenserklärung erklärte der Finanzmininer, daß Äe Regierung sich Sem Vorgehen Preußens anichließe und die Jrist bis zum 31. Januar verlängere. Sie lehne ?s aber ab den Antrag auf weitere Fristverlängerung im Bundesrat zu befürworten.
Chiuestsche Stratzenräuber in Hamvurg.
»*#• Hamburg, 16. Januar. 15 chinesische Schiffs« leute von einem englischen Dampfer, der im Hamburger Hafen liegt, überfielen gestern einen Händler in dem Hamburger Hafengebiete und schleppten ihn in einen Keller. Sie raubten ihn vollständig aus und rissen ihm mit Gewalt mehrere wertvolle Ringe von den Fingern. Die Räuber konnten an Bord ihres Schiffes verhaftet
werden.
Stren
ge Kälte in der Rheingegeud.
Bingen, 16. Januar. (B. 83 — ------- —. Mittelrhein hat in der vergangenen Nacht eine wettere Steigerung erfahren. Der Rhein führt eine Menge Treibeis, wdatz die Schiffahrt stark ge ährdet ist. Auch tm Moselgebtet herrscht strenger Frost. Verschiedene Ortschafter» sind durch das ungewöhnlich starke Treibeis, das die Mosel führt, stark bedroht.
Dte Kälte am -
Ein Straßenbahnwagen vom Schnellzug erfaßt.
o-* Essen, 16. Januar. Bet dem Eisenbahnübergang in der Nähe der Zeche Neuköllu zwischen Dellwig und Bergborbeck stieß heute vormittag der Schnellzug 163 mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Drei Perso« nen wurden getötet, vier schwer und einige weitere leicht verletzt. Die Ursache des Zusammenstoßes ist noch nicht ermittelt, eine Untersuchung ist sofort etngelettet.
Im Schacht verschüttet.
Duisburg, 16. Januar. Auf Schacht 2 der Zeche Rheinpreutzen in Homberg sind gestern ein Steiger und zwei Häuer durch niedergehende Gesteinsmassen verschüttet und getötet worden. Die Leichen wurden geborgen.
Betrügereien eines Freiherr«.
ö-* Nürnberg, 16. Januar. Der Reichsfreiherr von Droste zu Vischering, -er sich seit Jahren in den verschiedensten Städten Deutschlands planlos umhertreibt, und Betrügereien zumeist bet Juwelieren begeht, wurde auf Antrag der hiesigen Kriminalpolizei in Aschaffenburg feftgenommen. Er hatte sich von Würzburg für ein hiesiges Juweliergeschäft Waren tommen lassen, mit denen er dann verschwand. Der Verhaftete ist wegen Betrugs bereits wiederholt schwer vorbestraft.
Ein Aufruf Envers an die Armee.
ob* Konstauttnopel, 16. Januar. Kriegsminister Enver Pascha hat an die Armee einen Aufruf gerichtet, in dem er von der Armee zwei Dinge fordert: unbedingten Gehorsam und unablässiges Arbeiten. Der Aufruf schließt mit den Worten: Ich bin überzeugt, daß jeder Offizier daran arbeiten wird, die Scharten auszu- wetzen, die die unglücklichen Tage der jüngsten Zeit der türkischen Armee zugefügt haben.
Abflauen des Streiks in Südafrika.
»-* Johannesburg, 16. Januar. Der von der Regierung über das Streikgebiet verhängte Belagerungs- zustand hat den Widerstand der Ausständigen vollständig gebrochen. In den Raudminen wird mit zwei Ausnahmen gearbeitet. Der größte Teil der Streikenden ist zur Arbeitsstätte zurückgekehrt.
Bandei und Verkehr«
Og* Berlin, 10. Januar. Die preußische Finanzver- waltung hat durch das preußische Konsortium 400 Millionen vierprozentiger auslosbarer Schatzscheine be- geben. Das Reich hat zurzeit keinen Geldbedarf. Die Schatzanweisungsanleihe ist in sechzehn Serien zu je 25 Millionen eingetetlt. Jedes Jahr wird eine e>erte durch Auslosung zur Zurückzahlung aum Nennwerte bestimmt. Die Auslosung findet erstmalig im Oktober 1014 statt. Die Rückzahlung der ausgelosten Serien findet im April des auf die Auslosung folgenden Jahres statt. Von dem übernommenen Betrage sind 50 Millionen bereits fest begeben. Die restlichen 350 Millionen werden am 29. Januar zum Kurse von 97 Proz. zur öffentlichen Zetch- nung aufgelegt werden.
Berliner Getreide- und Viehmarkt.
An den Getreidemärkten hat die Befestigung der Tendenz auch in der zweiten Woche des Jahres Fortschritte gemacht. Die Hauptursache wird darin zu sehen sein, daß sich der lang zurückgehaltene Bedarf jetzt tm Januar mehr regt. Was Weizen angeht, so dürfte die Statistik der Weltbestände zu Beginn des Jahres, die im Hinblick auf die großen Leistungen der Ausfuhr- gebiete unerwartet niedrige Zahlen aufweist, die Unternehmungslust geweckt haben. Nord- und Südamerika sind mit ihren Preisforderungen für Weizen in die Höhe gegangen. Deutschland hat in den ersten fünf Monaten des Erntejahres eine sehr bedeutende Ausfuhr in allen Getreidearten gehabt, namentlich groß war die Ausfuhr in der letzten Dezemberdekade. Kür Weizen hat das Exportgeschäft im neuen Jahre einen weiteren Aufschwung genommen, nachdem Schlesien und das Königreich Sachsen jetzt auch recht gute Qualitäten dem Markte zur Verfügung stellen. Bon Roggen ist noch viel nach Rußland ausgeführt worden, da man mit der baldigen Einführung eines russischen Getreidezolles rechnet. Aber sonst ist die Nachfrage für den Export kleiner geworden, da jetzt Südrußland reichlichere Offerten macht. Die Zufuhren aus dem Junlande sind schwach, doch ist jetzt bei fort« dauernder trockener kalter Witterung ein lebhafter Ausdrusch zu erwarten, der bald in vermehrten Zufuhren zur Geltung kommen würde. Hafer wird zurzeit dem Markt reichlicher zugeführt, und die Kauflust ist in Zusammenhang damit zurückhaltender geworden, auch das Exportgeschäft nimmt ab. Inländische Braugerste war flau, für Futtergerste herrschte geringes Interesse. Mais zog infolge gesteigerter Forderungen Argentiniens etwas an, das Geschäft schrumpfte aber infolgedessen ein. Es ergaben sich gegen die Vorwoche Preisbesserungen für Weizen um etwa 2 X für Roggen um etwa 1 bis 1,50 x für Hafer um etwa 1 JL Lieferung per Mai wurde zuletzt, wie folgt, notiert: Wetzen 200, Roggen 160,25, Hafer 158, Mais 142,25.
Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. Ochsen: vollst., ausqemäst., höchst. Schlachtwerts 91—93 X junge fleisch., nicht ausgem. und ältere ausgem. 87—91 X mäßig genährte junge und gut genährte ältere 81—87 ^ Bullen: ausgewachsene, höchst. Schlachtw. 90—93 X vollfleischige jüngere 86—89 X mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 83—87 ^. Färsen: vollfl., ausgem. Färsen höchst. Schlachtwertes 81—83 JL Kühe: vollfl., ausgem. höchst. Schlachtw. bis zu 7 Jahren 81—84 X ältere ausgem. und wenig gut entwickelte jüngere 76—82 Mark, mäßig genährte Kühe und Färsen 72—74 X gering genährte Kühe und Färsen bis 77 ^ Jungvieh: gering genährtes 80—84 ^ Kälber: Doppellender feinster Mast 143—157 X feinste Mastkälber 120-125 X mittlere Mast- und beste Saugkälber 108—117 X geringere Mast- und gute Saugkälber 96—109 ^.geringe Saugkälber 82—95 ^ Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 100-102 X ältere Masthammel geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 94—96 X mäßig genährte Hammel und Schafe 72—83 ^ Schweine: Jettschweine über 3 Ztr. 67—68 X vollfleischige 24 0—300 Pfund 67-68 X 20Ö—240 Pfd. 66-68 X l 60-200 Pf». 63—67 X unter 160 Pfd. 62—64 X Sauen 68—65 ^