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schaft jener fürchterlicher Kältegrade im Freien obwaltet," geben uns aber die Schilderungen von Personen, die den sibirischen Winter aus eigener Anschauung kennen gelernt haben. So schreibt der Reisende Middendorf: „Das Quecksilber ist längst zum festen Metalle erstarrt und läßt sich zu Kugeln formen und schneiden und hämmern wie Blei, das Eisen wird spröde und Beile springen wie Glas; das Holz wird nach Maßgabe der in ihm enthaltenen Feuchtigkeit härter als Eisen und widersteht der Axt, wdaß nur völlig trockenes Holz sich zum Fällen und Spalten hergibt . . . Weit vernehmbar knarrt jeder Tritt im spröde gewordenen Schnee, hell krachend platzen mit mächtigen Schüssen ringsum die Bäume des Urwaldes, ihnen antwortet gleich dem Kanonendonner ferner Batterien ein dumpf nachtönendes unterirdisches Knallen, das die Erde erschüttert. Das Knallen rührt vom Bersten der Eisdecken, sowie vom Bersten des gefrorenen Bodens her. Man möchte nicht glauben, daß Pflanzen und Tiere eine so entsetzliche Wärmeentziehung ungefährdet zu ertragen vermögen."
Trotzdem hört man in Sibirien selbst wenig Klagen über die Unannehmlichkeiten dieser hohen Kältegrade. Gute Pelze für den Aufenthalt im Freien und Brennholz in den Wohnungen bieten genügenden Schutz. Auch der klare, fast wolkenlose Himmel und die fast völlige Windstille, die man während des Winters gerade in den kältesten Gebieten trifft, lassen die furchtbare Kälte erträglicher werden. So wird es erklärlich, daß nicht nur die Einwohner des Landes mit großer Liebe an ihrer Heimat hängen, sondern daß häufig auch Europäer, die längere Zeit in Sibirien gelebt haben, eine Sehnsucht nach jenem Lande ergreift und sie zur Rückkehr bewegt.
Strenge Kälte überall.
Die grimmige Kälte hält in ganz Nord- und Mitte l r u tz l a n d an. Stellenweise ist die Temperatur bis 3 5 G r a d gesunken. Da auch die Schneestürme noch anhalten, ist der Verkehr zum größten Teil noch lahmgelegt. — Seit einigen Tagen herrscht in Schweden und Norwegen eine furchtbare Kälte. In der schwedischen Provinz Herjedalen sank die Temperatur in der Montagnacht auf54GradCelsius unter Null. Die niedrigste Temperatur, die Amundsen auf seiner Süd- polarexpeöition gemessen hat, betrug 60 Grad Celsius. In Stadt und Staat N e u y o r k sowie in anderen Gebietsteilen von Nordamerika, besonders in den Staaten um die großen Seen herum und in Kanada sind Kältegrade zu verzeichnen, wie sie seit Jahren so hoch nicht beobachtet wurden. In der Stadt Neuyork wurden 2 2 Grad Celsius Kälte bei Nordweststurm registriert; die Temperatur ist noch im Sinken begriffen. Das Stadtasyl ist überfüllt. Dampfer werden zur Unterbringung der fremden Obdachlosen verwendet. Es ereigneten sich viele Todesfälle durch Erfrieren.
Gericht und Recht»
Wegen Kindesmordes zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Loeben (Obersteiermark) verurteilte die 39jährige Wäscherin Anna Bachhofer aus Baden bei Wien wegen Kindesmordes zum Tode durch den Strang. Die Bachhofer war Witwe: ihr Mann, ein Säufer, hatte sich erhängt. Von den vier Kindern waren die drei älteren versorgt, während das jüngste, ein 4^jäh- riger Knabe, bei der Mutter war. Doch bald wurde ihr der Knabe zur Last und sie beschloß, sich seiner zu entledigen. Am 21. November v. I. fuhr sie mit dem Knaben nach Kindberg in Obersteiermark und warf ihn des Nachts von der Brücke in den Mürzflutz. Nach der Rückkehr erzählte sie, den Knaben in Mürzzuschlag gut untergebracht zu haben. Vor dem Schwurgericht in Le- oben gestand sie weinend ihre Schuld, schützte aber ihre bittere Notlage vor und »daß niemand den Knaben nehmen wollte. Den Geschworenen wurden zwei Fragen vorgelegt. Die erste lautete auf Kindesmord, die zweite auf unwiderstehlichen Zwang. Die Geschworenen bejahten die erste Frage einstimmig und verneinten die zweite mit 9 gegen 3 Stimmen, worauf der Gerichtshof das Todesurteil aussprach.____________________________
Set Gislmörder hops vor Gericht.
In dem Giftnwrdprozeß wurde am Mittwoch zuerst noch einmal die bereits vernommene Schwiegermutter des Angeklagten aus zweiter Ehe, Frau Schneider, aufgerufen. Sie erzählte, daß Hopf bei der Erkrankung ihrer Tochter die Vermutung ausgesprochen habe, daß seine Frau in der ersten Nacht sterben würde. Die Zeugin ist der festen Ueberzeugung, daß Hopf ihr die Tu- berkulosebazillen beigebracht hat: er hatte solche in einem Raegensglas. Die nächste Zeugin Frau W u l z war als Aufwartefrau bei Hopf in Niederhöchstadt. Sie geht auf verschiedene nach ihrer Meinung autzerordent- lich wichtige Beobachtungen ein. Die Zeugin hat zu den Gerüchten, daß Hopf seiner Frau Gift gegeben habe, beigetragen, Hopf habe sie deshalb wegen Beleidigung verklagt und sie wurde auch zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt, weil ihr der Wahrheitsbeweis nicht gelungen war. Sehr dramatisch gestaltete sich die Vernehmung, als die Zeugin bekundete, sie habe die Mutter der Frau Hopf, die Zeugin Schneider,
durch einen Brief gewarnt.
Dieser Brief ist, wie der Vorsitzende feststellt, nicht mehr vorhanden, die Zeugin erklärt aber, sie hätte den Brief mindestens zwanzigmal gelesen und könne ihn auswendig. Sie sagt auch wirklich diesen langen und in schwülstigen Ausdrücken gehaltenen Brief her, in dem es, u. a. heißt: „Daß eine treue Dienerin" es nicht mehr langer mit ansehen könne, wie ihre „liebe Frau" dahmsieche. — Der Angeklagte Hopf erklärt hierzu, daß er möglicherweise etwas in den Tee geschüttet habe, er erinnere sich des Vorfalls aber nicht: wenn er es getan habe, habe es sich um ein homöopathisches Mittel oder um Zucker gehandelt. Kaufmann S e e g e r, der zweite Mann der zweiten Frau des Angeklagten bekundet, daß er seine Frau im Jahre 1909 geheiratet habe,' sie habe gesund und blühend ausgesehen und sei im Jahre 1911 an Lungenschwindsucht gestorben. Der Verfall der Frau sei außerordentlich schnell vor sich gegangen; in den Lungen habe sich eine so
riefige Menge von Tuberkelbazillen
nen liebenswürdigen Nachbarn geyatte seine Meinung über ihn ändern müst
Eindruck gewonnen, daß Hopf ein ü Mensch sei. C " * “ ' '
verdächtiger
vorgefunden, daß die Krankenhausärzte sagten, es wäre ihnen in ihrer jahrzehntelangen Praxis kein solcher Fall vorgekommen. Auch in dem Hirn des Kindes wurden viele Tuberkelbazillen gefunden. Der nächste Zeuge, Eisenbahnsekretär H a j u n k, war der Nachbar des Angeklagten in Niederhöchstadt. Er hat Hopf zuerst für einen liebenswürdigen Nachbarn gehalten, später aber seine Meinung über ihn ändern müssen, er habe den Eindruck gewonnen, daß Hopf ein sehr gefährlicher Mensch sei. Die Frauen Hopfs erkrankten stets unter verdächtigen Erscheinungen. Man habe in Niederhöchstadt die größten Anstrengungen gemacht, um die Frau Hopss aus dessen Wohnung zu entfernen. Auch dieser Zeuge ist von Hopf wegen Beleidigung verklagt worden. Hopf hat auch zahlreiche Anzeigen gegen den Zeugen bei der Vorgesetzten Dienstbehörde des Zeugen erstattet. Weiter bekundet der Zeuge noch, daß Hopf ihm gegenüber einmal geäußert habe:
„Wenn Sie wüßten, mas ich für einer bitt, würden Die vor mir ausspucken!"
Der Zeuge ist später zu der Frau Hopfs gekommen, als das Kind krank war und sehr geschrien hat. Nach einer kurzen Pause wurde die Hebamme Brumm vernommen, die der zweiten Fran des Angeklagten bei einer Geburt Hilfe geleistet hat. Am nächsten Tage klagte 8 ran Hopf, daß ihr nicht wohl wäre, ihr Mann habe ihr rom gegeben. Auf dem Tisch hat damals tatsächlich ein Glas Brom gestanden. Die Zeugin ist damals nach einigen Tagen an Mandelentzündung erkrankt, und als sie nach fünf Tagen wieder zu Hopf gerufen wurde, war das Kind krank, nach ihrer Ansicht an Luftröhrenent- zündung. Nach dem Tode des Kindes hatte man den Eindruck, als ob es an Erstickung gestorben sei. Der Angeklagte hat ihr vorgeworfen, sie hätte das Kind angesteckt, das sei aber nicht der Fall gewesen. Die weitere Zeugeneinvernahme bot nichts besonderes. Die Verhandlung wurde darauf auf Donnerstag vertagt.
Vermisdites.
Das Erbe -es Geizhalses. Dienstag nachmittag entstand im Erdgeschoß des Hauses Wilhelmstraße 70 zu Braunschweig in einem Zimmer dadurch ein Schadenfeuer, daß Kleidungsstücke, die am Ofen brngen, in Brand gerieten. Die Feuerwehr beseitigte die Gefahr schnell und als man hinter dem Ofen altes Papier weg- räumte, entdeckte man ein Sparkassenbuch, Hypothekenbriefe und Obligationen im Gesamtbetrage von etwa 73 000 Mark. Der Besitzer dieses Schatzes, der frühere Malermeister H. Preuße, bewohnt schon seit Jahren nur ein einziges Zimmer, welches ihm als Wohn-, Schlafzimmer und Schatzkammer dient. Er war in der ganzen Gegend als Geizhals bekannt.
Das große Los des Armenhäuslers. In Pilsen ist dem 73jährigen Armenhäusler Ernst Baltmann ein arokes Glück widerfahren. Der Greis, der einst bessere
großes Glück widerfahren. Der Greis, der einst best Tage gesehen hatte, besaß von all' seinen Verwandten nur noch einen Bruder, der hin und wieder seiner dachte und ihn mit kleinen Geschenken gelegentlich erfreute. Als der alte Armenhäusler vor kurzem seinen Geburtstag im Asyl feierte, kam auch der Bruder aus einem benachbarten Flecken, wo er eine kleine Wirtschaft betreibt, herüber und brächte ihm als Geburtstagsgeschenk ein Los mit, bei dessen Ueberreichung er seinem Bruder in scherzendem Tone noch bemerkte: „Dies Los gewinnt sicher, lieber Ernst!" Und in der Tat, seine Prophezeiung sollte bald zur Tatsache werden. Wie vor wenigen Tagen dem Armenhäusler von einem Wiener Bankier, der die Lose der Bodenkreditgesellschaft absetzt, telegraphisch mitgeteilt wurde, fiel auf sein Los der Hauptgewinne von 40 000 Kronen. Der Greis verlor vor Freude über dies unerwartete Geschenk, das ihm einen ungetrübten sorglosen Lebensabend sicherstellte, dennoch nicht die Fassung. Er ließ sich von dem Bankier einen Vorschuß anweisen, mit dem er nach Wien reiste, um dort die gewonnene Summe persönlich in Empfang nehmen zu können. Der Alters- und Leidensgenossen im Asyl gedenkt der Alte mit vieler Liebe und um in ihnen kein Gefühl des Neides aufkommen zu lassen, will er sie mit 5 Prozent der von ihm gewonnenen Summe beschenken, eine Aussicht, die in den Herzen der alten Leute großen Jubel erweckt hat. Der glückliche Gewinner selbst wird das Armenasyl verlassen und zu seinem jüngeren Bruder übersiedeln, bei dem er den Rest seiner alten Tage beschließen wird.
Nobels Testament. Zu der unlängst in schwedischen und deutschen Blättern erörterten Frage, ob bei der gegenwärtigen Verwaltung des Nobelschen Testaments in Uebereinstimmung mit den Absichten des Testators verfahren werde, bringt die „Woche" eine längere Auslassung des Nobelschen Testamentszeugen Ingenieurs Leonard Hwatz, der in beachtenswerter Weise ausführlich darlegt, daß bei der jetzigen Willensvollstreckung keineswegs im Sinne Nobels verfahren werde. In dem Aufsatz sagt Hwatz u. a.: „In wenigen Jahrzehnten wird kein Zeitgenosse Nobels mehr leben. Aber solange Menschen auf Erden wandeln und Kulturarbeit verrichten, sollen sich die Segnungen seines letzten Willens auf die Geistesarbeit aller Erdenvölker herabsenken. Dieser mich oft seltsam ergreifende Gedanke, mit den fernsten Zielen und Hoffnungen der Menschheit durch meine Unterschrift verknüpft zu sein, läßt mein Gemüt umso weniger schweigen, als ich nur zu häufig der Zu- erkennung der Preise mich verständnislos gegenübersah und mich Nobels Stimme selbst anzutreiben schien, aus seinem Geiste heraus Einspruch dagegen zu erheben. Der Nobelpreis sollte, wie Hwatz des weiteren ausfuhrt, niemals als „Ehrenpreis", sondern als Förderungspreis für neue segensreiche Arbeit verteilt werden. Die „Ehrungs"-Ricktung, in der heute immer wieder nach einem Weltberühmten gesucht werde, müsse verlassen und dafür eine ökonomische „Fürsorge"-Richtung einge-
und dafür-----------....,-,- „y---, - -
schlagen werden, um den „Richtlgen" zu finden. Eut- scheidend sollte nicht der Ruhm, sondern die nach höheren Zielen ringende Potenz fein; jedenfalls sollten gesicherte weltberühmte Existenzen ausgeschlossen sein. Der Verfasser kommt schließlich zu dem Mahnruf: „Gebt den Preis nur solchen Männern, von denen noch ein großer Arbeitsvertrag für die Menschheit zu erwarten ist, und nicht abgeschlossen vor uns stehenden Geistern, sondern dem, der nach seinem bisherigen Wirken für uns alle als der Hoffnungsvollste erscheint, dem Tausende Ruhe und Frieden wünschen, damit er uns noch Größeres
schenke"
Das erste Schiff durch den Panamakanal. Ohne jeden Pomp hat am Donnerstag das erste Schiff unter eigenem Dampf die Reise durch den Panamakanal vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean beendet. Es war dies das alte französische Schiff "Alexandre La^lley, das im Jahre 1884 gebaut worden ist. Es ist ein Dampfer von 1200 Tonnen mit einer einzigen Schraube und einem Schornstein, der mit drei großen Kränen ausgerüstet ist. In den ersten Tagen des Dezember begann der „Alexandre Lavalley" am atlantischen Eingang zum Kanal feine Fahrt. Unterwegs leistete er wertvolle Dienste in der Fortschaffung von kleineren Trümmer- masien der letzten Erdrutsche, fuhr durch die Schleusen von Pedro Miguel und Miraflores bis zum Paznischen Ozean und hat auf diese Weise als erstes Schiff den Kanal in seiner ganzen Länge befahren. Obgleich im Monat Mai die offizielle Eröffnung des Kanals stattfinden S ist man jedoch der Ansicht, daß der Wasserweg für den allgemeinen Handelsverkehr erst ein paar Monate ^Ein ÄukmÄ fünden Unrichtigen. Bor einiger Zeit fand in Gegenwart des Kaisers die Einweihung eines Denkmals für den „Jäger aus Kurpfalz" statt, als der, namentlich auf Grund von Familiensorschungen, der kurpfälzische Förster Friedrich Wilhelm Utsch zu Enten- muOi im Soonwalde in Anspruch genommen wurde. Ein Nachkomme des Utsch hatte ein Büchlein geschrieben und darin zu beweisen versucht, daß sein Ahne der berühmte Jäger gewesen sei, und daß als der Dichter des melge- mnaenen Liedes nur der Karmeliterpater Martinianus Klein in Frage kommen könne. Die Gründe waren an- scheinend auch überzeugend, und so kam der selige Herr Utsch zu keinem Denkmal. Die ganze Theorie hat aber
jetzt eilten schweben Stoß bekommen, fövatz man sag« kann, das Denkmal ist einem Unrichtigen gesetzt worden. In der letzten Sitzung des historischen Vereins des Pfalz in Speyer hielt Forstrat Kecper (Speyer) einen eingehen, den Vortrag über den berühmten Jäger. Auf Grund sorgsam gesammelten Materials kam er zu dem Schluß, daß der Jäger aus Kurpfalz niemand anders sein könne als der langjährige Kurverweser Pfalzgraf Johann Kasimir von Psalz-Lautern. Wie der Redner mitteilte, stammt das Lied vom Jäger aus Kurpfalz aus dem 16. Jahrhundert, ist allerdings aber erst im 18. allgemeiner bekannt geworden.
Das Oberhemd als Scheck. Bei einer amerikanischen Bank ist jüngst ein Scheck vorgelegt und angenommen worden, wie er vorher noch nirgends dagewesen ist: Er war nämlich auf einem blütenweihen, sorgfältig geplätteten Oberhemd ausgestellt! Er stammte von dem Inhaber einer großen Wäscherei, der ausgefordert worden war, für einen wohltätigen Zweck eine Summe zu stiften. Er tat dies auch uno schrieb einen Scheck über 2000 Dollars (8000 .M auf ein Oberhemd und verband so das — Unangenehme mit dem Nützlichen, indem er eine gute Reklame für sich einleitete, denn das Er- eignis wurde durch die Presse in den Bereinigten Staaten — naürlich mit einer Abbildung des zum Scheck gewordenen Plätthemdes — verbreitet.
stammte von dem
ausgefordert roor- E eine Summe zu
Sie Erdbebeukalaslrophe in Japan.
Aus Japan treffen Nachrichten ein, die die Größe des letzten Erdbebens erkennen lassen. Die Opfer belaufen sich auf viele Tausende. Mehrere Städte und Dörfer sind völlig zerstört. Der vulkanische Ausbruch auf Sakuraschima Begann Sonntag morgen. Ungeheure Felsblöcke flogen über 600 Meter hoch und über 30 Kilometer wett. Lavastrüme flössen an der Seite des Berges herab und begruben drei Dörfer auf der Insel. Die Einwohner flüchteten aufs Festland,' Hunderte von ihnen müssen umgekommen sein. Das Feuer sprang auf einen Wald auf dem Festlande über. Weitere Ausbrüche schickten brennende Lava bis nach Kagischima und steckten diese Stadt in Brand. Hier kamen Tausende um. Die ganze Stadt ist in Asche und Rauch gehüllt. Nach einer weiteren Meldung ist das ganze südliche Japan von starken Erdbeben heimgesucht worden. Nach drahtlosen Uebermtttelungen eines Kriegsschiffes ist die Stadt Sakoshima fünfzehn Fuß hoch mit Asche bedeckt, sechshundert Häuser sind eingestürzt. Die Insel Sakuraschima ist dem Verderben preisgegeben. Sie ist in Rauch ein- gehüllt, durch welchen die Flammengarben zucken. Der Kapitän des japanischen Kreuzers Tone meldet drahtlos, daß in Kagoschima niemand am Leben geblieben sei. Ein Schiff, das nach dem ersten Ausbruch des Vulkans 307 Flüchtlinge an Bord nahm, soll während des zweiten Ausbruches gesunken sein.
Neue vulkanische Ansbrttche.
9-* Tokio, 15. Januar. Aus Kumamoto wird gemeldet, daß gestern abend neue gleich heftige vulkanische Ausbrüche und Erderschtttterungen stattfanden. Zu allem Unglück gesellte sich auch noch eine gewaltige Flutwelle hinzu. _________________________________________
w neuestes oom Lage
Fürst von Albanien soll rfolgen. Die Jährt nach
Der neue Fürst von Albanien.
^ Berlin, 15. Januar. (B. Z.) Der feierliche Einzug des Prinzen zu Wied als Fürst von Albanien soll am 25. Februar in Durazzo ers /., '
Durazzo findet in Begleitung von deutschen, österreichischen und italienischen Kriegsschiffen, möglicherweise auch von englischen Kriegsschiffen, statt. Beim Einzug werden deutsche, österreichische und italienische Truppen eine Ehreneskorte stellen.
Kein Reichsbeitrag für die olympischen Spiele.
w> Berlin, 15. Januar. Die Budgetkommission des Reichstags lehnte heute nach längerer Beratung die Forderung von 46 000 Mark als erste Rate zu den Kosten der Vorbereitung und Ausführung der olympischen Spiele in Berlin im Jahre 1916 ab und zwar gegen die Stimmen der Konservativen, der Nationalliberalen und der Fortschrittler. Der gesamte Reichs- bettrag für diesen Zweck war auf 200 000 Mark veran
schlagt.
Großfeuer in Berlin.
»-$> Berlin, 15. Januar. (B. Z.) Ein großes Feuer brach heute vormittag im Lagerschuppen der Speditionsfirma Bernhardt u. Co., Neue Königstraße 60, aus. Der größte Teil des Gebäudes Bräunte nieder. Das Feuer drohte eine gefährliche Ausdehnung zu nehmen, konnte aber unter großen Anstrengungen der Feuerwehr aus seinen Herd beschränkt werden.
Grotzjährigkeit des sächsischen Kronprinzen.
w Dresden, 15. Januar. Kaiser Franz Josef hat den Kronprinzen Georg von Sachsen anläßlich seiner Grotzjährigkeit zum Ritter des Goldenen Vließes ernannt. Der österreichisch-ungarische Gesandte überreichte heute vormittag dem Kronprinzen die Ordens- insignien mit einem kaiserlichen Handschreiben.
Stockung der Schiffahrt auf der Weser.
»-»> Bremen, 15. Januar. Auf der Oberweser und ihren Nebenflüssen hat sich viel Treibeis gebildet, so- daß sich bet weiterem starkem Frost der ganze Strom bald mit einer Eisdecke überziehen dürfte. Die Schifffahrt auf der Oberweser und Aller ist eingestellt.
Zngznsammenstotz in Russisch-Bolen.
Warschan, 15. Januar. (B. Z.) In der Nähe der Station Potok stießen zwei Eilgüterzüge zusammen. Beide Maschinen und vierzehn Waggons wurden total zertrümmert. m
Auszeichnung des Generals Limau.
w Konstantinopel, 15. Januar. General Ltman von Sanders ist zum Marschall des türkischen Heeres ernannt worden.
Rekrutenwerbnng durch die Zeitungen.
London, 15. Januar. Das Kriegsamt hat sich entschlossen, sich zur Anwerbung von Rekruten für die reguläre Armee der Zeitungsanzeige zu bedienen.
Eine Ansprache des Botschafters Fürst Lichnowsky.
^ Nemeastle, 15. Januar. Der deutsche Botschafter Fürst Lichnowsky, der gestern einen Ausflug in das Industriegebiet gemacht hatte, war abends Gast des Bürgermeisters von Newcastle. Nach dem Diner gab der deutsche Konsul Holzapfel einen Empfang für die Mitglieder der deutschen Kolonie. Bei dieser Gelegenheit hielt der Botschafter eine Ansprache, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Freundschaftsbande zwischen Deutschen und Engländern auch weiter bestehen bleiben und sich verstärken möchten.
Die Passagiere vom „Cobeqnid gerettet."
Neunork, 15. Januar. Den zwölf Schiffen, die sich auf der Suche des an der Küste von Neuschottland aestrandeten Dampfers „Cobequid" befanden, ist es ge. stern gelunaen, den Dampfer zu sichten. Man saß ihn auf einem Riff etwa vierzig Kilometer von Parmouth entfernt. Sämtliche an Bord des Schiffes befindlichen Personen konnten gerettet werden. Sie wurden nach Aarmouth gebracht. Der größte Teil des SchisisrumnfeS ragt noch aus dem Wasser heraus. Gewaltige Sturzseen überfluten den Dampfer.