Diebstähle Beim Schweriner Schloßvraude. Beim Schweriner Schloßbrande hat sich nachträglich herausgestellt, daß bet den Rettungsarbeiten, zu denen eine große Anzahl Soldaten zur Hilfeleistung requiriert waren, mehrfache Diebstähle vorgekommen sind. Es werden eine Reihe wertvoller Schmuckgegenstände vermißt. Die Nachforschungen sind bisher resultatlos geblieben, bis auf einen Fall. Vom Kriegsgericht in Schwerin wurde der Kanonier Walter vom Feldartillerie-Regiment Nr. 60, der in der Brandnacht im Schlosse ein Paar neue Stiefel stahl und dabei ertappt wurde. zu 14 Tagen Mittelarrest und Versetzung in die zweite Klasse des Sol- datenstandes verurteilt.
der Gistmörder Hops vor Gericht.
Die Zeugenvernehmung.
Am zweiten Verhandlungstage gegen den Giftmör- öer Hopf in Frankfurt a. M. wurden zuerst als Zeugen ein Kriminalinspektor und einige richterliche Beamte vernommen, die über das Ergebnis der Untersuchung aussagten. In der Nachmittagssitzung wurden dann die Verwandten Hopfs vernommen, und zwar als erste Zeugin die Stiefmutter der ersten Frau des An- aeklagten, Frau Laura Henel. Vors.: Wie war die Gesundheit Ihrer Tochter? Zeugin: Sie bat stets eine robuste Gesundheit gehabt und war nie bleichsüchtig. Sie sah gar nicht krank aus, sondern im Gegenteil blühend. Sie hatte glänzende Augen, ich dachte daher, meine Tochter hätte hohes Fieber, doch war das nicht der Fall. Bors.: Hat der Angeklagte Ihre Tochter gepflegt? Zeugin: Jawohl, er hat die Nächte hindurch gewacht bei ihr. Meine Tochter hat ihren Mann außerordentlich wegen seiner guten Pflege gelobt. Vors.: Ist davon die Rede gewesen, daß Ihre Tochter in ein Krankenhaus sollte? Zeugin: Jawohl, Hopf wollte das aber nicht, er sagte, er sei nicht so herzlos, um seine Frau ins Krankenhaus zu geben. — Vors.: Hat Ihre Tochter Arzneien bekommen? — Zgn.: Jawohl, ihr Mann gab ihr welche. — Vors.: Was waren das für Arzneien? — Zgn.: Das weiß ich nicht. Sie waren aber nicht in Schachteln oder Flaschen, wie es gewöhnlich der Fall ist, sondern Hopf stellte stets
die Arznei in kleinen Likörgläschen
an das Bett der Frau. — Bors.: Hat Ihre Tochter Arsen als Schönheitsmittel eingenommen? — Zgn.: Das ist ganz ausgeschlossen. Meine Tochter war, was ihr Aeußeres anlangte, sehr gleichgültig, von Eitelkeit war nichts an ihr. — Vors.: Angeklagter Hopf, was haben Sie darauf zu erklären? — Angekl.: Ich bleibe dabei, daß meine Frau Schönheitsvillen genommen hat. — Zgn.: Das glaube ich nicht, das ist gelogen. Praktischer Arzt Mahler wird als Zeuge und Sachverständiger vernommen. Er hat den Angeklagten anläßlich eines Unfalls kennen gelernt. Seine Frau war eine hübsche, tattliche Frau, deren schönes Haar ihm besonders auf- iel. Der Zeuge ist von ihr einmal wegen eines Mäzen- oder Darmleiöens konsultiert worden. Im Sep- ember 1902 hat der Zeuge als Vertrauensarzt der Ver- icherungsgesellschaft „Atlas" das Ehepaar genau unter- ücht und ist zu dem Gutachten gekommen, daß beide völlig gesund seien. Er war daher völlig konsterniert, als er hörte, daß die Frau zwei Monate später tot war. Das Sektionsprotokoll ergab, daß sie an einem Geschwür gestorben war. Für ihn als Vertrauensarzt war das eine unangenehme Geschichte, daß er die Frau als gutes Risiko der Gesellschaft bezeichnete, während sie nach acht Wochen schon tot war. Er habe der Gesellschaft dann auch eine Erklärung abgegeben, die aber eigentlich keine Erklärung war, denn die Sache war eben nicht zu erklären. Zeuge und Sachverständiger Dr. Fort- mann - Kl.-Schwalbach hat die erste Frau des Angeklagten behandelt. Als er keine Erklärung für das Krankheitsbild fand, habe er noch einen Sanitätsrat aus Cronberg zugezogen. Die Diagnose wurde schließlich auf hochliegenden Darmkatarrh gestellt. Es wurde eine Magenausspülung vorgenommen, bei der die Frau die Besinnung verlor und nicht wieder erwachte. Der Zeuge hat Hopf gebeten, er möge ihm eine kleine Sektion im Sarge gestatten, da das Krankheitsbild nicht zu erklären war. Hopf gestattete es auch und der Arzt stellte ein aufgebrochenes Geschwür am Zwölffingerdarm fest. Auf Befragen durch den Verteidiger erklärt der Zeuge, es sei möglich, daß das Krankheitsbild durch einen verdorbenen Magen entstanden sei, ebensogut aber auch durch Arsenvergiftung. Er habe selbstverständlich an eine natürliche Todesursache gedacht. Das Erbrechen der Frau sei sehr stark gewesen, bis zu achtmal am Tage. Zeuge Kaufmann Spengler hat den Angeklagten in Niederhöchstadt kennen gelernt. Er erklärt: Ich hatte auch eine kranke Frau, die in der Irrenanstalt war. Und da sagte Hopf einmal zu mir:
Wenn Sie mal Gift gebrauchen sollten, das im Körper keine Spuren hinterläßt,
könnte er es mir geben. — Vors.: Haben Sie das auf Ihre Frau bezogen? — Zeuge: Ich habe nicht weiter darüber nachgedacht. — Vors.: Konnte es sich auch auf etwas anderes beziehen? — Zeuge: Es konnte sich auf einen Hund beziehen, den er vergiften wollte. — Der Angeklagte behauptet, er habe die Aeußerung nicht so gemeint, wie man sie ihm jetzt in den Mund lege. Nächster Zeuge ist der Vater der zweiten Frau, Kaufmann Schneider-Frankfurt a. M.: Im Frühjahr 1905 schloß der Angeklagte die Lebensversicherung ab, und zwar zum Erstaunen des Zeugen eine gegenseitige. Kurz nach dem Abschluß der Versicherung sei seine Tochter erkrankt. Im Februar 1906 gebar sie ein Kind, das nicht besonders kräftig, aber normal war. Nach ein paar Tagen erzählte der Angeklagte, das Kind sei krank und werde kaum durchkommen. Es ist auch tatsächlich nur sechs Wochen alt geworden. Nach dem Tode des Kindes sei seine Frau wieder erkrankt. Sie wurde zu ihren Eltern nach Frankfurt gebracht. Nach der Rückkehr zu dem Angeklagten fei die Frau wieder erkrankt. Er sei dann zu dem Angeklagten gegangen und habe ihm ins Gesicht gesagt, daß er seiner Frau Gift beibringe. Der Angeklagte wurde aufgeregt und sagte, man solle ihm Namen nennen. Der Zeuge erwiderte, dann müsse er
Angeklagte wurde aufgeregt und sagte, Namen nennen. Der Zeuge erwiderte, _______ in Niederhöchstadt unten anfangen und oben aufhören. »Gleichzeitig reichte ich bei der Oberstaatsanwaltschaft in Frankfurt eine Anzeige gegen Hopf wegen Giftmoro- versuch ein." In vorgerückter Nachmittagsstunde wurde sodann die Verhandlung auf Mittwoch vormittag vertagt.
»Gleichzeitig reichte ich bei der Frankfurt eine Anzeige gegen
Vermischtes«
Fünf Fremdenlegionäre, die aus der Fremdenlegion aus Algier desertiert waren, trafen mit dem Dampfer „Marsala" im Hamburger Hafen ein. Die fünf jungen Leute, von denen einer noch die Uniform der Fremdenlegion trug, waren aus ihrer Garnison Oran geflüchtet und waren nach Malaga gelangt, von wo sie auf Veranlassung des dortigen deutschen Konsuls nach Hamburg befördert wurden. Die fünf Ausreißer waren der Schuhmacher May aus Dannenfeld, der sich am 12. September 1912 in Dnjon hatte anwerben lassen, der Hoteldiener Dembinsky aus Magdeburg, der sich am 16. September 1911 in Verdun verpflichtet Hatte,
der Fabrikarbeiter Frenz aus EnSdorf, der im Jahre 1912 in Saarbrücken für das Infanterie-Regiment Nr. 97 ausgehoben, aber nach Frankreich geflüchtet war und in Verdun den Werbekontrakt unterschrieben hatte, der Gärtner Fenot aus Montigny bei Metz, der bei der Musterung im Jahre 1911 zurückgestellt war und sich dann hatte anwerben lassen, und schließlich der Fabrikarbeiter Kuhfuß aus Leveste, der 1912 in Hattingen zur Marine angesetzt, aber nach Frankreich gegangen war, wo er sich ebenfalls in Verdun zur Fremdenlegion hatte anwerben lassen. Alle fünf erklärten, lieber in das Gefängnis gehen zu wollen, als zu ihrem Truppenteil zu- rückzukehren.
Der „Gamaschenhochstapler". Der Erkennungsdienst der Berliner Kriminalpolizei hat einen geriebenen Schwindler und Dieb entlarvt, der kürzlich in München festgenommen wurde. Dort erschien bei Zimmervermieterinnen und in Pensionaten ein Mann, der sich als Unterarzt Dr. Breyer aus der Heiligegeiststratze zu Berlin vorstellte und Zimmer mietete, aus denen er dann alles stahl, was von Wert war. Auf Anfrage stellte der Erkennungsdienst fest, daß der Verhaftete der 37jährige, aus Königsberg i. Pr. stammende frühere Handlungsgehilfe Julius Jacoby ist, der schon vielen Behörden zu schaffen gemacht hatte und unter dem Spitznamen „Gamaschenhochstapler" bekannt ist. Diesen Namen führt er, weil er stets, bet Regen wie bei Sonnenschein, helle, weiße oder hellgelbe Gamaschen trägt. In Leipzig hatte er einem Kapellmeister einen kostbaren Brillantring gestohlen. Vor einem Vierteljahre gelang es dem Gauner, aus dem Gefängnis in Ragnit zu entweichen. Er kam dann zuerst nach Berlin, wo er als Beauftragter eines Kommerzienrats aus Frankfurt a. M. auftrat. Als er jetzt in München wieder dingfest gemacht wurde, fand die Polizei u. a. in seinem Besitz einen Brief, in dem er einen Berliner Juwelier fragt, ob er eine goldene Thyratrone und ein goldenes Brnstschild reparieren könne, die wahrscheinlich auch irgendwo gestohlen sind.
Ein deutscher Graf als Saccharin-Schmreggler. In Prag wurde am Montag ein deutscher Graf unter dem dringenden Verdacht des Saccharinschmuggels verhaftet. Er legitimierte sich als Graf Friedrich von Königsmark aus Berlitz in Brandenburg. Er gab an, Rittmeister a. D. zu sein und habe von seinem Onkel ein Erbe von 10 Millionen zu erwarten. Jedenfalls habe er nicht nötig, des Erwerbes wegen Schmuggel zu treiben. Bet dem Verhafteten wurden 9 Kilogramm Saccharin gefunden, über deren Erwerb er unzulängliche Angaben machte. Vermutlich ist aber der Präger Polizei ein Schmuggler in die Hände gefallen, der sich den Namen des Grafen fälschlich angeeignet hat.
Die längste Wasserleitung der Welt. Die Vollendung einer ungeheuren technischen Arbeit, zu der 25 000 Mann 7 Jahre hindurch beschäftigt worden sind, ist nach einer letzten Sprengung eines Felsblockes erfolgt. Zu dieser Sprengung wurden 100 Pfund Dynamit benutzt. Es handelt sich um den riesigen Komplex der Eatskillberge, durch die in Zukunft 500 Millionen Gallonen Wasser der Stadt Neuyork zugeführt werden. Die Sprengung setzte zwei Abschnitte eines Tunnels miteinander in Verbindung, der nunmehr mit einer Länge von 150 Kilometern der längste Tunnel der Welt ist. Der Tunnel durchquert das Adriondack-Gebirge. Die Gesamtkosten der Anlage werden sich nach vollkommener Fertigstellung auf 200 Mill- Dollar belaufen. Zur Ausführung der Arbeiten mußten 7 Dörfer zerstört und 3000 Anwesen aufgekauft werden. Vom technischen Standpunkt aus betrachtet ist das Werk vielleicht noch bedeutender als der Panamakanal.
Er sah zu, wie man sein Herz nähte. Aus London wird der „Jnf." geschrieben: Die Aerzte eines Hospitals standen vor kurzem gelegentlich einer von ihnen ausgeführten Operation fast vor einem wissenschaftlichen Rätsel. Es war in das Hospital ein Italiener, namens Win- cenzo Lanro, eingeliefert worden. Dieser war wegen eines Mädchens mit einem Landsmann in Streit geraten, und beide hatten in südlichem Feuer sofort zum Messer gegriffen. Dabei hatte Lauro einige sehr schwere Stichwunden davongetragen. Im Hospital erkannte man so- sort bei seiner Einlieferung die Notwendigkeit, zur Operation zu schreiten. Da der Fall nach dem Urteil der Aerzte besonders schwer lag, wollte man die Operation auch nicht den jüngeren Hospitalärzten überlassen, sondern der Chefarzt selbst übernahm den operativen Eingriff. Es hatte sich nun im Verlauf der Operation als notwendig erwiesen, an Herz und Lunge des Verletzten einige Nadelstiche zu vollführen, um den starken Bluterguß zurückzuhalten. Diese Operation wird bekanntlich von den modernen Chirurgen schon vielfach ausgeführt, gilt aber dennoch als außerordentlich schwierig und gefährlich. Während die Siebte noch mitten in der Arbeit waren, und man gerade einige Stiche am Herzen aus- führte, erwachte Wincenzo Lanro aus der Narkose. Der schwerverletzte Mann bewies nun eine erstaunliche Lebenskraft, er fiel nicht etwa, wie man meinen sollte, sofort wieder in Ohnmacht, als er das Bild sah, das sich ihm bot, sondern er sah in aller Ruhe den Aerzten zu, rote sie ihre Arbeit ausführren. Ja er hatte sogar noch die Kraft, auf einige Fragen der Aerzte Antwort zu geben. Bei seiner zähen Natur hoffte man auf den Erfolg der Operation, iedoch am Abend erlag der Italiener seinen schweren Verletzungen.
Die Sturmflut an her vsiseelüsle
hat nach einem jetzt vorliegenden amtlichen Bericht an den Küsten des Regierungsbezirks Cöslin nicht so gewaltige Schäden angerichtet, wie nach den ersten Nachrichten allseitig befürchtet wurde. Es ist festgestellt daß nirgends der Verlust eines Menschenlebens zu beklagen ist. Verluste an Vieh sind fast nirgends zu verzeichnen. Viele B a u l i ch k e i t e n sind dageg^i Infolge Eindringens des Wassers beschädigt. Zahlreich sind die Beschädigungen an Futtervorraten und Lebensmitteln, namentlich an Kartoffeln in den Kellern und Mieten. Wohl am meisten litt der Schutzgürtel des Küstenlandes, die Düne. Auf weiten Strecken sind Abbrüche von 10 bis 20 Metern Breite zu verzeichnen. Es kostet viel Arbeit, Zeit und Geld, um den Schaden wieder gut zu machen. Schwer beschädigt sind die Häfen von Rü- aenwalde und Stolpmünde. Nach Zeitungsnachrichten sollte Damkerort am meisten gelitten haben und überflntet sein. Es stellte sich aber heraus, day die starke Düne von dem Ort fast unveriehrt ist. Nur das durch den Sturm aufgestaute Wasser des Buckower-Sees drang in einige Häuser ein und richtete unerheblichen Schaden an den Kellervorräten an.
Ist nach diesem Bericht der Schaden erfreulicherweise auch nicht so groß, wie man zunächst annehmen mußte, so bleibt doch noch Not und Leid genug zu lindern übrig. Das unter dem Protektorat des deutschen Kronprinzen stehende ständige Hilfskomitee bittet demgemäß alle hilfsbereiten Frauen und Männer unseres Vaterlandes, überall Sammlungen zu veran- stalten und alle Spenden, auch die kleinsten, entweder durch Vermittlung der zu errichtenden Provinztalkomitees oder direkt abzuführen. Ueber die eingehenden Ga^ ben wird demnächst öffentlich quittiert werden. Das Bureau des Komitees befindet ktch Berlin NW. 40, Al- senstratze 10.
Die Kaiserin hat dem Hilfskomitee für biq Ueberschwemmten an der Ostsee 2000 Mark überwiesen. Am Dienstag wurden die ersten 10 000 Mark aus bc- reitstehenden Mitteln des ständigen Komitees für die durch Hochwasser betroffenen Hilfsbedürftigen dem Ne- gterungsprüsioenten in Cöslin überwiesen.
Furchtbare Schneestürme in Rußland.
In Rußland, und zwar besonders in den mittleren Gouvernements, schneit es seit über eine Woche fast ununterbrochen. Dabei herrschen eisige Stürme, die mit ihrer orkanartigen Gewalt große Verheerungen anrichten. Es herrschen Witterungsverhältnisse, wie sie selbst für Rußland ungewohnt sind. Die gesamte Bevölkerung leidet ungeheuer. Viele Dörfer und Ansiedlungen sind Mneit und von der Außenwelt abgeschlossen. Nach eldnngen der Gouvernementsverwaltungen sind bereits mehrere hundert Personen im Schnee umgekom- men. An den meisten Stellen liegt der Schnee 65 Zentimeter hoch, doch gibt es haushohe Schneeverwehungen, da der furchtbare Sturm den Schnee in hohen Wolken vor sich hertreibt.
Bin dampfet gestrandet.
150 Passagiere in höchster Gefahr.
Wie aus Saint John lNeu-Braunschweia) gemeldet wird, ist der Dampfer Cuboquid von der Royal Matt Company, der aus Westindien kam, bet Briar Island (BrittsH-Nordamerika) in der Fundy-Bay gestrandet. Das Schiff befindet sich in einer gefährlichen Lage. Telegramme melden dazu:
w Halifax, 14. Januar. Die funkentelegravhische Verbindung mit dem in Höchster Gefahr befindlichen Dampfer „Cuboquid" hat aufgehört. Der Leuchtturmwärter bei Briar Island berichtet, daß er außerstande sei, die Lage des Schiffes zu beschreiben. Man nimmt an, daß das Schiff bei Briar-Jsland gestrandet ist. Ein furchtbarer Nordweststurm erschwert die Rettungsversuche. Der vordere Schiffsteil dürfte voll Wasser sein. Man glaubt, daß der Dampfer 150 Passagiere und ebensoviel Mann Besatzung an Bord hat. Man hält den Dampfer für verloren. Mehrere Dampfer haben in der Nähe von Briar-Jsland nichts von dem verunglückten Schiffe bemerkt. Unter den Dampfern, die auf die Notsignale des „Cuboquid" herbeieilten, befindet sich der deutsche Lloyddampfer „Kronprinzessin Cectlie".
m neuestes vorn Gage.
Wegen Giftmordverdachts verhaftet.
»-*> Göttingen, 14. Januar. Der Maurer Mager- Hand wurde unter dem Verdacht des Giftmordes an seiner Frau und seinem vorehelichen Kinde verhaftet.
Vereiteltes Attentat auf einen Personenzug.
>* Barmen, 14. Januar. In der Nähe der Station Wermelskirchen versuchte ein Arbeiter einen Personenzug zum Entgleisen zu bringen, indem er Etsenteile und Holzstttcke auf die Schienen wälzte. Der Anschlag wurde jedoch rechtzeitig entdeckt. Der Täter konnte verhaftet werden.
Beim Eislauf ertrunken.
** Cöln, 14. Januar. (B. Z.) Beim Eislauf auf der Mosel bei Merl brachen fünf Schüler ein. Ein Winzer rettete vier, darunter feinen eigenen Sohn. Der fünfte Knabe konnte nur als Leiche geborgen werden.
Verzweiflungstat einer Briefträgersfrau.
0-* Berlin, 14. Januar. (B. Z.) Die 23 Jahre alte Briefträgersfrau Wegener hat sich und ihre beiden Knaben mit Lysol und Gas vergiftet. Die Frau und das jüngste Kind sind tot, der älteste Knabe liegt hoffnungslos im Krankenhause darnieder. Das Motiv der Tat sind unglückliche eheliche Verhältnisse.
Großfeuer in der Umgegend Berlins.
Köpenick, 14. Januar. lB^Z.) Heute vormittag entstand in der Rohpappenfabrik Mendelssohn u. Wat- son ein Großfeuer, das noch andauert. Eine Gefahr für die Nachbar-gebäude besteht nicht. Die Löscharbeiten wurden durch den Frost sehr erschwert.
Großfeuer in einer kanadischen Stadt.
o-* Montreal, 14. Januar. Gestern nachmittag brach hier ein heftiges Schadenfeuer aus, das die katholische Kathedrale von Notre Dame und den Stadtteil zwischen der Kathedrale und dem Wasser bedroht. Viele Feuerwehrleute sind verletzt worden. Es herrscht starker Frost.
Unfälle durch Lawinenstürze
Wien, 14. Januar. Wie die „Neue Freie Presse" aus Innsbruck meldet, ist bei den Abräumungsarbeiten an der großen Lawine auf der Mittelwald-Bahn eine neue Lawine niedergegangen. Mehrere Arbeiter wurden verschüttet. Einer wurde getötet und zwei schwer verletzt. Auf der Arlberg-Bahn ereigneten sich bet den Raumungsarbeiten auf dem Bahnglets ebenfalls mehrere tödliche Unfälle.
Gorki nach Rußland zurückgekehrt. _.,.
w Petersburg, 14. Januar. (B. &) Der Dichter Maxim Gorki, der bisher in der Verbannung auf Capri lebte, ist nach Rußland zurückgekehrt.
^”Madrid^14.^anüar. Wie aus Almeria gemeldet wird, fand ein Schafhirte auf einem Weideplatz einen Schatz von beträchtlichem Werte. Unter einer Moosschicht entdeckte er eine eiserne Platte. Unter dieser befand sich eine große Vase, die mit Gold- und Silber- münzen angefüllt war, die noch aus der Maurenzeit ^^Der' Kriegszustaud in Britisch-Südwest.
Bloemfontaiu, 14. Januar. Fast alle Eisenbahner der Werkstätten und des Fahrdienstes streiken, doch verkehren die wichtigsten Züge. Auch in anderen Städten der Gegend streiken die Eisenbahner. In Kapstadt beabsichtigen die Straßenbahner in den Ausstand zu treten. Wie aus Lady Brand gemeldet wird, koppelte gestern ein Lokomotivführer eines von Durban kommenden Personenzugesdie Lokomotive auf freier Strecke ab, fuhr damit nach Natal zurück und ließ Wagen und Passagiere im Freien zurück.___
Bandei und Verkehr.
Ab
Die Entwicklung der deutschen Viehhaltung, gesehen von den Schafen ist seit Beginn der sie Jahre, wo zum ersten Male eine Viehzählung im vorgenommen wurde, der Viehbestand dauernd gewachsen. Die stärkste Vermehrung zeigen die Schweine, deren Stückzahl sich in vier Jahrzehnten mehr als verdreifacht hat. Die Bedeutung des Schweines für die Fleischversorgung tritt immer mehr hervor. Demnächst ist wichtig, daß der Rindviehbestand um 28 v. H. zu- genommen hat. Der Bestand an Pferden ist um 85 v. H. gewachsen, während sich die Zahl der Ziegen um 46 v. H. vermehrt hat. Dagegen haben die Schafe fortdauernd abgenommen, besonders weil ihr ehemals wichtigstes Erzeugnis, die Wolle, bet dem überseeischen Wettbewerb keinen entsprechenden Preis zu wahren vermochte. Im Vergleich zur Vermehrung der Bevöl- kerung von 1878 auf 1912 um 59 v. H. haben die Schweine stärker, die Rinder, Ziegen und Pferde
schwächer zugenommen.