wenn 6er Führer beim Anblick 6er Pferde eine größere Höhe aufgesucht hätte. Die Klage wurde sowohl vom Landgericht als auch in der Berufungsinstanz vom Oberlandesgericht unter der Begründung abgewiesen, daß der Führer eines Luftschiffes nicht verpflichtet sei, lediglich auf Rücksicht auf einige schlecht beaufsichtigte Pferde größere Höhen aufzusuchen und dadurch eventuell das Leben der ihm anvertrauten Passagiere zu gefährden.
Eine beamtenrechtlich interessante Entscheidung hat der höchste preußische Berwaltungsgerichtshof getroffen. Ein Bürgermeister, der für den Reichstag kandidierte, fühlte sich durch einen auswärtigen Studenten, der in seinem, des Kandidaten, Wahlkreis gegen ihn agitierte, persönlich in seinen Rechten verletzt. Er wandte sich an die Polizeibehörde des Wohnortes des Studenten mit dem Ersuchen, ihm über dessen Personalien und Vermö- gensverhältnisse Mitteilung zu machen. Das geschah. Der Regierungspräsident aber nahm den Bürgermeister in eine Ordnungsstrafe, weile er durch seine unberechtigte Inanspruchnahme amtlicher Stellen, die nur im eigenen, persönlichen Interesse erfolgt sei, sich eines Mißbrauchs der Amtsgewalt und einer Ueberschreitung seiner Befugnisse schuldig gemacht habe. Der auf Aushebung der Strafe gerichteten Klage des Bürgermeisters versagte das Oberverwaltungsgericht den Erfolg.
Ein Hochstapler vor dem Kriegsgericht. Vor dem Oberkriegsgericht des dritten Armeekorps in Berlin als Berufungsinstanz stand am Donnerstag ein desertierter Soldat, den der Vertreter der Anklage als den größten Hochstapler, den man je vor Gericht gesehen habe, bezeichnete. Es handelt sich um den Musketier Kannewurf, der im In- und Auslande eine große Reihe von Hochstapeleien und Hetratsschwindeleien verübte. Das Gericht verurteilte den listenreichen Sünder zu sechs Jahren 6 Monaten Zuchthaus, zu 900 Mark Geldstrafe und Ausstoßung aus dem Heere.
WiHentoaEt, Kunst und Literatur«
Eine neue Debatte über die Heilkraft des Radiums, die auch für den Laien manches Lehrreiche bot, hat es dieser Tage in der Berliner medizinischen Gesellschaft gegeben. Die hervorragendsten Mediziner ergriffen in ihr das Wort. Vor allem machte Geheimrat Bier darauf aufmerksam, wie vor ungefähr 10 Jahren die Behandlung der bösartigen Lippenkrebse mit Röntgenstrahlen auf dem Chirurgenkongretz die allergrößte Begeisterung erweckte. Auch er hat zunächst die allergünstigsten Erfahrungen damit gemacht, aber sämtlich anscheinend geheilten Kranken kamen mit sehr bösartigen Bildungen wieder in Behandlung und mußten sich einer viel gefährlicheren Operation unterziehen. Auch unter Radium gingen die Wucherungen erst zurück, es traten aber später um so stärkere Wucherungen wieder auf. Bier operiert den Brustkrebs möglichst radikal, um unmittelbar daran eine monatelange Behandlung mit Röntgenstrah- len anzuschließen. Seit zwei Jahren hat er diese Behandlung durchgeführt und ein Hinausschieben der Rück- fälle oder ein Zurückgehen derselben gesehen. Geheimrat Bumm erörterte die Frage, die manchem Hausarzt jetzt schwere Sorgen macht: „Soll man bestrahlen oder soll man operieren?" Eine Frage, die jetzt noch nicht entschieden ist. Es ist zunächst zu bedenken, daß die chirurgische Operation nicht immer ungefährlich ist und daß auch nach sehr ausgedehnter Operation Rezidive recht zahlreich vorkommen. Zu bedenken ist ferner, daß durch die Operation auch wesentliche Funktionsstörungen auftreten können. Bumm präzisiert seinen Standpunkt augenblicklich dahin, daß dort, wo leicht und gefahrlos operiert werden kann, die Operation vorzuziehen ist, besonders wenn die Applikation des Radiums schwierig ist. Bei schweren, lebensgefährlichen Operationen, wenn durch die Operation die Funktion des Organs wesentlich beeinträchtigt wird, will Bumm auch operable Fälle bestrahlen. Er glaubt dadurch gegebenenfalls für eine spätere Operation günstigere Operationsbeöingungen herstellen zu können, vorausgesetzt natürlich, daß es gelingt, die Schädigungen, die die Strahlentherapie.hervorrufen kann, zu vermeiden. — Meldungen über erfolgreiche Krebsbebandlung mit Radium kommen aus London. Nach einer Mitteilung des Direktors der Krebs-Untersuchungs-Laboratorien, Dr. Lazarus Bar- low, wurden in der Zeit von Juni bis September 1913 68 Fälle eingeliefert, die nicht mehr operierbar waren. Während solche Patienten im Jahre vorher sämtlich starben, kamen nach der Radiumbehandlung in diesem Jahre nur 36 Todesfälle vor und 32 Patienten konnten entlassen werden. Die meisten davon üben jetzt wieder ihre Berufe aus. Trotz aller noch gebotenen Vorsicht erklärt der Leiter der Behandlung, daß an der unmittelbaren Wirkung des Radiums auf krebsige Geschwüre kein Zweifel mehr sein könne.
Vermischtes
Ein schlauer Rechtsanwalt. In der Sitzung der Pariser Anwaltskammer hatte sich diese mit einer sonderbaren Beschwerde eines Anwalts gegen einen Kollegen zu beschäftigen. Auch in Paris gibt es viel zu viel Rechtsanwälte und einer von den jungen Advokaten kam nun auf die Idee, sich in einem Kaffeehaus in der Nähe des Justizpalastes zu etablieren. Auf den Straßen ließ er Zettel verteilen, um die Kundschaft anzulocken. Er hatte eine einheitliche Konsultationsgebühr von 3 Frcs. festgesetzt. In diesem Betrag war außerdem noch ein Schnäpschen inbegriffen. Das Geschäft muß gut gegangen sein, denn ein neidischer Kollege erhob Beschwerde bei der Anwaltskammer und diese hatte über den Fall zu entscheiden. Die Anwaltskammer mußte zwar aus grundsätzlichen Gründen das Verfahren des liegen Kollegen verurteilen, sie verhängte aber nur geringe Strafe über ihn, indem sie ihm für zwei ine Berechtigung zur Tätigkeit vor Gericht
?^r der Schwiegermutter. Donnerstag ffi?“ Puffern des letzten Wagens des ^^^ä"5?,E (F?ndon - Liverpool bei der Station Not- Mann namens Coppin halb erstarrt auf- Strecke von 1500 Kilometern
™ i^^Ae^t, den Rücken dem Wagen zugekehrt. Mit einer Smrd hatte er sich an eine Eisen- stange angeklammert. Er war halbstarr und konnte erst nach langen Bemühungen ns Leben zurückgerufen wer- die Frag^ was ihn dazu bewogen hätte, eine solche Fahrt zu machen, erwiderte er, daß er die Absicht gehabt habe, ferner Schwiegermutter soweit als möglich zu entgehen.
Die Wahrheit über den Ohrwurm. Die ^firmitmipr
— Wahrheit über den Ohrwurm. Die Ohrwürmer verdanken bekanntlich die Popularisierung ihres Namens in Ohrwürmer dem Volksglauben, daß sie den Menschen mit Vorliebe in die Ohren kriechen und das Trommelfell zerbeißen, was in unserer modernen Zeit Ammenmärchen bezeichnet wird. Diese skeptische Auffassung ist indessen nur zum Teil berech- W und bedarf der Korrektur. Es existiert kaum ein «Quarzt, dessen Sammlung der dem Gehörgang von ^anenten entnommenen Fremdkörper nicht einen dieser Würmer tzeüerSergt, W M durch ihre Vorliebe für
dunkle Schlupfwinkel verleiten lasten, im Freien schlafenden Personen in Höhlungen zu kriechen, in denen sie nichts zu suchen haben. Und wenn dabei auch Zerstörungen des Trommelfelles nur selten zu verzeichnen sind, so fehlt es doch auch an solchen Beispielen nicht. So wußte erst kürzlich wieder der am Milttürlazarett von Chamberg wirkende französische Stabsarzt Albert aus seiner Praxis über den Fall eines Patienten zu berichten, der durch einen Ohrwurm um sein Trommelfell gekommen war. Aber auch hier waren die Freß- werkzeuge des Wurms für dieses Zerstörungswerk nicht verantwortlich zu machen. Der Ohrwurm, der dem betreffenden Soldaten ins Ohr gekrochen war, und der bei diesem unbefugten Abstecher den Tod gefunden hatte, hatte nur als Fremdkörper gewirkt, der eine eiternde Entzündung im Gehörgang hervorgerufen hatte, die weiterfressend das Trommelfell zerstört hatte. Die Infektion selbst war zweifellos auf Mikroorganismen zu- rückzuführen, die das Insekt mit eingeschleppt hattte.
Was Könige rauchen. In der Summe, die Monarchen alljährlich für ihren persönlichen Bedarf an Zigarren und Zigaretten ausgeben, steht wohl, so erzählt eine englische Wochenschrift, der Zar an der Spitze, denn er und der junge König von Spanien sind unter den Fürsten Europas wohl die letdenschaftlichsteu Raucher. Der Zar raucht fast ausschließlich türkische Zigaretten, die vesonders für ihn hergestellt werden und von denen das Stück etwa 8 Pfennig für ihn zu stehen kommt. Aber der Kaiser aller Reußen verwandelt dafür auch täglich 40 bis 50 dieser Zigarretten zu Asche. Zigaretten-Liebhaber ist auch der König Alfons, aber er ist in seinem Geschmack kosmopolitischer: er raucht so ziemlich alle Arten: Türken, Aegypter, Russen und bisweilen auch Havanna-Ziaaretten. Für ihn werden die Zigaretten bei einem Londoner Tabakhändler angefertigt, und 2400 Mark im Jahre ist das Minimum, was der König für diese Leidenschaft opfert. Der Deutsche Kaiser, so will das englische Blatt wissen, raucht mit besonderer Vorliebe sehr große lange Havanna-Zigarren, und von ihnen am Tage nahezu zehn Stück: der Preis von diesen Zigarren soll zwischen 1,50 und 2 Mark schwanken. Allein in seiner Vorliebe für starke würzige Importen wurde er von dem verstorbenen König Eduard übertroffen, der wahre Ungetüme an Havanna-Zigarren rauchte: besonders für ihn hergestellte Exemplare von nahezu 30 Zentimetern Länge und 5 Zentimetern „Taille". Diese Import-Zigarren kosteten Stück für Stück 5 Mark, und nur ein sehr kräftiger Raucher konnte in etwa fünfviertel Stunden aus einer solchen Riesenzigarre e neu Stummel machen. Kaiser Franz Josef bleibt seiner einfachen Virginia treu, aber er raucht besonders starke Exemplare. Früher genoß er täglich gegen 20 dieser „Giftnudeln", aber in letzter Zeit haben die Aerzte ihr Veto eingelegt und eine Reduzierung der Tagesration öurchgesetzt. Der einzige König, der neben Zigarren auch gern die Pfeife raucht, ist der jetzige Herrscher Großbritanniens, König Georg.
Gewitzigt. Dem ebenso reichen wie geizigen Sternbauer wird anläßlich seines Geburtstages von mehreren Freunden, die sich vor dem Hause aufgestellt haben, ein Ständchen gebracht. Damit er nicht in die Verlegenheit komme, die Sänger heretnzurufen und bewirten zu müssen, will er, wie im vorigen Jahr, schleunigst durch die Hintertür verschwinden und seiner Frau dann das Weitere überlassen. Im nächsten Augenblick kommt er jedoch verstört zurück und sagt: „'s hilft nichts, Alte, ich komm' nit fort... da hinten stehen auch welche und singen!"
Edinson und seine grau
Es gibt in der ganzen Welt nur einen einzigen
., u,« Augen sind Haselnußbraun, Täufern Forrester hat mit eigenen
Menschen, dem Thomas Alva Edison, der König der Erfinder, sich unterordnet, nämlich seine Frau. Ohne nese, das wissen alle, die in West Orange, dem Woyn- itze Edisons, wohnen, wäre Edison hilflos, denn sie sehen agilcb mit eigenen Augen, wie der „alte Mann" (wie ie Edison nennen) von seiner Frau „gemanaget" wird. In der deutschen Sprache gibt es nichts, das dieses amerikanische „Manage" restlos wiedergibt.
Thomas Alva Edison ist nämlich, wie eine amerikanische Journalistin jüngst bei einem Besuche festgestellt hat, wohl der unbestrittene König im Reiche der Technik und Erfindung, in allen weltlichen Dingen aber ein großes Kind, und ohne seine Frau würde er schwerlich mit dem Leben fertig werden. Diese seine Frau schildert die amerikanische Journalistin, ein Fräulein Jzola Forrester, in dem in Neuvork erscheinenden „World Magazine" als mittelgroße, durchaus nicht schlanke Dame, nttt auffallend reiner, rosiger Gesichtsfarbe, die für häufigen Aufenthalt im Freien spricht: ihr braunes Haar ist gewellt und weht ihr nms Gesicht wie einem Mädchen: ihr Kinn ist sanft gerundet, ihre Äugen sind Haselnußbraun, und sie lächelt gern. Fräulein Forrester hat mit eigenen Augen gesehen, wie Edison „gemanaget" werden muß, und dazu hat ihr Frau Edison einiges darüber erzählt.
Das erste Lebensbedürfnis Edisons (wenn er nicht in seinen Werkstätten tätig ist) ist die Ruhe. Er muß gegen jedes Geräusch, gegen jede Störung und gegen jede Unterbrechung geschützt werden. Er arbeitet zuweilen in seinen Werkstätten 20 Stunden oder länger hintereinander, dann kommt er nach Hause, fällt sofort in Schlaf, wie ein vom Spiel ermüdetes Kind, und schläft dann 20 Stunden oder mehr hintereinander. Eine regelmäßige Tageseinteilung gibt es natürlich nicht. Edison steht auf, rote es sich bei seiner Arbeit ergibt, ebenso hält er es mit den Mahlzeiten und dem Schluß des Arbeitstages. Er ist nicht, wie manchmal angegeben wird, Vegetarier, sondern ißt Fleisch und besonders gern Wild und Geflügel. Gemüse und Früchte nimmt er niemals in rohem Zustande zu sich, vielmehr muß alles auf den Siedepunkt erhitzt werden, damit alle Krankheitserreger abgetötet werden.
Wenn Frau Edison ihren Gatten nicht aus den Werkstätten abholte, würde er vermutlich mehrere Tage hintereinänder arbeiten, ohne überhaupt zn bemerken, daß die Zeit vergeht, und Frau Edison holt ihn deswegen täglich im Automobil ab und macht vor Tisch eine längere Automobtlfabrt mit ihm gemeinsam. Dieses Automobilfahren ist nämlich Edisons einzige Erholung: eine andere Art von Sport oder körperlicher Uebung verwirft er für sich, und tatsächlich hat er sie wohl auch nicht nötig, weil er währerF seines Aufenthaltes in den Werkstätten stundenlang auf den Beinen ist.
Fräulein Forrester hat auch Gelegenheit gehabt zu sehen, wie Frau Edison ihren Gatten abholte. Thomas Alva Edison kam nach ihrem Berichte seiner Frau entgegen wie ein Schuljunge, der von seiner Mutter abgeholt wird, und er sah auch so aus, wenn nicht noch schlimmer: es ist dringend nötig, daß man ihm einen reinen Kragen umbindet, er muß rasiert werden, Kämmen und Bürsten sind äußerst nötig geworden, und all dies läßt der alte, weißhaarige, blauäugige, 66jährige Junge lächelnd mit sich geschehen!
Siedepunkt erl
man ihm einen
der Kronprinz an seine Husaren.
Der Regimentsbefehl beim Abschied von Danzig.
Der jetzt bekannt gewordene Wortlaut des Regi- mentsbefeLls, den der Kronprinz beim Abschied von
seinem Danziger Regiment verlesen ließ, leuchtet tief hinein in die Seele des künftigen Erben der deutschen Kaiserkrone. Er offenbart uns seinen echten soldatischen Geist, sein treues, kanreraöschaftliches Herz und seinen männlichen Sinn. Der Draht meldet darüber:
»•* Berlin, 9. Januar. Der Regimentsbefehl, den der Kronprinz aus Anlaß seines Scheidens vom 1. Leib- Husaren-Regiment in Danzig am 16. Dezember beim Generalappell verlesen ließ, hatte nach der „Tgl. Rdsch." folgenden Wortlaut: Husaren meines Regiments! Ueber zwei Jahre habe ich mit Euch denselben Rock getragen und derselben Standarte treue Gefolgschaft gehalten wie Ihr. Se. Maj. der Kaiser und König hat nur ein treues militärisches Arbeitsfeld zugewiesen, und so habe ich zu gehorchen. Es wird mir verflucht schwer, und das Herz will mir brechen, daß ich nun nicht mehr an Eurer Spitze durchs Leben reiten soll. Und daß auch Ihr in dieser Stunde so fühlt, dessen bin ich sicher. Die beiden glück- lichsten Jahre meines Lebens habe ich in Euren Reihen verbracht. Meine Jugend trage ich heute zu Grabe. Wohl kann man mich von Euch trennen, aber mein Herz und mein Geist bleiben unter Euch. Und wenn einmal der König ruft, und das Signal „Marsch, marsch" wird geblasen, so denkt an den, dessen sehnlichster Wunsch es stets war, diesen Tag des höchsten soldatischen Glücks an Eurer Seite verleben zu dürfen. Das feste und innere Band aber, das Euch, meiue Kinder vom Regiment, mit mir unauslöschlich verbindet, wird erst dann zerschnitten werden, wenn auch für mich die Stunde des Abmarsches zur große« Armee dort droben geschlagen haben wird. Mein altes heißgeliebtes Regiment, hurra, gez. Wilhelm, Kronprinz.
*■ neuestes vom Cage«
von Jagow soll eine Rüge bekommen?
a** Berlin, 9. Januar. (B. Z.) Zu der Augelegen- Heit des Schreibens des Polizeipräsidenten von Jagow an die Kreuzzeitung erfährt die B. Z., daß der Minister des Innern am Dienstag vor dem Landtage Auskunft über den Fall geben wird. Es verlautet, die Auskunft werde dahin gehen, dem Polizeipräsidenten eine scharfe Rüge zu erteilen. Es könne nicht geduldet werden, daß er auch in seiner Eigenschaft als Dr. jur. solche Seiten- sprünge auf eigne Faust mache. Eine der Form halber angebotene Demission sei abgelehnt worden.
Unter einer eisernen Tür begraben.
Berlin, 9. Januar. (B. Z.) Als heute vormittag in der Trockenofenanlage der besonnten Eisen- und Metallgießerei der Aktiengesellschaft Löwe & Co. mehrere Arbeiter eine auf Schienen laufende Tür öffnen wollten, sprang die obere Rolle aus den Schienen. Die Tür verlor den Halt und begrub vier Arbeiter unter sich. Drei wurden schwer verletzt, einer leicht.
Erkrankung des Königs von Rumänien.
a-p Wien, 9. Januar. Die Neue Freie Presse meldet aus Bukarest: Der König ist seit einigen Tagen erkältet und muß das Bett hüten. Deshalb hat auch die Entscheidung in der Ministerkrise eine Verzögerung von etwa einer Woche erfahren.
Einigkeit des Dreibundes in der Acgäisfrage.
e-^ Rom, 9. Januar. Die Agen-ia Stefani meldet aus London. Wie verlautet, schließen sich die deutsche und die österreichische Regierung dem italienischen Standpunkte hinsichtlich des englischen Vorschlags über die ägäischen Inseln an.
Banernrevolten in Italien.
o-* Rom, 9. Januar. (B. Z.) In Pagliano in den Sabiner Bergen kam es zwischen Bauern und Gutsbesitzern zu einem blutigen Zusammenstoß. 31 Personen wurden verwundet. Die revoltierenden Bauern griffen auch in anderen Orten, so in Latium, die Besitzungen der Grundherren an.
Die Knabenleiche unter dem Sitzbrett.
»sf London, 9. Januar. (B. Z.) Unter dem Sitze eines Vorortzuges wurde auf dem Bahnhöfe Chorne- öttsch die Leiche eines ermordeten Knaben von etwa sieben Jahren gefunden. Allem Anscheine nach liegt ein l Lustmord vor.
Berliner Getreide- und Viehmarkt.
In der ersten Woche des neuen Jahres hat sich im Getreidehandel ein kleine Belebung bei fester Tendenz eingestellt. Bisher hatte der Konsum und der Handel in der Annahme eines weiteren Preisrückganges infolge der reichlichen Welternte mit Käufern gezögert, als aber jetzt die vorläufige amtliche Schätzung der argentinischen Weizenernte mit 3,6 Millionen Sonnen gegen 5,4 Millionen Tonnen im Vorjahre bekannt wurde, ging hiervon eine ziemlich nachhaltige Anregung aus, obwohl die Berichte über die australische Ernte nach wie vor sehr günstig lauten und man Rußland im Besitze recht großer Wetzenbestände vermutet. Vielfach wurde die Ansicht vertreten, daß von dem argentinischen Weizen- überschuß noch ein bedeutenderer Teil als sonst von dem Bedarf Brasiliens, dem des Orients und ferner diesmal auch Japans werde in Anspruch genommen werden. Im Anschluß an die höheren Auslandsnotierungen hob sich in Berlin der Preisstand für Weizen um etwa 2% Mark. Roggen gewann nicht ganz soviel, da die Kauflust zum Teil durch russische Ware befriedigt werden konnte. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß das inländische Warenangebot durch die verschlechterten Wege und die erschwerten Drescharbeiten im Zusammenhänge mit Witterungsunbilden vermindert wurde. Hafer wurde bei größeren Ankäufen des Konsums im Barhandel höher bezahlt, während für spätere Lieferung die Preise eher zur Schwäche neigten. Russische Gerste gab nach anfänglicher Festigkeit nach. Mais erfuhr eine wesentliche Einbuße infolge der in Aussicht stehenden großen argentinischen Ernte. Am 7. Januar stellten sich die Notierungen für Lieferung im Mai wie folgt: Wetzen 198, Roggen 161,25, Hafer 157, Mais 141.
Preise des städtischen Schlachtvieh-Marktes. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes 91 bis 95 X junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 89—93 X mäßig genährte junge und gut genährte ältere 81—87 X Bullen: ausgewachsene, höchst. Schlachtwertes 90—91 X vollfleischige jüngere 88—89 Mark, mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 83—87 ^ Färsen: vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 81—83 ./Z Kühe: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 83—84 X ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere 76—82 X mäßig genährte Kühe und Färsen 72—74 X gering genährte Kühe und Färsen bis 77 Jt Jungvieh: gering genährtes 80—86 ,//. Kälber: Doppel- tender feinster Mast 143—157 X feinste Mastkalber 130 X mittlere Mast- und beste Saugkälber 120—126 Mark, geringere Mast- und gute Saugkälber 114—128 Mark, geringe Saugkälber 91—109 ./Z Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthammel 96—100 X älter» Masthammel geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 90—94 X mäßig genährte Hammel und Schafe 73—81 ^ Schweine: Fettschweine über 3 Ztr. 70 Mark, vollfleischige 240—300 Pfd. 70 X 200-240 Pfd. 67-70 X 160-200 Pfd. 64—67 X unter 160 Pfd. 02 bis 63 X Sauen 64-05 ^