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Sie Slrasmlröge im Leuler-Prozetz.

Sieben resp. drei Tage Gefängnis.

Die Beweisaufnahme im Prozeß gegen den Ober­sten v. Reuter und den Leutnant Schad ist am Donners­tag, dem vierten Verhandlungstage, geschlossen worden. Der Anklagevertreter beantragte gegen den Obersten v. Center menen der Anklaae der Anmaßung der Poli-

Der Anklagevertreter beantragte gegen den Oberster Reuter wegen der Anklage der Anmaßung der P zeigewalt Freispruch und wegen Freiheitsberaubung 7 Tage Gefängnis (weil er die am 28. November Verhafteten des Nachts in einen Keller gesperrt hatte), gegen Leutnant Schad drei Tage Gefängnis wegen kör­perlicher Mißhandlung des Schlosierlehrlings Korn­mann. Die Urteilsverkündung erfolgt am Samstag vor­

mittag 10 Uhr.

In der Begründung -er Anträge führte Kriegsgerichtsrat Ossiander u. a. aus: Die größte Schuld an den Vorgängen hatten die Veröffentlichun­gen desZaberner Anzeiger". Nach den Aeußerungen des Leutnants von Forstner über die Fremdenlegion wurde dieser vom Pöbel, den ich streng von der anstän­digen Bürgerschaft unterscheide, schwer beleidigt. Es ge­lang nie, die Beleidiger zu fassen, die Offiziere waren beinahe für vogelfrei erklärt. Auch die Polizei nahm sie nicht in Schutz. Am 26. November erfolgtenBeleidi- gungen der aus der Turnstunde kommenden Offiziere. Es ertönte die Aufforderung, die Offiziere in den Kanal zu werfen. An jenem Abend war Leutnant Schad be­sonders Gegenstand -er Beleidigungen. Das Vorgehen der Demonstranten war immer dasselbe. Sie johlten und schrien, und wenn sich die Offiziere umdrehten, mach­ten sie ein unschuldiges Gesicht. Die einen Zeugenaus­sagen gingen dahin, daß Menschenmengen auf der Straße waren, andere Zeugen bezeichneten die Straßen als menschenleer. Der Anklagevertreter ging dann auf das Verhalten des Kreisötrektors ein, der sich dahin ge­äußert habe, er könne es nicht verhindern, wenn ein Leutnant belästigt würde. Wohin, so fragte er, sollten wir kommen, wenn dieser Standpunkt in Zabern in Permanenz erklärt würde? Gegen die Vorkommnisse in Zabern schritt endlich Oberst von Reuter ein. Pflicht und Ehre geboten ihm, den Offizierstand zu schützen. Er ging auf Grund des Paragraphen 3 a der Vorschrift für den Waffengebrauch des Militärs so vor, wie es eigentlich angesichts der unerhörten Vorgänge in Zabern schon längst hätte geschehen müssen. Dem Obersten fehlte das Bewußtsein der Rechtswirdigkeit seiner Handlun­gen vollkommen, sodatz auch die Anklage wegen Anma- ßens der Exekutivgewalt fallen muß. Etwas anderes, fo führte der Staatsanwalt weiter aus, sei es bezüglich -er Anklage wegen Freiheitsberaubung. Der Oberst durfte die Festgenommenen unter keinen Umständen etn= gesperrt halten, sondern mußte sie der Zivilbehörde über­liefern. Hierfür beantragte der Anklagevertreter eine Gefängnisstrafe von sieben Tagen. Bezüglich des Leut­nants Schad ließ der Anklagevertreter die Anklage we­gen Hausfriedensbruchs fallen, jedoch beantragte er we­gen der Körperverletzung, geschehen durch Ausschlagen eines Zahnes eine Gefängnisstrafe von drei Tagen, weil kein Anlaß vorhanden sei, den Zeugen Kornmann für unglaubwürdig zu halten.

Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Grossart

nahm insbesondere zunächst Stellung gegen die Behand­lung der beiden Angeklagten durch dre Parteien im Deutschen Reichstage. Schon nach dem gewöhnlichen Ge­setz sei jedermann berechtigt, seine Ehre zu schützen. Mehr noch als jeder Bürger ist der Offizier berechtigt und verpflichtet, dies zu tun. Sich auf der Straße her- umzuschlagen, entspricht nicht der Stellung des preußi­schen Offiziers. In Zabern haben die Offiziere lange Zeit hindurch Beschimpfungen schlucken, ja sich förmlich sogar verkriechen müssen. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen versuchte dex Verteidiger für das Ver­halten seiner Klienten rechtliche Grundlagen aufzuführen und ihre Objektivität zu begründen. Wenn der Oberst erkannte, daß die Zivilbehörde zur Aufrechterhaltung der Ordnung nicht genügte, konnte er auf Grund der gesetzlichen Unterlagen selbständig eingreifen. Der Oberst befand sich im besten Glauben, das wird ihm niemand absprechen wollen. Der Verteidiger unternahm dann, die Festhaltung der Verhafteten im Pandurenkeller als nicht strafbar nachzuweisen. Nachdem der Verteidiger noch darauf Htnaewiesen, daß der Vater des Obersten von Reuter im Jahre 1870 bei Spichern den Heldentod ge­storben und daß der Oberst die Tradition seiner Familie hinsichtlich der Wahrung seiner Familienehre fortsetzen wollte, beantragte er dessen Freisprechung. Die rechtli­chen Ausführungen bezog er auch auf den Angeklagten Schad, der unter dem Befehl des Obersten stand. Die Entschlossenheit zum Handeln bei einem Leutnant, wie sie hier in die Erscheinung trat, hat die deutsche Armee nötig. Einzelne Vorgänge seien gewiß bedauerlich. Es stünde ihnen aber die große Rücksicht auf die Armee und deren Ehre gegenüber. Oberst von Reuter habe so ge­handelt, wie er nach seiner Auffassung von Ehre und nach seinem Gewissen verantworten zu können glaubte.

Die Dame im Schleie*.

Spionage-Roman von Matthias Blank.

10) > (Nachdruck verboten.)

Ja! Aber wer von meinen Gästen war ein Ver­räter? Ich muß gegen alle von gleicher Liebenswürdig­keit bleiben und darf es keinem sagen: Vielleicht bist Du der Schuft! Natürlich habe ich die Liste der dama­ligen Gäste schon mehrere Dutzend Male durchgesehen, aber ich kann keinen Namen verdächtigen. Offiziere, hohe Beamte, alte Namen, ich kann nicht klug daraus werden."

Deshalb solltest Du Dich damit abfinden, daß nichts mehr daran zu ändern ist. Was nützt Dich der Aerger jetzt noch?"

Du hast recht. Freilich! Aber das kommt daher, weil unsere Behörden viel zu nachsichtig sind. Mit einer Vogel-Strauß-Politik, bei der man von Spionen nichts wissen will, ist nicht gedient."

Ich habe bisher auch immer daran gezweifelt."

von Marberg lachte höhnisch:So ist es gut. Ge­rade Du solltest Dich in Acht nehmen. Deine Erfindung wäre eine gelungene Beute für die Franzosen oder Eng­länder. Hast Du schon Deine Patente eintragen lassen?"

Nein, Ich möchte hier alle Zeichnungen und Schriftstücke dafür fertigstellen und dann persönlich das Patent anmelden: dies würde dann gleichzeitig mit meinen Unterhandlungen mit den Regierungsvertretern geschehen."

Dann sei klug und erzähle nicht zuviel. Glaube es mir, daß manchmal selbst die Wände Ohren zu haben scheinen. Die Engländer wissen genau, daß einmal die Entscheidung nur zwischen England und Deutschland fallen wird. Diesem habgierigen Krämervolke aber ist kein Mittel zu schlecht, wenn es nur den Zweck erfüllt."

Overst von Renter

erklärte in seinem Schlußwort: Zunächst möchte ich noch­mals sagen, daß ich das volle Bewußtsein habe, daß mein Offizierkorps, meine Unteroffiziere und Mannschaften geschlossen hinter mir stehen. Ich wiederhole, was ich am Anfang gesagt habe, daß das, was meine Offiziere, Un­teroffiziere und Mannschaften getan haben, auf meinen Befehl geschehen ist, und dafür übernehme ich die volle Verantwortung auch jetzt noch am Ende dieser Verhano- lung. Ich habe auch heute noch den vollen Eindruck, daß ich gezrvungen war, so zu handeln, nachdem ich mir meine Bestimmungen genau angesehen und es dann als notwendig betrachtet habe, so zu handeln. Ich glaube da im Einklang gewesen zu sein mit meinen Vorschriften. Ich habe unter der Notwendigkeit, allerdings unter ei­ner bitteren, bitteren Notwendigkeit gehandelt und habe so gehandelt, wie ich es vor Gott und meinem Kaiser und König zu verantworten gedenke. Auch die Fest­nahme der Leute war meiner festen Ueberzeugung nach durchaus notwendig. Ich glaube, daß ich menschlich ge­handelt habe, denn ich bin fest überzeugt, hatte ich die Leute herausgelassen, so wäre es unbedingt an jedem Tage noch zu nächtlichen Zusammenstößen gekommen, bet denen Blut geflossen wäre. Durch diese Zurückhal­tung in dem Keller habe ich bei der Zivilverwaltung und bet der Bevölkerung die Ueberzeugung erweckt, daß es nun bitterer Ernst geworden ist. Und deshalb sind dann wohl auch weitere und stärkere Ruhestörungen an den folgenden Tagen unterblieben. Ich bin fest über­zeugt, nur meine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit ge­tan zu haben.

Ein halbamtliches Dementi.

Von zuständiger Seite wird Wolffs Telegraphen- Bureau geschrieben: Straßburger Blätter bringen die Nachricht, daß Oberkriegsgerichtsrat Dr. Medikus ge­äußert habe:Donnerstag wird Oberst von Revier freigesprochen und am Sonnabend werde ich von Forst- ner freisprechen." Selbst wenn diese Aeußerung gefallen sein sollte, wäre sie für den Verlauf der Kriegsgerichts­verhandlung ganz ohne Belang: denn Oberkriegsge­richtsrat Dr. Medikus hat weder mit der Verhandlung gegen Oberst von Reuter dienstlich etwas zu tun gehabt, noch wird er mit der Gerichtsverhandlung gegen Leut­nant Freiherrn von forstner irgendwie befaßt.

Politische Rundschau.

Der Kronprinz beim Reichskanzler. Der Kronprinz stattete am Donnerstag dem Reichskanzler einen länge­ren Besuch ab.

Das vorläufige Arbeitsprogramm des Reichstages. Die Dispositionen des Reichstages für die ersten Tage nach den Weihnachtsferien dürften sich folgendermaßen gestalten: Für Dienstag stehen Petitionen auf der Tagesordnung. Wie verlautet, beabsichtigt Präsident Dr. Kämpf die Beratung über die Petitionsberichte auch am Mittwoch fortzusetzen. Am Sonnabend soll der Ge­setzentwurf über die Regelung der Sonntagsruhe zur ersten Lesung gestellt werden. Außerdem soll am Mitt­woch eine Sitzung des Seniorenkonvents stattfinden, in dem der weitere Arbeitsplan festgestellt werden wird.

Erlaß von Strafen wegen Zuwiderhandlungen ge­gen die Zollgesetze. Aus Anlaß des Regierungsjubt- läums des Kaisers sind in 525 Strasfällen wegen Zu­widerhandlungen gegen die Zollgesetze und die sonstigen Vorschriften über indirekte Reichs- und Lanöesabgaben 612 Personen begnadigt worden. Insgesamt sind rund 38 286 Mark Geldstrafen und 7211 Mark Werterfatz so­wie 9 Monate und 52 Tage Gefängnis erlassen.

Nach dem neuesten Fraktionsverzeichnis des preu­ßischen Abgeordnetenhauses sind alle Mandate besetzt, nachdem im zweiten Halbjahr des Jahres 1913 5 Ersatz­wahlen stattgefunden haben. Die Stärke der Fraktionen ist folgende: 148 Konservative, 50 Freikonservative, 73 Nationalliberale, 40 Mitglieder oer fortschrittlichen Volkspartei, 103 Mitglieder des Zentrums, 12 Polen, 10 Sozialdemokraten, 2 Dänen und 3 Fraktionslose.

Vermögensbildung in Preußen. Obwohl große Summen sicher nicht versteuert werden, obwohl die Ver­mögensstatistik alle Vermögen unter 6000 Mark unbe­rücksichtigt läßt, ferner solche bis 20 000 Mark, deren Be­sitzer keine 2000 Mark Einkommen versteuert, macht Die Vermögensbildung riesige Fortschritte in Preußen. Das steuerpflichtige Vermögen stieg von 63 578 Millionen Mark im Jahre 1896 auf 82 410 Millionen Mark im Jahre 1905 und aus 104 057 Mill. Mark im Jahre 1912.

Die marschbereite Hnsaren-Schwadron. DieKöln. Ztg." meldet aus Straßburg: In der Donnerstag-Sit­zung des Landtages stellte der sozialöemokratische Ab­geordnete Böhle folgende kurze Anfrage an die Regie­rung: Ist es der Regierung bekannt, daß gestern abend eine Schwadron Husaren bereitgestellt, um bei even­tuellen Unruhen einzuareifen? Unterstaatssekretär Mandel: Nach den Belästigungen der Offiziere und be­sonders des Leutnants von Forstner war eine Schwad­ron Husaren während der Dauer der Militärgerichts-

Abermals kam vom Fenster her eine Entgegnung: Wenn Papa einmal bei diesem Thema angelangt ist, dann findet er so rasch kein Ende. Er sieht überall Spione, er vermutet überall welche, er belauert sogar unsere Dienstboten, die gewiß harmlos sind."

Gerade die Harmlosesten sind am verdächtigsten. Habe ich das nicht an mir selbst erfahren müssen?"

,-Gewiß! Aber deshalb braucht man doch noch nicht in jedem einen Spion zu vermuten," widersprach Berta von Marberg.

Ich traue keinem Menschen!"

Das ist ja lächerlich, Papa! Vielleicht vermutest Du selbst in mir einen englischen Spion?"

Mir ist die Sache gar nicht so spaßhaft. Es ist nicht zum Scherzen, sondern sehr ernst."

Und von Marberg war von diesem Thema nicht wieder abzubringen. Noch zwei Flaschen Mosel hatte er nachbringen lassen, während er seine Theorien über das in Deutschland eingeführte Agentenwesen englischer und französischer Bevollmächtigter ausführte.

Und Robert Hatzfeld hatte alles mit anhören müssen. Bekehrt war er nicht: er hielt vereinzelte Fälle für möglich, ohne aber an eine Methode dabei zu glauben.

Als ihn dann später Berta von Marberg auf sein Zimmer führte, in dem er für die nächste Zeit wohnen sollte, sagte sie zu ihm:Nun kennst Du Papas Stecken­pferd. Er wird es Dir vermutlich noch häufig vor­führen."

Haben nicht wir alle unser Steckenpferd?" war Hatzfelds Entgegnung.Nur erkennen wir es an uns selbst am wenigsten."

Da hatte Berta von Marberg ihm die Tür des Frundenzimmers geöffnet und das elektrische Licht ein­geschaltet:Hier sind wir nun. Hoffentlich fühlst Du

Verhandlung im Einvernehmen der hiesigen Militär- und Zivilbehörden bereitgestellt worden. Die Schwadron soll bereit sein, für den Fall der Requisition durch die Zivil- behörden Ruhe zu stiften. Ruhe und Ordnung müssen aufrechterhalten werden, besonders in der Hauptstadt des Landes, die zugleich eine wichtige Grenzfestung ist. Wir hoffen von dem gesunden Sinn der Bevölkerung, daß sie eine solche Haltung beweisen wird, daß ein Eingrei­fen nicht nötig ist.

Die bayerische Abgeordnetenkammer hat nach der Weihnachtspause mit dem Militäretat begonnen. Der Zentrumsabgeordnete Loibl (früher aktiver Offizier und jetzt Reserve) sprach ausführlich über die letzte Militär­vorlage. Es sei jetzt nötig, auf Jahre hinaus das Volk vor weiteren neuen Lasten, besonders aber das flache Land vor einer Erhöhung der Blutsteuer zu bewahren. Abg. Schmitt (Soz.) sprach ausführlich über Zabern. Dem Leutnant von Forstner könne man nichts Beson­deres zutrauen, um so schärfer sei es zu verurteilen, wenn hohe Militärs sich schützend vor einen solchen jun­gen Mann stellten, am allerschärssten aber, wenn der zu­künftige deutsche Kaiser in ein schwebendes Verfahren eingreife und die Gegensätze verschärfe. Die Stellung­nahme des Reichskanzlers und des preußischen Kriegs­ministers sei zu verurteilen. Ungerügt vom Präsidenten sagte der Redner, die Bemerkung des preußischen Kriegsministers fei an solcher Stelle geradezu knaben­haft gewesen, besonders der Satz:Wo wären denn die Abgeordneten, wenn 1870 die Offiziere nicht gewesen

wären?"

Albaniens Sehnsucht nach seinem Herrscher. Die Al­banische Korrespondenz meldet aus Skutari: Die Nach­richt von dem beabsichtigten Handstreich Jzzet Paschas hat in Skutari sowie in ganz Nordalbanien ungeheure Aufregung hervorgerufen. Die Bevölkerung ganz Nord- albaniens ist entschlossen, jedem Versuch, irgend einen Abenteurer zum Herrscher Albaniens zu machen,

__________________v___________________ zu machen, mit den Waffen in der Hand entgegenzutreten und für die Zu­kunft des Landes zu kämpfen. Das albanische Volk sei damit einverstanden, daß Prinz zu Wied den albanischen Thron besteige, und das ganze albanische Volk ohne Un­terschied der Konfession sehe mit großer Ungeduld der Ankunft des neuen Herrschers entgegen.

Kleine Iladirichfen« ,

Vater und Kind erfroren. Der 34jährige Besitzer

Reicher aus Neuenberg bei Marienberg (Oberbayern) ist beim Holzfahren im Wald mit seinem Fuhrwerk in eine Schneemulde geraten und dort mit Kind und zwei Pferden erfroren. Der Mann hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. , , ,

Für 50 000 Mark Uhren und Schmucksachen erventet. Dieben, die das Geschäft des Uhrmachers Gilbert in der Schönhauser Allee zu Berlin heimsuchten, fielen Uhren, Ketten, Ringe und andere Schmucksachen im Gesamtwert von etwa 50 000 Mark zur Beute. Bisher konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. Die Inhaberin, eine Witwe, erleidet, da sie nicht versichert ist, einen empfind­lichen Schaden.

Revolution und Kientopp. Nach einer Depesche aus Mexiko hat der Rebellengeneral Villa mit dem Präsi­denten des amerikanischen Kinematographen - Trusts Aitwin einen Vertrag geschlossen, demzufolge er sich verpflichtet, den Operateuren des Kinematographen- Trusts wöchentlich eine bestimmte Anzahl kriegerischer Szenen vor das Objektiv zu bringen.

Der neue Zeppelinkreuzer Z 7 hat am Donnerstag vormittag unter Führung von Direktor Dürr seinen ersten Werkstättenaufstieg unternommen. Die Fahrt, an der Graf Zeppelin teilnahm, verlief ohne jeden Zwi- fchenfall. Das Militärluftschiff Z 7 wird vom 14. d. M. ab aus Friedrichshafen in Dresden erwartet. EsMrd zur praktischen Ausbildung der 3. Luftschifferkompagn^ dienen.

Fünf Touristen vom Tode gerettet. Eine aus fünf Personen bestehende Touristengesellschaft, die bei schlech­tem Wetter auf Schneeschuhen die Besteigung der Dole in der Schweiz unternommen hatte, kehrte nicht wieder zurück. Zwei Hilfskolonnen wurden ausgeschickt, es kam aber nur eine wieder ohne die Vermißten zurück. Die andere mußte infolge heftigen Schneesturmes eine Schutz­hütte aufsuchen. Das Rettungswerk wurde gestern fort­gesetzt und sämtliche Touristen wurden im nördlichsten Punkte der Dole in einer selbst hergerichteten Schnee­hütte halbtot aufgefunden.

Gericht und Recht«

Eine Schadenersatzklage gegen die Zeppelin-Gesell­schaft wurde dieser Tage durch das Oberlandesgericht in Kiel entschieden. Ein Fabrikant in Eiöelstädt hatte Klage gegen die Gesellschaft erhoben, weil feine Pferde auf der Weide durch das Herannahen des Luftschiffes Z 3" im vorigen Sommer scheu geworden waren und sich dabei verletzt hatten. Der Fabrikant war der An- sicht, daß der Unfall hätte vermieden werden können,

Dich bei uns sehr wohl, und gib sehr acht, wovon Du in dieser ersten Nacht träumst, das soll sich erfüllen. So sagt man wenigstens."

Da war auch das Mädchen eingetroffen, dem Berta von Marberg geschellt hatte und dem sie die notwendigen Anweisungen für den Gast gab.

Dann erst wandte sie sich an Robert Hatzfeld:Auf Wiedersehen, morgen beim Frühstück."

Er erwiderte den Grutz, während das Dienstmäd­chen zurückblieb.

Haben der gnädige Herr irgendwelche Wünsche?"

Nein! Sie können schon gehen. Sagen Sie mir nur, wann für gewöhnlich gefrühstückt wird."

Nicht vor acht Uhr."

Nach diesem Bescheide konnte sie gehen, während es sich Robert Hatzfeld bequem machte und seine Reise­taschen zu entleeren begann.

Unterdessen aber hatte Berta von Marberg ihrem Vater nicht mehr lange Gesellschaft geleistet, sondern Müdigkeit vorgeschützt und ihr Zimmer ausgesucht. Dort machte sie kein Licht, sondern stellte sich im Dunkeln an das Fenster und träumte sinnend auf die Stratze hinaus.

^e elektrischen Bogenlampen beschienen den nassen Asphalt, auf dem kurz vorher ein Regenschauer nieder­geprasselt war. Ab und zu klang zu der Schauenden empor das Tuten eines vorbeirasselnden Automobils, dem schwerfällig manche Pferöedroschken folgten.

Und Berta von Marberg träumte hinaus in die Nacht: sie dachte an eine Zeit, die schon weit zurücklag, da sie gemeinsam mit Robert die Ferien bei Onkel Dieter verlebt hatte. Damals hatten sie sich in manchem dichten Strauche versteckt, wo sie sich gegenseitig törichte Geschichten erzählt hatten, Geschichten mit Hoffnungen, die ihr nie aus dem Sinn gekommen waren, während sie dabei manche der reifen Stachelbeeren abgepflückt hatten. (Fortsetzung folgt?