Einzelbild herunterladen
 

Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- £ w

zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei SuSlCIOd Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld. z '

für den Kreis Hersfeld

ßwAtt-MAl* Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im

8150 lull amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­

holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Zernsprech-slnschlutz Nr. 8

Nr. «

Donnerstag, den 8. Januar

9

1914

weitgehende Befugnisse eingcräumt sind, indem sie Zeugen und Sachverständige vernehmen kann. Auch die Bankiers, Beamten und Angestellten von Spar- und Darlehnskassen sind wie jeder Staatsbürger der Zeugnispflicht unterworfen, und nur der Richter kann , von Fall zu Fall entscheiden, ob das Zeugnisver- 1. Du sollst dir stets vor Augen halten, daß das weigerungrecht zuzubilligen ist.

Hus der Heimat«

Zehn Gebote für den Rodler.

Herausgegeben vom Deutschen Rodelbunde.

Rodeln ein Sport ist und du durch Nichtbeachtung *

keiner J°abrreaeln bich in Gekabr beaibkt (Schoben I i®$ iffenfchaftliche Ballonaufstieg e.) an deinem Leibe zu nehm^ ^ ' $ Am nächsten Freitag finden in den Morgenstunden

2 Du sollst dich daherdu dich auf die Rodel- internationale wissenschaftliche Ballonaufstiege statt.

bahn ^giebst, mit dennotwendigen Gesetzen der Es steigen Drachen bemannte o^

J-abrkunkt vertraut zu machen suchen 9[uch darkkt I Balköne in den meisten Hauptstädten Europas auf.

du vor der Abfahrt nicht vergessen, nochmals deine J^nder eines jeden unbemannten Skallons erhält **otw^ fl01(neleiftc XÄÄ den S/Sm^

KN'-° Schne-mong-ls steinig gewordene Bahn Kj,"^ Nachricht

4. Du sollst, damit du die Herrschaft über den ):(Hersfeld, 7. Januar. Die bestens hier bekannten Schlitten nicht verlierst, zu Anfang häufig bremsen Leipziger Sänger, welche unter der rührigen besonders vor Kurven und Hindernissen jeder Art. Direktion des Herrn Belzer hier schon manchen schönen

5. Du sollst bei steiler Bahn von Anfang an die Abend veranstaltet haben, werden am nächsten Sonntag Füße mit der ganzen Sohle leicht über den Boden abermals in der neuen Turnhalle einen Vortrags- gleiten lassen und solche Bahnen niemals mit un- abend veranstalten. Auch dieser dürfte sich dem seit- genagelten Schuhen befahren. Außerdem sollst du her Gebotenen der Gesellschaft anschließen und derselben nicht steif auf der Rodel sitzen, sondern den Ober- ein volles Haus sicher sein, körper nach rückwärts beugen und die Kniegelenke leicht abbiegen.

6. Du sollst die Gefährlichkeit eines unvermeid­lichen Sturzes dadurch zu mindern suchen, daß du im richtigen Augenblicke, wenn du das Unabwend­bare herannahen fühlst, dich ohne besondere Muskel­anstrengung in entgegengesetzter Richtung herab- fallen läßt.

7. Du sollst sobald du einen Stein, Baum oder

):( Hersfeld, 6. Januar. Ein in einer hiesigen Fabrik beschäftigter Lehrling aus Weiterode ver­brühte sich gestern durch eigne Unvorsichtigkeit schwer am Dampfkessel. Der Junge wollte warmes Wasser zapfen und schlug mit einem Hammer an den Hahn, weil er sich schwer öffnen ließ. Plötzlich schoß ihm das heiße Wasser entgegen und verletzte ihn schwer an Brust und Armen. Der Junge wurde in das ein anderes Hindernis in der Fahrrichtung liegen I ^M? Landkrankenhaus gebracht.

siehst, niemals im letzten Augenblick noch die Richtung Fulda, 6. Januar. Die von derWochenschrift ändern wollen sondern das gefährdete Bein hoch bzw. | für deutsche Bahnmeister" (1913, Heft 52) angegebene seitwärts halten, um es vor einer Quetschung zu Länge des Distelrasen-Tunnels (SchlüchternFlieden) schützen. mit 6300 Meter ist falsch; sie beruht offenbar auf

8. Du sollst im eigenen Interesse gegen Fuß- einer Verstellung der Ziffern, da die Länge des Distel­gänger immer rücksichtsvoll sein und durch lauten rasentunnels nur 3600 Meter beträgt und sonach der Zuruf sie rechtzeitig veranlassen, die Bahn freizu- zweitlängste deutsche Eisenbahntunnel sein wird, geben. Kaiser Wilhelm-Tunnel bei Cochem ist 4216 Meter

9. Du sollst selber die gleiche Rücksicht gegen lang.

auf Zuruf deinen Gelnhanse», 5. Januar. In das Landkrankenhaus Schiiten Jo schnell als möglich aus der Bahn nehmen. in Hanau wuröe der 19 Jahre alte Kurt Rieß aus , bmm Zwersttzerfahren mit einer Eidengesäß im Kreise Gelnhausen eingeliefert, dem stets Jwrn Platz nehmen lassen, und | etn Freund aus Unvorsichtigkeit eine Revolverkugel in die Seite geschossen hat.

10. Du

Dame diese _____ _____ ..._____ keine der beiden Personen soll die Füße auf die Kufen aufsetzen.

* Eine Konferenz der preußischen Handwerkskammern wird am Montag den 19. Januar in Berlin stattfinden mit der Tagesord­nung: 1. Jahresbericht: Regiearbeit in Staat und Gemeinde (Berichterstatter: Handwerkskammer Wies­baden): 2. Kommunaladgabengesetzentwurf (Bericht-

und durch die deutsche Presse ist die Meldung ver- erstatter:' GeschäftsstelledesDeutschenKammertäges): I breitet worden, daß General Limanv. Sanders von 3. Entwurf zum preußischen Wohnungsgesetz (Bericht- deutschen Firmen Waren für die türkische MUrtar- erstatter: Handwerkskammer Arnsberg): 4. Wünsche Verwaltung gekauft hatte. Diese Meldung trifft nicht für die Wahlordnung der Handwerkskammern (Be- & General Liman v. Sanders hat alle Firmen, die rrchterstatter: Handwerkskammer Bromberg,- 5. Ver- fgewendet, an die zuständige Stelle, das ist schiedenes. - Am Vormittag des gleichen Tages wird das türkische Kriegsministerium, gewiesen.

eine Konferenz der G e f ä n g n i s b e i r ä t e im Caffel, 7. Januar. Wie verlautet, schwebt zurzeit Kammergebaude tu Berlin stattfinden. ein Wiederaufnahmeverfahren im Mordprozeß des

* (Keine gefährlichen Schaustellung en Bahnhofswirts Johannes Weisel, der'wie noch er- in den Schulen.) Der preußische Kultusminister innerlich, am o. Juli 1900 vom hiesigen Königlichen hat lautD. Tagesztg.", veranlaßt durch die Unfälle, Schwurgericht wegen Gattenmordes zu sieben Jahren die bei der Vorführung wilder Tiere in den Schulen Zuchthaus verurteilt wurde. Weisel, der schon seit vorgekommen sind, die Regierungspräsidenten ange- anderthalb Jahren die Strafe verbüßt hat, befindet wiesen, geeignete Vorkehrungen zu treffen, daß in den sich jetzt wegen unheilbarer Geisteskrankheit in der Schulen keinesfalls Schaustellungen zugelassen werden, Landesheilaristalt Marburg. Von fetter der Ver- mit denen eine Gefährdung der Schüler verbunden wandten Weisels wurde durch den Rechtsanwalt fein könnte. Justizrat Dr. Heußner schon seit einiger Zeit das

-e- Serskelk» 7 .. ,. .. Wiederaufnahmeverfahren betrieben, dem jetzt der

nix öü6 JltnöflctfA ßexuntcTQCQcincictt hpy I ®

Preis für das Schweinefleisch in de/ aestern Schmalkalden, 6. Januar. Der 56 Jahre alte Abend gut besuchten Jnnungsversammluna einstimmia Drechslermeister August Weisheit in Floh stürzte auf ebenwohl herabgesetzt worden und zwar auf 0 80 Mk der Treppe seines Wohnhauses ab und zog sich eine pro Pfund. Diese Maßnahme dürfte vom Publikum Verletzung der Wirbelsäule zu, die seinen Tod zur auf das Freudigste begrüßt werden. Folge hatte.

ß Hersfeld, 5. Januar. An den Folgen eines Witzenhausen, 6. Januar. Das Sanitätsrat Dr. Unfalles, den er sich beim Rodeln zugezoaen starb Collmannsche Anwesen in der Steinstraße ging zum gestern abend ein 9 Jahre alter Junge. Er hatte sich Preise von 100 000 Mk. in den Besitz der Kolonial- leicht am Knie verletzt und die Eltern legten der schule über. Die Uebernahme erfolgt am 1. April 1914. ^ache keine große Bedeutung bei. Leider stellte sich einigen Tagen Blutvergiftung ein, die trotz einer hiesigen Krankenhause vorgenommenen peratwn den Tod des Kleinen herbeiführte.

W _ ' einen zuceiuuieu uvn jeinem ounjqnu »v^v»«»,

in hL^6^10' 7- Jan. In einer Bekanntmachung damit das Gitter vor dem Fenster zu verbiegen suchte, wirä ^^eutrgen Nummer des amtlichen Anzeigers Er wird f-----13 "-" ^^* """ "^ a n l a a s^s aufmerksam gemacht, daß bei der Ver - 1_____________ .....

laaun^s^si jum Wehrbeitrag der Veran- Mit den Förstern, und besonders mit dem Ermordeten »soeyorde zur Ermittelung des Vermögens stand er auf gespanntem Fuß; mit dem letzteren dürfte

Caffel, 6. Januar. Rittmeister Mühlmann, der Adjutant des Chefs der deutschen Militärmission nach der Türkei, schreibt dem Casseler Tageblatt aus Kon­stantinopel : Von verschiedenen deutschen Firmen sind dem Chef der deutschen Militärmission General Liman v. Sanders wiederholt Offerten zugegangen

Witzenhausen, 6. Januar. Der Mörder Fuhrmann machte in der letzten Nacht im Amtsgerichtsgefängnis zu Witzenhausen einen Ausbruchsversuch, indem er einen Metallteil von seinem Bettgestell losbrach und

Er wird seitdem aufs strengste bewacht. Er galt als leidenschaftlicher Jäger und vortrefflicher Schütze. Mit den Förstern, und besonders mit dem Ermordeten

r er auch bereits mehrfach zusammengeraten sein, so | daß die Tat als der traurige Schlußakt einer alten Feindschaft zu betrachten ist. Die Försterstelle in Nonnenholz wird zum 1. April neu besetzt werden. Förster Schmelzpfennig, bisher in Münden, ist bis dahin mit der Verwaltung der Försterstelle beauftragt und bereits dort eingetroffen.

Großalmerode, 6. Jan. Eine Gerichtskommission aus Göttingen hielt gestern bei Kleinalmerode einen Augenscheinstermin an jener Stelle ab, wo der Förster Knoche erschossen aufgefunden wurde. Zu dem Termin wurde auch der Mörder A. Fuhrmann aus dem Unter- nchungsgesängnis vorgeführt. Fuhrmann wurde ge- esselt durch zwei Gendarmen hin- und zurücktrans­portiert.

Eisenach, 6. Januar. Ein recht eigenartiger Kauf kam in der vergangenen Nacht in einer Wirtschaft in der Georgenstraße zustande. Dort hatten zwei Bar­biere dem Alkohol derart zugesprochen, daß der eine von ihnen vollständigeingeseift" war. In diesem Zustande kaufte nun der andere Kollege von ihm dessen ganzes Geschäft. Der Käufer machte auch als­

bald von dem ihm übertragenen Rechte Gebrauch und ieß nachts um 12 Uhr diegekauften" Möbel und

gekauften" Möbel und de aus dem Laden über

mistige Einrichtungsgegenstän

)tc Straße nach der Gastwirtschaft transportieren. Dieser Umzug zu so ungewöhnlicher Nachtzeit hatte

natürlich einen großen Menschenauflauf zur Folge. Schließlich legte sich die Polizei ins Mittel und die Sachen wurden der Frau des Verkäufers wieder übergeben.

Göttingen, 5, Januar. Der Lampenwärter August Schelper wurde aus dem Güterbahnhofe beim Reinigen einer Bogenlampe von einem rangierenden Wagen von der Leiter gerissen und ihm ein Bein abgefahren.

Wildlingen, 6. Januar. Im Korridor seines Hauses fand man den Friseur Wilhelm Uebe tot auf. Infolge Ausgleitens war Uebe so hart auf den Kopf gefallen, daß sein Tod auf der Stelle eintrat.

Mühlhansen, 6. Januar. Rache übte die vom Schöffengericht wegen Diebstahls zu vier Wochen Ge­fängnis verurteilte Ehefrau Sch. aus der Kuttelgasse. Das Urteil war ergangen, weil sie einer mit ihr im gleichen Hause wohnenden 73jährigen Frau 16 Mark bares Geld gestohlen hatte. Frau Sch. hatte die Schuld zuerst auf ihr eigenes Kind abwälzen wollen, war aber dann selbst als des Diebstahls für schuldig befunden worden. Obwohl sie von der Bestohlenen durchaus nicht belastet worden war, suchte sie doch sofort nach ihrer Verurteilung die Wohnung der alten Frau auf, warf diese zu Boden und mißhandelte sie schwer. Frau Sch. sieht nun neuer Strafe entgegen.

Uslar, 6. Januar. In dem Steinbruchbetriebe ! der Firma H. Wegener auf der Lust bei Adelebsen stürzte ein Monteur der Firma A. Habig in Gera, der an der Steinbrecheranlage arbeitete, in einen 25 Meter tiefen Silo, brach das Genick und war auf der Stelle tot. Der Monteur war verheiratet und hatte drei kleine Kinder.

Frankfurt a. M., 6. Januar. Der Prozeß gegen Karl Hopf wegen vierfachen Mordes und dreifachen Mordversuchs, der Montag, den 12. Januar, beginnt, wird voraussichtlich fünf Tage dauern: doch ist vor­sichtshalber zur Durchführung der Verhandlung eine Woche der Schwurgerichtsperiode freigehalten worden. Zur Verhandlung sind 18 Sachverständige und 49 Zeugen geladen worden. Für die Zuhörer, die nur gegen Einlaßkarten Zutritt zur Verhandlung erhalten, sind nur etwa 25 Plätze frei, während die Zahl der Anmeldungen für die Karten schon über 300 beträgt.

Guntersblum (Rheinhessen), 6. Januar. Zu einer wahren Plage hat sich der Keuchhusten, der hier unter den Kindern wütet, ausgewachsen. Schon achtzehn junge Menschenleben sind dieser heimtückischen Krank­heit zum Opfer gefallen und fast kein Haus ist da, wo sie nicht Einkehr unter der Kinderschar gehalten hat.

Suhl, 6. Januar. Tödlich verunglückt ist auf der Straße unterhalb Albrechts beim Langholzfahren der Geschirrhalter Frdr. Sorg aus dem Oberland. Beim Stützen des Hinteren Schlittens brach ein Lagerholz bezw. eine Kette und ein großer Teil der Ladung siel dem Unglücklichen auf den Leib, sodaß nach wenigen Augenblicken der Tod eintrat. Der Verunglückte war 35 Jahre alt und hinterläßt eine Witwe mit drei unmündigen Kindern.

Wetteraussichten für Donnerstag den 8. Januar.

Wolkig, zeitweise Schneefälle, leichter Frost, nord­westliche Winde.

Der heutigen Nummer liegt ein Amtlicher Anzeiger bei.