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die Gläubiger sich an sie halten würden. Auf weitere Hinweise des Vorsitzenden erklärte die Angeklagte, daß das Geld jetzt bei der Amsterdamer Bank in Utrecht de­poniert sei, dagegen weigerte sie sich armrgeben, auf wel­chen Namen es eingezahlt sei. Das Gericht schenkte den Angaben der Angeklagten nicht den geringsten Glau­ben und verwarf die eingelegte Revision kostenpflichtig.

Vermischtes.

Das Opfer einer unsinnigen Wette. Der in Alt- Glienicke bei Berlin wohnende 35 Jahre alte Kellner Becker ging mit einem dortigen Landwirt eine Wette ein, für 2000 Mark zwölf Stunden nur mit Unterhemd und Hose bekleidet sowie barfuß und ohne Kopfbedeckung im Schnee zu laufen, und zwar sollte sich die Tour bis nach Adlershof ausdehnen. B. machte sich in der Nacht zum Sonnabend um 3 Uhr auf den Weg. Er war schon über Schönfeld, Bohnsdorf und Alt-Glienicke nach dem Alt-Glienicker Windmühlenberg gekommen. Dort aber brach er nach sechsstündiger Wanderung bewußtlos zu­sammen. Sein Zustand ist so bedenklich, daß er seine Angehörigen nicht mehr erkennt und man das Schlimmste befürchtet.

Das Ende einer Weltreise. Zwei Gelbgießerlehr­linge aus Driesen (Neumark) waren vor einigen Tagen ihrem Lehrherrn mit fünfzehn Mark in der Tasche heim­lich entlaufen, um eine große Reise zu unternehmen. Die Jungen verlebten einen Tag in Berlin. Dann woll­ten sie nach Kiel reisen. Das Fahrgeld reichte aber nur bis nach Grabow in Mecklenburg. Von dort fuhren sie ohne Fahrkarten über Wittenberge nach Magdeburg und setzten später die Reise als blinde Passagiere in der Rich­tung nach Berlin fort. Bei der Revision des Zuges auf der Station Brandenburg a. H. erreichte sie das Schicksal. Sie wurden der Polizei übergeben.

Gräßliche Stunden haben zwei der jungen Münche­ner Skifahrer verbracht, die vermißt waren und, wie gemeldet, am Dienstag nachmittag glücklich in Hinter- bärenbad eintrafen. Ueber die Erlebnisse gibt der eine, der Kaufmann Rosner, folgende Darstellung: Wir sind am 26. Dezember früh von München nach Kufstein ge­fahren, um von Hinterbärenbad über das Stripsenjoch und die Griesener Kar zur Fritz-Flaum-Hütte zu ge­langen. Die Nacht auf Samstag verbrachten wir auf der Stripsenalpe. Am nächsten Tage versuchten wir den Aufstieg zum Stripfenjochhaus. Infolge furchtbarer Schneewächten konnten wir nicht aufs Griesener Kar, und fuhren wieder zurück zur Hütte. Am Sonntag um halb 11 Uhr vormittag machte ich mich, da ich meinen Eltern meine Rückkehr am Sonntag abend versprochen hatte, mit meinem Freunde Seitzl auf den Weg, um auf den Ropansen und von da nach Vorderkaisenfelden abzufahren. Der dritte Teilnehmer, der Student Meß­bücher, verblieb in der Hütte, da er länger Zeit hatte. Nachdem wir uns von ihm genau den Weg hatten be­schreiben lassen, fuhren wir ab. Wir kamen jedoch zu tief hinunter bis zum Bach und gelangten in ein fel­siges Terrain, wo wir jeden Weg verloren und ratlos ümherirrten. Inzwischen brach die Dunkelheit herein, und wir mußten uns ein Lager im Freien suchen. Unsere Füß steckten wir in die Rucksäcke, und so legten wir uns nieder in den Schnee. Mit Schneewasser, das wir im Spiritusapparat heiß kochten, erwärmten wir uns von Zeit zu Zeit. Wir sprachen uns gegenseitig Mut zu, damit wir ja nicht einschliefen. Der Proviant war uns ausgegangen. Um 10 Uhr setzte ein heftiger Schneefall ein. Wir gaben schon jede Hoffnung auf. Schon wollten wir Papier und Bleistift nehmen, um unsere letzten Grüße an unsere Angehörigen zu schrei­

ben. Jeden Augenblick sahen wir auf die Uhr. End­lich graute der Morgen. Um 7 Uhr früh brachen wir auf. Ueber einen Lawinenhang, in den wir Stufen tre- ten mußten, ging's hinauf, und dann kamen wir auf die Wiesenhänge, bis zu den Hüften im Schnee watend. Ich schritt voraus. Um halb 3 Uhr langten wir endlich auf der Stripsenjochalpe an, wo wir Meßbücher noch antrafen. Ich war vollständig erschöpft und schlief bis zum Morgen des nächsten Tages. Kurz nach 3 Uhr- brachen wir alle drei nach Hinterbärenbad auf, wo wir nach mühevoller Fahrt durch fast zwei Meter hohen Neuschnee kurz vor 3 Uhr nachmittags an kamen und er­fuhren, das man uns vermißt hatte. .

Schwere Unfälle beim Wintersport.

Beim Rodeln auf der Harburger Haake fuhr ein Schlitten, auf dem zwei 15jährige Mädchen saßen, gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Ein starker Splitter -rang dabei einem Mädchen, das aus Lübeck zu Besuch gekommen war, in den Unterleib. Bei der Operation ist die Verletzte im Krankenhause gestorben. In Stuttgart bog ein Taxameter von der Schwab- straße in die Klopstockstraße ein, wo Kinder rodelten. Einer der mit Kindern besetzter L-chlitten fuhr direkt in den Taxameter. Von den Kindern wurde ein elfjäh­riger Knabe sofort getötet, ein Knabe und ein Mädchen schwer verletzt. Im Hinteren Klumbachtal in Böhmen unternahmen sieben Personen, lauter Wirtschaftsbesitzer, mit ihren Gattinnen und Töchtern eine Hörnerschlttten- fahrt. Bei der zweiten Fahrt geriet der Schlitten an eine eisige Stelle. Der Lenker verlor die Führung und in sausender Fahrt stürzte der Schlitten über einen Felsabhana hinab. Die Talbewohner vernahmen mark­erschütternde Hilferufe der dem Tode Geweihten und eilten herbei. Sie fanden aber nur noch alle sieben als zerschmetterte Leichen vor. Beim Eislaufen ertranken in der Nähe von Hamborn (Westfalen) zwei Schüler, drei konnten gerettet werden. Auf einer Skitour über die Teichalpe zum Hochlantsch ist der Grazer Mediziner Ehrlich abgestürzt. Er wurde tot aufgefunden.

der Prozeß gegen Oberst von Seniler.

115 Zengen geladen.

»a* Vor dem Kriegsgericht in Straßburg begann am Montag vormittag der Prozeß gegen Oberst von Reutter vom Infanterie-Regiment Nr. 99 wegen der bekannten Vorfälle in Zabern vom 28. November. Die Anklage legt ihm folgende Straftaten zur Last: 1. Wider­rechtliche Anmaßung der Exekutivgewalt in Zabern, 2. Freiheitsberaubung (Festhaltung der Verhafteten im Pandurenkeller der Kaserne),- 3. Nötigung. Dieses De- ikt Betrifft die Befehlserteilung an die Offiziere, ketner- et Ausschreitungen der Bevölkerung zu dulden. Eine trafbare Handlung liegt in dem Fall nicht vor, wenn der Täter die Handlung beging, um eine Gefahr von sich oder anderen abzuwenden (§ 52 RStrGB.),- 4. nimmt die Anklage noch Anstiftung zur Freiheitsberaubung nach § 115 des MStrGB. an. Mit dem Oberst v. Reut­ter ist gleichzeitig Leutnant Schad, Jnf.-Regt. 99, an­geklagt, der am 28. November die Verhaftung der Zivi­listen, darunter auch des Landgerichtsrat Kaltsch, vor- nahm. Ihn beschuldigt die Anklage ebenfalls der Nöti­gung und Freiheitsberaubung. Ferner werden ihm zwei weitere selbständige Handlungen zur Last gelegt, Haus­friedensbruch und Mißhandlung. Zur Verhandlung sind 115 Zeugen geladen. Die Verhandlung, deren Dauer auf 4 bis 5 Tage berechnet wird, findet im Schwurgerichtssaale des Straßburger Landgerichts statt.

Die Verhandlungsführung liegt wiederum in den Hän­den des Kriegsgerichtsrats v. Jan. Als Vertreter der Anklagebehörde fungiert Kriegsgerichtsrat Dr. Ossian- der. Die Verteidigung hat Rechtsanwalt Dr. Grossart» Straßburg übernommen. Die Verhandlung ist öffent- lich. Unter den Zeugen befinden sich die Zivilbehörden von Zabern.

Bei seiner Vernehmung

erklärte Oberst von Rentier, er übernehme die Ver­antwortung für alle Handlungen, die seine Untergebenen im Zusammenhänge mit der Affäre begangen hätten, da diese Handlungen nach seinen Weisungen geschehen seien. Im wetteren Verlaufe wurde eine Zuschrift des Obersten an die Zivilbehörden verlesen, in der der Oberst erklärt, wenn die Belästigungen und Beschimpfungen der Offiziere in Zabern nicht aufhörten und die Polizei nicht energische Maßnahmen treffe, er sich veranlaßt sehen würde, selbst einzuschreiten mtö eventuell den Belage­rungszustand zu erklären.

«-» neuestes vom Cage«

Der Kaiser aus Sigmaringen znrttckgekehrt.

Berlin, 5. Januar. Der Kaiser ist heute vor­mittag 8,45 Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof von Sig- maringen kommend eiitgetroffcn und hat sich nach dem Königlichen Schlosse begeben. Die Kaiserin war kurz vorher dort eingetroffen.

Ein Elsässer als Deserteur.

o-*> Diez, 5. Januar. Ein elsässischer Rekrut des hiesigen Bataillons ist vom Weihnachtsurlaub nicht zu seinem Truppenteil zurückgekehrt. Die Ermittelungen ergaben, daß er über die französische Grenze desertiert ist.

Verbrechen einer Hebamme.

»* Dortmund, 5. Januar. In Hecren-Werne wurde die Hebamme Tacke wegen verbotener Eingriffe bei Frauen verhaftet. Man fand in ihrem Keller die Leiche einer jungen Frau, die sich tags zuvor an sie um Rat gewandt hatte. Die Verhaftete stand bei der Polizei be­reits seit längerer Zeit im Verdacht, Verbrechen gegen das keimende Leben gewerbsmäßig betrieben zu haben.

Die Opfer des verunglückten Militärurlanberznges.

»e* Metz, 5. Januar. Sämtliche bet dem Eisenbahn­unglück bet Votppy getöteten Soldaten werden morgen nachmittag 2 Uhr mit der Bahn in ihre Heimat über« führt werden.

Raubmord in einem Wiener Vorort.

oh» Wien, 5. Januar. Wie die Blätter melden, wurde in der Nähe von Groß-Hersdorf bei Wien die Bäuerin Theresia Redl voll einem Unbekannten er­mordet und beraubt.

Französische Offiziere für die Gendarmerie in Klein­asien.

»e* Paris, 5. Januar. Einer offiziösen Mitteilung zufolge ist die französische Regierung von der türkischen ersucht worden, ihr wettere fünf Offiziere für die Gen­darmerie in Kleinasien zur Verfügung zu stellen. Der Befehlshaber der Gendarmerie in Kleinasien ist General Baumann.

Panik in einem Pariser Vartetee.

*s* Paris, 5. Januar. (B. Z.) In einem kleinen Varietee-Theater wurde der Hauptdarsteller, als er ge­rade von der Bühne abtreten wollte, von einem nieder- stürzenden Brett so unglücklich getroffen, daß er sofort tot zusammenbrach. Des Publikums bemächtigte sich eine Panik, da man glaubte, die Decke des Theaters

Kein. Einige Besucher wurden bet dem Gedränge

: verletzt.

aj

Für die hiesige laudrätliche

Verwaltung wird alsbald ein wandter

Bürogehülfe

mit guten Zeugnissen gesucht, entsprechend vorgebildet und

ge-

der

Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir hierdurch die schmerz­liche Mitteilung, dass meine gute Frau, unsere treusorgende Mutter und Tochter, Schwester, Tante, Schwiegertochter und Schwägerin

Frau Melanie Bolender

geb. Gorski

nach langem Kranksein im 31. Lebensjahre verschieden ist.

Die trauernden Hinterbliebenen

Hersfeld, den 3. Januar 1914.

Dippelstrasse 2

Die Beerdigung findet Dienstag den 6. Januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt.

Von Kondolenzbesuchen bittet man absehen zu wollen.

E

_ zu­

verlässig ist, auch durchaus selb­ständig arbeiten kann. Militär-

freie Bewerber, sowie solche, die die Stenographie beherrschen, be­vorzugt.

Gehaltsansprüche nach besonderer Uebereinkunft, etwa 1200 Mark im Jahr.

Hersfeld, den 24. Dezbr. 1913.

Der Königliche Landrat

von Grunelius.

Zur neubeginnenden Lotterie (Ziehung 12. und 13. Januar) empfiehlt

F. Echandua

Königl Preust. Lotterie- Einnehmer.

Bürger-Verein.

Sonnabend den 31. Januar.

Leipziger Sänger-Abend

(Direktion Beizer) mit darauffolgendem Tänzchen.

Eintritt für Mitglieder und duich Mitglieder eingeführte Gäste frei.

Der Vorstand.

Ein im Kreise Hersfeld be- legenes

Gut,

bestehend aus Hofraum mit Haus­garten, ca. 4550 Acker Ackerland und 16 Acker Wiesen, mit ca. 5 Acker Waldanteil soll mit oder ohne Inventar verkauft werden. Kaufpreis nach Uebereinkunft.

Näheres in der Geschäftsstelle dieses Blattes.

Briefbogen

in modernster Ausführung liefert

8. Funks Buchdrutkerei.

In meinem Neubau, Breite«- straste 14, ist ein geräumiger

Laden

(Zentralheizung, elektrisch Licht) mit 'oder ohne Wohnung zum 1. April eventl. früher zu vermieten.

H. Wassermann.

Für einige Stunden am Vor­mittage wird ein

Aulmattemödchen

sofort oder zum 1. Februar gesucht.

Franz Otto

Breitenstraße.