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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^M^ für den Kreis Hersfeld Msfellier Wlatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

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Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 4. Dienstag, den 6. Januar 1914.

Bus der Heimat.

Januar.

anfangsstationen (z. B. Bebra) von den Lokomotiven rechtzeitig und gut angeheizt werden sollen, ebenso auch die auf den größeren Stationen bereit gehaltenen Verstärkungswagen. Es soll jeglichen Silagen über ungenügendes Heizen der Bahnzüge vorgebeugt

Der erste Monat des Jahres, der Januar, bildet die große Eröffnung eines neuen Stück Lebens und Vergehens. Dem alten Römergott Janus verdankt er seinen Namen, dessen zusammengewachsenes Doppel­antlitz einen tiefen Sinn hatte: es schaute nach vor- . - . . - . . .... . - .

wärts und nach rückwärts und deutete so auf die erschien, wurden sofort die von ihm verwalteten Kasten beiden Mächte, die an der Zeit und an allem Dasein einer Revision unterzogen, bei der sich ein Fehlbetrag und Schaffen hängen und zerren. Die alten Römer von über 9000 Mark ergeben haben soll. Bei der haben diesen Janus als eine Art Natur- und Wetter- letzten Kassenrevstron am 30. Dezember waren die gott gepriesen, der alle Wandlungen zur rechten Zeit Kasten tn Ordnung. Bücherfälschungen sollen nicht herbeiführe. Der Januar ist der eigentliche Winter- vorliegen, vielmehr soll Hofmeister 4000 Mark von der monat, darum muß er auch Schnee und Kälte bringen, Kreissparkasse auf die ihm tn die Hände gekommenen wenn er dem Landmann gefallen soll, wie es in den Sparbücher der Stadt abgehoben und das übrige Geld alten Bauernregeln heißt- den Kassen entnommen haben. Da durch die Kassen-

Jst der Januar kalt und klar, führung schon seit einiger Zeit Argwohn gegen Hof-

Gtbt's gewiß ein gutes Jahr. merster bestand, sollte er seines Amtes als Rechnungs­Oder : führer enthoben und in das Steuerbureau übernommen

Reichlich Schnee im Januar, werden. Am 2. Januar sollte ihm davon Mitteilung

Machet Dung fürs ganze Jahr. gemacht werden; Hofmeister kam aber nicht zum Dienst

Dagegen: und ist seitdem verschwunden. Am Mittwoch den

Im Januar viel Regen, wenig Schnee, 31. Dezember hatte er noch bis abends gearbeitet. Tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh. Am selben Abend hat er sich noch in einem hiesigen : Reich ist der Januar an geschichtlichen Gedenk- Restaurant aufgehalten und am nächsten Vormittag tagen: im Jahre 1814, also gerade vor 100 Jahren, hat er unter dem Vorwand, eine Dienstreise nach der Uebergang Blüchers über den Rhein, die Kaiser- Grebenstern antreten zu müssen, Eschwege den Rücken Proklamation in Versailles 1871, die Erhebung flekehrt. Seit dieser Zeit ist er nicht mehr hier gc= Preußens zum Königreich, der Geburtstag Friedrichs sehen worden. Die von Hofmeister hinterlegte Kaution Großen, die Taufe des Sachsenherzogs Widukind, beträgt 3000 Mark, sodaß die Stadt einen Verlust der Tod Kaiser Karls des Großen. Dazu bringt der von etwa 6000 Mark erleiden dürfte. Bei der von Januar noch unseres Kaisers Geburtstag als einen Hofmeister bisher verwalteten früheren Krankenkasse Tag:mtt festlichpatriotischem Klang. Gesellschaftliche 8 sind keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. ntot1^ ^SMe" aSruwen <$*'. ^ Januar. Sie Hessisch- B-°nd°-rsich-. ^Hpra rungsanstalt hat aus Anlaß der bedenklichen Zu-

nannte verdächtiger Brände in einzelnen Bezirken nenca ffimri^r us wh 1 und Gemeinden allgemein eine Belohnung von 300

n^ck^n^^^al unt und Wech- Mark demjenigen zugesichert, durch dessen Tätigkeit

ein Brandstifter entdeckt und dergestalt überführt

Monats erne neue Stelle angetreten und wtr& daß seine rechtskräftige Verurteiluug durch das muß sich nun gleich tüchtig Hinernarbeiten. Nun, wie Schwuraerickt erfolat es auch immer sei, möge der Januar eine gute Ein- 5 0 $ 0

leitung zum neuen Jahre sein! Cassel, 3. Januar. Die Kaisermanöver 1914

werden in der zweiten Hälfte des Septembers im --------- Bereiche des 11. Armeekorps abgehalten. Der Kaiser

-e-Hersfeld, 5. Januar. Der B e a m t e n v e r e i n wird wahrscheinlich am 18. September die Parade hielt am vergangenen Sonnabend eine nur mäßig über das 11. Armeekorps auf dem Exerzierplätze _bei besuchte Versammlung ab. Nach Erledigung des ge- ,

schäftlichen Teils beendete Herr Schotte seinen in der Manöver, an der vier Armeekorps und Teile von ; November-Versammlung begonnenen Vortrag über zwei weiteren Armeekorps beteiligt sein werden, I dieVölkerschlachtbeiLeipzig," der von den Anwesenden

=nÄr"nti M^WM, d-r'-mmlung ,Walb-ch, 2. Januar. Ein Graßscner hat I ; ^rrn Schotte sur seine Muhe. gestern auf der Scherfeder Wollfabrik gewütet und

-n- Hersfeld, 5. Januar. (Bürger-Verein.) das ganze große Kunstwoll-Lager der Fabrik vollständig In der am Sonnabend abgehaltenen General-Ver- eingeäschert. Der Brandschaden beziffert sich auf über sammlung erstattete der Vorsitzende Bericht über das 300 000 Mark, dürfte aber in der Hauptsache durch verflossene Vereinsjahr. Nach dem Bericht des Versicherung gedeckt sein. Das massiv errichtete Kassierers ist der Bestand der Finanzen ein recht Gebäude der Fabrik ist vollständig ausgebranNt. 6ünstiger, sodatz für das laufende Vereinsjahr ein uslar, 4. Januar. Die neunjährige Tochter des recht reichhaltiges Vergnügungsprogramm aufgestellt Knechtes Schulte, die an der Bahnhofstraße sich im werven konnte. Als erstes Vergnügen findet am Schlitten vergnügte, wurde von einem infolge eines

Leipziger Sänger-Abend mit darauf- dahinsausenden Schlittens scheugewordenen Pferde S0^ statt. Die alsdann statutengemäß öur$ einen Hufschlag gegen den Kopf sehr schwer Wahl des Vorsitzenden ergab dre verletzt. Das eine Auge ist verloren.

einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorsitzenden, _...,. o _

Herrn Schandua. Die übrigen 4 statutengemäß aus- .. ^""rngen, - Januar. '^wel Gottlnger Unwer- Aerdenden Vorstandsmitglieder, Herren Börner, sitatsprofefforen haben sich

Demme, Funk und Möller wurden mit großer über das.Frauen^

Stimmenmehrheit wieder- und Herr Hans Sander Zahl der m Gottingen studierenden Mädchen die Fa- "^^ählt. Aus der Mitte der Versammlung wurde Agiert abgesprochen, das Studmnldurchzu'uhren. Cut 1 sehr großer Teil der Studentinnen betrachten dre Hör- säle nur als eine Art Ballsäle. Diese Vorwürfe hat nun der Prorektor der Universität in einer öffent­lichen Erklärung zurückgewiesen. Er stellt den Stu- . . _ > dentinnen das Zeugnis aus, daß sie, seltene Ausnahmen

M Hersfeld, 5. Januar. In der vergangenen abgerechnet, ihre Studien mit ganzem Ernst auffassen

Dassel ein großer Felldieb st ahl und nicht selten durch großen redlichen Fleiß einem verübt und die hiesige Polizei von der Tat mit dem Teil ihrer Kommilitonen den Herren der Schöp- Erfuchen nach den Dieben, zu fahnden benachrichtigt, fung sogar zum Vorbilde dienen dürfen.

hold, tenn^erVü^beSe^Dr^ K Frankfurt a. M., 2. Januar. Beim Rodeln auf

drei Mann fp»,»i£?£*^^ C«>tr^^teJ dem stark vereisten Fußsteg hinter dem Falkensteiner für ca 200 äRarf ^pisp sipt^«n'eru h^ren Besitz sich Genesungsheim stürzten gestern zwei zusammenge- hatten nerf^t hiP Die drei Spitzbuben bundene Rodelschlitten um. Die Insassen, ein 16

narren versucht, die Felle hier zu verkaufen. Jahre alter Schüler und ein 20jÄriges Fräulein,

rZ^^ 6. Januar. Einen g r o ß e N erlitten Verletzungen. Ferner stürzte am Mainkai

^E^'ch^Nauflauf verursachten am Sonnabend ein 15 Jahre alter Lehrling mit dem Schlitten um k^bgen 10 Uhr zwei Männer auf dem Linggplatz. und trug schwere Verletzungen davon, desgleichen waren in Streit geraten, der in schwere eine 14 Jahre alte Schülerin, die am Hasenpfad mit ^attichkeiten auszuarten drohte, denn auf beiden dem Schlitten umstürzte.

rechtzeitigen Einareifen deEx ^olirei wa^ptz Diez, 1. Januar. In der Silvesternacht wurde

daß ein blutiaer8®trpit n^rMHp^V^^^ Zu danken, ^i 20jährige Sohn des Kaminkehrermeister Graf n mutiger Streit verhütet wurde. üon einem Unbekannten durch einen tiefen Messer-

ift rtWA» 1 *" $onuar- Von der Eisenbahnverwaltung stich in den Rücken bedenklich verletzt. Der Täter

"geordnet worden, daß die Züge auf den Zug- l konnte sich in der Dunkelheit rasch entfernen. 1

werden.

Eschwege, 3. Januar. Verschwunden ist seit dem 1. Januar der Rechnungsführer der städtischen Werke, Friedrich Hofmeister. Als er gestern nicht zum Dienst

$cr taps AM nie 2 ' V .

Hüben wie drüben, diesseits wie jenseits der Vogesen, wird von Zeit zu Zeit immer aufs neue um die Wahrheit über die Fremdenlegion gestritten, als ob es sich überhaupt erst uoch darum handeln könnte, zu ermitteln, welche Bewandtnis es denn eigentlich in Wirklichkeit mit dieser afrikanischen Söldnertruppe habe. Drüber; in Frankreich stellt man sich geflissentlich so, als ob diese Einrichtung eine Er­rungenschaft sei, die zu Stolz berechtige; an der teil zu haben eine Ehre sei, während bei uns die Be­mühungen fortdauern, immer neue Beweise, deren es mehr gar nicht bedarf, zu erbringen, daß angesichts der bisher unabänderlichen Tatsache der Zusammen­setzung der Fremdenlegion zum guten Teile aus unseren Landsleuten, vom deutschen Standpunkte aus angesehen, von allem anderen, nur nicht von Stolz und Ehre, in jener Truppe zu dienen, die Rede sein könne. Fast könnte es scheinen, daß auch von unserm neuerdings verstärkten Bestreben, in Deutschland die Einsicht in das wahre Wesen der Fremdenlegion immer mehr zu erweitern, um den Eintritt Deutscher in sie zu verhüten, nach wie vor dasselbe gelte wie vonderArbeit,Wasserin einSiebzu schütten. Wasnützt es, daß es unserer verschärften Wachsamkeit gelingt, hier und da zu entdecken, wo und wie Deutsche für die Legion angeworben werden, wenn damit nicht der Erfolg verbunden ist, die Schleichwege zu verlegen, auf denen die französischen Werber ihr Handwerk betreiben ?

Die Franzosen bestreiten, daß wir Deutschen ge­rechten Anlaß haben, uns um die Fremdenlegion zu kümmern. Wenn sie nur recht hätten! Wenn nur nicht ständig etwa 4000 bis 5000 Deutsche in der Legion dienten und zumeist sittlich wie körperlich verdürben! Wenn nur uicht eine beträchtliche Zahl von diesen ihrer Wehrpflicht im Vaterlande entzogen würden! Wenn nur nicht jeder Deutsche in der Fremdenlegion seinem Vaterlande daheim mittelbar Schaden zufüate! Ein französischer Kriegsminister hat um die Ncttte des 18. Jahrhundert den Wert fremder Soldaten in Frankreichs Heere so geschätzt: ein fremder Soldat wiegt drei einheimische auf, einen, der dem Feinde genommen wird, einen, der für das französische Heer gewonnen ist, und drittens einen Franzosen, der seine Kraft dem Erwerbsleben widmen kann. Das gilt auch heute noch für die Fremdenlegion. Gerade deshalb soll diese eine Söldnertruppe sein und bleiben, die

O"ldau in der ^. nun Mei' n^n Sie ÄMB K

famer und wirtschaftlicher gar nicht verfahren könnte. Sn" M» toMeTtif^ «netSs I So nerino wie die Kosttn, in groß' sind die Leistungen

weroen vrs tn ote oayerr,cye uyon yrnernzreyen. öer Fremdenlegion. Sie hat Frankreich überseeische Besitzungen erobert, so das nördliche Afrika, so Madagaskar, so Tonkin, und sie hilft, sie erhalten, festigen und ausbauen.

Enthielte die Legion überwiegend Franzosen, die

Stimmenmehrheit wieder- und .

Aus der Mitte der Versammlung wuiuc ^^rstand für seine seitherige Tätigkeit wieder- größte Vertrauen ausgesprochen. Nach Er- si«Wnnr verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung gegen W/2 Uhr geschlossen.

Rücksicht erheischten, so wären wohl längst in ihr Be­soldung und Behandlung anders. Keinem Franzosen, wenn er nicht muß, kommt es in den Sinn, in die Fremdenlegion einzutreten: denn er weiß, daß dort nichts zu holen ist. Außer den Offizieren, die nicht in Betracht kommen, werden in die Legion nur solche Franzosen eingereiht, die in die Armee des Mutter­landes aus guten Gründen nicht ausgenommen werden, die zur Strafe als Legionär dienen müssen, weil sie Entehrendes sich haben zu Schulden kommen lassen, weil sie in Frankreich fahnenflüchtig geworden oder vor dem Stellungsbefehl entwichen sind. Die Fran­zosen wissen, daß die Disziplin in der Fremdentruppe, da diese zumeist eine gemischte, zusammengewürfelte oder verkommene Geiellschaft darstellt, streng und hart sein muß. Sie wissen auch, daß die deutschen Schilderungen der Zustände in der Legion keineswegs übertrieben sind, daß nämlich die Behandlung nicht nur notwendigerweise, überaus hart, sondern weit mehr als das, daß sie grausam und unmenschlich ist.

Eingesandt.

Einer Anzahl Besucher der Stadtkirche wurden gestern beim Eingang bezw. beim Ausgang unan­genehme Ueberraschungen dadurch zu teil, daß ihnen entweder das stark ablaufende Schneewasser oder eine Ladung vom Kirchenbuch abgerutschter Schnee auf die Köpfe herniederfiel. Dieser große Uebelstand, der ja freilich schon immer bestanden hat, müßte doch wohl längst beseitigt sein können. Würde die Kirche, wie alle anderen Gebäude in der Stadt, an die Kanalisation angeschlossen, dann würden die Kirchen- dächer mit Dachkandeln versehen werden müssen, und dabei könnten dann wohl auch einfache Schneefänger angelegt werden. Die zuständige Behörde wird ge­beten, hier einzuschreiten, dabei aber auch nicht zu versäumen, auf die für den öffentlichen Verkehr wohl gefährliche sehr schlechte Pflasterung um die Stadt- kirche an maßgebender Stelle aufmerksam zu machen.

Eine Anzahl Kirchenbesucher.