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Die nutzlosen Treibereien gegen die Militärmissio».

Es kann nun nicht mehr dem mindesten Zweifel unterliegen, daß die sogenannte Aktion des Dreiver­bands gegen die deutsche Militärmission für die Türkei völlig ergebnislos verlaufen ist, ohne daß Deutschland auch nur einen Finger hätte zu rühren brauchen. Die Vcanzösische Presse hatte zuletzt noch versucht, in Berlin wie in Konstantinopel einschüchternd zu wirken- in Berlin, indem sie das Gespenst eines russischen Vor­stoßes in Ostanatolien und damit die Aufrollung der kleinasiatischen Frage an die Wand malte- in Konstan- tinopel, indem sie alle französischen Taschen mit großem Aplomb zuknöpfte. Auch diese beiden Drohungen muß­ten gänzlich versagen. In Deutschland weiß man ziem­lich genau, daß Rußlano um der Militärmission willen nicht zu irgend einer Tat schreiten wird, die nickt in seine sonstige, mehr oder minder unfreiwMge Friedens­politik paßt- auf der Hohen Pforte aber weiß man eben­sogut, daß Frankreich seinen Beutel für die Türkei schon lange nicht mehr um deren schönen Augen willen öffnet, sondern daß eben die Milliarden französischen Kapitals, die in die Türkei geflossen sind, mit naturgesetzlicher Notwendigkeit gewisse Nachschübe fordern, solange die Geldgeber sich nicht auf den bekannten Stauopumt stellen:Es geschieht meinem Vater schon recht, wenn es mich an den Händen friert, warum kauft er mir keine Handschuhe!" wozu sie als kluge und praktische Leute keine Lust haben.

Nachrichten aus Konstantinopel lassen erkennen, daß man dort die Aktion des Dreiverbandes schon um des­willen nicht ernst genommen hat, weil die Teilnahme Englands daran ihr von vornherein jede Stoßkraft nahm. Wie sollte denn England gegen die deutschen Heeresreformer protestieren, solange seine eigene Ma- rtnereformer an der Arbeit waren? Diese Unmöglich­keit lag so offen zutage, daß man sie in Petersburg schlechterdings nicht übersehen haben kann. Man glaubt das auch nicht, sondern legt sich die Sache so zurecht, daß Rußland eigentlich gar nicht die deutsche Mission ge­meint, sondern diese nur zum Vorwand genommen habe, um die englische zu treffen, die ihm weit unbequemer und bedenklicher erscheine. Man hätte demnach an der Newa so kalkuliert, daß England, um sich an der Aktion beteiligen zu können, natürlich erst den Verzicht auf seine Marinemission erklären müsse, die doch in Wahr­heit das Kommando in der Meerenge führt. Ist dem wirklich so, so hat man jedenfalls in London auf diesem Ohr mcht gehört, sondern mit unbefangener Miene die Jnformattons-Demarche" in Konstantinopel mitge­macht und sie eben dadurch zu absoluter Wirkungslosig- keit verdammt.

Man sieht, Lorbeeren sind bei dieser Gelegenheit nicht geerntet worden und es waren auch keine zu ern­ten. Aber es ist erfreulicherweise auch keine ernste Ge­fahr vorhanden, daß die Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland unter diesem Zwischenfalle leiden könnten. Denn in den, wie immer wiederholt wird, durchaus freundschaftlichen Besprechungen mit dem Mi­nisterpräsidenten Kokowzow hat der Reichskanzler mit größter Ruhe sich auf den Standpunkt stellen können, daß es sich hier um eine Frage handle, die Rußland mit der Türkei ganz allein regeln könne und regeln möge. Man hat auf deutscher Seite die Korrektheit soweit ge­trieben, daß entgegen den über Wien verbreiteten Nach­richten die deutsche Botschaft bei dem Empfang der Mis­sion auf dem Bahnhof von Konstantinopel überhaupt nicht vertreten war- so stark wollte man unterstreichen, daß die Ankommenden türkische Offiziere waren.

So hat die ganze Geschichte eigentlich nur den Er­folg gehabt, die Stärke der deutschen Stellung in dieser besonderen Frage sowohl, wie in der Orientpolitik über­haupt zu beleuchten, eine Stärke, die zum Teil und zu­vörderst auf den eigenen Machtquellen des Deutschen Reichs, zum Teil auf Solidarität der nun erst recht zu­sammengeschweißten Dreibundmächte beruht.

Slugjeuge undZeppeline".

Was die Franzosen vom Kriegswert derZeppeline^ halten?

In einer Notizdas Flugzeug als Allgriffswaffe" weist soeben das französische Kriegsministerium darauf hin, daß die deutschen Zeppeline nach dem heutigen Stande der Flugzeuge nicht mehr zu fürchten seien, da die Flugzeuge jedes Luftschiff zerstören sonnten. Man wird, wie aus deutschen Luftschifferkreisen dazu ge­schrieben wird, diese ruhmredigen Ausführungen auf das richtige Matz zurückführen können, wenn man die Anschauungen vernimmt, welche gerade französische Fachleute über diese Frage haben.

Die maßgebendsten Fachleute Frankreichs sind näm­lich heute mehr denn je von der großen Ueberlegenheit der starren Luftschiffe gegeuüber den unstarren und

Die Dame im Schleier.

Spionage-Roman von Matthias Blank.

5) (Nachdruck verboten.)

Durch den Schleier aber war nur das lebhafte Leuchten der großen, durch den Schleier hindurch dunkel erscheinenden Augen zu erkennen, während die Züge so sehr ineinander verwischt erschienen, daß nicht ein­mal eine ungefähre Altersangabe möglich gewesen wäre.

Frank Burnett war der Verschleierten sofort mit einem höflichen Gruß entgegengekommen und bot ihr in der liebenswürdigsten Weise einen Stuhl au, worauf er sich ihr gegenüber niederlietz.

So rasch hatte ich Ihre Ankunft nicht erwartet, meine Gnädigste. Bringen Sie mir neue Nachrichten?"

Die Dame im Schleier schüttelte leicht den Kopf: Dann wären meine Aufgaben ein Kinderspiel, wenn so schnelle Erfolge möglich wären. Vorerst keine! Sie wissen, warum ich hier bin."

Ich vermute es. Das Geld liegt für Sie, meine Gnädigste, schon im Schreibtische."

Waren alle meine Angaben richtig?"

-Ja "

»Ich karm also den vollen Betrag erheben?"

Gewiß! Ich muß allerdings nochmals betonen, daß mir durch die englische Regierung immer wieder Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, weil ich nie eine Quittung vorlegen kann."

Das ist doch lächerlich. Wenn die Mitteilungen Mr die englische Regierung wertvoll sind, dann mag es ihr doch gleichgültig bleiben, ob sie das Geld hierfür einem Mister Ypsilon oder Zet anweist."

DaS erklären Sie. Sie müssen zugestehen, daß es bedeutende Summen find, die Sie in den letzten zwei Jahren erhielten."

Gewiß! Ich habe nur das Gefühl, daß manche meiner GnthMunG« «M mM wert gewesen wäre."

gegenüber den Flügzeugen überzeugt, und man strebt in Frankreich gerade aus diesem Grunde mit aller Macht nach einem kriegsbrauchbaren Starrluftschiff. Besonders zwei maßgebende Stimmen haben sich mehr­fach über den Kriegswert derZeppeline" geäußert, der bekannte General Bonnal und der französische Konstruk­teur unstarrer Luftschiffe, Graf de la Vaux. General Bonnal hat in seinen Publikationen denZeppelrn" als einefurchtbare Waffe" bezeichnet, mit der Frank­reich in einem künftigen Kriegesehr ernstlich zu rech­nen" habe. Der General schloß seine Ausführungen mit einem Aufruf, in dem er die Notwendigkeit der Schaffung einer Flotte starrer Luftschiffe für Frankreich mit den dringendsten Worten forderte.

Graf dc la Vaux aber, der das Zeppelin-Luftschiff als Passagier selbst kennen gelernt hat, hat verschiedent­lich in der Fachpresse unzweideutig gesagt, daß nach fet= ner Meinung die französischen Luftschiffe mit dem Zep­pelin-Luftschiff garnicht zu vergleichen feien. Graf de la Vaux bezeichnet denZeppelin" als eingewaltiges Kriegswerkzeug", das durch die Möglichkeit,700 Kilo­gramm Nutzlast zu tragen, durch seine Schnelligkeit und seinen ungeheuren Aktionsradius alle Luftschiffe der Welt übertreffe". Auch Graf de la Vaux schloß seine Ausführungen jedesmal mit dem Hinweis auf die Not­wendigkeit der Schaffung einer französischen Starrluft- schiff-Flotte.

Wenn den Franzosen der Bau starrer Luftschiffe bisher noch immer nicht geglückt ist, so lag das also ganz gewiß nicht an dem Mangel an Erkenntnis, son­dern an ihrem technischen Unvermögen. Die Stimme des Grafen de la Vaux und vor allem auch der Name des Generals Bonnal gelten in Frankreich sehr viel, und ihre Veröffentlichungen haben weiten Widerhall gefun­den. Wenn trotzdem die französischen Bemühungen um den Bau starrer Luftschiffe ziemlich erfolglos blieben, so spricht diese Tatsache eine deutliche Sprache. Ins­besondere wird man die Mitteilung von der Gefährlich­keit, welche die Flugzeuge für unsereZeppeline" haben, richtig einzuschätzen wissen.

Der Bestand derMantenlassen nach dem1. Januar 1814.

Ueber die bedeutsamen Veränderungen, die im Kran- kenkassenwesen durch das Inkrafttreten der neuen Ver­sicherungsgesetze am 1. Januar 1914 herbeigeführt wer­den, werden uns von unterrichteter Seite folgende Mit­teilungen gemacht:

Der 1. Januar 1914 brächte für das Krankenkassen- wesen, soweit es seine organisatorische Gestaltung be­trifft, einschneidende Aenderungen, vor allem in der Richtung einer starken Konzentration. Während noch nach dem alten Krankenversicherungsgesetz der Bestand an allgemeinen Ortskrankenkassen sich auf 3046 stellte, vermindert er sich nach der vom 1. Januar 1914 gelten­den Retchsversicherungsordnung um 1462, d. h. von die­sem Zeitpunkt an gibt es nur noch 1324 allgemeine Orts­krankenkassen, und zwar find davon 491 neu errichtet und 839 einem inneren Ausbau unterzogen worden. In der Verminderung der allgemeinen Ortskrankenkassen zeigt sich das deutliche Bestreben nach Zentralisierung und Konzentrierung derselben. Aber auch bei den anderen Arten der Krankenkassen macht sich in ihrer Verminde­rung die gleiche Tendenz bemerkbar.

Die Betriebskrankenkassen sinken von 4526 auf 3243 herab, mithin fallen 1283 dieser Krankenkassen fort. Am wenigsten verlieren die Jnnungskrankenkassen an Be­stand, hier fällt nur eine einzige Kasse fort, sodatz 1914 630 Innungskrankenkassen bestehen. Von anderen Trä­gern der Krankenversicherung bringt die neue Gesetzge­bung folgende: 410 Landkrankenkassen und 620 besondere Ortskrankenkassen. Wenn somit auf Grund der alten Gesetzgebung der Bestand an Krankenkassen sich auf 10 241 Kassen stellte, so bringt die neue Reichsversiche- rungsorönung eine Herabminderung der Zahl derselben um 4374. Dies kommt einem Prozentsatz von 42,7 gleich. Wir werden also mit dem Inkrafttreten der neuen Bersicherungsgefetzgebung an Krankenkassen insgesamt über 5867 Kasten verfügen.

Politische Rundschau.

Der Kaiser ist Freitag nachmittag um 3 Uhr vom Potsdamer Bahnhof mit Gefolge im Sonderzug nach Sigmaringen zur Teilnahme an den Beisetzungsfeier­lichkeiten für die Fürstin-Mutter von Hohenzollern ab­gereist. Die Ankunft erfolgte Sonnabend früh gegen 9 Uhr.

Die diesjährigen Kaisermanöver finden auf Anord­nung des Kaisers erst in der zweiten Hälfte des Sep­tember statt. Man geht wohl nicht fehl in der Vermu­tung, daß diese Abweichung von der bisherigen Ge­pflogenheit, die Kaisermanöver vor Mitte September zu beenden, auf besondere Berücksichtigung der Ernte- verhältnisse in dem für die Manöver in Betracht kom­menden Gegenden znrückzuführen ist.

Ansichtssache, meine Gnädigste! Darüber wollen wir nicht streiten. Sagen Sie mir nur, weshalb Sie sich nicht einmal mir anvertrauen wollen? Sie könnten mich zu jeder beliebigen Stunde den deutschen Behörden anzeigen und ausliefern. Dabei bin ich Ihnen gegenüber machtlos."

Haben Sie eine solche Gefahr nur einen Augen­blick lang gefühlt?"

Nein."

Was wollen Sie dann?"

Wenn Sie mir wenigstens den Zweck deutlicher machen wollten!"

Ich will, daß selbst Sie mich nicht erkennen sollen, wenn uns der Zufall in irgendeiner Gesellschaft zu­sammenführen sollte. Sie sollen seinen Augenblick der Gefahr ausgesetzt sein, sich selbst und mich durch eine Unbedachtsamkeit bei einem unberechenbaren Zufälle zu verraten."

Und Sie selbst?"

Ich bin Herrin über mich."

Das klingt mindestens sehr stolz. Aber deshalb gibt es doch auch noch manche andere Gefahren, denen Frauen eher unterliegen als Männer. Wenn Sie an­gegriffen würden, um Ihnen das Geheimnis des Schleiers zu entreißen?"

Und sie schüttelte wieder den Kopf und durch den Schleier war ein glockenhelles Lachen zu vernehmen.

Das könnte mir nicht schaden, nur dem anderen, dem Neugierigen."

Dabei hatte sie schon in die Tasche gegriffen und ließ gleich darauf in der schmalen, sorgsame Pflege einer Maniküre verratenden Hand eine kleine Waffe sehen, die genügend war, einen Angreifer unschädlich zu machen.

Glauben Sie, daß Frauen immer Schwächlinge sein müssen? Glauben Sie nicht, daß in vielen mehr Mut

Neue Anklage u gegen Zaberner Offizier«. Dr» Zaberner Anzeiger" erhebt in einer längeren Ausfüh­rung neuerdings schwere Anschuldigungen gegen die Leutnants Boettke und Freiherrn von Forstner sowie gegen den Sergeanten Höflich vom Infanterie-Regiment Nr. 99 wegen angeblich schwerer Mißhandlungen von Soldaten bezw. von Zivilpersonen. Diese letzteren sollen am Freitag, den 28. Novenrber bet den bekannten Vor­fällen in Zabern begangen worden sein. Weiterhin er­hebt das Blatt gegen den Hauptmann von Kistowski von der 5. Kornpagnie des Infanterie-Regiments Nr. 99 Anschuldigung wegen angeblichen Mitzbrauchs der Dienstgewalt, die sich der Hauptmann durch Gebrauch oder Duldung beleidigender Worte und Anreden habe zu Schulden kommen tasten.

Wiederbelebung des Balkanbundes? Ein Konstan- tinopeler Blatt äußert sein Befremden über die von rus­sischer Seite aufgeworfene Idee einer Wiederbelebung des Balkanbundes durch eine Entschädigung Bulgariens. Durch solche Vorschläge könne die mazedonische Frage nicht gelöst werden, weil Mazedonien ein Ganzes bilde, welches auch Saloniki, Monastir und Köprülü umfasse. Nur eine Autonomie Mazedoniens könne die mazedoni­sche Frage aus der Welt schaffen. Die Erneuerung des Balkanbundes sei vielleicht Rußlands Wunsch, aber vom Wunsch bis zur Verwirklichung sei ein langer Weg.

Eine englische Sensationsmeldung. Eine englische Korrespondenz verbreitet die Sensationsnachricht, daß in London beunruhigende Gerüchte über den Gesundheits- zustand der deutschen Kaiserin vorlägen. Ein englischer Spezialist hätte sich bereits nach Berlin begeben. um die Kaiserin zu untersuchen und den Befund der deutschen Aerzte nachzuprüfen. In Berlin ist glücklicherweise von einer Erkrankung der Kaiserin nichts bekannt.

Japanische Grausamkeiten in Korea. Grausamkei­ten, die von Japanern an Koreanern, die wegen politi­scher Vergehen sich im Gefängnis befinden, verübt wer­den, werden von ausländischen Missionaren, die in Jr- kutsk eingetroffen sind, berichtet. Die Gefangenen wer­den danach bei bitterster Kälte mit kaltem Wasser begos­sen, mit glühendem Eisen gebrannt und solange aufge­hängt, bis sie ohnmächtig werden. Diese Tatsachen wer­den durch die Ostasiatische Presse bestätigt, die augen­blicklich eine heftige Kampagne gegen die japanische Re­gierung in Korea führt.

Kleine fiadiridifen.

Lokomotivführer dieWächter der Gesundheit". Der verstorbene Kommerzienrat Krause in Steglitz bei Ber­lin setzte dem Verein deutscher Lokomotivführer ein Ver­mächtnis von 1000 Mark aus, und zwar, weil die Lo- komotivführerviele, viele Male Wächter feiner Gesund­heit" gewesen seien.

Begnadigter Mörder. Der Tagelöhner Emil Klin­gel, der im August vergangenen Jahres den Gendarmen Linder erschossen hatte und deshalb zum Tode verurteilt worden war, ist, wie aus Kaiserslautern gemeldet wird, zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden.

An Wurstvergiftung gestorben. In Hatzlo (Rhein­land) traten in der Familie eines Fabrikarbeiters nach dem Genuß von frischer Wurst schwere Vergiftungser­scheinungen auf. Vater und Tochter verstorben nach kurzer Zeit. Die übrigen Familienmitglieder liegen le­bensgefährlich erkrankt darnieder. Man glaubt, daß es sich um Wurstvergiftung handelt.

Bei einem Rencontre eines Revierförsters mit ei­nem wildernder Grubenarbeiter in der Nähe von Cöln gab der Förster, da anscheinend der Arbeiter ihn tätlich ängreifen wollte, einen Schuß auf diesen ab. Der Ar­beiter wurde so unglücklich getroffen, daß er bald daraus im Hospital an Verblutung verstarb.

Bebels Nachlaß. Nach Blättermeldungen aus Zü­rich haben die Erben Bebels nunmehr die schweizerische Erbschaftssteuer bezahlt, und dabei hat es sich denn be­stätigt, daß das hinterlassene Vermögen nicht 300 000 X wie derVorwärts" behauptet hatte, sondern 995 000 ^ beträgt. Hiervon hat Bebel 30 000 .^. seiner Partei zu­gewendet.

Das Dynamit im Ofen. In einem Hause der Uhlen- straße zu Paderborn erfolgte eine gewaltige Ofenexplo- sion. Der Ofen wurde in kleine Stücke zertrümmert, das Mobiliar und viel Wäsche beschädigt. Das Dynamit muß beim Sprengen der Flöze in der Kohlengrube zwi­schen die Kohlen geraten sein, ohne auf dem Wege zum Ofen entdeckt zu werden.

Ermordung eines Polizeidieners. In Salach bei Göppingen (Württemberg) ist ein Polizeidiener von zwei Italienern, die er wegen Ruhestörung zurechtgewte- fen hatte, erstochen worden.

Eine Tragödie des tiefsten Elends. In der Vor­stadt Brevnov bei Prag tötete in der Neujahrsnacht die Arbeiterwitwe Rek mit einem Rasiermesser ihre beiden Knaben von 7 und 8 Jahren und erhängte sich, weil sie und die Kinder dem Hungertods nahe waren. In der Wohnung befand sich nur ein Srohbündel, in das die Leichen eingehüllt waren.

und Energie steckt, als in manchem Manne? Sie sehen, wie ich mich vorgesehen habe."

Es wird mich nach diesem wohl nichts mehr über­raschen können. Mir liegt übrigens jede Schnüffelei ferne, und nach meinem Willen werden wir noch in zehn Jahren manchen Abschluß erzielen. Sie erhalten nun Ihr Geld!"

Mit dieser Erklärung war Frank Burnett aufge­standen, war an den Schreibtisch gegangen und brächte aus einem Schreibtische ein Bündel von Bankscheinen hervor, das er der Dame im Schleier übergab.Wollen Sie es, bitte, nachzählen?"

Ich weiß, daß es stimmt!"

Und ohne die Scheine nachzuprüfen, knitterte sie diese zusammen, fast wie ein bedeutungsloses Papier, und steckte sie in den Armelaufschlag des kurzen Jacketts.

Darf ich vielleicht erfahren, welches Ihre Absichten für die nächste Zeit sind?"

Darüber kann ich selbst noch nicht urteilen."

Jedenfalls bleiben Sie doch hier?"

Selbst darüber kann ich noch nicht bestimmen- für jeden Fall werde ich Sie verständigem"

Und dann begleitete sie Frank Burnett selbst bis an die Haustüre- dort schaute er ihrer Gestalt nach, bis diese um die nächste Straßenecke verschwunden war. Den Schleier hatte sie nicht gelöst.

Langsam war Frank Burnett wieder in seht Ar­beitszimmer zurückgekehrt.

Als aber die Dame im Schleier in die nächste Stratze emgebogen war, streifte sie ganz dicht an einem Frei» den vorbei, der sich eben in die bunten Neuheiten deß Schaufensters eines Modegeschäftes vertieft hatt«. Der Fremde, ein noch junger Mann, entschuldigte sich höflich, grüßte und folgte dann langsam schlendernd der yor. anschrettendem Dies geschah so gemächlich, wobei er bald in dieses, bald in das nächste Schaufenster einen Wick warf, daß es nur zufällig zu geschehen schien. (» W