«emrrEüs japanischer Verschwörer. Wie die „Daily Mail" aus Tokio meldet, haben die japanischen Gerichte weitere 13 Personen zum Tode verurteilt, die unter -er Anklage standen, eine Verschwörung gegen die japanische Herrschaft auf Formosa angezettelt zu haben. Die Untersuchung ergab, daß chinesische Revolutionäre die Hand im Spiele hatten mit der Absicht, während der allgemeinen Anarchie auf Formosa zu rauben und zu pündern.
In und um Zabern.
Auf Grund eines schon vor einigen Wochen ergan- genen Befehls ist das Z a b e r n e r W a ch k o m m a n d o des sächsischen Infanterieregiments Nr. 105 am Mittwoch durch eine Abteilung des in Straßburg liegenden württembergischen Infanterieregiments Nr. 126 unter Führung des Hauptmanns Winghofer abgelöst worden. — Die Staatsanwaltschaft in Zabern hat am kritischen Ort am Kanalbassin Schießversuche angestellt und läßt auf Grund eingehender Erhebungen als ihre Ansicht mitteilen, daß es beinahe sicher ist, daß die fraglichen Schüsse auf den Militärpo sten vom jenseitigen Holzlager aus fielen und unter keinen Umständen vom diesseitigen Rande des Bassins herrühren können. Ein Anschlag aus den Posten auf den Kasernenhof wäre demnach nach Ansicht der zuständigen Stellen unter keinen Umständen anzunehmen. Obschon die Behörde und die Vollzugsorgane nach jeder Richtung ihre Schuldigkeit tun und trotz der ausgesetzten Belohnung ist die Ermittelung des Täters bisher noch nicht erfolgt. — Von Abgeordneten der fortschrittlichen Volkspartei ist folgende kurze Anfrage an den Reichskanzler gerichtet worden: „Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß der Oberst des in Stargarö garnisonierenden Grenadier- Regiments (2. Pommersches) Nr. 9 ein Verbot des Neuen Pommerschen Tageblatts vom 1. Januar 1914 an erlassen hat, und was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um solche Fälle ungesetzlichen Boykotts von Privatunternehmunden durch Militärstellen zu ver- hüten?" — Der „Straßburger Post" zufolge haben sich die Fraktionen der zweiten e l s ä s s s ch e n Kam-
mer über die Behandlung des Zaberner Falles dahin geeinigt, daß die Interpellationen erst in der Woche nach der Eröffnung des Landtags besprochen werden sollen. Die Begründung wird im Auftrag aller Fraktionen der Abg. und Bürgermeister Knöpffler (Elsässer Zentrum) von Zabern übernehmen. Auf diese Weise wird es ermöglicht, vor Beginn der parlamentarischen Debatte das Urteil im Prozeß gegen den Obersten v. Rentier abzu- warten. — Zum Prozeß gegen Ober st v. Reut- t er sind nicht weniger als 165 Zeugen geladen. Die Be- rufungsverhandluna gegen Leutnant dem Oberkriegsgericht wird voraussü
v. Forstner vor
dem Oberkriegsgericht wird voraussichtlich am 12. Januar stattfinden. — Die Militärfeindschaft der Lothringer ist eine bekannte Tatsache, an der nicht zu rütteln ist. Wiederholt sind in den letzten Jahren Ueberfälle auf Posten und einzelne Militärpersonen gemeldet worden. Daher klingt die Meldung, welche die „Straßburger Neue Zeitung" aus Metz bringt, nicht unwahrscheinlich: „Erst jetzt bekannt wird ein Unfall, den drei junge Burschen auf einen Infanteristen verübten. Die Kerle fielen von hinten über ihr Opfer her, hielten dasselbe fest und versetzten ihm, während sie ihm das Seitengewehr aus der Scheide rissen, einen Faustschlag in das Genick. Trotzdem die Feiglinge von einem Offizier, der den Vorfall bemerkt hatte, verfolgt wurden, konnten sie in der Dunkelheit entkommen."
Vermischtes.
Raffinierter Gaunerstreich. Ein Landwirt in der Nähe von Ganderkesee im Großherzogtum Oldenburg hatte dieser Tage sieben fette Schweine nach dem Schlacht- Hof in Bremen gebracht und dort verkauft. Die Summe war ihm in Papiergeld ausbezahlt worden, und vergnügt fuhr der Mann nach Hause. Doch kaum war er dort angelangt, erschien auch schon vor seiner Wohnung ein Automobil, dem zwei Männer entstiegen, die sich dem Landwirt gegenüber als Kriminalbeamte von Bremen ausgaben und erklärten, daß die Kassenscheine, die ihm in Bremen ausbezahlt seien, gefälscht seien. In Bremen fei man einer großen Banknotenfälschung auf der Spur, und das ausbezahlte Geld sei mit Beschlag zu belegen. Ohne weiteres gab darauf der Landwirt das Papiergeld heraus. Bevor er weiter über die Sache nachgedacht hatte, waren die beiden angeblichen Kriminalbeamten auch schon wieder mit dem Automobil davongefahren. Bei näherer Nachforschung stellte sich heraus, daß der Landwirt zwei Schwindlern in die Hände gefallen war.
„Wie mau die Welt betrügt." Ein drolliger Vorfall hat sich an einem der letzten Sonntage in einem Dörfchen im Saalekreise zugetragen. Mit grellbunten Plakaten hatte eine wandernde Theatertruppe eine Vorstellung angekündigt: gegeben werden sollte das große Senfa- ttonsschauspiel „Wie man die Welt betrügt". Zur rechten Zeit stellten sich die Kunstkräfte (5 Personen) ein und konnten mit Genugtuung konstatieren, daß der Vorverkauf im Gasthaus, dem Musentempel, flott im Gange sei. Am Abend strömten dann auch die kunstbegerster- ten Landleute in Hellen Scharen ins „Theater". Erwartungsvoll harrte man der Dinge, die da kommen sollten. Aber die Geduld sollte hart in Anspruch genommen werden: der Vorhang ging nicht in die Höhe. Eine geschlagene Stunde wartete man, bis dann das männliche Publikum mit ohrenbetäubendem Lärm seiner Ungeduld Luft machte. Endlich teilte sich der Vorhang und der Hausknecht (der Wirt hatte sich unsichtbar gemacht erschien auf der Bühne und gab den trostlosen Bescheid, daß die Theatertruppe samt der Kasse ausgerückt sei. So erfuhren die wackeren Dorfbewohner „wie man die Welt betrügt".
Än Brief Blüchers. Nachdem Blücher in der Neujahrsnacht 1813/14 beiCaub den Rhein überschritten hatte, schrieb er an seine Gattin folgenden Brief, den wir in der originellen Schreibweise Blüchers wiedergeben: „H Ert- zens liebe Frau. Der frühe neujahrsmorgen wahr vor mich erfreulig, da ich den Stoltzeu Rein Passierte, die uffer ertöhnten vor Freudengeschrey, und meine braven Truppen Empfingen mich mit Jubel, der widerstandt des Feindes wahr nicht bedeuttendt, ich schließe nun die Festung Mainz völlig ein, für meine Person geh ich mit der Armee gleich vorwärts. Der lehrm von meine braven Camaratten ist so groß daß ich mich verbergen muß damit alles zur Ruhe romt: die jenseittingen deutschen bewohner Empfangen uns mit Freudenthränen."
Blutige Balgerei in einer startzöfischerr Kaserne. Wie der Pariser „Excelsior" meldet, ist es am 1. Feiertag abends in der Kaserne des 70. Infanterieregiments zu Bitte zu einer blutigen Schlägerei gekommen. Ein von feinem Weihnachtsurlaub betrunken in die Kaserne zurückkehrender Soldat namens Webel begann mit seinen Kameraden einen Streit, in dessen Verlauf er sein Seitengewehr zog und einen seiner Kameraden am Kopf verletzte. Darauf wandte sich Webel zum Angriff auf einen Feldwebel, der gerade noch Zeit hatte, aus der Stube zu fliehen und die Tür hinter sich zuzuziehen. Der dem Feldwebel zugedachte Stoß mit dem Seitengewehr w« mit solcher Wucht geführt wordey, daß die Waffe
die Türfüllung durchschnitt. Ein noch M Zimmer anwesender Soldat namens Morren setzte sich dem Wütenden mit aufgepflarrztem Bajonett zur Wehr, und es entspann sich zwischen den beiden ein blutiger Kampf, der damit endete, daß Webel einen Stoß in die Brust erhielt, der ihn schwer verletzte. Morren wurde auf freiem Fuß belassen, da seine Tat als ein Akt berechtigter Notwehr angesehen wurde.
Was eine „liebevolle" Millionärin ihrem Gatten hinterließ. Aus Neuyork wird der „Jnf." geschrieben: Im benachbarten Brooklyn starb vor kurzem Frau Hed- wig Osterhoff, wohl eine der reichsten und angesehensten Damen der Stadt. Unter ihren nachgelassenen Papieren fand sich nach längerem Suchen auch das gerade von ihrem Gatten Fred Osterhoff mit Sehnsucht erwartete Testament. Dieses Schriftstück erwies sich nach seiner Oeffnung als ein Dokument seltener „Gattenliebe", das mit seiner lakonischen Kürze und mit seinen bitteren humorvollen Schlußworten Neuyork zum Lachen gebracht hat. Das Ehepaar Osterhof war vor 10 Jahren eine wirkliche Liebesheirat eingegangen, sie unendlich reich, er ein armer Schlucker. Natürlich war der Gatte finanziell vollkommen abhängig von seiner Frau, was ihn persönlich 10 Jahre nicht sehr zu genieren schien. Wohl aber scheint dies auf die Liebe und Neigung Frau Hedwigs einigermaßen erkältend eingewirkt zu haben, wofür ihr Testament eine deutliche Sprache redet. Als der Notar nämlich in Gegenwart des „trauernden" Gemahls die Siegel vom Testamente löste und dieser sich schon im Besitze der ererbten Millionen sah, machte die Verlesung des Schriftstückes all seine kühnen Träume und Hoffnungen schmählich zu schänden. Frau Heöwig Osterhoff vermachte nämlich von ihrem 2 Millionen Dollar betragenden Vermögen 1999 999 Dollar zu wohltätigen und religiösen Zwecken den Gesellschaften der Stadt, während sie ihrem „teuren" Fred — einen Dollar hinterließ, mit folgender charakteristischer Begründung: „Schon dieser Dollar ist viel zu viel! Mehr- ist der ganze Kerl nicht wert!" Zerknirscht und enttäuscht taucht Mr. Osterhoff nun wieder in jenes ärmliche Nichts hinab, aus dem er gekommen.
Ja unser Vater! „Wunderbar ist's und bleibt's, was für eine Kaltblütigkeit unser Vater hat. Wie's vorgestern bei uns eingeschlagen hat und der Blitz, ohne zu zünden, wieder beim Fenster 'naus ist, steht er auf, der Vater, und sagt: „Ah, so 'was! Des muß V aber glei' drüben im Wirtshaus erzählen!"
Die Macht der Gewohnheit. Mieter: „Kaum wohne ich drei Monate bei Ihnen, da steigern Sie mich um zehn Mark. Warum haben Sie denn nicht damals, als ich einzog, den Mietpreis gleich zehn Mark höher angesetzt?" — Hausbesitzer: „Da hätt' ich Sie doch heut' gesteigert."
Kindermund. „Zu uns kommt das Christkind immer zweimal: einmal mit Geschenken, und einmal mit — Rechnungen."
Milliovenverkehr der Post zu Aeujahr
Die „herzlichen Glückwünsche" zu Neujahr machen unseren braven Postbeamten wahrscheinlich viel weniger Freude, als den Empfängern der kleinen Kärtchen und Briefchen. Wer jemals gesehen hat, welche Unzahl solcher Glückwunschbriefe am Neujahrstage von den Beamten zu bewältigen ist, wird ihnen das nachfühlen können. Ohne in Uebertreibungen zu verfallen, geht die Zahl der Neujahrsglückwünsche, die die Post in alle Himmelsrichtungen befördert, allein bet der Reichspost in viele Millionen, und wollte man den gesamten Postverkehr auf dem Erdball am ersten Tage des neuen Jahres zur Be-
wllte man den gesamten Postverkehr auf ersten Tage des neuen Jahres zur Betrachtung heranziehen, so müßte man schon von vielen Milliarden sprechen.
Die Hauptarbeit verursacht am Neujahrstage in ganz besonders erhöhtem Maße die zeitraubende und müh-
K Arbeit des „Briese klaubens", die der Post schon ewöhnlichen Betriebe gewaltige Kosten verursacht, zu Neujahr unendlich viel mehr Aushilfskräfte erfordert, mit denen die Kosten naturgemäß in die Hunderttausende wachsen. Was ist nun das Briefe klauben? Wenn die Briefkastenentleerer aus ihren bis an den Rand gefüllten Beuteln die Sendungen auf die langen Tische schütten, dann beginnt zunächst für die Beamten das „Klauben", d. h. die Gratulationsbriefe werden stempelgerecht hingelegt und in zwei Kategorien geordnet, nach „Ort" und „Transit". Die abgestempelten Transitsendungen, ü. h. solche, die nach auswärts bestimmt sind, gelangen an dre „Grobsortierer", die Ortsbriefschaften werden den „Ortssortierern" zugewiesen. _
Dann gibt es auch noch die sogenannten „Feinsor- tierer", deren Aufgabe es ist, die Bahnposten „vorzuar- beiten". Diese Aufgabe ist nicht so leicht, wie man denken könnte. Es gehört tatsächlich viel Erfahrung, Fertigkeit, ja eine gewisse Kunst dazu, die ungeheuren Stapel der Neujahrskorrespondenz in dem beschränkten Raum des Eisenbahnpostwagens unterzubringen. Man braucht nur einmal den Bahnpostverkehr am Neujahrstage eine Weile zugeschaut zu haben, um kopfschüttelnd zu erstaunen, was alles noch in einen solchen Wagen hineinverladen wird. Da sind die „Neu^jahrssäcke" von etwa zwei Zentnern Schwere, Zeitungssäcke, Geldsacke, Bahnhofsbriefe, dringende Pakete usw. Es ist bewunderswert wie die Bahnpostbeamten in diesem Wirrwarr von Paketen und Briefschaften, die den engen Raum fast bis an die Decke füllen, bei den wenigen Minuten Aufenthalt auf den Bahnstationen gerade die für die betreffende Station bestimmten Sendungen herausfinden und mit größter Schnelligkeit ausladen. Kaum ist so ein wenig Platz geschaffen, so kommen schon die gelben Wagen angefahren, und bringen neue Ladung. , O1 . „ .,
In der Tat bringt der Neujahrstag unserer Post- beamtenschaft eine ungewöhnliche Arbeitslast, es gehört nicht zu den Seltenheiten, daß die Beamten der Bahnpost an diesem Tage 15 bis 16 Stunden hintereinander arbeiten müssen, um den Postverkehr einigermaßen zu bewältigen. Besonders große Dimensionen nimmt der postalische Neujahrsverkehr noch durch die mcgeheuren Sendungen aus Amerika an, die an keinem Tage so gewaltig sind, wie an diesem. Sind doch all' die Hunderttausende von Deutschen, die drüben weilen auch fern von der Heimat dem altgewohnten Neujahrsbrauche treugeblieven und senden denLieben daheim ihre Neujahrsglückwünsche. Gerade weil der Postverkehr am 1. Januar diesen riesenhaften Umfang annimmt, ist es umso erstaunlicher und bewundernswerter, daß unsere Postverwaltung es fertig bekommt, schon am 2. Januar den postalischen Verkehr wieder in geregelte Bahnen zu leiten.
Plötzlicher Willerungswechsel.
»^ Berlin, 2. Januar. Nach erneutem starkem Schneesturm ist heute in den ersten Morgenstunden Tauwetter eingetrete«. Durch gleichzeitig einsetzenden Regen sind die Straßen mit Glatteis überzogen. Aus allen Stadtteilen werden Verkehrsstörungen gemeldet.
te* Berlin, 2. Januar. Die Wetterberichte aus dem Reiche zeigen heute kein einheitliches Bild. Aus dem Thüringer Wald, dem Rhöngebirge und der Lausitz sowie aus Cöln, Essen, Breslau werden erneute starke Schne^Me und zum Teil strenge Kälte gemeldet. In
änderest GeWiKst ist M5 Wekkkr MHg' ümMWWW so außer in Berlin in Hamburg, Hannover und Osnabrück, wo Tanwetter und Regen eingetreten ist.
w* Berlin, 2. Januar. (B. Z.) Heute vormittag trat auf der Stadtstrecke der Hochbahn eine große Be, triebsstörnng ein, weil sich durch den Regen auf den Schienen Glatteis gebildet hatte. In der Silvesterrmcht hat die Hoch- und Untergrundbahn im Verkehr den Re- kord geschlagen. Sie beförderte 454 000 Persone die Linien Schöneberg, Wilmersdorf un" l ,------- Bahn nicht einbegriffen sind.
o-t Hamburg, 2. Januar. Gestern abend trat hier nach starkem Schneefall ein Sprühregen ein, der die ganze Nacht andauerte. Die Temperatur ist auf 2 Grad Wärme gestiegen. Es herrscht Tauwetter.
Personen, wobei id die Dahlemer
Kälte in Spanien.
»-* Madrid, 2. Januar. Aus dem ganzen Lande werden Schneestürme gemeldet verbunden mit außerordentlicher Kälte. Die Landverbindungen mit verschiedenen Gegenden sind unterbrochen.
*■ neuestes vom Gage.
Kardinal Kopp genesen. „
ob* Breslau, 2. Januar. Wie die schlesische VolkS- zeitung meldet, ist die Genesung des Kardinal-Fürstbischofs Dr. Kopp soweit vorgeschritten, daß der Kardinal gestern zum ersten Mal wieder die Messe zelebrieren konnte.
Im Irrsinn den Vater erschlagen.
Posen, 2. Januar. In Liebenau bei Pr. Holland ■ erschlug der Viehhändler Horn in einem Anfälle von Irrsinn seinen 53 Jahre alten Vater mit einem Beil.
Ueber eine andere Jrrsinnstat meldet der Draht:
w> Berlin, 2. Januar. In dem Dorfe Goschchen bei Lieberose wurde gestern nachmittag der Landwirt Bogan mit durchschnittener Kehle tot in seinem Bette aufgefunden. Seine Frau fand man ebenfalls tot vor. Man nimmt an, daß Bogan in einem Waünsinnsanfall seine Frau mit einer Hacke erschlagen und darauf sich selbst das Leben genommen hat.
Ein Kreisgebäude durch Feuer zerstört.
»a* Dortmund, 2. Januar. In der Nacht zum Donnerstag brannte das an der Stadtgrenze gelegene große schlotzähnliche Kreishaus des Landkreises Hörde aus bis- her unbekannter Ursache bis auf den Grund nieder, obwohl an der Brandstelle alsbald verschiedene Feuerweh. ren etntrafen. Die Flammen fanden an den Akten und Papieren gute Nahrung, die sämtlich dem wütenden Element zum Opfer fielen. , q
Untergang eines Seeminenbootes.
Rönne (Bornholm), 2. Januar. Ein in Ena- land gebautes und auf der Fahrt nach Ltbau befindliches neues russisches Seemtnenboot strandete bet Ar- nager. Die aus sechs Engländern und einem russischen Offizier bestehende Besatzung ging an Bord des Rettungsbootes, das aber kenterte. Der Kapitän und vier Marin ertranken. Der russische Offizier und ein Maschinistenmaat wurden gerettet. Vier Leichen sind bereits geborgen. ,
Parsival-Anfftthrunge« im Auslande.
9-^ Paris, 2. Januar. Wagners Parstval fand bet der gesttigen Generalprobe in der hiesigen Großen Oper eine begeisterte Aufnahme. Zum Schluß brächte das Publikum dem Direktor der Oper, Messager, der die Aufführung einstudiert und das Orchester dirigiert hatte, leb- haftige Ovationen. Wie aus Madrid gemeldet wird, wurde Parsival am dortigen Königlichen Theater gestern abend mit großem Erfolge gegeben. In Barcelona fand gestern abend im Lico-Theater eine Erstaufführng des Parsival statt, die von 10 Uhr abends bis 5^ Uhr morgens dauerte.
0-t Prag, 2. Januar. Das deutsche und das tschechi- sche Theater führten gestern, am ersten Tage der Frei- gäbe den „Parsival" auf. Beide Vorstellungen waren ausverkauft, die Stimmung weihevoll.
Revo'verattentat eines Deserteurs.
Paris, 2. Januar. In Montbelliard im Departement d'Or gab ein Deserteur auf offener Straße auf zwei Schutzleute mehrere Revolverschüsse ab und verletzte einen Schutzmann schwer. Er erschoß sich dann selbst.
Bnbenstteich in einem Zirkus.
e-» London, 2. Januar. (B. Z) Im Hagenbeck- schen Zirkus, der hier Vorstellungen gibt, sind vier Pferde auf unerklärliche Weise vergiftet worden. Man vermutet einen Bubenstreich.
Berliner Getreide- und Diedmarkt.
Das Geschäft am Getreidemarkte zeigte auch nach den Weihnachtsfeiertagen keine sonderliche Belebung. Der Berliner Weizenmarkt steht nach wie vor meist unter den vom Ausland kommenden Einflüssen. Argentinien bietet jetzt reichlicher bet willigeren Preisforderungen an die etwas festere Haltung Nordrußlands kommt demgegenüber nur wenig zur Geltung, zumal auch Liverpool zur Mattigkeit neigt. In Berlin konnte sich der Preis für Lieferung im Dezember auf Deckungen etwas heben, während sonst billiger zu kaufen war. Auch für Roggen zeigte sich per Dezember einiger Deckungsbegehr, die Nachsrage wurde aber bei ziemlich reichlichem Angebot aus dem Jnlanöe schlank befriedigt, obwohl wieder
Roggen zeigte sich per Dezember einiger Deckungsbegehr, die Nachsrage wurde aber bei ziemlich reichlichem Angebot aus dem Jnlande schlank befriedigt, obwohl wieder erhebliche Mengen deutschen Roggens aus den bekannten Gründen über die russische Grenze gehen. Recht still war das Geschäft in Hafer. Die Nachfrage seitens deS Konsums ist gering, und auch nach Stettin laßt sich nur wenig verkaufen. Die Tendenz für russische Gerste war gleichfalls matt. Die Maisnotierungen gaben auf günstige argentinische Saatenstandsberichte und damit zusammenhängende vermehrte Offerten nicht unerheblich nach. Am 29. Dezember stellten sich schließlich die Notierungen für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 195,50, Roggen 161,00, Hafer 157,50, Mais 144,76 ^
Preise des städtischen Schlachtvieh-Marktes. Ochsen: vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes 88 bis 93 X junge fleischige, nicht auSgemästete und ältere ausgemästete 85—89 X mäßig genährte junge und gut genährte ältere 79—85 ^ Bullen: ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 86—90 X vollfleischige jüngere 82 bis 86 X mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 77—83 ^ Färsen: vollst. auSgem. Färsen höchst. Schlachtw. 80—83 ^. Kühe: vollfleischige auSgem. höch. sten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 79—88 X ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere 78 bis 76 X mäßig genährte Kühe und Färsen 64—70 X gering genährte Kühe und Färsen ois 70 JL Jungvieh: gering genährtes 76—80 X Kälber: Dovpellender feinster Mast 00 X feinste Mastkälber 125—128 X mittlere Mast- und beste Saugkälber 118—120 X geringere Mast- und gute Saugkälber 109—116 X geringe Saugkälber 91—105 ^ Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel 94—98 X ältere Masthammel, geringere
übe und Färsen 64—70 X ge- Färsen bis 70 ^ Jungvieh: X Kälber: Dovpellender fetn-
feinste Mastkälber 125—188 X mittlere te Saugkälber 115—120 X geringere
Mastlämmer und gut genährte iunae Schafe 84—90 mäßig genährte Hammel und emafe 71—79 JL. Schwe Fettschweine über 8 Ztt. 00 X vollflecschiae wu- Pfd. 69 X 200-240 Pfd. 66—70 X 160—500 VfA MS 68 X unter 160 Pfd. 62-66 X Sarm» 64^-66