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Wie man hört, soll der Bahnwärter vergessen haben, fite Schranken zu schließen.

Beerdigung eines Scheintoten? In einem Vorort 6er russischen Stadt Zaryzin wurde ein vor zwei Tagen plötzlich verstorbener Kosak beerdigt. AIs man den Sarg ius Grab hinabgelassen hatte, ertönte plötzlich ein verzweifeltes Pochen von innen gegen den Sargdeckel und ein schreckliches Stöhnen. Ein Teil der versam- melten Leidtragenden ergriff vor Schrecken die Flucht, einige Mutige stiegen aber ins Grab hinab und nahmen den -Sargdeckel ab. Der Tote erhob sich aus dem Sarge und kletterte wie ein Rasender aus dem Grabe hinaus. Er erzählte, er habe sich zuerst nicht bewegen können, aber mit Entsetzen alles gesehen und begriffen, was mit ihm geschah. Im Grabe habe er endlich die Bewegungs­freiheit wiedererlangt.

Der Neuyorker Prozeß gegen den Kaplan Schmidt scheint mit der Uneinigkeit der Geschworenen zu enden, von denen 10 für schuldig, 2 für Freisprechung wegen Irrsinns sein sollen. In der Beratung des Prozesses ergab sich außer den bekannten Mordumständen, daß Schmidt versucht hatte, das Leben des ermordeten Mäd­chens zu versichern. Vier Irrenärzte erklärten ihn zu­rechnungsfähig, vier andere für irrsinnig.

Die Schüsse in Zabern. Die von einigen Blättern verbreitete Nachricht, daß die in Betracht kommenden Schüsse aus einer Kinderpistole gefallen seien, ist eine unbegründete Behauptung. Es wurde festgestellt, daß der Junge um die kritische Zeit nicht auf dem betreffen­den Platze sein konnte, da er zuhause war. Gendarmerie und Polizei haben auch in dieser Hinsicht bisher Be­stimmtes nicht ermitteln können.

Opfer der Kälte. In der Nacht zum Mittwoch sind im Schneesturm an verschiedenen Orten des russischen Bezirkes Petrowsk vierzehn Menschen erfroren. Mehrere weitere Personen werden vermißt. In Paris sind eben­falls mehrere Personen erfroren aufgefunden worden

Selbstmord hinter den Kulissen. Der in allen Varietee-Theatern Deutschlands bekannte Komiker Emil Römer, der früher lange Jahre den Leipziger Seidl- sängern zugehörte, erhängte sich in Merseburg, während seine Couplets vom Publikum beklatscht wurden, hinter den Kulissen. Das Motiv des Selbstmordes dürfte die zunehmende Schwerhörigkeit Römers gewesen sein.

fe* Einbrecher in einem westpreußischen Bahnhof Mehrere Einbrecher drangen in der Nacht zum Dienstag in das Arbeitszimmer des Bahnhofes in Marese bei Mco rienwerder und schleppten den sieben Zentner schweren Gelöschrank auf einen bereitstehenden Wagen. Dann ge­wannen sie das freie Feld. Hier erbrachen sie in aller Ruhe den Schränk und erbeuteten 6000 Mark in Gold und Silber.

»e* Verhaftung eines deutschen Defraudanten in Amerika. Ein gewisser Franz Höhn, der beschuldigt wird, als Bankbuchhalter in Heppenheim (Hessen) Fäl­schungen in Höhe von 190 000 Mark begangen zu haben, ist in Neuyork verhaftet worden. Höhn erklärte sich be­reit, freiwillig nach Deutschland zurjtckzukehren.

fest Meuterei auf einem französischen Kreuzer. Blät­termeldungen aus Paris zufolge ereignete sich an Bor­des KreuzersDessax" im Hafen von Saigon Mitte No­vember eine schwere Meuterei. 280 Matrosen, die sich über die Behandlung durch den zweiten Offizier sowie über die schlechte Kost beklagten, flüchteten in die Heiz- räume und weigerten sich, die Befehle der Offiziere aus- zuführen. Erst den Bemühungen des Kommandanten gelang es, die Ruhe wieder herzustellen.

oe* Im Stollen der Kläranlage beinahe erstickt. Am Dienstag abend verunglückten in einem Stollen der städtischen Kläranlage zu Cannstadt zehn Arbeiter durch Einatmen giftiger Gase. Der Feuerwehr gelang es

unter eigener Lebensgefahr, die Verunglückten zu ber­gen. Einer war tot, die anderen mußten ins Kranken­haus geschafft werden.

»s» Die Besserung im Befinden des Kardinals Kopp hält nach Blättermeldungen aus Breslau an. Der Kranke konnte schon einige Stunden am Tage außer Bett verbringen.

»a* In Mexiko wütete bei Presidio del Norte ein heftiger Kampf "zwischen Insurgenten und Regierungs- truppen, der immer noch andauert. 5000 Insurgenten sollen gegen 4000 Bundestruppen fechten. Die Verluste sollen auf beiden Seiten sehr groß sein. Die Insur­genten bemächtigten sich der Schanzgräben vor der Stadt, wodurch sich die Bundestruppen gezwungen sahen, sich in den Ort zurückzuziehen.

»e* Das Flugzeug als Waffe gegen die Luftschiffe. Der Direktor des französischen Militärflugwesens Gene­ral Bernhard hielt im Aerodrom zu Paris gelegentlich einer Preisverteilung eine Rede, in der er für die Aus­gestaltung der Flugzeuge als Augriffsmaffe gegen feind­liche Luftschiffe eintrat und eine Ausbildung der Mili­tärflieger in dieser Hinsicht empfahl.

Die Sturmflut an der pommerschen Küste.

Der Sturm an der Ostsee erinnert sehr an die gleiche Naturkatastrophe, die sich auf den Tag genau vor neun Jahren in der Nacht zum 31. Dezember an der deutschen Ostseeküste ereignete. In S w i n e m ü n d e stehen der Strand, das Bollwerk und die Zugangsstraßen unter Wasser. In F l e n s b u r g steht das Wasser in ein­zelnen Häusern einen Meter hoch. In Heringsdorf ist das Wasser bis an die Strandpromenade getreten, sodaß die große Brücke und das Seebadbassin ernstlich gefährdet sind.. Das Familienbad in Mtsdroy ist vollständig fortgeschwemmt. Die große Seebrücke ist in Gefahr, von der Brandung durchbrochen zu werden. Die Fischer erleiden große Verluste. Die beiden Motorboot- drücken sind gänzlich verschwunden. Der Signalmast der Rettungsstation ist gebrochen. Das Wasser ist in den Riederungen eingedrungen, sodaß das Vieh eilends ge- cettet werden mußte. Der ganze Strand gleicht einem -inzigen Trümmerhaufen. In Saßnitz haben der Sturm und die damit verbundenen Hochwasser große Serheernngen angerichtet. Die Strandpromenade ist um großen Teile fortgertssen. Der Kurplatz steht völlig inter Wasser. In Lübeck hat die Trave viele Straßen überflutet. Das Wasser steigt infolge des Nordoststur- nes ununterbrochen weiter. Der Schaden ist sehr groß. Fn der Nacht zum Mittwoch hat sich der Sturm endlich relegt, sodaß die Gefahr in den bedrohten Orten besei- igt ist.

Schneestürme im Reich.

»s^ Aus dem ganzen Reiche liegen in großer Anzahl Meldungen vor von Schneestürmen, Schneeverwehungen und großen Verkehrsstörungen. In der Provinz Posen dauert der Schneefall bet sechs Grad Kälte an. In Ost­preußen herrscht Kälte. In Sachsen schneit es seit 24 Stunden ununterbrochen. In Berlin schneite es die ganze Nacht zum Mittwoch. In den Morgenstunden stockte der Verkehr an verschiedenen Stellen. In der Rheinprovinz ist nach starkem Schneefall Frost ein- getreten. Aus Halle wird gemeldet, daß der Personenzug aus Querfurt in der Nacht zum Mittwoch unterwegs tm Schnee stecken geblieben ist. Die Passagiere mußten die Nacht im Zuge verbringen. Bis Mittwoch vormittag 10 Uhr konnte die Strecke noch nicht freigeschaufelt wer­den. Der letzte Schneefall in Berlin soll der stärkste seit dreißig Jahren gewesen sein. Die Schneemenge wird auf 20 Millionen Kubikmeter geschätzt.

Vermischtes.

Ueber das Ergebnis des Lokaltermins im Schlosse Dakown Makre des Grafen Mielzynski weiß derBerl. Lok.-Anz." folgendes zu melden: Der Verlauf der Tat des Grafen Mielcynski stellt sich nach der Untersuchung folgendermaßen dar: Die Herren saßen bis 12 Uhr zu­sammen, dann begaben sich die beiden Grafen auf ihre Zimmer im ersten Stockwerk. Der ermordete Graf Mta- cynskt ließ dann durch seinen Jäger eine Flasche Wein holen. Während der Jäger diesen Auftrag ausfichrte, ging der Graf in das Schlafzimmer der Gräfin. Dort saßen sie mit der Gesellschafterin einige Zeit zusammen. Inzwischen wartete der Letbjäger vergebens über eine Stunde auf die Rückkehr seines Herrn. Gegen 3 Uhr endlich erlosch das Licht im ganzen Hause. Der Letb­jäger eilte hinunter, seinen Weg durch Streichhölzer be­leuchtend, und ging zu seinem Bruder, wo er sich schlafen legte. Inzwischen ging Graf Mielcynski nach dem Ver­löschen des Lichts hinunter und durch seinen Salon in das Ankleidezimmer seiner Gattin. Der Ankleideraum ist durch einen Vorhang, der daumls geöffnet war, vom Schlafzimmer getrennt. Er stellte sich in die Tür und schoß mit Schrot auf seine Frau. Es ist festgestellt wor­den, daß sie nach dem Schutz auch nicht einen Schritt gehen konnte, sondert! auf der Stelle zusammenbrach. Der Schuß auf die Gräfin wurde aus drei Schritt Entfer­nung abgefeuert, der auf den Grafen noch näher. Da der Graf Mielcynski in der Tür stand, konnte er die Gesellschafterin nicht sehen, die halbverdeckt am Ofen lehnte. Es beruht mtf Wahrheit, daß Graf Alfred seine Schuhe ausgezogen hatte, und zwar auf Veranlassung der Damen, damit er den Grafen Mielcynski beim Vor- übergehen nicht störe. Durch den Lärm erwachte die Kammerzofe und weckte das Dienstmädchen. Dieses kam in das Schlafzimmer und hörte noch die Worte, die Graf Mielcynski aussprach:Seht die Stinder, Gott hat sie gestraft durch meine Hand!"

Wegen einer Kleinigkeit in den Tod gegangen. Durch welche geringfügigen Ursachen manche Menschen zum Selbstmord getrieben werden, beweist ein Fall, der vor dem Totenschaurichter von Wandsworth, London, zur Verhandlung kam. Die 19jährige May Reeves hatte vor einigen Tagen bei einer Zusammenkunft mit ihrem Lieb­sten diesen sehr wortkarg gefunden. Der junge Mann litt an heftigen Kopfschmerzen. Auf die Frage der Braut, weshalb er soböse" sei, entgegnete Mr. Rout, er denke nicht daran, böse zu sein. Den wirklichen Grund nannte er jedoch nicht. Wenige Minuten später erklärte das junge Mädchen, wenn der Verlobte nicht sofort sagen würde, was ihm zugestotzen wäre, wolle man sich tren­nen und zwar für immer. Gekränkt schwieg der Mann. Dann wandte Miß Reeves ihm den Rücken und eilte fort. Am nächsten begegneten die beiden sich auf der Straße. Vergebens aber versuchte Mr. Rout, einen Blick der erzürnten Braut aufzufangen. Er selber befand fid) in Begleitung eines Bekannten, den er nicht stehen lassen mochte, um dem Mädchen nachzueilen. Während der junge Mann nun den Freund in den Kino begleitete, setzte seine Braut daheim den Gifttrank an die Lippen. Sie starb unversöhnt am nächsten Tage.

Zur Unterscheidung. Ein Beamter kommt in ein Dorf, um mit der Gemeinde über etwas zu verhandeln. Er findet, daß nicht weniger als 46 Einwohner fielt Namen Huber tragen, und fragt den Ortsvorstand, wie es da keine Verwechslung gebe. Vorstand:Es hat Halt jeder sein' Spitznamen, da ist der Speckhuber, der Dreckhuber, Sauhuber, Hauhuber, Kratzhuber, Katz- Huber, Raufhuber, Saufhuber...." Beamter:ES ist gut, ich danke." *

Prosit Neujahr!

Allen meinen Freunden spreche ich meine herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr aus.

Ludwig Werner

Berlin-Friedenau, Beckerstrasse 9.

Allen meinen lieben Freunden und Gülten

ein herzliches neues 3ahr

Theodor Beer

Stifiichänke.

Infolge der am 12. Dezember erfolgten Herabsetzung des Reichsbankdiskonts ermässige ich vom I. Januar 1914 ab die Zinsen für Guthaben und vergüte alsdann folgende Sätze :

auf Scheckkonto

Depositenkonto täglich rückzahlbar bei 3mon. Kündigung bei 6mon. Kündigung

L. Pfeiffer

33A%

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^1 P 4 jeder Art finden durch das Hersf.

jHlö^rJi ö Tageblatt (Kreisblatt) in Stadt u v Ulvl U1W Kreis Hersfeld beste Verbreitung

Habe mich in Hersfeld als

Rechtsanwalt

niedergelassen und werde meine Praxis in Gemeinschaft Herrn Rechtsanwalt und Kgl Notar Brethauer ausüben.

Dr. jur. M. Becker

| Evangelische, Gottesdienst. Am Neujahrsfest.

Vormitt. V2IO Uhr: Herr Pfarrer Gonnermann.

Nachmitt. ViG Uhr: Herr Pfarrer Lieberknecht.

mit

Peters be»g.

Vormitt. 10 Uhr: Gottesdienst.

Fernruf 61.

Büro: Kaiserstrasse 11.

Unterbaun.

Mittags 1 Uhr: Gottesdienst.

Friseur Tröster und Familie.

Unserer verehrlichen Kundschaft

zum Jahreswechsel die herzlichsten

Glückwünsche.

Katholische, Gottesdienst.

Mittwoch 7/a Uhr abends. Schluß-Andacht mit Predigt. Donnerstag (Fest des Herzens Jesu).

7 Uhr: hl. Messe.

a/410 Uhr: Amt und.Predigt.

1/23 Uhr: Andacht.

Gelegenheit zur heil. Beichte:

Mittwoch 5 Uhr.

Donnerstag W Uhr.