Sie UM des MiMdes.
Durch Geschlossenheit zu Macht und Ansehen.
Der bekannte Nationalökonom Professor Schmoller verteidigt in einem, in der Wiener Neuen Freien Presse veröffentlichten Aufsatz „Der Dreibund nach dem Bal- kankriege" die Politik Oesterreich-Ungarns wahrend der Balkankrise und führt weiter über den Dreibund und seine Bedeutung folgendes aus: „, , ,
Endlich ein Wort darüber, was man überhaupt von einem Bündnis wie dem Dreibund oder dem deu ch- österreichischen Bündnis erwarten könne. Es ist natürlich, daß die Zufriedenheit mit dem Resultat bald höher, bald niedriger steht. In Zeiten des Aufschwunges in Zeiten einzelner gegenseitig offensichtlich geleisteter Dienste jubelt man über das Bündnis: in Zeiten der Depression, wo man wenig oder nichts erreicht hat, ruft man leicht: „was hat uns der Bund genützt?" Wrr sind heute mitten in einer großen Geschaftskrtse: alle Staatsfinanzen fordern enorme Summen für Samerung der Ausgaben von 1912/13, für die nötigen neuen Rüstungen. Es wird Jahr und Tag dauern, bis wir darüber weg sind. Aber es wäre eine falsche Folgerung, zu sagen: wäre der Dreibund leistungsfähig, fo hatte er uns das erspart. Das konnte er nicht, und er kann noch weniger Deutschland, Oesterreich und Italien ohne weiteres auf die Stufe der Macht, des Reichtums, des Kolonialbesitzes von England, Rußland und Frankreich erheben. Er tut genug, wenn er uns hilft, unseren Platz neben ihnen zu behalten und uns den Weg aufwärts offen ^England und Frankreich sind die älteren Mächte, sind die reicheren: aber sie sind auch die gesättigten, die vielleicht bereits übergroßen. Der Dreibund umfaßt Länder mit einer späteren wirtschaftlichen Entwicklung, aber rasch aufwärtssteigende: es wäre allen dreien mehr schädlich als nützlich, wenn sie schon so riesenhaften Kolonialbesitz hätten wie England und Frankreich. Frankreich beginnt, ein alternder Rentnerstaat zu werden. Auch England zeigte in den Jahren, da Chamberlains Schutzzollpläne am meisten Beifall fanden, einige ähnliche Züge, die jetzt freilich wieder verschwunden sind. Rußland ist ein Riesenreich, das in seinen östlichen Teilen noch in halber Barbarei steckt, in seinen westlichen aber erst anfängt, zum modernen Kulturstaat zu werden. Seine Gefahr ist feine Größe, ihm drohen noch schwere innere Krisen. Wie bedroht es ist, zeigt seine Niederlage gegenüber dem kleinen Japan. Die Dreibundmächte haben sich nicht die Eigenschaften, den Umfang, den Reichtum dieser drei Riesenreiche zu wünschen: sie haben sich nur zu fragen: sind wir seit 1879 bis heute vorangekommen? Und wer wollte dies leugnen? Deutschland hat seit 1880 eine großartige innere wirtschaftliche Entwicklung erlebt. Italiens industrieller und finanzieller Aufschwung seit 1880 ist ebenfalls ein so glänzender, als er nur sein konnte.
Oesterreich-Ungarn ist ein modern liberaler, gut regierter Staat mit einem ausgezeichneten Heer, geordneten Finanzen, gutem Geldwesen geworden: es hat seit dem Dreibund Frieden gehabt: auch ist es unendlich viel reicher geworden, als es 1860 bis 1880 noch war. Und es wird weiter auf dieser Bahn voranschreiten. Blicken wir also in Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien getrosten Mutes in die Zukunft, obwohl die drei Staaten die kleineren gegenüber den drei großen Machten sind.
Sie tage des Sffiziers im Reichslande wird in der „Allgem. Ztg." in München von einer militärischen Kreisen nahestehenden Seite wie folgt geschildert:
„Das reichsländische Offizierkorps nimmt an dem ganz großen Kampfe, der sich zurzeit hier zwischen Militär und Zivil abspielt, den regsten Anteil, da es sich
davon selbst hart betroffen fühlt. Galt schort bis jetzt die Garnisonierung im Reichslande wenigstens für alle Standorte mit Ausnahme der großen Städte als eine, wir wollen sagen, doppelte dienstliche Anspannung, so kam in neuerer Zeit dazu der sich immer fühlbarer machende Mangel an tüchtigen Offizieren und Unteroffizieren. Und dazu treten setzt noch als hart belastendes psychisches Moment die Zaberner Demonstrationen gegen das Militär und die immer deutlicher zutage tretende Zurücksetzung der Militärgewalt. Als eine f '
tende Zurücksetzung der Militärgewalt. AIs eine solche werden jedenfalls die neuesten Vorgänge von Donau- eschingen an hier empfunden, gleichviel ob in den einzelnen Fällen tatsächlich auch von Zaberner Offizieren gefehlt worden fein mag oder nicht.
Es ist das Geftihl eines gewissen Verlassenseins, das hier besonders in den kleineren Garnisonen noch immer vorhanden war, durch die neuesten Ereignisse aber sehr stark wie eine Epidemie um sich greift. Dieses Gefühl ist auch durch die schwere Verurteilung des Leutnants v. Forstner wesentlich verstärkt worden. Der Offizier befindet sich in solch unsicheren Zeiten und bet den Zuständen, wie sie in Zabern zuletzt herrschten, in einer
Die Dame im Sehleier.
Spionage-Roman von Matthias Blank.
3) (Nachdruck verboten.)
Nun wandte sich ein anderer an ihn, ein Mann von Mittelgröße, breitschultrig, mit einem Gesicht voll Blatternarben: „Es ist mir auch davon erzählt worden, Herr Haßfeld. Wenn sich Ihre neue Erfindung in den verschiedenen Wirkungen bestätigen sollte, dann dürfen Sie aber ungemein vorsichtig sein. England soll mehrere Spione in Deutschland bezahlen, sür die natürlich Ihre Erfindung schon eine besondere Mühe verlohnte."
„Ich glaube nicht daran! Diese Geschichten und Gerüchte von Spionen und Agenten erweisen sich meistens als übertrieben."
„Na! Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, daß in England die Manöverpläne für unsere Flotte bekannt waren, ehe diese an die einzelnen Geschwader hinausgegeben worden waren."
„Das ist doch nicht von so großer Wichtigkeit."
„Das allein nicht. Aber die Engländer werden sicherlich keine Kosten scheuen, wenn es gilt, uns mit irgend einer Erfindung oder mit irgendeinem Erfolge züvorzukommen."
„Bange machen gilt nicht! Das werden sie nicht versuchen, mir etwas abjagen zu wollen."
Der Mann mit den Blatternarben zog die Schultern hoch: „Ich bin verständigt worden, daß aus dem Kriegsministerium die Kopien unseres neuen Jnfan- teriegewehrs gestohlen wurden."
„Wirklich? Von Engländern? Erzählen Sie doch mehr, Purgstaller!"
Während dieser der Aufforderung nachkam, hörte Robert Haßfeld halb zerstreut zu: er fühlte, wie noch nie, das Verlangen, bald Mein zu sein, in seinem Zimmer, vielleicht ganz im Dunkel, um so besser träumen zu
ch abwehren und doch geht er bei um eine Handbreit zu weit, dann
dieferMwehr auch nur um eine Handbreit zutven, oann
^ MtMcnS “ist®0®”« 1 Client «WS“ Morgen schwere Beschimpfungen gegen ihn ausgestotzen wurden, feststehend auch, daß er triftige Gründe hatte, den Schuster Blank als Täter anzunehmen, feststehend ist, daß sich der Schuster der Verhaftung aufs lebhafteste widersetzte. Eine offene Frage aber ist, ob Leutnant v. Forstner tatsächlich von dem Schuster einen Angrrff zu gewärtigen hatte. Das Gericht hat dies verneint und den Leutnant zu Gefängnis verurteilt, ihm seine Erstens aberkannt, ein anderes Gericht hatte es vielleicht mit demselben Recht bejaht. Für den Offizier steht das eine fest: seine Lage ist, wenn er Demonstrationen von feiten der Bevölkerung ausgesetzt ist, im Reichslande eine höchst prekare^nde öür^en jedenfalls nicht dazu beitragen, den immer mehr um sich greifenden Offizier- mangel zu decken. Die Regierung und der Reichstag werden vielleicht bald erkennen müssen, daß des Reiches Sicherheit nicht allein damit gewährleistet ist, daß man dafür Milliarden bewilligt, die Berufsfreudigkeit des Offiziers- und Unteroffizierkorps ist dabei eben so wichtig. Daß es aber bei der Uebersättigung in allen anderen „höheren" Berufsarten, dem Offizierkorps in steigendem Maße an Nachwuchs fehlt, das erscheint uns schon als ein recht bedenkliches Zeichen für die zunehmende Militärverdroffenheit der Nation in Waffen. Wir fürchten sehr, daß die Zaberner Vorgänge viel dazu beitrugen, diese Kalamität zu verstärken, sre zu einer ernsten GefMr für das ganze Reich zu machen."
Neue Gerüchte von einer Kanzlerkrise.
Trotzdem der Reichskanzler am 4. Dezember im ' de im Zusammerthang mit
Reichstage erklärt hat, er werde im Zusammenhang mit der Zaberner Affäre seinen Abschied nicht einreichen, und trotzdem die Auslassung der „Nordü. Allg. Ztg." zum Jahresschluß auf einen Ton gestimmt war, daß man nicht zu der Ansicht kommen konnte, der Kanzler gedenke die Flinte ins Korn zu werfen, mehren sich in den letzten Tagen des Jahres Anzeichen, daß von verschiedenen Seiten immer noch Konfliktsstoff gegen die jetzige Reichsregierung zusammengetragen wird. Die Zentrumsabgeordneten Gröber und Erzberger prophezeien große politische Kämpfe für die nächste Zeit. Auf der Rechten, wo man den Brief des Herrn v. Jagow sehr begrüßt hat, wird anscheinend auch Wert darauf gelegt, daß man ihre Stimmung gegenüber dem Kanzler Nicht zu versöhnlich anffassen möge. Ein liberales Blatt hatte dieser Tage vermutet, angesichts der heftigen Angriffe der Sozialdemokraten aus den Kanzler würden
:f den Kanzler würden , . _ ue treten. Darauf er
klärt die „Deutsche Tageszeitung", das sei ein Irrtum: sie lasse sich in ihrer Haltung gegenüber dem verantwortlichen Träger der Politik allein durch sachliche Gesichts-
die Konservativen auf seine Se
Punkte bestimmen. Jetzt kommt auch der dem national- liberalen Führer Abg. Wassermann nahestehende „Mannheimer General-Anzeiger" und erklärt: Kundige Beurteiler der Menschen und Dinge nehmen an, daß eine schwere politische Krise heraufziehe. Die konservative Partei sei im Aufruhr gegen die Regierung, wett diese es zugelassen habe, daß der Leutnant v. Forstner seine gesetzliche Strafe erhalte. Polizeipräsident v. Jagow, der Übrigens bei Hofe beliebt sei — ein sehr wichtiges Moment —, habe mit seinem Briefe an die „Kreuz- Ztg." die Führung des Ansturms der Konservativen gegen den Reichskanzler übernommen. Dieser befinde sich in einer überaus peinlichen Situation. — Das alles eröffnet keine günstige Aussichten für das neue Jahr.
Politische Rundschau«
Der „Fall Jagow" im Parlament. Obgleich wir noch in den Parlamentsferien stecken, steht schon jetzt fest, daß der „Fall Jagow", mit dem die Zaberner Affäre ausgeklungen ist, vom Zentrum in der Budgetkommission des Reichstags angeschnitten werden wird. Die Parteien der Linken werden wahrscheinlich gleichfalls die Initiative ergreifen. Die Budgetkommission wird am 15. Januar ihre Arbeiten — die Beratung des Etats — aufnehmen. Das Plenum tritt schon am 13. zusammen. Uebrigens erwartet man auch im preußischen Abgeordnetenhaus eine Jagow-Debatte, und zwar im Rahmen der ersten Lesung des Etats, die am 13. Januar ihren Anfang nehmen soll.
Die Einigung zwischen Aerzten und Krankenkassen. Wie der Korrespondent der „Franks. Ztg." erfährt, hat der Ortskrankenkassenverband in Berlin, dessen Vorsitzender Frätzdorf in Dresden wohnt, Dienstag vormittag von Dresden aus dem Reichsamt des Innern seine Stellung zu der Vereinbarung mit den Aerzten zugehen lassen. Darin wird zwar allgemein die Zustimmung zu
können. Gleichgültig war ihm die Geschichte, die von den anderen mit erstaunten Zurufen aufgenommen worden war, gleichgültig die Gesellschaft, selbst der Wein, dessen Goldgelb ihn ja nur an ihr Haar erinnerte.
„Hast Du es gehört, Haßfeld? Dabei hat man keine Ahnung, wo diese Spione leben, wer sie leitet, und was sie sonst noch vorhaben."
Der Blatternarbige antwortete: „Nein! Von den Behörden wird wohl da und dort das Treiben dieser Spione gefühlt, aber es ist bisher noch nie gelungen, irgendwelche Spur ausfindig zu machen."
Robert Haßfelö atmete auf, als er sich auf dem Nachhausewege von seinem letzten Begleiter getrennt hatte.
Dabei stellte er sich selbst die Frage, wie ihn ein so unbedeutendes Abenteuer so rasch geändert haben konnte, denn er gehörte sonst zu denen, die zuletzt ein Verlangen nach einer Heimkehr äußerten. Aber das Abenteuer trug am wenigsten Schuld daran. Es waren eigentlich nur ihre Augen, die blauen, großen Träumeraugen, die ihn jetzt verfolgten.
So zart und schwächlich hatte sie ausgesehen und dabei doch einen Mut gezeigt, den er bewunderte.
Und zum ersten Male, solange sich Robert Haßfeld ermnern konnte, lag er nach so später Heimkehr noch ein paar Stunden schlaflos in den Kissen. Wenn er auch die Augen schloß, so sah er nur das schmale, bleiche Gesicht mit den großen, blauen Augen, den kleinen Mund mit den feinen, dünnen Lippen.
Sie verfolgte ihn dann selbst noch im Schlafe, da er von nichts anderem träumte, als von ihr, die er stets in anderen Gefahren schaute, wobei er bald die Füße und bald die Hände nicht bewegen konnte, um chr Rettung zu bringen.
Zweites Kapitel.
An dem großen Schreibtische, auf dem in bunter Unordnung Schriftstücke, Zeitungen, Briefe, Zeitungs
schädigung an die zu entlassenden, von auswärts zugezogenen Aerzte zu erklären. Er will es vielmehr den einzelnen Ortskrankenkassen überlassen, ob sie diese Entschädigung, die zur Hälfte die Krankenkassen treffen soll und zur anderen Hälfte die Aerzteschaft, auf sich nehmen wollen.
Altpensionäre und Finanzlage. Gegen die Forderungen der Altpensionäre auf Gleichstellung mit den Neupensionären wurde die Finanzlage ins Feld geführt. Aus seinem Leserkreise wird der „Berl. Lok.-Anz." nun um den Hinweis gebeten, daß einmal das Vermögen Deutschlands in weit stärkerem Verhältnis als die Bevölkerung gestiegen sei, daß es also mit der Finanzlage nicht so schlecht stehen könne. Zum anderen aber mehrten sich überall — in den Landtagen, Gemeindevertretungen usw. — die Klagen über „zunehmende Verschwendungssucht", über den Luxus bei Bauten, die oft als sogenannte „Kulturaufgaben^ bezeichnet würden, für die aber häufig ihrer Bestimmung durchaus unange- messene, viel zu hohe Aufwendungen gemacht würden. So seien, wie u. a. die Allgemeine deutsche Pensionärzeitung darlege, beispielsweise für das Ausmalen nur • der Aula eines Gymnasiums 60 000 Mark von der Stadt Berlin verwendet worden. Folgten die Staatsbehörden den jetzt ergangenen Weisungen der Minister um Rückkehr zur altpreußischen Sparsamkeit, werde das Geld für die Bezahlung der Ehrenschuld an die Altpensionäre da sein, welche auf blutiger Walstatt — manche in drei Feldzügen — dem deutschen Volk die Machtstellung hätten erringen helfen, die zur Grundlage des jetzigen Wohlstandes geworden sei.
Zur geplanten Festlegung des Osterfestes. In krrch- lichen Kreisen Roms haben Verhandlungen über die Möglichkeit und die Art der Festlegung des Osterfestes stattgefunden. Die Angelegenheit fand, wie berichtet wird, keine günstige Aufnahme. Um eine fast zweitau- sendjährige Ueberlieferung in der Kirche umzustoßen, bedürfe es stärkerer Motive als die aus dem Kaufmannsstande hervorgegangenen, oder die aus Rücksicht auf die Schuljugend geäußerten Wünsche, mögen diese auch an und für sich durchaus berechtigt sein. Wie die Dinge jetzt ständen, sei im aller günstigsten Falle vielleicht zu hoffen, daß die Kirche sich entschließen werde, den Oster- tag etwa auf den ersten oder zweiten Sonntag im April festzulegen. Immerhin dürfte die Ausführung des Entschlusses noch in weiter Ferne liegen.
Serbische Geschützbestellnngen bei Krupp. Aus Belgrad wird gemeldet, daß die serbische Regierung vor einigen Tagen bei Krupp in Essen eine größere Anzahl schwerer Geschütze bestellt hat, und zwar aus dem Grunde, weil die französischen und belgischen Angebote zu teuer waren. Vor einiger Zeit hatte ein Tetl der Pariser Presse bekanntlich die Angabe verbreitet, daß die serbische Regierung sich entschlossen habe, ihre Geschützbestellungen nicht an Deutschland, sondern nur an Frankreich zu vergeben.
Der kranke Sultan. Nach Informationen der „Voss. Ztg." steht es mit dem Sultan der Türkei nicht gut. Er soll von einer halbseitigen Lähmung befallen worden sein. Unmittelbare Todesgefahr foll nicht vorhanden sein, jedoch macht man sich darauf gefaßt, daß er nur noch kurze Zeit zu leben hat. Es wird versichert, daß die türkischen Aerzte den Thronsolger Jussuff Jzzedin, in dessen Umgebung begreifliche Aufregung herrscht, von dem Zustande des Sultans in Kenntnis gesetzt haben.
Kleine nachriditen
Des Kaisers Dank an die Pfleger v. Winterfeldtö. Der Deutsche Kaiser hat in Anerkennung der ausgezeichneten und hingebungsvollen ärztlichen Pflege sowie der lebhaften Sympathie, die dem Militärattachee Oberstleutnant v. Winterfeldt in Grisolles zuteil geworden sind, eine Reihe Auszeichnungen und Ehrengaben verliehen. Außerdem spendete der Kaiser 6000 Francs für Wohltätigkeitsanstalten in Grisolles.
Aus Unachtsamkeit in denFahrstuhlschacht gestürzt. In emem Hause in Cöln wollte der dort wohnende Rechtsanwalt Strauß im ersten Stock den Fahrstuhl besteigen, zu dem er selbst den Schlüssel hatte. Nicht darauf achtend, daß der r ' " befand, trat der Rechtsanwalt ein und stürzte in den Keller hinab. Er ist an den erlittenen schweren Verletzungen gestorben.
cl^bst den Schlüssel hatte. Nicht darauf Fahrstuhl sich noch im zweiten Stocke Rechtsanwalt ein und stürzte in den
Beim Rodeln verunglückte Kinder. Dienstag nachmittag fuhren in Düren mehrere Kinder, die die Bis- marckstratze hinunterrodelten, in einen in die Neben- straße einbiegenden Sandkarren hinein. Zwei Kinder im Alter von 6 und 7 Jahren wurden getötet, zwei andere schwer verletzt.
Vier Opftt einer offenen Schranke. Dienstag nachmittag uberfuhr ein von Berlin kommender D-Zua in der Nähe der Station Schönlanke bei Schneidemühl ein Gespann, welches vom Wochenmarkt nach Hause zurück- kehrte. sämtliche vier Personen, die sich in dem Wagen befanden, wurden getötet. Das Pferd blieb unverletzt
ausschnitte, einige Akten und Landkarten lagen, saß Frank Burnett, eine große, breitschultrige Gestalt, mit knochigem bartlosen Gesicht, dünnem, blondem Haar, mit braunen, unruhigen Augen, in sehr eleganter Kleidung: er trug einen dunklen Gehrock.
Seine schmale, knochige Hand spielte mit einem Brieföffner, wahrend er den Worten seines Besuchers zuhörte, einem jüngeren Herrn, Ende der zwanziger Jahre, mit einem rotwangigen Puppengesicht und aufgedrehtem blonden Schnurrbart.
Es war dies Artur Greve, einer der meist beschäf- tlgten Agenten von Frank Burnett. Dieser selbst war als Kommissionär angemeldet,- aber niemand hätte mit Bestimmtheit angeben können, welche Geschäfte Frank Burnett machte. Das konnte beobachtet werden, daß er hauflg unö zu öen verschieöensten Zeiten Besuche erhielt.
In Wirklichkeit aber arbeitete Frank Burnett als Geheimagent der englischen Regierung.
Dabei verstand er es, stets unauffällig zu erscheinen denn er wußte, daß er sich nur Mittelspersonen bedienen mußte, da auf ihn selbst nicht der geringste Verdacht fallen surfte. Als Ausländer würde er bald verdächtig erschienen sem, aber gerade er selbst fand sich nie bei solchen Gelegenheiten und an solchen Orten ein, wo lMte Anwesenheit zu Bedenken Veranlassung gegeben
Für ihn arbeiteten seine Agenten, die sich unter dem Vorwanöe von Geschäftsvermittelungen anmeldeten
Artur Greve hatte seinen Bericht beendet
Frank Burnett nickte chm zu: „Gut! Ob'die Mittellungen von besonderer Wichtigkeit sein werden das muß sich erst bestätigen. Was mir fehlt, das si^d TÄ- sachen, Kopien von Schriftstücken und Zeichnungen, wie mir solche von den Manöverplänen der Kriegsmattne geliefert wurden."
(Fortsetzung folgt.)