Hel ssesder Anzeiger.
^F 1V2. Hersfeld, den 22. Dezember. 1866.
Einladung zum UbonnemenL.
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Anzeigen aller Art, (welche durch dieses Blatt eine weite Verbreitung finden, indem dasselbe nicht nur in sämmtlichen Gemeinden der Kreise Hersfeld, Hünfeld, Ziegenhain und Frankenberg gehalten wird, sondern auch unter Privaten in den beiden Hessen einen weiten Leserkreis gewonnen hat), werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 9 Hellern berechnet. — Bei öfterer Benutzung unseres Blattes zu Infektionen gewähren wir noch außerdem einen angemessenen Rabatt. Die Redaction.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
dem Obergerichtsrath im vormals kurhessischen Justiz- Ministerium, Etienne, den Character als Geheimer Obcr-Jnstiz-Rath mit dem Range eines Rathes zweiter Klasse zu verleihen.
Vermischte s.
Berlin, 16. Dezbr. Die hiesige Schloß-Garde wird dadurcheine Verstärkung erfahren, daß derselben die Schweizer Leibgarde des ehemaligen Kurfürsten von Hessen ein- verleibt werden soll.
Stargard (in Pommerf, 15. Dec. Der strengen Kälte wegen ist beim Militär die Anordnung getroffen, daß die Mannschaften mit Mäntel die Wache'beziehen und die Posten schon nach je einer Stunde abgelöst werden; auch die von diesen zu gebenden militärischen Ehrenbezeugungen und die Herausrufe sind beschränkt. Wir hatten hier heute Morgen 8 Uhr — 12 Grad, Nachmittags 2 Uhr noch — 8 Grad N. in der Stadr.
Aus Mecklenburg-Schwerin, 18. Dezember. Der Feudallandtag verhandelt augenblicklich über die von der Regierung angeregte Frage wegen Verbesserung des ritterschaftlichen Landschulwesens. ' Auf Vorschlag des Komiteberichts erklärte sich die Landtagsversammlung dahin, „daß. es bei dem Volksschulunterricht nur auf die Einführung des Wortes GotteS ankomme und alles klebrige, darunter auch das Rechnen, schon das Maß
des Bedürfnisses überschreite." Auf die Bemerkung eines Bürgermeisters, daß die Anforderungen an den Bildungszustand der Schullehrer ungenügend und daß die Kinder für das spätere Leben praktisch auszubil- den seien, erwiderte der Heißsporn JosiaS v. Plüskow: „Das geschieht bei uns nach Ablauf der Schulzeit, auf dem Felde! Ein bürgerlicher Gutsbesitzer, Hr. Bock Gr. Weltzien, gestattete sich den Vergleich, daß, gleich wie die Mitglieder der Ritterschaft ihre Güter zu Gärten zn machten' suchten, sie auch dahin kommen müßten, in ihren Schulen keine Wüsteneien liegen zu lassen. Der Junker v Ferber-Melz aber protestirte dagegen mit lautester Stimme: »Unsere Landschulen sind keine Wüsteneien, wenn sie auch keine Gärten sind. Auch unsere Güter sollen keine Gärten werden. Das läuft auf Paiczellirung hinaus. Ich will mein Gut behalten." In solchem Style ging die Verhandlung fort.
— Lederne Gefühl e. Eine Häßliche, die sich für schön hielt, beschenkte einst in einer Gesellschaft einen Herrn mit einem Paar Handschuh. „O Sie Glücklicher," rief ein Nebenstehender, „welche Gefühle müssen Sie haben, wenn Sie diese Handschuhe anziehen!" Auf jeden Fall," sagte trocken ein Dritter, „lederne, da der Handschuh von Leder."
— Man hüte sich vor ihm. Ein Zahnarzt in einer Provinzialstadt macht in dem Wochenblatt bekannt, daß .er mit allen seinen Kräften bemüht sein werde, die Operation an seinen Patienten vollständig und zweckentsprechend auszuführen.