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g e r s f e s D e r Knzeiger.

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- Hersfeld, den 24. November.

1866.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Nenmarkt Nr. 587) pro Quartal 7i Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder Leren Raum mit 9 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.-

Allerhöchster Erlaß vom 12. November 1866 betreffend die Zuständigkeit und das Verfahren der Behörden und Beamten des Jnstizressorls in Sachen der Justiz-Aufsicht und Verwal­tung in den neuen Landestheilen.

Aus Ihrem Bericht vom 3. November d. J. habe ich ersehen, daß nach den für das ehemalige Knrsürsten- thum Hessen ergangenen Vorschriften dem' Landesherrn die Anstellung, Entlassung und Pensionirung sämmtlicher Justizbeamten einschließlich der SuhalternbeamteN Vorbe­halten, auch die Zustimmung desselben bei Beurlaubungen dieser Beamten,' bei ihrem Ansrücken in eine höhere Ge- Haltsklasse nach Maßgabe des Etats, bei Vertbeilung der Mitglieder der Gerichte in die verschiedenen Senate, bei der Zulassung zur Praxis als Ober- oder Untergerichts- anwalt und in anderen ähnlichen Fällen einzubolen ist.

Für die Zukunft bestimme Ich, daß an Mich nur über die Anstellung und Entlassung der Präsidenten, Di- rectoren und Räthe der richterlichen Kollegien, des Ge- neral-StaatSprocnrators und der Staatsproenratoren be­richtet werden soll. Im klebrigen ermächtige ich Sie, in den oben bezeichneten und in allen anderen Angelegen­heiten der Justizaufsicht und Verwaltung die Zuständig­keit und das Verfahren der Behörden und Beamten Ihres Ressorts anderweit angemessen zu regeln. Sie haben dabei diejenigen Vorschriften zur Maßgabe zu nehmen, welche in den älteren Provinzen gelten.

Nach denselben Grundsätzen ist zu verfahren, soweit Abweichungen von diesen Vorschriften für die übrigen durch das Gesetz vom 20. September 1866 der Preußischen Monarchie einverleibten Landestheile bestehen.

Berlin, 12. November 1866.

Wilhelm.

Gr. zur Lippe.

An den Justiz-Minister.

Amtliches.

- ®« Sontroleur Bei dem Königlichen Landeshospital Haine, rudwlg Schinde Hütte, ist jum Haus- und Küchenmeister bei derselben ernannt worden.

Ein gräflicher Uhrmacher.

(Fortsetzung und Schluß.)

Selbst schwer verwundet gelang es Marie, sden bei­nahe leblosen Körper ihres Gatten v»^ dem Schlacht­feld hinwegzubringen. Ans Furcht, daß "kh«!.BerMger auch in das Heiiigthnm des häuslichen Herdeseindrin« gen und ihr grausames Werk vollenden würden, ward der Verwundete in einem abgelegenen Pavillon der Land­gutes gepflegt.

Nur allmählich gewann der junge Graf seine Kräfte wieder. Schon seit mehreren Wochen war er bleich und matt umhergewandert, war aber immer noch zu schwach, um wieder in die Reihen der Kämpfenden treten zu können.

Eines Morgens trat Peter Sawatzky plötzlich in den versteckten Zufluchtsort. Sein Gesicht war bleich, aber ruhig. Das Unheil, welches er so lange gefürchtet, stand vor der Thür.

Man forschte ihnen nach, ihre Güter waren consis« cirt und nur augenblickliche Flucht konnte sie vor Gefan­genschaft Und Sklaverei retten.

Wenige Worte reichten hin, um die beiden Gatten von der drohenden Gefahr in Kenntniß zu setzen.

Nachdem Marie sich und ihre Kinder in dicke warme Mäntel gehüllt, eilte sie hinunter in den bereitstehenden Wagen. Die beiden Männer folgten ihr. Nicht ein Wort, keine Klage kam über ihre'bleichen Lippen, fönt Lern sie drückte 'ihre Kinder blos um so fester an ihr muthigeS und ergebenes Herz.

Die Zeit gestattete ihnen nicht, irgend etwas von ihren Kostbarkeiten mitzunebmen. Das Einzige, was ihnen znr Bestreitung der Reisekosten zu Geboie stand, war eine mäßige Summe Geld, welche Sawatzki wohl­weislich in aller Eile zu sich gesteckt, das Einzige von seinem ganzen großen Reichthum, was ihm für den Au­genblick zugänglich war.

Die Flucht ging glücklich von statten. Es dauerte nicht lange, so war man über die Grenze, setzte aber um größerer Sicherheit willen die Reise noch weiter fort.

In Norwegen, in einer jener wunderschönen roman­tischen Gegenden, an welchen dieses Land so reich ist, ließen die Flüchtlinge sich endlich nieder. In dergiößern Ortschaft pachtete Sawatzky eine kleine Meierei mit emi-