5 er § f e sh e r Anzeiger.
J\e 83. Hersfcld, den 16. Qctober. 1866.
Der „Hersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. — Preis desselben bei der Expedition (Neumaxkt Nr. 587) pro Quartal 7$ Sgr., bei den ■ Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. — Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.
Amtliches.
Der „Staats-Anzeiger" bringt im Anschluß an den Einverleibungs-Act der annectirten Lander folgende für die vier neuen Gebiete gleichlautende Verordnung, betreffend die Justiz-Verwaltung vom 3. October 1866.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen rc. verordnen für das Gebiet des mit Unserer Monarchie vereinigten ehemaligen Kurfürstenthums Hessen was folgt:
. 1. Die nach Gesetz und Herkommen bisher bestandenen Obliegenheiten und Befugnisse des Justiz- Ministeriums werden fortan von Unserem Justiz- Minister in Berlin ausgeübt.
2. In allen Justiz-Angelegenheiten, welche Unserer landesherrlichen Entschließung oder Genehmigung bedürfen, ist wegen deren Einholung an Unseren Justizminister zu berichten.
3. Im Uebrigeu tritt in den Ressortverhältnigen und Befugnissen der Justizbehörden, sowie in dem bestehenden Jnstanzenzuge für jetzt eine Aenderung nicht ein.
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und deS beigedruckten Königlichen Jnstegel. Gegeben Schloß Babelsberg, den 3. Oktober 1866. (L. S.) Wilhel nr.
Graf zur Lippe.
Vermischtes.
Berlin, 13. Octbr. Der StaatSanzeiger veröffentlicht heute die Liste der in Anerkennung des in dem jetzt beendeten Kriege hervorgetretenen Verdienstes verliehenen Orden und Auszeichnungen. Dieselbe füllt 89 Spalten des amtlichen Organs..
T Der Werth der gestimmten im letzten Kriege gemachten Kriegsbeute an 486 Kanonen, 100 bis 120,000 Gewehren re. wird auf 4 bis 6 Millionen Thlr. geschätzt.
Cassel, 15. Aug. Gestern Vormittag fand aus dem Hofe der Artillerie-Kaserne die Beeidigung deS früher kurhessischen Militärs statt. Garnisonsprediger
Reimann leitete die Feierlichkeit mit einer Ansprache ein; einige herzliche Worte des General-Gouverneurs v. Werder mit einem Hoch auf Se. Maj. den König schloffen dieselbe.
— Folgende Angaben eines Offiziers beweisen, daß der Krieg'mit der Vervollkommnung der VernichtUrgs- instrumente nicht an Grausamkeit gewinnt, sondwr^A- J liert: Bei Borodino (während des russischen Feldzstges^^' haben die Truppen beider Theile von ihrer Gesammt« zahl den vierten Theil verloren. Bei Magenta und Sol- ferino höchstens den achten Theil. — In der Schlacht bei Seuef, welche der Prinz Conde dem Prinzen von Oranien lieferte (17. Jahrhundert) verloren beide Armeen den dritten Theil ihrer Gesammtzahl, Conds wurden drei Pferde unter dem Leibe erschossen und das bei den jämmerlichen Musketen, veralteten Helebarden und komischen Pistolen jener Zeit. — In der Schlacht bei Königgrätz verloren Preußen und Oesterreicher, wenn man das Höchste annimmt, von sämmtlichen engagirten Truppen den siebenten Theil, und dabei schlug man sich doch auf beiden Seiten mit großer Hitze und Erbitterung und hatten noch die Oesterreicher die Verluste zu erleiden, welche die Verwirrung eines überstürzten Rückzuges verursacht.
Amtliche Bekanntmachungen.
Landrathsamt Hersfeld.
Die unterm 5. d. MtS. in ihre Heimath gewiesene Katharina Gies aus Sieglos ist daselbst bis jetzt nicht eingetroffen, weshalb um deren Verhaftung und Anher« tranSpvrtirung ersucht wird.
HerSfeld, am 15. Oktober 1866.
Königliches Landrathsamt, Au ffarth.
Verloren: ein kleines Schlüsselchen an einem dunkelfarbigen Bändchen. — Der Finder wird zur Ablieferung anher aufgefordert.
HerSfeld, am 15. Oktober 1866.
Königliches Landrathsamt, Ausfarth.