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Hersfelder Anzeiger.

JM 8V.

Hersfeld, den 6. Oktober.

1866.

DerHersfelder Anzeiger" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition (Neumarkt Nr. 587) pro Quartal 7| Sgr., bei den Postanstalten kommt der übliche Postaufschlag hinzu. Anzeigen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile ober deren Raum mit 9 Heller, bei Wiederholungen mit 6 Heller berechnet.

Amtliches.

Der Geheime Regierungsrath von Specht zuFulda ist mit der Versetzung der Stelle des landesherrlichen Bevollmächtigten bei dem Bisthum Fulda beauftragt worden.

Dem Regierungsrath Rieß von Scheurnschloß zu Kassel ist die Stelle eines zweiten landesherrlichen Kommissars bei dem Stifte Kaufungen mit Wetter als Nebenstelle übertragen, sowie

dem mit der Stelle eines Sections-Ingenieurs bei der Bebra-Fulda-Hanauer Eisenbahn beauftragten Bau- Eleven Hermann Rock zu Schlüchtern und

dem mit der Stelle eines Ingenieurs bei dem tech­nischen Central-Büreau derselben Bahn beauftragten Bau- Eleven Georg Ta sch zu Kassel das PrädikatEisenbahn- Ingenieur" verliehen worden.

Der Assistenzarzt Dr. Leibrock vom 2. Husaren- Regiment (Herzog von Sachsen «Meiningen) wird zum Stabs- und Bataillonsarzt im Leidgarderegiment ernannt.

Der Obergerichts-Referendar Ernst Emil Rohde von Kassel ist zum Amts «Assessor bei dem Justizamt I. in Rotenbnrg bestellt worden.

Der Revierförster Wilhelm Heinrich Kirchner zu Giesel ist in gleicher Eigenschaft zum Forstreviere Groß- krotzenburg versetzt, und

der Forstausseher Heinrich Nicolaus Schantz zu Horbach, sowie

der Forstinspections-Accessist Carl Friedrich Fräbel zu Schmalkalden sind zu Revierförster», Ersterer für das Forstrevier Giesel, Letzterer für das Forstrevier Ulfen, provisorisch ernannt worden.

Der Probator bei der Direction der Hauptstaats­kasse, Heinrich Wilhelm Löwer und der Hülfsrevisor Friedrich Völker sind zu Revisoren beim Control-Büreau der Main-Weserbahn, sowie

die HülfSrevisoren Carl Georg Wilhelm Klinker- fues und Heinrich Beckmann zu Kassel zu Probato- ren bei der Oberfinanzkammer, sämmtlich provisorisch ernannt worden.

Vermischtes.

Kassel, 5. Octbr. Am Montag, den 8. d. Mts., Bormittags 11 Uhr findet hierselbst die feierliche Pro- klamirung der Besitzergreifung der kurhessischen Laube für die Krone Preußen statt.

Gestern Vormittag fand auf dem großen Forste vor Sr. Excellenz dem Generalgouverneur von Werder die Parade der kurhessischen Kavallerie (Garde du Corps und Husaren) statt.

Aus Kassel wird denHamburger, Nachrichten" geschrieben:Ueber das zwischen Preußen und dem Kur­fürsten getroffene Abkomme» erfahrt man, daß hinsichtlich der Substanz des Familienfideikommisses die bestehenden Rechtsverhältnisse »»geändert bleiben; namentlich haben die eventuell berechtigten Agnaten an dem geschlossenen Vertrage nicht Theil genommen, obwohl der Landgraf Alexis von Hessen-Philippsthal-Barchfeld sich zu diesem Ende mit Vollmacht seiner Vettern in Berlin befunden haben soll. Vermuthlich wird diesen Agnaten die bisher bezogene Apanage, die für alle Linien etwa 60,000 Tha­ler beträgt, ungeändert fortbezahlt werden. Bekanntlich gehört auch das hiesige Museum und die Bildergallerie des Bellevue-Schlosses zum Familienfideikommis; wie man erfährt, ist in dieser Beziehung der in den Verträ­gen von 1831 vorbehaltene Kunstgebrauch für das Pu­blikum in befriedigender Weise gewahrt worden.

Ha »an, 3. October. Zwölf bis fünfzehn Dorf- bürgermeister waren heute Mittag nach Hanau ge­kommen, um hier dem entthronten Kurfürsten ihre Auf­wartung zu mache». Sie wurde» im Altstädter Schloß vorgelassen und von dem alten Herrn freundlich empfan­gen. Eines gleichen Empfanges hatte sich, wenn wir recht unterrichtet sind, auch unser Oberbürgermeister schon am vorigen Sonntag zu erfreuen.

Gießen. Die hier mehrere Tage einquartirt gewe­senen beiden Bataillons des Kontingents der freien <^tadt Hamburg sandten für die Abgebrannten in Heuchelheim 1 Ballen Kaffee, 1 Ballen Reis, 1 Kiste Fleischextract, 1 desgl. Caffee-Extract und einen Ballen mit wollenen Decken, Unterhosen und Strümpfen. Diese Mannschaf­ten konnten ihre Quartiergeber in Gießen nicht besser und schöner ehren.