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Herssesder Anzeiger.

jy 78. Hersfeld, den 29. September. 1866»

UM* Da mit Schluß dieses Monats das Abonnement des dritten Quartals zu Ende gebt, so wer­den die verehelichen Abonnenten ersucht ihr Abonnement für das mit dem 1. Oktober be­ginnende vierte Quartal baldigst zu erneuern, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung cintrirt. Die Expedition.

A m t l i ch e s.

Der Regierungs-Präsident vr.gur.Wilhelm Schenk zu Schweinsberg zu Hanau ist zugleich zum Mit- gliede derDirection der Zeichen-Akademie daselbst bestellt, der Polizeidirections-Assessor Ludwig Heinrich Georg von Dernba ch zu Hanan zum Assessor bei der Regie­rung zu Kassel ernannt, auch

_ demselben die Nebenstelle eines Mitgliedes der Com- misston für landwirthschaftliche Angelegenheiten übertragen, der Hülfskanzlist im Ministerium deS Innern, Phi­lipp Thcophilus Altmannsperger, zum Stalinisten in demselben, und

die^Probatnrgebülfen bei derDirection der Landes- kreditkasse Carl Möller und Wilhelm Fehr zu Proba- toren bei derselben, letztere drei provisorisch ernannt worden.

Der ordentliche Stadtgerichis-Assessor, Stadtgerichts­rath Valentin Gunkel zu Kassel ist in den Ruhestand, der Jullizbeamte Theodor Wagner zu Hünfeld ist in gleicher Eigenschaft zum Justizamt in Borken und

der Justizbeamte Bernhard Collmann von Hof- geismar als ordentlicher Assessor zum Stadtgericht in Kassel versetzt worden.

Der Justizbeamte Dethard Wilhelm Uckermann ist von Fronhausen in gleicher Eigenschaft zu dem Justiz­amte in Hünfeld versetzt und

der Justizbeamte Julius Dieterich von Neukirchen in gleicher Eigenschaft zu dem Justizamte in Fronhausen aus Nachsuchen zurückversetzt worden.

Der Stationsgehülfe Christoph Gesang zu Haste ist zum Billeteur und Gepäckexpedienten bei der Eisen­bahnstation Hünfeld, auf Widerruf, ernannt worden.

Meine Mischehe. Novelle aus dem Volksleben an der Ostseeküste von Friedrich Dentler.

. (Schluß.)

Mitternacht war's. Umflort hing der Himmel auf der dunklen Wasserfläche. Wehete der Sturm das Gewölk vom Firmament, schaute ein einsam leuchtender

Stern auf die Fluth und glitzerte wie ein Fenerfunke auf ihrem Gischt.

Durch das Hohlwasser rauscht ein kleines Fahrzeug. Das gereffte Segel hängt tief hernieder und ruht mit seinem untern Ende im Raum, so daß nur ein kleiner Fetzen Leinwand das Schiff vorwärts schiebt. Kaum sind die Pardunen und Leinen, kaum seine Umrisse zu erkennen.

Am Steuer sitzt ein junger Mann. Mit Aufgebot seiner ganzen Kraft dreht er mit der einen Hand die Pinne, in der andern hält er die Schote.

Am Schnabelende des AngAkahnes liegt ein kranker Mann auf Betten, neben ihm kniet ein zweiter.

Ist Euch besser, Zeisig?" fragt der Knieende.

Ein wenig, ein wenig", stammelt der Andere, dessen Gesicht bleich ist, dessen Körper von Wasser trieft.

Nun, will's Gott, so sind wir in einer Stunde am Lande.'.'

Der Kranke murmelte einige Worte vor sich her die kaum verständlich dann reicht er seinem Helfer die Hand und spricht:HabtJhr vergeben, Konstantin?"

" Alles Alles"

Lohn' es Euch Gott, daß Ihr hiuausfuhrt in Wetter und Sturm und mich, den halb Erstarrten, aus dem Wasser zöget, als der umgesegelte Angelkahn in die Tiefe gehen wollte."

Der Himmel leitete mein Schiff, das Euch gefun­den, dankt Eure Rettung dem Allvater."

Es erfolgte eine Pause, welche von dem Heulen des Sturmes und dem Brausen des Wassers unterbrochen wurde.

Sollt auch mein Kind, meine Margarethe, zum Weibe erhallen. Der Hempel ist ein Schurke, verließ mich in der Noth und beim Himmel, was mir der Pfarrer gesagt, ist Alles Lüge Alles."

Seht Jhr's ein?"

Zur Genüge! Die Duldsamkeit ist das rechte Christenthum."

Recht so - Recht so!"

Und eS besteht nicht im Wort, sondern in der That."

Im Kamin knisterte eine Helle Reistgflamme um ' diese sammelte sich der Familienkreis.

Zeisig, der Dorschwirth, sitzt im laugen Pelz aus